Friedliche Kriegsvorbereitungen – Münchner Sicherheitskonferenz 2020

Von Wolfgang Bittner.

Die Eröffnungsrede auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die von wachen Zeitgenossen „Münchner Kriegskonferenz“ genannt wird, hielt am 14. Februar 2020 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Wie nicht anders zu erwarten, trat er gleich zu Anfang für Deutschlands „außenpolitische Verantwortung“ ein, die sich „konkret bewähren“ müsse.(1) Gegen wen? Nicht nur in Steinmeiers Fokus stehen Russland und China.

Nachdem er – unvermeidlich – in Demut auf die deutsche Schuld und auf Auschwitz hingewiesen hatte, kam Steinmeier unverzüglich auf die „zunehmend destruktive Dynamik der Weltpolitik“ zu sprechen, deren Spuren sich „bis in die endlosen, opferreichen Kriege im Mittleren Osten und in Libyen verfolgen“ ließen. Während diese Kriege offenbar vom Himmel gefallen sind, lastete Steinmeier dann die „destruktive Dynamik“ dem Hauptfeind an: „Russland … hat nicht nur ohne Rücksicht auf das Völkerrecht die Krim annektiert. Es hat militärische Gewalt und die gewaltsame Verschiebung von Grenzen auf dem europäischen Kontinent wieder zum Mittel der Politik gemacht. Unsicherheit und Unberechenbarkeit, Konfrontation und Verlust von Vertrauen sind die Folge.“(2)

Und dann China, das natürlich ebenfalls dem Ziel einer „internationalen Zusammenarbeit zur Schaffung einer friedlicheren Welt“ entgegensteht, indem es „im Zuge seines eindrucksvollen Aufstiegs“ das Völkerrecht nur selektiv akzeptiere, „wo es den eigenen Interessen nicht zuwiderläuft“: „Sein Vorgehen im Südchinesischen Meer verstört die Nachbarn in der Region. Sein Vorgehen gegen Minderheiten im eigenen Land verstört uns alle.“ Dass die USA den gesamten Orient in Brand gesteckt, die Ukraine destabilisiert und Südamerika im Visier haben, verstörte von den sich gegenseitig ihre Friedfertigkeit bestätigenden westlichen Teilnehmern dieser Kriegskonferenz niemanden.

Schließlich kam Steinmeier zu den Vereinigten Staaten von Amerika: Nach wie vor „unser engster Verbündeter“, allerdings seit 2017 unter Trump, den Steinmeier schon Ende 2016 auf Seiten der kriegslüsternen Hillary Clinton einen Hassprediger genannt hat (was in der Berliner Politikerkaste legitim und kein Antiamerikanismus war). Die USA – so dieser Bundespräsident – „erteilen unter der jetzigen Regierung selbst der Idee einer internationalen Gemeinschaft eine Absage“ und stellten ihre eigenen Interessen über die aller anderen. Dass der inzwischen auf Linie gebrachte, zeitweise offensichtlich psychisch gestörte Trump ursprünglich gegen weitere Interventionskriege und für Frieden mit Russland war, ist lange vergessen, ebenso wie die völkerrechtswidrigen Kriege seiner Vorgänger.

Scheinheilig und widersprüchlich

In Wirklichkeit ist Steinmeier aber ein Humanist und Friedensfreund, so empfindet er sich. Denn er forderte, „unser elementares Verständnis von der Würde eines jeden Menschen zu verteidigen und für unsere offenen Gesellschaften zu kämpfen“, für „das normative Projekt einer Welt, das die Würde des Menschen zum Maßstab staatlichen Handelns macht“. Dabei berief er sich auf die Präambel der Charta der Vereinten Nationen, wonach Krieg geächtet ist.

