Europa und der neue US-Präsident

Von Karl-Jürgen Müller.

In den europäischen Massenmedien erfährt man nur wenig darüber, was die Bürgerinnen und Bürger über den neuen US-Präsidenten denken. Seit dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse (für den Präsidenten und große Teile des Kongresses) kommen vor allem Politiker, sonstige «Eliten» und «Intellektuelle» sowie die Journalisten selbst zu Wort.

Aber auch dann, wenn man direkt von Bürger zu Bürger spricht, bekommt man oft zuerst nur das zu hören, was man auch schon in den Medien gelesen hat. Etwas jedoch ist interessant: Den Medien, die Leserkommentare im Anschluss an ihre Artikel veröffentlichen, kann man ein anderes Bild entnehmen. Zwei Beispiele aus der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vom 10. November. Ein Leser schrieb mit Blick auf viele Politiker- und Medienanalysen zum Wahlergebnis: «Die Dummen haben ihn gewählt, ist so ein Analyseergebnis. Aber vielleicht ist es ja auch das Gefühl vieler Bürger für die Verlogenheit und die Bevormundung durch die Medien und die Politiker, die der veröffentlichten, nicht der öffentlichen Meinung nachlaufen.» Ein anderer Leser schrieb: «Es ist wohl in die deutschen Gene gegeben, sich stets über andere zu erheben, sei es in Gestalt des Herrenmenschen oder des von sich selbst überwältigten Gutmenschen. Die USA haben gewählt, das Resultat mag unangenehm oder unbequem erscheinen – wir haben es zu akzeptieren. Wie der neue Präsident wohl noch sehr viele Dinge lernen muss, so haben deutsche und europäische Politiker sich an die neue Administration zu gewöhnen. Dass dieser Prozess eröffnet wird mit flegelhaften Urteilen etwa des SPD-Vorsitzenden, mit linker und grüner Arroganz oder mit Merkel’schen Belehrungen über die gemeinsamen Werte, verheißt nichts Gutes.»

Keine diplomatische Mäßigung mehr

Der öffentliche Umgang in den internationalen Beziehungen hat sich in den vergangenen 25 Jahren gewandelt. Das, was einmal als völkerrechtliche Richtschnur und diplomatische Gepflogenheit galt und so auch der Uno-Charta entspricht, nämlich die verbale Mäßigung bei offiziellen Äußerungen zu den inneren Angelegenheiten eines anderen souveränen Staates – wozu Wahlen ganz entscheidend gehören –, ist in den Augen des Großteils der europäischen «Eliten» nur noch Makulatur. Das hat außenpolitische, im Falle des neuen US-Präsidenten aber wohl noch mehr innenpolitische Gründe. Denn Schlagzeilen wie «Trump ist überall» («Neue Zürcher Zeitung» vom 12./13. November) zeigen, worum es geht. Die derzeit noch tonangebenden «Eliten», auch «Establishment» genannt, wollen ihre Macht behalten und sehen sich – nicht zu Unrecht – von einer zunehmend großen Zahl von Bürgerinnen und Bürgern in Frage gestellt.

Modewort «Populist» könnte aus George Orwells Roman «1984» stammen

Dabei hat ein Wort Konjunktur, dass nirgendwo solide definiert ist: Populist. So wie Donald Trump ein «Populist» sein soll, so soll es auch in Europa zahlreiche solche «Populisten» geben. Manchmal, so in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 10. November, ist auch von «Demagogen» (von griechisch: demagogos) die Rede, und in der Tat haben sich die Stimmbürger Athens während des Peloponnesischen Krieges von rhetorisch versierten Rednern unsinnigerweise dazu verleiten lassen, katastrophalen Kriegszügen ihre Zustimmung zu geben.

