Fack ju Göhte – über die Fehler im Bildungssystem

von Laurent Stein.

Spätestens seit Pisa ist klar: Über wenige Themen regt sich der Deutsche so gerne auf wie über das Bildungssystem. Dabei wäre doch alles ganz einfach, würde man sich nur an der bayerischen Verfassung orientieren. In aller Klarheit steht dort geschrieben: „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.“

Bei der Einfachheit dieses Satzes verwundert es, wie weit wir uns inzwischen von dieser simplen Prämisse entfernt haben. Denn während wir fast erstarren, in völligem Entsetzen über das Abschneiden der deutschen Schüler im internationalen Vergleich, übersehen wir, dass insbesondere die so oft zitierte PISA-Studie sich lediglich auf die Lesekompetenz, mathematische Fertigkeiten sowie die naturwissenschaftliche Grundausbildung beschränkt. Da erscheint es nicht weiter verwunderlich, wenn aufgrund der kollektiven Versteifung auf PISA, eben jene nicht erfassten Werte, etwa die Ausbildung von Herz und Verstand, auf der Strecke bleiben.

Schule ist heutzutage vor allem eins: Wettbewerb. Dieser beginnt – vorausgesetzt die Eltern können dem Drang widerstehen den eigenen Nachwuchs nicht bereits im Vorschulalter bei einem „kindergerechten Englischkurs“ anzumelden (die Koreaner schlafen bekanntlich nicht) – spätestens mit dem Eintritt in die erste Klasse. Es läuft eine Tiefenindoktrination an, bei der die Kompasse der Sprösslinge auf lebenslanges Konkurrenzdenken neu kalibriert werden.

Eine der Ursachen allen Übels liegt in der Natur des Wettbewerbes: Er produziert Gewinner und Verlierer. In der Folge finden sich am unteren Ende der Verliererskala die knapp 50.000 Jugendlichen wieder, die hierzulande jedes Jahr die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Majorität dieser jungen Leute wird ein Leben lang keiner anspruchsvollen Arbeit nachgehen können und in einem ständigen Wechsel zwischen dem Bezug staatlicher Hilfsgelder, Berufsvorbereitungen und schlecht bezahlten Jobs verharren. Und während sich auf der anderen Seite die angehenden Akademiker auf der Sonnenseite wähnen, ignorieren sie schlicht die Tatsache, dass gerade sie es sind, die heute mehr denn je, aufgrund der demographischen Entwicklung, für diese Missstände finanziell aufkommen werden müssen. Bei näherer Betrachtung verlieren also alle.

Dieser Absurdität zum Trotz müssen die „Gewinner“ dennoch irgendwie ermittelt werden. Es erfolgt eine Unterteilung in sehr gut bis ungenügend anhand von Noten, wobei derjenige mit dem besten Notendurchschnitt als besonders gut gilt. Künstlerisch, musikalisch, sportlich oder einfach kreativ begabte Schüler schauen dabei allerdings besonders dumm aus der Wäsche, haben ihre Talente doch nur einen marginalen Einfluss auf die Endnote.

Mit Fixierung auf diese Bewertungsmuster zeigen sich viele Eltern enttäuscht, wenn ihre Kinder den eigenen Erwartungen nicht gerecht werden, sich also bei gewissen Themen schwerer tun als andere und demnach vom System als eher „mangelhaft“ abgestempelt werden.

Sie vergessen, dass jeder Mensch mit einem individuellen Bündel an Kompetenzen und Talenten zur Welt kommt und glücklicherweise nicht jeder alles gleich gut beherrschen kann.

Das Endprodukt dieser fortwährenden Klassifikation ist eine Armada an Heranwachsenden, mit äußerst geringer Selbstachtung. Und wie wir wissen hat eine Person, die sich selbst nicht liebt, nur wenig Liebe für Andere übrig. Diesen Zusammenhang zu erkennen, ist in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung (Stichwort: AFD, Pegida, Erdogan) essentiell, wenn derartigen  Entwicklungen in Zukunft die Grundlage entzogen werden soll.

Ein weiterer struktureller Fehler im System liegt in der mangelnden Chancengleichheit. Sie macht sich bemerkbar, durch den Einfluss, den unter anderem das verfügbare Familieneinkommen oder die Herkunft auf die schulische Leistung hat. Natürlich bekommen alle Kinder denselben Unterricht und es ist falsch den Lehrkräften per se zu unterstellen, sie würden willkürlich bestimmte Schüler bevorzugen. Dennoch ist es völliger Nonsens nach lediglich vier Schuljahren, die Leistung eines Kindes aus einem Akademikerhaushalt, welches individuelle Hilfe durch die Eltern oder einen Nachhilfelehrer in Anspruch nehmen kann, mit der Leistung eines Flüchtlingskindes oder eines Kindes aus problematischen Verhältnissen zu vergleichen. Sicher, absolute Chancengleichheit wird es nie geben, schon gar nicht in Anbetracht der aktuellen Vermögensverteilung. Es ist jedoch keineswegs naiv zu behaupten, dass bei der Minimierung der Kluft zwischen ungleichen Startchancen, noch reichlich Luft nach oben ist.

Leistungsdruck und Zukunftsangst haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Woran liegt das? Eine Antwort hierauf liefert das Phänomen der Zeitkompression. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Dekaden kontinuierlich angestiegen. Alleine zwischen 2000 und 2010 stieg die Lebenserwartung der Deutschen von 77,9 auf 80,9 Jahre. Im Kultusministerium reagierte man auf diese Entwicklung mit dem G8, also achtjährigem Gymnasium. Während uns im Zeitalter von Burn-Out und Depression bewusst wird, wie wichtig periodische Entschleunigung sein kann, beschleunigen wir die ersten Lebensjahre unserer Kinder in einer Art und Weise, die sie mit vollem Karacho in Richtung frühzeitiger Burn-Out-Erfahrungen rasen lässt. Berufsvorbereitung eben. Und obschon bekannt ist, dass die Erzeugung von Druck dem Wecken von Interesse diametral gegenüber steht, wird den Lehrern mit dem G8 ein Großteil ihres individuellen Gestaltungsraumes genommen, da die Lehrpläne sie dazu zwingen die Gehirne der Kinder in möglichst wenig Zeit mit möglichst vielen Informationen zu überfluten. Aus „für mich ist es auch die sechste Stunde“ wurde so „für mich ist es auch die zehnte Stunde“, was den Anteil der zwar physisch anwesenden jedoch geistig vollkommen abwesenden Schüler nicht gerade verringert hat.

Wo also sollte man ansetzen, um den aktuellen Trend umzukehren?

Die zentralen Figuren an den Schulen sind und bleiben die Lehrer. Wenn wir die Bildung unserer Kinder verbessern möchten, müssen im Umkehrschluss auch die Ausbilder besser werden. Dies kann erreicht werden, indem eine Umwelt kreiert wird, in der die begabtesten Studenten weniger in die Chefetagen von Investmentbanken und Großkonzernen abwandern, sondern vermehrt eine Laufbahn als Lehrer einschlagen. Es geht also um die gesellschaftliche Aufwertung des Lehrerberufes. Dafür muss das Studium einen neuen Fokus setzen, soll heißen vor allem praxisorientierter werden. So wie ein naturwissenschaftlich Minderbegabter aus dem Studium der Elektrotechnik rausfliegt, kann auch derjenige, der mit Kindern nicht klarkommt, kein Lehrer werden. Der natürliche Filterungsprozess, der bei den meisten Studiengängen stattfindet, ist bei Lehramtsstudiengängen quasi inexistent. Nicht die zumeist aus purem Aktionismus entstehenden Anpassungen der Lehrpläne, sondern eine größere Anzahl an besser ausgebildeten und für den Beruf geeigneten Lehrkräfte stellen das Fundament für positive Veränderungen an unseren Schulen.