Das klang gut und wäre eine echte Perspektive, würde die deutsche Regierung diese Charta respektieren. Doch das ist bekanntlich nicht der Fall, wie sich bereits 1999 bei der Teilnahme an dem Angriffskrieg gegen die Republik Jugoslawien gezeigt hat. Auch am Krieg gegen Syrien sowie an Sanktionen gegen Venezuela, Iran, Russland usw. ist Deutschland im Gefolge der USA beteiligt. Was sich der deutsche Bundespräsident Steinmeier, der sich – wie schon sein erhabener Vorgänger Gauck – mit ideologischer Verve in die aktuelle Politik einbringt, in München herausgenommen hat, ist also Schall und Rauch.

Die amerikanischen Hardliner

Da wurden die Vertreter der USA deutlich konkreter. Vizepräsident Mike Pence erklärte unter dem Beifall der Konferenzteilnehmer: „Amerika führt wieder einmal auf der Weltbühne.“(3) Präsident Trump habe die stärksten Streitkräfte in der Welt noch stärker gemacht, die Modernisierung des Atomwaffenarsenals veranlasst und die europäischen Staaten dazu gebracht, ihre Militärausgaben zu erhöhen. Nach Pence erwarten die USA, dass sämtliche NATO-Bündnispartner das Zweiprozentziel bis 2024 erreichen und 20 Prozent der Verteidigungsausgaben in Beschaffung investieren. Der Westen werde „niemals gebrochen“, betonte Pence abschließend, und dass „unsere Werte überdauern“ und „unsere Zivilisation triumphiert“.

Dem stimmte US-Außenminister Mike Pompeo in seiner Rede mit den Worten zu: „Der Westen gewinnt, zusammen gewinnen wir.“(4) Er unterstrich noch einmal die „Führungsrolle Amerikas in der freien Welt“ und rief die westlichen Partner zur Geschlossenheit auf. „Achtung der Souveränität anderer Länder, das ist das Geheimnis und zugleich der Grundstein unseres Erfolges“, so Pompeo, „aber es gibt immer noch Länder, die unsere Souveränität bedrohen.“ Russland zum Beispiel missachte die territoriale Integrität anderer Staaten, aber auch China und der Iran seien aggressiv.

Wie schon mehrmals zuvor, wandte sich Pompeo gegen die Verwendung chinesischer Huawei-Technologie sowie gegen die Fertigstellung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, wodurch Deutschland in Abhängigkeit von Russland geriete. Ausdrücklich rügte er Steinmeiers Unterstellung, die USA erteilten der internationalen Gemeinschaft eine Absage (allerdings war die Rede von der „Idee einer internationalen Gemeinschaft“ gewesen).

Da mochte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht zurückstehen. Russland bedränge europäische Staaten, sagte sie. Deutschland bleibe „der nuklearen Teilhabe der NATO verpflichtet, deren Schutzschirm für uns ein wesentliches Element europäischer Sicherheit ist“. Die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr, ihre Ausrüstung und Kampfkraft, werde spürbar verbessert, der Verteidigungshaushalt kontinuierlich auf zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes erhöht. Kramp-Karrenbauer bekräftigte, Deutschland werde „mehr leisten“ und sich beispielsweise in der Sahelzone und in der Straße von Hormus mehr einbringen.(5)

Maas für eine Europäische Sicherheits- und Verteidigungsunion

Den Ausführungen Steinmeiers zur wesentlichen Frage eines Zusammengehens mit den USA entsprechen die von Heiko Maas, der am selben Tag in München sagte: „Wir müssen mehr tun.“(6) Und er fügte sogleich hinzu, Deutschland habe damit ja bereits angefangen, zum Beispiel fast drei Milliarden Euro in die Stabilität der Sahel-Zone investiert, außerdem sei Deutschland in Afghanistan der zweitgrößte Truppensteller. Aber die internationale Zusammenarbeit stecke „seit Jahren in einer beispiellosen Rezession“. Neu sei nicht etwa der Aufstieg Chinas, den man beobachte, oder die „schrumpfende strategische Bedeutung Europas nach dem Kalten Krieg“. Vielmehr gehe „die Ära der omnipräsenten amerikanischen Weltpolizisten für alle sichtbar zu Ende …, weil sich das Engagement der Verantwortlichen im Weißen Haus für die von den USA geschaffene Weltordnung verändert hat“.

