Friedhof der Worte – dieses Projekt darf nicht sterben

Von Dirk C. Fleck.

Mit dem Wortfriedhof wollen wir jener Vokabeln und Begriffe gedenken, die sich im deutschen Sprachgebrauch aus unterschiedlichsten Gründen erschöpft haben. Sie lassen sich nicht mehr benutzen. Sie wurden gemordet, vergewaltigt, denunziert, diskriminiert oder der Lächerlichkeit preisgegeben. Manche haben vor dem Zeitgeist kapituliert, andere sind im Dienste sich wandelnder Werte und Erkenntnisse untergegangen oder waren einfach nur zu schwach, um sich zu behaupten. Um die Verluste überschaubar zu halten, beschränken wir uns auf Worte, die uns im 20. und 21. Jahrhundert abhanden gekommen sind.

Der Friedhof der Worte erinnert daran, dass die Sprache ein organisches Wesen ist. Wenn man ihm genügend Poesie zuführt, regeneriert es sich selbst – gleich einem Baum unter dem ausschließlichen Einfluss von Licht und Wasser. Aber Sprache ist eben nicht nur Literatur, sie ist der kleinste gemeinsame Nenner für alle Menschen. Und damit das am meisten belastete Transportmittel der Kommunikation – strapaziert von ideologischen, politischen, wissenschaftlichen, bürokratischen und technischen Ansprüchen. Im Gegensatz zu anderen Künstlern sieht der Dichter sein Instrument permanent missbraucht. Die Meister der Sprache vermögen sich kaum Gehör zu verschaffen vor lauter banalem Wortgeklingel.

Das Bühnenbild

Zu besichtigen ist der Wortfriedhof auf der Leipziger oder Frankfurter Buchmesse. Auf einer Ausstellungsfläche von ca. 1500 Quadratmetern.

Ideal wäre es, ihn im Freien, wenn möglich hinter dem Eingangsbereich auf der Fläche zwischen den Hallen, zu installieren. Vom Eingang mit Engeln (Am Anfang war das Wort) über die Friedhofsmauer, den Wegeplan, die Bepflanzung bis hin zu der Grabsteinarchitektur entwerfen wir eine Miniaturausgabe des gepflegten Waldfriedhofs. Nur dass unser Friedhof nicht von Bäumen umstanden wird sondern von Werbetafeln und Leuchtschriften, die ihre entseelten, aggressiv-banalen Botschaften bis an den Rand der Ruhestätte abfackeln. Die Grabinschriften (Unser Glaube lehrt Auferstehung, „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis, „Beweint und unvergessen) sind ebenso Zitate der deutschen Friedhofskultur wie die Rabatte und die Ruhebank mit plätscherndem Brünnlein. Es duftet nach frischer Erde und Blumengebinden, die neben einer ausgehobenen Gruft aufgehäuft sind.

Inhaltlich beschränken wir uns auf vier Schwerpunktthemen:

Die Liebe. Dieses Grab steht im Mittelpunkt der Anlage. Es ist um die zentrale Engelsfigur gruppiert. Hier sind Worte bestattet, die den Anspruch der Liebe formulieren, aber in unserer Gesellschaft kein Gehör mehr finden. Auch solche, die veraltet sind (Feinstliebchen, „Backfischetc).

Das Massengrab. Hier sind alle Worte beerdigt, die der Nationalsozialismus für immer vernichtet hat. Hundert von ihnen sind auf einer Steintafel in alphabetischer Reihenfolge beim Namen genannt, stellvertretend für alle anderen. Es lehnen Kränze von Thomas Mann, Bertold Brecht, Kurt Tucholsky, Stefan Zweig und Carl von Ossietzky an der Tafel.

Literatur und Philosophie. Was deutsche Geistesgrößen im letzten Jahrhundert erträumt und formuliert haben, hier liegt es begraben. Von den Losungen des Expressionismus bis zu den sozialistischen Idealen – es ist das Grab der verschütteten Visionen.

Natur/Ökologie. Der dramatisch verlaufende Ökozid hat sich natürlich auch in der Sprache niedergeschlagen. Mit den Arten sterben die Worte, die sie benennen. Und mit dem ökologischen Kollaps geht auch der Niedergang aller kulturellen Zeugnisse einher.

