Gewissenlose Eliten hetzen Europa und Russland in einen Krieg | Von Wolfgang Effenberger

Ein Standpunkt von Wolfgang Effenberger.

Eine gewissenlose “Elite” aus NATO-Strategen und global agierenden Finanz- und Wirtschaftsoligarchen ist dabei, Europa und Russland in einen Krieg zu hetzen. Seit dem Zerfall der Sowjetunion hat sich die NATO entgegen den Absprachen immer weiter in Richtung Russland ausgedehnt. Höhepunkt dieser Ausdehnung war 2014 der Putsch in der Ukraine, der nachweislich von den USA mit fünf Milliarden Dollar eingefädelt wurde. Die überwiegend russisch sprechenden Bewohner der Krim wehrten sich in einem Referendum gegen das Vorhaben der neuen prowestlichen ukrainischen Regierung, ukrainisch als Amtssprache einzuführen, und stimmten mehrheitlich für den Beitritt zur russischen Föderation. Dadurch wurde eine NATO-Marinebasis auf der Krim verhindert.

Anfang Januar 2017 landete in Bremerhaven eine ganze US-Panzerbrigade an, die an die NATO-Ostflanke nach Polen und Litauen verlegt wurde. Von diesem größten Aufmarsch seit Ende des kalten Krieges nahmen damals weder die Medien noch die Friedensbewegung Notiz. Seither haben Manöverumfang und -dichte der NATO in der Region ständig zugenommen. Seit 2020 wird nun eine ganze Panzerdivision in Bremerhaven ausgeladen und auf dem Landweg nach Polen oder dem Baltikum verlegt.

Allumfassende Kriegsvorbereitungen

Im März 2021 begann das Großmanöver “Defender Europe 21”; es wird mit vielen Einzelmanövern bis Juni andauern. Hauptübungsziel ist die schnelle Verlegung von Soldaten und Material aus den USA per Schiff nach Europa und dann über den Landmarsch Richtung Russland. Damit der Landmarsch auch für schwere Kettenfahrzeuge problemlos erfolgen kann, hat die EU 2017 die Organisation “Ständige Strukturierte Zusammenarbeit” (englisch “Permanent Structured Cooperation”, kurz PESCO) geschaffen. Sie soll sicherstellen, dass die Infrastruktur für die Verbesserung der militärischen Mobilität in Europa optimiert wird. Medienberichten zufolge will sich das NATO-Land Türkei in der EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik einbringen.

Mitte Mai soll Ankara beim niederländischen Verteidigungsministerium um die Teilnahme an einem milliardenschweren Projekt zur Verbesserung der militärischen Mobilität im Rahmen der “Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit” gebeten haben. Die Niederlande koordinieren das Projekt, dessen Ziel die Verbesserung von Truppen- und Materialtransporten in Europa ist (1).

Zur gleichen Zeit schlossen sich in Kiew drei ehemalige Sowjetrepubliken mit dem Ziel einer gemeinsamen Aufnahme in die EU zusammen. Am 17. Mai 2021 twitterte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba zufrieden: „Die Ukraine, Georgien und Moldawien sind nun offiziell das Assoziierte Trio. Heute schließen wir uns auf unserem Weg zur europäischen Integration in diesem in Kiew geschaffenen neuen Format zusammen“ (2).

Alle drei Staaten haben Zugang zum Schwarzen Meer, und zufällig ist das Schwarze Meer Schwerpunkt des diesjährigen NATO-Manövers. US-Generalleutnant Ben Hodges, Ex-Kommandeur der U.S. Army Europe (2014 bis 2017), schrieb 2020 in einem Strategiepapier, dass Russland im Schwarzen Meer zwar zu stark sei, als dass die NATO die “Kontrolle gewinnen” könne (3). Aber die transatlantische Koalition könne die russische Schwarzmeerflotte “verwundbar machen”. Im vergangenen Jahr hatte der Schwerpunkt der Kriegsübung auf der Ostseeregion gelegen, der wegen der immer weiter steigenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland zunehmend eine geostrategische Bedeutung zukommt (4).

Das Manöver hatte die Spannungen zusätzlich verstärkt. Steht nun Ähnliches der Schwarzmeerregion bevor?

Im Mai 2021 wurden rund 30.000 Soldaten aus 21 NATO-Staaten und aus fünf dem Bündnis nahestehenden Ländern – Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Moldawien, die Ukraine und Georgien – in Richtung Schwarzes Meer verlegt und dort eine Vielzahl von Gefechtsübungen abgehalten. Während der Manöver “Noble Jump” in Bulgarien (19.5.-2.6.21) und “Maritime Live Exercise” im Atlantik (20.-28.5.21) wurde in Deutschland die Übung “Command Post Exercise” (12.-20.5.21) abgeschlossen.

Am 20. Mai 2021 berichtete die US-Armeezeitung STARS AND STRIPES über ein Manöver weitreichender Artilleriewaffen in Grafenwöhr; beteiligt an der bis zum 24. Mai laufenden Übung “Dynamic Front”sind 1.800 Soldaten aus 15 Ländern. US-Brigadegeneral Christopher Norrie, der das 7th Army Training Command kommandiert, erklärte, Ziel des Manövers sei es, „sicherzustellen, dass die Artilleristen des Heeres in Deutschland im Konfliktfall Feuereinsätze mit einer beliebigen Anzahl von verbündeten Landstreitkräften überall in Europa koordinieren können“ (5).

Im Gegensatz zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan bedeute ein Konflikt mit Russland in Europa, dass man es mit einem Gegner zu tun habe, der in der Lage sei, selbst Präzisionsschläge mit großer Reichweite abzufeuern. Die USA und ihre Verbündeten würden sich nun auf die Verbesserung der Fähigkeit konzentrieren, im Krisenfall eine große Anzahl von Truppen und Ausrüstung schnell zu verlegen. Norrie verwies auf die Rolle der Army und darauf, dass die Übungen der Langstreckenartillerie mit einem breiteren Vorstoß zur Verbesserung der geforderten Fähigkeiten einhergehen müssen. Diese Forderungen und die Maßnahmen von PESCO (Infrastruktur) lassen den offensiven Charakter der strategischen Übungen deutlich werden.