In Übereinstimmung mit den Vorstellungen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron plädierte Maas für „den Aufbau einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion – als starken, europäischen Pfeiler der NATO“. Europa werde seine Stärken künftig ausspielen müssen und Deutschland sei bereit, dabei eine tragende Rolle zu spielen. Maas: „Um es klar zu sagen: Deutschland ist bereit sich stärker zu engagieren, auch militärisch.“

Lawrow wirbt für Abrüstung und Verständigung

Demgegenüber plädierte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dem am 15. Februar lediglich sieben Minuten Redezeit zur Verfügung standen, für Abrüstung und Diplomatie.(7). Er sprach von einer „Barbarisierung der internationalen Beziehungen“ wie auch von der „Unberechenbarkeit“ der Situation in Europa, und er kritisierte die riesigen Militärmanöver an den russischen Grenzen. Man müsse im Westen damit aufhören, das Schreckgespenst der russischen Bedrohung heraufzubeschwören und sich darauf besinnen „was uns verbindet“. Das sei der Grundsatz der gleichen Sicherheit. Man dürfe es nicht zulassen, dass unter der Flagge der Multilateralisierung Regeln gebrochen und Sekretariate internationaler Organisationen privatisiert würden, wie zum Beispiel in der Organisation für das Verbot chemischer Waffen.

Lawrow forderte, die Grundsätze der UN-Charta zu befolgen, einschließlich der souveränen Gleichheit von Staaten und der Nichteinmischung. Er kam schließlich auf die Initiative des russischen Präsidenten Putin zu sprechen, „einen großen europäischen Partnerschaftsraum zu gestalten“, der offen wäre für alle Staaten „unseres immensen Kontinents“. Und zum Schluss warnte Lawrow, ein Nuklearkrieg könne aus einem konventionellen Krieg erwachsen und der konventionelle Krieg erwachse aus Politik. Er rief die Teilnehmer der Konferenz auf, für den Frieden einzustehen.

Conclusio

Wer die Zeichen der Zeit zu deuten versteht, kann sich – insbesondere aufgrund der Ausführungen der US-Hardliner Pence und Pompeo – trotz aller Beschwichtigungen nicht der Vermutung entziehen, dass die USA auf eine Konfrontation mit China abzielen, während die westeuropäischen Staaten mit der NATO in Stellung gegen Russland gebracht werden sollen. Wozu sonst diese ungeheuren Aufwendungen für Aufrüstung.

Es scheint so, als stehe die Katastrophenuhr, die von manchen auch Atomkriegsuhr oder Weltuntergangsuhr genannt wird, kurz vor zwölf. Und die führenden Politiker Deutschlands beteiligen sich an diesem Katastrophenaufbau zum Schaden des eigenen Landes, das für die USA Brückenkopf und Frontstaat ist, anstatt ohne Wenn und Aber für Abrüstung und Verständigung mit Russland und China einzutreten. Es ist davon auszugehen, dass sie wissen was sie anrichten. Sie sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Von Wolfgang Bittner erschien 2017 „Die Eroberung Europas durch die USA – Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“ und im September 2019 „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise“.

 Siehe auch KenFM im Gespräch: https://kenfm.de/wolfgang-bittner/

Quellen:

(1) Vgl. http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2020/02/200214-MueSiKo.html?nn=9042544. Nachzuhören auf www.youtube.com/watch?v=Eufl3veTGfE.

(2) Zur Krim-„Annexion“: Wolfgang Bittner, Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise, Verlag zeitgeist, Höhr-Grenzhausen 2019, S. 217-224.