Misstrauisch macht einen dieser Wortgebrauch allerdings beim Blick auf die tatsächliche Situation. Denn es sind ja nicht die heutigen «Populisten», die zum Krieg aufrufen und die Kriege vorbereiten und führen. Es ist das «Establishment» – und leider muss man hinzufügen, dass dieses «Establishment», vor allem das der «westlichen Wertegemeinschaft», den Planeten Erde auch in anderer Hinsicht in eine katastrophale Sackgasse geführt hat: politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell.

Welche Maßstäbe sollen gelten?

Also ist es erlaubt, eine Frage zu stellen: Sind diejenigen, die das derzeitige «Establishment» zum Beispiel an den Maßstäben des Naturrechts, der Menschenrechte und des Völkerrechts messen, «Populisten» und «Demagogen»? Oder ist nicht tatsächlich etwas dran an der These, dass das «Establishment» jeden Sinn für die Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Maß, Weisheit und Tapferkeit verloren hat und stattdessen wie machiavellistische «Hasardeure» denkt und handelt. Ein Hasardeur, so ist zu lesen, «ist ein Mensch, der unkalkulierbare hohe Risiken eingeht und dabei seine Sicherheit weniger eigener Einsicht und eigenem Können als einem wohl gesonnenen Schicksal überantwortet. Er stellt sachliche Analysen der realen Gefahrenlage und Überlegungen zu den Folgen seines Tuns hinten an und spielt damit leichtsinnig mit seinem und anderer Menschen Leben beziehungsweise Hab und Gut.»

Höchste Zeit, sich auf den Rahmen europäischer Politik zu besinnen

Donald Trumps Wahlsieg ist in der Tat ein weiterer Anlass zur Besinnung, nicht für Polemik gegen den Wahlsieger und seine Wähler. Besinnung darauf, wie die Staaten Europas ihre künftige Politik ausformen wollen, welche Wirtschafts- und Finanzordnung sie anstreben, wie das kulturelle Leben aussehen soll: kurzum: wie wir unser Zusammenleben künftig gestalten wollen.

Eine solche Besinnung sollte mindestens beinhalten,

• wie in den künftigen internationalen Beziehungen zu den Grundlagen des Völkerrechts zurückgekehrt werden kann, das insbesondere durch die Beteiligung von Nato-Staaten an den völkerrechtswidrigen Kriegen gegen Jugoslawien, gegen Afghanistan, gegen Irak, gegen Libyen, gegen Syrien massiv gebrochen wurde. Der Friede zwischen den Völkern und Staaten muss wieder das oberste Gebot werden. Der Krieg ist wieder zu ächten. Die penetrante Dämonisierung der russischen Politik und die Propaganda gegen dieses Land hat in einer Welt, die vor der Notwendigkeit einer weltweiten Zusammenarbeit gleichberechtigter souveräner Staaten steht, nichts mehr zu suchen;
• wie eine Wirtschafts- und Finanzordnung aufzubauen ist, die dem Gemeinwohl der Volkswirtschaften und der Weltwirtschaft dient und Wege aus der krassen sozialen Ungerechtigkeit innerhalb der Staaten und noch mehr in der Welt bahnt. Mit Sicherheit muss dabei die Ideologie des «Freihandels» und der «Globalisierung» auf den Prüfstand. Eigentum und auch Finanztransaktionen müssen dem Wohle der Allgemeinheit verpflichtet sein;
• wie die Demokratie so gestärkt werden kann, dass die Bürgerinnen und Bürger über politische Fragen ihres Landes immer dann selbst und direkt entscheiden können, wenn sie dies wollen;
• wie unsere Familien die notwendige Unterstützung dabei erhalten, dass sie in Erziehung und Zusammenleben zu wirklichen Keimzellen unserer Gesellschaft werden;
• wie unsere Schulen und Hochschulen so arbeiten können, dass wissenschaftlich, humanistisch und sozial gebildete junge Menschen die Zukunft unserer Gesellschaften und Staaten mit Entschlossenheit und Zuversicht gestalten.