Für Russland müssen all diese US/NATO-Aktivitäten beängstigend wirken.

Laut General Norrie wurde “Defender 21” aus der Besorgnis über ein aggressiveres Russland heraus entwickelt. Der General scheint ausgeblendet zu haben, dass bereits ein halbes Jahr nach dem von den USA im Februar 2014 angezettelten völkerrechtswidrigen Putsch am 31. Oktober 2014 das “United States Army Training and Doctrine Command” – eines von drei Heereskommandos auf Armeeebene und ein Major Command der United States Army – das US-Strategiepapier “TRADOC 525-3-1 Win in a complex world 2020-2040” (6) vorstellte. Es ist unter Barack Obama und Hillary Clinton entstanden und propagiert die “full spectrum dominance” der USA zu Land, zu Wasser und in der Luft. Wichtigste Gegner: die Konkurrenzmächte China und Russland (7).

Banken und NGO´s als willige Helfer

An den farbigen Revolutionen der letzten 30 Jahre waren die Organisationen (Open Society Foundations)(8) des Mega-Spekulanten und Milliardärs (9) George Soros, ein Netzwerk von Stiftungen, die in 42 Ländern tätig sind, maßgeblich beteiligt. Bereits 1984 ermutigte er hinter dem Eisernen Vorhang zum Dissens. Das erscheint durchaus mutig. Doch ist es das? Am 2. September 1982 hat der Präsident der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan, die “National Security Decision Directive 54” (NSDD-54) unterzeichnet. Mit dieser Direktive wollte Reagan den Sowjetblock destabilisieren, den Warschauer Pakt untergraben und Moskaus Griff auf Osteuropa schwächen:

Mit der Sowjetunion verbündete Regierungen, die vom Sozialismus zurücktraten, liberale Reformen annahmen oder Unabhängigkeit von Moskau zeigten, würden, so versprach Reagan, von amerikanischer Unterstützung profitieren. „Zu den im NSDD-54 aufgelisteten Anreizen gehörten die Gewährung des “most favoured nation”-Status, Zugang zu amerikanischem Kapital und Krediten, die Mitgliedschaft im Internationalen Währungsfonds (IWF), kultureller und wissenschaftlicher Austausch sowie Besuche auf hoher Ebene“ (10).

Es ist anzunehmen, dass die Operationen von Soros in Absprache mit dem US-Außenministerium und der CIA konzertiert wurden. Dass er den Putsch in der Ukraine 2014 unterstützt hat, ist inzwischen erwiesen (11).

1984 hatte George Soros in Ungarn eine Stiftung gegründet, aus der später das Netzwerk der “Open Society Foundations” hervorgehen sollte. Vornehmlich unterstützte er studentische Gruppen durch die Verteilung kostenloser Kommunikationsmittel (erst Fotokopierer, dann Laptops und Handys), „um den Zugriff der Kommunistischen Partei auf Informationen zu brechen“ (12) – und natürlich antirussische Propaganda zu verbreiten. Das diente zur Vorbereitung der “Regime Changes” in der Ukraine und in Georgien. In Moldawien wurde 1992 die Soros Foundation–Moldova gegründet. Inzwischen wird erfolgreich an Regime-Changes in Weissrussland und Russland gearbeitet.

Die Methode der “offenen Gesellschaft” ist stets die gleiche: Die staatlichen Strukturen werden mittels „Protesten“ solange unterminiert, bis die Staatsgewalt reagieren muß, was man dann öffentlich als diktatorisch anprangern kann. In dem entstehenden Chaos kann man dann ungehindert die eigenen (mafiösen) Strukturen etablieren. Selbstverständlich ist Soros auch in den westlichen Gesellschaften als Meinungsmacher aktiv, so finanziert er z. B. die Kampagnenorganisation Campact (13) (inklusive Open Petition) und das “Zensurorgan” Correctiv (14).

Zusammen mit IWF und anderen NGO´s hilft die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Kriege und Verarmung durch Verschuldung und Ausplünderung in die Welt zu tragen. Diese internationale Zentralbank ist eine Institution, die eine hundert Jahre alte feudale Agenda der übermächtigen Finanzelite umsetzt. Die Kriege dieser Mafia führen die durch Verschuldung abhängigen, aufgehetzten Staaten in Europa und anderswo. Wo die Hetze nicht fruchtet, wird der Boden für den Krieg mit importiertem Terror bereitet. Siehe Libyen, Syrien, Ukraine etc. 

Während der Präsidentschaft Donald Trumps wurden keine neuen Kriege begonnen und einige Brandherde eingehegt. Unter Biden flammen jetzt die Provokationen wieder auf (Ukraine, Naher Osten). Wie lange kann Putin dem Druck noch stand- und seine Militärführer noch hinhalten?

Gibt es überhaupt noch eine nennenswerte Gegenkraft, oder hat die globale Finanzelite mit ihren Medien längst die Welt im Griff?

Sogenannte Qualitäts-Medien, in denen man bis zu den 90er Jahren noch kontroverse Kommentare und Stellungnahmen lesen konnte, sind inzwischen komplett auf Linie gebracht. Auf das Russlandbashing des SPIEGEL setzte die ZEIT noch eins drauf mit dem russlandfeindlichen Kommentar “Deutschlands schallendes Schweigen” des britisch-deutschen Journalisten Alan Posener Ende April 2021.

