Gegen die nukleare Bedrohung gemeinsam vorgehen

Die NATO-Militärstrategie bedroht das Überleben der Menschheit.

von Bernhard Trautvetter.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg bereitet mit einer Propaganda-Geschichte den Boden für einen erneuten Versuch der USA, landgestützte, nukleare Mittelstreckensysteme in Europa zu lancieren.

Als umgekehrt die Sowjetunion 1962 versuchte, den USA in Kuba solche Systeme unmittelbar vor ihrer Haustür aufzustellen, ging die Reaktion der USA so weit, den Atomkrieg zu riskieren. Er blieb der Menschheit nur aufgrund des Mutes des Kapitäns der Roten Armee Alexandrovich Arkhipov erspart, weil er damals (gegen die Vorschrift) den Atomkrieg nicht auslöste, obwohl sein nuklear bestücktes U-Boot durch die US-Navy mit Unterwasser-Torpedos angegriffen wurde – was nach Vorschriftenlage den Gegenschlag mit den Nuklearsystemen an Bord nach sich hätte ziehen müssen.

Hätte Herr Arkhipov anders entschieden, dann würde sich wohl heute kein Mensch mehr irgend einen Gedanken über was auch immer machen.

Heute hat die NATO bereits in Rumänien sogenannte Raketenabwehrsysteme stehen, die nach dem renommierten schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI leicht und schnell in offensive Systeme umgewandelt werden können. Polen ist das zweite europäische Land in dem die NATO solche Potentiale nahe der russischen Westgrenze aufstellt, es grenzt sogar direkt an Russland.

Die rigorose Eskalationspolitik des Westens gegen Russland führt auf russischer Seite logischerweise zu Gegenreaktionen – zur Sicherung der eigenen Unverletzlichkeit. Dazu sagte der letzte Präsident der Sowjetunion, ohne den es die Aufnahme der DDR in die Bundesrepublik nicht gegeben hätte, im November 2014 dem heute-journal: „Die Welt steht am Rande eines neuen Kalten Krieges. Einige sagen, er hat bereits begonnen, sagte Gorbatschow. Der Westen und insbesondere die USA hätten ihre Versprechen nach der Wende von 1989 nicht eingehalten. Stattdessen habe man sich zum Sieger des Kalten Krieges erklärt. Den Politikern im Westen seien Euphorie und Triumphalismus zu Kopfe gestiegen. Sie hätten (…) das Monopol auf Führung in der Welt erhoben.“ (1)

In der Situation wiederholt NATO-Generalsekretär Stoltenberg den Fehler der NATO aus den 1980er Jahren und bringt einen von ihm so dargestellten sog. Nachrüstungszwang für die NATO in die Debatte, sollte Russland an seinen Systemen unter der Bezeichnung „SSC 8 festhalten“.  Vor fast vierzig Jahren versuchte die NATO die Menschen mit Lüge für ihr Vorgehen zu gewinnen, die darauf fußte, dass sie nur auf östlicher Seite Europas Atomraketen zählte und die Systeme von NATO-Staaten in Westeuropa ausblendete. Diese durchsichtige Lüge war einer der Gründe für den Protest, weil viele das gefährliche Spiel mit dem Feuer durchschauten. Dieses gefährliche Spiel spitzte sich in der Strategie zu, die damals der US-Militärstratege Colin S Gray „Sieg ist möglich“ (Victory is possible) propagierte.(2) Er meinte, die USA könnten einen Atomkrieg als Sieger überleben.