Ein eigenständiges Europa – aber nicht als US-Ersatz

Nach den US-Wahlen sprachen verschiedene europäische Politiker davon, Europa müsse nun eigenständiger werden. Aber sie meinten damit, die finsteren Seiten der bisherigen US-amerikanischen Politik künftig Europa übertragen zu wollen, zum Beispiel mit massiven Aufrüstungsprogrammen und Weltmachtansprüchen. Besonders deutsche Regierungsvertreter tun sich mit solchen Überlegungen hervor und bemänteln dies mit der Formel, man müsse mehr «Verantwortung» in der Welt übernehmen. Diese Art von «Besinnung» kann Europa nicht gebrauchen. Schon vor einigen Jahren, kurze Zeit nach dem Amtsantritt von Angela Merkel, zeichnete sich ab, dass es mächtige interessierte Kreise im Westen gibt, die den Niedergang des US-amerikanischen Imperiums voraussehen, die nach neuen Staaten und Politikern suchen, die in die Fußstapfen der US-amerikanischen Machtpolitik treten könnten, und dabei auf Deutschland setzen. Gott bewahre uns!

Trotzdem ist es erstrebenswert, wenn sich Europa von den USA emanzipieren würde, aber nur, wenn die Grundlagen dafür stimmen. Nicht gegen die USA und auch nicht gegen sonst ein Volk oder einen Staat. Aber sowohl für das Wohl des eigenen Landes als auch für das Wohl der Welt insgesamt. Dafür gilt es sich einzusetzen.

Karl-Jürgen Müller unterrichtet Deutsch, Geschichte und Gemeinschaftskunde an einer deutschen Berufsschule.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.
KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

21 Kommentare zu: “Europa und der neue US-Präsident

  1. Folgenden Punkt sollte man, finde ich, erwähnenswert hervorheben und darüber nachdenken:
    • wie die Demokratie so gestärkt werden kann, dass die Bürgerinnen und Bürger über politische Fragen ihres Landes immer dann selbst und direkt entscheiden können, wenn sie dies wollen!
    Demokratie schaut für mich wie ein Sinfonieorchester aus, in dem der Dirigent ganz unten steht, mit jedem Musiker einzeln darüber kommuniziert hat was Er oder Sie bei der Komposition denkt und fühlt und wie er sich als einzelner Musiker mit seiner Rolle, bzw. seinem Instrument in das aufzuführende Stück integrieren würde.
    Das nun Folgende ist ein Meisterstück: All das Erfahrene in einer Kommune aus Musikern so zu kommunizieren, das jedem genüge getan wird, jeder weiß was der andere denkt und fühlt und warum das stück an dieser Stelle so und an anderer Stelle so sein sollte, damit jeder im Orchester zur Geltung kommt.
    Der Dirigent ist und muss der Diener Aller sein, der das Ganze zusammen hält und zu einer Uraufführung führt!
    Demokratie darf nur dann eine Mehrheitsentscheidung sein, wenn der Einzelne das Recht auf Gehör hat und sein Wunsch berücksichtigt wird, diese Überzeugung haben zu dürfen, diese in Freiheit mit dem Recht kund zu tun, sich der Mehrheitsentscheidung zu verweigern!
    Denn man muss berücksichtigen, das eine Uraufführung auch ganz schön in die Hose gehen kann! Das ist Demokratie!
    Und aus der Geschichte wissen wir, das da schon ganz schön oft etwas in die Hose gegangen ist, weil die Diener des Volkes nicht Unten, sondern Oben standen!
    Und man sollte sich vor Augen halten, das nur einer das Orchester dirigieren kann:
    Entweder der Dirigent, oder der, der sein Stellvertreter sein will!

    Bei Trump vermute ich, das Er genauso ein Vasale des Stellvertreters ist wie die Politiker in Brüssel. Sie hocken oben in ihren Türmen und schauen auf die da unten herunter! VORSICHT!

