Die Friedensbewegung und die Nato Strategie-Schmiede für den Krieg im 21. Jahrhundert – das JAPCC (Kalkar)

Was die Münchner Sicherheitskonferenz als Werbung fürs Militärische ist, das ist die JAPCC-Konf. für die Strategen des High-Tech-Krieges

Von Bernhard Trautvetter.

Am 18. Februar demonstriert die Friedensbewegung gegen die „Sicherheitskonferenz“ genannte Werbeveranstaltung für Kriegseinsätze, die sie „Verantwortung“ nennen. Die Sicherheitskonferenz wird in allen Leit-Medien breit berichtet werden.

Der Aufruf zur Friedensdemonstration, die dagegen protestiert, eröffnet mit diesen Worten: “Auf der sogenannten Münchner Sicherheitskonferenz (SIKO) im Februar 2017 versammeln sich die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Machteliten, vor allem aus den NATO-Staaten, den Hauptverantwortlichen für das Flüchtlingselend, für Krieg, Armut und ökologische Katastrophen. Ihnen geht es – entgegen ihrer Selbstdarstellung – weder um die friedliche Lösung von Konflikten, noch um Sicherheit für die Menschen auf dem Globus, sondern um die Aufrechterhaltung ihrer weltweiten Vorherrschaft und um die Profitinteressen multinationaler Konzerne.“

Von den Medien fast vollständig verschwiegen werden die militärstrategischen Konferenzen, die immer im Rhythmus ein halbes Jahr versetzt stattfinden, sie werden vom „Joint Air Power Competence Centre“ in Kalkar (JAPCC) organisiert, einem nach dem Selbstverständnis der Militärs Thinktank der Nato – Beleg hier.

Die Münchner SiKo funktioniert als Werbemaßnahme, um das schleichende Gift des Militärischen (=Krieg, Spannungseskalation, Rüstung, …) ins Gehirn der Menschen zu träufeln. Herausragend lässt sich das am 2015 in die Welt posaunten Begriff der „Verantwortung“ Deutschlands –heuchlerisch ‚auch militärisch‘ genannt– veranschaulichen. Der Deutsche Militarismus, der im 20. Jahrhundert Blutspuren und Narben über die Erde gezogen hat, von denen sie sich bis heute nicht erholt hat, schleicht sich offensiv wieder in die Öffentlichkeit.

Ein großes Medienecho ist ihm schon wegen der manipulativen Absicht der Medien der Herrschenden gewiss. Dafür wird gesorgt und bezahlt. Anders wenn die Militärs ihre Kriegspläne ausfeilen, da wollen sie, unbeachtet von der Öffentlichkeit, unter sich bleiben. Das passiert im deutschen Raum auf ebenfalls herausragende Weise in den Jahreskonferenzen des JAPCC, wie ich es hier aufzeigen werde. Die Friedensbewegung hat die große Verantwortung der Aufklärung der Menschen, da mächtige Kreise genau das zu verhindern trachten, und da es um das Überleben der Zivilisation geht:

Hintergrund: Die Nato hat auf ihrem Prager Gipfel 2002 eine Weiterentwicklung ihrer Organisationsstruktur beschlossen, die sogenannte ‚Centers of Excellence‘ (CoE) umfasst.

Diese ‚Exzellenz-Zentren‘ werden außerhalb der Nato-Kommandostruktur von Mitgliedsstaaten finanziert, und die Nato bezeichnet sie als ‚internationale militärische Organisation‘. Die Bundesregierung und damit der deutsche Staat beteiligt sich laut einer Antwort an Sevim Dagdelen in einer Anfrage: „Der Kostenanteil für Deutschland am Gesamtbudget des JAPCC liegt bei 28,07 Prozent.“

Die offizielle Aufgabe des JAPCC ist es, Führungskräfte und Spezialisten der Nato und aus sogenannten Partnerstaaten in der Entwicklung der Strategien, der vernetzten Operationsfähigkeit und Anwendung der militärischen Potentiale zu unterstützen, Konzepte auf ihre Anwendbarkeit zu überprüfen und in Experimenten, Trainings- und Bildungseinheiten zu gestalten.

2004 wurde das erste COE von Deutschland zur Unterstützung der Luftstreitkräfte eingerichtet.

Unsere Kritik am Geschehen richtet sich also gegen den deutschen Militarismus und den der Nato.

Das Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) in Kalkar am Niederrhein wurde dann 2005 vom Allied Command Transformation (ACT) in Norfolk, Virginia, USA mit Deutschland als Rahmennation zertifiziert. Das ACT wirbt mit dem Motto ‚Das Heute verbessern, das Morgen gestalten, ein Brücke zwischen den beiden bauen‘. Doch spricht das Geschehen vor Ort eine andere Sprache, wie eine genauere Betrachtung offenbart:

Das JAPCC versteht sich als Denkfabrik für neue Konzepte, Strategien und Technologie-Transfer der Nato (Quelle: JAPCC-Magazin Nr. 1).  Nach der Website der Luftwaffe ist das JAPCC „eine Organisation, die (…) in der Lage ist, Problemstellungen aus dem gesamten Spektrum der Führung und des Einsatzes von Luftkriegsmitteln erfolgreich zu bearbeiten“[1].

Das JAPCC veröffentlicht Materialien zur Luftkriegsführung, zum Weltraum-gestützten und zum Cyber-Krieg. Unter den Materialen zur Luftkriegsführung befindet sich unter anderem ein Papier zum Drohnenkrieg: „The Psychology of Remote Control Warfare“ von Wing Commander Pete York, GBR A – Zitat: „Die Entwicklung der Robotik für den Gebrauch auf und über dem Schlachtfeld hat es Soldaten erlaubt, sich von gefährlichen, dreckigen (dirty) und alltäglichen Aufgaben in Distanz zu begeben. 2007 steuerten die USA ungefähr 250 000 Stunden Operationen von unbemannten Flug-Systemen in ‚Theatern‘ (Zielgebieten) weltweit (…) Drohnen-Operationen haben eine neue Dimension in die Idee ferngesteuerter Kriegsführung eingebracht.“

Jahreskonferenzen des JAPCC stellen neben den Veröffentlichungen einen weiteren Beitrag zum Auftrag des Kalkarer Nato-Center of Excellence.

Dazu hier ein paar Beispiele:

2006 entwickelte die Konferenz die Drohnen-Strategie der Nato konkret einsatz-orientiert, was unter anderem auch die Veröffentlichungen zum Drohnenkrieg nach sich zog; es ging dabei u.a. in der Präsentation „The Joint Imperative“, die nicht mehr im Netz zu finden ist, aber mir vorliegt, z.B. um die Sicht von weit vom Kriegsgeschehen entfernter Kriegsführer auf die Umgebung der Operation vor Ort, zukünftige Entwicklungen, das alles unter den Stichworten: „find  . . . fix . . . track . . . target . . . engage . . . assess“ – ‚Engagieren‘   ist hier ein anderes Wort für ‚Töten‘. Das Bewerten am Schluss des Zitats bezieht sich auf die Frage des Erfolgs, wieviel geplante außergerichtliche Tötungen erfolgreich exerziert wurden und wieviele Kollateralschäden der Angriff erbrachte. Das ‚Finden‘ bezieht sich explizit auf Aufklärung durch Dächer hindurch und tief im Untergrund. Die zukünftigen Entwicklungen betrafen die immer kürzere Zeitspanne zwischen Informationsgewinnung und militärischer Entscheidung in der Konsequenz, die Synergie der Abläufe des Kommandierens und Kontrollierens (C2 = Kriegsführung), die Institutionalisierung von Taktiken, Doktrinen und ‚Prozeduren‘.

Das Thema der 2007er Jahreskonferenz ‚Expeditory Warfare‘ steht für die Kriegs-Führung ohne Kriegserklärung und damit für eine Routine des Völkerrechtsbruchs, Länder in Friedenszeiten mit ‚Operationen‘ anzugreifen und dann wieder zu verschwinden – bis zur nächsten Expedition.

Passend dazu das Thema der 2008er-Konferenz: ‚Schlachtfeld-Management‘; im Staat, dessen Grundgesetz die Vorbereitung eines Angriffskrieges unter Strafe stellt, wirft das Geschehen in Kalkar neben den menschlichen zumindest auch verfassungsrechtliche Fragen auf.

Dem gegenüber steht, dass das JAPCC seine 2012er-Konferenz unter dem Thema „Kriegsführung [Warfare] im 21. Jahrhundert“ organisierte, hier, wie auf weiteren Jahreskonferenzen wurden die Erfahrungen u.a. im Irak- und Afghanistan-Krieg ausgewertet. Für eine der wesentlichen Strategie-Anregungen wurde der Begriff ‚Air Land Integration‘ (ALI) geprägt, worunter die Verbindung aller Elemente militärischer Operationen vom All bis zum Cyber-Krieg miteinander integriert werden.

Auf ihrer 2014er-Konferenz „Future Vector“ erklärten die Verantwortlichen einen großen Krieg in Europa für möglich: „The two decade long assumption that there will not be a major war in Europe is in some doubt.“[2] Übersetzung: Die zwei Jahrzehnte lang andauernde Annahme, es gäbe keinen großen Krieg in Europa mehr, ist anzuzweifeln.

Ein dritter großer Europäischer Krieg innerhalb der letzten einhundert Jahre wäre im dicht besiedelten und hoch industrialisierten Europa mit seinen ca. 200 Atommeilern das Ende der Zivilisation mindestens in diesem Erdteil. Statt eine solche Katastrophe zu verhindern fordern die Militärs auf S. 70 des Kalkarer Future Vector-Manuskripts einen „angemessenen Mix konventioneller und nuklearer Kapazitäten“.

