KenFM über: Freiheit ist die Kunst, NEIN zu sagen!

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Freiheit  ist die Kunst nein zu sagen.

Wir sind zu Jasagern verkommen. Shoppen und Poppen kannst du nicht toppen. Beide Tätigkeiten werden via Crossmarketing verbunden und bewerben sich gegenseitig. Shoppen ist Sex. Und Sex sells. Die Konsumgesellschaft setzt das ganze Jahr über auf das Weglassen des Verstandes und verlässt sich statt dessen auf das, was man Trieb nennt. Einen Trieb zu kontrollieren, bedeutet seinen Geist zu befreien. Das gelingt, wenn überhaupt, nur in sehr kurzen Timeslots. Der freie Wille ist eine Illusion, da der Mensch nur so frei sein kann wie die Kopfmaschine, die den Gedanken durch Interpretation bereits selektiert und damit bewertet hat, diesen überhaupt erst zugelassen hat.

Du kannst nicht über etwas nachdenken, was in dein Bewusstsein noch nicht vorgedrungen ist. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit,  auf einen Gedanken zu kommen, den nicht ein anderer Mensch schon mal gedacht hat, verschwindend gering. Noch geringer ist, aus diesem Gedanken Schlüsse zu ziehen und im Anschluss Taten folgen zu lassen.

Die Segel setzt man nicht mit Worten. Nur um Segel setzen zu können, müssen erst Worte formuliert werden. Dazu müssen Informationen frei fließen. „Informationen sind die Währung der Demokratie“, wusste schon der Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Thomas Jefferson. Das ist richtig und lässt erkennen, dass die eigentlichen Banken unseres Systems die Datenbanken sind.

Den Menschen zu beherrschen gelingt nur deshalb, da die Spitze aller Pyramidengesellschaften Informationen kontrolliert, indem sie die Vertriebswege monopolisiert. Radikale, revolutionäre, umstürzlerische Gedanken gab es immer. Sie aber können nur dann ihre volle Energie entfalten, wenn sie es schaffen, die Massen zu erreichen. Wer die Reichweite einschränkt, schützt die Reichen vor einer Massenbewegung. Und dennoch gärt es.

Mit der Industrialisierung war der Funke an das Pulverfass, genannt Befreiung durch Bildung, gelegt. Der Buchdruck ermöglichte es, den Gedanken eines Einzelnen millionenfach unters Volk zu bringen. Gesetz den Fall, er fand einen Verleger. Bücher haben die Eigenschaft, ihre Botschaften auch dann noch weitergeben zu können, wenn der Verfasser schon tot ist. Das macht sie gefährlich, denn mit ihrer Erfindung war ein die Obrigkeit gefährdender  Gedanke nicht aus der Welt, nur weil der Autor aus der Welt war. Die jahrtausende alte Praxis „Töte den Denker und Du tötest seine Gedanken“ war obsolet geworden. Als Informationen zu ihrer Vervielfältigung auch noch an Geschwindigkeit zunahmen, fingen klassische Revolutionen an am Fließband zu entstehen. Vor dem Aufstand des Arbeiters kommt die Auslieferung des Autors durch die Zeitung. Wer die Lizenz zum Drucken hat, kann Druck machen. Entsprechend wurden Gazetten und später Radio & TV Lizenzen staatlich vergeben, oder auch nicht, und streng kontrolliert. Die Erfindung des Internets hat dieses Gate vor wenigen Jahren geöffnet, ohne dass den Eliten dämmerte, was das für sie konkret bedeutet. Hier lässt sich bereits erste Demenz erkennen.

Das Netz als Kommunikationstool Nr. 1 ist eine Kriegserklärung, wie das schon Marshall McLuhan in den 50igern formuliert hatte. Jede neue Informationstechnologie ist eine Kampfansage an den vorausgegangenen Ausspielkanal. Der Versuch, das Internet unter der Ansage es sicherer machen zu wollen mit immer mehr Gesetzen zu regeln, ist nichts anderes, als der Versuch, den Geist wieder in die Flasche zurück zu bekommen. Ihn einzusperren.