    Viele Grüße – Der Hund – Autor der Bücher:
    „Scheiße – Voll angepisst“ veröffenlicht in Leipzig 2016
    „Scheiße – Voll beschissen“ veröffenlicht in Frankfurt 2016

  2. Ein guter Artikel, danke. Hervorheben möchte ich: „Denn es sind ja nicht die heutigen «Populisten», die zum Krieg aufrufen und die Kriege vorbereiten und führen.“
    und:
    „Schon vor einigen Jahren, kurze Zeit nach dem Amtsantritt von Angela Merkel, zeichnete sich ab, dass es mächtige interessierte Kreise im Westen gibt, die den Niedergang des US-amerikanischen Imperiums voraussehen, die nach neuen Staaten und Politikern suchen, die in die Fußstapfen der US-amerikanischen Machtpolitik treten könnten, und dabei auf Deutschland setzen. Gott bewahre uns!“

  3. Jetzt gibt Obama erst noch mal Kerosin und befindet sich auf Giftspritzentour-ismus.

    „Erstens Griechenland unter Druck setzen, damit es im Dezember für eine Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland stimme“. Zweitens wolle Obama deutlich machen, dass Griechenland dem Beispiel Spaniens folgen und den russischen Kriegsschiffen Besuche in den griechischen Häfen verbieten solle. Spanien hatte im Oktober seine ursprüngliche Erlaubnis für die Betankung russischer Kriegsschiffe in Ceuta auf Druck der Nato zurückgezogen.

    de.sputniknews.com/politik/20161113313336116-obama-griechenland-besuch/

  4. Im letzten Abschnitt kommt Müller der Sache (in Europa) schon ganz schön nah. Das Ziel ist eine europäische Armee für außen oder innen. Je nach Bedarf. Trump liefert mit seinen Aussagen über die Nato den richtigen Hebel für unsere Euro-Schauspieler. Der über die hiesigen MSM „vorbereitete Schock“ über Trumps Wahlsieg sitzt in Europa viel tiefer als den Amerikanern. Das macht es doch um einiges einfacher die Leute von einer eigenen und starken Euro-Kampftruppe zu überzeugen. Die Pläne dafür wurden 2012 während des Treffens des German Marshall Funds geschmiedet und über die Münchener Sicherheitskonferenz in alle Ritzen verbreitet. Doch mit Weltmachtansprüchen hat das nichts zu tun. Sollte sich die USA entschließen sich aus den derzeitigen Kriegsgebieten etwas zurückzuziehen, braucht es schließlich einen neuen Streithahn den man den Russen gegenüber stellt. Der militärisch-industrielle Komplex ist schließlich hungrig.

  5. Vielen Dank an Herrn Müller für diese klaren Worte.
    Es macht Mut und Hoffnung zu wissen, dass ein Geschichtslehrer so denkt. Mein Sohn ist 12 und ich mache mir viele Gedanken über den derzeitigen Zustand der Welt und darüber, was ihm in der Schule beigebracht wird. Ich hoffe, dass ab und an ein Lehrer wie Herrn Müller dabei sein wird.

  6. Und was sollen wir jetzt dagegen/dafür Unternehmen?

    Ist immer meine Standardfrage wenn der Konjunktiv Einzug hält (Eine solche Besinnung sollte mindestens beinhalten,). Gefolgt von einem Stakkato was alles dringend umgesetzt werden muß.

    Eine Gebrauchsanweisung findet sich nie, nirgends, immer. Schon gar keine die die Logik, Fakten, Werte berücksichtigte.

    • Bei der Kommunikation der Herrschenden über den Pöbel bedeutet Logik und Wahrheit gar nichts. Deshalb frage ich mich wirklich wieso wir selber uns in diesen Sphären bewegen? Wieso wir alles kommentieren was die anderen schon falsch oder eben in kodierter Herrschaft Sprache unters „Volk* bringen. Es bedeutet uns scheinbar sehr viel, auch am Ende zu sagen: Lügner!!! Und—ERwischt beim Lügen. Herrlich. Das Spiel der Spiele. Weiss gegen Schwarz, gut gegen Böse….Bringt null an Veränderung. Aber der Tag geht vorbei. Und man hat das gute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.