Damit die Bevölkerung die Gefährlichkeit des Militarismus nicht durchschaut, sondern für diese selbst-mörderische Politik gewonnen werden kann, braucht man einen Sieg in dem, was man Informations-Krieg nennt, wie sich auf der 2015er-Jahreskonferenz des JAPCC erwies: „Die NATO stützt sich bei der Entwicklung neuer Propagandatechniken zunehmend auf deutsche Wissenschaftler und Journalisten. Jüngster Ausdruck dieses Vorgangs ist eine für Ende November im nordrhein-westfälischen Essen anberaumte Konferenz über >Strategische Kommunikation<, die ein Think-Tank des westlichen Militärbündnisses veranstaltet – unter Mitwirkung unter anderem eines Korrespondenten der ARD. Erklärtes Ziel der von führenden deutsch-europäischen Rüstungskonzernen gesponserten Tagung war es, Methoden zu erarbeiten, mit denen sowohl ‚öffentliche Unterstützung‘ für Kriegsoperationen der NATO generiert als auch ‚feindliche Medienarbeit‘ gekontert werden kann. Deutschland gilt den Konferenzplanern in diesem Zusammenhang als ‚problematischer Fall‘. Ihrer Auffassung nach, wie der vieler Militärs der Nato, sind ‚pazifistische Auffassungen‘ weit verbreitet unter den Deutschen, die sich deshalb (…) als besonders anfällig für antimilitaristische „Desinformationskampagnen“ erweisen. Dies zeige sich insbesondere bei den öffentlichen Auseinandersetzungen über die zivilen Opfer westlicher ‚Luftschläge‘ und den Einsatz bewaffneter Drohnen.“[3]

Die Friedensbewegung erweist sich als in den Augen der Nato dermaßen erfolgreich, dass man sich auf einer der größten Jahreskonferenzen des Bündnisses in Europa damit befasst, wie man diesen von ihnen im Einladungsflyer so benannten ‚feindlichen Einheiten‘ [„Entities hostile to Nato“] und ihren Erfolgen bei der  Verbreitung einer militärkritischen Meinung in der Öffentlichkeit entgegenwirken kann.

Die Jahreskonferenz des JAPCC 2016 thematisierte die Handlungsfähigkeit im evtl. durch feindliche Handlungen geschädigten Umfeld. Schlacht- oder Gefechtsfeld wird hier ‚degraded environment‘ genannt.

Im Vorbereitungsmanuskript des JAPCC [4] verlangt der Moderator der Konferenz, Air Commodore Ian Elliot, dass die moderne Luftwaffe als High-Tech-Potenzial uneingeschränkten Zugang zum gesamten Spektrum der Auseinandersetzungen sichern muss; das betrifft den Cyberspace des Internet und das All. Schädigungen der Umgebung, seien sie Ergebnis von Naturkatastrophen oder gegnerischer Handlungen, hätten massiv destabilisierende Wirkung (Seite V). Elliot wird konkret:

„Als ich meine militärische Karriere während des Kalten Krieges begann, antizipierte die Nato Handlungen in geschädigten Umgebungen einerseits bezüglich elektronischer Handlungen des Gegners und andererseits hinsichtlich des Erfordernisses, in einer durch nukleare, biologische oder chemische Waffen geschädigten Umgebung zu handeln.“ Er regt an, diese Eventualitäten wieder stärker in die Überlegungen mit einzubeziehen (ebenda).

Der Direktor des JAPCC, Generalleutnant Wundrak formuliert im Vorwort, dass die Ausstattung der Luftwaffe so rückständig ist, dass die Nato Jahre braucht bis sie technologisch die notwendige Handlungsfähigkeit erlangt.

Diese Gedanken lassen auf Entwarnung hoffen. Doch wirkt sich das Vorgehen der Militärs spannungssteigernd aus, wie auch der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger deutlich macht:

„Die Kriegsgefahr zwischen der Nato und Russland sei größer als in den Achtzigern, warnt der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. Die Nato müsse sich mäßigen.“[5]

Und – passend zu dieser Warnung sieht das schon zitierte Manuskript der 2014er Konferenz ‚Future Vector‘ S. 141: Hier werden Staaten und Gebiete, in denen die Nato nahe der russischen Westgrenze aktiv geworden ist, als potentielle Ausgangsstellen für einen großen, dort ‚Escalation‘ genannten, Krieg benannt: Das Baltikum, Georgien und die Ukraine.

Die JAPCC-Jahreskonferenz 2017 ist bereits für den 10. bis zum 12.10.2017 in die Messe Essen eingeladen.

Die Friedensbewegung wird am 18.2. in München ein unüberhörbares Signal für den Frieden in die Welt senden und im Oktober ebenso unüberhörbar gegen die Konferenz zur Vorbereitung des Krieges im 21. Jahrhundert in Kalkar und am Konferenzort Essen in die Welt senden.

Außerdem kommt an Ostern der Ostermarsch, Ende Mai der Nato-Gipfel in Brüssel, im Juli (7. und 8. Juli) der G20-Gipfel mit Trump in Hamburg, im August das mahnende Gedenken an Hiroshima, im September der Antikriegstag und die Aktionen in Büchel und Ramstein. Und dann sehen wir uns im Ruhrgebiet gegen den Kriegsrat in der Messe Essen.

Wir haben einen langen Atem.

„Die Waffen nieder“, rief schon Bertha von Suttner vor weit über 100 Jahren. Unser Atem ist lang, weil er tief ist.

Unser „Nein“ zum Krieg ist ein „Ja“ zum Leben.

Quellenhinweise:

1http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/start/team/stan/nord/kalk/!ut/p/z1/hY_RC4IwEMb_I28Tpu 5RMUMyKyxre4mhwwzbZCzpoT—

2 http://www.japcc.org/wp-content/uploads/Future_Vector_II_web.pdf, S. 141

3  JAPCC Air Power and Strategic Communication – Read Ahead S. 35 (Übersetz. B.T.)

https://www.japcc.org/wp-content/uploads/JAPCC_Conf_Read_Ahead_2015_web.pdf

4 Preparing Nato for Joint Air Operations in a Degraded Environment

https://www.japcc.org/wp-content/uploads/JAPCC_Read_ahead_2016_web.pdf

5 Ischinger warnt vor Kriegsgefahr mit Russland Spiegel-online 23.06.2016

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

23 Kommentare zu: “Die Friedensbewegung und die Nato Strategie-Schmiede für den Krieg im 21. Jahrhundert – das JAPCC (Kalkar)

  1. Artikel ist natürlich gut und richtig, aber dies…

    „Wir haben einen langen Atem.
    „Die Waffen nieder“, rief schon Bertha von Suttner vor weit über 100 Jahren. Unser Atem ist lang, weil er tief ist.
    Unser „Nein“ zum Krieg ist ein „Ja“ zum Leben.“

    …ist kindisch, lächerlich, und wie immer wenn man sich in die eigene Tasche lügt, dumm!

    • Liebe/r TDVolland,
      das wünsche ich mir als die Beharrlichkeit aller alternativen Bewegungen:
      1) http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/006244.html
      2) http://www.dw.com/de/50-jahre-osterm%C3%A4rsche-f%C3%BCr-den-frieden/a-15003267
      3)http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0765_ostermarsch_ruhr.htm
      Ich wurde einmal von der „Westdeutschen Allgemeine“ gefragt, woher ich die Kraft nehme, trotz aller Schwierigkeiten über all die Jahre nicht aufzugeben [bei mir sind es etwas über 45 Jahre] ; ich antwortete: andernfalls bestünde die Gefahr für mich, depressiv zu werden. Nennen Sie es kindisch. Ich kann nicht anders in dieser verletzlichen Welt.

    • Bernhard…
      Was um alles in der Welt wollen sie denn damit sagen?
      Die Ostermärsche? Haben sie die letzten 55 Jahre durchgeschlafen? Es war eine grün/rote Regierung die vor 20 Jahren zum ersten Mal wieder einen Krieg im Ausland geführt hat, und zwar völkerrechtswidrig! Und in wie vielen morden wir Deutsche mittlerweile?
      Danken sie lieber welchem Gott auch immer, dass Clinton die Wahlen nicht gewonnen hat, sie wissen was dann wahrscheinlich vor der Tür stehen würde? Ein nuklearer Krieg in Europa…
      Und angesichts des Schwachkopfes im Weissen Haus kann ja noch keiner sagen ob er sich nicht den Verbrechern in Israels Regierung zusammentut und den Iran überfällt und einen katastrophalen Flächenbrand auslöst!

      Die Welt ist nicht verletztlich, aber sie scheinen es anscheinend mehr als ihnen gut. Es muss ihnen doch klar werden, dass sie deswegen zum Ratgeber nicht gerade prädestiniert sind… Sie scheinen mir mit einem Ego geschlagen, das ihnen verbietet realistisch zu ihnen?
      Die Welt interessiert es einem Dreck ob sich diese peinliche Spezies gegenseitig ausrottet, oder nicht.
      Diese Welt ist wunderschön und das Leben ist ein solches Geschenk… und da verschwenden sie ihre Zeit damit gegen die Dummheit zu kämpfen?

      Bitte… es ist ihr Leben, aber darf ich sie daran erinnern, dass es das einzige ist, das sie jemals haben werden?

    • Was die Nato und rotgrün, die olivgrünen Grünen und die Gefährlöichkeit H.Clintons angeht, sind wir wohl einer Meinung, liebe/r TDVolland. Was die Friedensbewegung angeht scheinbar nicht.
      Ich habe gerade der Westdeutschen Allgemeinen diesen Leserbrief zu einer Äußerung des Ukrainischen Präsidenten geschrieben: „Die Nato ist dasjenige Militärbündnis, aus dessen Staatengebiet die mesten und massivsten Völkerrechtsbrüche seit dem Ende des Kalten Krieges zu verzeichnen waren. Herr Poroschenko, eine Organisation kollektiver Sicherheit sieht wahrlich anders aus!“ Ich bevorzuge Aufklären gegenüber Ratgeben.

    • Ihre Absicht in Ehren, Bernhard… leider entscheiden auf dieser Welt nach wie vor diejenigen, die die grösseren Waffen haben.
      Aber ich lerne ja gerne, können sie uns ein Beispiel dafür geben? Einen möglichen Krieg, der durch die Friedensbewegung mal verhindert worden wäre?

      Mir fällt bei sowas, wie ihnen sicher auch, immer als erstes der völkerrechtswidrige, verbrecherische Kosovo Krieg ein, den ein Grüner, früher mal friedensbewegter, deutscher Aussenminister mit-anzettelte.
      Was glauben sie, wird eine Merkel/Gabriel Regierung, oder, möglicherweise ab Herbst eine Merkel/Kretschmann (Die „Grünen“) Regierung tun, wenn unsere amerikanischen „Freunde“ eine Golf von Tonkin, bzw dann Golf von Danzig, Zwischenfall inszenieren und diese „Freunde“ den Bündnis-Fall ausrufen, der „unsere“ Regierung zum Aufmarsch zwingt?

      Ich benutze gerne unmissverständliche Worte und so frage ich sie welche dieser beiden Ideen sie für realistischer halten:

      Dass Poroschenko nach dem Lesen ihres Briefes in sich gegangen ist, und die kriegerischen Provokationen gegen Putin, der ja auch nicht gerade ein Friedensengel ist, künftig sein lassen wird?

      Oder, dass es der real existierenden Welt wichtiger ist, dass Trump ja möglicherweise ein unzuverlässiger Partner der Rüstungsindustrie sein wird, und man bangen muss, was denn aus den Arbeitsplätzen werden soll?