Das wäre sehr, sehr einfach, denn die großen Verteiler des freien Informationsflusses sind überschaubar, Global Player. Sie sitzen alle in den USA und wurden massiv aus den Fördertöpfen des Pentagons mitfinanziert. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich das Gate Internet als freier Raum wieder schließt. Wir müssen begreifen, dass wir in einer historisch einmaligen Zeit leben. Der Staat, sprich die, die ihn für uns als Staatsapparat stellen, hat sein Informationsmonopol verloren und er tut alles, um diesen Schritt wieder rückgängig zu machen.

Was tun? Handeln! Die Tools liegen ja längst vor uns. Begreife Facebook, Twitter und Youtube als das, was sie in Wahrheit sind. Die größte Gewerkschaft der Welt. Es sei denn, wir nutzen soziale Netzwerke nur für das, was wir vor ihrer Erfindung auch schon getan haben. Am Stammtisch. Für die meisten von uns, ist das Netz eine digitale Ausgabe der Gala. Wir klatschen uns selbst. Indem wir im Netz nur Zeit totschlagen oder Koma-Shoppen. Das hindert uns an der wesentlichsten Erkenntnis.

Wir, die User, sind die eigentlichen Global Player. Wir sitzen am Drücker, sind intern und kollektiv verbunden und können uns zu Millionen auch dort treffen, wo Versammlungsverbote ausgesprochen würden, würde unser massives Erscheinen bemerkt.

Dass wir nicht so agieren wie wir könnten, ist dem Umstand geschuldet, dass der Mensch Veränderungen generell nur in einem sehr schmalen Bereich wahrnehmen kann. Wenn sie schleichend vonstatten gehen, bemerkt er sie nicht. Das Internet unterwanderte unsere Art der Kommunikation nicht von heute auf Morgen. Es vollzog sich wie Gras, das vor unseren Augen wächst, ohne dass wir das bemerken würden. Wir müssten erst in den Urlaub fahren, um nach Wochen den Unterschied zu bemerken.

Wie abhängig wir inzwischen vom Netz sind, bemerken wir immer dann, wenn ein großer Netzbetreiber z.B. für Stunden einen Serverausfall meldet. Dann ist für viele Menschen heute Zwangs-Stillstand angesagt. An der Kontrolle des digitalen Raumes wird massiv gearbeitet. Wer als Staatsfeind deklariert wurde, bekommt schon heute gern das Internet-Verbot.

Erkennen wir die Zeichen der Zeit. Befreien wir uns, indem wir die sozialen Netzwerke von ihrem Entertainment-Charakter befreien. Nie war die Menschheit so dicht an der Möglichkeit, sich global zu organisieren und damit final vom Joch derer zu befreien, die es bisher gewohnt waren, dass man ihren Befehlen gehorcht, da nur SIE entschieden, was der Mensch wusste und was nicht.

Wissen ist Macht. Nichts wissen, macht auch nichts, ist ein Spruch, der so von den Eliten stammen könnte und als interne Botschaft einen Zustand proklamieren könnte, der den Bürgern verkauft, man solle sich mal locker machen. Auch an der Spitze einer Pyramiden-Gesellschaft würde schließlich Arbeit warten.

Das ist richtig. Noch richtiger ist allerdings die Feststellung, dass alles, was Eliten bisher anführten, um ihre Position zu rechtfertigen, vom Status quo auf diesem Planeten negiert wird. Auf allen Gebieten.

Dass wir global auf dem Weg in ein alle Bereiche erfassendes Desaster sind, liegt vor allem daran, dass wir von degenerierten Eliten gelenkt werden. Diese Eliten unterscheiden sich von dem, was Eliten ursprünglich mal definierte dahingehend, dass die heutigen Eliten nicht an der Spitze stehen, da sie reichlich gute Ideen haben, sondern nur da sie reichlich reich sind. Geldadel statt Genie, das adelt.

