Gefährder in Berlin

Ein Beitrag von Willy Wimmer.

Man hat sich fast daran gewöhnt, in der Berliner Republik angelsächsische Anwaltskanzleien, an die der deutsche Staat outgesourct worden ist, für Regierungshandeln zu halten. Früher, als die deutsche Presse noch nicht aus „journalistischen Netzwerken“ in der Art einer merkwürdigen Quersubventionierung öffentlich-rechtlicher und kommerzieller Medien bestand, hätte man über diesen dramatischen Qualitätsverlust das eine oder andere in den heutigen Inquisitionsmedien erfahren können. Das kann man sich heutzutage „abschminken“, wie der Blick in regierungskonforme Mainstream-Zeitungen jeden Tag deutlich macht.

Das hat sich in der deutschen Bevölkerung kaum herumgesprochen. Zu sehr ist man noch dem Endruck verhaftet, dass man weiter in einem Land lebt, in dem man älter geworden ist. Dabei wäre es hoch an der Zeit, sich mit den „Spin-Doktoren“ zu beschäftigen, deren Hauptaufgabe es nicht nur im Bundeskanzleramt ist, dem Volk etwas um den Bart zu schmieren, damit es überhaupt noch bei der Stange bleibt. Man versucht es mit allen Mitteln, wie die gängige Formulierung vom „Pack“ deutlich macht, mit der sich Vertreter der Staatsspitze dem Volk gegenüber einlassen. Letztes Beispiel ist der Herr Bundespräsident, der sich bei den polnischen Veranstaltungen in Warschau anläßlich des Krieges, der zwischen Deutschland und Polen am 1. September 1939 begann, nicht zu schade war, das Gedenken an alle Opfer des danach von Großbritannien und Frankreich ausgelösten Zweiten Weltkrieges vor den Karren polnischen Staatsverständnisses zu spannen, wie aus dem Text der Rede des deutschen Bundespräsidenten abzulesen ist. Den menschlichen Opfern ist der deutsche Bundespräsident dadurch in keinster Weise gerecht geworden, als er derer nicht gedachte, die aus den Völkern der damaligen Sowjetunion den höchsten Blutzoll entrichten mussten. Soll so in Europa und der Welt Versöhnung über den Gräbern entstehen? In der Vergangenheit hat man das in Polen anders gesehen und der Opfer dieser Völker nicht nur gedacht, sondern deren staatliche Repräsentanten eingeladen. Es ist diese signifikante Verschärfung des Verhaltens anderen Völkern gegenüber, die nichts anderes als einen schalen Geschmack von diesen Veranstaltungen in Warschau übrig lässt.

Ob es nun die tatsächliche Besorgnis des amerikanischen Präsidenten Trump wegen eines gewaltigen Tropensturms gewesen ist, die Reise nach Warschau abzusagen oder politische Klugheit vor weiterem Einvernehmen mit dem russischen Präsidenten Putin, das mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls hat sich Präsident Trump nicht an Dingen und Abläufen beteiligt, deren man sich schämen muss. Vor allem dann, wenn der amerikanische Präsident am 9. Mai 2020 seine Referenz den Opfern aus der ehemaligen Sowjetunion in Moskau entbietet.

Dem deutschen Bundespräsidenten hätte es nicht nur angestanden, diejenigen in Warschau besonders hervorzuheben, denen der bereits in Versailles 1919 geplante weitere europäische Krieg, jede Zukunft genommen hatte. Es wird der Dauermakel an die Anschrift des Herrn Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin sein, „Versailles“ nicht gedacht zu haben. Dort legte blinder Hass gegen Deutschland, Österreich-Ungarn und zahlreiche andere Länder die Lunte für den Zweiten Weltkrieg. Aber nicht nur das. Man muss vor dem Hintergrund angelsächsischen Aufmarsches gegen die heutige Russische Föderation davon ausgehen, dass die angepeilte Vernichtung Deutschlands über zwei Weltkriege lediglich die Blaupause für den dritten europäischen Großkrieg darstellen soll. Von der Hand zu weisen ist das alleine deshalb nicht, weil es die allgemeine Erwartung bei der letzten amerikanischen Präsidentschaftwahl gewesen ist, bei einem Wahlsieg von Frau Clinton die Kanonen in Europa wieder donnern zu hören. Präsident Trump hat ausdrücklich vor der Wahl erklärt, für Frieden einzustehen und dieses Versprechen gegen den größten Widerstand in Washington bis heute einzuhalten. Es hätte dem Herrn Bundespräsidenten bei seiner Rede in Warschau doch einfallen müssen, wie widerlich es ist, wenn sich das offizielle Deutschland an der Staatsspitze so demonstrativ gegen den amerikanischen Präsidenten Trump stellt, wie dies durch die europäische Rädelführerin und deutsche Bundeskanzlerin geschieht. Konsequenzen aus dem Elend des Zweiten Weltkrieges? Absolute Fehlanzeige, weil sich Deutschland auf die Seite der amerikanischen Kräfte geschlagen hat, die einen Krieg gegen Russland oder die Vernichtung, wenn möglich, billigend in Kauf genommen haben.