Darüber hinaus müssen wir den Phänomenen der Neuzeit endlich ins Auge blicken.

Der Schlafrhythmus der heutigen Generation ist ein anderer als der ihrer Eltern. Bedingt durch das Aufkommen neuer Technologien geht heute kaum ein Jugendlicher vor 23:00 Uhr ins Bett. Dementsprechend unausgeruht, missmutig und konzentrationsunfähig starten die Schüler in den Tag. Sie greifen schon in jungen Jahren zu Aufputschmitteln wie Energy Drinks und Kaffee, um auf der Schulbank nicht wegzudösen. Warum also nicht den Schulstart um eine halbe oder gar eine ganze Stunde nach hinten verschieben? Das gefährdet zwar Arbeitsplätze in der Energy-Drink-Industrie, wäre aber eine Win-Win-Situation für Schüler und Lehrer.

Auch für ein weiteres Novum sind die neuen Technologien – Smartphones im besonderen – hauptverantwortlich: Infolge der permanenten Reizüberflutung, der unsere Gehirne ausgesetzt sind (Facebook Notifications, Whatsapp Nachrichten, …) hat sich die Konzentrationsfähigkeit des Durchschnittsbürgers dramatisch verschlechtert. Laut einer Studie von Microsoft haben Goldfische inzwischen eine längere Aufmerksamkeitsspanne als Menschen. Dies stellt die Lehrer vor eine neue Herausforderung: Wie schafft man es, angesichts dessen, dass die Schüler nach einer gewissen Zeit sowieso abschalten, sie nicht für die gesamte Stunde zu verlieren, sondern immer wieder ins Boot zu holen?  Die von jugendlichen massenhaft konsumierten Netflix Serien, bei der eine neue Folge mit „was bisher geschah“ eingeleitet wird, können hierbei als Vorbild dienen.

Alles in allem wird der Unterricht sich wandeln müssen. Vor allem in puncto Praxis gibt es Nachholbedarf, denn Theorie alleine ist ein zweischneidiges Schwert. Sie ist zweifelsohne sehr wichtig, aber zumeist auch unglaublich öde. Vor allem naturwissenschaftlicher Unterricht könnte durch zeitweise Verlagerung des Unterrichts aus einem muffigen Klassenzimmer in eben jene Natur aufgelockert werden. Schnell würde den Schülern klar werden, dass eine strikte Trennung in Physik, Chemie und Biologie der Natur komplett zuwider läuft und genau genommen alles miteinander zusammenhängt. Die Schüler würden aus ihrer Passivität gerissen und demzufolge wäre es für die Lehrer einfacher ein lebendiges Unterrichtsklima zu generieren.

Der Unterricht muss sich heute schlicht und ergreifend mehr an der „echten Welt“ orientieren, die Schüler auf das „echte Leben“ vorbereiten, damit diese in Zukunft „echte Lösungen“ für die Probleme unserer Zeit entwickeln.

Volker Pispers hat völlig recht wenn er sagt: „Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern in der Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschule!“ Das Gymnasium hat er in dieser Aufzählung vergessen zu nennen.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

43 Kommentare zu: “Fack ju Göhte – über die Fehler im Bildungssystem

  1. Eines noch, wegen des Propaganda-„March for Science.“

    Hier:

    March for Science – Dead Men Walking
    Nach dem dem Pulse of Europe Spektakel eine weitere Choreographie politischer Verlogenheit: der March for Science!
    https://www.rubikon.news/artikel/march-for-science-dead-men-walking

    Und hier:

    „Eierlauf der deutschen Wissenschaft“ – Mails von Leserinnen und Lesern zum Marsch der deutschen Wissenschaft
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=37917

    Erstaunlicherweise werden die Marschierer, unkommentiert, vom Kritischen(?) Netzwerk verlinkt:

    Die 10 Gebote der Rationalität
    von Michael Schmidt-Salomon (Giordano-Bruno-Stiftung)
    http://www.kritisches-netzwerk.de/forum/die-10-gebote-der-rationalitaet

  2. Da kann ich eine Lanze für die Berufsbildung brechen: Da hat man vor etlicher Zeit die Fächersystematik aufgegeben und ein „Lernfeldkonzept“ umgesetzt, welches auf die Vermittlung von „Handlungskompetenzen“ abzielt [1].
    Dass die Unterteilung der Persönlichkeit eines Auszubildenden in „Kompetenzen“ problematisch ist, hat Herr Mausfeld auch bereits ausgeführt.

    [1] http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2011/2011_09_23_GEP-Handreichung.pdf S.9f

  3. ….“Grundschulkinder wollen in der Regel etwas leisten. Insofern ist eine leistungsorientierte auch eine kindorientierte Grundschule.“…
    Auszug Leistungsbeschreibung der Grundschule – Sachsen
    Quelle: https://www.schule.sachsen.de/download/download_smk/leistungsbeschreibung_gs.pdf

    Da fängt es schon bei den Kleinen an. Es zielt darauf ab sich im Arbeitswettbewerb durchzusetzen. Es soll ein Mensch geformt werden der sich hauptsächlich über seine Leistung definiert und Mitmenschen an ihrer Leistung misst.

  4. Anbei die auf dem Rubikon stattfindende Schulpflichtdebatte. Als derzeit am Wesentlichsten erachte ich den dritten Teil, sinngemäß wiedergegeben, es sind unsere Schulen, machen wir was daraus:

    Hurra, hurra, die Schulpflicht brennt! – Teil 3

    Das Plädoyer von Sven Böttcher für die Abschaffung des „Schulzwanges“ hat für einigen Wirbel gesorgt.

    In solchen Fällen mangelt es nicht an Vorwürfen. Dass der Text in ihrer Wurfweite liegt, hat der Autor bereits einleitend vorweggenommen bzw. geahnt: Wer dieselbe Forderung wie die der AfD erhebe, betreibe „Querfrontpolitik“ und sei ein „linker Nazi“. Andere haben sein Plädoyer in die Linie „neoliberaler“ Politiken gestellt: schlanker Staat (ausschließlich mit Blick auf die soziale Frage) und eine Rückbesinnung auf die Familie.
    (…)
    Hurra, hurra, die Schule brennt…

    Das war ein Song aus den 80er Jahren, das wir gerne gehört haben – auch wenn er ein bisschen zu poppig war, eben Neue Deutsche Welle. Diese reichte dennoch aus, um die öffentlich-rechtlichen Sender dazu zu bringen, den Song von ‚Extrabreit’ nicht auszustrahlen, da sie darin einen Aufruf zur Brandstiftung sahen.

    Abgesehen davon hat dieser Song natürlich eine Stimmung wiedergegeben, die so das ziemliche Gegenteil vom dem ist, was heute in Schulen und Universitäten vorherrscht.

    Damals hatten wir zwar keine Schule angezündet, aber wir haben uns dort alles andere als Lernschafe gefühlt. Wir haben angekündigt, bei Prüfungen abzuschrieben und haben dies gemacht. Wir haben uns langweiliger „Pflichtstoffe“ verweigert. Wir haben unseren eigenen Lernstoff auf den Lehrerpult geworfen. Wir haben die Form des Lernens verändert.

