Fake-Life – Ein Gedicht

von Vincenzo Curella.

Vorbei nun all das Jubilieren.
Wir können fett nach Haus marschieren.

Ganz brav haben wir aufgegessen,
Was aufgetischt war, unvermessen.
Und – in keiner einzigen Sekund –
War einer mit dem Herz dabei.
Niemand sprach sein Herz mal frei.

Doch halt! Vom Herzen weg sprach’s doch:
„Der Lachs, so gut, und wie der roch!
Ein Gedicht! Nur stört mich sehr,
Die vielen Otter woll’n noch mehr.
Die fressen alle Fische weg,
Kann doch nicht sein, was für ein Schreck!
Man müsste ihn schon ganz ausrotten,
Den Otter, diesen Hotten Totten.“
Hört man im Wahn die Gäste spotten.

Ein wacher Geist vernimmt das Wort
Und dreht sich angwidert fort.
Erblickt doch nur Geschenkehaufen,
Warum nur Menschen Müll einkaufen?
Ganz bunter Müll aus teurem Schnack
Und im Betrachter macht es „Klack.“

Es geht nicht drum, nun aufzuschrein,
Zu brüllen: Leut, wie kann das sein?
Dass ihr doch trotz Verstand geboren,
Die Bindung zur Natur verloren?
Seid ihr doch, klipp und klar eindeutig,
Auch ein Naturprodukt und dazu gläubig.

Schämt ihr euch nicht! Ich tu’s für euch.
Nehm‘ auf die Last und ohne Hast
Schreib ich hier nieder, wie es passt:

Ihr seid des Menschen Untergang,
Habt kein Interesse an dem Gang,
Der Welt und seinen Lebewesen.

Die Schöpfung Pracht verhöhnt ihr täglich,
Glaubt mit Gebeten wird’s versöhnlich.
Doch wer nur predigt Schein statt Heil,
Der bietet seine Würde feil.

Was bringt nun groß argumentieren,
Die Fakten zeigen, diskutieren,
Die Augen öffnen, philosophieren?

All das bringt nichts! Trotzdem bleibt’s wahr.
Die gleichen Sprüche nächstes Jahr.

Mensch! Um eins nur bitt ich dich.
Erinn’re dich doch wer du bist,
Woher du kamst und was du tust,
Vergiss nie, dass du sterben musst.

Und dass du bitte bis dahin
Nicht ständig mit dem Strome schwimmst,
Sondern, mit mindestens viel Sinn,
Dich bitte wie ein Gast benimmst.

Mensch wollte etwas Bess’res sein,
Doch fiel ihm nie was Bess’res ein.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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3 Kommentare zu: “Fake-Life – Ein Gedicht

  1. Wir hören das Raunen, den Bocksgesang.
    Es macht uns Angst und Bang.

    Der Mensch fällt vom Throne
    Verbindet sich mit Übermaß und Kanone.

    Vergessen ist’s was ihm eins in die Wiege gelegt
    schon lang ist’s her – wir erinnern uns nicht mehr

    Der Mensch vom Ursprung selbst beraubt
    verlassen, angekettet und fest mit der Endlichkeit vertaut

    Satteliten durchziehen die Sternennacht
    ein kalter Traum digital überwacht

    Vater, warum hast du uns verlassen?
    wir erfahren deine Wärme nicht!

    Geblieben ist das Raunen und die verschlüsselte Pracht
    aus dunkler Mutter Erdennacht

    Wir hören den Bocksgesang
    ein unaufhörlicher Drang

    Vertrauen? – ein Schicksalswort
    nicht blind am lauten künstlichen Ort
    sondern leis im Dunkeln – dort

    Das unbegreiflich innere Licht
    noch sieht man’s nicht
    es leuchtet in mächtiger Nacht
    Mensch gib acht.

    Feuerglut an die Herzen gebracht
    entfaltet sich zu neuer Liebesmacht.

  2. Ein treffendes Gedicht!

    Unsere Gesellschaft ist sehr anmaßend geworden. Die Fähigkeit der Spezies, aus verschiedensten Positionen unterstützend wirken zu können, ist in Vergessenheit geraten. Völlig starr und eindimensional der Blick.

    Die Vielfalt und deren Bestandteile zu rühmen, wer will das heute schon,
    es fände keinen Auftraggeber und bringt damit weder Geld, noch Macht noch Status als Lohn.

    Viel lieber helfen wir -vielleicht- wenn der Schaden geschehen,
    so brauchen wir uns selbst nicht zu bezähmen und können unser Dasein doch als wertvoll ansehen.

    Schön, daß es die Plattform gibt.

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