Eve of destruction? Eine Mutmaßung | Von Ulrich Teusch

Befürworter wie Kritiker der aktuellen Corona-Maßnahmen sind sich in einem wesentlichen Punkt einig. Sie alle neigen zu der Annahme, dass diejenigen, die uns durch diese nicht enden wollende Krise steuern, eine klar definierte Agenda verfolgen, dass sie – ungeachtet aller Turbulenzen und „Debakel“ ihres Krisenmanagements – das Heft des Handelns in der Hand halten, dass sie wissen, was sie wollen und was sie tun. Tatsächlich? Spricht nicht, ganz im Gegenteil, vieles dafür, dass die Corona-Politik längst aus dem Lot und außer Kontrolle geraten ist? Dass der „Krieg gegen das Virus“ nur Leid und Zerstörung und viele Verlierer hinterlässt? Dass also – bewusst oder unbewusst – gewaltige Destruktivkräfte entfesselt wurden, die inzwischen ein Eigenleben führen?

Ein Standpunkt von Ulrich Teusch.

Man kann grob drei Haltungen zur Coronakrise unterscheiden:

Position 1: Die Pandemie ist überaus gefährlich. Die Gegenmaßnahmen sind weitreichend, angemessen und verhältnismäßig. Die politisch und administrativ Handelnden werden von ehrenwerten Motiven geleitet. Sie sind Gute – und sie tun Gutes. Man kann zwar nicht übersehen, dass die Abwehrmaßnahmen gewisse Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Doch diese sind leider unvermeidbar und daher in Kauf zu nehmen.

Position 2: Die Pandemie ist real, wenn auch nicht derart gefährlich wie staatlicherseits behauptet. Die Gegenmaßnahmen laufen seit längerem aus dem Ruder. Sie sind oft unnütz, zum Teil schädlich, alles in allem unverhältnismäßig. Die Politik ist weithin beratungsresistent und streitet ihre Fehlleistungen und Versäumnisse ab. Sie hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der sie ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommt. Darum hält sie stur Kurs – ein trotziges Weiter so.

Position 3: Die Pandemie ist zwar real, aber nicht das eigentliche Problem. Sie dient vielmehr als Vehikel, wird von interessierten Kreisen instrumentalisiert, um ganz andere Ziele zu verfolgen. Denen, die da unter falscher Flagge segeln, geht es nicht primär um das Virus und unser aller Gesundheit, sondern um den Abbau von Rechtsstaat und Demokratie zugunsten einer ausgefeilten Überwachungs- und Kontrollstruktur. Wichtigster Programmpunkt ist die Zurückdrängung des (National-) Staats. Man will die ganze Welt regieren – auch ohne Weltregierung – und nennt das „Global Governance“. Der Kapitalismus, so der Lockruf, soll anders und besser werden, nämlich grüner, sozialer, gesünder. Doch bevor man Neues schaffen kann, muss alles Hinderliche aus dem Weg geräumt werden. Das probate Mittel zur Erreichung dieser Ziele und zugleich der Zweck des Ganzen ist ein technokratischer Autoritarismus. Doch das sagt niemand so deutlich.

Alle drei Szenarien unterstellen mehr oder weniger explizit, dass diejenigen, die da handeln – ob so oder so oder anders – Herren der jeweiligen Lage sind, alles im Griff und unter Kontrolle haben. Gesetzt den Fall, dem wäre so: Warum erweisen sich die angeblich so souveränen Akteure dann immer wieder als unfähig und überfordert, warum richten sie allerhand Chaos und Kontraproduktives an, warum verlangen sie den Menschen Opfer ab, die alles in den Schatten stellen, was durch das Virus an Leid verursacht wird? Und warum bezeichnen sie die durch ihre Maßnahmen verursachten weitreichenden Zerstörungen mit einem zynischen Euphemismus als „Kollateralschäden“?

Ins offen Zerstörerische abgeglitten

Walter van Rossum spricht im Zusammenhang mit der Coronakrise von einer „Zerrüttungsstrategie“, die „nicht dem Schutz, sondern der Vernichtung von Millionen Existenzen“ diene.

„Warum quält man die Menschen weltweit mit einer offensichtlich nutzlosen, aber extrem kostspieligen Strategie? Wie kann es sein, dass kulturell, politisch und ökonomisch völlig unterschiedliche Staaten und Kulturen seit einem Jahr ihre Gesellschaften ökonomisch, psychisch und teilweise auch physisch systematisch ruinieren auf der Grundlage eines ziemlich unglaubwürdigen Gerüchts?“

Ganz ähnliche Vermutungen und Diagnosen finden sich auf der anderen Seite des politischen Spektrums. Dort illustriert Dirk Maxeiner die Misere am Beispiel der deutschen Kanzlerin. Deren Politik sei „längst ins offen Zerstörerische abgeglitten“. Nicht erst in der Coronakrise, auch schon früher (etwa beim Atomausstieg oder in der Flüchtlingskrise) habe sie „scheinbare oder tatsächliche Ausnahmezustände (genutzt), um im Endeffekt Verheerungen und Zerstörungen zu hinterlassen“. Die Führungskräfte ihres Systems gebärdeten sich mittlerweile – so Maxeiner wörtlich – wie eine bekiffte, tollwütige Soldateska. Es sehe aus, als wolle „die Abrissbirne aus der Uckermark (…) nur noch Staub hinterlassen“.

Gerade in jüngster Zeit konnte man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass die Politik dieser Kanzlerin immer deutlicher narzisstische Züge annimmt: Sie fällt ihrer Partei und deren Ministerpräsidenten in den Rücken, schert sich weder groß um die Verfassung noch um die Frage, wie es nach ihrem in Aussicht genommenen Abtritt in Deutschland weitergehen könnte. Merkel steht im Zentrum einer desolaten Politik. Manche Beobachter sprechen von organisierter Verantwortungslosigkeit.

„Die deutsche Republik ist im freien Fall. Ihre Institutionen funktionieren nicht mehr. Der Bundestag ist ein Gremium von Abnickern und zu einer Spielwiese für kleine Geschäftemacher geworden. Die deutsche Regierungsgewalt zerfällt. Statt mutiger Regierungsentscheidungen herrscht föderale Anarchie.“

So Markus Kerber – und er fürchtet, dass „nur der Abgrund dieser Horde von Partei-Politikern Einhalt zu gebieten vermag“.

Zusammengefasst: Wir sind mit einer Politik konfrontiert, deren Protagonisten ohn‘ Unterlass versichern, stets nur das Beste zu wollen, nur zu schützen und zu retten. Doch wie immer man ihre (und damit unsere) vorläufige Bilanz dreht und wendet – sie ist desaströs. Blickt man auf Deutschland oder über Deutschland hinaus, fallen zahllose Schneisen der Verwüstung ins Auge. Die ökonomischen, politischen, rechtlichen, physischen, psychischen, medizinischen Verheerungen der Corona-Politik sind nicht mehr zu leugnen.

Besonders gebeutelt werden einzelne vulnerable Gruppen, allen voran Kinder und Jugendliche, und zwar weltweit – wobei es in vielen armen Regionen für sie buchstäblich um Leben und Tod geht. Sodann und beschämenderweise wird die Krise auf den schmerzenden Rücken der Alten und Pflegebedürftigen (teils in Heimen lebend, teils allein und einsam in ihren Privatwohnungen) ausgetragen; man hat sie nicht ausreichend gegen das Virus geschützt und setzt sie obendrein mit schockierender Eiseskälte den inhumanen Anti-Corona-Maßnahmen aus.

Destruktion um ihrer selbst willen?

In ihrem verbissenen Kampf gegen ein Virus, „das nicht locker lässt“ (Merkel) – wobei nicht ganz klar ist, ob wir uns in der „dritten Welle“ oder bereits in einer „im Grunde genommen neuen Pandemie“ (wieder Merkel) befinden – geht die Politik bislang ungekannte Risiken ein. Sie agiert ohne Rücksicht auf Verluste. Die Lebensleistungen von Millionen Menschen scheinen ihr nichts zu gelten. Sie setzt so viel aufs Spiel, dass ein immer größerer Teil der Bevölkerung die laufenden Ereignisse und stagnierenden Entwicklungen mit ungläubigem Staunen, purer Fassungslosigkeit oder schierer Verzweiflung verfolgt. In Leserforen der Medien (auch denen des Mainstreams) stößt man immer öfter auf eine Wahrnehmung, die da lautet: Offenkundig sind Kräfte am Werk, die an einem großen Zerstörungs- und Vernichtungsprojekt arbeiten. Man glaubt, eine Lust am Untergang zu erkennen, ein „Nach uns die Sintflut“.

Nur: Welches Interesse könnten Politiker daran haben, sich bei ihren Bevölkerungen nicht mit Erfolgs-, sondern mit Schadensbilanzen um die Wiederwahl zu bewerben? Wer kommt auf die wahnwitzige Idee, einen Ausnahmezustand in Permanenz zu etablieren, also den temporären Notstand in einen Normalzustand zu überführen? Salopp gefragt: Warum tun die das? Warum handeln diese Leute wie sie handeln?

Hat der Dauer-Lockdown seine Gründe möglicherweise gar nicht – wie Peter Nowak vermutet – in wissenschaftlichen Erkenntnissen oder wie auch immer gearteten Interessen der Entscheider und ihrer Einflüsterer? Wurzelt er vielleicht und vielmehr im „tiefe(n) Pessimismus einer Weltgesellschaft, die sich eher das Ende der Menschheit als das Ende des Kapitalismus vorstellen kann“?

Könnte es sein, dass es sich bei dem nie gesehenen Schauspiel, das großen Teilen der Welt gerade geboten wird, um eine Destruktion um ihrer selbst willen handelt? Dass Kräfte wirken, die einfach nur auf Zerstörung und Verwüstung aus sind? Die auf die eigenen Bevölkerungen losgehen und diese in Geiselhaft nehmen? Werden wir etwa von Menschen regiert, die weder gut noch schlecht sind, sondern krank? Ist das vorstellbar? Ist das möglich?

Zum Beispiel Hitler

Betrachten wir einen Extremfall in Sachen Zerstörungswut! Gegen Ende seines Hauptwerks Anatomie der menschlichen Destruktivität stellt der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph Erich Fromm (1900-1980) die Frage, „ob Hitler tatsächlich den Krieg gewinnen wollte oder ob er unbewußt und trotz all seiner scheinbaren Anstrengungen zu siegen auf die Katastrophe zusteuerte“.

Das scheint angesichts der enormen Kriegsanstrengungen Hitler-Deutschlands eine absurde, beinahe ungehörige Frage. Doch Fromms Akzent liegt auf dem Wort „unbewusst“. Adolf Hitler, so seine These, war von Hass geleitet, von einem intensiven, ihn absorbierenden Zerstörungsdrang besessen. War ein Mensch dieses Zuschnitts überhaupt in der Lage, etwas Konstruktives zu leisten? Konnte er die Aufbauarbeit, die ein Sieg im Zweiten Weltkrieg mit sich gebracht hätte, überhaupt wollen? Oder stand sein Wesen, sein Unbewusstes dem (und ihm) im Weg?

„Hitler war ein Spieler; er hat mit dem Leben aller Deutschen ebenso wie mit seinem eigenen Leben gespielt. Als das Spiel aus war und er verloren hatte, hatte er nicht allzu viel Grund, es zu bedauern. Er hatte gehabt, was er sich immer gewünscht hatte: Macht und die Befriedigung seines Hasses und seines Zerstörungsdranges. Seine Niederlage konnte ihm diese Befriedigung nicht nehmen. Der Megalomane und Zerstörer hatte in Wirklichkeit nicht verloren. Verloren hatten nur die Millionen von Menschen – Deutsche, Angehörige anderer Nationen und die rassischen Minderheiten –, für die der Tod auf dem Schlachtfeld noch die mildeste Form des Leidens gewesen war. Da Hitler mit niemand das geringste Mitgefühl hatte, verursachte ihm dieses Leiden weder Schmerz noch Gewissensbisse.“

Und heute? Oberflächlich und mit einer gewissen Naivität betrachtet, könnte man annehmen, angesichts von Corona, Klimawandel und Great Reset erlebten wir zurzeit das genaue Gegenteil des Hitlerschen Vernichtungswerks, nämlich eine geradezu altruistische, globale Rettungsaktion. Doch das ist nur die glatte, blendende Oberfläche. Schürft man etwas tiefer, sieht man auch hier gewaltige Destruktivkräfte am Werk – vermutlich unbewusst wirkende Kräfte. Und es beschleicht einen der Verdacht, dass uns – oder besser: den Regierenden – etwas entgleitet, dass etwas in großem Stil außer Kontrolle gerät und zu Ende geht.

Welt in Auflösung

Entsprechend ist die Stimmung. Immer öfter kann man lesen oder hören, wir befänden uns in einem Zeitalter der Dekadenz, in einer absterbenden Welt. Die Neue Zürcher Zeitung, nicht unbedingt anfällig für apokalyptische Töne, sinnierte kürzlich über Weltuntergangsszenarien und erläuterte in diesem Zusammenhang wenig geläufige Termini wie „Omnizid“ (also die Selbstauslöschung der Menschheit), das existenzielle Risiko (im Englischen „x-risk“) oder die „doomer lit“ (so nennt man das zugehörige literarische beziehungsweise philosophische Genre).