Er empfahl der “kulturellen Linken”, sich von ihrem Schuldkomplex gegenüber Russland zu befreien. Sie müsse sich „von der Vorstellung lösen, der Frieden mit Russland um beinahe jeden Preis sei wegen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 eine moralische Pflicht. Zu den Hauptopfern des deutschen Vernichtungskriegs im Osten gehörten neben Polen und Balten vor allem die schon von Stalin geschundenen Ukrainer. Es müsste daher zur deutschen Staatsräson gehören, die Demokratie in diesem neuen Staat genauso wie in Polen und den baltischen Staaten zu fördern, ihm Sicherheit in der NATO zu geben und einen Weg zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union zu weisen. Das schallende deutsche Schweigen hierzu übertönt fast die laute russische Propaganda.“(15). Diese Argumentation dürfte den Grünen und Linken für den geplanten Krieg gegen Russland als Steilvorlage dienen.

Gerade im Hinblick auf den 80. Jahrestag des Überfalls der Wehrmacht des nationalsozialistischen Regimes auf die Sowjetunion am 22. Juni müssen wir den Kriegstreibern etwas entgegensetzen.

“Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!”

Nur fünf Wochen nach der Vorstellung des TRADOC-Pamphlets Ende Oktober 2014 warnten Roman Herzog, Gerhard Schröder und mehr als 60 andere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien in dem Aufruf “Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!” vor einem Krieg und riefen zum Dialog mit Russland auf (16).

Sie forderten eine neue Entspannungspolitik für Europa. Ihren Appell richteten sie an die Bundesregierung, die Bundestagsabgeordneten und die Medien:

„Wir, die Unterzeichner, appellieren an die Bundesregierung, ihrer Verantwortung für den Frieden in Europa gerecht zu werden. Wir brauchen eine neue Entspannungspolitik für Europa. Das geht nur auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle und mit gleichberechtigten, gegenseitig geachteten Partnern. Die deutsche Regierung geht keinen Sonderweg, wenn sie in dieser verfahrenen Situation auch weiterhin zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland aufruft. Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.

Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas. Alle, die versucht haben, das gewaltsam zu ändern, sind blutig gescheitert – zuletzt das größenwahnsinnige Hitler-Deutschland, das 1941 mordend auszog, auch Russland zu unterwerfen.

Wir appellieren an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, als vom Volk beauftragte Politiker, dem Ernst der Situation gerecht zu werden und aufmerksam auch über die Friedenspflicht der Bundesregierung zu wachen. Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. Einbinden statt ausschließen muss das Leitmotiv deutscher Politiker sein.

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.

Am 3. Oktober 1990, am Tag der Deutschen Einheit, sagte Bundespräsident Richard von Weizsäcker: “Der Kalte Krieg ist überwunden. Freiheit und Demokratie haben sich bald in allen Staaten durchgesetzt. … Nun können sie ihre Beziehungen so verdichten und institutionell absichern, dass daraus erstmals eine gemeinsame Lebens- und Friedensordnung werden kann. Für die Völker Europas beginnt damit ein grundlegend neues Kapitel in ihrer Geschichte. Sein Ziel ist eine gesamteuropäische Einigung. Es ist ein gewaltiges Ziel. Wir können es erreichen, aber wir können es auch verfehlen. Wir stehen vor der klaren Alternative, Europa zu einigen oder gemäß leidvollen historischen Beispielen wieder in nationalistische Gegensätze zurückzufallen.”

Bis zum Ukraine-Konflikt wähnten wir uns in Europa auf dem richtigen Weg. Richard von Weizsäckers Mahnung ist heute, ein Vierteljahrhundert später, aktueller denn je.“

Für einen derartigen von Verantwortung getragenen Aufruf würde man heute wohl kaum 60 Prominente finden. Sie würden vermutlich als Russland- und Putinversteher an den medialen Pranger gestellt werden. Merkwürdig genug, dass bereits das Verstehen der Position der anderen Seite geächtet wird, wo wir uns in unserer westlichen „Diskursgesellschaft“ doch so viel auf den Dialog und das gegenseitige Verständnis einbilden.

Dass ein echter gesellschaftlicher Diskurs inzwischen unmöglich geworden ist, zeigt schon die Ausgrenzung namhafter wissenschaftlicher Experten aus der öffentlichen Corona-Debatte.

Redaktionelle Anmerkung: Wir möchten hinsichtlich der im Artikel dargestellten Thematik auf folgenden Beitrag von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam verweisen: “Politiker und Medien orientieren auf Krieg” – veröffentlicht am auf der Seite der Ständigen Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien e.V.

Quellen und Anmerkungen:

  1. Türkei will sich an EU-Verteidigungspolitik beteiligen vom 16.5.21 unter https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/tuerkei-will-sich-an-eu-verteidigungspolitik-beteiligen-17343535.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE
  2. https://www.euractiv.de/section/eu-aussenpolitik/news/georgien-moldawien-und-ukraine-bekraeftigen-wunsch-nach-staerkerer-eu-integration/
  3. NATO needs to focus more on the Black Sea to defend against Russia, report says 26.5.20 unter https://www.stripes.com/news/europe/nato-needs-to-focus-more-on-the-black-sea-to-defend-against-russia-report-says-1.631211
  4. Peter Ozechowski: Die Konflitkzonen im Schwarzen Meer Kopp exklusiv 20/21, S. 6
  5. John Vandiver: STARS AND STRIPES Published: May 20, 2021: Fifteen countries, 1,800 troops demonstrate NATO’s reach in US-led fires exercise in Germany unter https://www.stripes.com/fifteen-countries-1-800-troops-demonstrate-nato-s-reach-in-us-led-fires-exercise-in-germany-1.674002?
  6. ARMY TRAINING AND DOCTRINE COMMAND FORT EUSTIS VA unter http://oai.dtic.mil/oai/oai?verb=getRecord&metadataPrefix=html&identifier=ADA611359
  7. Wolfgang Effenberger: Der “Militärisch-Industrielle Komplex” (MIC) oder die “Merchants of Death” unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23092
  8. Jahresetat der Open Society Foundations: 940 Millionen Dollar.
  9. Laut dem US-Magazin Forbes besitzt Soros rund 25 Milliarden US-Dollar.
  10. https://alphahistory.com/coldwar/reagan-policy-soviet-bloc-nations-1982/
  11. https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/ukraine-soros-kampagne-100.html
  12. https://www.opensocietyfoundations.org/who-we-are/our-history
  13. https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Campact-fuer-harten-Lockdown/Campact-ist-eine-SOROS-FIliale/posting-38660960/show/
  14. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/correctiv-soros-spendet-fuer-kampf-gegen-fake-news/19610750.html?ticket=ST-1763614-pyFdiJASnFimwhLF7XVd-ap6
  15. https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-04/russland-europa-aussenpolitik-alexej-nawalny-wladimir-putin/seite-2
  16. “Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!” https://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:     Alexandros Michailidis/ shutterstock