Gerade nach der Suada des Herrn Bundespräsidenten gegen eine erfolgreiche deutsche politische Partei, stellen sich in diesem Zusammenhang zwei Fragen:
Wird seitens des deutschen Staatsspitze eine Innenpolitik betrieben, die nach dem Bibelwort den „Splitter im Auge des anderen sieht, den Balken im eigenen Auge aber übersieht?“ Wann hat sich die deutsche Politik derart „blitz-radikalisiert“, dass sie wesentliche Teile des verfassungsmäßigen Staatsverständnisses außer Kraft gesetzt hat und zur Bemäntelung dieses Umstandes jene Teile der Bevölkerung übel attakiert, die von ihren legitimen Rechten Gebrauch machen?

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor Jahren darauf verwiesen, mit der deutschen Beteiligung am Krieg gegen Jugoslawien gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben. Bei diesem Krieg ist es nicht geblieben und der Missachtung des Völkerrechtes in der Charta der Vereinten Nationen auch nicht. Jeder kann sich im Grundgesetz, dem Soldatengesetz und dem Starfgesetzbuch davon überzeugen, welche Folgen das hat.

Das stört die obersten Verfassungsorgane nicht im geringsten. Zieht man so Konsequenzen aus dem Zweiten Weltkrieg, dass man heuzutage nach dem Standard des 1. September 1939 andere Länder mit Krieg und Vernichtung überzieht und regierungsseitig zu erkennen gibt, wie wenig einen das Völkerrecht anficht? Nicht anders verhält es sich mit der Unfähigkeit der Bundesregierung, hunderttausende Menschen ins Land gelassen zu haben, die darauf keinerlei Anrecht nach den nationalen und internationalen Regeln haben. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Seehofer spach in diesem Zusammenhang von der „Herrschaft des Unrechts“. Der ehemalige Verteidigungsminister und hoch angesehene Rechtslehrer, Herr Professor Rupert Scholz sprach öffentlich vom „fortdauernden Verfassungsbruch“. Aus dem Umstand, dass derartige Aussagen bei den obersten Verfassungsorganen keine Schnapp-Atmung hervorruft, kann daraus geschlossen werden, dass es sich bei der deutschen Beteiligung an völkerrechtswidrigen Kriegen und dem Bruch der Verfassung in Anbetracht der Migration nach Deutschland um erklärte Regierungs- und Staatspolitik handelt.

Und dann geht der Herr Bundespräsident hin und spricht Millionen Wählern die Legitimation ab. Es ist nicht die Frage danach, ob die Große Koalition bis Weihnachen 2019 kommt. Es ist die Frage danach, ob Deutschland diese Staatsspitze überlebt.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: shutterstock/360b

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11 Kommentare zu: “Gefährder in Berlin

