Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen

Von Bernhard Trautvetter.

Von Ende März 2017 bis zum 7. Juli 2017 laufen auf Basis des UNO-Vollversammlungsbeschlusses vom 24.12.2016 in New York Verhandlungen zum völkerrechtlichen Verbot von Atomwaffen. Ein Vertrag zur internationalen Ächtung soll eine für die Menschheit vielleicht überlebensentscheidende Lücke im Völkerrecht schließen: Biologische und chemische Waffen sind verboten: Endlich sollen nukleare militärische Potentiale ebenfalls verboten werden. 113 Staaten beschlossen die Resolution „Towards a nuclear-weapon-free world: accelerating the implementation of nuclear disarmament commitments”.

Die meisten Atommächte, Nato-Staaten, darunter Deutschland stimmten dagegen. Deutschland verwies auf Verhandlungsprozesse zum Atomwaffensperrvertrag: „Die Kritiker argumentieren, Verhandlungen über die atomare Abrüstung sollten in dem bereits bestehenden Rahmen der Gespräche über den Atomwaffensperrvertrag stattfinden. Diese Position hatte auch Deutschland in einer Arbeitsgruppe zu dem Vertragswerk eingenommen.“ [dw.com, 28.10.2016] Deutschland bricht genau diesen Vertrag allerdings schon seit Beginn der nuklearen Teilhabe im Nato-Kontext:  Es „(…) erfolgte im Vorfeld der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages ein (…) sehr trickreicher Schritt: Ohne, dass dies den meisten anderen Vertragsunterzeichnern bei ihrer Unterschrift klar gewesen wäre, erklärten die NATO-Staaten die Praxis der technisch nuklearen Teilhabe für auch künftig legal: Atomare Trägersysteme nicht-nuklearer Staaten dürften im Kriegsfall genutzt werden, um US-Atomwaffen zum Einsatz zu bringen. Im Kriegsfall gelte der neue Vertrag nicht mehr.“ [Ottfried Nassauer in http://www.bits.de/public/articles/nvv-05.htm#fn11 ]

Die Scheinheiligkeit der Nuklearstrategen ist ein brandgefährliches Spiel für die Zivilisation, das angesichts der Zerfallserscheinungen internationaler Politikstrukturen und angesichts der Weiterentwicklung der Militärtechnik unverantwortlich ist. Wenn den Krisenmanagern in einer Situation aus Kommunikationsdefiziten, Fehleinschätzungen, Zeitdruck und Überforderung die Nerven durchgehen, dann kann das nukleare Inferno seinen Lauf nehmen. Deshalb hat das Berichtsblatt der Atomwissenschaftler die Uhr zur Warnung vor einem Atomkrieg (Doomsday Watch) auf 11:57:30 (zweieinhalb vor zwölf) vorgestellt.

Zu den Hintergründen gehört die Weiterentwicklung der Nuklearpotentiale der Nato im Allgemeinen und der USA im Besonderen. Auf dem Chicago-Gipfel 2012 beschloss man die verharmlosenderweise ‚Modernisierung‘ genannte Weiterentwicklung der nuklearen Arsenale der USA, die in der Folge auch anderen Nato-Staaten Beteiligungs-Aufwendungen aufbürdet, so hat Deutschland u.a. 120 Mio. € für den Ausbau des Nuklear-Fliegerhorstes Büchel bei Koblenz zugesagt [zdf, frontal 21, 22.09.2016].

Insgesamt geht der Nuklear-Rüstungskonzern Lockheed Martin derzeit von 1510 Mrd. $ kosten für dieses Vorhaben aus: http://www.defencetalk.com/lockheed-martin-statement-on-2011-f-35-selected-acquisition-report-sar-41345/

Einmal abgesehen davon, dass die Menschheit diese finanzielle, Arbeitskraft- und materiellen Ressourcen dringendst zur Überwindung der Zukunftsgefährdungen, des Welthungers, der sozialen Not braucht, wird hier ganz gezielt in das Damoklesschwert eines nuklearen Infernos für die Menschheit investiert. Die „Modernisierung“ ist die Weiterentwicklung der ‚Fallbombe‘ b 61 zum miniaturisierten und dadurch ‚einsatzfreundlicheren‘ nuklearen Lenkprojektil:

„Die B61-12 wäre die erste Nuklearbombe, die mit einem derartigen Steuerungssystem ausgestattet wird. Sie soll von einer „dummen Eisenbombe“ zu einer möglichst präzisen Lenkwaffe werden. Ihr künftiger militärischer Einsatzwert würde dadurch deutlich steigen.“ [Otfried Nassauer und Gerhard Pipe, bits, August 2012]

„Mit den neuen Bomben verwischen die Grenzen zwischen taktischen und strategischen Atomwaffen“, kritisiert Hans Kristensen vom Nuclear Information Projects (Atomic Scientists, Washington D.C./USA). [Frontal 21, s.o.!]

„Ab 2019 sollen (…) die runderneuerten B61-12-Bomben hergestellt werden. (…) Neben den zehn bis 20 in der Eifel gelagerten B61-Bomben sind in Europa rund 160 weitere der Sprengköpfe stationiert.“ [Spiegel 03.11.2013]

Die Friedensbewegung drängt auf die Ächtung der Nuklearpotentiale und auf die atomare Abrüstung: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/tandem/swr2-tandem-rakete-junge-leute-im-gespraech-katharina-mueller-und-marvin-mendyka-engagieren-sich-in-der-friedenskooperative/-/id=8986864/did=18872632/nid=8986864/105b40g/index.html

Unter anderem in Büchel, aber auch in Ramstein, Kalkar/Essen sowie bundesweit zu den Ostermärschen finden dieses Jahr viele Aktionen für den Stopp der nuklearen Aufrüstung, den Abzug der B 61 und für die Ächtung und das Verbot nuklearer Potentiale, statt.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

28 Kommentare zu: “Gegen die atomare Bedrohung gemeinsam vorgehen

  1. Mehr als 1000 Atomwaffen haben die USA im Kalten Krieg gezündet. Bei diesen Tests lief immer eine Kamera mit. Jahrelang unterlagen diese Aufnahmen strenger Geheimhaltung. Doch jetzt veröffentlichten die US-Behörden 750 der brisanten Filmbänder.

    Es war die Waffe, mit der die USA 1945 den Zweiten Weltkrieg beendete. Als über Hiroshima die Atombombe explodierte und mindestens 100’000 Menschen auf der Stelle tot waren, hielt die Welt den Atem an. Das atomare Zeitalter hatte begonnen.

    Nukleare Tests wurden daraufhin am Laufmeter gemacht und hunderte Atomtests durchgeführt. Entweder auf abgelegenen Inseln und in Wüstengebieten wie im US-Bundesstaat Nevada. Selbst unter Wasser, in der Hochatmosphäre und im Weltraum seien Kernwaffen-Experimente erfolgt. Zwischen 1945 und 1962 fanden 210 oberirdische Atomtests statt, so die offiziellen Angaben.

    Nukleare Tests – die geheimen Atompilze der USA Festgehalten wurden die Versuche stets mit einer Filmkamera. Für 750 Videos wird nun die Geheimsperre aufgehoben.

    Einige dieser freigegebenen Filme veröffentlichte das Forschungszentrum jetzt auf Youtube. Die Experten wirken im Rahmen des nationalen Verteidigungsprogrammes an der Planung und Entwicklung von Kernwaffen mit. Nach mehr als 55 Jahren kann jetzt die Öffentlichkeit erstmals die Atomwaffentests aus der Zeit des Kalten Krieges sehen.

    • @ Bernhard Trautvetter

      Auch bei den Historikern ist es eine Minderheit, die das „Unaussprechliche“ aussprechen.
      „Die Verhinderung des Atomkrieges steht seit dem Ende des Kalten Krieges…“
      Ja, und „Hiroshima und Nagasaki haben den Krieg beendet“. Ende des Kalten Krieges. Neuer kalter Krieg. Immer und immer wieder die selben Phrasen, bis selbst Historikern nichts selbst Gedachtes einfällt.
      Horoshima und Nagasaki haben den Krieg nicht beendet, sie haben den Atomkrieg begonnen! Das Undenkbare ist mit Nagasaki und Hiroshima Wirklichkeit geworden, auch wenn es unaussprechbar sein soll, das Unaussprechbare durch ständig wiederholte Phrasen ersetzt wird. Und von Listen von Atomtests „der mächtigsten Bombe der Welt“.