Was lange Zeit stabil und unangreifbar war, scheint in Auflösung begriffen, nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen der Welt, insbesondere der westlich orientierten. Die USA etwa gelten inzwischen als tief gespaltenes Land. Einzelne Auguren sprechen ganz offen von der Gefahr eines Bürgerkriegs oder zumindest bürgerkriegsähnlicher Zustände. Und auch viele derjenigen, die in ihrem Urteil zurückhaltender sind, sehen den sozialen Zusammenhalt bedroht, fürchten um Rechtsstaat und Demokratie.

Zudem gerät das Land im globalen Maßstab immer mehr ins Hintertreffen und reagiert auf diesen Machtverlust geradezu erratisch – und wiederum (selbst-) zerstörerisch. Die globalen Gegenspieler China und Russland scheinen sich mittlerweile damit abgefunden zu haben, dass auf die bewährten Wege der diplomatischen Verständigung und Zusammenarbeit mit dem Westen kein Verlass mehr ist, dass die jahrzehntelang leidlich intakte „regelbasierte Ordnung“ von den USA und einigen ihrer Verbündeten mutwillig ruiniert wird. Und während all dies geschieht, rast – wie Matthew Ehret es ausdrückt – die Hindenburg des westlichen Finanzsystems ihrem flammenden Ende entgegen…

In diesen großen Krisen- und Zerstörungskontext gehören auch und nicht zuletzt die erbitterten und immer breiteren Raum einnehmenden Kontroversen über die Exzesse der „Wokeness“, der Cancel Culture, der politischen und sonstigen Korrektheit, die um sich greifenden Zensurpraktiken, das strenge Pochen auf politische Hygienevorschriften, die Diffamierung von Skeptikern und Zweiflern als „Leugner“ et cetera. Viele Beobachter fühlen sich angesichts dieses „Tugendterrors“ (Hermann Lübbe) an berühmt-berüchtigte historische Vorläufer erinnert, deren Anmaßungen und Zumutungen ebenfalls das soziale Zusammenleben zur Qual hatten werden lassen und Boten eines bevorstehenden Zusammenbruchs waren: etwa an den russischen Nihilismus oder den antizaristischen Terrorismus des 19. Jahrhunderts. Und an die großen literarischen Auseinandersetzungen mit derlei Strömungen und Geisteshaltungen, wie sie vor allen anderen Dostojewski in seinen „Dämonen“ geführt hat – mit Gültigkeit weit über Russland hinaus.

Ein großer Plan?

Ich will keineswegs bestreiten, sondern ausdrücklich konzedieren, dass es sehr wahrscheinlich starke Kräfte gibt, die an den eben skizzierten Polarisierungen ein Interesse haben, die sie befördern, sie intensivieren, die auch die aktuelle Coronakrise instrumentalisieren, also die durch sie geschaffene günstige Konstellation nutzen, um Pläne zu verwirklichen, die schon länger in der Schublade liegen. In diesem Sinne argumentiert beispielsweise Jens Wernicke, und er steht mit seiner Einschätzung nicht allein.

„Es darf inzwischen als gesichert angesehen werden, dass der ganze ‚Corona-Wahnsinn‘ nur als Cover für den globalen Umbau von Staaten und Gesellschaften dient, an dessen Ende sich die Mehrheit der Weltbevölkerung auf Dauer entrechtet und in einer neuen Art von Leibeigenschaft wiederfinden soll.“

Ähnlich sieht es Walter van Rossum:

„Ich gehe davon aus (…), dass eisige Technokraten seit Jahrzehnten an einem globalen Reset arbeiten, gewissermaßen an einer notwendigen Reparatur der von den Exzessen des Neoliberalismus verwüsteten Welt. Dazu gehört auch die Exekutivmacht einer Global Governance. Die kann nicht durch einen Putsch erworben werden, sondern nur durch kontrollierte Zerrüttung der bestehenden Weltgesellschaft, die am Ende des Prozesses sich denen ergibt, die ein Ende der Auflösung versprechen. Die Pandemie bietet die Benutzeroberfläche für diese kontrollierte Zerrüttung. So, und in meinen Augen nur so, lässt sich erklären, warum die so uneffektive wie zerstörerische Lockdownpolitik sich weltweit durchgesetzt hat beziehungsweise weltweit durchgesetzt wurde.“

Wer, wie die beiden zitierten Autoren, auf solche global ausgreifenden Pläne und Initiativen der Reichen und Mächtigen verweist, wird von herrschaftsnahen Medien merkwürdigerweise und reflexartig als Verschwörungstheoretiker abgekanzelt. Das ist insofern verwunderlich, als die Protagonisten der in Rede stehenden Weltveränderungspläne ja keineswegs im Geheimen agieren. Im Gegenteil, die führenden Akteure des Great Reset machen keinen Hehl aus ihren Absichten. Sie tragen fast alles auf offenem Markte aus. Sie betreiben gleichsam eine „offene Verschwörung“ (um einen Buchtitel von H.G. Wells aus dem Jahr 1928 aufzugreifen), was wiederum darauf hindeutet, dass sie sich ihrer Sache (immer noch) recht sicher sind und sich unangreifbar fühlen.

Wer die maßgeblichen Kräfte namhaft machen will, wer nach Hintermännern und Drahtziehern fahndet, der wird also mit ziemlicher Sicherheit fündig werden: Individuen, Gruppen, Organisationen, denen die Zerstörung möglicherweise zupasskommt, die sich aktiv an ihr beteiligen und sie vorantreiben. Und doch bleibt eine Unsicherheit: Treiben sie die Entwicklung bewusst voran? Oder sind sie selbst Getriebene, Krisengeschüttelte, Angstbesetzte? Verfügen diejenigen, die es sich im System komfortabel eingerichtet haben, tatsächlich über die Macht, die Fäden zu ziehen, also das System als solches zu steuern?

Und auch die Frage, die Erich Fromm mit Blick auf Hitler aufgeworfen hatte, taucht in diesem Zusammenhang wieder auf: Kann es sein, dass die Protagonisten des Great Reset und ähnlich weitreichender Projekte sich zwar Großes auf ihre Fahnen geschrieben haben, dass sie aber unterschwellig, unbewusst destruktive Energien ausleben und gar nicht (mehr) imstande sind, etwas nachhaltig Konstruktives zu leisten?

Simone Weil und das Phänomen der Macht

Die französische Philosophin Simone Weil (1909-1943) hat in immer neuen Anläufen und immer neuen, einprägsamen Formulierungen darauf beharrt, dass der Macht (sei sie politisch, ökonomisch, technisch) etwas Schicksalhaftes eigne, das auf den Befehlenden ebenso unerbittlich laste wie auf den Gehorchenden. So steht es vielfach in ihrer 1934 entstandenen Schrift Über die Ursachen von Freiheit und gesellschaftlicher Unterdrückung – ein erhellender Text von brennender Aktualität.

Da heißt es: Auch die Mächtigen sind Gefangene der Macht, wenn auch auf andere Weise als die Ohnmächtigen. Das Streben nach Macht und der Wettlauf um die Macht – beide für Weil historische Konstanten – unterjochen alle Beteiligten. Die menschliche Geschichte ist eine „Geschichte der Knechtung“; sie degradiert die Menschen zu bloßen Spielbällen der von ihnen selbst produzierten Herrschaft. Die lebendige Menschheit verkümmert zum Gegenstand lebloser Dinge. Es entstehen demütigende Abhängigkeiten, und die Schwachen wie die Mächtigen werden „von den blinden Erfordernissen des kollektiven Lebens versklavt“. Auf beiden Seiten wird „das Herz und der Geist beeinträchtigt“.

Teilt man diese Perspektive, dann erscheint eine Analyse, die sich auf die Absichten und Aktivitäten mächtiger Gruppen und Individuen kapriziert, notwendig defizitär. Macht sei „soziologisch amorph“, also instabil und kaum fassbar, hatte Max Weber gesagt. So argumentiert auch Simone Weil – und sieht sich einer Welt gegenüber, die der irrigen Auffassung anhängt, man könne Macht eindeutig verorten oder begrenzen. Was sie 1934 notierte, könnte auch heute aufgeschrieben worden sein:

„… jeder glaubt, dass die Macht auf geheimnisvolle Weise in einem jener Kreise liegt, die ihm verschlossen sind, weil kaum jemand begreift, dass sie nirgendwo liegt, so dass das vorherrschende Gefühl überall jene abgründige Angst ist, die durch den Verlust des Bezugs zur Realität entsteht. Jedes soziale Milieu stellt sich von außen als Gegenstand eines Albtraums dar. In den Kreisen, die mit der Arbeiterbewegung verbunden sind, gehen mythische Schreckgespenster namens Finanzkapital, Industrie, Börse oder Banken um, die Bürger träumen von anderen Gespenstern, die sie Aufwiegler, Agitatoren oder Demagogen nennen, die Politiker sehen in den Kapitalisten übernatürliche Wesen, die als einzige den Schlüssel zur Lösung haben, und umgekehrt; jedes Volk sieht im anderen ein kollektives Schreckgespenst, beseelt von teuflischer Niedertracht. In einer solchen Situation kann jeder Hohlkopf für einen König gehalten werden und allein durch diesen Glauben auch dafür herhalten; das gilt nicht nur für die Menschen, auch für die herrschenden Kreise.“

Das repressive System und sein Todeskeim

Simone Weil sieht das Leben und die historische Entwicklung als einen immerwährenden Kampf um Macht. Doch zum Wesen der Macht gehört es, dass sie niemals endgültig zu besitzen ist. Sie ist stets instabil. Ihre Instrumente – „Waffen, Gold, Maschinen, magische oder technische Mysterien“ – sind ihr äußerlich. Andere können dieser Instrumente habhaft werden und den Spieß umdrehen. So muss die Macht immer neu verteidigt, gefestigt, ausgeweitet werden, um weiterhin Bestand haben zu können.

Und verteidigt werden muss sie an zwei Fronten: zum einen gegen die Rivalen, die ihrerseits nach Macht streben, zum anderen gegen die Unterdrückten, die sich der Macht nicht länger unterwerfen wollen. Beide Kämpfe sind unauflöslich miteinander verquickt, der eine wird ständig durch den anderen entfacht.

„Sie [die Macht, U.T.] kann (…) nicht haltmachen, der Stachel der Rivalität zwingt sie dazu, weiter und immer weiter zu gehen, die Grenzen zu überschreiten, in denen sie sich wirksam ausüben lässt. Sie erweitert sich über das hinaus, was sie kontrollieren kann, sie herrscht über das hinaus, was sie durchsetzen kann, sie verausgabt sich über das hinaus, was sie aufbieten kann. Das ist der innere Widerspruch, den jedes repressive System wie einen Todeskeim in sich trägt; er entsteht durch den Gegensatz zwischen der notwendigen Begrenztheit der materiellen Machtgrundlagen und der notwendigen Grenzenlosigkeit des Wettlaufs um die Macht als einem Verhältnis zwischen Menschen.“

Was zunächst (und oft lange Zeit) erfolgreich verläuft, also zur kontinuierlichen Machtsteigerung führt, schlägt ab einem bestimmten Punkt um, wird immer kostspieliger und am Ende kontraproduktiv. Das Unmaß der Mächtigen wird bestraft, obwohl doch auch sie, die Mächtigen, nur Getriebene sind.

Ein System, ganz auf Zerstörung angelegt

Im Zuge des historischen Prozesses kann der Kampf um die Macht seinen Charakter völlig verändern. Ging es zum Beispiel für den ökonomisch Ehrgeizigen noch im 19. Jahrhundert vorrangig darum, ein Geschäft florieren zu lassen, dessen Eigentümer er war, so bestand das Ziel im 20. Jahrhundert darin, einen möglichst großen Bereich wirtschaftlicher Aktivität unter seine Kontrolle zu bringen. Nunmehr war der Kampf um die wirtschaftliche Macht weniger vom Aufbau als von der Eroberung geprägt. Und da Eroberung stets zerstört, ist, so Simone Weil, auch das kapitalistische System ganz auf Zerstörung ausgerichtet. Die Mittel des ökonomischen Kampfs tendieren allesamt dazu, die Grundlagen des Wirtschaftslebens nicht auszuweiten, sondern auszuhöhlen. „Es scheint, als sei der ökonomische Kampf von einer Konkurrenz zu einer Art Krieg geworden.“

Krieg ist das Stichwort. Schon vor nunmehr fast hundert Jahren beobachtete Weil zwei weitere Tendenzen, die sich seither – ungeachtet temporärer Abschwächungen – verfestigt haben und uns heute wieder in besonderer Weise beschäftigen: Zum einen rückt der Staat zunehmend ins Zentrum des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens (übernimmt also eine staatskapitalistische Funktion), zum anderen wird das Ökonomische immer mehr dem Militärischen untergeordnet. Da der Staat die stärksten Zwangsmittel bei sich konzentriert, wird er durch sein eigenes Gewicht nach und nach zum zentralen Faktor beim Erobern und Zerstören. Und hinter dem diffusen Wirtschaftskrieg tritt der wirkliche Krieg in Erscheinung.

„… da der Krieg die eigentliche Form des Machtkampfs ist, wenn die Konkurrenten Staaten sind, hat jeder Fortschritt in der Kontrolle des Staates über die Wirtschaft eine noch stärkere Ausrichtung der Industrie auf die Kriegsvorbereitung zur Folge, während umgekehrt die ständig wachsenden Erfordernisse der Kriegsvorbereitung das gesamte wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben jedes einzelnen Landes von Tag zu Tag stärker der Macht der Zentralgewalt unterwerfen.“

Das liest sich fast wie eine Beschreibung der aktuellen Verhältnisse in den USA. Und Weils Analyse ist damals wie gegenwärtig beunruhigend, denn die Folge dieser Entwicklung besteht darin, „dass die heutige Menschheit fast allenthalben zu einer totalitären Gesellschaftsorganisation tendiert“. Wobei freilich für die totalitären Systeme das Gleiche wie für alle anderen gilt: sie sind instabil, zerstörerisch, selbstzerstörerisch. Wenn Chaos und Zerrüttung eine bestimmte Grenze überschreiten, wenn nichts mehr funktioniert, droht der zivilisatorische Kollaps.