Heute weist die Lage Ähnlichkeiten auf: Die NATO wirft dem Osten einen Bruch des INF-Vertrages zum Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen vor, weil sie russische Marschflugkörper als definitiv sicheren Bruch des INF-Vertrages kennzeichnet, aber über ihre Rüstung schweigt, die Russland als Bedrohung wahrnehmen muss. Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI erklärte angemessenerweise am 15.6.2018, dass die Eigenschaften der russischen Raketen keinesfalls die Vorwürfe der NATO rechtfertigen. Im Gegenteil: Was Russland im Bereich atomarer Rüstung unternehme, das könne aus den Eigenschaften der Raketenabwehrsysteme der NATO erklärt werden, da diese für Rumänien und Polen geplanten Potentiale sehr schnell und leicht in Angriffssysteme umgewandelt werden können. (3)

Die NATO spielt hier erneut mit dem nuklearen Inferno in Europa und ruft, gegen Russland gerichtet „Haltet den Dieb!“, um erstens von ihrer bisherigen Vorgehensweise abzulenken und zweitens eine öffentlichkeitswirksame Geschichte zu lancieren, die es ihr leichter machen soll, diesmal ohne nennenswerten Widerstand, weiter nuklear zu rüsten.

Eine solche militärische Lage würde den Atomkrieg aus Versehen auf unverantwortliche Weise wahrscheinlich machen: Es gäbe keine Vorwarnzeit mehr, um einen eventuellen Fehlalarm der gegnerischen Seite zu überprüfen.

Im Resultat steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein präventiver Gegenschlag erfolgt, wenn die Radarschirme einen Angriff indizieren. Die NATO spielt mit dem dritten Weltkrieg, der der letzte wäre.

Schon im Februar will die NATO auf ihrem Verteidigungsministertreffen über diese Frage beraten. Die Zeit drängt: da „die USA theoretisch bereits Anfang Februar ihrerseits mit dem Bau neuer atomarer Mittelstreckensysteme beginnen“ können. (4)

Im April wird dieses Militärbündnis 70 Jahre alt. Die Kräfte des Friedens sind gefordert, alles in ihrer Macht stehende zu unternehmen, den Wahnsinn zu beenden. Dies muss die Priorität demokratischen Handelns werden, denn ohne den Frieden ist alles nichts.

Das System gegen das Leben wird nur dann zugunsten eines Systems kollektiver Sicherheit aufgelöst, wenn wir den Protest nachhaltig und konsequent breit aufstellen.

Wir leben im gefährlichsten Jahrzehnt der Geschichte.

Diese Erkenntnis muss und darf nicht lähmen. Sie kann und muss die Kräfte des Friedens auf den Plan rufen, angefangen beim Appell „Abrüsten statt aufrüsten“ (5), bis zu Widerstand in Büchel, Kalkar, Ramstein, Dülmen, Berlin, …

Quellen:

(1) https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-11/nato-osterweiterung-gorbatschow

(2) https://www.rubikon.news/artikel/der-weltuntergangs-plan

(3) https://www.sipri.org/commentary/topical-backgrounder/2018/russian-and-us-policies-inf-treaty-endanger-arms-control

(4) https://www.rundschau-online.de/politik/nato-staaten-droht-debatte-ueber-atomare-nachruestung-31824738

(5) https://abruesten.jetzt/

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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18 Kommentare zu: “Gegen die nukleare Bedrohung gemeinsam vorgehen

  1. für mich ist besonders erschreckend, dass die gesamte Nato-Strategie europäische Sicherheitsinteressen nicht berücksichtigt, deutsche schon gar nicht. Eine militärische Auseinandersetzung Nato gegen Russland führt unweigerlich zur Zerstörung Europas. Weshalb sollten die Westeuropäer sich an einem solchen Spielchen beteiligen? Um Washington vor dem Einmarsch der Russen zu schützen? Dann müssten unsere Leopard Panzerarmeen ja am Potomac stationiert werden, denn hier gäbe es nichts mehr zu verteidigen, oder oh Entschuldigung!!! ich habe mich geirrt, sie sind natürlich doch besser an der russischen Grenze stationiert. Da können unsere Jungs ja in der „zweiten Schlacht am Kursker Bogen“ überleben, während wir hier verstrahlen. Die spinnen doch die Stoltenbergs, Röttgens und sind von der Leine.