    • Aber das Lesen der Artikel und der Kommentare sowie deren Kommentierung und das gespannte Abwarten der wiederum Kommentierung der Kommentierung erfüllt eigentlich doch schon den Zweck des „Ich habe doch etwas getan“ Ich war im Diskurs mit meiner Meinung, wir haben nur gespielt und nachgesehen in wieweit wir uns bestätigen können, wie echt doch unsere Meinung vom so ist es, ist. Trotzdem zwischen Arbeiten und Rechnungen zahlen, spiele ich so am liebsten Frei Sein. Solange ich noch darf

    • Ist schon ein Kreuz das alles. Ich glaube ich muß meine Aversion überwinden und eine Betriebsanleitung schreiben – aber auf keinen Fall mehr als 50 Seiten.

    • Beeskow Andreas:
      „Aber das Lesen der Artikel und der Kommentare sowie deren Kommentierung und das gespannte Abwarten der wiederum Kommentierung der Kommentierung…“

      So macht man Opposition und Revolution 🙂
      Alternativ kann man auch seine Eintrittskarten für´s Politische Kabarett sammeln. Aber das hatten wir schonmal.

      Souverän:
      „Und was sollen wir jetzt dagegen/dafür Unternehmen?“

      Nun, von mir aus können wir gerne auf Demos spazieren gehen, wenn daraus der logische nächste Schritt abgeleitet wird. Ich wiederhole mich zwar, und das seit Jahr und Tag schon. Aber wir müssen die Verbrecherbanden da packen wo es ihnen am meisten schmerzt.

      Wenn der Generalstreik, schon der Aufruf dazu, verboten ist, dann lasst es uns doch Generalleistungsverweigerung nennen.

      WIR MÜSSEN DEN GANZEN LADEN ZUM STILLSTAND BRINGEN !!!

      Doch davor hat die Masse Angst und ich verurteile wirklich Niemanden dafür.

  7. Das Faszinierendste an dem US Wahlkampf war für mich, das einer völlig unverblümt und frei Schnauze Dinger rausgehauen hat, die weltweit niemand aus dem Etablishment oder/und höheren politischen Kreisen – mit Ausnahme [die es ja immer geben muß] des philippinischen Präsidenten Duterte – jemals auch nur ansatzweise angedeutet hätte.

    Das er es mit dieser einfachen Offenheit geschafft hat auch noch Präsident wurde oder werden soll/möchte, ist mir ein inneres Kirschwäldersahnetortenstückchen.

    Entspricht es doch ganz meinem ODEK Lebensmotto. Offen – Direkt – Einfach – Kooperativ

  8. „Misstrauisch macht einen dieser Wortgebrauch allerdings beim Blick auf die tatsächliche Situation. Denn es sind ja nicht die heutigen «Populisten», die zum Krieg aufrufen und die Kriege vorbereiten und führen. Es ist das «Establishment» – und leider muss man hinzufügen, dass dieses «Establishment», vor allem das der «westlichen Wertegemeinschaft», den Planeten Erde auch in anderer Hinsicht in eine katastrophale Sackgasse geführt hat: politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell.“

