KenFM am Set: 5. Montagsdemo am Brandenburger Tor, 14.4.2014 Berlin

Wer in Deutschland 2014 FÜR den Frieden auf die Straße geht, bekommt maximalen medialen Gegenwind. Wenn nichts mehr geht, wird der Friedensaktivist derzeit von ehemaligen linken Wortführern und einer nahezu gleichgeschalteten Presse in die rechte Ecke gestellt. Kein Vergleich ist zu absurd, keine Diffamierung zu geschmacklos, um sie nicht zu bringen. Wenn man als Redner beispielsweise auf die demokratiegefährdende Macht der Banken hinweist, wird man als Person dargestellt, die die Shoa relativiert. Wenn man nicht bereit ist, die Aggressionspolitik der NATO gegenüber Russland mitzutragen und damit einen drohenden Krieg gutzuheißen, denkt man „völkisch“. Wer den Russen als neues Feindbild nicht akzeptiert, sympathisiert automatisch mit den Faschisten.

Die Jagd der Massenmedien und ihrer ehemals linken Wortführer erinnert an die Menschenjagd in der McCarthy-Ära. Damals wurde jeder potentielle Kommunist oder dessen Bekannte von der Politik und der Presse gnadenlos gejagt und in Schauprozessen zur Strecke gebracht. Im Namen der Demokratie. Wie weit wir uns in Deutschland den Methoden der NS-Propaganda bereits angenähert haben, zeigt die Berichterstattung der „neutralen“ Medien über die Montagsdemonstrationen. So ist es möglich, dass eine ehemalige Grüne aus Frankfurt in einer Sendung wie „Kulturzeit“ (3Sat) unwidersprochen Verleumdungen von sich geben kann, denen auch ein juristisches Echo folgen wird. Recherche gibt es nicht mehr. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sendet Lügen, die weit über Rufmord hinausgehen, ohne sich auch nur im Ansatz zu bemühen, eine Gegenstimme einzuholen. Zum Beispiel von der betroffenen Person.

Entscheidend ist, wer hier von wem gejagt wird und wer sich instrumentalisieren lässt. Die angeblich „freie Presse“ wird zum Mittäter bei der Jagd auf ehemalige Kollegen. Wem nutzt es? Wir befinden uns aktuell einem Medienkrieg, der dem echten Krieg immer vorausgeht. Nur im Medienkrieg haben wir die Chance, zusammen gegen die Kriegstreiber zu gewinnen.

Wie schon vor zwei Wochen prophezeit, werden die Montagsdemonstrationen und ihre Mitstreiter im Kollektiv massiv diffamiert und verleumdet, mit dem Ziel, sie kaputt zu machen. Wir brauchen mehr Solidarität – jetzt erst recht!

12 Kommentare zu: “KenFM am Set: 5. Montagsdemo am Brandenburger Tor, 14.4.2014 Berlin

  1. @sudarshana

    Leider kann ich Dir gar nicht zustimmen, wir leben in einem besetzen Land und die Möglichkeiten sich entziehen zu können sind sehr gering. Natürlich besteht die Möglichkeit sich einzubuddeln, oder eine entlegene Höhle zu bewohnen, oder möglicherweise gibt es noch eine unbekannte Holzhütte im tiefen dunklem Wald, aber das ist wohl eher massenuntauglich und kaum der richtige Ratschlag für eine aufgewachte Minderheit, die den Widerstand gegen das offensichtliche Unrechtsystem gestalten möchte.

    Veranstaltungen wie die Montagsdemonstrationen sind niemals ermüdend und keineswegs sinnlos – im Gegenteil, es bedarf weiterer Anstrengungen engagierter Menschen, um die träge Masse zum umdenken motivieren zu können. Resignation oder Flucht sind Verrat an der Mennschheit und auch wenn Erfolge nur Stück für Stück zu erreichen sind, so ist die Alternative eben keine.