Die Eliten des 21. Jahrhunderts sind vor allem dick im Geschäft, aber arm was ihren Weitblick betrifft. Bei Ihnen verhalte sich Weitblick & Vermögen zueinander negativ reziprok. Diese Behauptung kann leicht dadurch bewiesen werden, dass Eliten bisher alles unternahmen, um jene zu schützen und zu erhalten, die ihr elitäres Leben erst ermöglichten. Eliten achteten bisher peinlich genau darauf, dass zwischen Ihnen und der Bodengruppe eine Pufferzone existierte. Rufname Mittelschicht.

Die Mittelschicht löst sich auf. Überall. Übrig bleib ein Planet, der jeden Tag über seine Verhältnisse lebt, und eine Gesellschaft, die nur noch 99% oder 1% Gruppen kennt. Dieses Missverhältnis gefährdet alle. Vor allem aber die überschaubare Gruppe derer, die sich für die Krone der Krone der Schöpfung hält. Wer derart unfähig ist, seinen eigenen Untergang zu verhindern, ihn im Gegenteil als Automatismus eher fördert, kann nicht als Elite bezeichnet werden. Er steht nur deshalb an der Spitze, da er auch dann noch auf die Menschen herabsieht, wenn er in einem Sportwagen an der Ampel zu den Fahrgästen eines öffentlichen Verkehrsmittels aufsieht. Die Eliten im 21. Jahrhundert haben den generellen Haltungsschaden des 20. Jahrhunderts übernommen. Ihnen fehlt das, was man ursprünglich unter Haltung verstand.

Helft den Eliten zurück ins „echte Leben“. Das was sie als „berechtigten Anspruch auf Macht“ für sich zu erkennen glauben und uns gegenüber mittels ihrer Pressesprecher, genannt Politiker, formulieren lassen, ist in Wahrheit der Beweis für die massive Schädigung ihrer Sinnesorgane. Die permanente Höhenluft der Abgehobenheit und der damit verbundene Sauerstoffmangel hat zu irreparablen Schäden geführt. So mancher Vertreter der Elite fasst sich an den Kopf und greift ins Leere.

Angenommen Du steigst in einen Reisebus und bemerkst schon nach wenigen Minuten Fahrzeit, dass der Mann am Steuer immer wieder für Sekunden einschläft und  Schlangenlinien fährt. Würdest Du nach vorne gehen, ins Lenkrad greifen und versuchen den Bus zu stoppen? Oder würdest Du es Dir mit den anderen 80 Fahrgästen, die alle über einen Busführerschein verfügen, eher gemütlich machen und Dich auf die spektakuläre Aussicht freuen, wegen der Du diese Tour auf dieser Passstraße gebucht hast? Wir alle können doch erkennen, dass unsere Fahrer völlig überfordert sind und es ihnen immer weniger gelingt, das Transportmittel, genannt Zukunft des Planeten, auf der Strecke zu halten.

Diese Serpentinenstrasse, die sie uns wider besseren Wissens immer noch als Fortschritt verkaufen, ist dafür bekannt, dass sie mindestens 17 % Gefälle hat und man  alle paar Meter via Warnschild dazu aufgefordert wird, die Bremsen zu prüfen, vor allem aber einen niedrigen Gang einzulegen. Die Busfahrer der Menschheit haben mit der Zunahme des Gefälles die Bremse gegen das Gaspedal getauscht und sind ständig dabei hochzuschalten. Sie erfreuen sich mit Blick auf die Haarnadelkurve vor ihnen am großartigen Panorama des Abgrundes und rufen immer wieder „es lebe der Kapitalismus“ in den Fahrgastraum.

Auf was warten wir? Die Fahrgäste. Es existiert schlicht keine Versicherung, bei der wir diesen sich anbahnenden Totalschaden noch abrechnen könnten, zumal es UNS schon bald gar nicht mehr geben wird.