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26 Kommentare zu: “Gewissenlose Eliten hetzen Europa und Russland in einen Krieg | Von Wolfgang Effenberger

  1. Carsten Leimert sagt:

    Hauptgrund gegen die Corona-Biowaffenthese: Wenn Corona aus einem chinesischen Labor stammen würde und eine neue Krankheit wäre, dann wäre nicht die Gesamtzahl der Grippekranken einschließlich Corona gleich geblieben, sondern hätte sich erhöht.

  2. skyman sagt:

    Tagesschau online, 26.05.2021
    Belarus, Ukraine, Russland.
    Die folgenden drei Teaser sind eine kleine(!) tagesaktuelle Auswahl des "Qualitätsmediums" Tagesschau.
    Ich denke, man sollte diesen verschimmelten Dr***sladen in "Kriegstreiberschau" umbenennen.
    ############
    WARNHINWEIS:
    Die folgenden Zeilen enthalten unverhohlene, tendenziös antirussische und kriegstreiberische Hetze wie z. B. "Doch eine Spur führt nach Russland."
    ############
    — Kritik an Belarus Merkel verurteilt "widerwärtige Manier" —
    >> https://www.tagesschau.de/ausland/europa/belarus-lukaschenko-reaktionen-101.html
    Deutschland und die NATO erhöhen den Druck auf Belarus: Die erzwungene Flugzeuglandung sei ein erheblicher Verstoß gegen die Luftfahrtregeln, hieß es. Kanzlerin Merkel kritisierte den Umgang mit dem festgenommenen Journalisten scharf.

    — Grünen-Chef zu Waffenlieferungen Kritik an Habecks Ukraine-Vorstoß —
    >> https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/habeck-waffen-ukraine-103.html
    Die Forderung von Grünen-Chef Habeck nach Waffenlieferungen an die Ukraine stößt überwiegend auf Ablehnung. Neben der Bundesregierung distanzierten sich auch Parteifreunde von dem Vorstoß. Habeck hält daran fest – und wurde konkreter.

    — Kampagne gegen BioNTech/Pfizer Influencer sollten für Geld verleumden —
    >> https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/pfizer-impfstoff-influencer-101.html
    Eine PR-Agentur bietet Influencern auf der ganzen Welt Geld, damit sie Botschaften mit irreführenden Informationen über Impfungen verbreiten. Der Auftraggeber soll geheim bleiben – doch eine Spur führt nach Russland.

  3. wolfcgn sagt:

    Die Atomwaffen auf beiden Seite machen mir Angst. Große ANGST! Wenn ich überlege, dass wir bei der Einführung der Kernenergie davon ausgingen, dass wir die Technologie im Griff hätten, dann hat uns spätestens Tschernobyl und Fukushima das Gegenteil gelehrt. Und die Tatsache, dass es in den USA (unseren Freunden und Blutsverwandten in den USA) UN-Menschen gab, die Atomwaffen sogar schon zweimal eingesetzt haben, dann können wir mit todbringender Sicherheit darauf warten, dass die nächste Bombe fällt. Genießen wir die letzten Stunden!

  4. Carsten Leimert sagt:

    Nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen China wird gehetzt. Wichtigstes neueres Beispiel ist die Behauptung, der Corona-Virus sei in einem Labor in China entwickelt worden.

    Die folgenden Gründe sprechen gegen die These, dass Corona in einem chinesisch-westlichen Labor in Wuhan entwickelt worden sei:

    1. Menschen können nicht Leben inklusive Krankheiten kreieren, allenfalls etwas züchten. Die Viren sind viel zu klein, als dass sie vom Menschen gebaut oder auch nur etwa durch Zusammenfügen von Teilen verschiedener Viren zu einem neuen Virus umgebaut werden könnten. Auf diese Weise einen lebensfähigen Virus zu entwickeln, wäre zudem auch ein großer Zufall.

    2. Die Labore sind winzig und besitzen nur wenige Versuchstiere, die als Nährboden für Viren dienen könnten, während es außerhalb des Labors 8 Milliarden Menschen und noch viel mehr Tiere gibt, sodass sich Krankheiten am besten und aufgrund der Vielzahl der „Reaktoren“/Wirte in der freien Natur am wahrscheinlichsten draußen in der Natur entwickeln und nicht in einem winzigen, kleinen Labor.

    3. Und ein weiterer Vergleich spricht gegen die Biowaffenthese: gezüchtete Hunderassen sind in der freien Natur/Freiheit kaum überlebensfähig, genauso Krankheiten, die unter besonderen, idealisierten, künstlichen Laborbedingungen/Idealbedingungen gezüchtet werden.