Repression, Ohnmacht, Angst

In einer auf den ersten Blick unscheinbaren, aber äußerst durchdachten und fruchtbaren Definition charakterisiert Weil die „am wenigsten schlechte Gesellschaft“ als diejenige

„in der der gemeine Mann am häufigsten beim Handeln nachdenken muss, die größten Möglichkeiten hat, das kollektive Leben als Ganzes zu kontrollieren, und die größte Unabhängigkeit besitzt.“

Nimmt man diese Definition als Maßstab, dann sticht der Gegensatz zur Realität des Jahres 1934 ins Auge – und erst recht der schroffe Kontrast zur Realität des Jahres 2021. Denn:

„Nie war der einzelne so vollständig einer blinden Kollektivität ausgeliefert, und nie sind die Menschen weniger dazu imstande gewesen, nicht nur ihr Handeln ihrem Denken zu unterwerfen, sondern überhaupt zu denken. Die Begriffe von Unterdrückern und Unterdrückten, der Klassenbegriff, all das verliert nahezu jede Bedeutung, so sehr ist die Ohnmacht und Angst aller Menschen angesichts der sozialen Maschinerie deutlich geworden, die zu einer Maschinerie der Zerstörung der Seelen und Köpfe geworden ist (…). Die Ursache dieses qualvollen Zustands liegt auf der Hand. Wir leben in einer Welt, in der nichts menschlichem Maß entspricht. Es besteht ein ungeheures Missverhältnis zwischen dem menschlichen Körper, dem menschlichen Geist und den Dingen, die gegenwärtig das menschliche Leben ausmachen; alles ist aus dem Gleichgewicht.“

Oder anders: Zweck und Mittel haben sich verkehrt. Und diese Verkehrung, so Weil, ist „das Gesetz jeder repressiven Gesellschaft“, „dieser fundamentale Wahn erklärt alles, was es in der Geschichte an blutigem Irrsinn gab.“

Während Marx noch überzeugt war, das repressive System werde seine eigenen Totengräber hervorbringen, konnte Simone Weil an eine solch wundersame Wendung nicht glauben. In einem System der Knechtung, sagte sie, könnten sich keine freien Menschen herausbilden, im Gegenteil.

„Die Wahrheit ist, dass die Knechtung (…) den Menschen so weit erniedrigt, bis er sie liebt, dass die Freiheit nur denen kostbar ist, die sie wirklich besitzen, und dass ein ganz und gar unmenschliches System wie das unsere nicht etwa Menschen hervorbringt, die eine menschliche Gesellschaft aufbauen können, sondern alle, die ihm unterworfen sind, Unterdrückte wie Unterdrücker, nach seinem Bild formt.“

Mit Gasmasken, Luftschutzkellern oder Alarmsirenen könne man elende Herden verängstigter Wesen züchten, aber keine Bürger, schreibt Weil. Auf heute bezogen, müsste man formulieren: Mit obligatorischem Mund-Nasen-Schutz, Abstandsregeln, Ausgangssperren, Kontaktverboten, Bußgeldkatalogen, Psychoterror, Existenzvernichtung, einem „Test-Regime“ und faktischem Impfzwang – mit alledem kann man elende Herden verängstigter Wesen züchten, aber keine Bürger.

Ich bin im Zweifel, ob es sich bei der gegenwärtig zu beobachtenden Destruktivität bereits um eine voll ausgebildete „Nekrophilie“ handelt (in der Definition Erich Fromms), also um „die Leidenschaft, das, was lebendig ist, in etwas Unlebendiges umzuwandeln; zu zerstören, um der Zerstörung willen, (…) lebendige Zusammenhänge zu zerstückeln“. Sicher bin ich mir allerdings, dass wir uns im Laufe der Coronakrise der gegenteiligen, positiven Lebenseinstellung, die Fromm „Biophilie“ nennt, sichtlich entfremdet haben.

„Die Biophilie ist die leidenschaftliche Liebe zum Leben und allem Lebendigen; sie ist der Wunsch, das Wachstum zu fördern, ob es sich nun um einen Menschen, eine Pflanze, eine Idee oder eine soziale Gruppe handelt. Der biophile Mensch baut lieber etwas Neues auf, als daß er das Alte bewahrt. Er will mehr sein, statt mehr zu haben. Er besitzt die Fähigkeit, sich zu wundern, und er erlebt lieber etwas Neues, als daß er das Alte bestätigt findet. Das Abenteuer zu leben ist ihm lieber als Sicherheit. Er hat mehr das Ganze im Auge als nur die Teile, mehr Strukturen als Summierungen. Er möchte formen und durch Liebe, Vernunft und Beispiel seinen Einfluß geltend machen – nicht durch Gewalt und dadurch, daß er die Dinge auseinanderreißt, nicht dadurch, daß er auf bürokratische Weise die Menschen behandelt, als ob es sich um tote Gegenstände handelte. Da er Freude am Leben und allen seinen Manifestationen hat, ist er kein leidenschaftlicher Konsument von frisch verpackten ‚Sensationen‘.“

Von dieser konstruktiven Haltung beziehungsweise Lebenseinstellung haben sich viele Menschen weit, sehr weit entfernt. Und es sieht so aus, als würden die Abstände täglich größer.

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 03. April 2021 im Online-Magazin multipolar.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:    Fortgens Photography / shutterstock

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57 Kommentare zu: “Eve of destruction? Eine Mutmaßung | Von Ulrich Teusch

  1. arminius sagt:

    Hinter der von U.Teusch erwähnten unbewussten Destruktivität könnte bei den Herrschenden (und anderen Menschen) angesichts der eigenen Vergänglichkeit ebenso unbewusst ein tiefer Neid auf die nachfolgenden Generationen verborgen sein. Krank sind die an der Spitze der Pyramide sowie deren Polit-Marionetten allemal, wie nicht zuletzt der italienische Psychoanalytiker Piero Rocchini festgestellt hat (Neurose der Macht).

  2. Roman Miro sagt:

    9/11 beweist doch, dass sich US, China, Russen und so weiter alle einig sind – ich meine die, die tatsächlich diese Länder regieren. Niemand hat offiziell daran Zweifel geäußert.
    Heute äußert niemand offizielle Zweifel am Corona – Virus oder dem PCR- Test.
    Wieder sind sich die Herren der Welt und des Geldes alle einig.
    Das Zentralkomitee der vereinigten Kapitalisten sitzt in Davos.
    Sie haben einen Plan, und der läuft ganz gut.
    Die führen auf der Weltbühne einen Haufen Theater auf, das ist alles, damit die kleinen dummen Menschen davon abgelenkt werden, die tatsächlichen Herrscher matt zu setzen und eine bessere Welt zu schaffen. Ohne Patriarchat, ohne Hierarchie, ohne Geld, mit einer Architektur ohne rechte Winkel ( Hundertwasser und Co.), Love statt War. Alles möglich, wenn denn nicht allzuviele Schlaumeier davon ablenken würden.

  3. Kit3 sagt:

    "DEUTSCHLAND WACH AUF!!" – von Beate Barner

    https://youtu.be/k5xjyxfNM-A

    • Rolf Theus sagt:

      Und hier die Hintergrundinfo zur mutigen Beate Barner:
      Überraschend wie jetzt noch mehr alles zutrifft, was Rainer Mausfeld vor 4 Jahren schon gesagt hat. Damals konnte ich einiges noch nicht verstehen. Jetzt umso mehr.
      Prof. Rainer Mausfeld: Wie werden Meinung und Demokratie gesteuert?
      https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk&list=PLefYHty6SMyPNyFBjQSViP2dWYt6qOSW5&index=3

  4. Rob Kenius sagt:

    Am besten ist das Zitat von Erich Fromm am Ende. Es macht Mut und das ist dankenswert. Doch zur Sache sagt es nichts. Denn die Frage war ja: Warum tun die das?

    Darüber haben viele schlaue Leute bereits nachgedacht. Mein Prinzip ist es, sich ganz nah an die Realität zu halten. Zum Beispiel an die Tatsache, dass Hitler ein Selbstmörder war. So weit ist es im jetzigen Krisen- oder Kriegsfall noch nicht, denn es ist ein kollektives Phänomen und kollektiven Selbstmord gibt es nur in eng verbundenen Kreisen, etwa in einer Sekte.

    Das zentrale Thema ist Angst. Nicht Virus. Die Gründe der Angst werden verdrängt, die Angst als Gefühl wird verstärkt weitergereicht. Der Hauptgrund der Angst könnte sein, dass die Mächtigen fürchten, das System ihrer Macht, also die Scheindemokratie könnte zusammenbrechen.

    Dem widerspricht die Tatsache, dass Virus und Idee des Lockdowns aus China kommen. Es wäre absurd anzunehmen, dass die chinesische Regierung Angst vor einem Machtverfall hat. Wir müssen einen Grund suchen, der China und uns gemeinsam ist. Und da landen wir bei zwei konkreten Bedrohungen:

    Umweltzerstörung nebst Klimawandel und Zusammenbruch des Geldsystems. Beides würde den Westen und China in gleicher Weise treffen, denn die Chinesen haben riesige Mengen an Dollar-Reserven und sind dem bestehenden Finanzsystem genau so ausgeliefert wie wir. Bei Umwelt und Klima sitzen sowieso alle Menschen im gleichen Raumschiff Erde.

    Die Angst vor diesen beiden Katastrophen ist voll berechtigt. Und sie trifft besonders alle Regierenden, weil sie diejenigen sind, die am ehesten etwas unternehmen könnten, wenn sie ein Konzept hätten. Das haben sie aber nicht. Und darum kämpfen alle gegen ein unsichtbares Virus. Wie konzeptlos und sinnlos dieser Kampf ist, braucht hier nicht betont zu werden. Schade, dass dabei soviel Energie, Kraft, Zeit und Demokratie verloren geht.

    All das, Energie, Kraft, Zeit und Demokratie, brauchen wir dringend, um die wirklichen Bedrohungen abzuwenden.

    Rob Kenius, http://kritlit.de

    • hector2 sagt:

      Vielleicht nur ein paar Stichpunkte als Antwort, denn Wissen kann derzeit wohl keiner so richtig:
      – der Chef der Gesundheitsbehörde von Wuhan war Teilnehmer am Event 201. Die Chinesen wussten also zumindest die grobe Richtung der Planungen, haben der Welt "gezeigt" wie Lockdown und Virusbekämpfung geht und sich danach aus der weltweiten Hysterie ausgeklinkt. Mit Veränderung des Drosten Test gab es keinen Virus mehr und wenn der Test anschlägt ist die Bewertung wohl an das Vorliegen der Krankheitssymptome geknüpft.
      – Während die USA und Europa ihre Wirtschaftssysteme an die Wand fahren läuft die chinesische Wirtschaft weiter und das Augenmerk scheint darauf zu liegen, dass die Chinesen ihre Märkte behalten.
      – Der US Dollar konnte die Vervielfachung seiner Geldmenge bisher ganz gut wegstecken, da der Dollar als Welthandelswährung international stark nachgefragt ist und sein Wert nicht nur von der Wirtschaftsleistung der USA abhängt.
      -2020 war das erste Jahr in welchem der Welthandel zu unter 50% in Dollar abgewickelt wurde.
      -China und Russland arbeiten gemeinsam an einem eigenem Finanzsystem um sich SWIFT zu entziehen. Sollte dies stehen ist zu erwarten, dass sie ihrwe Handelspartner (insbesondere die gegründete Freihandelszone in Süasostasien, das erste Mal unter Ausschluss der USA) mit ins Boot holen, was sich auf eine weitere Senkung des Anteils des US Dollars im Welthandel auswirken dürfte.
      -Die Chinesen reagieren zunehmend verärgert und selbstbewusst auf die Restriktions- und Sanktionspolitik der USA (Die USA werden dafür bezahlen).

      Was pasiert, wenn die Chinesen den Zeitpunkt für gekommen halten, sich von ihren Dollarreserven zu trennen und diese auf den Markt werfen?

      Es ist schwierig zu bewerten, wer in der Welt derzeit welche Interessen verfolgt und wo bei welcher Entwicklung die Hintermänner sitzen und vor allem, wer im Endeffekt daran verdient. Offensichtlich ist aber, dass China (ob dies von Anfang an so geplant war oder nicht) sich rechtzeitig von der Lockdown Politik abgekoppelt hat und recht zielstrebig eigene Interessen verfolgt.

    • Hartensteiner sagt:

      Die – hinauszögernde und das System eine Weile rettende – Lösung:
      1. Via Lockdowns und Angst Einschränkung des Lebens und damit Verminderung des alltäglichen Verbrauchs.
      (Nicht beim Militär und wo sonst Machtinteressen berührt werden).
      2. Ökodiktatur, die die Menschen akzeptieren, denn sie haben gelernt: "Nachhaltig" ist immer gut. Sie haben verlernt,
      "sich zu bewegen", wofür die Lockdowns gesorgt haben.
      Dahinter verborgen: Gewaltiges Wachstum (Energie) auf pseudo-nachhaltige Weise.
      3, Geschlossener Kreislauf (Raumschiff Erde) in dem für 99% nur noch minderwertige, recycelte Produkte erzeugt werden.
      Inklusive Kunstfleisch etc. (Nicht weit von "Soylent Green".) Alles perfekt finanziell abgesichert, kontrolliert.
      4. Da das "neue Wachstum" wieder ein Endloswachstum ist, wird die Ökosphäre noch schneller ruiniert.
      Hinausgezögerter Zusammenbruch geht an "Nach uns die Sintflut".
      ! ! ! Andere, menschliche Lösungen wären nur bei Überwindung des Systems möglich. Aber DAS GEHT GAR NICHT!