Die größte Gewerkschaft, ermöglicht durch das Internet, wird nicht Wirklichkeit, indem wir erneut auf einen An-Führer warten. Auch nicht, wenn dieser aus unseren Reihen käme. Wir müssen uns vor allem von dem Denken trennen, das uns die Eliten über Jahrhunderte gelehrt haben. Die wesentliche Botschaft dieses Denkens ist: „Die Lösung kommt von oben“ „Keine Experimente“ „Warten auf bessere Zeiten“. Wenn wir wollen, dass die Zeiten sich bessern, müssen WIR uns bessern, indem wir vor allem das Warten endlich beenden. Es gibt keinen optimaleren Zeitpunkt, um echte Demokratie zu realisieren, als das Jetzt. Das Hier und das Heute.

Neujahr kann man auch getrennt und ohne hr schreiben. Man kann es auch als  Frage-Antwort interpretieren. Neu? Ja! 2013 ist die Aufforderung eines jeden, an sich selbst das, was getan werden muss, selber zu tun. Autark oder im Team, aber nie abhängig von Dritten.

10 Kommentare zu: “KenFM über: Freiheit ist die Kunst, NEIN zu sagen!

  1. Lieber Robin,

    es widerspricht sich wenn man Kenntnis über die unterschiedlichsten Führungsmethoden hat fundamental.
    Hirngerechtes Lernen oder Erkunden der Welt, im Einklang mit sich selbst findest Du nur über die Mathetik: Lenke so, dass der andere es in sich selbst wiederfindet und wenn er fragt, dann antworte so, dass er es in sich selbst und über seine körperliche Beteiligung, also aktiv, findet. Denn nur dann hört er niemals zu fragen auf. Bildung wird getötet, sobald die Antworten schon feststehen und ich sie abzunicken habe, weil sie mir ein anderer vorsagt. Mit Führung steigert sich das schnell in ein Dilemma hinein.
    In Gruppen, demokratisch, freiheitlich und menschlich gesonnen (siehe beispielsweise J.Habermas) herrscht niemand über den anderen sondern die Idee wird von allen optimiert (demokratischer Konsens etc.).

    Ich habe mal mit mehreren anderen hellen Köpfen eine Gruppe gegründet, in der wir uns auf die Frage konzentrierten, was die einfachsten und simpelsten Ideen zu einer gerechten Welt für alle sind.
    Es braucht dazu nur drei Dinge: gesunde Nahrung, gesundes Wasser und gesunde Luft; man beachte die Konsequenzen dazu!
    Und in dieser Gruppe habe ich zum ersten Mal in meinem Leben echte Demokratie erlebt: Alle und alles, egal welche Reputation, auf gleicher Augenhöhe! Ohne Klugscheißerei und Egopolierer!
    Ohne Führer und Führung, ein ThinkTank mit weitreichenden Ideen, Erfahrungen und Erkenntnissen, die, das behaupte ich hier mal, weiter reichen, als die derer, die heute die Speerspitze der Friedens- u. Freiheitsbewegung in Deutschland ausmachen; weil sie nicht nach den Konsequenzen, sondern nach einer Eingliederung ins bestehende System trachten. Das beste Beispiel sind die Grünen, die all diese Ideen für Karriere verraten haben.
    Ein Beispiel: Wir brauchen kein Umweltministerium, sowenig wir ein Verteidigungsminister brauchen. Denn die Umwelt ist nichts äußeres. Es gibt gar kein Außen in der Welt. Es sollte Lebensministerium heißen. Denn der Umweltgedanke schützt und bekräftigt die abrahamitische Denkweise, gerade bei den Christen sehr stark, um sich die Umwelt untertan zu machen. Umwelt ist ihnen das, was anders ist, denkt, fühlt und lebt. Umwelt ist damit etwas, das in den Griff zu bekommen ist – koste es was es wolle, denn *unser Gott* hat uns dazu beauftragt; und schon sind wir beim gerechten Krieg und all dem Dreck, der sich um die Todsünden scharrt – höher, schneller, weiter etc. Hier wird Gott benutzt und nicht nach Gott gelebt.