(3) Zit. wie https://www.youtube.com/watch?v=zoGI7jMwNk0

(4) Zit. wie https://www.youtube.com/watch?v=yDY0FsUNKWo

(5) Zit. wie https://www.youtube.com/watch?v=gctNIp-EYo0

(6) Vgl. https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/maas-muesiko/2306680

(7) Zit. wie https://www.youtube.com/watch?v=6wi8esJi81M

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle: MSC / shutterstock

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6 Kommentare zu: “Friedliche Kriegsvorbereitungen – Münchner Sicherheitskonferenz 2020

  1. Was die SPD betrifft, passt etwa der Juso-Chef Kevin Kühnert nahezu gar nicht in das Konzept dieser Partei.
    Es wurde schon gelegentlich sein Parteiaustritt gefordert.
    Er müsse wohl etwas geraucht haben, weil er die Verstaatlichung von BMW vorgeschlagen habe.

    Dann spekuliert Stegner über mögliche Haftstrafe für Tönnies.

    Focus am 04.07.
    Erhielt fünfstelliges Honorar
    Tönnies-Neffe bringt bösen Gabriel-Verdacht ins Spiel – der streitet alles ab

    Was Sigmar Gabriel betrifft, litt dieser doch einst unter seinem Nazi-Vater.

    Nicht alles, was Sigmar sagt und macht, ist falsch. Er fordert etwa das Ende der Euro-Anarchie.
    Außerdem sei Deutschland längst in einer heimlichen Schuldenunion.

    Wenn man es aber verstanden hätte, dass Geld doch als solches eine Schuld ist?
    Immerhin stoppte Sigmar dann einen Rüstungsdeal mit Russland.

    Dann hatte er aber zu Gunsten von Rheinmetall Druck auf die indische Regierung ausgeübt.

    Im Rahmen seiner kleinen Nebentätigkeit für den Holtzbrinck-Verlag, zu dem doch auch das „Handelsblatt“, „Die Zeit“, die „Wirtschaftswoche“ – und vor allem für der „Tagesspiegel“ gehören, schreibt Sigmar:

    "Der SPD-Fraktionsvorsitzende Mützenich will keine US-Atomwaffen mehr in Deutschland. Das ist nicht zu Ende gedacht."

    Sigmar Gabriel am 13.06. im Deutschlandfunk
    „USA werden sich weniger Europa und mehr dem Pazifik zuwenden“
    Eine gemeinsame EU-Sicherheitspolitik sei wichtig.

    Hier verwendet Sigmar dieses Verb "zuwenden" und wir als Leser müssten es dann wohl ohnehin längst verstanden haben, was er damit so alles meint.
    Wenn er zudem das Wort Sicherheit sagt, müssten wir es auch längst begriffen haben, wie wir diese allenfalls schaffen könnten.

    Sigmar im Tagesspiegel am 08.05.2019
    Neustart für die Marktwirtschaft
    Fünf-Punkte-Plan für einen sozialen Kapitalismus

    Wer nach Auffassung von Sigmar die Welt durch Protektionismus zu beherrschen versuche, der sei ein Nationalist.
    Aber ist Geld überhaupt ein Tauschmittel?
    Er befürwortet etwa die CO2-Steuer, obwohl nicht so sehr das CO2 der Klimasünder ist, sondern die weltweite Abholzung und die Verdreckung der Weltmeere.
    Wir lösen jedenfalls unsere Probleme mit Gelddrucken und das Ausland kann seine "Wettbewerbsfähigkeit" nur mit Abholzung bzw. mit verdreckten Ozeanen steigern.

    Wir müssen also anders als Sigmar Gabriel dies dermaßen glaubt, viel mehr über die immer schneller ansteigenden weltweiten Schulden infolge der fehlerhaften Geldentstehung als Schuld bei den Banken nachdenken.