    Und wir hatten gelernt, was eine Klasse für eine Macht sein kann, wie hilflos ein Lehrer ist, wenn er nicht gestylten Ich-AG‘s gegenübersteht.

    Wir haben uns also – in einem gewissen Maße – die Schule so gemacht, wie wir sie haben wollten und haben uns gefreut, von zuhause weg zu sein.

    Ich würde vorschlagen, dass wir uns darin ermutigen. Dann würde sich das mit der Schulpflicht von alleine erledigen.

    https://www.rubikon.news/artikel/hurra-hurra-die-schulpflicht-brennt-teil-3

  5. Ich muss es wissen, denn ich studiere Lehramt, und ich erkenne, dass die Didaktik – zumindest was Mathe und die Naturwissenschaften angeht – heute so schlecht ist wie vor 30 Jahren.
    Es wird immer noch versucht den Schülern wissen „reinzudrücken“ anstatt sich mit den wirklich interessanten und wichtigen Fragen auseinanderzusezten.
    Auch wenn das Reindrücken von Wissen und Lerninhalten heute vielleicht auf etwas abwechslungsreichere, multimediale Art und Weise geschieht, ist es dennoch immer ein Reindrücken.
    Das Generieren aber von echtem Verständnis wird auch nicht an den Universitäten gelehrt und schon gar nicht an den Schulen praktiziert.
    Denn es ist zum einen sehr zeitintensiv und zum anderen verlangt es eine Wissenstiefe und Verständnis, sowohl auf fachlicher und als auch auf fachdidaktischer Ebene, die im jeztigen Lehrerausbildungssystem nicht zu erreichen ist und auch scheinbar nicht gewollt wird.
    Für begabte Schüler ist unser Schulsystem nur ein kleines Ärgernis, aber für die vielen, die nicht von Haus aus mit einer besonders guten Auffassungsgabe gesegnet wurden, ist unser jetztiges Schulsystem eine Katastrophe.
    .
    Aber vielleicht ist das ja auch alles so gewünscht, damit wir demnächst wirklich 2% des Prozent des Bruttoinlandsprodukts ins Militär stecken, ohne dass die Bevölkerung sich dagegen aufbegehrt.

  6. Bildung ist ungleich Wissen.

    Chancengleichheit ist ein Euphemismus für Wettbewerb, bedingt diesen sogar, wie in jedem verblödenden Systemglauben.

    Die vermeintliche Evolution des Wachstums- und Fortschrittsgläubigen ist längst der Degeneration gewichen. Die Denkfehler enstehen im Idealismus, der Mensch als Schöpfergott des Übersinnlichen, Übermenschlichen, Übernatürlichen, nicht greifbaren, nicht verstehbaren. Das Ideal ist das Opium des Menschen.

    Uniform straffen und darauf ein dreifach kräftiges

    Hurra, Hurra, Hurra.

    *Hacken zusammenknall*

  7. Eine längst überfällige, wie auch langweilige und leicht zu lösende Debatte. Die Verknüpfung von Unterrichtsfächern wie Biologie, Mathematik, Chemie und Physik ist zu komplex und würde nur für noch mehr Unverständnis sorgen, dafür ist dann eben das Studium da, nicht das Gymnasium.

    Von zentraler Bedeutung sollten eigentlich Fragen sein wie die, die von der Band „Steinkind“ gestellt wird: „Warum kann man Bildung immer noch vererben, warum hat nicht jeder Mensch die selbe Chance auf lernen? “ von 2009 wohlgemerkt.

    Sollten geistig und/oder körperlich behinderte Schüler tatsächlich mit „normalen“ Schülern zusammen unterrichtet werden?

    Und all dem geht der Satz von Pispers voraus der sinngemäß sagt: „Ich stehe seit 30 Jahren auf der Bühne und warte seit 30 Jahren auf Veränderung, doch muss bisher nur ein paar Zahlen und Namen austauschen. “

    Im Zentrum stehen selbstverständlich die Schüler, doch werden diese von den Eltern und deren Entscheidungen so stark beeinflusst, dass eben leider sich die Wünsche und eben der Verstand der Eltern ändern müssen, damit der Schüler eines Tages überhaupt eine Chance hat. Auch ein abgeschlossenes Studium ist keine Garantie mehr für einen Arbeitsplatz!

  8. Werte Frau Stein,

    es ist gut, dass das Thema Bildung auch auf KenFM und durch Sie als Autor diskutiert wird, jedoch beleuchten Sie die Probleme sehr oberflächlich. Wenn es um unser Bildungssystem geht sollte man nicht nur die Sichtweise der Eltern von außen darstellen, sondern auch die der Lehrer, Schüler und ja auch der Wirtschaft mit einbeziehen. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, liegt meiner Meinung nach der Fehler in der Entwicklung unserer Gesellschaft und wie der Staat (Kultusministerium) darauf reagiert.

    Mit freundlichen Grüßen

    T.Richter

  9. Dem Meisten stimme ich zu, aber man muss auch realistisch bleiben:

    „Künstlerisch, musikalisch, sportlich oder einfach kreativ begabte Schüler schauen dabei allerdings besonders dumm aus der Wäsche, haben ihre Talente doch nur einen marginalen Einfluss auf die Endnote.“

    Künstler, Musiker und Sportler haben allerdings auch nur einen marginalen Einfluss auf den allgemeinen Wohlstand. Sie bauen keine Häuser, produzieren keine Nahrung und keinen Strom. Und 99% der Menschen interessieren sich für 1% der Künstler und Sportler. Ich halte es für unverantwortlich, Kinder zu einer Karriere in diesem Bereich zu ermutigen, da gerade dort der Wettbewerbsdruck und die Gefahr, nicht davon leben zu können, besonders hoch sind.

    Schulen müssen das an Bildung liefern, was die Gesellschaft nachfragt. Wenn ich zu Hause im gemütlichen Sessel bei einer Tüte Chips und einem Bier ein Fußballspiel anschauen möchte, brauche ich dafür nicht nur 22 Leute, die einem Ball hinterherrennen. Es muss auch jemand das Haus, den Sessel und den Fernseher gebaut haben. Es muss jemand Kartoffeln, Gerste und Hopfen anbauen, es muss jemand den Stadionrasen pflegen, die Fernsehkamera bedienen und die Spieler ärztlich betreuen. Es macht keinen Sinn, viele Sportler und Künstler auszubilden, wenn die Gesellschaft für die meisten davon keine Verwendung hat.

    • Wenn Sie für Künstler keine „Verwendung“ haben, ist das doch ihr Problem.
      „Einen marginalen Einfluss auf den allgemeinen Wohlstand“ haben sie nicht direkt, aber auf unser Wohlbefinden.
      Eine Welt ohne Kunst, je nach dem, was jeder darunter versteht, ist doch trist und leer. Wollen sie nur Häuser, Sessel und Fernseher bauen und danach Kartoffeln schälen?

    • Pingu,

      mit Wohlstand wird gemeinhin die Abwesenheit von materiellem Mangel angenommen, was eine entsprechend hohe Beute aus dem Geldsystem voraussetzt.

      Diese allgemeingültige Definition von Wohlstand belegt erneut und eindrücklich, die Perversion die das System darstellt.

      Böse Zungen behaupten, daß der Preis für materiellen Reichtum, geistige Armut sei.

      Zum Schluß, wie wäre es mit Wohlbefinden, an Stelle von Wohlstand, hier leistet jemand der schreibt, singt, zeichnet, malt und/oder bildhauert einen wesentlich größeren Beitrag, als Einer der mit Zahlen jongliert.