  1. Ich fürchte, dass heutige, westliche Elite-Gruppen – wieder gewisse politische Strömungen in „Kriegskanäle“ leiten und auf einen großen Weltkrieg hinlotsen wollen und dass sie als die heutigen, angeblichen Hauptgegner, China und Russland ausgemacht haben. Wollen sie die EU – und darinnen besonders Deutschland (!!!) dazu bringen, dass hauptsächlich Deutschland mit der EU den Kampf anführt? Es wirkte so, als ich hörte, was die US-amerikanische Nato-Botschafterin Kay Hutchison im Deutschlandfunk vor mehr als einem Jahr sagte: In einem Interview am 8. Juni 2018 sagte sie, sie „wünsche“ dass Deutschland im Falle einer Konfrontation mit Russland die Konfrontation anführe. Kay Hutchinson kennt die deutsche Geschichte und weiß sicherlich auch, dass die meisten Deutschen (73 %, laut einer repräsentativen Umfrage) : „Nie wieder Krieg!“ wollen. Die Moderatorin wies sie auf die deutsche Geschichte hin. Doch Hutchison entschuldigte die Deutschen. Deutschland sehe leider noch nicht, dass es über seine Vergangenheit hinausgewachsen sei und dass es heute „demokratisch“ und ein „Wächter der Demokratie“ sei. Sie glaube, dass sich Europa eine deutsche Führungsrolle wünsche, weil Deutschland so erfolgreich aus seiner dunklen Geschichte herausgekommen sei und die Wiedervereinigung geschafft habe. Es gäbe keinen Grund, warum Deutschland nicht die Führungsrolle in Europa innehaben sollte, aber das bedeute auch, dass man in der Lage sein solle, sich selbst zu verteidigen. Quelle: ttps://www.deutschlandfunk.de/us-nato-botschafterin-kay-hutchison-wir-wuenschen-uns-dass.694.de.html?dram:article_id=419839
    Sputnik hat dieses Interview von Kay Hutchison analysiert und kam zu folgenden beachtenswerten Schlüssen (Quelle: ttps://de.sputniknews.com/kommentare/20180612321129060-leyen-nato-aufruestung/)1. Die Grundhaltung „Kein Krieg!“ habe nichts mit Schuldgefühlen zu tun, sondern sei eine berechtigte Grundhaltung des Menschen. 2. Die US-Botschafterin und auch die anderen Kriegstreiber, die Deutschland eine Führungsrolle zusprechen wollten, täten dies nicht aus Liebe zu Deutschland und den Deutschen, sondern eher aus gegenteiligen Gründen. Ein Krieg gegen Russland unter deutscher Führung würde die Vernichtung Deutschlands bedeuten und die Kriegstreiber wüssten das sehr genau. 3. Es habe im Ersten und Zweiten Weltkrieg auch nichtdeutsche, vor allem angelsächsische Interessen daran gegeben, dass sich Deutschland und die Deutschen im Kampf gegen Russland und die Sowjetunion gegenseitig ausbluteten. Sputnik fragt weiter: Wie sei es in diesem Zusammenhang zu beurteilen: dass Mitglieder der deutschen Regierung wie die Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) deutlich zeigten, dass sie der Forderung nach „Führung“ gern nachkämen, dass deutsche Politiker davon redeten, Deutschland müsse „mehr Verantwortung übernehmen, und „führen“, dass die deutschen Militärausgaben tatsächlich auf die Zwei-Prozent-Höhe hochgeschraubt würden und dass jetzt kontinuierlich aufgerüstet werden solle? Auch mit einer neuen Nato-Kommandozentrale für schnelle Truppentransporte an die russische Grenze im süddeutschen Ulm? Wollten diese deutschen Politiker nach zwei verlorenen Weltkriegen in einem dritten Weltkrieg endlich mal auf der „richtigen Seite“, auf der Seite der „Sieger“ stehen? (Fragt Sputnik zu Recht.) Und tatsächlich: Wolfgang Ischinger sagt in einem älteren Artikel des Tagesspiegels: „Als deutscher Botschafter in den USA habe ich gerne gesagt: In der Geschichte haben wir Deutschen oft auf der falschen Seite gestanden. Nun werden wir immer auf der richtigen Seite stehen.“ Quelle: ttps://www.tagesspiegel.de/politik/wolfgang-ischinger-im-interview-deutschland-macht-nur-dinge-bei-denen-man-nicht-nass-wird/22902048.html

    Ich weiß, dass Wolfgang Ischinger und der ehemalige grüne deutsche Außenminister, Joschka Fischer, in Bezug auf das Thema bedingungslose Bindung an die NATO und an den Westen, einer Meinung sind. Die Berliner Morgenpost hat in einem Artikel über Ischinger vom 10.1.2016 Folgendes über die Verbindung Joschka Fischer – Wolfgang Ischinger geschrieben: „Fischer stimmte, kaum im Amt, zu, dass erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg deutsche Soldaten in einen Kampfeinsatz geschickt wurden. Deutsche Tornados bombardierten Belgrad mit dem Ziel, die serbische Regierung zum Einlenken zu zwingen. Gleichzeitig wurde ihr ein Friedensplan vorgelegt…. Und wohl auch kein Zufall, dass Ischinger als Staatssekretär seine Hände im Spiel hatte. Zudem hatte Fischer den Nicht-Grünen Ischinger befördert und damit zu seinem wichtigsten Mitarbeiter gemacht.“ So wird in der Berliner Morgenpost dieser höchst verhängnisvolle, folgenschwere Schritt dargestellt! Siehe hier: ttps://www.morgenpost.de/berlin/article206904273/Ein-Mann-von-Welt-der-in-Berlin-ein-Zuhause-gefunden-hat.html
    Wieder war Deutschland in eine Falle getappt. Ich bin daher höchst beunruhigt über die Grünen. Ich glaube, dass die Grünen seit dem völkerrechtswidrigen, ordinären Angriffskrieg gegen Jugoslawien im Jahr 1999 leicht für „humanitäre Interventionen“ (also Angriffskriege) gewonnen werden können und dass das von vielen deutschen Wählern, die immer noch glauben, die Grünen seien eine „Friedenspartei“, nicht durchschaut wird – nicht umsonst trägt der „deutsche Michel“ , der Stereotyp des Deutschen, auf Karikaturen immer eine Schlafmütze. Die Deutschen schlafen in Bezug auf die Politik. Sie merken auch nicht, dass viele Bürger in den europäischen EU-Nachbarländern die Deutschen wieder dick haben. Das liegt an der verhängnisvollen Politik der letzten Jahrzehnte – und an einem unvernünftigen, realitätsfernen Idealismus, der zur intoleranten und fanatischen Ideologie geworden ist.