      Friedensbewegte Demonstranten, zu denen ich ja in naiveren Zeiten selber gehörte, sind nützliche Idioten, die völlig wirkungslos in das System eingebunden sind!
      Es sind Menschen, die als Lebensziel haben, sich stets guten Gewissens vor dem Spiegel auf die eigene Schulter klopfen zu können, während die Bundesehr weltweit, Seite an Seite mit unseren amerikanischen „Freunden“ mitmordet.

      Gut gemeint ist und bleibt leider das Gegenteil von gut….

  2. „Die Münchner SiKo funktioniert als Werbemaßnahme, um das schleichende Gift des Militärischen (=Krieg, Spannungseskalation, Rüstung, …)…“
    Gibt es „das Militärische“ als Nomen oder müsste es nicht vielmehr „das schleichende Gift des militärischen Habitus“ heißen?
    Ich hab das jetzt zwar mehrfach in Inetbeiträgen gelesen, danke aber, daß „das Militärische“ eine neumodische Wortschöpfung ist, die nicht im Duden exisitiert.
    Ich denke es müsste „militärischer Habitus“ heißen.
    Das Wort Habitus macht es dann ganz offensichtlich, das es sich hierbei um die Einstellung bzw. Geisteshaltung eines oder mehreres Menschen handelt, die ihre Interaktionen bzw, Konflikte mit der Umwelt auf eine rein militärische Basis stellen, d.h. eine explizit kriegerische und gewaltbasierte Basis und keine friedliche, gewaltfreie Basis.
    Und Menschen mit diesem militärischen Habitus sind bestrebt, dass sich möglichst alle anderen ebenso von dieser Einstellung bzw. Geisteshaltung überzeugen lassen und ihr folgen oder sie wenigstens akzeptieren – sie am „besten“ als alternativlos sehen.
    Militärischer Habitus ist somit direkt an Menschen gekoppelt, während „das Militärische“ irgendwie im Luftleeren Raum entstanden zu sein scheint und sich dessen deshalb auch keiner verantwortlich fühlen muss.
    Will heißen, hinterher war keiner für „das Militärische“ – und viel wichtiger: seinen Konsequenzen (Kriegsgreuel) – verantwortlich.
    „Das Militärische“ war ja irgendwie einfach da und wurde halt genutzt, vor allem da es ja als alternativlos galt.
    Es ist wichtig dieses Verantwortungsschlupfloch, durch das sich die Verantwortlichen (hinterher) gerne stehlen wollen, fest zu verschließen.
    Ich finde es sehr wichtig, diesen Punkt ganz explizit festzuhalten,

    • Guter Punkt. Im Englischen ist das ja der „military–industrial complex (MIC)“, was genauso anonym daherkommt. Fast schon wie ein „Naturgesetz“.

  3. Vielen Dank an den Autor für die detaillierten Informationen. Ich bin absoluter Anhänger einer echten
    Friedensbewegung und habe auch geradezu das dringende Verlangen diesen geisteskranken Kriegstreibern entgegenzuschreien: „Die Waffen nieder!“
    Bei aller Übereinstimmung mit Ihren Ausführungen habe ich jedoch einen Kritikpunkt: Ihre Aussage:

    „Der Deutsche Militarismus, der im 20. Jahrhundert Blutspuren und Narben über die Erde gezogen hat, von denen sie sich bis heute nicht erholt hat, schleicht sich offensiv wieder in die Öffentlichkeit.“

    Noch vor 5 Jahren hätte ich Ihnen möglicherweise Recht gegeben mit dieser Aussage. Nicht, dass es keinen Militarismus preußischer Prägung in unserem Land gegeben hätte, doch muss dieser vor dem Hintergrund unseres heutigen (wenn auch nicht „offiziellen“) Wissens über die tatsächlichen Kriegsursachen, sowohl was den ersten und auch den zweiten Weltkrieg angeht, differenzierter betrachtet werden. Wie heute überdeutlich zu erkennen ist, sind immer wieder die gleichen Gruppen von Menschen mit immer noch den gleichen Methoden am Werk, wenn es darum geht die Völker dieser Welt zu desinformieren, zu täuschen, sie gegeneinander aufzuhetzen und am Ende Krieg als einzige Option zu fordern und durchzuführen. Es ist unerträglich diese Lügenschmiede, die weltweit operiert, bei ihrem Handeln zu beobachten. Mit dem Bewusstsein von heute ist es mir unmöglich noch einzustimmen, wenn jemand von den Deutschen als Kriegsschuldner spricht. Kein anderes Volk dieser Erde ist derartig hinters Licht geführt, dermaßen betrogen, belogen und ausgenutzt worden wie das unsrige. Es war m.E. keine wie auch immer geartete deutsche Mentalität kriegsauslösend. Es war der pure Hass, die Macht- und Geltungsgier einiger weniger, im Dunkeln agierender Geisteskranker, die perfide Pläne in die Tat umsetzen wollten und in die Tat umgesetzt haben.

    Man kann unmöglich annehmen, dass damalige und heutige Politiker jemals die Interessen der Menschen vertreten haben. Insbesondere für Deutschland ist jedoch darüber hinaus noch anzunehmen, dass wir als Staat nicht unabhängig fungieren, da wir im Prinzip immer noch ein besetztes Land sind. Möglicherweise hat es sogar niemals wirklich bedeutende politische Persönlichkeiten in Deutschland gegeben, die irgendetwas unabhängig von Bestimmungen der alliierten Mächte entschieden haben.
    Ich finde es außerordentlich wichtig, dass auch und gerade die Friedensbewegung endlich erkennt, dass diese Kriege viele Väter hatten. Warum?
    Weil viele Menschen in Deutschland es satt haben für immer und ewig als Teufel dieser Welt dargestellt zu werden. Nur haben eben auch viele noch nicht das volle Bewusstsein über alle Zusammenhänge bezüglich aktueller Geschehnisse und deren Bedeutung für Krieg und Frieden. Zu viele haben noch nicht erkannt, dass wir global über das Finanzsystem gesteuert werden und mit welchem Ziel dies geschieht. Man weiß schlicht noch nicht wirklich wo der eigentliche Feind sitzt.
    Solange das der Fall ist, besteht die Gefahr zu glauben man könne die Probleme mit Parteien wie der AFD, NPD oder dergleichen lösen. Dabei ist es möglicherweise genau das, was den Leuten im Hintergrund in die Hände spielt.
    Ich glaube, dass diese Menschen sich keiner Friedensbewegung anschließen werden, die immer noch deutsche Schuldsignale setzt.
    Bei allem was Deutschland an Schuld auf sich geladen hat, so muss doch auch endlich öffentlich gesagt werden, dass diesem Land auch großes Leid und Unrecht widerfahren ist und noch widerfährt. Nur so wird man m.E. eines Tages eine Einheit gegen die Gesamtheit der Schuldigen zustande bekommen. Wenn ein AFD Politiker ein Schand- und Schuldmal in der deutschen Hauptstadt kritisiert, dann finden das viele richtig und wählen eine Partei, die am Ende nicht für Frieden und Freiheit steht. Und das alles nur, weil wir unsere Geschichte nicht öffentlich differenziert betrachten können, sich hinzukommend noch angebliche Freiheitskämpfer wie die Antifa hinstellen und „Deutschland verrecke“ schreien können.

    Das alles, obwohl Nationen wie USA seid 1945 20-30 Millionen Menschen durch Krieg und geheime, illegale Interventionen getötet haben (Siehe Beitrag Prof. Senf) und an den Pranger dieser Welt gehörten.
    Die Friedensbewegung muss diesbezüglich endlich aufwachen und die Menschen, die sich zurecht wehren auf ihr Seite, auf die Seite des Rechts, der Freiheit und des wahren Friedens ziehen.

    • Liebe/r Außerkontrolle und liebe MitLeserInnen
      Der erste Weltkrieg war die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts und das erste Völkerschlachten mit industrialisierten Methoden wie dem Gaskrieg… Es ist erschütternd, sich zu vergegenwärtigen, mit welchem Freudentaumel viele propagandistisch aufgeheizte junge Soldaten >es endlich der Welt zeigen wollten, dass die ‚zu spät gekommene Nation‘ jetzt endlich den ihr zustehenden Platz in der Welt erhält< , auch natürlich "zur Ehre Kaiser Wilhelms"; und dann kamen sie 4 Jahre später von diesem als "Blitz-"/"Betriebsausflug" nach Paris begonnenen nach Hause zurück, zerfetzt und am Boden zerstört, wenn sie Glück hatten und nicht gefallen waren. Dieser Krieg führte in den Aufstieg des Faschismus und in den 2. Weltkrieg. Dort kam die Atombombe auf und zum Einsatz, Kolonialreiche gingen in den Zerfall über, in Palästina entstand nach dem Holocaust die Tragödie und Kriegsschauplatz Nahost mit Israel und seinen Nachbarn, mit Nuklearpotentialen im Köcher,…
      Wenn ich den deutschen Militarismus als gefährlich kennzeichne, schmäler ich nicht die Gefahr, die heute von Atommächten wie den USA ausgeht. Truman ist für mich einer der Kriegsverbrecher des letzten Jahrhunderts, nicht nur Hitler und sein Wehrmachtsführung,… . Truman verschuldet das Kriegsverbrechen in Hiroshima/Nagasaki. Er betonte zwar, er habe den Krieg verkürzt und so Menschenleben gerettet, das ist aber eine Lüge: Sein Sohn stand auf dem mahnenden Gedenken 2012 in Hiroshima ein, die Atomschläge hätten der Abschreckung der Sowjetunion gedient (der Bund 4.8.2012). Die Memoiren Trumans drücken das auch aus. Das zu sagen ist das eine. Das nimmt der Aussage zum deutschen Militarismus keine Kraft. Wer weiß, ob die Wissenschaftler damals ohne die Gefahr, dass Hitler sie von Otto Hahn bekommt, überhaupt gebaut hätten… und und und BITTE: Wenn ich etwas kritisiere, sei es Trumps Politik, sei es die deutsche Militärtradition, rechtfertige ich keine Verbrechen Nichtkritisierter. Differenzieren heißt für mich auch: Verbrechen nicht zu relativieren, indem man auf anderes verweist. Danke.

    • Lieber Herr Trautvetter,
      Sie sagen:
      „Wenn ich etwas kritisiere, sei es Trumps Politik, sei es die deutsche Militärtradition, rechtfertige ich keine Verbrechen Nichtkritisierter.“

      Das habe ich auch nicht angenommen, ebenso ist es keinesfalls meine Absicht gewesen „Verbrechen (…) zu relativieren“, indem ich auf andere ebensolche verweise.

