KenFM im Gespräch mit: Evelyn Hecht-Galinski

Evelyn Hecht-Galinski wurde 1949 in Berlin als Tochter des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Heinz Galinski, geboren. Das Motto ihres Vaters, „Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen“, macht sie auch für sich geltend, und setzt sich für Frieden und Wahrung der Menschenrechte im Nahen Osten ein. Da dies auch mit Kritik an der Israelischen Regierung verbunden ist, wird ihr regelmäßig von einem „Pornoverfasser“, wie sie ihn nennt, Antisemitismus vorgeworfen. Diese Vorwürfe weißt sie jedoch zurück, denn zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus gibt es erhebliche Unterschiede, was sie auch in ihrem Buch „Das elfte Gebot: Israel darf alles“: Klartexte über Antisemitismus und Israelkritik festhält.

Ken Jebsen im Gespräch mit Evelyn Hecht-Galinski über den Israel-Palästina Konflikt, Antisemitismusvorwürfe, die Studentenbewegung in den 60er- und 70er-Jahren, den Iran und weiteres.

5 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Evelyn Hecht-Galinski

  1. „Rhetorisches Filetieren“???

    Hm?!

    Eher so wie stets erwartet – Ken lädt sich jemanden ein, der meinungstechnisch mit ihm auf einer Wellenlänge schwingt und füttert diesen mit mundgerecht vorformulierten Fragen, die Gast und Fragesteller gleichermaßen wenig weh tun.

    Stattdessen sind das ununterbrochene Ballwechsel, die stets bequem aufgenommen und zurück geschlagen werden können.

    Ende von allem: Alle sind glücklich und jeder hat sich wieder mal als Mitglied einer unverstandenen und zu Unrecht gedissten „Sekte“ darstellen können.

    Nichtsdestotrotz – lieber so eine propagandistisch wirkende Sendung, die den richtigen Geist in sicht trägt als das übliche Brainwashing der Leitmedien.

    Weiter so.

    Gruß, A.

    • Lieber Andreas,

      das sehe ich anders, weil ichs erfahren durfte.

      Zunächst einmal: Es macht einen Unterschied, ein Musikstück zu hören oder es selbst zu produzieren. Es macht einen Unterschied, ein Interview zu hören oder es selbst zu geben und zu leiten. Es macht einen Unterschied, ein Buch zu lesen oder es selbst zu schreiben.
      Und: Es macht einen Unterschied, eine Idee zu haben oder sie selbst zu realisieren.

      KenFM hat bisher vier Interviews ins Netz gestellt. Alle vier Interviews haben unterschiedliche Themen und nur eines ist bei allen gleich (vielleicht bei Serdar Semuncu nicht): die Auffasssungen der Interviewten sind „nicht embedded“.
      Ich folge daraus, dass KenFM ein großes Interesses daran hat, „nicht-embeddede Meinungen offenzulegen“ und sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen. Das macht er sogar so gut wie umsonst.

      Bei den Ballwechseln geht es um Stil- und Gesprächsführung, um einen großen Kreis aufzuzeigen.
      Als ich bei KenFM zum Interview war, habe ich mich weder vorher noch nachher oder sonst wie in meinem Leben mit meiner Arbeit als Teil eines Sekte oder als Teil eines Sektenglaubens gefühlt oder solches praktiziert.

      Mich machen genau solche unüberprüften Äußerungen ärgerlich, weil sie die Inflation von Bildung und gebildet sein aufzeigen, was mich erschreckt; weil es so viele Leute im Netz gibt, die einfach lostippen ohne das Geschriebene zu überprüfen und dann ins Netz klicken.

      Wenn dieses Interview propagandistich wirkt, dann bin ich ja mal auf den Begriff gespannt, den man für die TV-Sender des ZDF u. des ARD finden müsste.