    Die meisten Menschen denken aus dem Mainstreamfilter heraus, sie machen keine Hausaufgaben zu den Themen, zu denen sie sich eifrig äußern. Sie bleiben nicht am Ball, wie man so schön sagt, sondern nutzen das Internet, um ihre individuelle Bedeutungslosigkeit vor sich selbst in eine Bedeutungsmimikry zu verwandeln. Es ist der bequeme Weg, bei dem der Einzelne sich selbst in eine Ersatzbedeutung erheben kann. Wirklich von Bedeutung sind Menschen jedoch nur dann, wenn sie etwas von Bedeutung erschaffen; mit ihren Körper und Geist in der realen Welt.

    Das wichtigste an einer Theorie, sagen wir mal der Quantentheorie, ist nicht, das Du oder ich sie bloß verstehen – das ist nämlich wirklich einfach sondern, dass Du und ich die Bandbreite ihrer Konsequenzen verstehen lernen und Du und ich uns darauf auch einlassen. Und das setzt wahre Stärke voraus: Sich und sein Weltbild über Bord schmeißen zu können, weil das, was Dich oder mich am Leben erhält, lebendig erlebt werden will. Und zwar einzig in Bezug zu dem, was wir als Grenze zur Realität selbst erfahrbar machen können. Nur so fühlen wir die Kraft unserer eigenen Lebendigkeit und nur so kommt intrinsisches Wachstum zustande. Grenzerfahrungen nennen wir das. Nur, wer sein Leben nicht zur eigenen Lebensgrenze bringt (positive Aggressivität), sich nicht ständig dazu optimiert, der sucht nach Ersatzerlebnissen (Extremsport), Ersatzfiguren (hybride Ich-Bildung, Spieleabhängigkeit) und Ersatzleben (digitale Demmenz). Die Kunst des eigenen Lebens besteht ja gerade in der Schwierigkeit, dass alles in Natürlichkeit zu erleben. Und dazu braucht man ein hinreichendes Bedürfnispotenzial, Ausdauer und Selbstdisziplin, sich von keinerlei Bedürfniserweckungskonsum leiten zu lassen. Zu wissen was man wirklich will – da braucht es dann keinerlei Führung anderer. Und weil unsere Kultur aber den allgegenwärtigen Dreck hochhält und ihm die Eigenschaft von Edelsteinen verlieh – und alle das auch noch glauben, sind wir in der Mehrheitzu dem Glaube gelaufen, es brauche jem,and anderes in meinem Leben, dem ich mein Leben anvertrauen, um es zu führe; ich bin ja sowieso zu doof dazu.
    Die meisten aber bleiben in ihrem ganz persönlichen „Ich weiß, ich habe immer Recht-Syndrom“ kleben und biegen sich die Dinge so lange hin, bis sie darüber stolpern und sagen dann: „Ich war’s nicht, der da war’s!“
    Also, fangt endlich allesamt an zu verstehen, dass es nur einen einzigen Führer für Dich und Euch gibt. Ihr seid es selbst. Alles andere ist Verführung und kann es auch nur sein.


    Und genau an dieser Stelle endet Aufklärung. Veränderung, so zeigt die kognitive Psychologie (die ist nämlich an fehlendem Gefühl gescheitert), geht nur über Triple B. Warum endet Aufklärung hier? Weil die emotionale Beteiligung bei den passiven Akteuren hier aus rein biologischen Gründen nicht mehr weiterkommen kann – Wachstumsstopp! Hier (kann sich, wenn man nicht aufpasst) die Katze in den Schwanz beißen. Denn Verhalten zu verändern gelingt nur über Beziehungsbindungsdichte, das mit Bedeutsamkeitserleben einhergehen sollte und eine Bewältigungsstrategie beinhaltet – also nur von Person zu Person. Schau Dir all die Aufklärer an, auch M. Petritsch! Sie enden genau hier und winden sich in Wiederholungen, weil sie wissen, dass sie sodann ihren Blogg schließen müssten; ein personenbezogenens seelisches Problem, was das *unverändert Weitermachen* bei ihnen bewirkt. In Wahrheit aber ist es Wachstumsstopp, mit all den Konsequenzen.