      Auch, wenn ich gerne zugeben will, dass man meinen Text eventuell so missverstehen könnte, empfinde diese Einschätzung gegenüber meinem Versuch ein schwieriges Thema anzusprechen, doch einwenig vereinfachend, was wahrscheinlich nicht Ihre Absicht gewesen sein dürfte.

      Mir geht es überhaupt nicht darum Schuld gegeneinander aufzurechnen, sondern um den Hinweis der Notwendigkeit Gegebenheiten der Geschichte, sei es einen seinerzeit existierenden Militarismus, im Gesamtkontext bisher kaum beachteter Hintergründe zu betrachten (Wer hat die Kriege gewollt und sie ausgelöst). Eben, damit die Bevölkerung durchschaut, dass sie auch heute wieder auf Krieg eingestimmt werden soll.

      Der deutsche Militarismus des 20 Jahrhunderts hat es ohne Zweifel leichter gemacht junge Menschen für Krieg zu begeistern. Wie aber ist er anders entstanden als durch Propaganda, wie Sie ja auch selbst schreiben. Und wie können Menschen, die eigentlich von natur aus einfach nur leben und in ihrer sozialen Umgebung anerkannt sein wollen auf Demagogen hereinfallen? Es ist von je her die Schaffung und Aufrechterhaltung von Herrschaftsstrukturen, welche die nötige Unterwürfigkeit und Blindheit dafür erzeugt. Dies nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt.

      Wenn nun global versucht wird die Kriegsnotwendigkeit und Bereitschaft dazu in die Gehirne der Menschen sickern zu lassen, dann ermöglicht dies eben jener Geist des Herrschafts- und Machtstrebens, der seid Jahrhunderten operiert und den wir nie wirklich im Keim bekämpft, geschweige denn besiegt haben.

      In diesem Zusammenhang für unser Land wieder einen speziellen Zeitraum der
      Geschichte zu bemühen suggeriert eine quasi genetische Disposition der Deutschen für Militarismus. Das Vorhandeinssein dieser Disposition bezweifle ich jedoch.

      Die Tatsache, dass sogar die Konferenzplaner und Militärs der Nato, wie sie schreiben, die folgende Überzeugung haben, bestätigt meine Zweifel:

      „ …sind ‚pazifistische Auffassungen‘ weit verbreitet unter den Deutschen, die sich deshalb (…) als besonders anfällig für antimilitaristische „Desinformationskampagnen“ erweisen. Dies zeige sich insbesondere bei den öffentlichen Auseinandersetzungen über die zivilen Opfer westlicher ‚Luftschläge‘ und den Einsatz bewaffneter Drohnen.“[3]

      So wie wir das unsinnige und unfruchtbare Links-Recht-Denken aufgeben sollten, wäre es hilfreich bei Fragen um Krieg und Frieden nicht immer wieder das „typisch Deutsche“ hervorzuholen. Es verstellt m.E. nicht unerheblich die objektive Betrachtung der treibenden Kriegskräfte und eben auch wie sehr sich Menschen verändern können.
      Danke

    • Liebe/r Außerkontrolle, schön, wie unser Diskurs verläuft. Die Bereitschaft, infrage zu stellen, woran man glaubt gehört dazu, die kritische Betrachtung der eigenen Position.
      Beim Thema ‚rechts-links‘ sind wir uneins.
      Die AfD, wie übrigens auch der Vertreter gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit J.Elsässer sind offiziell gegen das Rechts-Links-Denken, wohl um als Wolf im Schafspelz nicht aufzufallen:
      http://www.afd-olbradel.de/die-afd/rechts-links-mitte/
      Die NPD steht offen dazu, sich als eine Kraft der Rechten zu sehen:
      http://www.npd-kiel.de/Archiv/2006/Akt_Kampagne.htm
      In meiner Wahrnehmung sind Rechte nationalistisch, rassistisch, militaristisch und für einen autoritären Law- and Order Staat. Sie unterstellen einen allerdings objektiv nicht existenten einheitlichen Volkkörper mit einem vermeintlich homogenen Willen. Ihm gegenüber steht dieser Welt-Anschauung zufolge die Elite + das Establishment, eine korrupte Gruppe, die das Volk unterdrückt, ausbeutet, in Elend schmeißt. Jetzt kommt der starke Mann als Retter ins Spiel; damit ist rechts auch gegen die Demokratie, was man an Hitlers Rede vor dem Industrieclub in Düsseldorf zeigen kann, in der er die Demokratie als das Prinzip der Zerstörung bezeichnete: „Ich sehe zwei Prinzipien, die sich schroff gegenüberstehen: das Prinzip der Demokratie, das überall, wo es sich praktisch auswirkt, das Prinzip der Zerstörung ist…“ Die Friedensbewegung ist international, demokratisch, voller Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen unabhängig von seiner Weltanschauung, Herkunft und anderen Formen der Gruppenzugehörigkeit.

    • Lieber Herr Trautvetter,

      Was meine ich mit Rechts-Links-Denken?
      Sie scheinen von ursprünglich definierten Positionen diesbezüglich auszugehen. Solange sich diese Positionen auch noch in einer faktischen Politik oder auch nur einer Debatte wiederfinden lassen, haben die Positionen auch noch einen gewissen Wert. Ist das aber noch der Fall? Wie hier Ken Jebsen auch schon sehr überzeugend darlegte ist z.B. eine glaubhaft linke Position nicht mehr zu erkennen. Die Sozialdemokratie war es beispielsweise, die uns die Agenda 2010 beschert hat. Ein unfassbarer Umstand angesichts dessen, was links sein soll.

      Freilich kann die Aussage: „Ich will nicht mehr in Links-Rechts-Kategorien denken“ auch von jenen verwendetet werden, die sich verstecken und ihre wahren Absichten unkenntlich halten wollen. Derzeit werden die Kategorien,
      ( vor allem „Rechts sein“) aber als Kampfbegriff gegen all (inkl. Ken Jebsen) diejenigen verwendet, die man gerne mundtot machen möchte, auch wenn deren Positionen eben gar nichts mit Rechts – sein zu tun haben oder diese Personen sich selbst auf keine der Definitionen festlegen möchten. Dies schafft man insbesondere mit allen möglichen unqualifizierten Verweisen auf
      Geschehnisse der Vergangenheit, über deren Wahrheitshoheit man gleichzeitig noch beliebig zu verfügen glaubt.

      Sie schreiben:
      „Sie (ich gehe davon aus, Sie meinen die Rechten) unterstellen einen allerdings objektiv nicht existenten einheitlichen Volkkörper mit einem vermeintlich homogenen Willen.“

      Ich denke, man muss grundlegend doch unterscheiden, wer mit einfachen Thesen agiert, die sich leicht widerlegen lassen und wer mit Substanz argumentiert. Niemand mit einigermaßen funktionierendem Verstand kann z.B. einen einheitlichen Volkskörper annehmen.
      Ein echter Dialog findet nur statt, wenn man eben auch über die vermeidlich definierten politischen Positionen hinaus versucht den jeweils anderen zu verstehen. Sowenig alle CDU-Wähler beispielsweise christlich sind, so wenig sind auch nicht alle AFD-Wähler radikal-nationalistisch und antisemitisch.

      Sie schreiben weiter:
      „Ihm gegenüber steht dieser Welt-Anschauung zufolge die Elite + das Establishment, eine korrupte Gruppe, die das Volk unterdrückt, ausbeutet, in Elend schmeißt.“

      Wenn man es so formuliert, suggeriert es ein Establishment als einheitlich bewusste Gruppe, was natürlich so nicht richtig ist. Dennoch liegt doch eine Menge Wahrheit in der Aussage an sich.
      Denn, es lässt sich gleichzeitig ja nicht leugnen, dass es mit der Kontrolle über das Finanzsystem möglich ist Macht in die Hände einiger weniger zu legen. Mit dieser Macht kann an bestehenden Parlamenten vorbei ein System erschaffen werden, in dem einige stark von diesem profitieren (Establisment), ohne dass die selbst zu den Bevorteilten gehörenden überhaupt begreifen, dass sie damit zu einem Garant von Ungleichheit und Willkür werden. So, wie die meisten „normalen“ Menschen nicht verstehen, dass sie sich mit ihrer ausdrücklichen Akzeptanz und Bejahung des bestehenden Systems in vielerlei Hinsicht zu unmündigen Sklaven machen.

      Ich gebe Ihnen natürlich recht, das die Abfolge, sprich, Feststellen von Unzufriedenheit, Ausmachen des Bösen und Hoffnung auf einen starken Führer, häufig zu erkennen ist. Das Problem ist aber nicht diese Abfolge, ja, noch nicht einmal der Ruf nach einem starken Anführer, sondern eher, dass Problemlagen in ihrer Gesamtheit nicht richtig bzw. Vollständig erfasst und propagiert werden. Und der entsprechend vermeidliche Führer leitet die Menschen wieder in eine neue, fatale Richtung.
      Diejenigen, die nun in der bloßen Abfolge bereits eine rechte und faschistische Bewegung vermuten, versäumen es gleichzeitig allzu häufig sich in der Tiefe mit den (möglicherweise zu simpel vorgetragenen) Problemen wirklich auseinander zusetzen. Sie lehnen jedes Argument vor dem Hintergrund der erkannten Abfolge als rechtslastig ab. Das führt aber leider nicht weiter.

      In diesem Zusammenhang sprechen Sie die Demokratie an und das diese von Adolf Hitler kritisiert wurde. Auch, wenn es viele wohl erschrecken wird und es als despektierlich empfinden mögen, aber ich habe unwillkürlich lachen müssen, als ich Hitlers Analyse über das Wesen parlamentarischer Demokratie gelesen habe. Sie ist heute noch treffender als damals.
      Was soll denn an dieser Demokratie noch demokratisch sein? Unser Recht etwa alle 4 Jahre ein Kreuzchen machen zu dürften und damit das geradezu Jämmerliche Versagen der Politik auf nahezu allen Gebieten wirklich wichtiger Themen auch noch abzusegnen?
      Die unfassbare Gleichgültigkeit und Selbstverständlichkeit mit der uns Politiker heute frech ins Gesicht sagen, vor der Wahl ist eben nicht nach der Wahl?

      Das demokratische Parteiensystem, wie wir es kennen und praktizieren, ermöglicht es den bereits angesprochenen Mächten, welche nicht von uns gewählt sind, Menschen in das System einzuschleusen oder welche zu kaufen und auf diesem Wege ihre Interessen durchzusetzen. Wer das nicht sehen kann oder will, der muss sich weiter wundern über die riesige Diskrepanz zwischen dem Anspruch von Demokratie und den real existierenden Verhältnissen, der muss wohl weitere Jahrzehnte für seine Rechte, Freiheit und Frieden auf die Straße und anschließend mit Frust nach hause gehen. So lange, bis auch das nicht mehr möglich ist, weil aus eigener Blindheit der absolute Faschismus des Geldes und das Ende unserer Freiheit gekommen ist.