  2. Hier ist etwas, was beachtet werden sollte und was zu diesem Thema gehört:
    https://www.youtube.com/watch?v=DsyXg8b9R9g
    Das Ehepaar Reusing strengt eine Verfassungsklage an. Sie sind zwei, die das Grundgesetz noch hochhalten! Sie haben sich, als Laien, so hervorragend in die Juristik eingearbeitet, dass man nur staunen kann. Sie machen in Deutschland eine Verfassungsklage gegen den Bundeswehr-Einsatz in Syrien – sie geben nicht auf, obwohl ihre letzten Verfassungsklagen schon abgewiesen worden ist… Sie beobachten auch, dass die Grundrechte abgebaut werden. Sie beobachten das Zeitgeschehen sehr genau und warnen davor, dass seit Ende Januar wieder eine Flugverbotszone über Syrien diskutiert wird … und nach 90 Tagen könnte sie relevant werden und damit die Gefahr eines Weltkriegs. Die Syrien-Krise ist also noch nicht überwunden. Also: Wer Zeit hat, sollte sich dieses Video unbedingt ganz anschauen –
    es ist frappierend, wieviel Details, Paragraphen, Gesetze und Daten sich Volker Reusing merken kann.
    Und noch etwas: Sie haben auch erfolgreich gegen den Lissabon-Vertrag geklagt – und sie fanden damals Gehör beim Richter Di Fabio – mehr darüber in dem oben verlinkten youtube-Video.
    Solch engagierte Leute wie das Ehepaar Reusing sollte von den alternativen Medien breit unterstützt werden.
    Viele Grüße
    Angelika Eberl

    • Danke für den Hinweis.

      Habe gestern den Beitrag kurz angefangen zu sehen, dem aber keine weitere Bedeutung zugemessen. So kann man sich täuschen. Läuft gerade bei mir und ich muss sagen, Herr Reusing steckt wirklich so tief und mutig in der Materie, das nötigt Respekt ab.

      Herzliche Dank dafür
      andi

  3. Verzeiht mir… aber ich muss lachen beim Lesen…

    Ist hier wirklich auch nur ein einziger so naiv anzunehmen, wenn es dieses lächerliche Blatt Papier mit all den Unterschriften die ihr nur wollt gibt, das wird auch nur EIN EINZIGES Land davon abhalten Atombomben abzuwerfen, wenn es meint dies sei zu seinem Vorteil?

    DAS ist die Realität über die eine Diskussion nötig wäre.
    Nicht dieses Kindergarten Gut-Menschentum…

    • Ich freue mich auf jeden ernsthaften Beitrag zu dieser nicht erst seit Anders‘ Beitrag zur Apokalypseblindheit sehr wichtigen Diskussion über unsete Absicht erfolgreicher Aufklärung und Mobilisierung. Zynismus oder herabwürdigende Abqualifizoerungen sehe ich aös weniger geeignet an.

    • Aha… also zu mehr als Phrasen a al „erfolgreicher Aufklärung und Mobilisierung.“ geht nicht mehr?

      VIelleicht wäre es ja sinnvoll mal ERNSTHAFT die Frage zu stellen, warum all diese Dinge seit Jahrzehnten keinerlei Wirkung zeigen?

      Und wenn sie schon meinen schwafeln zu müssen, dass “ Zynismus oder herabwürdigende Abqualifizierungen“ weniger geeignet seien, könnten sie dann irgendeinen Grund anführen der das auch nur im Ansatz belegt?

      Reicht es ihnen wirklich, wenn der gutgläubige KIndergarten ihnen zustimmt? HÖren sie einfach mal zu wie Ken das in my myself and media macht… der berichtet einfach Fakten und keine Ammenmärchen wie die Welt doch sein könnte.
      Sie erinnern mich an Jack NIcholson in „Mars Attacks“ als der genau solche Reden wie sie führte und das kleine Grüne Männchen zu Tränen rührte… für ungefähr 5 Sekunden.