+ Neben diesen vier Grabanlagen gibt es ein Ehrengrab zu besichtigen. Hier ruht der Sympathisant. Eben noch mit Blattgold belegt, wurde das Wort in den siebziger Jahren zum Schimpfwort in den Mündern von Denunzianten.

+ In einer entlegenen Ecke entdecken wir unter einem Strauch vier Tafeln mit verwitterten, kaum noch zu identifizierenden Inschriften. Es sind die vergessenen Worte aus längst vergangenen Jahrhunderten.

+ Was sich in den Bereichen Bürokratie und Technik überlebt hat, kann man per Fernbedienung auf einen Monitor laden, der in einem mit Plastikblumen dekorierten Grabstein installiert ist.

+ Ein weiteres Grab erinnert an ehemalige Wortstars, die in der Salongesellschaft als Bildungsnachweis herhalten mussten.

+ Wir ehren gestorbene Slogans, in denen die Worte im Kontext sterben. Der populärste von allen: DU SOLLST NICHT TÖTEN!

+ Das Brünnlein, von dem anfangs die Rede war, plätschert im Garten der sterbenden Worte. Mit ihm erinnern wir daran, welche Verluste unmittelbar bevor stehen (Vertrauenetc).

Als Publikumsattraktion findet jeden Tag zur selben Stunde eine Beisetzung statt, mit Sargträgern und Trauermarsch, in den sich die Besucher der Messe einreihen. Die Grabrede hält ein berühmter Schriftsteller, der auf der Buchmesse sein neuestes Werk vorstellt. Die Entscheidung über das zu beerdigende Wort trifft er selbst. Allein dieser Programmpunktgarantiert die Aufmerksamkeit der Medien.

Die Alternative

Eine kostengünstigere Variante wäre das Feld der Ehre. Vorbild sind die großen Soldatenfriedhöfe von Arlington und Verdun. Eine solche Lösung, in der die verstorbenen Worte auf kleinen weißen Holzkreuzen in Reih und Glied stehen, wäre besser in der Halle aufgehoben. Die Geometrie der endlos langen Reihen ist aus jeder Perspektive beeindruckend.

Der Bodenbelag besteht aus weißem Sand, den wir wegen seiner symbolischen Tragweite aus Weimar importieren. Die Wege zwischen den Kreuzreihen sind begehbar. Jedem Besucher ist es frei gestellt, seine rote Friedhofskerze (siehe Kiosk) dort aufzustellen, wo er möchte. Auf diese Weise erhalten wir einen Überblick über die am meisten betrauerten Worte.

Auch auf dem Felde der Ehreerkennen wir unsere Themenfelder wieder. Auch hier findet eine tägliche Bestattung statt. In regelmäßigen Abständen werfen wir die Windmaschine an, um Staub aufzuwirbeln und an die Vergänglichkeit zu erinnern.

Der Kiosk

Vor beiden Installationen steht unser Friedhofskiosk. Hier kann der Besucher Worte zum mitnehmen kaufen (Beerdigen Sie dieses Wort in Ihrem eigenen Garten!). Für einen kleinen Obolus gibt es die roten Kerzen mit dem Windschutz zu kaufen, die man am Grab seiner Wahl aufstellen kann. Außerdem für Geld erhältlich: die Grabreden der prominenten Schriftsteller.

PS: Diese Idee habe ich vor Jahren dem Direktor der Frankfurter Buchmesse unterbreitet, der sich begeistert zeigte und sofort grünes Licht für die Installation auf dem Messegelände gab. Doch kurz bevor die Arbeiten beginnen sollten, wurde der Mann entlassen. Sein Nachfolger verwarf das Projekt. Einige Zeit später zeigte sich das Schloss Neu Hardenberg in Brandenburg interessiert. Aber auch dort fand kurz vor der Vertragsunterzeichnung ein Wechsel in der Führung der Stiftung statt und das Friedhofsprojekt wurde erneut begraben. Seitdem habe ich es nirgendwo mehr angeboten. Dennoch lässt der Friedhof mich nicht ruhen. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, dass er in dem Dubliner Vorort Rathgar, der Geburtsort von James Joyce, installiert werden sollte.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: tomertu / shutterstock