  10. Wir reden doch nicht mehr von Bildung sondern über Konditioniereng! …. Spätestens eit Einführung von H4 ist Bildung/Ausbildung völligst uninteressant …Einfach mal bei Billiglöhnern nachfragen was die so alles gelernt haben… Man höhre und staune und wundere sich nicht warum große Teile der Jugend auf Lernen keinen Bock mehr haben um zum durch SPD und Grüne geschaffenen größten Niedriglohnsektor in Europa zu gehöhren.
    Leistung wird in D nur bestraft z.B. durch asoziale Abgebenlast und nicht im geringsten belohnt. Normalverdiener können sich nicht makl eine bezahlbaren Wohnungen leisten, weil die Mieten explodiert sind und sind im Rentenalter durch Armut bedroht. Aber lauf Freu Merkel scheint es „uns“ ja definitv gut zu gehen….!?

  11. Bei solchen Themen empfiehlt es sich die Forschungsergebnise bzw. Erkenntnisse von Gerald Hüther zu Herze zu nehmen.
    Aus eigener Erfahrung in der früheren Tätigkeit mit Studienanfänger und jetzt in der Potenzialentfaltung mit Kindern, kann ich sämtliche Erkenntnisse Gerald Hüthers als bahnrechend und evolutionär unterstreichen.
    Eigentlich ist dieses Wissen schon lange vorhanden nur wurden die zum Einen bewusst unterdrückt aus ganz bestimmten Gründen (siehe ähnliches Beispiel mit Kirche im Mittelalter und Wissenschaft) und zum anderen gab es bisher noch keinen der das so fundiert sowie einfach darstellen konnte wie Gerald Hüther.

    Wenn man diese Forschungsergebnisse kennt, braucht man nicht in der Symptomlinderung herumzustochern.

    • @ Franz Maria Arwee Wenn man schon die Überschrift „Philosophie vs Einzelwissenschaften“ des Vortrages von diesem Prof. liest, kann man schon gleich schlussfolgern worauf er hinaus will. Die Zeit den Vortrag anzuschauen hätte man sich somit ersparen können. Für den werten Prof. ist es eher ein Anliegen eine Disziplin GEGEN eine andere Disziplin zu rechtfertigen, quasi einen Keil hineinzutreiben. Tut mir leid, das hat weder mit Philosphie noch mit Wissenschaft zu tun, sondern ist Geschwätz.

      Geschwätz ist auch die wohlklingende Phrase „Lerne zu Lernen“. Jedes Lebewesen hat von Natur aus einen eigenen Antrieb, eine Art Freude zum Lernen. Das ist genauso wie wenn man sagt: „Lebe zu Leben“, vollkommen überflüssig, weil die Natur jedes Leben den Antrieb zum Leben mitgegeben hat.
      Die Freude am Lernen ist eine Veranlagung die eng mit dem Leben verbunden ist, die muss nicht gelehrt oder erlernt werden. Aber man kann die Freude am Lernen durch Indoktrinierung sowie Abrichtung verlieren.
      Brauche ich keine Beispiele zu nennen, das sieht die jetzige Gesellschaft von selbst.

    • Als Gläubiger weißt Du ja bereits alles, da ist Wissen völlig überflüssig, nicht wahr?

      Du widersprichst Dir in wenigen Sätzen mindestens zweimal, ohne dies zu bemerken:

      Es geht hier _einzig_ um den Begriff des Naturgesetzes und woher er kommt, es geht _nicht_ um die Vorlesung.

      Dieser kommt nun einmal unleugenbar aus der Theologie. Das hat mit einem Keil aber auch nicht das mindeste zu tun.

      Menschliche Wahrnehmung beruht auf der Fähigkeit des Fühlens. Jede Form von Emotionalisierung schränkt diese Fähigkeit ein. Allgemein wird dies Ignoranz genannt. Die Lernfähigkeit ist durch die Fähigkeit zur Ignoranz problemlos einschränkbar, speziell bei Menschen, die ‚Lerne zu Lernen‘ nicht im Ansatz verstehen.

      Die Natur hat niemandem irgendewas mitgegeben, sie ist _kein_ Gott. Daher benötige ich nicht einmal eine Gesellschaft oder einen Gerald Hüther, der es einem erst sagen muß(!), um dies zu erkennen.

      Wie bei allen Gesetzesgläubigen gilt:

      Ignoranz ist Stärke.
      Unterwerfung ist Freiheit.

    • @ Franz Maria Arwee
      Ja, dann haben Sie und der Werte Prof. wesentliche Tatsachen nicht mitbekommen oder unterschlagen.
      Die Naturwissenschaft kommt ursprünglich aus der altgriechischen Philosopie. Die These bzw. die ersten Fragen über das Atom entstammte einer philosophischen Frage und erst mit Ernest Rutherford wurde diese These belegt.
      Auch die Thesen über die Elemente enstammten der Philosphie und erst daraus entwickelte sich das Periodensystem.

      Die Naturgesetze basieren nicht auf das Geschwätz von der Abstammung der Theologie sowie „Gottes Gesetze“, sondern ist der menschlichen Beobachtung der auf der Welt vorkommen Phänomene und schlussfolgernd logischen Überlegungen, Messungen sowie Berechnungen geschuldet.
      Sie mögen das als Abtammung von „Gottes Gesetz“ nennen. Wir aber nennen diese Naturgesetze und diese können nicht widerlegt werden.
      Ich gebe Ihnen die Möglichkeit die Naturgesetze der atomaren sowie molekularen Strukturen aus denen Ihre Person aufgebaut sind, zu widerlegen. Ergo widerlegen Sie mir bitteschön Ihre Existenz.

      Wenn Sie andere der Ignoranz sowie der gläubigen Anhängerschaft bezichtigen, dann bitte mit mehr Mühe und Belegen bzw. Widerlegen Sie diese mit fundierten Beweisen und nicht mit leeren Wortphrasen die keiner damit anfangen kann.

    • Es ist schon aberwitzig, wenn einer sagt alle Disziplinen haben eine Gleichwertigkeit sowie dass diese in Zusammenarbeit erst Potenziale entwickeln können, um Phänomen aufzuklären oder Lösungen zu finden. Dann kommen immer wieder Menschen die wollen diese auseinandern spalten und mit unterschiedlichen Wertigkeiten belegen.

      Was dabei rauskommt, sehen wir ja, wenn man Gesellschaften, Familien oder das Atom spaltet.
      Die beobachteten Resultate sind naturgesetzesmäßig fix. Niemals werden andere Resultate zustande kommen, und wer immer die selben Methoden der Spaltung anwendet und andere Ergenisse erwartet, der ist per Definition dem Wahnsinn verfallen.

    • Wahnwitzig ist auch, wenn Menschen andere in Miskredit verunglimpfen wollen, aber im gleichen Atemzug Technologien bzw. Erkenntnisse dieser Disziplin verwenden.
      Wenn die Erkenntnisse über das Licht, Energie oder Strom sog. „Gottes Gesetze“ sind, die Menschen aus „purer Ideologie“ festgesetzt haben, dann bitteschön diese widerlegen und der Benutzung entsagen.
      (siehe Beispiel des werten Prof. der einen Computer Plus Projektor benutzt, um sein Miskredit an die Naturwissenschaft auszuüben).