      Jetzt gibt es sicher wieder jene die sagen, was, der sympathisiert mit Hitler? Unerhört!
      Ich habe mich lange nicht einmal getraut „mein Kampf“ zu lesen, warum weiß jeder. Und genau das ist das Problem. Ich bin ein vernunftbegabtes Wesen und sollte selbst entscheiden können, ob und was vom Inhalt eines Buches sinnvoll, brauchbar, wertvoll, wahr oder nicht wahr ist. Und wenn eine große Anzahl von Menschen das heute nicht oder nicht mehr kann, dann müssen wir uns fragen, was wir uns in unserem Bildungs- und Erziehungssystem für Bürger heranziehen. So viel ist da sicher, der mündige Bürger, den wir mit unserer Bildung angeblich hervorbringen wollen, der hätte sich erst gar nicht ein Leseverbot auferlegen lassen, geschweige ein Meinungsverbot.
      Ich sympathisiere weder mit einer Ideologie, noch mit Adolf Hitler. Es gibt in seinen Texten sehr vieles mit dem ich nicht übereinstimme, aber auch einiges, was von erstaunlicher Weitsicht und Klarheit ist, insbesondere bei Betrachtung heutiger Verhältnisse, die man als die Folgen der sogenannten Demokratie und ihrer speziellen Eigenarten erkennen kann. Der Versuch die Person Hitler und ihre Absichten wirklich zu fassen, bleibt noch unvollständig offen und mit vielen Fragezeichen versehen. Aber nur mit Hilfe meines Verstandes, meines persönlichen Willens und meiner Erkenntnisfähigkeit kann ich mir ein Bild machen. Dann ist es möglichst auch MEIN Bild, vielleicht noch vorläufig und veränderbar, aber meins und nicht das der öffentlichen Meinung. Ich bin auf der Suche nach Antworten und dem was sich als wahr und authentisch anfühlt und erweist.
      Angesichts der katastrophalen Entwicklung, was die Verschuldung und damit die Erpressungsanfälligkeit westlich-demokratischer Staaten angeht, sowie der erschreckenden und verabscheuungswürdigen Auseinanderentwicklung von ganz arm und ganz reich, kann ich unmöglich die Augen verschließen vor den erheblichen Mängeln unserer vermeidlichen Demokratie.
      Das dies ein Adolf Hitler quasi schon vorausgesagt hat, sollte bei uns eher differenziertes Denken als Empörung auslösen. Das Erkennen der Fakten hat zumindest bei mir nichts mit einer wie auch immer gearteten Gesinnung zu tun. Jeder, der dies behauptet, von dem muss ich leider vermuten, dass er an einer wirklichen Auseinandersetzung gar nicht interessiert ist (das ist jetzt mal ganz allgemein gesagt und nicht auf Sie persönlich bezogen, da ich Dialogfähigkeit erkennen kann und auch voraussetze).

      In diesem Zusammenhang sei noch etwas zu der Sehnsucht vieler Menschen nach einem Anführer gesagt.
      Stellen Sie sich vor Sie befinden sich in einer Gruppe von sagen wir 20 Leuten, die alle mittel- arbeits- und obdachlos sind. Nun kommt jemand der sagt ihnen: „Ich gebe Euch die Mittel, das Material, den Boden, damit ihr euch ein Haus bauen und einen großen Garten anlegen könnt, der euch ernähren soll.
      Alle sind begeistert und beginnen mit der Arbeit. Was wird dabei passieren?
      Es werden sich individuelle Kompetenzen innerhalb der Gruppe herausstellen, wenn es darum geht die verschiedenen Arbeiten bewältigen zu können. Man kann auch sagen, es werden sich jeweils passend zu den Aufgaben natürliche Führer herausbilden, die aufgrund ihrer Kompetenzen von den anderen anerkannt werden. Mal führt der eine, mal der andere.
      Am Ende, wenn alles fertig ist, und eingezogen werden kann, werden die Leute wahrscheinlich nicht streiten und sagen: Du hast ja nur die Planung gemacht oder du nur das Fundament etc., deshalb darfst du nur ein kleines Zimmer bewohnen oder ähnliches. Nein, sie werden jeden, der mitgearbeitet hat das gleiche Recht einräumen. Und sehr wahrscheinlich wird sich auch in sozialen Fragen wieder jemand mit einer natürlichen Autorität finden, der helfen kann und von den meisten akzeptiert wird.
      Was soll das kleine Beispiel verdeutlichen? Es kommt darauf an, ob man Kompetenzen von anderen im wahrhaften Leben verifizieren und damit ihre Rolle als Führer akzeptieren kann. Das ganze baut auf sichtbare, nachvollziehbare Beteiligung, gegenseitiger Anerkennung und letztlich auf Kooperation auf.

      Nach meiner persönlichen Erfahrung sehnen sich die meisten Menschen nicht einfach nach einem Führer aus der Bereitschaft oder dem Willen heraus sich unterordnen zu wollen. Ich bin nach vielen Gesprächen eher der Überzeugung, dass sie auf der Suche nach Ehrlichkeit, Wahrheit und Authentizität sind, eben nach Deckungsgleichheit von politischen Willensbekundungen und der tatsächlichen Verwirklichung dieser, insbesondere wenn es um soziale Themen wie Sicherheit vor Existenznot, Freiheit, echter Gleichheit, Gerechtigkeit und natürlich Freiheit und Frieden geht.
      Kaum jemand will einen Führer, der in den Faschismus und Unfreiheit leitet. Und wenn, dann nur, weil ihnen das Denken und die Sehnsucht nach Freiheit ausgetrieben wurde.
      An Führung selbst ist gar nichts auszusetzen, eher das Gegenteil ist der Fall.
      Nur bringt unsere politische Landschaft nicht im Ansatz eine Figur hervor mit den genannten Eigenschaften und Absichten. Und wenn, dann könnte sie in unserem System null ausrichten.

      Da bin ich ganz ehrlich, es wäre eine Wohltat für mich, wenn da jemand glaubhaft die Interessen des Menschlichen, des Guten, des Wahrhaftigen vertreten und durchsetzen könnte ohne, dass irgendwelche selbstbezogenen Pseudo-Politiker mit kaum durchschaubaren Absichten intervenieren und gute Ansätze zum Stillstand bringen könnten.
      Es ließen sich da sicher Führungsprinzipien erarbeiten, mit denen man ein Land, einen Kontinent oder auch die ganze Welt regieren kann. Das alles ohne Diktatur und Unfreiheit aber mit echten Demokratischen Elementen. Eines davon wäre die Überprüfung der Führungsqualitäten der Person nach 4 Jahren durch ein gebildetes und informiertes Volk und eine Wieder- oder Abwahl. Und wenn der oder die Person die Arbeit im wahrhaften Sinne erfüllt hat, kann er oder sie auch viele Jahre an der Spitze stehen. Es gäbe eine Einschreitmöglichkeit, falls es grobe Verletzungen der Interessen des Volkes gibt (z.B. Krieg gegen andere Völker führen zu wollen) usw.

      Allein da scheint unsere Vorstellungskraft und unsere Fantasie, geprägt und begrenzt durch unsere bisherige Praxis von Demokratie, zu schwach zu sein.
      Das war jetzt unbeabsichtigt lang, ist mir aber gar nicht so vorgekommen.

      Vielen Dank für die Auseinandersetzung

    • Liebe/r Außerkontrolle
      Wenn Hitler in seiner Rede vor dem Industrieclub in Düsseldorf das Prinzip der Autorität als das zu befürwortende ‚Leistungsprinzip‘ kennzeichnete, und das der Demokratie als ‚das der Zerstörung‘, dann haben wir es mit einem Antidemokraten zu tun, der die Diktatur will. Das ist nicht meins.
      Die KPD gab im Präsidentenwahlkampf 1932 die Parole aus: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“
      Sie hatte Thälmann aufgestellt, den die Nazis ca. 9 Monate vor der Befreiung vom Faschismus im KZ Buchenwald ermordeten. Die prognostische Parole der KPD stimmte. Das Leistungsprinzip des Diktators führte zur Zerstörung Deutschlands.
      Ich sage nicht, dass die Friedensverstiegenheit Deutschlands oder der Militarismus der hiesigen Militärs genetisch bedingt ist. Es gibt das eine wie das andere aufgrund historischer Entwicklungen. Wie lange, das hängt mit von uns ab.

    • Lieber Bernhard Trautvetter,

      Ich kenne die Rede Hitlers vor dem Industrieclub in Düsseldorf nicht. Ich kann für mich nicht in Anspruch nehmen zu wissen, was Hitler und die NSDAP wirklich wollten. Dafür bedürfte es einer unvoreingenommenen Betrachtung dieser Zeit mit allen tatsächlichen Fakten aus allen staatlichen Archiven.
      Des weiteren ist die Rolle der Kommunisten beim Zustandekommen des dritten Reiches ebenso wie die Rolle der Juden selbst, sehr undurchsichtig und bisher in keiner Weise transparent und widerspruchsfrei. Die Entstehung der jeweiligen politischen Strömungen und auch das Zustandekommen der beiden Weltkriege sind mit vielen Fragezeichen zu versehen. Aus heutiger Sicht ist vielmehr anzunehmen, dass der normale Bürger weder damals noch aktuell die wahren Drahtzieher von Politik und deren Absichten zu Gesicht oder zu Ohren bekommt.

      Was den Begriff der Autorität betrifft habe ich ja schon oben gesagt, dass man zwischen natürlichen Autoritäten, die auf Anerkennung von fachlichen und sozialen Kompetenzen oder eben auf Zwang beruhen kann, unterscheiden kann. Fest steht für mich diesbezüglich, dass die derzeitigen Autoritäten unserer Demokratie nur vorgeblich auf Kompetenz und Anerkennung durch das Volk beruhen. Die Kompetenzen werden sich unter Zuhilfenahme von falschen, und dies zumeist vorsätzlich falschen, Versprechungen und Informationen ergaunert.

      Letztlich sehe ich weder im Nationalsozialismus, noch im Kommunismus und eben auch nicht in der derzeitigen parlamentarischen Demokratie die Lösung zu einem Weg in Freiheit und Frieden.

      Ich kann bei Ihnen nicht so wirklich erkennen worin Sie einen politischen Ansatz in diese Richtung sehen.
      Sind Sie der Ansicht, dass wir mit unserem politischem System jemals dort hingelangen werden?