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16 Kommentare zu: “Friedhof der Worte – dieses Projekt darf nicht sterben

  1. Vielen Dank Herr Fleck
    für Ihren Artikel und der tollen Idee mit dem Wörterfriedhof!

    gestatten Sie mir an dieser Stelle auf eine Video einer philosophischen Reihe hinzuweisen:
    https://www.youtube.com/watch?v=qhsunoUs1a0&list=PL6cI1_8BvV-YtMxB1L_7BuO8VvgtZtPl0&index=8
    wo die Metaphernlehre von Hans Blumenberg vorgestellt wird.
    Ich zitiere darüber hinaus einen Teilausschnitt als Text, in dem am Schluss dieses Ausschnittes ein kleiner Einblick darin gegeben wird, dass das Wörtersterben ein ganz bewußtes Unterfangen ist, dem wir seit Jahrzehnten unterworfen werden.

    "Metaphern beziehen sich immer auf ein semantisches Vorverständnis eines ausgedachten Adressaten je eingeschränkter dieses Vorverständnis ist, desto leichter wird ihr beeinflussender Gebrauch. Diesem Januskopf einer Metaphern angereicherten Rede, einerseits beleuchtend andererseits aufsaugend und Zweck orientiert vereinnahmend, beschrieb Hans Blumenberg in seinem Buch „Schiffbruch mit Zuschauer“ mit Rückgriff auf den vorsokratischen Philosophen Heraklit.
    Es mag die erste absolute Metapher der Philosophie gewesen sein, dass Heraklit das Denken als Feuer beschrieb. Nicht nur weil Feuer das göttliche Element für ihn war, sondern weil es die Eigenschaft hat ständig Fremdes aufzunehmen und in sich zu verwandeln.
    Hatte Hans Blumenberg sogar den blos rethorischen und ornamentalen und beiläufig benutzen Metaphern eine aufklärende Funktion zugesprochen, so erweist sich ihr heutiger Gebrauch in erster Linie als verfälschend, tarnend und bagatelisierend. Der Münsteraner Philosoph hatte argumentiert, das Metaphorische hat dort seinen Platz wo eine direkte Übersetzung in logische Begriffssprache unmöglich ist und nur durch sprachliche Bilder geleistet werden kann.

    Heute scheint es so, dass nur mehr Icons kreiert werden, um eine Versprachlichung einen Bedeutungsdiskurs überhaupt gar nicht mehr zustande kommen zu lassen. Die Metapher ist also kein Zwischen- oder Übergangsstadium mehr, sondern ein trügerischer Endpunkt. Aus einer Daseinsbewältigungsstrategie qua Metapher, ist über weite Strecken ein Vermeidungsmechanismus der Vernunft geleiteten Aussprache geworden. Das glatte Gegenteil der Blumenbergschen Intention geschieht. Metaphern als Flucht aus der Sprachgenauigkeit, aus der suchenden Umschreibung auf dem Weg zu klareren Bezeichnungen.

    Der Wörtertoten sind also ein durchaus ernst zu nehmendes Problem, auf das -gerne auch mit einem Friedhof – aufmerksam gemacht werden muss/sollte.

    Bleiben wir stark!

    🙂

  2. Ein schöner Artikel und ebenso schöne Kommentare. : )

    Auf die Formulierung "paßt aufeinander auf" bin ich erst vor einem guten Jahr in einem Song gestoßen. Hat mir sehr gefallen, denn gemeint war damit, dem anderen Aufmerksamkeit oder Erleichterung zu geben wenn er erschöpft ist und die gerade braucht. Für den Reagierenden weder Schwierigkeit noch Aufwand – nur ein bißchen Grundsympathie..
    ..und nun bin ich die Formulierung schon wieder los, denn sie wurde mit "überwachen" überschrieben.

    Wenigstens "Solidarität" sollten wir uns nicht rauben lassen.

    und "Labsal" wieder ausbuddeln.