    • Du bist es, der hier einen Strohmann aufbaut und schlägst munter auf ihn ein…

      Die alten Griechen waren ebenso Idealisten, aber daher kommt nicht der Begriff. Natürlich kannst Du leugnen, das ändert nichts an der Aussage.

      Mathematik ist Sprache, sie beschreibt nicht die Wirklichkeit, das kann sie auch gar nicht, das sind lediglich die feuchten Träume von Idealisten.

      Ds ist eine Tatsache, denn beweisen kannst weder Du noch irgeneind anderer Mensch irgendetwas, das lieght schlicht in der tatsache, daß die !Naturgesetze! in der Sprache Mathematik sowohl vorwärts, als auch rückwärts funktionieren sollen. Rückwärts hats noch keiner erlebt.

      Schon da kann einer, der den Verstand verwendet, erkennen, daß irgendetwas nicht stimmen kann. Aber nein, lieber feuchtfröhlich eristische Dialektik anwenden.

      Selbst wenn Du rückwärts in der zeit reisen könntest, würde sich nichts verändern, kein Erkenntnisgewinn möglich.

      Du bist in der Tat ignorant und bist wie so viele hier, ein Idealist. Bereits daran läßt sich erkennen, daß _Du_ der Spalter bist. Du behauptest doch, Du könntest die Welt in Elementetar_teilchen_ teilen.

      Ich sage, daß es keine Ideale geben kann. Das wußten auch die alten Griechen, deshalb die Ideenlehre Platons, die _ideale_wirkliche_ Welt im Jenseits, Transzendenz. Aber hey, der war ja auch blöd.

      Was genau verstehst Du an Deinen Aussagen nocht, was? Bist Du mit Denken völlig überfordert?

      ‚Insofern sich die Sätze der Mathematik auf die Wirklichkeit beziehen, sind sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht auf die Wirklichkeit.‘
      Albert Einstein

      Der ignorante Ignorant seiner Ignoranz gegenüber…Dummheit ist kein Problem, es erfordert jedoch Wissen über diese, erst dann kann der Dumme etwas gegen sein Nicht-Wissen tun. Beim Gläubigen ist dies nicht erforderlich, da die Wahrheit ja bereits vollständig bekannt sein muß, kann er ja nicht dumm sein…

    • ‚Wir aber nennen diese Naturgesetze und diese können nicht widerlegt werden.‘

      Das wird _GLAUBEN_ genannt, jeder Kreationist wird hier umgehend zustimmen!
      Eine einzig wahre Wahrheit, es kann keine zweite einzig wahre Wahrheit geben.

      Erstaunlich ist hierbei einzig die Wirkung des Nürnberger Trichters und der entwickelten Fähigkeit die Wiederholtaste zu betätigen.

      Wer von euch gesetzesgläubigen Idealisten möchte, kann sich ja die Doppelbindungstheorie (Doppeldenk) mal ansehen. Neusprech habt ihr allenthalben ausgeprägt.

    • @ Franz Maria Arwee
      Sehr schön drum herum Geschwätz aufgebaut, aber auf keine einzige Frage mit einen fundierten Argument eingegangen. Stattdessen eifrig austeilen. Wo lernt man so was? Oder doch zuviel den Konsum der etablierten Presse ausgesetzt gewesen?

      Hier noch mal eine Möglichkeit für eine fundierte Argumentation:
      Der Sauerstoff der in der Luft gebunden ist, wird im menschlichen Körper gebraucht für die Gewinnung von Energie um somit die Aufrechterhaltung der Lebensfunktion der Zellen zu gewährleisten.
      Das sind Naturgesetze!
      Wenn Sie mir bitte eine Beweis liefern können, dass das alles „Humbug“ ist, dann nur zu!
      Widerlegen Sie bitte, dass Sie zum leben keinen Sauerstoffzufuhr brauchen.

    • @ Franz Maria Arwee
      Oder ein leichteres Beispiel für eine dikutable Argumentation.
      Hierbei gehe ich davon aus, dass Sie ein gesunder Mensch sind und wissen was ein Daumen ist sowie was die Zahlen sind. Sollte das nicht der Fall sein, entschuldige ich mich herzlich und bekundige Ihnen mein Bedauern.

      Betrachten Sie jeweils Ihre linke Hand sowie rechte Hand.
      Ich kann Ihnen jetzt mit genauer Sicherheit sagen, dass Sie jeweils einen Daumen haben und zusammen haben Sie zwei Daumen.
      Warum ich das so genau weiss? Einfaches Naturgesetz der Mathematik!

    • @ Son_Snow

      Nur die Überschrift lesen ist eine Sache, aber sich dann an all das Nichtgelesene zu erinnern, das ist eine andere Sache. Da verwickelt man sich schon leicht in Widersprüche; aber es sind ja nicht die eigenen. Das Geschwätz betreiben die anderen. Den Schein gibt man sich selbst.

      „Schein hat mehr Buchstaben als sein.“ Karl Kraus
      „Ein Schein von Tiefe entsteht oft dadurch, daß ein Flachkopf zugleich ein Wirrkopf ist.“ Karl Kraus

    • @ Tony Hill
      Gehen wir mal mit einen gewissen gesunden Verstand an diese Sache. Also, welche Interessen verfolgt der vortragende Prof.? Warum so eine Überschrift („Philosophie vs. Einzelwissenschaften“). Überschriften sollen eine eindeutige Botschaft vermitteln. In dem Fall meldet mein Zensor: Vorsicht. Klingt wie, wenn einer schreiben würde:
      Islam vs. Christen oder Mann vs. Frau.
      Dann unterstellt der Prof. die Naturwissenschaft habe ihren anklang der Theologie zu verdanken und die Naturgesetze basieren auf den Glauben an Gott der diese Gesetze festgeschrieben hat, zwar nicht so direkt ausgedrückt, aber im Kontext diesen Unsinn als Botschaft vermitteln wollen. Tut mir Leid, ab den Zeitpunkt ist für mich Schluss, wie wenn einer sagen würde, den Holocaust hat es nicht gegeben.

    • @ Son_Snow

      Unabhängig vom Vortrag des Prof., zu Ihrem Satz –

      „Naturwissenschaft habe ihren Anklang der Theologie zu verdanken und die Naturgesetze basieren auf den Glauben an Gott, der diese Gesetze festgeschrieben hat..“

      – passende Lektüre über die engen Zusammenhänge zwischen Puritanismus und moderner Wissenschaft: R. T. Jones, Ancients and Moderns; R.K Merton, Science, Technology and Society in Seventeenth Century England.
      Paul Feyerabend, Wider den Methodenzwang

      Es gibt in den Wissenschaften eine „Konsistenzbedingung“.