    • Und immer wieder Mackinder: Seine Thesen bestimmen immer noch die Geopolitik der USA:
      Der stellvertretende US-Staatssekretär für Europa und Eurasien, Wess Mitchell, hat am 21. August 2018 vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats Folgendes gesagt : »Im Gegensatz zu den hoffnungsvollen Erwartungen der Vorgängerregierungen haben sich Russland und China in ernsthafte Konkurrenten verwandelt, welche die materiellen und ideologischen Grundlagen errichten, die sie benötigen, um die Vormachtstellung und die Führungsrolle der USA im 21. Jahrhundert infrage zu stellen. Es zählt mit Blick auf die nationale Sicherheit weiterhin zu den wichtigsten Interessen der Vereinigten Staaten zu verhindern, dass die eurasische Landmasse von feindseligen Mächten dominiert wird. Das zentrale Ziel der Außenpolitik dieser Regierung ist es, unsere Nation darauf vorzubereiten, sich dieser Herausforderung zu stellen. Erreicht wird dies durch eine systematische Stärkung der militärischen, wirtschaftlichen und politischen Grundlagen amerikanischer Macht.« ttps://kopp-report.de/us-staatssekretaer-enthuellt-gruende-fuer-kampagnen-gegen-russland/

      Ich fürchte, dass das „Containment“ Russlands und Deutschlands immer noch eine Option dieser speziellen angloamerikanischen – heute „globalistischen“ Kreise ist.

      Sie wollen aber nicht selbst kämpfen – sondern sie „lassen“ kämpfen.

      Wieder ist es Dirk Bavendamm in „Roosevelts Weg zum Krieg“, der auf S. 231 die traditionelle Vorgehensweise der Angelsachsen im lapidaren Satz beschrieb:

      „Chamberlains Appeasement-Politik war die englische Form von Realpolitik in diesem Jahrhundert, unideologisch, trickreich und nüchtern. Sie entsprach der englischen Staatsvernunft, die eher fremde Mächte für sich kämpfen ließ, als sich selbst in unwägbare Risiken zu begeben.“

      Fremde Mächte für sich kämpfen lassen! Und wie verhält sich der deutsche Bundespräsident Steinmeier dazu? Wie ist seine Haltung? Würde er uns, wenn es hart auf hart käme, vor lauter Treue zu den angelsächsisch gesteuerten Globalisten, ans Messer liefern und für angloamerikanische Interessen kämpfen und sterben lassen? Die Interessen, die Mackinder darlegte, sind nicht deutsche Interessen. Als Deutsche haben wir das Interesse, mit den Mächten in Eurasien friedliche gute Nachbarschaft zu pflegen und friedlich kulturellen Austausch und Handel zu treiben. Vertritt Steinmeier dieses Interesse? Oder – wenn er fremde Interessen verträte – wie müsste man sein Vertreten dieser fremden Interessen dann nennen?

    • Man könnte auch die Frage stellen: Während britische Eliten im "Zweiten Dreißigjährigen Krieg" (1914-1939) Länder gegeneinander auspielten – versuchen die maßgeblichen Globalisten in der angloamerikanischen Welt heute, ganze Kontinente gegeneinander auszuspielen? EU-Europa gegen Asien?

  2. Hier einige Hintergrund-Informationen mit Quellenangaben:
    Zunächst einmal:
    Sir Halford Mackinder, der Pate der Geopolitik, lieferte die strategischen Ideen, nach denen sich die Geopolitik der Angelsachsen und Angloamerikaner im Verlauf des 20. Jahrhunderts orientierte: Er stellte 1904 anlässlich einer Rede vor der Royal Geographic Society in London eines der einflussreichsten Dokumente der globalen Außenpolitik vor. Er hielt eine Rede mit dem Titel »The Geographical Pivot of History«. Mackinder teilte die Welt in zwei zentrale geografische Machtblöcke auf: Seemacht und Landmacht. Auf der einen Seite standen die Seemächte Großbritannien, USA, Kanada, Südafrika, Australien und Japan, welche die Weltmeere und die Handelsströme beherrschten. Sie könnten von Landmächten nicht bedroht werden, solange die zentrale Landmasse in „Eurasien“ miteinander uneins sei. Sollte aber Russland »über die marginalen Staaten Eurasiens hinweg expandieren«, würde das »ungeheure kontinentale Ressourcen zum Flottenbau gestatten«. Mackinder: »Das Weltimperium wäre damit in Sicht.« Dies könne auch geschehen, wenn sich Deutschland mit Russland zusammentäte. Halford Mackinders Karriere wurde von Alfred Milner finanziert, der ja das Rhodes-Vermögen verwaltete. (Quelle: „June 16 – The Shadow of 1916 on Britain’s Momentous EU Decision: In, Out or Something Else?“: ab ca. 39:02: ttps://www.youtube.com/watch?v=1yqD3CmiU9c )

    Dass Mackinder nach wie vor aktuell ist, hat George Friedman von Stratfor im Feb. 2015 in Chicago vor amerikanischen Eliten bewiesen, indem er sagte: „Das Hauptinteresse der USA, für das wir immer wieder Kriege geführt haben – im Ersten und Zweiten Weltkrieg und auch im Kalten Krieg -, waren die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland. Weil vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse besteht darin, sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt.“ Und er sagte sogar noch Brisanteres: Friedman: „Ich empfehle eine Technik, die von Präsident Reagan eingesetzt wurde gegen Iran und Irak: Er unterstützte beide Kriegsparteien! Dann haben sie gegeneinander und nicht gegen uns gekämpft. Das war zynisch und amoralisch. Aber es funktionierte…“ – Zitatende. Hier Quelle: ttp://www.cashkurs.com/kategorie/meldungen/beitrag/us-denkfabrik-stratfor-vorbehalte-gegen-deutsch-russische-kooperation/

    Friedman sagte also wörtlich, dass die USA immer wieder Kriege geführt haben – den Ersten, den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg, um zu verhindern, dass Russland und Deutschland zusammenkommen.