    • hector2 sagt:

      Es geht mir weniger um die allgemeine Zielrichtung, die ist ja hinlänglich bekannt.
      Rockefeller Foundation 2010 ….. China wird der Welt bei der Pandemiebekämpfung ein Vorbild sein
      Event 201 …. manche Staaten bekommen die Pandemie zeitweilig in den Griff, sie wird von aussen aber immer wieder neu hereingetragen.

      In diesem Zusammenhang stellt sich mir einfach die Frage, inwieweit China bei allen eigenen Interessen immer noch aktiver Teil des geplanten Szenarios ist, oder ob es das Szenario für einen eigenen Weg verlassen hat. Erst danach kann man sich die Frage stellen, ob das Auswirkungen auf unsere geplante Entwicklung hat oder auch nicht.

  5. Volker Djamani sagt:

    Zu dem ganzen Geflecht passt noch, dass man die optimale Besetzung des Bundesverfassungsgerichts geschaffen hat in Gestalt des seit Mai 2020 amtierenden Bundesverfassungsgerichtspräsidenten.

  6. Poseidon sagt:

    Herr Teusch ich bin ganz bei ihnen!!!

    • Poseidon sagt:

      Zur Biophilie:
      "Solange eine Reise nach aussen nicht auch eine Reise nach innen wird, ist der Durst nie gestillt!"
      J.W.v Goethe

  7. Engelchen sagt:

    @Querdenker:

    Zunächst einmal, sorry, dass ich (aus technischen Gründen) nicht direkt unter deiner Reaktion zu meinem Kommentar antworten kann.

    Vielen Dank für den Hinweis. Das funktioniert tatsächlich. Super 🙂

  8. Ralf Becker sagt:

    Das Finanzsystem lässt sich nur zum Preis eines Anstiegs der Ungleichheit "retten".
    Etwa der Bundesrechnungshof warnt vor einer Schuldenlawine.
    Wie es Thomas Piketty richtig behauptet, hat es zwischen den Weltkriegen und der Ungleichheit einen Zusammenhang gegeben.
    Hier empfehle ich das Markus Kompa-Video: "Der Mann, der die CIA erfand"

    Dann hat Joe Biden vor etwa einem Monat sein billionenschweres Konjunkturpaket beschlossen.
    Gleichzeitig können wir es auf der Webseite tradingeconomics-com herausfinden, dass die Geldmenge M1 in den USA im Februar von 6750.9 auf 18411.9 (Mrd. US-Dollar) angestiegen ist.

    Zeit, 10. April 2021
    Regierung konkretisiert Pläne für "Bundesnotbremse"
    Nächtliche Ausgangssperren, nur ein Gast je Haushalt: Die Rohfassung für ein neues Infektionsschutzgesetz würde dem Bund laut Berichten starke Lockdown-Befugnisse geben.

    welt-im-wandel.tv, Jul 10, 2020
    MANIPULIERTE ZAHLEN? – DIE GANZE WAHRHEIT ÜBER DIE VIRUS-STATISTIK – EIN ARZT SPRICHT KLARTEXT

    Dann erkenne ich es an der Themenarbeit, etwa der SPD, dass diese Partei zwar viele gute Ideen wie etwa ein Bürgergeld hat, dass ihr die Funktionsweise unseres Geldsystems jedoch fast völlig unbekannt ist.

    Etwa die von der SPD geforderte Einkommensteuerreform gibt keinerlei Antwort auf das völlig unglaubliche Gelddrucken der EZB.
    Dann liefert die SPD, ähnlich wie die Linke, mit dem Infragestellen der schwarzen Null einen Kontrapunkt zu den Christdemokraten.

    Hier sieht man es sehr deutlich, dass es nicht sinnvoll ist, dass die SPD gleichzeitig ein Medienkonzern und die Linke als Nachfolgerin der ehemaligen SED vermutlich sogar die reichste Partei Deutschlands ist.
    Wahlen dürfen jedoch nicht so sehr mit einem hohen Wahlkampfbudget gewonnen werden, sondern dadurch , dass die Bürger die Inhalte verstehen.

    Anstatt wie etwa vor allem auch die Linke es fordert, die Schuldenbremse zu lockern, müssen wir uns viel mehr dessen bewusst sein, dass der derzeitige "marktwirtschaftliche" Wettbewerb eben gerade nicht mit dem Fleiß der Bürger, sondern einfach nur mit Marktmacht gewonnen wird.
    Mit immer mehr Staatsschulden kann man zwar Strohfeuer entfachen, aber es gibt das Problem, dass Staaten ihre vielen Schulden später nie wieder abbauen können, weil das viele Geld, das die öffentlichen Haushalte dermaßen bequem mit ihrer etwas sonderbaren "Konjunktursteuerung" mit immer mehr später nie wieder abbaubaren Schulden bzw. mit ihren "staatlichen Investitionen" in Umlauf bringen, als solches eine Schuld ist. Vor allem ist der Geldbesitz innerhalb der Bevölkerung extrem ungleich verteilt, so dass die von der SPD geforderte Ausweitung der staatlichen Investitionen nach hinten losgehen muss.
    Mit einem völlig anderen Geldwesen wäre der Vorschlag der SPD aber zweifellos sinnvoll.

    Deutschlandfunk, 02.03.2021
    FDP-Chef Christian Lindner kritisierte, dass die SPD in ihrem Programm nicht darauf eingehe, wie sie nach der Coronakrise den wirtschaftlichen Wiederaufbau gestalten wolle.

    Ob aber die FDP diese Themenarbeit leistet? Herr Lindner hat übrigens vor kurzem zusammen mit Armin Laschet ein ansonsten recht witziges Video gemacht.

    Etwa Bündnis 90/ Grüne wollen in ihrem Wahlprogramm-Entwurf etwa der Digitalisierung einen Vorschub geben.
    Aber wie will diese Partei dieses Ziel erreichen?
    Obwohl es in Wirklichkeit gar keinen Markt geben kann, weil Geld kein Tauschmittel, sondern etwas Ähnliches wie ein Schuldschein ist, wollen Bündnis 90/ Grüne dem "Markt" einen ökologischen Rahmen geben.
    Gerade weil es beim Fiatgeld keine Schnittstelle zwischen Real- und Finanzwirtschaft gibt, frage ich mich zudem, wie Bündnis 90/ Grüne den Handel gestalten wollen.
    Aus den genannten Gründen sind auch die fairen Löhne der Grünen eine völlig falsche Stellschraube.

    Wenn aber Bündnis 90/ Grüne nicht die Frage beantworten, wie wir das viele Gelddrucken der EZB stoppen können, dann nehmen sie es billigend in Kauf, dass wir mit der Geldvermehrung der EZB immer mehr in einen Total-Ausfall der Wirtschaft hineingedrängt werden. So schaffen wir die Digitalisierung ganz sicher nicht, weil die derzeitige Systemrettung der Bundeskanzlerin mit immer mehr später nie wieder abbaubaren Schulden zu Lasten unserer Freizeit gehen muss.

    Die Kanzlerin beantwortet es zwar nicht, wie es weitergehen soll, aber sie will immerhin mehr Corona-Befugnisse.

    Deutschlandfunk, 10.05.2020
    Sven Giegold (Grüne) zu EZB-Urteil
    „Von der Leyen ist so weit gegangen, wie sie konnte“

    Hierzu muss man sagen, dass selbst Friedrich Merz eine korrektere Themenarbeit liefert als der Top-Finanzexperte der Grünen, weil er Leyens Reaktion auf das Karlsruher Urteil immerhin kritisiert hat.

    Ähnlich wie etwa die SPD setzen auch die Grünen CO2-Reduktionsziele.
    Wie ich mich aber an den teilweise von mir besuchten Vortrag von Sven Plöger im November 2018 in der Kurpark-Wandelhalle in Bad Oeynhausen erinnere, hat es in den Sommermonaten der letzten rund 10 Jahre besonders wenig Niederschläge gegeben.

    Der von Herrn Plöger genannte Zeitraum deckt sich jedenfalls in etwa mit dem Zeitraum der expansiven Geldpolitik.
    Anstatt das im VWL-Studium erarbeitete Wissen über Angebots- und Nachfragekurven, die man doch mit einer Steuer entsprechend verschieben könnte, insofern umzusetzen, müssten Bündnis 90/ Grüne es viel mehr erarbeiten, wie Geld überhaupt funktioniert.
    Wir lösen unsere Schuldenprobleme mit dem Gelddrucken der Zentralbanken und das Ausland, insbesondere Afrika und Südamerika, löst seine Schuldenprobleme mit der Abholzung von jährlich mehreren Millionen Hektar Wald.
    Wo es immer weniger Wald und immer mehr Plastikmüll auf den Weltmeeren gibt, da gibt es immer weniger Niederschläge und das Klima dann auch nicht besser.

    Unser "demokratisches" System mit den längst feststehenden Berufspolitikern ist kaum noch zu ertragen.
    Dann gibt es doch auch noch das nicht völlig belanglose Mysterium, dass es zwischen Franz-Josef-Land, Russland, und Ellesmere Island, Kanada, und auch in der Antarktis jeweils eine mehrere hundert Kilometer große Polöffnung in das Innere der Erde geben muss. Auf vom KGB freigegebenen Landkarten der Inneren Erde ist eben auch eine Insel Neuschwabenland mit einer Stadt Neu Berlin eben auch mit spiegelverkehrten Swastikas eingezeichnet. Da hätten wir dann ein tieferes Motiv für unsere Geldknechtschaft gefunden.

  9. hector2 sagt:

    Ich fand den Artikel sehr interessant, möchte aber vielleicht noch eine andere Sichtweise ins Spiel bringen. Es mag sein, dass die Ausführungen zu Hitler und dem 2. Weltkrieg richtig sind, also dass es für Hitler unmöglich war, einen Aufbau nach den Zerstörungen der Eroberungsfeldzüge zu planen oder überhaupt nur anzudenken. Aber, Hitler war eine Marionette. Eigentlich war er Ausführender von Plänen von ganz anderen Strippenziehern, dabei ist es unwesentlich, ob er diese Pläne im Einzelnen nun nach einem vorab aufgestellten Drehbuch ausführte oder ob der Ablauf egal war, solange das eigentliche Ziel erreicht wurde.
    Der Kapitalismus durchläuft seine zyklischen Krisen an deren Ende immer die Gefahr des Zusammenbruchs des Finanzsystems besteht. Mit dem ersten und zweiten Weltkrieg erfolgten nicht nur Bereinigungen auf diesem Sektor, sondern durch die Zerstörungen wurde auch die Grundlage für zukünftige neue Investitionen und konjunkturelle Wirtschaftsphasen geschaffen. Aus beiden Kriegen gingen nach landläufiger Meinung die USA als Sieger hervor, da das Land am Krieg gut verdient hat und selbst von Zerstörung verschont wurde.
    Hier würde ich differenziern, nicht die USA gingen als Gewinner aus den Kriegen hervor, sondern die in den USA, die das Kapital besassen. Mit der Globalisierung, und das ist neu, können aber die selben Kreise auch dann als Gewinner hervorgehen, wenn die USA zerstört wird, Nicht durch einen Atomkrieg, das wäre destruktiv aber zumindest wirtschaftlich, vielleicht auch durch physische Schäden infolge eines Bürgerkrieges.

    Zu Beginn der "Pandemie" zog die Welt an einem Strang, China als erstes betroffenes Land zeigte der Welt den harten Lockdown, Russland und der Rest zog mit. Spätestens ab dem 4 Quartal 2020 hatte sich jedoch die Lage in China stabilisiert, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland und dem südostasiatischen Raum wurde verstärkt, es bildet sich der weltweit bedeutendste Wirtschaftsraum heraus.

    Gleichzeitig fahren die alten Industrienationen in Europa und die USA Ihre Wirtschaften und Gesellschaften an die Wand. Das Ergebnis ist wie nach den Weltkriegen, nach einer Bereinigung steht das Finanzsystem wieder so da, dass es bis zur nächsten Krise eine Weile dauert und das System Kapitalismus am Leben erhalten werden kann. Die Zerstörung der Industrien hat Raum für neue Investitionen und Entwicklungen geschaffen.

    Den Planern der Szenarien muss es jetzt nur gelingen am Aufschwung des neuen Wirtschaftsraumes in Russland und Südostasien kräftig mitzuverdienen (die sozialökonomischen Strukturen lassen dafür genügend Raum) und so ganz nebenbei werden die alten Demokratien umgekrempelt und in die heute technologisch unterstützte Sklaverei zurück gefahren. Auch die durch Lockdown zerstörten Industrien lassen sicherlich gute Investitionsmöglichkeiten zurück.

    Sicherlich hätte dieser Plan einen Haufen unbekannte Risiken, aber die gab es bei den Weltkriegen auch.