      Dazu Paul Feyerabend:
      „Die Konsistenzbedingung, nach der neue Hypothesen mit anerkannten Theorien übereinstimmen sollen, ist unvernünftig, weil sie die ältere und nicht die bessere Theorie am Leben hält. Hypothesen, die gut bestätigten Theorien widersprechen, liefern uns Daten, die auf keine andere Weise zu erhalten sind. Theorienvielfalt ist für die Wissenschaft fruchtbar, Einförmigkeit dagegen lähmt ihre kritische Kraft. Die Einfältigkeit gefährdet auch die freie Entwicklung des Individuums…
      ..Der Mythos… lebt allein durch die Bemühung der Gemeinde der Gläubigen und ihrer Führer fort, seien diese Führer nun Priester oder Nobelpreisträger. Dieses Ergebnis halte ich für das entscheidenste Argument gegen jede Methode, die die Einheitlichkeit fordert, ganz gleich ob diese Methode ‚empirisch‘ ist oder nicht. Jede solche Methode ist im Grunde eine Methode der Täuschung: Man erzwingt einen blinden Konformismus und redet von der Wahrheit; man läßt intellektuelle Fähigkeiten und die Einbildungskraft verkommen und redet von tiefer Einsicht; man zerstört die kostbarste Gabe der Jugend – ihre kolossale Phantasie und redet von Bildung…Eine einheitliche Meinung mag das Richtige sein für eine Kirche, für die eingeschüchterten oder gierigen Opfer eines (alten oder neuen) Mythos oder für die schwachen und willfährigen Untertanen eines Tyrannen. Für die objektive Erkenntnis brauchen wir viele verschiedene Ideen. Und eine Methode, die die Vielfalt fördert, ist auch als einzige mit einer humanistischen Auffassung vereinbar. In dem Maße, in dem die Konsistenzbedingung die Vielfalt beschränkt, enthält sie ein theologisches Element, das natürlich in der für fast alle Empiristen so charakteristischen Anbetung von „Tatsachen“ liegt.

      „Die Wissenschaft ist zu einer Kirche geworden“, schrieb Ernst Mach, als Planck seinen ungewöhnlichen und interessanten Ideen nicht Argumente, sondern den Gemeinverstand der Gelehrten entgegensetzte.

      Und Strindberg: „Eine Generation, die den Mut hatte, sich von Gott loszusagen, Staat und Kirche zu zerschmettern, Gesellschaft und Moral umzustürzen, fiel vor der Wissenschaft immer noch auf die Knie.“

      Das ist, was mit der Aussage des Anklangs an die Theologie gemeint ist. Aberglauben finden wir, wo Menschen geistigen Führern kritiklos folgen, seien diese Führer Inquisitoren, Politiker oder Wissenschaftler.

      Erich Fromm:
      Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der „EntTäuschung“.

      Wenn wir uns einig sind, daß Wissenschaft (Erkenntnis) nie abgeschlossen ist, dann befinden wir uns immer ‚vorher‘.
      Das zeigt ein Blick auf die Geschichte der Wissenschaft und der Religion und deren sogenannte Wahrheiten und Tatsachen.

    • @ Son_Snow
      Beantworte doch Deine Fragen selbst, indem Du Dich mit Deinen steilen Thesen zumindest einmal beschäftigst:

      Woher stammen Zahlen?
      Was sind Zahlen überhaupt?

      Was sind Modelle?

      Kennst Du Kurt Gödels Unvollständigkeitssatz?
      Was besagt dieser?
      Was leitest Du in Anbetracht eines Systems daraus ab?
      Was sagt die Thermodynamik zu einem ‚funktionierenden System‘?

      Was ist die Grundlage der Mathematik?
      Schon mal von der ‚Philosophie der Mathematik‘ gehört?

      Was ist Wissenschaftstheorie?
      Was ist Falsifikation, was Verifikation?
      Was ist induktive und was deduktive Logik?
      Was ist Dialektik?

      Weshalb wird Wissenschaft überhaupt betrieben, wenn bereits alles vorherbestimmt ist?
      Wo liegt dann der Sinn von Wissenschaft?

      Warum müssen Menschen Mathematik erst lernen, wenn diese doch völlig offensichtlich ist?

      Kennst Du die Pirahã?

      Was haben Daumen mit Zahlen zu tun?
      Sind diese Daumen identisch?

      Wie häufig erneuert sich der Mensch?

      Woher kommen diese Teile, die den Menschen ausmachen? Woher wissen die das, wann sie ein Mensch sein sollen und wann ein Baum oder was anderes?

      Mathematik ist gleich Naturgesetz? Sprache ist gleich Naturgesetz? Was der Mathematiker sagt, ist immer wahr? (WoW!)

      Es wäre ein leichtes Dich vorzuführen, denn Deinen Nasenring hast Du Dir schon lange verpaßt. Die Manege ist auch bereit. Also nur zu, ich begegne jedem Menschen auf Augenhöhe, bei Bedarf auch in der Jauchegrube.

    • @ Franz Maria Arwee
      Ich kann meinen Fragen eine logische, stimmige sowie konsistente Antwort geben. Nur Sie vermögen keine abliefern zu können, indem Sie mit irgendwelchen Zitaten eine konkrete Frage ausweichen.
      Ich will Ihre Beobachtungerkenntnisse hören und nicht irgendwelchen wohlklingenden Sätze von anderen Menschen wissen. Wenn ich das hören möchte, dann widme ich mich den wohlklingenden Worten der westlichen Politiker die für „Werte, Demokratie und Menschenrechte“ Krieg und Vernichtung in die Welt tragen.

      Ich gebe Ihnen noch ein Beispiel womit Sie drum herum schwätzen können.
      Die Figur eines Dreiecks hat genau 3 Ecken die genau mit 3 Seiten verbunden sind. Das ist ein Axiom, ein Satz eines Naturgesetzes.
      Kein „Demagoge“ hat mir das auf irgendwelcher Weise ideologisch aufgezwungen, ich mache meine Augen auf und überprüfe es selbst. Der Beweis ist erbracht, wenn der Versuch eindeutig nachvollziehbar gelingt, oder dieser Satz widerlegt werden kann, dann muss man einen Gegenbeweis liefern.

      Demnächst kommen Sie wahrscheinlich noch damit an, dass die Erde eine Scheibe ist und dass die Sonne sich um die Erde dreht, weil Sie ja eine Meinungsfreiheit haben und „alles Interpretationssache“ ist.

      @ Tony Hill
      Dass die Wissenschaft nicht vollkommen und perfekt ist, streitet hier keiner ab.
      Das sie sich den Zentren der Macht angebiedert hat und Erkenntnisse zu deren Gunsten missbrauchen lässt und dann diese als unabdingbare Gesetze (siehe Unfug des BWLs) festsetzen, behauptet auch keiner das Gegenteil.
      Jedoch gibt es Grundprinzipien einer Art Kompass womit Menschen in der Welt eine bessere Orientierung ermöglicht werden.

      Kritik ausüben bedarf auch eine stimmigen sowie logischen Argumentationskette. Kritik auf Unwahrheiten aufgebaut ist keine Kritik. Auch wiederum ein Gesetz der Logik.

      Es wäre auch ein Geschwätz von mir, wenn ich behaupten würde „alle Deutschen damals waren Nazifaschsisten und Massenmörder.“

    • @ Son_Snow
      The Show Must Go On?

      Hast Du öfter Probleme mit Lesen oder mit Textverständnis?

      Wo genau kann ich dieses von Dir behauptete existente mathematische Dreieck begutachten? Wo?
      Ich schlage Dich dann für sämtliche Nobelpreise vor.

      Was ist ein Punkt? Was ist eine Gerade? Wo kann ich diese mathematischen Objekte _beobachten_ , also messen?

      Für Dich ist die Erde eine dreidimensionale (mathematische) Kugel? Was ist dann ein-, zwei- oder mehrdimensional im dreidimensionalen Raum darstellbar?

      Du wärst der erste Mensch, der das kann oder Du halluzinierst.

      ‚Gesetze der Logik‘ beziehen sich auf _formale Logik_, das sind willkürliche _menschliche_SETZUNGEN_, die eine formale Vorgehensweise darstellen. Nicht mehr, nicht weniger. Daraus die Wahrheit(tm) abzuleiten ist minimal naiv.

      Ähnlichkeit ist nicht Beliebigkeit, noch Identität.