  3. Ihr Beitrag und Ihr Projekt hat mich sehr berührt. Die Worte gehen verloren , die mit ihnen oftmals verbundene Musik erklingt nicht mehr. Es gehen auch teilweise die Begriffe , die mit den Worten ausgedrückt werden , und vor allem das Erfassen der logischen Zusammenhänge nicht nur dieser Begriffe verloren.
    Als Mathematiker weiss ich aus eigener Erfahrung (beim mühsamem Beweisen von Zusammenhängen verschiedener mathematischer Begriffe) , daß mein Denken in einer Art eigener Sprache aus Symbolen /Wörtern erfolgt. Zum Schluß muß ich dann aber immer in die Wörter übersetzen, die von den anderen Menschen verstanden werden, sonst kann keine Kommunikation erfolgen.
    Das Verschwinden von Wörten kann also auch zu einem gewissen Kommunikationsverlust und Verlust der logischen Kultur führen. Letzteres erlebe ich in meiner Arbeit (ich arbeite als IT-Trainer) leider in erschreckendem Ausmaße. Problemstellungen , die vor 10 Jahren kaum Schwierigkeiten beider Lösung bewirkten, bewältigen heute oftmals nur noch einzelne Kursteilnehmer. Sicher hat das auch noch andere als die schon genannten Gründe.

  4. Für solche rituellen Darbietungen steht mir ehrlich gesagt nicht der Sinn. An dem Thema bin ich jedoch sehr interessiert. Vielleicht könnte man hier etwas sammeln…

    • Vor langer, langer Zeit war im deutschsprachigen Raum für das Wort „Computer“ mal die Bezeichnung „Rechner“ oder „Rechenanlage“ gebräuchlich.

    • Für das Wort „Baby“ wurde früher mal das Wort „Säugling“ verwendet. Aber Vorsicht: Im Gegensatz zu dem Wort „Baby“ ist das Wort „Säugling“ nicht dafür geeignet, ein Mädchen anzumachen.

    Gehabt euch Wohl

    • Vielen Dank! Sie sind einer der Bausteine zu meinem schönen Wochenende.

      – Facility Key Manager war mal ein Hausmeister
      – Facility Key Manager Assistent war mal der Gehilfe des Hausmeisters

      Hört sich heute natürlich wunderbar wichtig an, aber an der Bezahlung hat sich nichts geändert. Aber immerhin ist man ein Manager.

    • Das Wort "Helden" wird zur Zeit geradewegs inflationär in die Tonne geschrieben …

      "Alternative" ist bereits totgeschrieben bzw. ist von einer räudigen Hündin totgebissen worden.

      Der "Populismus" ist ein seit Jahren unselig umher irrendes Zombiewort.

      Der "Schutz" wurde gerade extrem missbraucht (!) und liegt bereits auf der Intensivstation. Diagnose: Kaum Hoffnung.

      Ein ganz besonders sensibles Wort — Herr Fleck hat es bereits im Artikel erwähnt — "Vertrauen" (!)

      Vor dem Sterben bewahrt werden müssen die Wörter "LIEBE" und "NÄCHSTENLIEBE" (!)

    • Nachtrag …
      Seit Neuem: Der "Ernst", und wie er zu nehmen ist.

      Worte geraten nur allzu zu oft in Gefahr, wenn sie in die Köpfe von Politikern oder auf deren Sprechzettel geraten.

    • Ja wir sind die Manager,
      wir sind hinter dem Mana her.
      Unser Wert, der fliegt uns einfach zu
      und gearbeitet hast ..

  5. Wird das so verbuddelnd, das wir es wieder bergen können ?

    Ich dachte wir machen eher eine "Schilderwiese", auf dem Platz der Republik, damit diese Begrifflichkeiten wiederbelebt können.

    Ich soll leben und leben lassen.

  6. Lieber Herr Fleck,

    ein großartiger und sehr interessanter Artikel zu einem Sachverhalt, der dieser Jahre dringend erhöhter Aufmerksamkeit bedarf.

    Neben dem Friedhof wurde übrigens eine Fabrik gebaut — die Neudeutfabrik.
    Kannten Sie die schon? Ein beängstigend großer Kasten, wie ich finde.

    Wenn man z. B. stolz auf dieses Land ist, ist man Nazi.
    Wenn man aber stolz auf die Kanzlerin ist, ist man Patriot.