    Haltungen ändern sich bei niemanden nur deswegen, weil ein anderes Denk- und Realitätsmuster von einem anderen an wen auch immer übermittelt wurde. Es fehlt das Wesentlichste dabei: Der Prozess der emotionalen Beteiligung beim Erlebten. Und weil das Glotzen und Zuhören ein passives Ereignis ist, fehlt dem Einzelnen dabei das Beteilgtsein an der Erfahrung und Erkenntnis. Bildschirmmedien sind beschmierte Butterbrote – Du hast die Wahl zwischen vier; was dabei ausgeklammert wird, ist das Schmieren des eigenen Brotes mit der Befriedigung des eigenen Bedürfnisses nach, sagen wir mal, Tomate mit Leerdammer und Vollkornbrot.

    Informationen müssen lebendig in Erfahrung gehüllt sein – alles andere ist lediglich bloß interessant und bewirkt bei den passiven Info-Konsumenten das Bedürfnis nach mehr von dem Überbringer. Der zweite Schritt ist dann das völlig irrige Kritisieren an dem, was der Überbringer überbracht hat. Gewohnheitsverhalten bei den Konsumenten, das Ende allem Wachstum, schreitet dann fort und aus all dem Konsumierten wird dann eine *freie Meinung*, eine Stellungnahme, die jedem Fass den Boden entreißt; weil die Konsumenten gar nie dem Prozess beigewohnt haben, die, sagen wir mal einen solchen Bericht wie den hier von KenFM vorgetragen innewohnt: das, was einen dazu bringt, das zu sagen was man sagt und das, was einen dazu hinführt, soetwas zu tun odewr es tun zu müssen.

    „Wenn du ein Schiff bauen willst,so trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen,Werkzeuge vorzubereiten,Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.“
    Denn:
    „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“
    Beide Zitate von Antoine de Saint-Exupéry

    Folge niemanden, lebe Dich selbst.

    LG
    Rüdiger Lenz

    • Jetzt hab ich den halben Tag an einer Antwort für Robin gebastelt und jetzt lese ich deinen Text.

      Meine Formulierungen hätten sicher keine Sehnsucht nach dem Meer bei ihm hervorgerufen.

      Wieder was gelernt.
      Eine kleine Prise Meeresluft ist grad bei mir angekommen. Hach ist das schön.

    • Selten mal einen so guten Kommentar gelesen. Mir wurde bewusst, welch kleine Brötchen ich backe und das ist ja schon mal ein Anfang.

  2. Überlege immer noch, was der Anderl wohl da gehört hat, es kann unmöglich das gewesen sein, was ich gehört habe.
    Die Bedeutung der (noch) Freiheit des Internets noch mal herauszustellen oder bewusst zu machen, wird exponenziell beschleunigt, wie der staatliche Schuldenzuwachs, immer wichtiger.
    Der alte David Rockefeller möchte die Krise, die in die neue Weltordnung führen soll, sicher noch miterleben. Das funktioniert aber nur wenn wir nicht mit den Mitteln des letzten Jahrhundert darauf eingehen, nämlich militant werden. Die Gesetze dafür sind mit dem Patriots Act und dem Lissabon Vertrag schon vorbereitet. Ich weiß, dass Ken da anderer Ansicht ist. Aber wenn sich die Aufständigen mit Polizei und Militär schlagen, könnte der Soldat oder der Polizist auch der Nachbarsjunge sein. Wir schlagen uns die Köpfe ein und die Pyramidenspitze lacht sich ’nen Ast ab. Das Internet gibt uns die Möglichkeit das ganz offen abzuklären, welche Form des gewaltlosen Widerstands wir wählen. So viele Mitarbeiter der „Dienste“ gibt es nicht, wie es verarschte Untertanen gibt. Wir sollten nur die Kraft aufbringen, diese zu ignorieren und ihnen klar machen, dass sie auf der falschen Seite stehen. Denn der Job als Gefängniswärter ist nicht soviel angenehmer, als Gefangener zu sein. Es wäre schön, wenn KenFM und Schall und Rauch, in diese Richtung die Weiche stellen.