    Wenn man dies so betrachtet bleibt die wenig beruhigende Frage, wem da die Entwicklung jetzt aus den Händen läuft. Wirklich den Machern hinter den Kulissen oder nur ihren Marionetten wie Söder und Merkel, die noch eine gewisse Weile die Regierung stellen dürfen? Für mich sieht das Ganze immer noch nach einem wohldurchdachten Plan von Leuten aus, die begriffen haben, dass ein neuer Weltkrieg ein untaugliches Mittel zur Lösung der aufgestauten Finanzprobleme darstellt und nun ein anderes Szenario zur Beseitigung der derzeitigen Verwerfungen im Finanzsysem abspielen.

    • Hartensteiner sagt:

      In diesem Sinne – letzte Rettung des kapitalistischen Systems – haben Viele schon vor Corona mit einer vergleichbaren Aufführung gerechnet. Nach der begrenzten Selbstzerstörung und auch einem Fressen am eigenen Körper (fressen des Mittelstandes) ist dann die nächste Wachstumswelle im Rahmen des systembedingten, kapitalistischen Endloswachstums möglich und das wird das pseudogrüne Wachstum, das beiläufig den Rest der Ökosphäre zerstören wird, wo diese noch nicht ruiniert ist.
      Das ist das, was wir ja als Ökodiktatur bereits im Entstehen sehen und das das Gegenteil von dem darstellt, worauf aufrechte Umweltaktivisten abgezielt hatten. Dabei wird dermaßen viel "grüne Farbe" verspritzt, dass der Masse der Menschen – wie üblich – der Blick auf die Realität verborgen bleibt.
      Am besten – leider nur englisch verfügbar – bei Off-Guardian in einem Video dargestellt:
      https://off-guardian.org/2021/04/08/watch-absolute-slavery-zero-carbon-agenda-deconstructed/

    • Hartensteiner sagt:

      PS: Die erste Testphase lief über "Greta" und dann "XR", "Extinction Rebellion", die beide von hohem Verführungswert waren und evtl. noch sind. Die Umweltaktivistin Cory Morningstar hat als eine der Ersten die genauen Hintergründe erforscht und belegt das in ihrem Buch "The Manufacturing of Greta Thunberg. Darin zeigt sie bereits die im Hintergrund lauernden, gewaltigen Investitionsberge für die pseudogrüne Welt auf. Mehr auf ihrer Website:
      https://www.patreon.com/CoryMorningstar

  10. Melezy Przikap sagt:

    Die "Maßnahmen" gehen solange weiter, werden möglicherweise verschärft, bis die durch die Kombination aus exzessivem Keynesianismus und Herunterfahren die Ökonomie nie gesehenen Spekulationsblasen – unter anderem abszulesen am DAX (Dummheit abbildender Index) – platzen und der Zusammenbruch des Geldkreislaufs auch der verdummten Masse bewusst wird.

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2021/04/lockdown-wozu-eigentlich.html

  11. sandra beimer sagt:

    >>Warum erweisen sich die angeblich so souveränen Akteure dann immer wieder als unfähig und überfordert

    Weil das* nicht die Akteure sind. In Silicon Valey und in den Konzernen regieren nicht die kleinen Oligarchen, die Gates und Buffets. Spätestens seit der Bush (junior) Doktrin nach der Aufgabe des Militärs ist, US-Amerikanische Wirtschaftsinteressen in der Welt durchzusetzen, sollte klar sein wer Akteur ist und nach welchen Gesetzmäßigkeiten gehandelt wird. Auch dieser Akteur kann überfordert sein, wenn der Gegnerdenn stark genug ist. Das ist dann aber Sieg oder Niederlage, weil wir seit 20 Jahren im endlosen krieg sind.

  12. P. Nibel sagt:

    Adolf Hitler hatte keinen "zerstörerischen Drang" und es gibt auch kein "Hitlersches Vernichtungswerk"!
    Der Begriff "Blitzkrieg" ist – genau wie der Begriff "Kindergarden" deshalb in die englische Sprache aufgenommen worden, weil man beides für eine soziale Errungenschaft hielt: Noch niemals vorher hatte jemand beim Kriegführen so wenige Menschen getötet, wie Adolf Hitler. Die vielen Toten in Russland gehen nicht auf das Konto von Hitler, sondern auf das Konto der Engländer, die Hitler in einen Zwei-Fronten-Krieg zwangen.

    Dass es nicht wieder zu der gleichen Situation wie im ersten Weltkrieg kam, wo Deutsche und Franzosen einander in einem Stellungskrieg abmetzelten, ist dem militärischen Genie von Adolf Hitler zu verdanken, und deshalb wird sein Name auch bis heute in den meisten Teilen der Welt in Ehren gehalten. Ich habe schon zahlreiche Einladungen bekommen, weil ich aus Deutschland komme – dem Land Adolf Hitlers. Ja, ich habe auch erst blöd geguckt und wusste nicht recht, was ich sagen soll.

    Der Drohnenkrieg der Amerikaner ist ein weiterer "Fortschritt" auf diesem Weg.
    Indem man gezielt die Anführer der Rebellen ausschaltet und dabei eine Handvoll Menschen tötet, erreicht man das gleiche militärische Ziel, für das man früher einen ganzen Stamm ausrotten musste. Das ist makaber, aber wen wundert das, wenn es um Krieg geht. Das Unrecht geht weiter, aber mit weniger Toten – eine Welt ganz ohne Krieg lässt weiter auf sich warten…

    • Hartensteiner sagt:

      An dieser Beschönigung ist so viel falsch, dass man gar nicht weiß wo man anfangen sollte, das zurecht zu rücken. Aber nehmen wir einfach den Drohnenkrieg. Welche Toten sollen vermieden werden? Tote US-Soldaten. Die Toten auf der anderen Seite – Opfer des von den USA erfundenen und konstruierten Krieges gegen den Terror, in dem sie erst die Gegner aufgebaut haben – zählen nicht. Die "die Anderen" – man denke an die "gooks", die vietnamesischen "Untermenschen" für die galt: "If it moves, kill it!", wenn es sich bewegt, töte es! – zählen nicht, ebensowenig wie für Hitler die "Untermenschen" z.B. Slawen) gezählt haben von denen ohnehin ein Großteil ausgerottet werden sollte, damit die arischen Übermenschen über den Rest als Sklaven gut herrschen könnten. Du solltest wirklich mal nachlesen, wie die Pläne dafür aussahen.
      Drohnenkrieg ist TERROR. Deshalb ist auch eine in die Luft gejagte Hochzeitsgesellschaft ein Volltreffer, denn das steigert Angst und Terror ungemein.

    • Hartensteiner sagt:

      Ich habe mal versucht, zu denken wie P. Nibel.
      Jetzt verstehe ich, warum Hitler in seiner Weisheit dafür gesorgt hat, dass Deutschland 1945 in Schutt und Asche lag.
      Er wollte, dass es größer und schöner aufgebaut würde (Größer hat geklappt, schöner nicht).
      Ebenso war es vorausschauende Weisheit, 1/3 des Staatsgebietes abzugeben, denn das hat die Menschen näher zueinander gebracht. Warum bin ich bin nicht gleich darauf gekommen.

    • P. Nibel sagt:

      Sie haben völlig Recht, Hartensteiner: Ich habe auch nicht von einem moralischen Fortschritt der Menscheit geredet, sondern nur von einem technischen Fortschritt. Ein Krieg mit weniger eigenen Toten macht es möglich, diesen Krieg praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit zu führen, während Bilder von jungen Menschen in Bodybags Unmut bei der Bevölkerung hervorrufen – man hat halt eine Lehre aus dem Vietnamkrieg gezogen, den man den Bürgern irgendwann nicht mehr verkaufen konnte. Ich bin Kriegsdienstverweigerer und dass Krieg Scheiße ist, brauchen Sie mir nicht zu erzählen.

      Zu Hitler: Das Bombardement auf wehrlose Frauen und Kinder in Deutschland war ein völkerrechtswidriges Verbrechen, denn es wird ja offen zugegeben, dass es sich um "moral Bombing" handelte, also dass es nicht darum ging, den Krieg zu gewinnen, sondern die Menschen seelisch zu zerstören, damit man sie "entnazifizieren", also umprogrammieren konnte.
      Darum geht es übrigens auch zur Zeit beim Maskentragen – ums Umprogrammieren!

      Wenn Sie im vergangenen Jahr miterlebt haben, wie aus einem normalen Grippevirus durch eine korrupte Presse und eine Handvoll korrupter Experten eine tödliche Gefahr für die Menschheit wurde – dann lassen Sie doch mal den Gedanken zu, dass die amerikanischen und britischen Kriegsverbrecher eine gleichartige Dämonisierungskampagne gegen den Nationalsozialismus starteten, um von ihrer eigenen Schuld abzulenken.

      Wenn man sich bei Corona auf die Interpretationen des RKI verlässt, bekommt man ein völlig anders Bild von der Lage, als wenn man sich die "Rohdaten" ansieht und selber interpretiert – genau so ging es mir auch mit der Historie:
      Bei einer Sichtung der Rohdaten kam ich zu völlig anderen Ergebnissen, als die amerikanischen Propagandaoffiziere.
      Schuld daran sind die Amis selber mit ihrem 9/11! Wenn sie EIN Flugzeug in EIN Hochhaus hätten fliegen lassen, dann hätte ich ihnen ihren Scheiß geglaubt, aber sie mussten es ja so krass übertreiben, dass ich mich fragen musste, ob sie mich verarschen wollen. Sie wollten!

    • Loveisthekey sagt:

      @P.Nibel

      9/11 erscheint mir als das Szenario, an welchem die Toleranzgrenze der Mehrheit festgemacht werden sollte. Wie weit kann man beim nächsten "Step" gehen? Was schlucken die Leute? Denn 9/11 war ja wohl absichtlich so schlecht inszeniert, oder? Aber wer glaubt, dass ein dritter Wolkenkratzer mal eben so in sich zusammenstürzt; ohne dass ein Flugzeug reingeflogen ist (die meisten wissen das nicht mal mehr), der schluckt auch eine Pandemie, die nicht mehr Tote hat als üblicherweise. Die Puppenspieler brauchen ja auch ein gewisses Maß an Sicherheit, den Feind bestmöglich einschätzen zu können …

    • Hartensteiner sagt:

      P.Nibel. Ich sehe die "Handhabung" der Nazis durch die genannten Kräfte anders. Zunächst also fand man (das hatte man unauffällig gefördert) ein geeignetes, nichtsdestoweniger wahnsinniges System in Deutschland vor. Mein Vater glaubte noch, es sei so wahnsinnig, dass es schnell wieder verschwinden würde, mein Großvater sagte (bis 33, dann war er mundtot gemacht): Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!".
      Nun die andere Seite: Seit 1917 war die UdSSR eine belagerte Festung. Der Antikommunismus war in den USA und in Großbritannien Staatsdoktrin PLUS das geostrategische Ziel, Russland zu übernehmen und auszuplündern, das heute noch gilt.
      Dann gelang es ihnen – unauffällig – Hitler dazu zu verlocken – und das brauchte nicht viel, denn es passte in seinen Größenwahn – die UdSSR anzugreifen. Ziel: Plünderung, Versklavung.
      Genau das war den "Alliierten" nach Wunsch und nachdem sich beide gegenseitig erledigt hätten, hoffte man auf leichtes Spiel mit den Resten.
      Und so diente der Faschismus vermeintlich eigenen Zielen, aber gleichzeitig denen anderer, im banalen Vergleich, wie eine Farbrevolution.
      Und heute?
      Stehen die alten, geostrategischen Pläne unverändert – 1990 fast erreicht, s. Yeltsin – und werden von der deutschen Regierung kräftig unterstützt. Siehe Kriegshetze gegen Russland, siehe AKK etc.
      Wenn wir Pech haben, wird Corona in Kriegsbegeisterung umgekippt (Freiheit durch Krieg, s. 1914) und dann Gnade uns Gott.

    • P. Nibel sagt:

      @Hartensteiner
      Meine Großmutter sagte das Gleiche, wie Ihr Opa: "Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg", denn es war allgemein bekannt, dass die Partei von Veteranen des letzten Weltkrieges gegründet wurde, die den Versailler Vertrag kippen wollten.
      Ich kenne allerdings keinen Historiker, der den Versailler Vertrag anders bewertet, als die Nazis: Der Vertrag war nicht geeignet, einen dauerhaften Frieden und Stabilität in Europa zu gewährleisten. Die nächste Krise war durch ihn bereits vorprogrammiert.

      Es lag nicht an einem Größenwahn, dass Hitler die Russen angriff, denn Hitler litt nicht an Wahnvorstellungen – Hitler hatte dafür grünes Licht von den Engländern und den Amerikanern bekommen, die eine Ausbreitung des Kommunismus in Europa verhindern wollten. Das wurde aber nicht an die große Glocke gehängt, sondern geheim gehalten. Hitler war zu vertrauensselig und ahnte nicht, dass die Engländer ein doppeltes Spiel trieben und uns in den Rücken fallen würden – das muss er sich allerdings vorwerfen lassen.