    Oder: Milliardenzahlungen an die Banken und Grundgesetzbrüche sind alternativlos,
    aber alternative Stimmen und Meinungen werden abgeschafft.

    Links oder Rechts wird überflüssig.
    Es gibt nur noch das Regierungsdenken.

    All solche feinen Sachen werden da hergestellt.

    Seien wir doch glücklich, wenn dort so überaus erfolgreich ganz neues Wortleben entsteht … *räusper*
    Blöd nur: Wenn diese wichtige Fabrik mehr Platz bedarf, muss zur Not halt auch der Friedhof der Worte weichen …

    • Lieber Skyman,
      die Neudeutfabrik ist nirgendwo im Lande zu übersehen. Sie beschäftigt etwa achtzig Millionen Menschen, von denen niemand je arbeitslos wird.
      Ganz liebe Grüße aus Hamburg

    • Lieber Herr Fleck,
      meine Frage sollte keineswegs ad hominem angedacht oder gar belehrend sein.

      Ich erinnere mich an die 90er Jahre, in denen bspw. der Begriff "Rüstungskonversion" wahrlich neu, kraftvoll und überaus verlockend, mehr noch, im Kern überzeugend war.

      Was ist aus dieser Denkweise, aus diesem edlen Konzept geworden? "Schwerter zu Pflugscharen" hieß es seinerzeit. Klare Wortkante. Aber wenn "die Feder mächtiger als das Schwert ist" und die Feder Schwerter in heimtückischer Weise zu Pflugscharen umerklärt … dann wird es keine Pflugscharen geben, sondern bloß noch gefährliche Illusionen.
      Schon heute haben wir z. B. überall harmlose "Missionen" oder "Engagements", aber doch bloß keine menschenmordenden Kriegseinsätze mehr.
      Deshalb habe ich den Gedanken einer "Neudeutfabrik" eingetragen.
      Ich bleibe (zugegebenermaßen oft großmäulig, was nur meine Person betrifft) Philanthrop. Kann nicht anders. Sie doch auch nicht 🙂

      Krieg oder Frieden?
      "Friedhof der Worte" — wortwörtlich faszinierend.
      Muss da ein bisschen an Bradburys "Fahrenheit 451" denken. Dort war es nicht der Staub, es war die Asche.
      In der Transzendenz kann aus dem Tod Leben entstehen.
      Nochmals vielen Dank für Ihren bewegenden Artikel Herr Fleck! Sie wählen wunderbare Worte!

      Beste Grüße aus dem Rheinland

  7. Eine sehr gute Idee!
    Ich verfasste gerade folgenden Text,
    der hier sehr gut passt:
    Liebe Leid-Medien
    bitte ersparen sie der aufgrund Gesundheitsfördernd notwendiger Balance entstandenen Opposition die Kreation weiterer krankheitsmotivierter Wörter, wie:
    "argumentativ hilflosigkeitsmotivierte Diffamierung",Übersterblichkeitsprognosedefizit", "vernunftorientierter Anayselockdown", Basisfaktenabstinenz, Mathematikanalpabetismus(Mathematik-Anal-phabetismus), gehirnamputative Algorythmik,etc.

    Als Musiker wird mir in der heilenden Kraft der Musik täglich bewusst, wie sehr Sprache unser Bewusstsein prägt, und wie exponentiell dies in der Werbeindustrie manipulativ genutzt wird.Gerade die letzten Jahre wurde der Konsument interessanterweise an den direkten Befehlston gewöhnt: "Mach das","sicher dir das jetzt!",etc…vor 10/15 Jahren hätte das Wohl noch nicht funktioniert?..da wurde man noch lieber gefragt..Be Berlin@stay#home&
    "flatten the Curve"-subliminal-analog zur reinen Frequenzlehre: bleiben sie in einem mittelmäßigen Spektrum der Gedanken, und Gefühlsfrequenzen…passt doch wunderbar…

    Abschließend möchte ich dem Autor das Buch "am Anfang war das wort" von Tilo Kaiser empfehlen.sehr interessant…und allen: Musik.

    Mit besten Wünschen
    J.Helmpflicht@ Urinstinkt 😉

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