  3. Lieber Ken,

    Du schlägst damit in die selbe Kerbe wie der Chaos Computer Club.

    Die Videos des letzen Kongresses in Hamburg sind inzwischen größtenteils verfügbar, und sehr sehenswert.
    In sehr vielen der Podiumsdiskussionen geht es eher um gesellschaftspolitische Themen als um Technik.
    So wie ich das verstanden habe, wurde verstanden, daß es nun wichtig ist, das politische/gesellschaftliche System zu hacken. Mit rechtsstaatlichen Mitteln. So ähnlich, wie das bei ACTA geschehen ist.
    Das Grundgesetz wird von Politikern nicht mehr respektiert. Immer mehr Gesetze müssen bis nach Karlsruhe getragen werden, um dort kassiert zu werden.

    „Den Arsch hochkriegen“ würde auch für Dich bedeuten, sich mit Gleichdenkenden zu vernetzen.
    😉
    Ich möchte anregen, daß Du dich mal kritisch mit dem CCC auseinandersetzt, und guckst, was die eigentlich so machen.
    Denn die machen IMHO eigentlich das selbe wie Du: Aufklären. Freiheit erhalten wollen. Leute zum Selberdenken motivieren.
    Completely unembedded.

    Beispiele (willkürlich):
    https://www.youtube.com/watch?v=rCJq2tdSi8k
    https://www.youtube.com/watch?v=-zkGrm5pWys
    https://www.youtube.com/watch?v=JBzpLPi4IzU
    https://www.youtube.com/user/CCCdeVideos

    LG waldbaer

    P.S.: „Hacken“ bedeutet, sich mit Dingen auseinanderzusetzen; zu verstehen, wie sie funktionieren. Und wenn sie nicht so funktioniern, wie man das möchte, zu versuchen, es hinzukriegen, das sie das tun.
    Das bedeutet gelegentlich auch, Dinge „nicht bestimmungsgemäß“ ihrem Zweck zu entfremden und ne Menge Spaß dabei zu haben *g*. Oder größeren Nutzen.
    Auf jeden Fall ist konstruktive Kreativität gefordert.
    Das beschränkt sich nicht nur auf Gegenstände, sondern gilt auch für Ideen, Ideologien oder Meme.
    Hack the mainstream-media! (Nur sone Idee..)

  4. Hossa,

    gut aufgepasst, Genosse!
    *lol*

    Leider gibts keinen Ironie-Button. Und selbst wenn Ironie aus sich selbst heraus als solche erkennbar wäre, wird sie vielleicht gerne mal mißdeutet.

    Der von mir gemeinte Gedankenansatz sollte sich auch nicht an Ken (bzw. dessen manchmal etwas krass demagogischen Erzählstil) richten, sondern eher gegen die Masse derjenigen da draußen, die immer über die Zustände meckern, aber niemals selbst auf die Idee kämen, ihren (immer noch recht bequem gebetteten) Wohlstandshintern selbstständig in Bewegung zu setzen.

    Auch WIR (zähle mich jetzt mal aus Solidaritätsgründen dazu) brauchen diejenigen, die die Fahne vorneweg tragen, damit wir uns dahinter klemmen können.

    Und wer es schafft, uns mit Worten aus der Lethargie zu reißen, der sollte sich eigentlich auch prädestiniert dazu fühlen, eine noch größere Rolle anzunehmen.

    Ken KANN mit Worten umgehen. Das dürfte wohl niemand anzuzweifeln wagen?!
    Aber wohin kann uns alleine eine Internet-Variante eines Salon-Bolschewismus führen?

    Ist hier nicht schon die Saat gesät für das, was parallel gesehen aus der APO einst in die RAF führte?

    Wo Worte alleine immer wieder ungenutzt verhallen, da fühlen sich eines Tages andere dazu berufen, diesen Worten unangemessen harte Taten folgen zu lassen.