    Bleib dran, informiere Deine Mitmenschen und denke daran, dass die Chance etwas ändern zu können, in der Gegenwart liegt. Letztendlich möchte ich nicht als Unfreier enden, letzteres ist das höchtst Gut für uns Menschen.

    GH

  2. Hallo sudarshana,
    ich gebe Dir zu hundert Prozent Recht. Wir brauchen Lösungen, um uns von diesem System der Unterdrückung zu befreien. Und es gibt Lösungen. Viele hochrangige Wissenschaftler haben schon längst solche Lösungen vorgeschlagen. Das Problem dabei ist, dass dem Großteil der Bevölkerung nach wie vor ein vollkommen veraltetes Weltbild vorgegaukelt wird. Dieses Weltbild des DIENENS und der Vereinheitlichung des Menschen wird nach wie vor den Kindern und Jugendlichen in den Schulen und Kindergärten gelehrt. Es gibt zwar einige Ansätze für ein neues Schulsystem, aber das ist sehr schwierig umzusetzen, da an den entscheidenden Posten wieder alte Bürokraten sitzen. Also müssen wir uns vorerst damit begnügen, im Internet auf diese Lösungen hinzuweisen. Dazu müssen die Menschen wieder lernen, ihre Gefühle in ihr Denken einzubeziehen.
    Ich möchte Dir folgende Literatur empfehlen:
    Frederic Vester: Die Kunst, vernetzt zu denken; Hans-Peter Dürr: Warum es ums Ganze geht.
    Mein Freund, ein deutscher Wissenschaftler, ist gerade dabei, ein neues sicheres Netzwerk für Klein- und Mittelbetriebe aufzubauen. Und ich engagiere mich für Schule im Aufbruch sowie an Projekten für eine autonome dezentrale Energieversorgung. Aber für all das braucht man Geld. Unabhängigkeit und Freiheit kostet etwas und es erfordert viel Geduld. Aber es zahlt sich in jedem Fall aus.

  3. Ich bin es Leid, mich weiterhin mit den Details der Aktionen aus dem bestehenden System zu beschäftigen.

    Was soll das bringen?
    Abgesehen von einer gewissen Stimmungserzeugung.

    Doch führt zustimmendes Gejubel und Beifallgeklatsche zu einem Aufbau einer tragfähigen Alternative zu dem gegenwärtig alldurchdringenden herrschenden System?

    Denn das ist das Einzige, was mich doch interessiert: Meinen Fokus auf den Aufbau eines lebensfähigen Modells zu legen.

    Das fängt im kleinen Umfeld an und muss irgendwann einmal auch die gegenwärtigen Strukturen im gesamtgemeinschaftlichen sinnvoll und tragfähig ersetzen können. Ich sehe da ein Menge Arbeit. Insbesondere wenn ich die ganzen Hindernisse und Schwierigkeiten betrachte, mit denen ich schon im kleinsten Rahmen von gemeinschaftlichen Aktionen konfrontiert bin.

    Es führt mich nicht mehr weiter, wenn ich mich mit jeder neuen Schweinerei X von Politiker Y näher beschäftige. Es führt mich auch nicht weiter, wenn ich diese Schweinereien öffentlich anprangere. Diejenigen, die von dem gegenwärtigen System profitieren – und das sind nicht wenige – werden es solange aufrecht erhalten wie es nur geht. Da wird jedes Mittel recht sein. Und jeder auch noch so schlecht bezahlte Helfershelfer wird seine Aufgabe brav erledigen, solange Herrchien das Chappie bezahlt.

    Der Rest der Menschen – und mit denen möchte ich mich auseinandersetzen und zusammensetzen – muss sich wahrhaftig auf den anstrengenden Weg begeben alternative, tragfähige Zusammen-Lebensmodelle zu errichten und ich halte das nicht für ein kreatives Zuckerschlecken. Ich erliege nicht der Illusion, dass eine jubelnde Menge an Menschen, die sich womöglich noch einig über ihr Feindbild ist, auch automatisch dieselbe Zielrichtung verfolgt.