    4. Dass viele Menschen immun gegen Covid sind, indiziert, dass es diesen Virus schon eine Weile gibt.

    5. Auch der Umstand, dass ihn manche Tiere haben, indiziert, dass es den Corona-Virus schon eine Weile gibt, weil eine solche Mutante für Tiere in der Regel nicht von heute auf morgen entsteht, mit anderen Worten ist es völlig unwahrscheinlich, dass sich so schnell eine Mutante für Tiere entwickeln konnte (Evolution braucht seine Zeit). Vor dem offiziellen Ausbruch der Corona gab es daher höchstwahrscheinlich längst Corona, nur nannte man sie bis dahin Grippe. Die chinesischen Wissenschaftler waren also nicht die ersten, die Corona hatten, sondern die ersten, bei denen man Corona feststellte, indem man einen speziellen, schon geraume Zeit dagewesenen Grippeerreger plötzlich so bezeichnete.

    6. Wenn und weil chinesische Wissenschaftler Corona vor dem offiziellen Ausbruch hatten, dann belegt dies nicht die anfangs genannte These, weil man vor dem offiziellen Ausbruch die Menschen ja gar nicht auf Corona hin untersucht (getestet) hatte und daher nicht weiß, ob es vorher niemand hatte und somit die Wissenschaftler in dem Labor in Wuhan zuerst. Vielmehr sprechen mehrere Indizien darauf hin, dass es Corona eben schon vorher unter dem Sammelbegriff Grippe gab.

    7. Vgl. andere Verschwörungstheorie wie Brustkastenlüge vor dem Irakkrieg etc pp. Die vergangenen Lügen indizieren, dass auch in der Gegenwart wieder gelogen wird.

  5. Poseidon sagt:

    35 Jahre alter Zeichentrick zeigt nahezu übereinstimmend die Zukunft.
    https://youtu.be/rjSNLmkvPBE

  6. ehrental sagt:

    Herr Soros ist ja auch Mitglied der Auserwählten. Die tun ja nie etwas und sind immer völlig unschuldig. Jede Kritik an diesen Dunkelmänner wird sofort als Antiantianti…….kritisiert. Es ist schon erschreckend wie das Volk wieder hinter die Fichte geführt wird. Durch die Vergrößerung des sozialen Elends ist der Nachschub in die olivgrünen Kampfanzüge gesichert. Diese idiotische Kriegsspielerei, finanziert durch das Drucken von wertlosem grünen Papier sollte sofort gestoppt werden. Wo bleibt eigentlich der Aufschrei unserer Ökonomen.

    • Hartensteiner sagt:

      Ich verstehe nicht, was solche Hinweise wie "Auserwählte" sollen. Warum kannst Du nicht einfach Juden sagen? Und wenn Du das sagen würdest, sollte Dir ein Unterschied auffallen: Der durchschnittliche Jude, z.B. auch in Israel, arbeitet für das gleiche miese Gehalt wie andere Menschen auch. Solche Superreiche, Banker usw. gehören ZU KEINEM VOLK, denn denen ist es egal, wen sie ausbeuten. Wie der Volksmund sagt: "Die nehmen's von den Lebendigen, weil sie von den Toten nichts mehr kriegen". Ich finde, das sollte man beachten und nicht generalisieren. Auch deutsche "Ausplünderer" nehmen es von den Deutschen so gern, wie von allen anderen und es macht wenig Sinn zu betonen, dass die Deutsche sind. Sind die nicht – es sind Ausplünderer, deren Nation allenfalls Geld und Macht heißt.

    • ehrental sagt:

      "Ich verstehe nicht, was solche Hinweise wie "Auserwählte" sollen. Warum kannst Du nicht einfach Juden sagen?"…weil es nicht zutreffend wäre. Juden sind kein Volk als solches, sondern eine Glaubensgemeinschaft. Auserwählte sind diejenigen die sich aufgrund ihrer Macht über andere erheben. Vielleicht wäre der Begriff Zionisten zutreffender.

  7. Melezy Przikap sagt:

    Gewissenlosigkeit ist irrelevant, solange man Bewusstlos ist.

    Stefan Wehmeier, »Am Ende des zivilisatorischen Mittelalters«:
    "In den letzten 100 Jahren hat die halbwegs zivilisierte Menschheit eindrucksvoll bewiesen, dass ihre Restintelligenz niemals für die Entscheidung "Gegner und Freunde der NWO" ausreicht. Es reicht gerade noch für die Entscheidung "Freunde und Gegner des gemeinsamen Aussterbens", und das auch erst unmittelbar vor dem gemeinsamen Aussterben!"

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2021/05/am-ende-des-zivilisatorischen.html

  8. northwoods sagt:

    Wolfgang Effenberger hätte hier eine hervorragende Vorlage bei Soros und seiner Nähe zum US-Geheimdienst/Deepstate.
    Denn die Open Society Denkfabrik von George Soros fusionierte kurz nach dem Mauerfall bzw. Wiedervereinigung mit The European Intellectual Mutual Aid Fund. Und The European Intellectual Mutual Aid Fund war eine Schwesterorganisation des Congress for Cultural Freedom und dieser wurde von der CIA gegründet und finanziert um (erfolgreich) sozialistische Bewegungen und Parteien in Europa von innen heraus zu zerstören, indem man linksliberale Intellektuelle zu sich holte und diese mit Geld und Kontakten unterstützte den (Neo-)Liberalismus nach American Way Of NATO-Life nach Europa zu tragen bzw. zu dem linken Nachwuchs in die Köpfe zu bringen.

    Endergebnis heute: Transatlantifa, Grüne und Linksidentitäre
    Man hat also den Sozialismus, der für Frieden und Arbeitnehmerrechte stand verwässert durch den Wahnsinn den die heutigen selbsternannten Linken vor sich hertragen: Genderwahnsinn, militärische Aufrüstung, Privatisierung und Abbau von Arbeitnehmerrechten usw.

    Ehemalige Beteiligte des Congress for Cultural Freedom haben später stolz zugegeben, dass deren Arbeit erfolgreich war die authentischen Linken/Sozialisten aus der linken Parteienlandschaft, aus der Kultur und aus der Gesellschaft hinauszudrängen.