    Schöne historische Analogie zu Beginn dieses Abschnitts! Leider wurde aber etwas grundsätzliches übersehen:
    Das herrschende Establishment hat in der Geschichte nie anders gewirkt, als eben jenes Chaos anzurichten, welches sie hier beschreiben. Ich kenne keine Regierung in der Geschichte die irgendwie ordnen auf die Geschicke der Menschheit gewirkt hätte. Dass die meisten europäischen Länder bisher noch nicht in einer APokalypse versunken sind, liegt ja daran, dass die Apokalypse anderen auferlegt wird: Andere arbeiten für geringe Löhne, damit sich auch hierzulande die armen Menschen so eine Art Essen und Kleidung leisten können… in anderen Ländern wird die Bundeswehr eingesetzt, nicht hier fallen die Bomben. Also diese Regierung hat wie jede Regierung versagt.
    Worin hat sie versagt? Sie hat darin versagt zu erledigen, was man ihr eigentlich zuschreibt: Die Ordnung der menschlichen Gesellschaft. Man behauptet immer, dass die Herrschenden in der Gesellschaft nötig sind, weil sie ihr den notwendigen starken Halt, den Rahmen geben.
    Gesellschaft wird sogar oftmals mit „Staat“ verwechselt.
    Leider ist das alles an der Realität vorbei, was uns ja die Welt jeden Tag aufs Neue zeigt.
    Die Regierungen und „Volksvertreter“ sind neue Probleme in unserem Leben, denn sie mischen sich ohne Kompetenzen in letzteres ein.
    Man bezeichnet uns als „Staatsvolk“…. Man bezeichnet uns als Plebs, die „unwissende Mehrheit“ – und wir machen da noch mit.
    Ich möchte gerne den sehen, der meine Geschicke besser lenken kann als ich selbst… wer sowas von sich annimmt, hat ein Problem mit seiner Selbstwahrnehmung.

    Kurzum: Die Herrschenden haben nie ordnend auf die Geschicke der Beherrschten gewirkt. Auch heute nicht, nirgendwo.
    Aber: Die Beherrschten haben dies immer wieder zugelassen. Nicht verwunderlich: Sie wurden in tausenden von Jahren, von Kirche über Könige, Kaiser, Volksvertreter und Führer so erzogen.
    Diese Erziehung zu durchbrechen ist das kommende Ziel der Menschheit, wenn sie wirklich tiefgründig etwas ändern will, muss sie sich frei machen von der Herrschaft des Menschen über den Menschen. Man sollte davon abrücken, die Schuld bei den Personen, die herrschen zu suchen. Es ist das Beherrscht sein an sich, was historisch zu einer Versklavung geführt hat.
    Das ist aber einseitig negativ gedacht und so funktioniert die Welt eben nicht.
    Man könnte sicherlich die Regierungen und Eigentümer an Produktionsmitteln abschütteln, doch was käme danach? Die reine Vernichtung der Herrschenden bringt bestimmt keine Erlösung.
    Der Grund liegt in dem sich bildenden Machtvakuum.
    Das Verschwinden der Herrschenden müsste in einem weichen Übergang dazu führen, dass diejenigen, die heute von dr Bndesrepublik Deutschland und ihren Herrschenden als „Plebs“ bezeichnet werden, ihre Geschicke organisiert selbst in die Hand nehmen.
    Dazu muss der eben erwähnten geschichtlichen Erziehung zum unbedeutenden Teilchen in der Staatsmaschine, dem Wirtschaftssklaven oder Humankapital eine Erziehung zum eigenständig denken und handelnden Menschen erfolgen.