    Für Frieden zu sein ist ein bißchen schwammig. Wichtiger ist doch: was soll in diesem Frieden geschehen? Da wird jeder so seine eigenen Vorstellungen haben.

    Ich bin nicht gegen das herrschende System. Ich möchte ihm nur in keinsterweise dienen, nicht darin leben und verstrickt sein. Dazu braucht es Alternativen für alle Lebensbereiche. Dann hätte jeder Mensch die freie Wahl. Diese sind noch nicht umgesetzt vorhanden. Solange ich in dem gegenwärtigen System arbeiten muss, um mir alle notwendigen lebenserhaltenden Mittel beschaffen zu können, werde ich nichts verändern.

    Eigentlich hätte niemand Zeit dafür auf der Strasse zu stehen, wenn er am realen Aufbau von Alternativen in der kleinsten Zelle beteiligt ist. Denn dort steckt eine Menge Arbeit. Ich betrachte die gegenwärtigen Montagsdemos als gute Möglichkeit Menschen zu begegnen, mit denen ich während dem Rest der Woche real existierende, tragfähige Lebensmodelle errichten kann, die uns einen sukzessiven Ausstieg aus der Abhängigkeit der bestehenden Strukturen ermöglichen. Deswegen halte ich es eigentlich für nebensächlich, dass dort Menschen große Reden halten auch wenn ich derem Inhalt vollständig zustimmen kann. Es ist aber nichts Neues, was ich dort höre – doch vielleicht ist es das für viele andere?

    Wenn sich diese Treffen am Montag nur darauf ausrichten seinem persönlichen Unmut über bestehende Systeme Ausdruck zu geben, um am Dienstag wieder – zwar etwas erleichtert – seinen gewohnten Tätigkeiten nachzugehen, wird sich diese Aktion bald totlaufen, weil es irgendwann jedem fad wird.

  4. Hier hat jemand den Montagdemos einen Song gewidmet:
    Meine Symphatie gilt der deutschlandweiten Montagsdemo 2014 für den Frieden: „Rettet die Welt“!
    http://www.youtube.com/watch?v=JkRHJBnMJYg

    Ins Deutsche übersetzt sing er:
    Ja, ich weiß
    Meine Liebe, dass du und ich
    Vielleicht bleiben wir zusammen
    Nur einen Augenblick
    Wortlos sind wir hier und lauschen
    Der Himmel an meinem Fenster
    Diese Welt, die aufwacht
    Und die Nacht schon in der Ferne liegt
    Schon in der Ferne

    Sieh diese Welt, die
    Die sich gemeinsam mit uns dreht
    Auch wenn es dunkel ist
    Sieh diese Welt, die
    Die sich auch für uns dreht
    Um uns ein bisschen Sonne zu geben, Sonne, Sonne

    My love, die du meine Liebe bist
    Ich höre deine Stimme und lausche dem Meer
    Es hat wirklich den Anschein deines Atems
    Die Liebe, die du mir gibst
    Diese Liebe, die dort versteckt ist
    Inmitten ihrer Wellen
    Bei allen ihren Wellen
    Wie ein Boot

    Sieh diese Welt, die
    Die sich gemeinsam mit uns dreht
    Auch wenn es dunkel ist
    Sieh diese Welt, die
    Die sich auch für uns dreht
    Um uns ein bisschen Sonne zu geben, Sonne, Sonne

    Sieh diese Welt, die
    Die sich gemeinsam mit uns dreht
    Um uns ein bisschen Sonne zu geben
    Mächtige Sonne
    Mächtige Sonne

    @Ken und Lars,
    ich wünsche mir, wie sicher viele andere Menschen auch, dass die Bewegung weiter anwächst und das über die Grenzen von deutschland hinaus.
    Dafür braucht es denke ich aber Klarheit für die Menschen, statt Shitstorm in den Netzen und Medien.