      Da Sie auf das von mir mehrfach angesprochene Problem der Finanzherrschaft nicht eingegangen sind, würde mich ihre Meinung dazu interessieren. Denn gerade die Möglichkeit über Geld Einfluss zu nehmen auf politische Entscheidungen und deren Vertreter (auch auf die Presse) ist ja der Unsicherheitsfaktor, der in den Focus genommen werden müsste. Und wir können wohl kaum darauf verzichten, nur weil ein Mann in der Vergangenheit eben u.a. jenen Einfluss das „zerstörerische“ der Demokratie genannt hat.

    • Lieber Herr Trautvetter und Außerkontrolle,

      mit großem Interesse habe ich gerade Ihre interessante Diskussion gelesen.

      Ihnen, Herr Trautvetter, als seit langer Zeit in der „alten“ Friedensbewegung engagierter Mensch rechne ich es sehr hoch an, daß Sie die Stigmatisierung der „neuen“ Friedensbewegung nicht mitmachen. Sie haben statt dessen Herrn Jebsen ein Interview gegeben und schreiben regelmäßig sehr lesenswerte Beiträge auf diesem Portal. Sie scheuen sich auch nicht an Diskussionen hier teilzunehmen.

      Laut Ihrem eigenen Bekenntnis darf man Sie wohl eindeutig als politisch links verorten. Dank ihres Mutes, sich aktiv an dieser Plattform und ihren Diskussionen zu beteiligen werden Sie neuerdings sicher oft mit Argumenten konfrontiert, vor denen Sie in linken Diskussionszirkeln verschont bleiben.

      Ich selbst halte inzwischen nicht mehr viel von dieser Links-Rechts-Kategorisierung, da sie meist nur zur Ausgrenzung Andersdenkender mißbraucht wird. Meine politischen Präferenzen gelten allerdings dem linken Lager.

      Was ich im „linken Lager“ am meisten vermisse ist eine gründliche Auseinandersetzung mit dem aktuell unsere Welt dominierenden Finanzsystem. Aufgrund seiner Auswirkungen auf uns alle verdient es meiner Meinung nach die Bezeichnung Feudalsystem. Doch die feudale Elite des neuen Schlags hat gegenüber den klassischen Feudalherren dazugelernt. Sie vermeidet das Rampenlicht. Das Schicksal, das Ludwig XVI seinerzeit ereilte war Warnung genug um diesbezüglich Vorsicht walten zu lassen.

      Was mich am „linken Lager“ am meisten wundert ist, daß man dort eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesem neuen Feudalsystem scheut. Ich frage mich warum. Mangels Antworten bin ich auf Vermutungen angewiesen. Und meine Vermutung ist, daß man die Antisemitismuskeule fürchtet, mit der sofort auf alle Kritiker des aktuellen Finanzsystems eingedroschen wird.

      Außerkontrolle schreibt: „Da Sie auf das von mir mehrfach angesprochene Problem der Finanzherrschaft nicht eingegangen sind, würde mich ihre Meinung dazu interessieren.“

      Ich schließe mich hiermit dieser Bitte um eine Stellungnahme Ihrerseits zu diesem Thema an. So wäre ich in Zukunft nicht mehr auf eigene Mutmaßungen angewiesen bezüglich der Frage, warum sich Linke so ungern diesem Thema widmen.

      Daß das „linke Lager“ auf diesem Auge blind ist zeigt die jüngste deutsche Geschichte mehr als deutlich. Oder wie ist es zu erklären, daß wir den massivsten Abbau des Sozialstaates ausgerechnet einer (vormals) linken Partei zu verdanken haben? Lafontaine war nicht käuflich. Um einen Gerhard Schröder und einen Joschka Fischer zu kaufen waren hingegen sicher keine Milliardenbeträge erforderlich. Aber daß eine ganze linke Partei derartiges mittrug? Da ist für mich politische Blindheit auf dem Finanzauge die einzige plausible Erklärung.

      Und: wer ist diese Finanzelite? Kann man sie in der Forbes-Liste finden? Habe mir die grade mal für 2016 angeschaut (bis einschließlich Platz 317, 4,5 Milliarden schwer). Ich vermisse die Namen Rockefeller, Rothschild, Windsor (engl. Königshaus). Was ist aus diesen einstmals Superreichen geworden? In den Forbes-Milliardärslisten sucht man sie jedenfalls vergeblich. Wann sind die verarmt? Das muß ganz still und heimlich vor sich gegangen sein. Ich habe jedenfalls nichts davon mitbekommen. Oder kennt jemand diesbezügliche Veröffentlichungen?

      Das Rockefeller-Firmenimperium wurde ja während des New Deal zerschlagen. Aber nicht durch Enteignung. Das war nur eine Firmenentflechtung, die Vermögen blieben erhalten.

    • Hallo Herr Schürer,
      die Zeit fliegt fort und die Themen häufen sich in großer Geschwindigkeit, deshalb ist es u.a. unwahrscheinlich, dass Ihnen da noch jemand antwortet. Ich bin eigentlich nur noch mal hier, um nachzusehen, ob Herr Trautvetter sich doch noch entschieden hat meine Frage zu beantworten. Leider muss ich feststellen, dass er es nicht getan hat.
      Nun, ich will da vorsichtig nichts weiter zu äußern.

      Dafür sehe ich Ihren Kommentar.
      Ich weiß nicht wie oft Sie auf Kenfm sind und wie intensiv Sie hier lesen. Es fällt mir ein wenig schwer einzuschätzen wie ihr Erkenntnisstand ist. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Sie bezüglich der Finanzmanipulation noch einiges auf der Rechnung haben. Das entnehme ich Ihrem Statement bzw. Ihrer Frage nach der Forbes Liste. Auf dieser Liste werden Sie nie einen Namen finden. Und die Dimensionen der Reichtums Verteilung sind in Wahrheit viel größer. Bill Gates ist da ein Nichts.
      Ich möchte Ihnen, falls noch nicht geschehen, den aktuellen Vortrag von Prof. Mausfeld: „Die Angst der Eliten vor dem Volk“ hier auf Kenfm empfehlen. Damit werden Sie erst einmal zu kauen haben, falls unbekannt. Es dürfe aber sicher klar werden, dass hinter den wenigsten vermeidlich guten Organisationen auf dieser Welt auch das GUTE steht.

      Falls es Sie interessiert, schauen Sie sich einmal an, wie alles entstanden ist aus der Perspektive eines Insiders, dem Juden Benjamin Harald Freedman. Hier kann man als politisch interessierter, insbesondere auch im Hinblick auf den kleinen Austausch mit Herrn Trauvetter an dieser Stelle ein Aha-Erlebnis bekommen. Es macht auch deutlich warum die Herren Rothschild und & nirgends auftauchen.
      https://www.youtube.com/watch?v=9wK0oC9S_aU

      Auch sehr aufschlussreich:
      https://www.youtube.com/watch?v=nHeMS-mjihQ

      Gute Nacht

    • Hallo Außerkontrolle,

      erst mal vielen Dank für Ihre Antwort.

      Ja, leider bietet das KenFM-Diskussionsforum erbärmlich wenig Komfort. Man kann sich noch nicht einmal themenunabhängig die neuesten Kommentare auflisten lassen. Das beschränkt natürlich die Diskussion immer auf wenige Tage nach der Veröffentlichung eines Beitrags.

      Ich lese und sehe mir so gut wie alle Beiträge bei KenFM an. Wenn auch manchmal mit etwas zeitlicher Verzögerung. Kommentare lese ich nur gelegentlich, wenn ich genügend Zeit habe.

      Und ganz selten lasse ich mich auch mal zu eigenen Kommentaren hinreißen. Hier habe ich es ausnahmsweise mal wieder gemacht. Vor allem, weil ich Ihre Argumentation sehr interessant finde. Und weil mich das Thema Finanzindustrie/Finanzmanipulation/Geldsystem seit vielen Jahren brennend interessiert. Das ist wirklich ein sehr spannender Krimi. Da ich mich mit dem Thema seit vielen Jahren beschäftige, und dank der Möglichkeiten des Internets betrachte ich mich inzwischen als weit überdurchschnittlich gut informiert auf diesem Gebiet. Was Volkswirtschaft anbetrifft bin ich zwar ein Laie. Das Thema hat mich auch früher, bevor ich auf diesen Krimi gestoßen bin, überhaupt nicht interessiert. Aber wenn man sich ansieht wie degeneriert die analytischen Fähigkeiten vieler renommierter Volkswirte sind muß man ja fast dankbar sein, daß man sich nicht die Gehirnwäsche eines Volkswirtschaftsstudiums angetan hat.

      Was die Forbes-Liste anbetrifft, so war das eine rhetorische Frage. Mir ist schon klar, daß die wirklich großen Player dort nicht auftauchen. Das ist Ablenkung und Show-Business für Unterbelichtete.

      Was nun die beiden von Ihnen hier verlinkten Beiträge anbetrifft muß ich Ihnen gestehen, daß ich herb enttäuscht bin. Das Geschwafel des „Experten“ aus dem zweiten Video kenn ich schon zur Genüge und weit besser formuliert und belegt. Ich selbst mußte mich schon in diversen Aktien-Diskussionsforen als stumpfsinniger Goldbug beschimpfen lassen, als die Trendwende der Edelmetallkurse noch bevor stand. Das war allerdings dank der erfolgten Entschädigung in meinem Portfolio leicht zu verschmerzen. Kennen Sie den FOFOA-Blog? Wenn nicht, dann haben Sie da Material zum monatelangen Stöbern.

      Was allerdings den ersten Link betrifft, so scheint mir das doch ziemlich haltlose antisemitische Hetze zu sein. Entschuldigen Sie bitte, daß ich da jetzt selber zur Antisemitismus-Keule greife. Aber die scheint mir angesichts dieser hetzerischen Meinungsäußerung eines Einzelnen doch angebracht. Viele hetzerische Behauptungen. Keine Belege.

    • Achja, den Vortrag von Herrn Mausfeld schaue ich mir grade an.

      Habe schon mehrere Vorträge und Interviews von und mit diesem großartigen Mann gesehen.