    Insofern steht jemand wie Ken (der die Dinge ja nun zumindest schon mal definiert hat) sicher irgendwann auch mal vor der Frage, ob er denn nicht auch eine andere Verantwortung übernehmen könnte?
    „Führung“ (Blödes Wort – weckt natürlich „ungute“ Assosationen) kann nunmal nur von „Lichtgestalten“ übernommen werden, die sich auch der Tatsache bewusst sein sollten, dass sie umsichtig agieren müssen, um die Masse erfolgreich hinter einer Idee zu versammeln.

    😉

    Und natürlich – Ken ist nunmal ein begnadeter, wenn auch manchmal extrem demagogisch formulierender Redner. Beinhaltet eine solche Gabe nicht auch die Verpflichtung zur Verantwortung?
    Liebe Grüße, Anderl

    • Das Wort „Führer“ ist in Deutschland in der Tat extrem negativ konnotiert.

      Ersetze „Führer“ durch „Vorbild“, und dann stimme ich Dir zu. 😉

      Außerdem: Ich will nicht geführt werden.
      Führen tut man Hunde, und das oft an der Leine. Und ohne Leine dackeln sie hinterher. Nenee.

      Ganz schlecht formuliert, Du das hast, mein junger Padawan! 😉

      Viele liebe Grüße vom
      waldbaer

  5. Mein lieber Herr Gesangsverein,

    das war wieder mal eine Blut,-Schweiß-und-Tränen-Rede vom Allerfeinsten.
    Respekt, lieber Ken J.

    Nun bin ich nicht der typische Internet-User. Kein FB, kein Twitter oder sonstige Laberaccounts werden von mir genutzt.

    Solltest Du aber jemals erkennen, dass DU selbst derjenige bist, der die Dinge aktiv ändern kann – etwa, indem Du in die Politik gehst – dann kannste auf meine aktive Mitarbeit zählen.

    Der allergrößste Teil der (in deutschsprachigen Gebieten lebenden) Menschen bekommt den eigenen Hintern nicht aus dem Fernsehsessel gewuchtet, selbst wenn er noch so sehr unter der gesellschaftlichen Situation leidet. Dazu braucht es eine Identifikationsfigur. Einen Gandhi, einen Che, eine Meinhof, meinetwegen auch einen Dieter Bohlen. Hauptsache, jemand, der die Flagge schwenkend vorneweg geht, das Richitge denkt und ausspricht und somit die Massen mit sich reißt.

    DAS ist genau die Fähigkeit, die Dich ausmacht.
    Scheiß drauf, dass Deine Kommentare nur so triefen von demagogischer Propaganda. Sie treffen gerade durch diese (fast schon Monty-Python-mäßigen) Überspitzungen genau ins Schwarze.

    Die Antwort lautet eben NICHT „42“.
    Die Antwort lautet: „Ken J. nach vorne! Ken J. in die politische Szene! Ken J. for President“

    Mach uns den Leader! Die Menschen brauchen einen solchen! Und DIR folgen sie auch.

    Believe me. And believe yourself. Ich bin absolut sicher, dass Du schon öfter als einmal selbst drüber nach gedacht hast.

    Meine Stimme hast Du. Und meine aktive Unterstützung ist Dir hiermit garantiert.

    Gruß, Anderl

    • Lieber Anderl,

      In Ken´s Video geht es um Freiheit.
      Wie kannst du frei sein und gleichzeitig nach einem Führer verlangen?
      Bitte hinterfrage deinen Kommentar nochmals!

      Ich möchte an der Stelle auf Rüdiger Lenz´s Youtube-Kommentar zu Ken´s Video verweisen.

      MFG

    • Hallo Philipp,

      Meiner Meinung nach widersprechen sich eine Führung und Freiheit nicht unbedingt.
      Der Führer muss nur altruistisch genug sein und nicht zu schnell dem Machtgedanken
      unterliegen. So profitiert auch das Volk und eine freidenkende Gesellschaft wäre möglich.

      MfG

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