    • Hartensteiner sagt:

      Mir reicht es schon mal, wenn ich daran denke, dass meine Großeltern diese Zeit 1933-45 in Furcht und Schrecken verbringen mussten. Schon mal ein Effekt dieses Wahnsinnigen. Größenwahn bleibt der "Kampf um die Weltherrschaft", deren Irrsinn durch einen Blick auf die Karte zutage tritt. Nur ein Größenwahnsinniger unternimmt sowas – mit besten Grüßen von Napoleon. Nichts gelernt. Dazu kommt der Wille, alle Menschen vernichten zu wollen, die nicht ins Konzept passen, Juden so wie Zigeuner, Kommunisten so wie Slawen, Unwertes Leben aller Art.
      Mir unverständlich, wieso Du diesen Versager und Postkartenmaler immer wieder schönreden willst. Nähmen wir an, es wäre so. Was ist damit gewonnen? Rein gar nichts. Schau ihn mal beim Reden an – ein Hampelmann, dessen Körpersprache ihn für aufmerksame Betrachter per se eigentlich zur Lachnummer macht und man muss sich wundern, wie den jemand ernst nehmen konnte und nicht in schallendes Gelächter ausbrechen musste. Wie heißt es bei Faust? "Spottet seiner selbst und weiß nicht wie!". Das System wäre nicht weniger ein Terrorsystem, eine Art von System, das wir auch heute nicht – gleich in welcher Form – wiederkehren sehen möchten. Nicht als Gesundheitsdiktatur, nicht als Ökodiktatur und auch nicht in noch anderen Arten und Weisen.

    • Deakehler sagt:

      Der Blitzkrieg war auch durch die Fortschritte in der Luftfahrttechnik möglich.
      Die Lieferungen aus den USA, über die Schweiz mit den benötigten Treibstoffadditive stellt eine seltsame Beziehung da, ähnlich der Rolle Chinas in der Plandemie.

    • P. Nibel sagt:

      @Hartensteiner

      Ich trenne streng zwischen WIRKLICHKEIT und WAHRHEIT.
      Was ich geschrieben habe, entspricht der Wirklichkeit. Es ist nicht so, dass in einem Krieg immer der Anständige gewinnt.
      Meine persönliche Wahrheit habe ich auch schon geschrieben: Ich bin Kriegsdienstverweigerer und freue mich, dass sie genau so empfinden, wie ich. Auch ich liebte meinen Großvater und seine Erklärungen. Als ich ihn zum Beispiel fragte:
      "Opa, warum sind wir eigentlich nicht in der Kirche" sagte er nur: "Schau nach Israel". Ich schaute nach Israel und verstand.

    • Volker Djamani sagt:

      @Hartensteiner sagt:
      10. April 2021 um 20:31 Uhr

      Deine Antwort ist ein Volltreffer!

  13. vizero sagt:

    Vieles, was hier gesagt/geschrieben wird, hat was für sich und ist schlüssig. Zu Hitler wollte ich aber zu bedenken geben, dass er US-amerikanische Lehrer hatte, auch von US-Konzernen unterstützt wurde. In den 1950- und 60er jahren gab es vom Möwig- Verlag ein Serien von Heften mit Kriegs- und See- und Luftfahrtgeschichten, aus denen u. A. hervorging (oder auch nur suggeriert wurde?), dass Hitler auf den Seitenwechsel der angelsächsischen Länder hoffte, wenn er die bösen Sowjets angreifen würde. Und erst als das nicht passierte, begriff, dass er verarscht worden war und aus seiner Bewunderung der USA wurde Hass.
    Es gibt so einiges, was dafür spricht, dass das gar nicht so falsch sein könnte. Damit würde die Beurteilung von ihm aber doch etwas anders aussehen müssen.

    • Hartensteiner sagt:

      Kann sein, kann sein nicht. Ist aber keine Entschuldigung für die deutsche Hammelherde, die ihm nachgelaufen ist, gleichgültig in welche Richtung. Damals siegte die Dummheit so wie sie heute siegt – wobei "Dummheit" nicht der zureichende Begriff ist. Ohne Hammelherde kein Hitler.

    • Loveisthekey sagt:

      Als ich 12 Jahre alt war, wurde uns in der Schulaula ein Film über den Holocaust gezeigt. Bis dahin hatte ich nicht wirklich gewusst, was da eigentlich genau passiert war. Wir waren alle geschockt, bis ins Mark. Ich bin im Eiltempo nach Hause, um meine Oma (Jahrgang 1915) zu fragen: Warum habt ihr nichts getan?? Sie antwortete: Wir haben das alles gar nicht richtig mitgekriegt – das ist einfach so passiert, der Teufel ist über uns gekommen! Sorg dafür, dass sowas nie wieder passiert!

      Jo, muss ich oft dran denken in letzter Zeit. Und? Hab' ich dafür gesorgt, dass sowas nie wieder passiert? Nein. 🙁

    • Hartensteiner sagt:

      Tja, Loveisthekey – jetzt sind wir wieder soweit, dass "wir das alles nicht mitkriegen". Sollte es ein Morgen geben und spätere Generationen fragen, wird die Antwort wieder heißen: "Das haben wir nicht gewusst!", obwohl es doch die Spatzen von den Dächern pfeifen und die Leute es nur mit festgezurrter Maske schaffen, "nichts zu wissen", was sie nicht wissen wollen.
      Damals haben mein Vater und mein Großvater "es" gewusst. Was konnten sie machen? Eigentlich nichts. Das Einzige war, trickreich um aktive Beteiligung herumzukommen. Aber das reicht auch für nichts außer für das eigene Gewissen.
      Und ich stehe jetzt da – und weiß auch nichts, das ich tun könnte, auch wenn ich "alles" längst weiß.

    • Deakehler sagt:

      Ja Hartensteiner,
      die Hammelherde war nicht aufzuhalten,
      sagte auch mein Alter.

    • P. Nibel sagt:

      @Loveisthekey

      Ging es Ihnen auch so, dass sie Guantanamo gesehen haben und gesagt haben: "Das ist doch ein KZ" und dass die Menschen in Ihrer Umgebung den Kopf geschüttelt haben und sagten: "Das kann man doch nicht vergleichen!"?
      Die Leute haben gelernt: "Der Nationalsozialismus ist ein unvergleichliches Verbrechen" und deshalb kann man das scheinbar nicht vergleichen. Dann kann man natürlich auch nichts daraus lernen!

    • P. Nibel sagt:

      @Hartensteiner

      Was Ihr Großvater Ihnen nicht erzählt hat: Der Abtransport der Juden spielte sich nicht so ab, wie im Hollywoodfilm!
      Auch wenn es Sie wieder enttäuscht, spielte es sich exakt so ab, wie in der heutigen Zeit die Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern ohne Bleiberecht: Die Behörde kündigte die Abholung mit einer angemessenen Frist an und bat darum, sich zum angekündigten Zeitpunkt mit gepackten Koffern zur Umsiedlung bereitzuhalten.
      Manche mochten diesen Termin nicht abwarten und verwirklichten vorher eigene Reisepläne, während andere der Aufforderung nachkamen, weil sie nicht den Eindruck hatten, dass es um ihre Hinrichtung ginge.
      Niemand wurde schreiend aus dem Haus gezerrt und es brannte hinterher auch nicht das Haus.

      Aber die Nachbarn hätten hinrennen müssen und die Nazis erschießen? Warum? Handeln Sie etwa heute so?!
      Wie viele Bundespolizisten, die Menschen abschieben, haben Sie denn schon erschossen?

    • Loveisthekey sagt:

      Zitat Hartensteiner: "Und ich stehe jetzt da – und weiß auch nichts, das ich tun könnte, auch wenn ich "alles" längst weiß."

      Wir haben einen Club der "Ohnmächtigen", oder? Es lief immer schon so, nicht erst seit hunderten, sondern seit tausenden Jahren. Diese ganze Maschinerie funktioniert nur über unser Bewusstsein, was gekapert wurde, über unsere Angst und durch das von Kindesbeinen an eingeimpfte Wissen, dass wir doch so klein sind und nichts tun können … Aber könnten wir, deren Bewusstsein noch halbwegs funktioniert, dieses nicht auch für uns nutzen? Ich denke, wir müssen andere Lösungswege einschlagen, die üblichen bringen uns nicht weiter. Dazu muss man aus seinem eigenen Gedankengefängnis ausbrechen und alle Konditionierungen vergessen. Ich werde mir mal Paul Watzlawicks "Lösungen" wieder zu Gemüte führen.

  14. peter.ilcken sagt:

    Danke , danke mit liebe . peter. Holland .

  15. Beobachter sagt:

    Als Zustandsbeschreibung gelungener Artikel. Der Entfremdungsbegriff passt gut zu den Tendenzen der Gegenwart.

  16. Mike Ahrend sagt:

    Ich denke, man kann all dieses viel einfacher durch das Geldsystem erklären.
    https://www.youtube.com/watch?v=_h0ozLvUTb0&t=2s
    Die Exponentialfunktion erzeugt den Zwang zum Wachstum. Wachstum geht am Besten wenn alles zerstört ist. Zinsgewinne müssen zwangsweise neu investiert werden, daher der Zwang, alles zu privatisieren. Am Ende zahlt alles der Steuerzahler, wenn der Pleite ist wird neues Geld gedruckt, das System crasht. Jeder einzelne beteiligte Mensch ist nicht böse, in Summe ist es ein böses, unmenschliches System.

    • Hartensteiner sagt:

      Auf jeden Fall steht das deutsche Volk wie auch etliche andere europäische Völker auf Generationen hinaus in Schuldenknechtschaft. Dank der jeweiligen Corona-Bande,

  17. Hartensteiner sagt:

    Dieser Artikel gehört zu den besten, die man derzeit finden kann. Der KRIEG GEGEN DAS VIRUS als Ablösung des KRIEGES GEGEN DEN TERROR läuft nicht nur als der KRIEG GEGEN DIE EIGENE BEVÖLKERUNG, wie den unsere CORNA-BANDE auch in Deutschland führt, sondern es läuft grundsätzlich GLOBAL der KRIEG GEGEN DAS LEBEN.
    Gleichzeitig ist ein weiterer Krieg angelaufen und das ist der GRÜNE KRIEG, in dem mittels Umkehrung von allem, das einmal als Rettung der Ökosphäre lief nun ins Gegenteil, in eine GRÜNE DIKTATUR umgewandelt wird, die die GESUNDHEITSDIKTATUR vervollständigen soll.
    Würden die Menschen das begreifen, begreifen, dass es längst um Leben und Tod unserer Kinder und Enkel geht (falls wir selbst noch irgendwie durchkommen), dann würden sie sich wehren wie ein in die Enge getriebenes Tier. Wie dieser Widerstand geht, weiß die Maus so gut wie der Tiger – nur die Masse der Menschen begreift es nicht und lässt sich klaglos zur Schlachtbank führen (Ein paar Demonstranten halten das nicht auf).
    Dazu können wir singen, nach Joan Baez in den Sechzigern:
    On a wagon bound for market
    there's a calf with a mournful eye.
    High above him there's a swallow,
    winging swiftly through the sky.
    [Chorus:]
    How the winds are laughing,
    they laugh with all their might.
    Laugh and laugh the whole day through,
    and half the summer's night.
    Donna, Donna, Donna, Donna; Donna, Donna, Donna, Don.
    Donna, Donna, Donna, Donna; Donna, Donna, Donna, Don.

    "Stop complaining!" said the farmer,
    "Who told you a calf to be?
    Why don't you have wings to fly with,
    like the swallow so proud and free?"
    [Chorus:]
    How the winds are laughing,
    they laugh with all their might.
    Laugh and laugh the whole day through,
    and half the summer's night.
    Donna, Donna, Donna, Donna; Donna, Donna, Donna, Don.
    Donna, Donna, Donna, Donna; Donna, Donna, Donna, Don.

    Calves are easily bound and slaughtered,
    never knowing the reason why.
    But whoever treasures freedom,
    like the swallow has learned to fly.
    [Chorus:]
    How the winds are laughing,
    they laugh with all their might.
    Laugh and laugh the whole day through,
    and half the summer's night.
    Donna, Donna, Donna, Donna; Donna, Donna, Donna, Don.
    Donna, Donna, Donna, Donna; Donna, Donna, Donna, Don.

  18. Deakehler sagt:

    Danke Ulrich Teusch, der Beitrag ist für mich sehr Schlüssig und Nachvollziehbar.

    Erich Fromms Meinung über Hitler teile ich ebenso, gepuscht um zu Zerstören.

    Karl Marx Arbeiten sind für mich auch als Agenda zur Gleichschaltung zu sehen.
    Folgendes Zitat von Marx beschreibt das Wesen der aktuellen Umerziehung sehr treffend:

    „Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein,
    sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.“

    Somit:
    Je jünger der Bürger ist, um so weniger ist er in der Lage das aktuelle Sein von seinem sich entwickelndes Bewußtsein zu trennen.

    !!!! Rettet die Kinder !!!

    • Hartensteiner sagt:

      Ich nenne das heute die BEWUSSTSEINSINDUSTRIE, die mit ihrer Knochenhand die Hirne der Menschen zu ergreifen vermag, gleichsam aus der schützenden Hülle des Schädels zieht und sie dann – um 180 Grad gedreht und mit ihrem Gift aufgefüllt – wieder dort hinein zu pressen.
      Das ist der erste Schritt zum NEUEN MENSCHEN (Davos, Schwab), den wir so nur aus Horrorfilmen kennen. Er gleicht den Zombies – mit Fernsteuerung.

    • Beobachter sagt:

      Das Marxzitat

      „Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein,
      sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.“

      ist als Teil einer Analyse gedacht, hat mit einer Agenda zunächst nichts zu tun. In der Tat soll es nur
      beschreiben, dass die Verankerung eines Individuums in seiner sozialen Umgebung dessen Bewusstsein
      prägt. Das ist meines Erachtens auch durchaus richtig. Man kann es -wenn man will- fatalistisch mißverstehen,
      in dem Sinne, dass der Mensch seiner Prägung nicht entfiehen könne -in gewissem Umfang stimmt selbst dies,
      aber der Ausspruch war nie als Festsschreibung schicksalhafter Zustände gemeint. Es ist lediglich ein Hinweis darauf, dass
      der Mensch -statistisch gesehen- nicht zum Menschsein gelangt, wenn nicht die Gesellschaft als Ganzes
      human ist. Das hat mit irgendwelchen Planungen in der Gegenwart, die gerade darauf zielen, den Menschen in
      neue Abhängigkeiten zu zwingen und dabei die alten zu zementieren nichts zu tun.