    • Lieber TDVolland, ich kann gut verstehen, dass man in dieser Zeit und Welt verbittert und verhärtet. Ich habe Ihnen schon einmal hier https://kenfm.de/staerkung-der-friedensbewegung-peils-flugschrift/ etwas zum Begriff „Gutmensch“ geantwortet. Das brauchen wir nicht zu wiederholen, nur vielleicht noch dazu zusätzlich dieser Link: http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=49
      Ihre Frage >könnten sie … irgendeinen Grund anführen der das auch nur im Ansatz belegt?<
      veranlasst mich, Ihnen hier erst einmal diesen Link zur Kenntnis zu geben: http://www.belfercenter.org/sites/default/files/legacy/files/IS3301_pp007-044_Stephan_Chenoweth.pdf
      Ich werde zu erfolgreichem nicht-kooperativem zivilem gewaltfreiem Widerstand/Protest einmal einen Text schreiben. Dazu haben Sie mich angeregt. Ich danke Ihnen dafür herzlich. Wer in der Öffentlichkeit Position bezieht, muss damit rechnen, in der Weise, wie Sie das tun, herabgewürdigt zu werden. Da stehen wir sicher drüber. Wolf Biermann, der leider auch zu solchen personalisierenden Vorwürfen neigt, hat in seinen frühen Jahren einmal gesungen: "Oh lass Dich nicht verhärten in dieser harten Zeit; die allzu harten stechen und brechen ab sogleich." Das will ich nicht. Kinder, die unverbogen die geraden klaren Frage stellen, fühle ich mich nahe. Jack Nickolsen steht für mich mit seiner Kritik deshalb hilflos da, weil er sie personalisiert und nicht gegen das S<ystem richtet.

    • „Ich werde zu erfolgreichem nicht-kooperativem zivilem gewaltfreiem Widerstand/Protest einmal einen Text schreiben.“

      Aber dann bitte nicht vergessen, wir, bzw SIE, sprechen hier von atomarer Bewaffnung…

  4. SCHNITT STELLE
    An der Weg Gabelung
    von Leben
    und
    Ruhe in Frieden
    ganz tief für immer.
    An der Schnittstelle
    frage ich,
    ob wir diesem Horizont
    inmitten der kalten Nacht
    so nahe gekommen sind,
    weil der Tunnelblick
    auf Gewinn, Macht und neue Technik
    vernebelt vom bunten Blitzgewitter
    auf den Mattscheiben im Display
    die Gefahr nicht wahrhaben will.
    Soll die Blindheit
    aus mangelndem Mut,
    der Gefahr
    von Angsicht zu Angesicht
    ins Auge zu sehen
    die Ehrfurcht vor dem Leben
    weiter in Schach halten?
    Die Liebe?
    Es ist an der Zeit,
    Nein zu sagen
    zum Nein gegen das Überleben
    im Angesicht des Geschäfts mit dem Tod.
    Die sich über legen
    fühlen,
    weil sie ihr Herz
    nicht mehr spüren,
    soll ihr System
    das letzte Kapitel schließen,
    nur weil sie noch
    Mittel dafür in der Hand haben,
    nicht nur
    Atome zu teilen
    zu herrschen,
    bis sie mit ihrem Latein
    am Ende
    den roten Knopf
    ein für alle Mal
    und dann nur noch das Nichts?
    Solange ich liebe
    ist meine Antwort
    dazu mein Nein
    als Ja
    beseelt von
    der Kraft,
    für die ich lebe

  5. Wenn man die Analogie vom Besitz der Atombombe als Abschreckung nehmen möchten, dann ist diese mit dem Besitz von Handfeuerwaffen besser geeignet. Gehen wir damit mal in die USA. Hat sich der Abschreckungsfaktor des Besitzes der Mordwaffen gegenüber Aggressoren sowie Einbrechern dientlich gemacht, dass der Einsatz dieser Waffen nie stattgefunden hat? Oder sind mögliche Resultate wie Unfälle bei Nutzung durch Neugier von Kindern oder aus Affekte bei Differenzen doch eher eingetreten als der gewünschte Abschreckungseffekt?

  6. Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht, es ist absurd das wir Menschen solche Dinge erschaffen.

    Und doch glaube ich das keine Atommacht angegriffen wird!
    Ich bin auch der Ansicht, dass uns russische Atomraketen vor einem konventionellen innereuropäischen Krieg schützen.