    • Deshalb ist für mich die erste Forderung: Raus aus der NATO.
      Bleibt die wichtige Frage, was dann?
      Eine Sicherheitspolitik wird es geben müssen…
      Die EU-Armee?
      So richtig will mir das nicht schmecken, aber es könnte ein Weg sein, die USA loszuwerden.

    • wie sollten wir aus der Nato rauskommen? Abgesehen davon, dass die Mehrheit der Deutschen immer noch in der Angst lebt, dass „die Russen kommen“, ist ein Deutschland außerhalb des Natobündnisses für die Amis genauso inakzeptabel wie für die Russen die Krim in der Ukraine.
      die EU-Armee wäre nur als Übergang zur Neutralität als Übergangslösung denkbar, aber das würden unsere europäischen Freunde bald merken und nicht mitmachen.
      Es gäbe nur ein paar kleine vorsichtige Schritte: Geheimdiplomatie ala Bismarck. Aber wie macht man das in einer Demokratie. Da müsste eine Kanzlerin das große Vertrauen der Bevölkerung haben

    • Gemäß Art. 13 die Kümdigung nach Wahington schicken. Wäre in jedem Fall ein Anfang.

      Etwas erfolgversprechende dürfte sein, zuerst eine europäische Armee aufzubauen, denn wird die NATO obsolet im hiesigen Sinne des Wortes, überflüssig und nicht veraltet (obsolete), wie Trump im Wahlkampf meinte. Oder war es nach der Wahl?

    • …. ich bin überzeugt davon, dass dann Deutschland an der Seite Kubas, Venezuelas, Russlands und des Iran durch Sanktionen der USA und ihrer „Freunde“ erpresst würde.

    • Artikel 13. Nach zwanzigjähriger Gültigkeitsdauer des Vertrages kann jeder vertragschließende Staat aus dem Verhältnis ausscheiden, und zwar ein Jahr nach Erklärung seiner Kündigung gegenüber der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika, die den Regierungen der anderen vertragschließenden Staaten die Niederlegung jeder Kündigungserklärung mitteilen wird.

    • Sehr gut, es ist immer von Vorteil, sich den Vertrag, den man abschließt, genau durchzulesen. Dann sind die USA ja in jedem Fall die ersten, die auf die Kündigung angemessen reagieren können.

    • Im Endeffelt ist es natürlich nur eine Formalie, wem ein Schreiben zugestellt wird.
      Mit der Kündigung würde ja der Postbote nicht wie Kai aus der Kiste auftauchen.
      Auch wenn mit Grenzöffnung und Migrationspakt die politische Kultur Richtung Gutsherrenmentalität gedreht wurde, so dürften ein solcher Vorgang, wenn er sich abzeichnet, lange vorher schon hohe Wellen schlagen.

      Warum aber nicht kündigen?

      Trump tönt doch, dass die USA die Rolle des Weltpolizisten nicht mehr spielen, also bezahlen kann.

      Eine bessere Einladung kann es nicht geben. Helfen wir ihm da rauszukommen.

      Das Zeitfenster ist geöffnet. Fordern wir, dass die USA sich nicht mehr um Europa kümmern müssen. Wir machen das künftig selbst.

    • Die hier eingebrachte ‚Lösung‘ durch eine EU-Armee macht deutlich, weshalb ich immer wieder davor warne, die Forderungen auf einen Nato-Austritt zu fokussieren. Das kann dazu führen, dass wir lebensbedrohliche Entwicklungen durch den Militarismus in Deutschland und un Europa übersehen. Ich habe dazu u.a. vor zwei Monaten einen Text bei Rubikon veröffentlicht: „Der Griff nach der Bombe“
      Und vor einem halben Jahr habe ich dazu hier auf KENFM eine Warnung veröffentlicht die diese Überschrift trägt:
      „Die deutsche Regierung forciert den Weg zu einer Europäischen Verteidigungsunion“
      Wir brauchen einen Ausstieg aus dem Einfluss des Militärisch-Industriellen Komplexes. Forderungen, die uns in die Nähe von (Ultra)Nationalisten bringen, die Kritik auf die Ablehnung des Einflusses v.a. der USA auf Deutschland beschränken, lenken von den viel grundsätzlicheren Gefahren ab. Und wer die Fragen an den realen Fakten vorbei auf einen bestimmten Aspekt reduziert, nützt jenen, die das auch tun. Das ist hochgefährlich. Nach dem dritten Krieg wäre Europa unbewohnbar.