    • Nomaske sagt:

      Wo bleibt die Selbstkritik? Linke hatten es nie so besondern mit Freiheit, da kann der Anschluss an diese Konsorten doch gar nicht als so schmerzhaft empfunden worden sein. Linke Globalrevolutionäre predigten doch von jeher eher gerne von oben herab zum dussligen Proleten, der ums Verrecken nicht einsehen wollte, dass die angebote Medizin zwar erstmal bitter sein würde, aber irgendwann erlösenden Charakterentwickeln würde.

      Erlösung ja, aber erst später – als wie beim Pfaffen auf der Kanzel.

      Warum waren zentralistische Globalephantasien und der absolute Machtanspruch an die einzig richtige Politmedizin für Linke nur so anziehend?

      Das kann ja nicht nur in Verführung und Bestechnug seinen Grud haben?

      Zumal nicht nur große Spieler für Geld und Macht angeheuert wurden, sondern die vielen kleinen Politlinken dem globalen Machtwahn der einzig erlösenden Sichtweise erlegen sind.

      Ist es vielleicht die Wahnvorstellung vom Weltsozialismus, der permanenten Revolution und die Idee vom Zentralrat, der die böse Ernte vorbereitet hat? Wir müssen totalitär durchgreifen. Wuff! Aber natürlich im Namen des Guten und zur Zwangserlösung aller?

      Da schwingt schon immer ein wenig fiese Rache mit, oder?

      Vielleicht ist Linkssozialismus eine ausgelegte Fährte gewesen und ist es noch immer und Linke, die nach Grechtigkeit, Ausgleich streben, müssen einfach nochmal von vorne anfangen zu denken. Ohne Ideologie von oben. Also auch nicht von einem Manifest, einer Parteodoktrin oder einem Plan her.

      Das Thema, das diese Wendelinken a la 68 schon im Ursprung in ihrer Verbissenheit ignoriert hatten, war Freiheit. Die war bäh, also scheuklappenbehaftet. Aber ohne Freiheit gibt es keine Gerechtigkeit. Auch nicht in einer gut gemeinten Revolution.

      Links scheint mir demnach ein wenig ein pubertärer Streich gegen Autoritäten per se und wenn man dann Erwachsne wird, macht man strukturell ganz ähnliches.

      Ich will die Welt in schön und ganz ausschließlich nach meinem Denken. Alle anderen sind doof und wenn ich kann, ratze ich die einfach weg.

    • Hartensteiner sagt:

      Wenn Du mal an die Ursprünge von "links" zurückgehst, dann findest Du da die Betonung der Freiheit des Individuums, auch wenn von der Kooperation der freien Individuen die Rede ist, die nur durch eben diese Kooperation zu erreichen ist.
      Aber genau das ist der Punkt, der dann – dafür gab es Gründe, die aber keine Entschuldigung sein dürfen! – mehr und mehr vergessen wurde, was das ganze linke Projekt ad absurdum geführt hat, mehr noch, was dazu geführt hat, dass das linke Projekt mit Pauken und Trompeten gescheitert ist. Das waren also nicht nur die Einflüsse von Außen, sondern mindestens ebenso der Wurm, der da im Innern genagt hat.
      Wollte man eine neues linkes Projekt angehen – und im Prinzip ist das immer noch ein gutes Projekt – so müsste das genau an dieser Stelle ansetzen und es dürfte genau da kein Nachlassen geben. Das allerdings hat zur Zeit nur wenige, verstreute Anhänger.
      Dann könnte man fragen, was denn die Alternative wäre. Und da ist jenseits des nach wie vor verbreiteten Neoliberalismus nichts zu sehen.
      Mir fällt noch etwas auf. "Rechts, links" – egal wen Du fragst, wie er oder sie tatsächlich leben wollen, dann erzählen Dir alle, dass sie "keinen Herren über sich und keinen Sklaven unter sich" haben wollen. Halten wir das mal fest, müsste sich da ein neues Projekt ergeben. Und siehe da – es wäre das URSPRÜNGLICHE linke Projekt, egal ob man bei den Anarchisten (da besonders deutlich) oder den Sozialisten oder den Kommunisten schaut. Schauen wir mal bei Emma Goldman (Anarchistin) oder bei Rosa Luxemburg (Kommunistin), überall wird das freie, selbstbestimmte Individuum als zentral genannt.
      Was also ist damit?
      Oder: Was sich da heute als "links" bezeichnet, mag alles Mögliche sein, links ist es nicht.

    • Nomaske sagt:

      An einer freien, freiwilligen Kooperation würde ich interssiert sein.

      Woran sich im weiteren die Geister scheiden würde, das wäre dann die Frage danach, wie wir einen Schutz aufbauen, einen Schutz vor Macht, der diese freie Kooperation zu beeinträchtigen oder gar beenden trachtet.
      Heute haben wir keine freie Kooperation. Keinen Ideenwettbewerb, nichts. Staat, ja, das haben wir. Ein Heilpraktikergesetz zur Zerstörung von Wettbewerb. Nehmen jeden Bereich, alles ist auf die Zerstörung von freiem Wettbewerb ausgerichtet.
      Patentamt. Alleine das Steuergesetz zwingt Investitionen ist gewisse Richtungen. Auf dem Bau, jetzt in der Autobranche.

      Unfreier war eine Marktwirtschaft nie.

      Aber viele verfallen dann gleich auf wieder einen Staat, der uns schützen soll.

      Und in dem sehe ich keine Hoffnung mehr. Auch nicht in Parteien. Schon gar nicht in einer Partei, aber gut 1- oder Mehrparteienherrschaft, geschenkt. Es endet lethal. Für Ideen, Technik, die Gesellschaft, das Individuum. Alle gehen dabei drauf.