    Wer aber den Teich der Banken austrocknen möchte, der sollte nicht wie Sigmar Gabriel die Atlantik-Brücke leiten oder etwa Mitglied der sog. "Trilateralen Kommission" sein. Ebenso wird es nicht sehr hilfreich sein, dass Frau UvdL eine Bilderbergerin ist und sie gemeinsam mit Sven Giegold, EU-Finanzexperte von Bündnis 90 / Grüne, eine Fortsetzung des Gelddruckens der EZB fordert.

    Sobald wir es verstanden haben, dass Geld in Wirklichkeit eine Schuld bei den Banken ist, würden wir auch nicht mehr an marktwirtschaftliche Mechanismen glauben, mit denen man etwa CO2 reduzieren könnte.

    Produktionsmittel vergesellschaften zu wollen, ist gemäß Sigmar ein nationalstaatlich gedachtes Instrument der sozialistischen Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts.

    Aber wie viel Individualismus benötigen wir nun wirklich?
    Habe mich etwa bei Diem25 im Forum als Benutzer Ralle002 zum Thema "The future of work (or: bullshit jobs & the rising of the useless class)" beteiligt.

    Etwa Niko Paech behauptet: "Anders Leben – Freiheit durch weniger Konsum".

    Seine Meinung wird im Ergebnis auch richtig sein, aber wie wollen wir dieses Ziel erreichen?

    Jedenfalls werden wir mit Geldwertstabilität, wie wir sie heute kennen, nicht weiterkommen, weil es "stabiles" Geld nur dann geben kann, wenn andere Leute Schulden haben, die sie vor allem nie wieder abbauen können. Es geht hierbei um die vielen Schulden, ohne die wir auch gar kein Geld hätten.

    Wir können evtl. über das Bancor-System von J. M. Keynes als Alternative für die Dollar-Leitwährung nachdenken, aber ich bin skeptisch, dass dies funktioniert, weil Geld eigentlich kein Tauschmittel, sondern einfach nur eine Schuld bei den Banken ist. Die schweren Logikfehler unserer Marktwirtschaft sind irreparabel.

    Wir müssen daher vermutlich für die Wirtschaft völlig andere Lösungen finden, damit es auch keinen Krieg mehr gibt. Jedenfalls gibt es doch dermaßen viele EDV-Möglichkeiten, dass man damit doch eigentlich ein funktionierendes Wirtschaftssystem hinbekommen müsste.

    Wir müssten es uns doch auch denken können, dass unsere Regierungspraxis mit immer mehr sozialisierten, später nie wieder Schulden, die wir bei den Banken, die uns das Geld doch aus dem Nichts leihen, weil Geld doch als solches eine Schuld ist, und immer mehr Profiten für wenige Ultrareiche, so nicht funktionieren kann. Wenn wir jetzt etwa das billige Geld der Banken nutzen, um damit noch ein wenig "zum Nulltarif" in unsere Sicherheit zu investieren?

    Wenn Frau K. K. es doch auf der Webseite der CDU sagt, dass Deutschland "handlungsfähiger" werden müsse?
    Jedenfalls will sie doch auch noch für die EU einen Lazarettzug anschaffen.

    Vielmehr beantwortet es vor allem Thomas Piketty richtig, welchen Zusammenhang es zwischen den Weltkriegen und der Ungleichheit gab.

    weitere Einzelheiten hierzu:
    Süddeutsche Zeitung, 14. Dezember 2017
    Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren

    Wenn aber Sigmar in den Holtzbrinck-Medien einiges über die private Hand und ähnlich schreibt?

    "Märkte brauchen Regeln, sonst droht Marktversagen", so behauptet es zumindest Sigmar Gabriel.