  2. Wolfgang Jung kommentiert zu maßgeblichen Kreisen des Jahres 2018 enttäuscht:
    Wichtige Weichensteller der Friedensbewegung legen bisher allenfalls Lippenbekenntnisse zu dem wichtigen Vorhaben ab, die Kündigung der Truppenstationierungsvertrages und die Erhaltung des INF-Vertrages zur zentralen Forderungen der deutschen Friedensbewegung zu machen. Für die Umsetzung dieses Vorhabens tun sie eher wenig bis gar nichts.
    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_19/LP00119_020119.pdf
    was sagt Bernhard dazu?

    • Ich setze mich nicht nur hier dafür ein, dass die Forderung öffentlichen Druck entfaltet, dass die Militärbündnisse wie Nato, Pesco und EII (die beiden letztgenannten sind Paktbündnisse im EU-Kontext) zugunsten Friedensordnung abzulösen sind, es geht dabei um eine Stärkung allumfassend- kollektiver Sicherheitssysteme wie der UNO und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die niemanden ausschließen, gegen niemanden gerichtet sind, sondern Foren der Regulation von Interessen darstellen, die auch die Sicherheitsinteressen aller Seiten berücksichtigen. Da bin ich ganz bei Wolfgang. Ein reiner Nato-Austritt würde die Gefahren, die vom deutschen Militarismus ausgehen, ebenso außer Acht lassen, wie das, was gerade auf EU-Ebene in Sachen Militarisierung läuft.

  3. Die Kapital- und Rüstungsmaschine ist heute das leidbringende Problem in der Welt.

    Die Maschinerie hat sich in einer Art und Weise verselbständigt, dass sie das Verbrauchende Element sind und von den Lebenskräften von Mensch und Natur lebt und ständig gefüttert werden muss. Irrsiniger Weise wird der Mensch als Verbraucher angesehen und nicht als schöpfende Kraft. Der Mensch kann erfinden, endecken, forschen, körperlich tätig sein, mitfühlen, verstehen, begreifen, reflektieren, erinnern und und und … all das wird versteuert und finanziert auf unterschiedlichen Umwegen lebenszerstörende Rüstungsgeschäfte und Kapitalmärkte. Die Wirtschaft macht sich einer unproduktiven abstrakten Kapitalökonomie abhängig, anstatt geschewisterlich sich den Bedürfnissen des Menschen und Natur anzupassen.

    Der Mensch wird zum Opfer, weil er bewussteinsmäßig davon ausgeht, dass er die Kapital- und Rüstungsmaschinerie benötigt um eine Chance des Überlebens zu haben, bevor andere ihm das Leben streitig machen. Dieser Druck verursacht gerade bei „Schwachen Menschen/Politiker/Staaten …“ eine Anpassung an den vermeindlich Stärkeren. Die Deutungsmaschine sprich: Medienwelt, Erziehung und Bildung etc. leistet gute Arbeit für die Aufrecherhaltung der Systemfunktion, notfalls gegen sich selbst gerichtet (-> falsche Opferidologie bis hin das der Mensch nur als Träger/Nährboden einer höheren Mikroben-Existenz dient). Der Mensch als individuelle Einheit wird in sehr geschickter Weise auf allen Ebenen aufgehoben. Individualität wird mit Egoismus gleichgesetzt. Einordnen, unterordnen, anpassen, funktionieren bis hin zum Gleichschritt. Die individuelle Freiheit wird aufgegeben, weil der Mensch als Fehlkonstruktion gesehen wird und nicht als Schöpfungskraft in der das Herz, die Liebe eine Hauptrolle spielt.