      Eines meiner ersten Bücher, die ich mir 1980 gekauft habe, war der Duden; im März diesen Jahres habe ich mir den Wahrig gekauft. Wäre schön, wenn einer dieser Beiden oder der Pons in so manchen Regalen stehen würde und so abgegriffen wäre, wie mein erster Duden vor über dreißig Jahren.
      Ist nicht bös gemeint sondern ein guter Tipp. Mich nerven einfach so manche Hüftschüsse, die einfach nicht stimmen.

      Liebe Grüße
      Rüdiger Lenz

    • Hallo Rüdiger,

      ich finde es auch befremdlich, daß jemand wie Andreas sich alarmiert fühlt, wenn ein Interviewer mal eben nicht – wie heutzutage wohl eher üblich – dem Interviewpartner versucht, das Wort im Munde herumzudrehen, und mit Suggestivfragen oft unwahren Inhaltes in die Defensive zu drängen.
      Mein Eindruck ist, daß Ken sich sehr gut vorbereitet, und es schafft, in einem Interview die Ansicht der betreffenden Person in einem wohlstrukturierten Gespräch herauszuarbeiten. Beziehungsweise die Möglichkeit dazu zu bieten.
      In der Kürze der Zeit – zur Wahrheit gehört immer auch Vollständigkeit – da ist es kritisch, was man weglässt.

      Und eigentlich ist es genau das, was ich wissen will: Nicht das, was Ken denkt, sondern das was „der wo interwiewt wurde denkt“ ;o)

      Also das mit dem „Filetieren“ von IronCandy habe ich auch nicht so recht verstanden – meistens sind doch gerade die Gräten das Interessante? *g*
      IMHO lässt Ken genug davon drin. Ok, könnten vielleicht ein paar mehr sein *g*

      Noch eine etwas OT Anmerkung bzgl. des Medienzirkusses, des Universums, und dem ganzen Rest:
      Das Format Video finde ich ganz wichtig.
      Ich hatte mir vor einiger Zeit mal das *Hör*buch von Eva Herman „Der Preis der Wahrheit“ reingezogen. Weil ich einfach mal wissen wollte, wie der Mainstream einen einfach mal so zerlegen kann..
      Also hätte ich das als Buch gelesen, hätte ich es nach dem ersten Drittel weggelegt. Ich habe halt nur meine eigene Erzählerstimme, die die Worte interpretiert. Wenn ich mir das selber lesen würde, käme das sehr trocken rüber.
      Als Hörbuch ist das Buch sehr spannend und emotional, sie liest das selber.
      Für mich steckt sehr viel Information darin, *wie jemand etwas sagt. Nicht nur, was jemand sagt. Bis auf die wirklich guten Autoren, die den Raum zwischen den Zeilen hinreichend füllen können.
      Leise lesen live? Nee: Besser laut lesen lassen! ;o)

      Vielleicht könnte Ken mal einen Beitrag machen -„Jetz stellemer uns mal janz dumm: Wat eijentlich issene Journalist?“ ;o)

      LG
      waldbaer
      Ein Hörbuchfan – besonders bei Fantasy und Krimis und so..

  2. Ein hervorragendes Interview, das Person, Anliegen, Position und Ethik von Frau Evelyn Hecht-Galinski klar und gründlich offenlegt! Beide Akteure, der Interviewer wie die Interviewte stellen wohl derzeit die Creme de la Creme politisch-ethischer Denk- und Handlungsfähigkeit dar in Deutschland. Nicht zuletzt deswegen, weil sie sich an Propagandafeldzügen oder Schmier- und Hetzkampagnen der klassischen Mainstreammedien nicht beteiligen, sondern differenzieren, selbstkritisch sein können und sich klar absetzen vom Niveau der Fernseh-Talker. Zwei Leuchttürme der Freiheit und Anständigkeit in einer Zeit der grassierenden Diktatur und Dritten-Weltkriegs-Wahrscheinlichkeit!

Hinterlasse eine Antwort