      Wie regeln wir in der Anarchie den Verstoß gegen Grundrechte (nicht Privilegien)?

      Was ist das Grundrecht? Die Früchte meiner Arbeit gehören nur mir? Davon etwas abzugeben, zu teilen, zu schenken, das kann nur auf reiner Freiwilligkeit basieren?

      Alles, was über einen Minimalstaat hinausgeht, führt unweigerlich zum Ruin der Masse.

      Staat in west und ost kann nur enteignen. Die einen am Anfang, die anderen gegen Ende.

      Andere Taktik, selbe Strategie.

      Was nun?

      Dezentrale Genossenschaften, neue Sippschaften. Jedenfalls lassen sich die Individuuen des Westens kaum sozialisieren.

      Einmal war Familie ein Schutz gegen den Staat. Auch das haben Ost und West in hässlicher Kooperation zerstört.

      Wer wollte den Neuen Menschen?

      Heute kriegen wir ihn genmaipuliert!

      Hand in Hand, diese Großsysteme und -ideologien.

    • northwoods sagt:

      Das liberale oder zumindest das marktradikal-libertäre Projekt bzw. die Vision davon ist spätestens bei der großen Hungersnot in Irland 1845 gescheitert.
      Weiterhin ist diese Vision der Libertären eine sogenannte ''absolute Freiheit des Individuums'' nach dem 1. Weltkrieg gescheitert, die nebenbei für die Nationalsozialisten und Faschisten perfekt dafür genutzt wurde um sich als Retter bzw. Zähmer der Märkte hervorzutun.

      Liberalismus war schon immer empfänglich für Extremisten. Bestes Beispiel von heute sind die Paläolibertären wie z.B. Markus Krall, der ja hier und vor allem im Internet viele Groupies hat – vor allem unter westlichen (noch gesunden) Millennials, die größtenteils keine allzu große finanziellen Sorgen haben. Da kann man ja schon mal den Staat niederreden nach Krall-Art und dabei irgendetwas von Freiheit, Selbstbestimmung usw. faseln.

      Ich zitiere mal die Austrittsbegründung von Karen Horn (ehemalige Vorsitzende der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft).