    In Wirklichkeit kann es aber nicht funktionieren, dass Geld eine Schuld bei den Banken ist, die Geld aus dem Nichts verleihen. Beim Geld kann zwar die öffentliche Hand unglaublich bequem neues Geld nachlegen, indem eben die Allianz zwischen Politik und Banken Konjunkturpakete schnürt.
    Hier gibt es jedoch das Problem, dass Konjunkturpakete nur mit immer schneller ansteigenden, jedoch nie wieder abbaubaren Schulden und einer insofern immer schneller ansteigenden Kriegsgefahr möglich sind.
    Beim heutigen Bankensystem sind es ständig ALLE Bürger, in deren Namen die Politik ständig Schulden macht, und gleichzeitig sind es ständig WENIGE Geldbesitzer, die im Rahmen eines Selbstzwecks einfach nur immer mehr ihren Reichtum steigern, was jedoch nur mit immer mehr, später nie wieder abbaubaren Schulden aller anderen Personen nur funktionieren kann.

    Dann behauptet es Sigmar, dass Reichtum auch umverteilt werden müsse.
    Hier fragen wir uns schon ein wenig, ob Geld wirklich ein Reichtum ist, weil es ohne Schulden doch gar kein Geld geben kann. Ist das viele Geld der Ultrareichen nicht letztlich der Grund, weshalb die weltweiten Schulden immer schneller explodieren?
    Außerdem werden doch Konzerne wie Apple, Amazon, Starbucks oder Tönnies von den Staaten praktisch gar nicht besteuert. Falls die Staaten diese Konzerne besteuern würden, dann würden sie verlieren.

    Im Wirtschafts-Studium wurde es in der Vergangenheit auch meistens gar nicht gesagt, wie Geld überhaupt funktioniert.

    Anstatt es wie Sigmar dermaßen bequem zu behaupten, dass eine europäische Besteuerung der Finanzmärkte gemeinsame europäische Instrumente zur Bekämpfung von Konjunktur- und Strukturkrisen etc. benötigen, müssen wir uns für die Idee des "Segen des Egoismus" gemäß Adam Smith etwas völlig anderes ausdenken.

    Vor allem kann halte ich Konjunkturpakete für gefährlich, weil diese auch immer mehr Geld bedeuten müssen, das aber nur als Schuld in Umlauf gelangen kann. Diese vielen Schulden können wir jedoch nie wieder abbauen.

    US-Botschafter Grenell wird übrigens Geheimdienstkoordinator.
    Aber Donald Trump vertrauen wir auch nicht sonderlich. Etwa seine Nichte hat ihr neues Enthüllungsbuch wohl bereits veröffentlicht.
    Ob aber Joe Biden eine bessere Alterative ist? Er war Obamas Mann für die Beziehungen zur Ukraine. Außerdem ließ er es zudem zu, dass sein Sohn Geld von einem umstrittenen Gas-Oligarchen nahm.

  2. Zu Elina;
    Die Strafbestimmung des § 80 des Strafgesetzbuches (mit schärfster Strafandrohung), der auf Artikel 26 Grundgesetz fußte, wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2017 gestrichen. Er lautete:
    "Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft."

    Stattdessen wurde ein weit auslegbarer § 80a („Aufstacheln zum Verbrechen der Aggression“) ins StGB eingefügt, der auf § 13 des Völkerstrafgesetzbuches verweist, und § 13 VStGB verweist wiederum auf die Charta der Vereinten Nationen. Näheres dazu in „Der neue West-Ost-Konflikt – Inszenierung einer Krise“, S. 271 f mit weiteren Nachweisen.

    Weder Artikel 26 GG noch § 80 StGB kamen jemals zur Anwendung. Die Reaktion auf eine Anzeige beim Generalbundesanwalt war grotesk.