  9. Welches Europa meinen wir den ? Das Brüssler Europa ? Oder meinen wir ein Kontinent mit verschiedenen Kulturen und verschiedenen Mentalitäten? Welche Demokratie ?? Die der Mächtigen über die Schwachen? Die der wohlhabenden Schicht erklärt was gemacht wird? Echte Demokratie gab es bei Piraten. Der Kapitan und der Quartiermeister hatten das sagen. Der Captain in der Schlacht und der Quartiermeister die restliche Zeit. Beide waren von der Mannschaft gewählt. Wer hat nochmal in Brüssel wen gewählt? Wer waren die Amerikaner die die Indianer ausgerottet haben? Das waren huch..Europäer. Und die Wiege der Demokratie in Griechenland war genau so ein Imperium mit einem starken Herr und einer guten Sklavenwirtschaft. Da lässt sich super über Demokratie sprechen. Europa, Amerika, Asien, blabla ^vielleicht haben die Menschen keine Lust mehr auf dieses Nationale, das Kapital, wenn man wie in Amerika seit so vielen Jahren mit Freedom und American Way belogen wird, ist der Untergang die bessere Alternative. Was weiss ich. Aber Europa soll sich auf gar nichts besinnen, ausser das es endlich aufhört etwas zu sein, was es nicht ist, und was niemand will. Keine schnelle Eingreiftruppe, keine Brüssler Diktatur. Ach eigentlich, keine Ahnung, ich kenne mein ganzes Leben lang nur Franzosen oder Engländer oder Deutsche, oder Russen oder wen auch immer, und am Ende ist es der Mensch der mir Wichtig ist. Staaten sind Monster, mit ihren Regierungen können sie Morden und Foltern und die ganze Welt in Schutt und Asche legen. Besser weg mit diesen Staaten . Was haben die jemals für die Meschen gemacht?

    • Oder die Amerikaner sind nach 45 einfach nur Nazis geworden, weil sie dachten zur kontrolle der massen super ding diese nazi sache, die deutschen bleiben einfach nazis, wegen der schuld und der massen kontrolle, die juden dürfen jetzt auch nazis sein, wegen den palestinensern und der massenkontrolle, die russen dürfen die russen sein wegen dem geleichgewicht und weil sie sich mit den massen auch super auskennen, die asiaten durfen später auch nazis sein, wenn sie wollen, oder wir werden alle kommunisten, hauptsache die massen sind beschäftigt.

  10. „Aber sowohl für das Wohl des eigenen Landes als auch für das Wohl der Welt insgesamt. Dafür gilt es sich einzusetzen.“
    Sehr richtig.
    Wir müssten unser eigenes Handeln, auch als Gesellschaft, hinterfragen und ändern.
    Unser Reichtum ist die Armut der anderen, genau so wie Guthaben den Schulden der anderen entspricht.
    Es kann nicht nur barmherzige Almosen geben um die Völker zu beruhigen.
    Sich für Gerechtigkeit einzusetzen ist Friedensarbeit.

    • „Wir müssten unser eigenes Handeln, auch als Gesellschaft, hinterfragen und ändern.“

      Ich muß mein Handeln schon länger nicht mehr hinterfragen. Ich weiß sehr genau wo die Guten sitzen und wo die Bösen. Ich gehöre zu den Guten – ohne jeden Zweifel.

      Dennoch und tatsächlich hinterfrage ich mein Handeln ständig. Nur deshalb kann ich bewusst handeln.

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      Gut und Böse sind graduelle Zustände ein und derselben Sache, der Moral*. So wie kalt und heiß graduelle Zustände der Temperatur sind. Wer also das eine in sich trägt, ist auch Träger des anderen. Wer verneint das er auch das Böse in sich trägt der verliert die Achtsamkeit seine Empfindungen auf das „Gute“ zu lenken. Bitte bleib achtsam.

      *Moral beschrieb ursprünglich vor allem, wie Menschen faktisch handeln und zu Handeln erwarten oder auch, was sie dabei faktisch für richtig halten. Dieser deskriptive Bedeutungsaspekt einer Moral wird auch als Sittlichkeit oder Ethos bezeichnet und umfasst „regulierende Urteile und geregelte Verhaltensweisen“, ohne dass die rationale oder moraltheoretische Rechtfertigung derselben beurteilt oder bewertet wird. Eine solche Beurteilung als „Reflexionstheorie der Moral“, oder „Ethik“ bezeichnet. Quelle:http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/974692/Moral

    • Bei mir ist das alles recht einfach. Ich weiß das ich auch böse werden kann. Eben auch deshalb schalte ich mein Bewusstsein bewusst ein und unterziehe meine Handlungen allen möglichen Prüfungen BEVOR ich handele. Und siehe da, es war und ist gut – ich bin einer der Guten.

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