    Weil – Atombomben bringen den Krieg nach Hause und das ist ein schlechtes Geschäft – daher.

    • Wenn man einfach nüchtern die Logikkette sowie den Sinn eines erschaffenen Werkes untersucht, dann glaubt man nicht mehr, sondern man weiss es.
      Beispiel: Der Sinn und die Logik eines Kunstwerkes, Gemälde besteht darin einem zu auf Dauer zu erfreuen und sogar zu inspirieren, daher möchte man es so lange wie möglich erhalten.
      Das kann man aber nicht auf eine Atombombe übertragen, weil der Sinn sowie Logik dieser Waffe einfach darin besteht erstmal eingesetzt zu werden und zweitens größt mögliche Zerstörung anzurichten.
      Der Aberglaube ist, dass man diese Waffe als Abschreckung auf Dauer erhalten möchte.
      Das mal zur Sinn und Logik.

      Nun zum Potenzial eines Werkes. Das Potenzial eines Kunstwerkes ist die Inspiration für weitere Kunstwerke.
      Das Potenzial der Atombombe ist die Vernichtung allen Lebens.
      Verbindet man diese Logik mit den Aussagen aus Murphys gesetzt, heißt das ganz einfach, sobald die Existenz eines Potenziales vorliegt, werden alle möglichen Resultate des Potenzial auch immer eintreffen. Im Umkehrschluss bedeutet das, existiert dieses Potenzial nicht, werden die Resultate auch nie eintreffen; logisch.

      Es besteht halt ein Unterschied zwischen Glauben und Wissen.

    • @ Son Snow

      Vielleicht ist der Overkill die theoretische Kriegs-Grenze. So wie die Lichtgeschwindigkeit oder Null Kelvin physikalische Grenzen darstellen.
      So “vermute“ ich, ist der atomare Overkill ein Endpunkt innerhalb der Kriegslogik – da spielt für mich aber sicherlich auch ein Quäntchen Hoffnung mit hinein, dass dem wirklich so ist.

    • Die Konstanten Lichtgeschwindigkeit sowie Kelvin sind richtig erfasst, jedoch haben Sie Krieg fehlerhaft definiert.
      Krieg ist weder naturwissenschaftlich (nicht logisch) noch eine Konstante. Krieg ist purer hirngespinst menschlicher Aberglaube, daher hat er auch keine fest definierten Grenzen. Somit unterliegt die Atombombe als Komponente des Krieges dem selben Schema.
      Und Hoffnung in Anbetracht der Existenz von Atombomben ist ein Luxus den keiner leisten kann.

    • @ Son Snow

      Auch menschliches Verhalten unterliegt einer bestimmten Gesetzmäßigkeit
      die man vielleicht aus der Evolutionstheorie heraus ableiten könnte. Das Problem ist natürlich, da wir ein Teil dessen selber sind – was wir da untersuchen – so ist natürlich alle Objektivität dahin.

      Selbst die Sprache scheint dafür unbrauchbar – denn was ist “Natürlich“ oder diesem Sinne Logisch? – wenn nicht das, was von selbst geschieht. Wobei wir für unser Verhalten, den Begriff des „Natürlichen Verhaltens“, schon nicht mehr verwenden mögen.

      Ich lehne Kriege genauso Grundsätzlich ab wie Sie!
      Nur hilft es nicht bei der Beschreibung der offensichtlichen Mechanismen weiter. Im Schach lässt nur das Patt beide Parteien überleben, es ist vielleicht die einfachste Analogie die wir dazu finden können.

      Sie sagten:
      …..“Das kann man aber nicht auf eine Atombombe übertragen, weil der Sinn sowie Logik dieser Waffe einfach darin besteht erstmal eingesetzt zu werden „…
      Und genau das geschieht ja nicht! – diese Waffe ist absurderweise aktiv nur solange sie nicht! gezündet wird.