    • Deakehler sagt:

      @ Beobachter
      Fäktisch alles richtig und ich kenne seine Schriften, aber Marx selbst nicht persönlich.
      Die Umkehrung kann auch einen Sinn ergeben und gibt oft Aussagen, in den vermeindlich falschen Händen, eine andere Kraft.
      Es ist interessant die Kommentare von Marx und Engels zu der Arbeit von Max Stirner zu verfolgen.
      Stirner, Marx und Engels haben alle die Befreiung des Indiviums aus gesellschaftlichen Zwängen zum Thema. Anstatt Stirners Analyse und Arbeit aufzugreifen und einen Diskurs zu Pflegen, geben die Beiden nur Diffamierendes und Diskreditieres über Stirner von sich. Ihr Stil gleicht derer welche aktuell nicht auf wissenschaftliche Einwände eingehen und nur die Plattwalze auffahren.
      Stirner betont die Individialität gepaart mit einem wachen Geist und warnt davor sich instrumentalisieren zu lassen. Der reale Kommunismus berücksichtigt die Individialität nicht.
      Es ist lobenswert für alle Menschen die gleichen Rechte zu fordern, jedoch erfüllt reale Kommunismus diesen Anspruch ebenso wenig.
      Die Behauptung, dass alle Menschen gleich sind, ist nicht richtig, es sei denn wir machen sie alle gleich.
      Bedenkenswert ist auch die Rolle der englischen Aristokratie. London ist die Keimzelle der kommunistischen Literatur, viele kommunistische Bücher wurden in London gedruckt und im Ausland verteilt. Philanthropen waren häufig die Geldgeber, gestern wie heute. In China ist der wohl erfolgreichste Kapitalismusmotor entstanden. Nutznießer zum Beispiel Amazon, die meisten Globalplayer profitieren von diesen sogenannte Kommunismus, den man getrost Diktatur nenen kann.

    • Hartensteiner sagt:

      Deakehler – auch Marxismus-Kommunismus geht in der Urfassung vom Individuum aus, das Marx befreit sehen möchte, damit es eine Chance hat, ins "Reich der Freiheit" einzutreten, also sich selbst und seine Fähigkeiten verwirklichen zu können. Die Gleichheit aller bestünde in ein paar einfachen Grundregeln, wie keine anderen Menschen auszubeuten oder zu unterjochen. Eine Gesellschaft zu schaffen, die neben den Erfordernissen der Reproduktion genügend Freiraum dafür lässt.
      Bis irgendwo der "realexistierende Sozialismus" in Entstehung kam, war davon nicht mehr die Rede.
      Damit das nicht mehr passiert plädiere ich für einen Sozialismus zwischen Anarchismus, der deutlicher am Individuum orientiert ist und am Kommunismus, der wohl etwas mehr von Organisation versteht. Den Anarchisten fehlte es immer an letzterer, weshalb sie immer die Ersten waren, die ohne weitere Fragen erschossen wurden. Die Kommunisten wiederum haben sich besser durchgesetzt und den Preis gezahlt das Individuum in Ketten zu legen (Wollte Lenin ursprünglich nicht, aber ehe er sich versah, meinte er nur so durchhalten zu können. Damit war die Axt an den Baum gelegt.)
      Wie man – selbst wenn wir das überhaupt schaffen könnten – den Menschen in Sklavenmentalität an ein solches Ziel hinbringen könnten, entzieht sich meiner Vorstellungskraft. Vielleicht bräuchte es dazu noch ein paar tausend Jahre Evolution.

    • Deakehler sagt:

      Folgendes gibt mir zu denken und ist sicher nicht nur mir aufgefallen.
      Die Pandemie wird seit 2002 (Rinderwahn), über 2005 (Vogelgrippe), 2009 (Schweinepest)
      und im Herbst 2019 mit der generalstabsmäßigen Übung 201, vorbereitet.
      Dazu kommt seit gut 20 Jahren eine halbjährliche allgemeine Pandemiewarnung im Mainstream.
      Ca. ein Vierteljahr später kommt die Inizialzündung aus China.

      Frage.
      Wie kommt ein System dazu, welches die Überzeugung vertritt den Kapitalismus zu überwinden, der eifrigste Erfüllungsgehilfe dieses zu Systems zu spielen?
      Über die drehbuchgemäße Aktion kann ich nicht hinwegsehen, im Besondern weil kapitalische Stukturen an der Verbreitung dieser gegenteiligen Ideologie, in der Vergangenheit maßgeblich beteiligt waren, also sich einen Vorteil erhofften.

    • Box sagt:

      Nur für den Fall daß die theoretische Utopie in die Nähe der praktischen Umsetzung gelangt:

      Bekanntlich haben Marx und Engels, vor allem in der ‘Deutschen Ideologie’, den radikal-egoistischen Individualismus Max Stirners[8] einer ausführlichen Kritik unterzogen. Tatsächlich hatte Stirner das seit Mitte des 17. Jh. praktisch und theoretisch (Theorie des Gesellschaftsvertrags von Hobbes bis Rousseau, des individuellen Nutzens bei Bentham, im Utilitarismus etc.) sich durchsetzende Prinzip des liberalen Individualismus[9] nur radikalisiert und auf eine fast absurde Spitze getrieben. Insofern ist die Behauptung, der historische Materialismus habe den abstrakten, bürgerlichen Individualismus überwunden, grundsätzlich berechtigt. Aber die These, wonach der bürgerliche Individualismus[10] im Sozialismus/Kommunismus durch einen Kollektivismus überwunden werde, ist eine Vorstellung, die Marx und Engels nach meiner Auffassung kaum weniger heftig kritisiert hätten. Denn es ging ihnen in ihren Aussagen zum Kommunismus gerade nicht darum, die Gesellschaft oder Gemeinschaft – das Kollektiv – gegen die Individuen – oder auch umgekehrt – auszuspielen, vielmehr versuchten sie, das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft im Kommunismus als einer gegenüber der bestehenden bürgerlichen Gesellschaft höher entwickelten Formation historisch-praktisch und begrifflich neu zu bestimmen und zwar derart, dass darin der abstrakte Gegensatz beider Pole dialektisch, im Sinne von ‘aufgehoben’, überwunden wird.[11]

      Marx und Engels waren in keiner Weise – weder weltanschaulich noch methodisch oder normativ[12] – Individualisten[13], schon gar keine ‘Besitzindividualisten’ wie die politischen Philosophen und Ökonomen des 17. und 18. Jh.[14] Aber sie waren ebenso wenig Kollektivisten, wie es zumeist von radikalen Gegnern des Marxismus behauptet wird. Dabei stützen letztere sich gelegentlich auch auf Äußerungen von Autoren aus den ehemaligen ‘realsozialistischen’ Ländern, u.a. auch aus der DDR, die sich bei der These vom Primat der Kollektivität im Kommunismus aber keineswegs auf Marx oder Engels berufen können.[15]

      Was Marx’ Begriff des Kommunismus gegenüber diesen einseitigen, sich wechselseitig ausschließenden Interpretationen auszeichnet, ist die gleichzeitige und gleichgewichtige Verbindung von freier Assoziation und freier Individualität. Die Individuen können sich als isolierte Individuen nicht wirklich befreien, da sie als solche stets in feindlicher, konkurrierender – oder um den Philosophen verständlicher zu bleiben in ´entfremdeter´ – Abhängigkeit von einander, also im ´Krieg aller gegen Alle´ (Hobbes) und damit letztlich in Unfreiheit verbleiben. Wirklich frei werden sie demnach nur in der Assoziation, der freiwilligen Vereinigung mit anderen Individuen, in der die unterschiedlichen Individualitäten sich wechselseitig betätigen und in dieser Tätigkeit zugleich entfalten können. Dies ist das Grundthema und das Endziel von Marx Untersuchungen der Geschichte progressiver Gesellschaftsformationen.
      (…)
      „Anstelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.“ Dass Engels damit tatsächlich den Kern der Marxschen Auffassung vom Kommunismus getroffen hat, belegt u.a. das folgende Zitat aus ‘Kapital’ Bd. 1, wo Marx „die volle und freie Entwicklung jedes Individuums“ als das Grundprinzip der der kapitalistischen Produktionsweise folgenden „höheren Gesellschaftsform“ bezeichnet.[25]

      Da es hier vorrangig um dieses Grundprinzip geht, sollen die allgemeinen Merkmale einer kommunistischen Gesellschaftsformation – die also mehr oder minder auch in der sog. urkommunistischen Gesellschaft[26] vorhanden waren – nicht näher untersucht werden, so z.B. nicht die Formen des gemeinsamen Eigentums (Familien-, Stamm-, Dorfeigentum etc., später genossenschaftliches, staatliches Eigentum und verwandte Formen)[27] und der gemeinschaftlichen Arbeit, der Arbeitsteilung (etwa nach Alter und Geschlecht, die ‘indische Dorfgemeinschaft’ kennt schon die ‘berufliche’ Differenzierung!) und der Verteilung des gemeinsam erzeugten Produkts – jedenfalls sofern sie nicht als spezifisch für die ‘höhere’ Form der kommunistischen (Zukunfts)Gesellschaft gelten müssen.[28] Was hier also zunächst[29] interessiert ist vor allem das Verhältnis der Individuen zueinander in einer klassenlosen (!) Gesellschaft, die also auf dem Prinzip der Gleichheit hinsichtlich der erwähnten allgemeinen Merkmale des Kommunismus beruht. Aber die Individuen wären keine Individuen, wenn sie alle gleich wären.[30] Daraus ergibt sich die scheinbar paradoxe Schlussfolgerung, dass die kommunistische Gleichheit die individuelle Eigenart eines jeden nicht nur bestätigt, sondern mit der „vollen und freien Entwicklung jedes Individuums“ die Unterschiede der Individuen noch befördert. Insofern konnte sich Ernst Bloch mit Recht auf Marx berufen, wenn er formulierte, dass „die klassenlose Gesellschaft so individuell sein kann wie keine bisher (…) und gleichzeitig so kollektiv wie keine bisher: denn sie ist keines von beiden“.[31]

      Die Auflösung dieser scheinbaren Paradoxie kann offenbar nur gelingen, wenn man Marx’ Verständnis von Individuum und Individualität in ihren sozial-historischen Entwicklungsformen und daher in ihrem Verhältnis zur jeweiligen Form der Kollektivität (Gemeinschaft) näher untersucht. Dabei erweist es sich – was hier nur angedeutet werden kann –, dass Marx anfängliche Skepsis gegenüber dem Begriff der Individualität später von einer differenzierten, und zwar vor allem historisch differenzierteren Betrachtung abgelöst, oder sagen wir besser: überwunden wird. So wie es keine gleichsam fix und fertige ahistorische Natur des Menschen (als Gattungswesen) gibt, so auch nicht die der menschlichen Individuen. Schon in den Feuerbach-Thesen hält Marx fest: „…das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“.[32] Das darf nun aber keineswegs dahingehend interpretiert werden, dass die Individuen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen identifiziert würden, vielmehr bedeutet Marx’ These, dass die Möglichkeit der Entfaltung menschlicher Individualität von den jeweils historisch sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse abhängen.[33]

      Aus:
      ‘Kommunismus’ – ein falsch verstandener Begriff?
      Überlegungen zur Dialektik von Individualität und Kollektivität bei Marx (Teil I)
      Werner Goldschmidt
      http://www.zeitschrift-marxistische-erneuerung.de/article/1135.kommunismus-ein-falsch-verstandener-begriff.html

      Bzgl. Umsetzung hält man es wohl am Besten mit Rosa Luxemburg, indem man es als fortwährenden Prozess begreift, bei dem nicht Punkte abgearbeitet werden müssen, bevor etwas erreicht oder gar gewährt wird:

      Schließlich und endlich kritisierte die Luxemburg die Bolschewiki für ihre mangelhafte demokratische Praxis. Doch es war nicht nur mangelhafte Praxis, die sie monierte. Auch warf sie den Bolschewiki vor, ein falsches theoretisches Verständnis davon zu haben, was Demokratie beinhalte. Dieses fehlende Demokratieverständnis hat nicht nur ernsthafte Konsequenzen für die Demokratie, sondern auch für die Revolution als solche.

      Schließlich ist eine lebendige sozialistische Demokratie eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Revolution. Luxemburg: „Lenin sagt: Der bürgerliche Staat sei ein Werkzeug zur Unterdrückung der Arbeiterklasse, der sozialistische – zur Unterdrückung der Bourgeoisie. Es sei bloß gewissermaßen der auf den Kopf gestellte kapitalistische Staat.“5 Für Rosa Luxemburg zeugt dies von einem falschen Verständnis, ignoriert es doch die Tatsache, daß der sozialistische Staat der politischen Erziehung der Massen und ihrer auf der Suche nach guten Lösungen gemachten Erfahrungen bedarf. Indem sie das öffentliche politische Leben behinderten und den Massen verwehrten, politische Erfahrung zu machen, haben die Bolschewiki die Möglichkeit weiterer revolutionärer Entwicklung vereitelt.