  3. Ich war vorgestern auf der Demonstration gegen die Münchner (Un-)Sicherheitskonferenz in München. Mir schienen leider nicht sehr viele Demonstranten da – das war schon mal besser.
    In der Heute-Sendung, 19:00 Uhr vom 16.2.2020 hieß es: Auf der Münchner "Sicherheitskonferenz" hätten sich die Teilnehmer heute mit Libyen beschäftigt. Besonders das Waffenembargo sei ein großes Thema gewesen. Am 17. 2. wollten sich die europäischen Außenminister beraten, wie das Waffenembargo besser durchgesetzt werden könnte – eine Überwachung aus der Luft sei wahrscheinlich. Danach wurde Wolfgang Ischinger eingeblendet. Er sagt, er sei nun zuversichtlicher als noch vor drei Tagen. Ischinger: „Ich habe den Eindruck, die Europäische Union beginnt, sich mit der Frage zu befassen: Müssten wir vielleicht in der Tat die Sprache der Macht lernen.“ (Ende Zitat Ischinger).
    Mit dem Satz, Europa müsse auch die Sprache der Macht lernen, widerholt er das, was am 8. November 2019 die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin gesagt hatte: «Europa muss auch die Sprache der Macht lernen.» […] Das heißt zum einen, eigene Muskeln aufbauen, wo wir uns lange auf andere stützen konnten – zum Beispiel in der Sicherheitspolitik.»
    https://www.tagesschau.de/ausland/von-der-leyen-rede-101.html
    Beide sagen also, sozusagen, als imperativen Gedanken: "Europa müsse die Sprache der Macht lernen."
    Dies scheint also die neueste Sprachregelung zu sein, die Ischinger und von der Leyen von irgend jemandem vorgegeben worden ist – denn dass sie zufällig beide auf diese gleichen Worte gekommen sind, bezweifle ich. Irgendwo, in irgendeinem Thinktank wurde das ausgemacht – und auf diese beiden Personen, die von den Bevölkerungen Europas nicht gewählt wurden, nämlich Ischinger und von der Leyen, übertragen. Sie sollen es – in verantwortungsloser Weise in die Köpfe der Europäer hämmern. Es scheint die Steigerung des anderen, Orwellschen Slogans zu sein: "Mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen", was nichts anderes bedeutete, als Angriffskriege führen, damit die US-Oligarchen und die internationalen Rohstoff-Konzerne noch billiger an die Rohstoffe dieser Welt kommen und konkurrierende Länder ins Chaos stürzen können. Und die Landstreitkräfte für diese verbrecherischen Rohstoffkriege sollen aus Europa kommen – nichts anderes bedeutet diese Sprachregelung. Die Europäer sollen wohl als Söldner und Vasallen missbraucht werden, so wie das alte Rom die Germanen als Krieger gegen andere Germanen missbraucht hat. Und Ischinger und Co. – liefern uns offenbar bereitwillig ans Messer? Ich empfinde das, was sie tun, als Verrat an uns und an den wahren europäischen Interessen, denn Europa hat das höchste Interesse, dass es harmonisch und friedlich mit seinen eurasischen Partnern lebt und fairen Handel treibt und mit Verständnis auf Russland, China und den Iran eingeht – und nicht, dass es sich auf Konfrontationskurs treiben lässt.
    In diesem Text zeige ich auf, welche Personen solche Sprüche und Feindbilder seit Jahren in die Köpfe der Deutschen hämmern – es sind eigentlich immer wieder dieselben Personen:
    https://www.rubikon.news/artikel/die-selbstzerstorung-deutschlands

  4. Zum Schluss heißt es:
    "Und die führenden Politiker Deutschlands beteiligen sich an diesem Katastrophenaufbau zum Schaden des eigenen Landes, das für die USA Brückenkopf und Frontstaat ist, anstatt ohne Wenn und Aber für Abrüstung und Verständigung mit Russland und China einzutreten. Es ist davon auszugehen, dass sie wissen was sie anrichten. Sie sollten dafür zur Rechenschaft gezogen werden."

    Dem ist voll zuzustimmen. In Artikel 26 Absatz 1 des Grundgesetzes steht:
    "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen."