      Du widersprichtst Dir ständig selbst:
      Wenn es Naturgesetze gibt, kannst Du gegen diese nicht verstoßen und alles ist zwingend bestimmbar, alles ist folglich auch vorherbestimmt…Du kannst dann genau _nichts_ ändern…Was immer Du tust ist völlig sinnlos, denn es gibt keine Freiheit in der Bestimmtheit…Freiheit ist dann ein Scherz der Natur…

      Fortsetzung?

      @ Tony Hill
      Bei Erich Fromm würde ich gerne erweitern. Menschen nehmen sehr viel mehr wahr, als ihnen bewußt ist. Das ist nicht fehlerhaft. Das Problem entsteht dadurch, daß die Rede, sowie das Denken auf Vergangenes, sprich Erinnerungen beruht, die manipulierbar sind, siehe Wahrheitsministerium. Daher sind auch Medien so wichtig. Der Konstruktivismus setzt an der verkehrten Stelle an und er ist umgekehrt zutreffend. Ich denke dem würde Erich Fromm auch zustimmen.

    • @ Franz Maria Arwee
      The show must go on until the proves have been given!
      Wie gesagt, einen Beweis bzw. Gegenbeweis genügt. Angriffe auf Personen haben noch nie etwas bewiesen, auch eine logische Tatsache.

      Ich gebe Ihnen eine Hilfstellung, Sie gehen in einen Schreibwarengeschäft und fragen den Verkäufer, ob er Ihnen ein Geodreieck verkaufe, das KEINE drei Kannten sowie KEINE drei Ecken hat, sondern die Ecken und Kannten können Sie selbst bestimmen.
      Der Beweisgegenstand muss aber das Geodreieck sein, weil das die Grundlage für unsere Diskussion ist.
      Meine Argumentation, ich werde nur ein Geodreieck bekommen, wenn ich dem Verkäufer sage, dass das Objekt genau drei Ecken und genau drei Kannten hat.
      Das nun mal zu Ihrer Frage wo Sie so ein Objekt betrachten können.

    • @ Son_Snow
      Angriff auf _Deine_ Person? Wo denn?

      Dann schau Dir halt mal so ein Teil unterm Mikroskop an…auch wenn Dich das überfordert…ein Geodreieck ist kein mathematisches Dreieck, auch wenn es so genannt wird…

      Ein mathematisches Dreieck entsteht nicht und es vergeht nicht, es bewegt sich nicht und es wandelt sich nicht, es hat weder Raum noch Zeit. Darin liegen die mathematischen Ur_TEILE, die Axiome, begründet. Gott ist der Größte ist ebenfalls ein solches Axiom. Was bleibt, wie es ist, hat keine Folge, es ist keine Logik möglich und für den Gläubigen auch nicht erforderlich.

      Theologie eben, die _Du_ verteidigst 😉

      Folglich:
      Da greift Dunning-Kruger, da ansonsten das Weltbild nicht aufrecht erhalten werden kann.

    • @ Franz Maria Arwee
      Ziehen Sie den Stecker ihres Computers aus der Steckdose, weil sowas wie Energie bzw. elektrische Energie ist für Sie nicht Existenz, Sie könne ja das Gerät mit Ihren positiven Gedanken betreiben.
      Dann gehen Sie auf das Dachgeschoss Ihres Hauses und lassen das Gerät in Ihrer vollkommenen Geisteseinfall schweben oder fliegen, weil sowas wie Gravitation gibt es für Sie nicht, ist ja eine Sache der subjektiven Definition.

      Danach können Sie mir eine Nachricht von Ihrer Geisteswelt via Telepathie zukommenlassen, weil das können Sie sehr wahrscheinlich auch, wozu so ein Drecksgerät benutzen, wenn es auch anders geht?

    • @ Son_Snow

      Das sicherste Gefängnis der Welt besteht aus gitterlosen grauen Zellen:

      Natürlich kannst Du den son_of_Chuck_Norris geben, Du kannst aber auch Deinen Verstand nutzen, willst es aber nicht.

      Du kann vielleicht die Sprache Mathematik einigermaßen unfallfrei anwenden, von Mathematik selbst, geschweige deren Grundlagen hast Du keine Ahnung.
      Du machst ein Faß auf mit Naturgesetzen, denen Du Dich wie alle Idealisten unterwirfst, _DU_ wirst zum Anhänger des Duckmäusertums, aktivierst das Untertanen-Gen. Genau so verhälst Du Dich auch.
      Du bist hier der Geistliche, dem die Dinge aus dem Jenseits zuwinken.

      Also übe schön weiter Deine gebückte Haltung vor Deinen höheren Wesen, so funktioniert die Tiefenindoktrination von der Rainer Mausfeld spricht.

      Aber hey, was interessiert das schon Chuck_Norris_Sohn, bei dem fällt der Strom gravitorisch aus der Steckdose, der braucht keine Informationen, der muß nicht lesen, geschweige irgendetwas verstehen. Der geht völlig auf in seinen Zahlenspielen. Zockerbanden. Aber Deine Elektrizität wird ja von mathematischen Formeln angetrieben…

      Die Gravitationswelle als Signal von 200 Watt, die Theorie, nachgewiesen aus einer Entfernung von fast 2000 Lichtjahren, durch den Zusammenstoß zweier mathematischer schwarzer Löcher. Die dunkle Materie, die verhindert, daß Sonnensystem davonfliegen. Die dunkle Energie, des expansiven Universums. Gravitationslinseneffekte, deren Messung leider der Mathematik widersprechen. Der Urknall aus dem _Nichts_.

      Vielleicht erklärst Du hier mal kurz mit _DEINEN_ Naturgesetzen, wie ein Wirbelrohr funktioniert?

      Du hast keine Ahnung von nicht viel, aber davon jede Menge. Ignoranz ist auch eine echte Stärke, das ist die einzig wahre Einbildung.

      Oberflächlichkeit ist Trumpf. Eine Ansammlung von Pfeifen wird Orgel genannt. Kindsköpfe unter sich.

      Ich frage mich nur, was der Sohn des großen Chuck Norris auf KenFM will, der Gottsohn ist doch, wie der Gottvater bereits allwissend?

  12. Es gibt Propaganda, Indoktrination und Gehirnwäsche, weil der Unterzogene nicht bewußt und aktiv beteiligt sein muß. Unter denselben Bedingungen mag es auch Lehren geben. Der Satz „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden“ ist im doppelten Sinn des Wortes simpel. Vermitteln tut ein Wohnungsvermittler; und bilden tut der bildende Künstler. Wem nutzt es, oder scheint es zu nützen, daß (wieder seit dem Schock des Establishments, verursacht durch eine außergewöhnlich gebildete – und kritische – Studentenschaft in den Sechzigern) im Bildungsbereich ständig gepfuscht (Rechtschreibreform) und verschlimmbessert (multiple choice) und ge-Pisa’t wird, während sukzessive Bildung (und Kultur) der privaten Definitionshoheit der Corporate Culture unterstellt wird? Die Antwort steckt schon im Satz.
    Es gibt einen Mythos im Bildungssystem, vermutlich bestärkt mit der Zunahme der Bedeutung und des Einflusses von Propaganda, Werbung, Gehirnwäsche und PR aus der Corporate Culture. Dieser Mythos ist, daß es so etwas wie Lehren (und Lehrer) gibt. Was als Lehren bezeichnet wird ist Indoktrination, Propaganda, Gehirnwäsche, oder schlicht Nürnberger Trichter, weil und wenn der Unterzogene dies passiv erlebt.
    „Die zentralen Figuren an den Schulen sind und bleiben die Lehrer.“
    Dieser Satz wäre richtig, wenn am Ende „Schüler“ oder „Lernende“ stünde. Zentrale Figuren sollten Lernende sein, die lernen wollen und Lernende (Lehrer), die gelernt haben zu lernen und den Lernenden, die lernen wollen, zeigen, wie man lernt. Die zentrale Aufgabe der Schule sollte sein, zum Lernen zu befähigen, anstatt bloßes Wissen zu vermitteln (und Herz und Charakter zu bilden). In Methodik und Didaktik versierte Lehrer, die von Hormonen und der Physiologie des Gehirns keine Ahnung haben, es sei denn als Biologielehrer, verstehen selbst nicht, wie physiologische Vorgänge Lernen beeinflussen.
    Die Schule soll helfen, das Lernen zu lernen; mit erfahrenen Lernenden, die mit den Schülern lernen, als Lernende, nicht als Lehrer; kooperierend wird so auch Kooperation als Gegenmodell zur Konkurrenz gelernt.