      Die berühmten Worte “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden”6wurden eben im Kontext der Bedeutung der im Revolutionsprozess gemachten Erfahrungen geschrieben. Politische Freiheit ist gerade deshalb so besonders wichtig, weil Menschen erst durch sie die Möglichkeit bekommen, Erfahrungen zu machen, und aus den Erfahrungen auf dem Weg zu einer sozialistischen und demokratischen Gesellschaft hoffentlich etwas lernen. Freiheit ist ganz einfach eine wichtige und notwendige Voraussetzung einer erfolgreichen Entwicklung der Revolution. Ohne diese Erfahrungen kann keine demokratische und sozialistische Gesellschaft verwirklicht werden.

      Was sie wissen müssen, um eine sozialistische Gesellschaft zu erschaffen, lernen die Revolutionäre im Revolutionsprozess durch politisches Handeln und politische Freiheit. Die Revolution muss deshalb langwierig sein, weil die Menschen im Kampf selbst durch Versuch und Irrtum lernen, was sie wissen müssen, um sich selbst leiten zu können.

      Aus:
      Vorgetragen auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin, 16./17.01.2009
      Rosa Luxemburgs Demokratievorstellungen und ihr Manuskript zur russischen Revolution
      Tanja Storløkken
      https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/dokumentationen/090116_RL-Konferenz/beitraege/Tanja_Storlokken.pdf

    • Hartensteiner sagt:

      Ganz herzlichen Dank, "Box" für diese ausgezeichnet Darstellung, die man all den nichtsahnenden Urenkeln von McCarthy zur Pflichtlektüre machen sollte, denn deren "Kritik" ist nichts als eine Verdrehung und Verfälschung dessen, was Sozialismus, was Kommunismus wirklich bedeutet.
      Die aus der Dialektik gewonnene Lösung im "sowohl als auch" erinnert mich daran, dass sogar die Physik (Quantenphysik) diese Möglichkeit als eine Eigenschaft der als Konzept aufgelösten "Materie" entdeckt hat.
      Ich würde übrigens meinen, dass sich diese Theorie sehr gut mit dem verbindet, was Hannah Arendt in "Vita Activa" beschreibt und wenn wir von den Anarchisten sprechen, auch mit den Vorstellungen von Emma Goldman. Lenin mochte sie durchaus, sagte aber, als sie ihn besuchte, wenn er ihr folgen würde, könnte er sich keine Woche halten. Das sehe ich auch als das Problem, das den bolschewistischen Sozialismus zerstört hat. Die UdSSR war eine belagerte Festung und man wagte nicht, die erforderlichen ZENTRALEN Schritte zu gehen. Wie Du sagst – die Entwicklung der sozialistische Gesellschaft braucht Zeit und damit auch Frieden. Den gab es nie. Aber man hätte es irgendwann riskieren MÜSSEN – besiegt zu werden hätte notfalls auch nicht schlimmer ausgehen können, als "sich selbst zu besiegen", wie es dann gekommen ist. Vielleicht hätten dann die Menschen dennoch gesiegt?
      Dass es nochmal einen Neuanfang geben kann, mag ich mir wünschen, aber einen Silberstreif am Horizont vermag ich nicht zu erkennen. Von dort sehe ich eher Mad Max mit seinem zusammengeschusterten Gefährt heranbrausen.

    • Deakehler sagt:

      Box ich danke sehr für die ausführliche Auffrischung,
      bei mir war der Input vor über 50 Jahre. Die Mutter meiner 3 Kinder war aktives Mitglied einer Kommunistischen Partei in den 70ern.
      Ich wollte auf einen anderen Punkt hinaus.
      Wilhelm Wundt der allgemein anerkannte Vater der Psychologie. Die Trauerbekundung seines ehemaligen Studenten Bernhard Rostin enthielt folgenden Wortlaut: "Eine Schmach für das deutsche Volk, einem seiner größten Geister nicht mehr Ehre zu erweisen".
      Auffällig die Anzahl amerikanischer Wissenschaftler die Wundts Vorlesungen beiwohten, sie erkannten das Potenzial seiner Arbeiten. Eine Vielzahl dieser Wissenschaftler gehörten dem chicagoer Wissenschaftzentrum in den USA an. Stirner sieht bereits den wesentlichen Unterschied zwischen den amerikanischen und europäischen Weg und stellt Vergleiche an. Viele Amerikaner sehen wissenschaftliche Arbeiten, ohne erkennbaren Nutzen, als Schöngeisterei an. Es ist erschreckend wie Psychologie und Soziologie in den Staaten, von der kapitalistisch finanzierte Wissenschaft gefördert werden, ohne erkennbare positive gesellschaftliche Auswirkungen. Amerika ist das Wissenschaftzentrum und in den Händen des Kapitals und dieses will Nutzen aus Investionen ziehen, das ist der amerikanischer Weg. Im Gespräch mit Amerikanern wird einem, vom Gegenüber oft eine menschliche Eigenschaft entgegengehalten, um das Gespräch von zu sehr interlektuellen Gedankengängen abzubringen. Die Wissenschaft muß konkreten Zielen folgen. Die oben genannten Wissenschaften sind klar erkennbar von der Werbeindustrie übernommen und die Ergebnisse wissenschaftlich weiter erforscht. Inzwischen wird kaum ein Erzeugniss, ohne gewissen manipulativen Regeln zu Folgen, konzipiert. Warum wurde der Kommunismus in Ländern mit niedrigen allgemeinen Bildungsniveau und hoher Korruption von Philanthropen gefördert? Meine These: weil klar zu erwarten ist, dass oligarchische Strukturen entstehen und entsprechender Opportunismus das Geschehen steuern lässt. Ein Hauptwerk Wilhelm Wundts ist die Völkerpsychologie. Das bestehende Geldsystem ist in bestimmten Händen. Börsencrashs, Sanktionen, Gewinnaussichten geben Handlungsspielraum. Erst Kehler, ein in der DDR hochangesehener Antifaschist, beschreibt in seinen Buch, "Einblicke und Einsichten", seine Kindheit in der Weltwirtschafstkrise, "Wer in den Inflationsjahren Dollars oder andere wertbeständige Valuta besaß war ein Krösus". Warum war der Dollar wertbeständig in dieser Zeit? Die Weltwirtschaftkrise ermöglichte erst die Übernahme wichtiger Industriebereiche in Deutschland durch amerikanischen Investoren, ein später kriegsbestimmendes Detail. Die Zufälligkeit des Marktgeschehens halte ich für für gut inzenierte Gaukelei und gesteuert. Gewinnaussichten, Prognosen und Gründe werden vom Mainstreamjounalismus, der sich bekanntlich in Händen des Kapitals befindet, unter das Volk gemischt. Die Profilierungssucht und die zu erwartenden Gewinne halten die "Insider" immer hungrig, jeder Erfolgreicher in diesem System hält seine Geschäfte geheim, das Dogma, über Geld spricht man nicht, kennen die Meisten. Ich wende die aktuellen Erfahrungen mit Berichterstattung auf diese, im Aufbau identischen Medien an und komme nicht umhin Schlüsse zu sehen.
      Warum sollte ich auf diesen Hintergrund mich in den Gedanken des Kommunismus verlieren? Den Eingangs erwähnten Gedanken Marx schliesse ich mich hochachtungsvoll an, jedoch aus einer anderen Perspektive. Stirners Gedanken, sind wenn man den Berichteten Glauben darf, Grundlage Rudolf Steiners Erziehungslehre. In der Walddorfpädagogik wird konkret das von Marx beschriebene Sein befreit und Raum gelassen, um die Grundlagen der freien Entscheidung zu fördern. Eine selbsterlangte Motivation ist durch nichts zu ersetzen. Erwachsenenbildung gelingt nur selbstmotiviert. Hier wurde eine Synthese beider Denker verwirklicht und die von Marx gesehene gesellschaftlichen Verhältnisse berücksichtigt. Diese Offenheit fehlt dem Kommunismus, stattdessen ist ein Glaubenskrieg entstanden. Ich halte die Arbeiten von Marx und Engels für wichtige Meilensteine, die sich weiterentwicken können und in Lehrpläne gehören. Die Glaubenskriege der Weimarer Republik wurden bewußt geschürt, um ein ausnutzbares Chaos zu Erzeugen, der Fabianismus der Sozialdemokraten, eine glühende schmiedbare Welt, ist bis heute die veränderbarste Welt. Abraham Geiger, ein bedeutender liberaler jüdischer Philosoph des ausgehenden 19ten Jahrhunderts bezeichnet Christentum und Islam als Erzeugnisse des Judentums. In seiner Preisgekrönten Dissertation führt er den Nachweis beim Islam durch. Leider konnte ich diese Arbeit nirgends auffinden, für Hinweise bin ich dankbar. Ähnlichkeit in den Strukturen erkenne ich beim Kommunismus. Man muß Gläubiger sein und die heiligen Schriften beherrschen, Menschen dieser Glaubenrichtungen lassen sich von Glaubensführern zu den fragwürdigsten Handlungen verleiten. Die Einleitung eines machtpolitischen Angriffs, ist unter entsprechender Polemik, ein Standard der Geschichtsschreibung. Eine Erlösungshoffnung wird bei Einhaltung bestimmter Parameter, in Aussicht gestellt, ohne einen reeles Ziel, sondern begründet auf ein nicht verifizierbares Gedankengebäude, also Gutglauben. Apriorisch wird ein Filter gesetzt und menschenverachtender Aktionimus, mit dem eigentlichen Zielen widersprechenden Auswirkungen, kann daher als Kolateralschaden akzeptiert werden und endfremdet uns. Demokratie ist eine sich entwickelnde Form und sollte sich vom Kleinsten zum Nächsthöheren entwickeln. Die Kleinsten sind nun mal unsere Kinder und Basis jeder folgenden Ordnung, Jesus betont diese Wichtigkeit und wir lassen sie, aus vermeindlichen Materiellen Glauben, im Stich. Unser Wohlstand nährt, im Großen und Ganzen unseren materiellen Egoismus, und nicht das Wohlergehen jeden Einzelnen, deshalb ist Sichtweise, Jeden Neuankömmling als Einziger zu sehen und zu fördern, eher zielführend.
      „Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.“
      Jedoch ein Bewusstsein, welches das Erkennen des Seins beinhaltet, erst die Grundlage bietet, das zukünftige Sein, zu Beeinflussen.

  19. Engelchen sagt:

    Hallo liebes Team.

    Ich werde gerade etwas sauer. Ich zahle für die KenFM App und das eigentlich auch sehr gerne.

    Es wäre jedoch wünschenswert, wenn zum einen die verdammte Suchfunktion auch funktionierte und darüber hinaus, die aktuellsten Beiträge auch in der App erschienen.

    Ich plane definitiv nicht jeden Tag minimum eine viertel Stunde an Zeit zu vergeuden (die ich nicht habe und mir ohnehin sehr effizient zurecht plane), nur um nach unfassbarem Aufwand in der Lage zu sein, mir beim Duschen endlich Eure Beiträge anhören zu können.

    Ich habe die App vor allem deshalb bezahlt, damit ich Podcasts werbefrei herunterladen und mir anhören – oder, im Falle von Videos – mir unterwegs ansehen kann.

    Auch der auf der Website befindlichen 'download mp3' Knopf ist überhaupt kein Download! Es ist bloß ein weiteres Fenster mit dem exakt selben STREAM (!) der ab einem Drittel oder so nicht weiter buffert, solange man nicht bereits diesen Teil des Streams angehört hat.

    Die App und der Downloadknopf verlieren jeden Sinn, ganz zu schweigen von der Suchfunktion, wenn all diese nicht funktionieren.

    Ich weiß nicht wie sowas kommen kann, bin auch kein IT-Experte. Aber ich kann mir nicht Stunden an Zeit nehmen um ANDAUERND solche Kinderpatzer zu kurrieren, oder mir gar in meiner kaum vorhandenen Freizeit, mich hinzusetzen und mir alles vor dem PC sitzend anzusehen, bzw anzuhören.
    DIes verfehlt daher jeden Sinn und Sie machen es solchen Leuten, die sich trotz eventueller Arbeit, Sport, Haustier und Familie, sowie Freunde und Haulshalt versuchen, sich gut zu informieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in Ihrem Interesse ist.

    Eigentlich wollte ich vor mehr als einer halben Stunde unter der Dusche stehen, jedoch konnte ich den Beitrag "Eve of destruction" schlicht hnd einfach nicht in der App finden. -Auch unter 'Standpunkte' nicht.

    Bitte beheben Sie dieses Problem so schnell wie nur möglich. Dies mag wie eine Kleinigkeit erscheinen, aber im Bad habe ich nun mal kein Wlan und das kann auch auf keinen Fall der Anspruch sein.
    Auch für unterwegs ist dies ein bisschen scheiße.

    Mit Liebe an Ken Jebsen (bitte zeig dich wieder!), Uli Gellerman und alle anderen Eures grandiosen Teams.

    • Querdenker sagt:

      @Engelchen: Das im Blog hier techn. noch einiges verbesserungswürdig ist, mag ich nicht in Abrede stellen. Aber was den Download betrifft, kann ich ad hoc Abhilfe schaffen:

      Zum Download des Podcasts einfach auf den Button "Download" mit der rechten Maustaste klicken. Im sich darauf öffnenden Kontextmenü den Punkt "Ziel speichern unter …" auswählen und schon kann der Podcast heruntergeladen werden. Der Text des Menüpunkts kann von Browser etwas variieren.

      Zum Download eines Videos hier auf KenFM: Video starten und rechts unten auf den Link "PeereTube" klicken. Dort wieder rechts unten (im weißen Bereich) auf den Link "Download" klicken und voilà das Video kann als Torrent oder direkt herunter geladen werden 🙂

      HTH

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