    Da kann man die Frage stellen: Haben sie, die Eliten der USA – gemeinsam mit ihren Lehrern, den britischen Eliten – es dann auch in die Hand genommen, die Entwicklung in Deutschland und Russland – wenn nicht direkt zu steuern, so zumindest die dort bestehenden, politischen Strömungen in „Kanäle“ zu leiten – etwa in auseinanderstrebende „Kanäle“, von denen ein „Kanal“ in die Gegenrichtung des anderen fließt – er also die Antithese des anderen bildet, damit sie miteinander unvereinbare Kanäle werden, die nicht zusammenfließen und somit den angelsächsischen Zielen nach Weltdominanz nicht bedrohlich werden können? Haben deshalb angelsächsische Agenten revolutionäre Bewegungen in Deutschland und Russland mit Wort und Tat (Finanzmitteln, Waffenlieferungen an die Sowjetunion) gefördert? Ja, es gibt Belege dafür – und zwar schon ab 1917/18: War es nicht George D. Herron, der Kurt Eisner in einer Depesche veranlasste, Deutschlands Kriegsschuld zu bekennen? Und hat Eisner dafür dann nicht Dokumente der bayrischen Gesandtschaft veröffentlicht, die aber an entscheidenden Stellen so gekürzt waren, dass sie Fälschungen durch Auslassungen wurden und mit ihnen dann die angebliche Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des Ersten Weltkriegs „bewiesen“ wurde, obwohl die ausgelassenen Stellen eindeutig darauf hinwiesen, dass Deutschland keinen großen europäischen Krieg wollte? Die Taten Eisners und anderer deutscher „Pazifisten“, wie Richard Grelling, der in seinem Pamphlet „J’accuse – von einem Deutschen“ ebenfalls die deutsche Alleinschuld postulierte, haben sicherlich dazu beigetragen, dass ein Großteil der Welt die Härten des Versailler Vertrags gegenüber Deutschland als irgendwie gerechtfertigt ansah.
    Doch die USA und Großbritannien haben Deutschland dann schon während der Weimarer Republik und darüber hinaus wieder „aufbauen“ geholfen – mit ihren Krediten – und nun waren amerikanische Geschäftsleute auch in deutschen Firmen drin. Vor allem haben sie geholfen, es zu remilitarisieren – damit es dann wiederum umso gravierender vernichtet werden könnte: Dawes Plan, Young Plan, Darlehen aus den USA an Vereinigte Stahlwerke AG, AEG und IG Farben, Förderung der NSDAP. Quelle: ttps://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/04/30/von-der-wegbereitung-des-nationalsozialismus-durch-britisch-amerikanische-finanzkreise/ und : Guido Giacomo Preparata: Wer Hitler mächtig machte.

    • Doch die „Hilfe“ aus den USA war nicht nur wirtschaftlich und mit „Ratschlägen“, wie der von G. D. Herron, sondern auch gesellschaftlich – und zwar für eine ganz besonders verhängnisvolle Person: Adolf Hitler! Der Deutsch-Amerikaner Ernst Franz Sedgwick Hanfstaengl war weltmännisch, hatte perfekte Manieren, spielte gut Klavier und kannte die „feinen Leute“ in München – und er war amerikanischer Agent. Hanfstaengl hat Hitler im November 1922 kennengelernt und war angeblich von Anfang an von ihm fasziniert gewesen. Wirklich fasziniert? Wo Hanfstaengl doch eine Havard-Ausbildung hatte und Ex-Präsident Theodore Roosevelt kannte, einen Deutschenfresser schon während des Ersten Weltkriegs? Außerdem kannte er noch den Sohn von Churchill und Franklin Delano Roosevelt. Das sind ein bisschen zu viele hochrangige Bekannte aus der angelsächsischen Welt für einen gewöhnlichen Havard-Absolventen und Kunstliebhaber. Der russische Historiker Nikolay Starikov schreibt, Hanfstaengel sei von Anfang an ein Agent der USA gewesen, der Hitler gewissermaßen helfen sollte, an die Macht zu kommen. So schreibt Starikov in „Wer hat Hitler gezwungen, Stalin anzugreifen“ auf S. 94: „Ernst Hanfstaengel, amerikanischer Geheimagent, hat nicht aus Herzensgründen, sondern im Auftrage seiner Regierung Adolf Hitler wahrlich unschätzbare Hilfe geleistet.“ Er führte Hitler in Münchner Künstler- u. Literatur-Kreise ein und half Hitler, neue Kontakte zu knüpfen. Er veranlasste ihn auch, sich besser zu kleiden (Hitler trug immer Lederhosen). Im März 1923 (galoppierende Inflation in Deutschland!!!) gab er ihm ein Darlehen von 1000 Dollar, wofür die Nazis eine Druckmaschine kaufen konnten, damit der „Völkische Beobachter“ künftig viel öfters erscheinen konnte. Hanfstaengl, in Kriegszeiten während des Zweiten Weltkriegs dann längst wieder in die USA abgehauen, wurde dann ein wichtiger Informant für Franklin Delano Roosevelt, den US-Präsidenten.