    • „Die Schule soll helfen,das Lernen zu lernen“

      Niemand braucht dem Kind das Lernen beizubringen,denn Kinder sind von Natur aus zum Lernen geboren . Sie lernen in kürzester Zeit die kompliziertesten Sachen und das aus Spass und freien Stücken.Sie lernen das Laufen in kürzester Zeit und auch das Sprechen einer Sprache. Der Mensch ist geboren zum Lernen und Schule dient nur dazu ,das selbstständige Denken zu zerstören um automatenhafte Lemminge heranzuzüchten,die dem Kapital dienen.

      Das Ideal der alten Schule war richtig,-vertreten durch Leute wie Lomonossow,die auch die Bildung des Charakters und des Herzens forderten .Denn was soll aus einem Land werden,das keine sittlichen Menschen bevorzugt sondern nur Materialisten.Eine solche Gesellschaft ist zum Untergang verurteilt.Das sehen wir heute,wie orientierungslos und ohne Sinn die Mehrheit der Gesellschaft erscheint.

      Ein Mann ,der die Entschulung der Gesellschaft forderte in seinem Buch ,war Ivan Illich. Damit der Mensch wieder gemäß seiner Natur aus freien Stücken und ohne Manipulation lernen kann.Das war vor einigen Jahrzehnten und der Mann war seiner Zeit weit voraus.

    • Ja, Ivan Illich! Auch oder gerade der heutigen Zeit weit voraus, vor allem was Deutschland betrifft.
      Aber es geht um deschooling, nicht delearning.
      Und Schulen, die „Lehren“, gleichen einem Schock in einer OR (ORientierungsreaktion), weil „Lehren“ dem natürlichen Lernen des Kindes zutiefst widerstrebt, also Stress und Schock erzeugen. Schon vor der Schule wird dieses natürliche Lernen durch Stress und Schock gestört. Das darf in der Schule nicht fortgesetzt werden. Daher deschooling.

    • Was Schule soll ,steht auf einen anderen Blatt.Was Schule macht,ist den geheimen Lehrplan umsetzen,den jede Schule hat. Und der besteht in der Konditionierung der Schüler ,um etwas Bestimmtes zu erreichen.Das wird so lange so sein,wie dieses Wirtschaftssystem existiert.
      Gegen das Lehren ist rein gar auszusetzen,-es kommt auf den Lehrer drauf an.
      Lernen wird ein jeder Mensch aus freien Stücken mit Begeisterung,wenn die Neugier erhalten wird und das Selbsterarbeiten von Aufgaben im Vordergrund stehen.Das Kind möchte selbst den Lösungsweg sich erarbeiten und nicht fertig serviert bekommen.
      Rousseaus Buch „Emile oder über die Erziehung“ist alt und aktueller denn je .Zu der Zeit waren die Menschen weit freier-ohne Schulzwang.

  13. Sehr geehrter Herr Stein,
    ich finde es schön, dass Sie sich mit unserem Bildungssystem beschäftigen und hier auf Kenfm wieder was mit unserem Bildungssystem steht.

    Denn die Bildung trägt maßgeblich mit dazu bei, wie unsere Gesellschaft denkt und handelt.
    Auf den ersten Blick würde ich mit Ihnen übereinstimmen. Allerdings beschäftigt mich Bildung schon länger und seit kurzem zeige ichs auf Youtube, z.B. Geschichte der Schulpflicht. (Verlinkung, wenn es jemand wissen möchte: https://youtu.be/7YG1e8M03r4)

    Meine Einwände:
    Sie schreiben: „Die zentralen Figuren an den Schulen sind und bleiben die Lehrer.“
    Nach meiner Einschätzung sind die zentralen Figuren die Schulbehörden, welche den staatlichen Auftrag zur Bildung eines „anständigen Staatsbürgers“ [im Sinne der Regierung] ausführen. (Nach BGH-Urteil 2006)
    Sie erstellen die Unterrichtspläne und geben vor, wie die Lehrer „fortgebildet“ werden etc.

    Ich finde viel wichtiger als „Theorie“ und „Praxis“ in irgendwelchen Fächern an der Schule, ist die Identitätsfindung oder Persönlichkeitsbildung eines jeden Selbst. An den wenigsten Schulen wird so was ähnliches überhaupt praktiziert.

    Sie schreiben: „in der die begabtesten Studenten weniger in die Chefetagen von Investmentbanken und Großkonzernen abwandern, sondern vermehrt eine Laufbahn als Lehrer einschlagen. Es geht also um die gesellschaftliche Aufwertung des Lehrerberufes.“
    Es hat schon was mit der gesellschaftlichen Wertung zu tun, aber das entscheidende ist unser Wirtschaftssystem bzw. die „Bezahlung“. Wer Lehrer wird, hat eine extrem niedrige Wahrscheinlichkeit wirklich wohlhabend zu werden, denn nicht alle können Schulleiter o.ä. bezahlte Posten bekommen. Ich lasse mal die Aufstiegschancen hier außer Acht. Und (reine) Bezahlung auf Zeit ist auch keine Motivation, m.E. sogar schädlich, aber erstaunlicherweise funktioniert die Gesellschaft trotzdem und beruhigt sich nach jeder Tarifrunde.

    Was leider in unserer Gesellschaft als „normal“ empfunden wird, ist die Schulpflicht, historisch gesehen gab es bei uns viel länger die „Unterrichtspflicht“ (als die Schulpflicht). Es erstaunt mich, dass zumindest die Schulpflicht nicht in Ihrem Artikel angerissen wird. Denn die Schulpflicht bzw. der Schulzwang hat ihre Wurzeln aus der NS-Zeit, wenn ich richtig recherchiert habe.

    Trotz meiner Einwände, danke ich Ihnen, dass Sie über das Bildungssystem schreiben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Taugenichts

    P.S. Ich finde es auch ziemlich treffend „Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt, sondern in der Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschule!“ – Volker Pipers.
    Ergänzen würde ich: „Der Gründer einer Schule ist größer als der Eroberer einer Provinz.“ – Johannes von Müller

    • Nun hab ich mir auch ihren Youtube Beitrag rein gezogen.
      Muß allerdings sagen, Ein guter Didaktik sollte es vermeiden seine Sätze mit Äh, zu beginnen, dass wirkt dann doch recht unbeholfen. Also, nicht übel nehmen, sondern als wohlwollende Kritik auffassen.

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