    Das Rechtssystem verliert immer mehr den Grundsatz der „Gleichheit“, sondern richtet sich dem Prinzip des vermeindlich Nützlichen. Dadurch wird Tür und Tor geöffnet, das Kapital- und Versicherungsgesellschaften das Rechtssystem in einem riesigen Maße bestimmt wird. Die Rechtsprechung findet immer mehr im Verborgenen statt und die Beteiligung der Bevölkerung wird als hinderlich angesehen.

    Die unabhängige Strukturfrage, wie eine Gesellschaft fuktionieren kann, wird nicht gestellt. Stattdessen gibt es gutbezahlte Experten-Sklaven, die uns die Welt erklärt.

  4. Die Aufrüstung ist eine Folge davon, dass Banken in Zeiten der Finanzkrise immer mehr gezwungen zu sein scheinen, dass sie in Rüstung investieren.

    Es ist in Wirklichkeit nicht so sehr das Problem, dass Russland allein wegen der Aufrüstung des Westens ebenfalls mehr Aufrüstung benötigt, sondern dass es dort ebenfalls eine Rothschild-Zentralbank gibt.

    Der Rüstungswettlauf kann nur mit einer grundlegenden Reform des weltweiten Geld- und Bankwesens beendet werden.

    Hier gibt es jedoch das Problem, dass die weltweite Wirtschaft nicht von heute auf morgen auf ein völlig anderes System umgestellt werden kann. Zudem würde die bisherige Wirtschaft nicht mehr funktionieren, wenn man damit anfangen würde das System umzustellen.

    Allerdings wird der Zusammenbruch des Systems so oder so kommen.

  5. Sehr geehrter Herr Bernhard Trautvetter,

    bitte recherchieren Sie noch einmal nach, welches Land mit der Stationierung der Mittelstreckensysteme zu Zeiten des kalten Krieges als erstes begonnen hat. Soweit ich durch die Vorträge von Dr. Daniele Ganser informiert bin, waren es die Amerikaner, die in der Türkei diese als erstes stationiert haben.

    • Lieber Mario
      Das mit der Türkei stimmt. Die Kuba-Krise endete mit dem Abzug sowj. Raketen aus Kuba und dem Abzug atomarer US-Systeme aus der Türkei. Kennedy setzte durch, dass über die (Vereinbarung zu den) US-Raketen keine Infos bekannt gegeben wurden. Die Sowjetunion ließ das zu, damit der Konflikt de-eskaliert werden konnte.

    • Was mir seit ein paar Jahren übelst aufstößt ist, daß die NATO Verbände an der russischen Grenze nach den Übungen eben nicht wieder verringert werden. Daher habe ich nicht wirklich Hoffnung für eine Vermeidung eines Krieges. Die USA sind natürlich (der führende) Teil der NATO. Ich kann aber nicht begreifen, warum die Europäer eine direkte Provokation von Russland durch die USA auf ihrem Kontinent dulden. Ich spreche nicht von der Legitimation, das die USA hier Übungen durchführen kann, sondern von einer gescheiterten europäischen Friedenspolitik. NATO Übungen auf dem eurasischen Kontinent ohne die Amerikaner würden zumindest nicht das Trauma des kalten Krieges beleben…

    • Die Gefahr ist in der Tat so groß, dass das Bulletin der kritischen Nuklearwissenschaftler die Doomsday-Clock (=Weltuntergangsuhr) auf zwei vor zwölf vorgestellt hat – wegen der Spannungen und der immer weiter voranschreitenden Nuklearrüstung, zu der der US-Militär Cartright sagt, dass die neuen US-Systeme anwendungsfreundlicher seien. (Guardian, 10.11.2015)
      Daraus erwächst der Friedensbewegung eine Verantwortung, die ihre Einheit und Mobilisierungsmotivation … herausfordert, wie vielleicht nie zuvor.

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