    • Wenn wir jetzt die ganzen Vorfälle bzgl. der Atomwaffen betrachten, kann ich Ihnen nur sagen, dass alle möglichen Resultat von Störungen, Unfällen beim Transport dieser Waffen bis zur Fehleinschätzungen der jeweils gegenüber drohenen Parteien die mehrfach beinahe zum Einsatz kamen, dann stimmt doch Murphys Aussagen. Somit bleibt nur noch ein Resultat offen, nämlich der Einsatz der Bombe und somit die gegenseitige Vernichtung. Und dieses Resultat wird auf jeden Fall eintreffen, da die anderen mögliche Resultate auch eintrafen. Nehmen wir doch den Vergleich der Atomkraftwerke Tschernobyl und Fukushima, die Möglichkeit durch menschliche Fehler sowie durch Naturkatastrophen die zum Supergau führen können, waren eingetreten.
      Hierbei spielt die Wahrscheinlichkeitslogik lediglich die hemmende Rolle, aber somit ist es doch völlig logisch, dass mit zunehmender Zahl des vorhandenen Potenzials die Wahrscheinlichkeit doch zunimmt.

      Dass man ein logisches Spiel wie Schach in Analogie mit dem unlogischen Krieg stellt, ist völlig absurd, weil mit einer logischen stimmigen Formel (1+1 = 2) einem unlogischen Formel (2 + 2 = 5) die somit fehlerhaft ist, zu verbinden, da kann nur wenig sinnvolles herauskommen.

    • Bernard Neelen,

      glücklicherweise ist die Evolutionstheorie des bekennenden Rassisten Charles Darwin immer noch nur ein Theorie, mit vermutlich dem gleichen Anspruch der Wissenschaftlichkeit, wie dieses bei den Thesen von Madison Grant und Lothrop Stoddard der Fall ist:

      Die Abstammung des Menschen (Charles Darwin, aus dem Vorwort)

      Für Darwin ist der „Kampf ums Dasein“ zwischen einzelnen Arten, Rassen und Stämmen ein entscheidender Motor der Veränderung bei tierischen Organismen wie beim Menschen. Auch „das Aussterben ist hauptsächlich die Folge der Konkurrenz eines Stammes mit dem anderen und einer Rasse mit der anderen“. In menschlichen Bevölkerungen arbeitet – wie wir gesehen hatten – nach Darwins Vorstellungen die „natürliche Auslese“ der Ausbreitung „sittlich höher stehender“ Individuen und Bevölkerungsgruppen eher entgegen. In erschreckend „rassistischer“ Weise beschreibt er diesen Mechanismus noch einmal nach den Worten eines Autors namens Greg für Groß-Britannien:

      http://www.zeit-wen.de/documents/Charles%20Darwin%20-%20Die%20Abstammung%20des%20Menschen.pdf

      Zur „Bombe,“ diese hat wohl bisher, wie sie anmerken, einen weiteren Weltkrieg verhindert und es ist nicht zwingend daß diese eingesetzt wird und dennoch gibt es blinden Fanatismus und Automatismen die hier auch eine Rolle spielen.

    • Sie und alle anderen die der Ansicht sind, dass das mögliche Resultat des Besitzes der Atomwaffe welche die Pattsituation von Konfliktparteien schafft, haben insofern Recht, weil diese auch gegeben ist und werden auch mit jeden Tag Recht haben solange die Bombe halt nicht hochgeht.
      Was ich versuche darzustellen ist, dass man sich im Klaren darüber sein muss, dass alle Resultate die möglich sind auch dementsprechen eintreffen. Ihr mögliches Resultat trifft bis jetzt immer zu, heißt aber noch lange nicht, dass das andere Resultat nie eintreffen wird.
      Daher bin ich der Meinung, um dieses Dilemma zu lösen, soll man das Potenzial dazu gar nicht existieren lassen und dieses restlos vernichten.

    • „Was ich versuche darzustellen ist, dass man sich im Klaren darüber sein muss, dass alle Resultate die möglich sind auch dementsprechen eintreffen. Ihr mögliches Resultat trifft bis jetzt immer zu, heißt aber noch lange nicht, dass das andere Resultat nie eintreffen wird.“