    • Hallo Herr Schürer,
      auch Ihnen vielen Dank für Ihre Antwort.
      Ich kann ihre kritischen Äußerungen bezüglich meiner eingefügten Links gut verstehen. Was den ersten angeht habe ich gesehen, dass Sie zwar die beabsichtigte Rede bekommen haben, aber von einem anderen User, der den Titel mit
      „Warum Hitler die Juden so hasste“ einleitet, was natürlich schon eine Einfärbung des Gesagten darstellt, ohne die Rede angehört zu haben. Sorry, es gibt aber einige Varianten im Internet und natürlich auch ohne deutsche Übersetzung und ohne Titel der Art davor.
      Dennoch glaube, dass man die Aussagen von Benjamin H. Freedman, einem unmittelbar am damaligen Geschehen beteiligten jüdischen Geschäftsmann höheren Ranges, nicht einfach auf die „Meinung eines Einzelnen“ herunterbrechen sollte. Faktisch gesehen ist es natürlich die Rede eines Einzelnen. Die Tragweite seiner Geschichtsdarstellung ist jedoch erheblich und ihm muss das doch auch 1961 klar gewesen sein. Aus welchem Grund geht er ein solches Risiko ein und hält die Rede trotzdem? Wie ich oben bereits beschrieben habe, mir geht es nicht darum irgendwas reinzuwaschen oder eilfertig an etwas zu glauben. Ich möchte gerne die Wahrheit wissen, zumindest annähernd. Und ich muss feststellen, nachdem ich nun das ein oder andere mehr gelesen habe, kommen mir immer mehr Zweifel an der offiziellen Geschichtsschreibung. Es gibt im und außerhalb des Internets eigentlich genügend Quellen, die man da heranziehen kann, eine Reihe Historiker, die mit Fakten kommen, von denen wie nie in der Schule oder heute in den Medien (z.B. bei so Leuten wie Guido Knopp) etwas gehört haben.
      Und abgesehen davon, war nicht auch Galilei ein Einzelner als er behauptete die Erde sei eine Kugel und keine Scheibe? Und was hat die Mehrheit getan? Sie haben versucht ihn aufzuhängen oder zu verbrennen. Jesus Christus, ein Einzelner, leider mit fatalem Ende, wie immer, wenn sich etwas Wahres durchsetzen will. Das Verhältnis von Wahrheit und Lüge ist am Anfang immer ungleichgewichtig.

      Noch vor Jahren hätte ich mir über solche Dinge keine Gedanken gemacht. Wir hatten, wie in der Schule gelernt, den Krieg in die Welt gebracht, waren schuld an der Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Im Fernsehen und im Kino wurde der Hergang der Geschichte immer wieder neu und aus dem Blickwinkel verschiedener Betroffenengruppen erzählt, Jahr für Jahr.

      Es gab keinen Grund daran zu zweifeln, der Deutsche hat ein „Kriegs-Gen“, welches Unheil für die Welt bedeutet. Etwaig vorsichtig angebrachte Anmerkungen der Eltern und Großeltern wurden weggewischt mit dem Glauben, sie wollten nur nicht wahr haben was passiert ist. Eine ganze Generation, deren Werte, wie gut und sinnvoll sie auch immer gewesen sein mögen, wurden plötzlich anrüchig und verlogen. Wenn mein Vater begeistert von der Kameradschaft und den vielen Unternehmungen in der HJ erzählte, hatte ich ein beklemmendes Gefühl. Und ich erinnere mich gut, dass ich mich als Kind insgeheim bei der Frage ertappte, ob mein Großvater eigentlich wirklich der liebenswerte Mann sein konnte als den ich ihn erlebte und empfand. Schließlich hatte er als Soldat in beiden Weltkriegen gekämpft für dieses Land. Ich werde auch nie vergessen, wie ich mit meinem Vater den Film „Holocaust“ geschaut habe und wir alle die Tränen nur mühsam unterdrücken konnten. Die unmittelbare Überlieferung von Erfahrungen, Werten, Gebräuchen, kurz, das sozial übermittelte Kulturgut, welches von Generation zu Generation weitergegeben wird, sich stärkt oder auch verändert mit der Zeit, wurde mit einem Schlag in seiner Bedeutung geschwächt und versinkt weiter unhinterfragt im Meer der Bedeutungslosigkeit.

      Sicher, wenn es Tugenden dabei gibt, denen wir keine Träne nachweinen müssen und eher froh sein sollten, dass sie nicht mehr da sind, so hat das auch positive Seiten. Wenn heute gesagt wird, wie oben von Herrn Trautvetter zitiert, dass der Antimilitarismus in der deutschen Bevölkerung tief verwurzelt ist, dann ist das sicher im Sinne des Friedens.
      Die Frage aber ist doch, wie ist die antimilitaristische Einstellung der Menschen entstanden? Was eine grundlegende und nachhaltige Veränderung im Menschen hervorruft, beruht in der Regel auf echte, innere Erkenntnis. Bei uns baut diese Erkenntnis auf ein Schuldverständnis.
      Jetzt kann man wiederum sagen, ist doch egal, Hauptsache kein Wille mehr Krieg führen zu wollen! Wie passt dies aber dazu, dass die Deutschen es heute wieder zu lassen, dass mit Hilfe deutscher Soldaten Krieg geführt wird? Das wir zu den größten Waffenexporteuren der Welt gehören? Wie kann es sein, dass sich die ganze Sorge im Zusammenhang der Kriege im nahen Osten um die Integration und Versorgung der Flüchtlinge dreht, anstatt nach den Ursachen von Krieg und Terror zu schauen? Woher kommt die Leichtgläubigkeit der Menschen nicht nur der in Deutschland, aber doch auffallend hier, was die Ursachen des Terrors und die Notwendigkeit diesen zu mit den ewig gleichen Mitteln zu bekämpfen?

      Es wird immer klarer, dass dies möglich ist, weil das mediale Dauerfeuer dafür sorgt, dass wir entsprechende Schlüsse in dieser Art ziehen. Gleichzeit wird unaufhörlich an die deutsche Schuld erinnert. Schauen Sie mal wie viele Veranstaltungen es derzeit gibt, die an den Holocaust erinnern.
      Heute kann man sich einige Originalreden von A.H. im Internet anhören, die einen ganzen anderen Mann und eine andere Lage der Dinge zeigen. Warum hat man so authentische Materialien nie in der Schule gehört oder gesehen? Warum nicht im Fernsehen?
      Ein Beispiel unter vielen: A.H. die verbotene Rede auf You Tube (Für den Titel kann ich nichts)

      Die Fähigkeiten, die Vorgänge auf dieser Welt adäquat zu analysieren, ist den Deutschen versperrt, weil sie keine Rückschlüsse auf sich wiederholende Ereignisse aus der Vergangenheit schließen können, ohne in den Verdacht zu geraten ein Nazi zu sein.
      Viele versuchen stattdessen vor allem das Gute zu tun, was richtig und auch sehr edel und schön ist, aber das Problem weder für Flüchtlinge noch für uns lösen wird. Abgesehen davon könnte man sich doch auch mal fragen, ob diese wahnsinnige Hilfsbereitschaft der Menschen in unserem Land nicht auch schon immer eine besondere Tugend in unserem Volk gewesen ist, was man früher wohl einfach mit dem Begriff Anstand hätte übersetzen können.
      Wird diese Eigenschaft durch das Ausland mal in den Vordergrund gehoben? Anständigkeit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Gründlichkeit und Zuverlässigkeit, waren das nicht immer schon die Eigenschaften, die uns, heute muss man sagen insgeheim, nachgesagt wurden?

      Haben diese Tugenden in den zwölf Jahren von 1933 – 1945 wirklich vollkommen versagt und warum sind sie nach dieser Zeit bis heute wieder da? Und schauen Sie mal, wer heute auf Friedensdemos geht, ein Großteil gehört der älteren Generation an. Was ist mit unseren jungen Menschen passiert in der Zwischenzeit? Wer oder was formt sie dazu sich nur noch um ihr Fortkommen und ihre Freizeit zu kümmern? Das trifft nicht auf alle zu, aber doch auf eine große Mehrheit, sonst wären sie in der Öffentlichkeit zu hören und zu sehen.

      Und ist es nicht ein Unding, dass uns nur bei der Hinterfragung bestimmter Aspekte deutscher Geschichte sogar Gefängnis droht? Das ist wohl einmalig auf der Welt. Wenn etwas wahr ist, sprechen dann die Fakten nicht für sich? Wozu dann noch Verbote und Gefängnisstrafen? Das Ganze in einer sogenannten Demokratie. Nein, da ist was faul. Wahrheit braucht sich nicht zu verstecken, eine Lüge schon.

      Ich habe überhaupt erst angefangen das eine oder andere zu hinterfragen, als ich schon Ende 20 war. Damals, ich hatte nach einer Ausbildung im Handwerk die Bundeswehr abgeleistet, einige Jahre in der Berufstätigkeit verbracht, schließlich das Abitur auf zweiten Bildungsweg erlangt und ein Studium der Sozial- und Geisteswissenschaften begonnen, stellten sich erste vorsichtig formulierte Fragen nach der Glaubwürdigkeit von politisch beteuerten Absichten nach Gleichheit, Freiheit und Gerechtigkeit und der vorhandenen Praxis im Alltag.

      Es hat dann aber noch lange gedauert, nämlich bis zum 11.Sepember 2001, den Krieg im Irak, Libyen und schließlich in der Ukraine, bis sich ein ganz anderes Niveau des Fragens und Zweifelns einstellte, welches sich bis heute nicht gemindert, sondern eher noch gesteigert hat. War es Anfangs eher philosophisch kam nun die Auseinandersetzung mit dem Finanzwesen, der Geschichte und es Verdichtete sich bei mir ein Verstehen der grundlegenden Zusammenhänge. Ich kann nicht sagen, dass ich schon mal mit irgendeiner andern gedanklichen Auseinandersetzung erlebt hätte, dass sich so viele Teile in ein Gesamtpuzzle so logisch und widerspruchsfrei hätten einfügen lassen. Wobei ich immer wieder feststellen musste, dass, wenn es Widersprüche gab, diese sich ergaben aus der Selbstverständlichkeit mit der ich bisher die Realität, in die ich hinein sozialisiert wurde, als wahrhaftig angenommen hatte. Ein Schaf in der Herde eben. Und das trotz aller bisher genossenen Bildung, die angeblich zum mündigen Bürger führen soll.

      Jeden Tag, wenn wir die Zeitung aufschlagen oder den Fernseher einschalten, können wir feststellen, dass Informationen falsch sind oder nur halb wahr, verdreht, tendenziös …
      Die Beeinflussung der Denk- und Verhaltensweisen der Menschen ist dermaßen umfassend, dass wir froh sein können, dass es Menschen gibt, die sich über das Netz gegen den Wahnsinn stellen. Sie sind unsere letzte Möglichkeit ein einigermaßen unverzerrtes Bild der Geschehnisse zu bekommen, freilich nicht ohne den eigenen Verstand ausschalten zu können.

      Wenn Sie Prof. Mausfelds Analyse gesehen haben, die ich außerordentlich mutig finde, kommt Ihnen da nicht der Verdacht, dass die Dinge schon seid sehr langer Zeit planvoll verlaufen?