    • Nun zur weiteren finanziellen Hilfe für Hitler: Auf S. 167 in Antony Suttons „America’s Secret Establishment – An Introduction to the Order of Skull & Bones“ befindet sich die schwer lesbare Kopie des ECHTEN geheimen Berichts vom 4. September 1945, verfasst von Fritz Thyssen. Dieser Bericht schlüpfte durch die US-Zensur, weil das Büro der Geheimdienststelle nichts von der Verbindung zwischen Fritz Thyssen und der Union Banking Corporation in New York wusste. Dokumente, die die Wall Street mit Hitler verbanden, wurden nämlich sonst aus den US-Kontrollrats-Aufzeichnungen entfernt, wie Sutton schreibt. Dieser Geheimbericht von Thyssen über seine Bank für Handel und Schiff (No. EF/Me/1 vom 4. September 1945), Titel: „Finanzielle Unterstützung für die Nazi-Partei“ liefert den Nachweis, dass der Hauptstrom der Gelder für Hitler von Fritz Thyssen und seiner Bank für Handel und Schiff kam, die davor „von Heydt’s Bank“ hieß. Diese Information deckt sich mit Beweisen in Antony Suttons: „Wall Street und der Aufstieg Hitlers“.
      Doch was steht in dem geheimen Bericht, über dem „RESTRICTED“ steht:
      G. Finanzielle Unterstützung für die Nazi Partei
      Fritz Thyssen schreibt darin, dass seine erste Verbindung zur Nazi-Partei durch General Ludendorff entstand… Ludendorff bat Thyssen um finanzielle Hilfe. Thyssen stimmte zu, wollte aber der Partei das Geld nicht direkt geben, sondern über Ludendorff und Letzterer gab es der NSDAP. 1923 stellte Ludendorff ihn Hitler vor. 1930 oder 1931, so erinnerte sich Thyssen, fragte ihn EMIL KIRDORF, ob er aus dem Ausland Kredite für die NSDAP bekommen könnte. KIRDORF sandte HESS zu Thyssen; HESS war zuerst zu Kirdorf gegangen und berichtete dass er das Braune Haus in München erworben hätte und es nicht bezahlen könnte, und KIRDORF sagte, er könne ihm nicht helfen, aber dass er Thyssen fragen solle. Thyssen sagte HESS zunächst, dass er seinen Wünschen nicht entsprechen könne, aber, um seinen guten Willen zu zeigen und weil Kirdorf ihn zu ihm gesandt habe, würde er ihm einen Kredit über eine holländische Bank in Rotterdam verschaffen, die Bank für Handel und Schiff ( auf holländ: Bank voor Handel en Scheepvaart N.V., die mit der Union Banking Corporation in New York verbunden war).
      Thyssen beschaffte den Kredit, indem er einen Brief schrieb, in dem er veranlasste, dass, wenn die Bank HESS einen Kredit gäbe, er ihn in drei Jahren zu gleichen Raten zurückzahlen würde. … Er sagte, er wählte eine holländische Bank, weil er in seiner Position nicht wollte, dass deutsche Banken da mitmischten und weil er dachte, dass es besser sei, mit einer holländischen Bank Geschäfte zu machen und er dachte er würde die Nazis etwas mehr in der Hand haben. Hitler behauptete (so sagte Thyssen), dass niemand ihm jemals helfe. [!!! Er war also zu dieser Zeit, 1930, NICHT beliebt!!!]
      Der Kredit war etwa 250000-300000 Reichsmark – dieselbe Summe, die er davor gegeben hatte (wann? etwa 1923??)…
      Diese holländische „Bank voor Handel en Scheepvaart N.V.“ kontrollierte die Union Banking Corporation in New York!! Und Sutton schreibt auf S. 169: „The Union Banking Corporation of New York City was a joint Thyssen-Harriman operation with the following directors in 1932“ : E. Roland Harriman, Mitglied bei Skull & Bones seit 1917, war Vize-Präsident von W.A. Harriman & Co., New York , H.J. Kouwenhoven, ein Nazi-Banker, war Managing Partner der August Thyssen Bank und Bank voor Handel Scheepvaart N.V. (die Transfer-Bank für Thyssens Fonds,
      Knight Woolley, Mitglied bei Skull &Bones seit 1917, war Geschäftsführer des Guaranty Trust, New York und Geschäftsführer der Federal Reserve Bank of N.Y. Ellery Sedgewick James, Mitglied bei Skull & Bones, war Gesellschafter bei Brown Brothers & Co., New York seit 1917 und Prescott Sheldon Bush, Partner Brown Brothers, Harriman, Mitglied bei Skull & Bones seit 1917 und Großvater vom verhängnisvollen George W. Bush!