      Nein, das war nicht immer so – und schon überhaupt bisher (über ungefähr 10.000 Jahre) nicht. Was gedacht wird, weil es gedacht und ausgesprochen werden kann auf Grund der Wirklichkeit, die meist gegen das „allgemein Gedachte“ bereits längst da ist, ist auf eine bestimmte Weise bereits vorhanden – und doch nur eine der vielen Möglichkeiten der Kontingenz der jeweiligen Bruchzeit, wenn eine Erklärung die andere ablöst, eine Epoche der nächsten folgt..
      Das Potential, welches beschrieben ist, nimmt seinerseits in Anspruch für „alle“ (mit Blut und noch mehr Blut) das allgemein-gültige „Richtige“ zu tun. Damit hat es sich bereits desavouiert, weil es das Allgemeine der gegenwärtigen Perversion für/gegen diese in Anspruch zu nehmen versucht – mit dem immer Nämlichen lässt sich das Nämliche eben nicht bekämpfen.

    • @ Petra bitte verstellen Sie sich nicht, wir sind hier nicht in einer literarischen Diskussion. Menschen die verklausuliert Argumentieren sind entweder im Rechtswesen unterwegs oder verbergen durch die völlig überzogene Nutzung stilistischer Sprache ihre Unfägigkeit einen Sachverhalt zu vermitteln.

      Die Analogie von Atomwaffen mit den Gebrauch von Handfeuerwaffen habe ich in einem anderen Kommentar versuch darzustellen.
      Wenn Sie die Statistiken der möglichen Resultate in der Nutzung von Handfeuerwaffen vergleichen, dann sollten Sie festellen können, dass die gewünschte „Nichtanwendenmüssen der Waffe“ durch den Abschreckungsfaktor eher bescheiden ist.
      Das sollte doch zur logischen Überlegung führen, dass die bloße Existenz einer Handfeuerwaffe bzw. Waffen generell alle erdenklichen Resultate hervorrufen, nicht nur die gewünschte Nichtanwendung. Dann sollte man auch einsehen, dass diese Resultate auch alle eintreffen. Es ist nur die Betrachtung der Wahrscheinlichkeit wie oft die Resultate eintreffen und nicht das ein Resultat eine Wahrscheinlichkeit von Null hat.

    • @ Petra
      @ Sun_Snow

      “ …was gedacht wird, weil es gedacht und ausgesprochen werden kann…“ ist bereits vorhanden, ist bereits Wirklichkeit (Hiroshima, Nagasaki). Gedacht-ausgesprochen-verwirklicht. Potential entfaltet seine Dynamik über Denken -Sprechen-Wirklichmachen. Atombombe oder Stricknadel! Das „Unaussprechbare“ kommt über Sprache, Denken, Wirklichkeit in die Welt.

      Meine Ansicht ist, daß die beiden Atombomben den Krieg nicht beendet haben, Friedensverträge wurden im Osten und im Westen bis heute nicht geschlossen! Wenn das Unaussprechliche in der Welt ist, aber nicht ausgesprochen werden kann oder darf, dann sind Wort und Wirklichkeit vom Denken „entfesselt“.

      Das Nämliche läßt sich nicht mit dem Nämlichen bekämpfen.
      Das Potential läßt sich nicht mit „Vernichten“ und „nicht existieren lassen“ bekämpfen, die Atombombe nicht mit der Atombombe.
      Feuer kann mit Feuer bekämpft werden. Aber das Unaussprechliche kann nicht durch das Unaussprechliche bekämpft werden. Es kann nur bekämpft werden mit anderer Sprache, anderem Denken und anderer Wirklichkeit.

    • @ Tony Hill Mit „restlos vernichten“ war übertrieben sowie unglücklich ausgedrückt. Man kann nichts vernichten was schon immer da ist, wie Information oder Energie.
      Das Wissen für den Bau der Atomwaffen ist nunmal vorhanden und lässt sich nicht vernichten. Was wir jetzt lediglich machen können, ist zu versuchen durch Aufklärung und Angebot von Alternativen Energieerzeugung dieses Wissen in Vergessenheit zu drängen. Alle anderen Methoden von Bekämpfung bis zum Verbot, bewirkt nur das Gegenteil des Gewünschten.

      Kurz ausgedrückt, wenn einmal das Unheil aus der Büchse der Pandora gelassen wurde, kann es nie wieder eingefangen werden, jedoch in Vergessenheit gedrängt werden.

      Was ich meine, Wissen kann man nicht vernichten nur verlieren, also in Vergessenheit geraten.

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