      Ein Wort noch zu dem zweiten Link, den ich angab. Auch hier gebe ich Ihnen recht, hinsichtlich der Wirkung der Person. Wenn man jedoch hier auf Kenfm das Interview mit Prof. Senf gesehen hat oder auch das mit Prof. Hörmann und einigen anderen, dann finden sich deren Aussagen durchaus in einem weiteren Zusammenhang wieder in dem Video.
      Vielleicht sind wir einfach zu sehr den vermeidlich seriösen Nachrichten- oder Börsensprecher gewohnt und lassen uns zu sehr täuschen von Äußerlichkeiten. Mir ist das schon das ein oder andere Mal passiert.

      Vielen Dank für Ihr Interesse und auch für Ihren Hinweis auf den Blog. Ich werde sicher mal reinschauen.

      Gruß
      A.

    • Hallo Außerkontrolle,

      heute nur eine kurze Antwort auf Ihren ausführlichen Beitrag um anzuzeigen, daß dieser Dialog noch lebt. Ich habe vor bei nächster Gelegenheit etwas ausführlicher zu antworten.

      Für heute nur so viel: ja, ich stimme Ihnen selbstverständlich zu, daß eine Strafandrohung für die Erforschung der eigenen Geschichte in einem demokratischen Staat eine Schande ist.

      Aber das wissen wir ja alle: die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Wäre es anders, dann sähe auch die Geschichte der USA ganz anders aus. Hätten nämlich die Nachkommen derjenigen die Geschichte geschrieben, denen der amerikanische Kontinent auf grausamste Weise geklaut wurde, dann wäre heute vermutlich ein anderer der Welt-Belzebub, wenn man mal wieder einen braucht für einen Vergleich zur Diskreditierung eines aktiven Politikers. Wie wäre es denn mit dem hoch verehrten Herrn George Washington? Der sorgte mit einer als humanitäre Maßnahme getarnten Aktion (Verteilung von infizierten Decken als Kälteschutz bei der gegen den infizierenden Erreger nicht resistenten Urbevölkerung) für die Ausrottung ganzer Völker. Eine kaum zu überbietende Infamie.

      LG
      W. Schürer

    • Hallo Herr Schürer,
      Vielen Dank, ich freue mich, dass der Dialog noch lebt und werde ab und an vorbeischauen, ob Sie etwas geschrieben haben.
      Ja, es ließen sich wahnsinnig viele historische Gestalten zum berechtigt bösen Buben machen, gerade im Zusammenhang mit der Ausrottung der Ureinwohner der USA oder der Verschleppung tausender Schwarzafrikaner zur Sklavenarbeit in die sogenannte zivilisierte Welt. Oder man denke an das britische Empire, welches ja auch nur auf friedlich-demokratischem Wege geschaffen wurde.
      Bis bald und herzliche Grüße
      A.

    • Lieber W. Schürer! Für mich zeigt sich in politischen Diskussionen immer mehr die Problematik der zu plakativen, zu absolut aus-und abgrenzenden Begriffe, die ja zudem auch noch auf schändlichste missbraucht wurden und werden. Deshalb wird mir bei der „rechts“-und „links“-Einteilung z.B. mittlerweile schon fast übel. Dazu kommt noch, dass wir alle verschiedene Wissens-Stände über die tatsächlichen aber auch über die vergangenen Ereignisse haben, von denen viele -und in der Regel immer die wichtigsten, nämlich die tatsächlich wirklichkeitsaufklärenden- versteckt oder vernebelt oder bewusst zum Irrtum vertauscht worden sind, da ja bekanntermaßen Macht über andere nur mit Gewalt ausgeübt werden kann und die Verkleidung der Gewalt die Lüge und der Trug sind. Problematisch für mich weniger auch Furcht, falsch verstanden zu werden, als aus Furcht, zu verletzen. Gerade in der Diskussion hier um das Judentum und was ihm in der Welt widerfahren ist und welche Bedeutung es in der Welt hat. Dies vorausgeschickt.
      In Bezug auf das von Außerkontrolle verlinkte öffentliche Bekenntnis eines Freedman: Sie meinten, dies sei Ihnen eine zu einseitige einzelne antisemitische Aussage(um es ernst zu nehmen).
      Obwohl ich auch nicht behaupten kann, zu wissen, ob seine Rede in allen Einzelheiten der Wirklichkeit entspricht, so enthält sie doch vieles- und zwar das Hauptsächlichste, was nachweislich der geschichtlichen Wirklichkeit entspricht und was auf jeden Fall bedenkenswert ist. So hat es ja z.B. die „Balfour-Deklaration“ Zionistischer Juden in England tatsächlich gegeben und tatsächlich ist daraufhin Amerika in den von Deutschland eigentlich schon gewonnenen Krieg eingetreten und hat den sicher geglaubten Sieg in eine vernichtende Niederlage für Deutschland umgewandelt. Der Preis, den die Zionistischen Juden dafür verlangt haben, war die installation Israels auf dem Gebiet der Palästinenser. Dann kam die Verhandlung von Versailles mit der Forderung von unbezahlbaren und ungerechten Reparationszahlungen an Deutschland. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, den „Rapallo-Vertrag“ zu beleuchten, der von Walther Rathenau mit Russland abgeschlossen wurde, um Deutschland vor dem sicheren Ruin zu retten. Es ging um Öl-Geschäfte mit Russland. Dieser Vertrag passte den „Siegermächten“ und besonders den Anglo-Amerikanischen gar nicht ins Konzept und sie zeigten sich hoch empört. F. William Engdahl schreibt in seinem Buch: „Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“ über den Rapallo-Vertrag an dieser Stelle folgendes:

      „Die Antwort auf das Rapallo-Abkommen ließ nicht lange auf sich warten. Bereits 2 Tage nach seiner offiziellen Bekanntmachung, am 18.April 1922, überreichten die Siegermächte in Berlin eine alliierte Protestnote. Sie verurteilte, dass Deutschland „hinter dem Rücken“ der Reparationskomission mit den Russen verhandelt habe.
      Das war noch übliche Praxis. Die weniger übliche erfolgte am 24. Juni 1922. Gut zwei Monate nach dem Rapallo-Vertrag wurde Walther Rathenau vor seinem Haus im Berliner Grunewald ermordet. Als Täter wurden zwei Rechtsextremisten ausgemacht. Mitglieder der extremistischen „Organisation Consul“. Der eine wurde bei der Festnahme im Schusswechsel mit der Polizei getötet, der andere beging unmittelbar nach der Festnahme „Selbstmord“.
      Die Tat wurde als Ausgeburt des um sich greifenden Extremismus und Antsemitismus hingestellt. Es machten aber auch Gerüchte die Runde, „ausländische Interessen“ hätten den Schützen die Hand geführt. Einige sprachen sogar offen von „Britischen Interessen“. Wie dem auch sei, der Architekt des Rapallo-Vertrages, einer der bedeutendsten Politiker im Nachkriegsdeutschland, war beseitigt und die Nation bis in die Grundfesten erschüttert.“

      Es ist in der Betrachtung der Ereignisse um den Holocaust zu beachten, dass der Zionismus innerhalb des Judentums zunächst eine Minderheitsströmung war, die von viele Juden selbst scharf kritisiert und nicht gut gelitten wurde/wird. Diese Unterscheidung wird heute noch von der Mehrzahl übersehen oder ist vielleicht auch absichtlich in der Öffentlichkeit verwischt, um Unklarheit und Verwirrung zu stiften. In wie weit oder ob überhaupt die Zionisten am Holocaust beteiligt waren, weiß heute niemand genau. Hannah Ahrendt z.B. berichtet von „Jüdischen Kapos“ im 3. Reich, die mit an der Rekrutierung von anderen Juden zum Tansport in Konzentrationslager beteiligt waren. Bezeichnend ist dann auch, dass die jüdische Philosophin, die selber im Exil in USA als Universitätsprofessorin tätig war, nach ihrem aufrichtigen Bericht über den Prozess gegen Adolf Eichmann(„Buch: Eichmann in Jerusalem“) als „Nestbeschmutzerin“ diffamiert wurde und ich las gestern noch im Netz z.B. eine deutlich abwertende Kritik an ihr aus der BERLINER ZEITUNG.

      Es geht also letztendlich auch um die Frage, wie wir die „Zionisten“ in der Welt zu betrachten haben. Wenn wir sie mit dem Gesamtjudentum zusammenrühren, kommen wir jedenfalls offensichtlich nie zu einer Klärung der Ereignisse, wie es aussieht.

      Und hiermit komme ich am Schluss wieder zu dem, was ich zu Beginn dieses Kommentars geschrieben habe: Die Begrifflichkeiten in den politisch und gar geschichtlichen Diskussionen sind immer wieder missverständlich, da sie einerseits zu sehr aus-und abgrenzen können und andererseits zu undurchsichtigen Soßen verrührt werden können. Deshalb ist Rassismus, egal, ob ethnischer oder religiöse Art, vor allem politische Dummheit, weil er ganz wunderbar benutzt werden kann und immer schon benutzt wurde, um große politische Strömungen zu manipulieren.

      Für das Reizwort Zionismus kursieren verschiedene Definitionen. Aufschlussreich äusserte sich der jüdische Philosoph Martin Buber(1878-1965): Zionismus ist etwas anderes als jüdischer Nationalismus. Er erkennt darin einen endzeitlichen Messianismus, eine internationale Aufgabe, die den Söhnen des Messias obliegt. Darin hat Religion keinen Platz mehr, denn GOTT und die von ihm offenbarte Wahrheit ist in diesem System so wenig gefragt wie „der große Baumeister“, von dem die Freimaurer sprechen. Deshalb schreibt ein US-Blatt unverhüllt
      (The Washington Observer 15.12.1969): „Die meisten Menschen meinen, der Zweck der sog. zionistischen Bewegung sei es, jüdische Flüchtlingen eine Heimat in Palästina zu schaffen. Keineswegs! Der wahre Zweck des Zionismus ist die Errichtung einer totalen weltweiten Kontrolle durch die Super-Weltregierung“.

  4. Herr Trautvetter, Sie haben ja einiges zusammengetragen. Respekt. Zwar hat es mir den Tag vermiest, aber da können Sie nix für.
    Kann man diesen Kerlen nicht endlich ihr „Spielzeug“ abnehmen.

    Ich gehe davon aus, dass auch dieses Jahr das Unwort „Verantwortung“ in München eine Hauptrolle spielen wird. Wunschdenken von mir wäre, dass der neue BuPrä eventuell die Bedeutung dieses Wortes gerade rückt. Vielleicht sogar mit einer Prise Trump’scher Trumpeten 😉

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