      Doch die USA und Großbritannien haben nicht nur Deutschland wieder aufbauen geholfen, sondern sie haben auch die Sowjetunion aufbauen geholfen: Es war der britische Geheimdienst MI6, der befahl, Trotzki, der 1916 in Kanada festgesetzt worden war, wieder freizusetzen und weiterreisen zu lassen. Trotzki war in Bezug auf die Revolution der Mann fürs Praktische. Quelle: Terry Boardman: “Britain’s Responsibility in 1914…” : ttps://www.youtube.com/watch?v=k1yJ0zID_xw ab: 1:07:03

      Zudem: Die Sowjetunion wurde mit Hilfe der Wall Street aufgebaut, v. allem der Skull&Bones-Mitglieder W. A. Harriman und einigen seiner Skull&Bones- Bundesbrüder mit Hilfe des Guaranty-Trust, eines Tochter-Unternehmens der GP Morgan Bank. Quelle: Antony C. Sutton: “America’s Secret Establishment – An Introduction to the Order of Skull & Bones”, Kapitel: “How the Order creates War and Revolution” und Guido Giacomo Preparata: ttp://www.larsschall.com/2012/08/05/die-ublichen-geschafte-hinter-dem-gemetzel/
      Letzteren Link lege ich den Lesern ganz besonders ans Herz! Also: die Skull & Boner haben sowohl den Nazis als auch den Sowjets geholfen.

      Wir haben hier also das Phänomen, dass mächtige Briten und Amerikaner, die im Bankwesen und in Geheimgesellschaften (z. B. Skull & Bones und Freimaurergruppen) organisiert waren, zwei politische „Kanäle“ bauten, in die zwei Strömungen, die einander antithetisch gegenüberstanden, hineingeleitet wurden: die ultrarechten Nazis in Deutschland und die ultralinken Bolschewiken in Russland. Nachdem diese beiden politischen Systeme installiert waren, galt es, sie gegeneinander zu hetzen – und wieder spielten angelsächsische und angloamerikanische Eliten dabei eine entscheidende Rolle: Die britischen Eliten hatten das gleiche Ziel: Krieg zwischen Deutschland und Russland, um beide empfindlich zu schwächen, verfuhren dabei aber dreigleisig : Eine Gruppe war „Appeaser“ – das war der Round Table-Kreis um Philip Kerr/Lord Lothian, Chamberlain und Halifax – eine Gruppe war Hardliner (um Churchill) und eine dritte Gruppe tat so, als ob sie Deutschland wohlgesonnen sei, weil man Deutschland als „Bollwerk“ gegen den Bolschewismus brauche – eben jenes Bolschewismus, den der Anglo-Amerikanismus aufbauen geholfen hat, siehe oben. Quelle: ttps://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/05/15/das-britische-schachspiel-die-instrumentalisierung-hitlers-fur-die-westliche-kriegs-strategie/ und : Guido Giacomo Preparata: Wer Hitler mächtig machte.

      Interessant: Lloyd George hat 1936 Hitler besucht. Quelle: ttps://www.youtube.com/watch?v=c9QLJa1vmDI
      Und das Skull & Bones-Mitglied Henry Luce, mächtiger Pressemann in den USA, war Gründer von vielgelesenen Zeitschriften, wie „Time“ und „Fortune“. Und das Time Magazin hat 1938 Hitler zum Man of the Year gekürt: Hier sieht man, wenn man auf Minute 1:27 vorrückt, einen sitzenden Hitler auf der Frontseite der „Time“ sitzen: ttps://www.youtube.com/watch?v=PeRi4kUsmJw

    • Doch es gab auch einen mächtigen Freimaurer in den USA, der schon ab 1933 gegen Hitler war und spätestens ab 1937 alles tat, um die „freie, demokratische“ Welt in einen großen Krieg gegen die diktatorischen Achsenmächte zu treiben: Das Mitglied in der Holland Lodge Nr. 8 in New York: Franklin Delano Roosevelt – 32. US-Präsident!
      Dirk Bavendamm hat dazu minutiös Unterlagen durchforscht und seine Erkenntnisse in „Roosevelts Weg zum Krieg. Amerikanische Politik 1914-1939“ niedergelegt. Erschienen ist das Buch schon 1983 in München, doch Bavendamm hat ein ähnliches Schicksal wie Sutton erlebt: Er wurde vom Mainstream gemieden und totgeschwiegen.
      Dirk Bavendamm: Roosevelts Weg um Krieg. Amerikanische Politik 1914-1939:
      S. 109:
      „Obwohl die amerikanische Zeitschrift „Foreign Affairs“ noch 1939 feststellte,
      „irgendeine Invasion unseres Landes durch Gewalt … ist für die vorhesehbare Zukunft unmöglich“,
      hatte Roosevelts Analyse schon 1933 ergeben, daß die größeren Risiken für die eine Welt von Deutschland ausgingen. Anti-deutsche Ressentiments aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und eine tiefsitzende Abscheu vor dem Antisemitismus Hitlers kamen hier zusammen. Bereits 1935 war Roosevelt fest davon überzeugt, daß der nächste Weltkrieg zuerst in Europa, nicht in Ostasien ausbrechen würde. 1937 hielt er den Krieg gegen Deutschland für unvermeidlich,..“