    Meint ihr. ihr bekommt einen (mehrsprachigen?) Aufruf, einen Appell, oder ein Manifest hin, wofür und warum die Menschen auf die Strasse gehen?
    Am Besten noch so, dass man den auch im Netz (neutral bei open petition), oder auf der Strasse unterzeichnen kann

    Ich wünsche mir das!

  5. Solche Interviews und die falsche und einseitige Berichterstattung der westlichen Medien machen mir große Sorgen. Genau solche Medienbreichte gab es bereits zwei Mal im 20. Jahrhundert und waren jedesmal der Auftakt zu einem Weltkrieg. Es ist immer der gleiche Trick, den die Mächtigen anwenden, um das Volk auf einen Krieg vorzubereiten: Falsche Berichterstattung, Hetze gegen Minderheiten, Vorspiegelung falscher Tatsachen, durch Geheimdienste vorbereitete Terroranschläge und Volksverblödung. Man sollte solche Menschen, die sich für Götter halten, endlich in geschlossene Anstalten einliefern und mit Valium ruhig stellen.
    Sei wachsam!!! https://www.youtube.com/watch?v=Lbe5zlsNjGs&feature=player_detailpage

  6. Lieber Ken Jebsen,

    dieses Interview in der „Kulturzeit“ mit Jutta Ditfurth war und ist in der Tat der journalistische Offenbarungseid für diese Sendung! Was da an schlichten Behauptungen, bar jeden Beweises, bar jeder Möglichkeit zur Gegendarstellung für die Betroffenen in den Raum gestellt wurde, macht fassungslos. Es sieht wirklich so aus, als sei diese Art einseitiger diffamierender Berichterstattung via propagandistischer „Expertise“ die große Klammer des deutschen Journalismus innerhalb aller Medien geworden. Ob ein Friedhofsgräberschaufler als russischer Offizier ausgegeben wird oder ob eine bis unter die Matte narzisstische, unerträglich eitle Ich-erklär-die-Welt-Dogmatikerin Sie, Ken Jebsen, mal kurz zum Antisemiten erklärt – da wird munter agitiert und gelogen, dass es im Gebälk kracht.

    Sie schreiben von einem „juristischen Echo“: Unbedingt! Das können und dürfen Sie freilich nicht so stehen lassen! Der Vorwurf des Antisemitismus Ihnen gegenüber ist absurd; ich kenne viel von Ihnen – und darin war nicht ein Halbsatz Antisemitismus!
    Herr Elsässer hingegen ist mir suspekt.

    Wie auch immer: Ich stehe mit großer Solidarität hinter Ihnen! Ihr Engagement ist großartig, bitte weiter so!

  7. Hallo Ken, Deinen Spruch, rechts und links (im politischen Sinn) gäbe es nicht mehr, verstehe ich schon, finde ihn aber so vereinfachend für falsch. Wenn du versuchst, Leute zur GEMEINSAMEN Aktion zu animieren, wirst du dir mit diesem Spruch ein Bein stellen. Lass ihn einfach weg!

  8. Hallo kenfm, ich habe heute mal bei 1live versucht den Song seid wachsam von Reinhard Mey zu platzieren. Leider gab es keine Reaktion, vielleicht könnt ihr mal ein Interview zu diesem Lied mit Reinhard machen. Ist bestimmt interessant. Liebe Grüße.

  9. Es ist höchste Zeit, auf die Straße zu gehen, wenn wir überhaupt eine Zukunft haben wollen. Die Mächtigen dieser Welt verwenden seit vielen Jahrhunderten immer wieder die gleichen Methoden, um die Menschen für ihre Machtinteressen zu manipulieren. Wir müssen uns aus diesem Psychoterror endgültig befreien. Dabei helfen uns die modernen Wissenschaften, z.B. des Hirnforschers Gerals Huether.
    Bitte geht alle zu den Demonstrationen für den Frieden. Je mehr Menschen auf die Straße gehen, desto stärker wird der Druck auf die Mächtigen und deren Handlanger in Politik und den Medien.
    Hier noch ein interessanter Artikel:
    http://www.heise.de/tp/druck/mb/artikel/41/41546/1.html

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