  5. Der Wertewesten klammert tapfer. Er klammert sich an seine bekannte Großartigkeit und die westwerten Europäer sich insbesondere an das JewSA-Imperium selbst. Das wahrhaft sieghafte. Jenes Imperium das inzwischen schon 19 Jahre in Afghanistan und 17 Jahre lang im Irak siegt. Zur Vollendung solch beeindruckender Erfolgsstory hat sich der strategisch sehr kluge Geheimdienst- militärisch- industrieelle Komplex zwei echt schwache Gegner in Russland und China aus der Masse von Bösen herausgepickt. Schön, dass meine Bundesrepublik Deutschland dort mitmischen will und sich dazu heldenhaft Steinmeierisch erklärt. Das könnte die Rache dafür werden, dass Russland Deutschland einst mit ganzen T 34-Horden überfallen hatte. Und Deutschland hätte das militärisch großartige Polen an seiner Seite. Und die Militärmacht Ukraine. Noch immer geistern Bilder von roten Sowjetfahnen über dem Reichstag durch Fakenews-Medien, wie in kenfm, Nachdenkseiten und anderen Linksextremitäten. Und später wird die Geschichte Deutschland rühmen, vielleicht sogar heiligsprechen für den immerhin dritten, so wird behauptet, diesmal nicht schuldhaft, sondern mutig angefangenen Weltkrieg. Wenn Deutschland nicht so großartige Politiker wie Frau Dr. "Erika" Merkel hätte und so vielleicht noch großartigere wie den uneigennützigen Herrn Merz würde der von Haus aus recht bequeme Deutsche wohl nicht gen Russland ziehen wollen. Könnte es sich gar herausstellen, dass so ein gerechter Russland-Feldzug dort sämtliche Kohlekraftwerke zur Schließung bringen würde und den Co2-Ausstoß auf ein Minimum, könnten wir sogar die FFF-Kolonnen begeistern. Vielleicht ließe sich die heilige Greta gar als eine Ehren- Generalin mieten?Wenn ich mir so die amerikansche Haushaltsplanung 2020-21 durchlese, müssen wir unseren Freunden dort wohl in der Not ein wenig beistehen, wir schaffen das. https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/2049622-Trump-verschiebt-in-neuem-Haushaltsplan-seine-Defizitziele.html

  6. Selbst dem größsten Gegner launiger Kommentare geht bei dieser Münchner Sicherheitskonferenz der Gaul durch.
    Die Kritik von Wolfgang Bittner ist gerechtfertigt. Sie könnte sogar stellenweise noch härter ausfallen. Scheinheiliges Gerede trifft es genau! AKK zeigt, dass sie den Verstand eines Maschinengewehrs hat. Erst rausfeuern, dann nachdenken.
    Wo bedrängt Russland europäische Staaten? Der Westen hat die NATO bis an die russische Grenze ausgedehnt. Alle Versprechen, dies nicht zu tun, wurden gebrochen. Die Führer der früheren Sowjetunion hätten sich so eine Ausdehnung nie gefallen lassen. Bis jetzt ist es der russischen Führung zu verdanken, dass diese Ausdehnung noch nicht eskaliert ist.
    Jeder Krieg gegen Russland, egal, wie verlogen die Rechtfertigung dafür ist, ist ein Krieg der USA um die Boden- und Naturschätze. USA braucht sich nicht wundern, wenn immer mehr Menschen dieses Land satt haben. Die Unterwürfigkeit aller anderen westlichen Staaten unter diese Kriegsdoktrin ist unerträglich, allen voran die der deutschen Politiker. Auch die Bürger der USA können sich nicht herausreden, sie wüßten nicht, dass ihr Land überall Krieg führt, nur weil alle anderen Staaten die Klappe halten müssen. Was diese "große Nation" im Nahen Osten mit Kriegen angerichtet hat (mit Ausbildung der Taliban und des IS durch die Geheimoperationen der US Dienste), kann man sich im Jemen, Lybien und Syrien ansehen. Nachfolgend die Aussage einer ungewöhnlichen Kunstfigur und das Zitat ist keineswegs heiter gemeint, sondern ernst:
    "Kriege haben noch niemanden groß gemacht."
    (Joda, Jedi-Ritter und Ausbilder von Luke Skywalker aus dem Film Krieg der Sterne).

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