      und auf S. 160:
      „Wegen ihrer [der USA] unübersehbaren Militanz und wegen ihrer „riesigen Luftwaffe“, an der die Vereinigten Staaten seit November 1938 für einen Überseekrieg bauten, konnte man diese Verteidigungskonzeption kaum von einer groß angelegten Kriegsplanung unterscheiden.
      Alle europäischen Staaten hatten daher Anlaß, das wachsende US-Engagement mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Dieses „Kriegs-Theater“ hatte für die globale Kriegsplanung der Vereinigten Staaten schon lange vor Kriegsausbruch eine hervorragende Bedeutung. Letztlich aber diente die amerikanische „Germany first“-Strategie einem ganz anderen Ziel, nämlich der Niederlage Japans. Es sollte durch die Vernichtung seiner europäischen Achsenpartner zum Rückzug aus den Weiten Ost-und Südostasiens auf seine eigenen Inseln gezwungen werden.
      Sicher stand hinter dieser Vorstellung von einem eurasischen Doppelsieg die Vision einer friedlichen Welt. Aber sie war mit dem bewußt einkalkulierten Risiko eines Weltkrieges behaftet. Dieser Weltkrieg bedrohte in erster Linie nicht das damals noch unverwundbare Amerika zwischen den beiden Weltmeeren. Er bedrohte die europäischen Mächte mit dem Untergang, nicht nur Deutschland und Italien, sondern auch England und Frankreich und die dazu gehörigen Kolonialreiche, Einflußzonen und Machtkomplexe. Und wenn man die Welt nach 1945 betrachtet, dann fragt man sich, ob nicht auch dieses Ergebnis von vornherein mit einkalkuliert war, weniger als Nebenfolge denn vielmehr als Hauptziel des letzten Krieges, der vielleicht nicht der letzte war
      „Sollte Krieg ausbrechen, werden wir anfangs wahrscheinlich nicht an ihm teilnehmen. Aber wir werden ihn beenden.“
      Diesen denkwürdigen Satz sprach US-Botschafter Bullit im Februar 1939…“ Ende Zitate aus Bavendamm.

      Übrigens: Harry S. Truman, der 33. US-Präsident, ist am 24. Juni 1941 in der New York Times – damals war er noch Senator für den Bundesstaat Missouri – folgendermaßen zitiert worden: „Wenn wir sehen, dass Deutschland gewinnt, sollten wir Russland helfen, und wenn Russland gewinnt, sollten wir Deutschland helfen und sie auf diese Weise so viele wie möglich einander totschlagen lassen.“ Quelle: Rede von Thorsten Schulte, Aussage ab Min. 4:55 ttps://www.youtube.com/watch?v=dR4Jk0oA890
      Schulte bringt da ein Foto der Zeitung!
      Der Hitler- Widerständler Eugen Gerstenmeier machte in der FAZ folgende Aussage: „Was wir im deutschen Widerstand während des ganzen Krieges nicht wirklich begreifen wollten, haben wir nachträglich vollends gelernt: Daß dieser Krieg schließlich eben nicht nur gegen Hitler, sondern gegen Deutschland geführt wurde.“ Er fügt hinzu, dass das Scheitern aller Verständigungsversuche, aus dem deutschen Widerstand, auch derjenigen von Moltkes „deshalb kein Zufall“ war. „Es war ein Verhängnis, dem wir vor und nach dem Attentat machtlos gegenüberstanden.“ Quelle: bezieht sich auf einen Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. März 1975, S. 11: Politische Bücher: „Ein Charakter von großer Selbständigkeit – eine Biographie Helmuth James von Moltkes“; siehe auch Thorsten Schultes Rede, oben.

    • Das war lang …
      Trotzdem: Danke!
      Wenn ich mich zurückerinnere, was mir in den 80ern in der Schule gelehrt wurde über WWI und WWII … das könnte gegensätzlicher nicht sein – und muss nun gestehen, dass es mich zunehmend "verstört".
      Und ich dachte, dass die Zerstörung meines Weltbildes seit 09-2001 "abgeschlossen" sei?!?

  3. Steinmeier ist kein Versöhner, sondern Spalter.
    Damit ist er eine klassische Fehlbesetzung als Bundespräsident.
    Das deutete sich bereits beim Fall Kurnaz an und setzt sich hier folgerichtig fort.
    h ttps://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/anwalt-bernhard-docke-steinmeier-wollte-kurnaz-nicht-aus-guantanamo-holen-14872950.html

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