      —-
      Die rechte Flanke der Liberalen
      Von Karen Horn

      Es steht nicht gut um den Liberalismus. Überall in Europa verlieren die freiheitlichen Parteien an Bedeutung. Für die Freiheit zu werben, war immer schwierig. Das öffentliche Bild, der Liberalismus sei ein Ideengebäude für hartherzige Ökonomisten, ist nicht leicht abzuschütteln. Doch nun droht er auch noch die letzten Sympathiewerte zu verspielen – durch reaktionäre Unterwanderung.
      Gewöhnt, dass die Angriffe auf die Freiheit seit Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem von der linken Seite des politischen Spektrums kamen, haben viele die rechte Gefahr nicht erkannt. Das wichtige Argumentarium gegen Umverteilung und Enteignung, gegen Bevormundung und Gleichmacherei, gegen „soziale Gerechtigkeit“, Sozialstaat, Planwirtschaft und Zentralisierung, gegen die Trennung von Freiheit und Verantwortung, gegen Bürokratie und Protektionismus, gegen Kapitalismus- und Globalisierungskritik – das beherrschen die meisten freiheitlich Gesinnten in ebenjenem Schlaf, aus dem sie jetzt jäh aufschrecken. Wo nur kommt der Brass auf Ausländer in den eigenen Reihen her? Das Schönreden von Diskriminierung? Die Ausfälligkeiten gegenüber Gleichstellung, Inklusion und Integration? Die Sticheleien gegen Homosexuelle? Das Gerede von der „natürlichen Bestimmung der Frau“? Die schrillen Aufrufe zur „Re-Evangelisierung des Abendlandes“, von der das Überleben der Zivilisation abhänge? Die Anbiederung an den starken Mann Russlands, obschon dieser sein Volk knechtet, die Nachbarn überfällt und den Westen übertölpelt? Nein, all das haben die meisten nicht kommen sehen, auch wenn es natürlich nicht über Nacht geschah. Man hielt es unter Liberalen für unmöglich. Ist es auch: Was da am rechten Rand wächst, hat den Namen Liberalismus nicht verdient.
      Der Journalist Michael Miersch war einer der ersten, die hörbar aufschrien. Der Mitbegründer und Miteigentümer des Blogs „Die Achse des Guten“ zog sich Ende Januar mit einem Paukenschlag aus seiner vielgelesenen Seite zurück. Die liberale, weltoffene, aufgeklärte Haltung des Blogs sei verloren gegangen, schrieb er traurig; die apokalyptischen, antiwestlichen, nationalkonservativen und ausländerfeindlichen Ergüsse mancher Autoren und vieler Lesern wolle er nicht mehr tragen. Die Nähe zur AfD wie auch zur Pegida sei ihm zuwider. Er wolle sich nicht länger täglich ärgern, „wenn Menschen verbal ausgegrenzt und herabgesetzt werden, weil sie als Moslems geboren wurden“, und er finde es auch nicht lustig, wenn behauptet werde, die EU ähnele der UdSSR. Das „reflexhafte Dreindreschen auf alles, was unter dem Verdacht steht, ,links‘ zu sein“, rege ihn genauso auf wie die „verlogene Idealisierung der christlichen Familie als Keimzelle der Nation“. Danke, Michael Miersch!
      Was er da geisselte, ist das, was die um deutliche Worte ebenfalls nicht verlegenen jungen Leute in Diskussionsgruppen auf Facebook und in anderen Social Media längst unter „Rechtsversifftheit“ zusammenfassen. Der Begriff mag zu pauschal sein, zu salopp und überhaupt auch zu gehässig. „Wo antifaschistisch gehobelt wird, fallen sehr grobe Späne“, wie Markus Günther kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung treffend schrieb. Doch das damit bezeichnete Problem ist real, und die „Achse“ hat es nicht für sich allein gepachtet. Es ist dabei nicht verwunderlich, dass es den Liberalismus trifft, denn dieser war schon immer ein Sammelbecken für rebellische, subversive Geister, die mit dem Mainstream nichts am Hut haben. Und die gibt es eben auch am rechten Rand. Diese Haltung von – auch jungen – Menschen, die sich selbst mitnichten als Reaktionäre bezeichnen, sondern als „wertkonservative Liberale“, gelegentlich auch als „nationalkonservative Liberale“, muss allen Sorgen bereiten, die den Wert der Freiheit mit Zurückhaltung, Skepsis, Offenheit, Respekt und Menschenfreundlichkeit verbinden, „um andere in ihrer eigenen Weise glücklich werden zu lassen und an jener Toleranz konsequent festzuhalten, die ein wesentlicher Zug des Liberalismus ist“, wie Friedrich A. von Hayek in seinem Nachwort zur „Verfassung der Freiheit“ (1960) schrieb.
      Es gibt viele Zugänge zum Liberalismus und zahllose Interpretationen. Doch bei aller legitimen und spannenden Vielfalt gibt es auch eine essentielle Substanz, die man nicht aufgeben kann, ohne den Begriff zu verdrehen. Diese Substanz besteht darin, dass das Nachdenken über die Gestaltung des Miteinanders in der Gesellschaft vom Individuum ausgeht statt vom Kollektiv; dass die Menschen als gleich zu denken und folglich vom Staat auch gleich zu behandeln sind; dass niemand im Besitz der endgültigen Wahrheit ist. Der Individualismus ergibt sich aus der menschlichen Würde, in christlicher Tradition bedingt durch die Gottesebenbildlichkeit des Menschen – aller Menschen. Hier wurzelt das christliche Liebesgebot ebenso die liberale Pflicht, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen; ihre Lebensweisen nicht nur zu dulden, sondern sie anzuerkennen und sein zu lassen; sie als individuelle Persönlichkeiten wahrzunehmen, nicht als Teil eines identitären Kollektivs. Wie sagt Lessings Nathan so unnachahmlich: „Wir haben beide / Uns unser Volk nicht auserlesen. Sind / Wir unser Volk? Was heisst denn Volk? Sind Christ und Jude eher Christ und Jude / Als Mensch!“
      Den anderen annehmen und sein zu lassen, wie und was er ist und sein wird, ihn nicht zu bedrängen, ihm seine Überzeugung und seinen Lebensentwurf weder mittels staatlichen Zwangs zu verbieten oder zu erschweren noch ihm diese höchstpersönlich „austreiben“ zu wollen, ihn zu verunglimpfen und ihn für seinen Weg oder seine Meinung mit Häme und Spott zu versehen – all das macht eine freiheitliche Haltung aus. Diese tiefe, umfassende, fundamentale Menschenfreundlichkeit ist das eigentliche Wesen des Liberalismus; hierin liegt seine überzeitliche Attraktivität ebenso wie seine Überlegenheit nicht nur als Ideologie, sondern auch als moralisches System. In dieser Hinsicht hatte der Historiker Paul Nolte schon Recht, als er vor Jahren sinngemäss anmahnte, es sei Zeit, nicht immer nur reflexhaft gegen den Staat zu ätzen; es gelte dem Liberalismus auch einen lebensweltlichen Inhalt zu verleihen. Positive Freiheitsdefinitionen kommen dafür nicht in Frage – sehr wohl aber eine Rückbesinnung darauf, was eine liberale Haltung, eine liberale Moral ausmacht.
      An diesem Punkt kommen viele Liberale ins Straucheln. Ist Freiheit denn nicht nur die Abwesenheit von willkürlichem Zwang, der Liberalismus mithin nur ein politisches Projekt, das dem Einzelnen sein Verhalten nicht vorschreibt? Lässt der Liberalismus nicht eine Vielzahl von Werten zu? Beging nicht John Stuart Mill einen schweren Kategorienfehler, als er seinerzeit in „On Liberty“ (1859) sozialen Druck als Zwang bezeichnete? Ja, korrekt, aber all das hängt von der Frage ab, die man jeweils stellt. In der ordnungstheoretischen Perspektive ist das Verhältnis der Bürger zum Staat zu klären; hier fordert der Liberalismus schlicht Abwehrrechte des Individuums gegenüber dem Kollektiv. Der staatliche Zwang ist zu minimieren, und dazu muss er gemäss Hayek „durch bekannte allgemeine Regeln beschränkt“ sein. Spezifische individuelle Verhaltensregeln haben hier nichts zu suchen.
      In der individualethischen Perspektive hingegen geht es darum, wie sich eine Person gegenüber anderen Menschen verhalten soll. Der Liberalismus lässt hier alle möglichen Werte zu, solange sie nicht die Freiheit gefährden, in Anlehnung an Voltaires schönen Ausspruch: „Je ne partage pas vos idées, mais je suis prêt à mourir pour que vous puissiez les défendre“. Dass er sie zulässt, heisst aber nicht, dass er selber normativ neutral ist. Im Gegenteil: Liberalität bedeutet nicht nur, dass man sein Gegenüber zu nichts zwingt und auch die Mittel des Staats nicht dazu einsetzt. Es bedeutet auch, dass man die Persönlichkeit seines Mitmenschen respektiert und ihr Raum gewährt.
      Genauso wenig wie in das materielle Eigentum eines anderen darf man ohne dessen Erlaubnis in seine Persönlichkeitssphäre vordringen. Man darf dem anderen eine ihm fremde Sicht der Dinge anbieten, sie ihm aber nicht aufdrängen. Wohlgemerkt geht es hier nicht um einen Anspruch auf die Unverletzlichkeit der eigenen moralischen Sphäre, ein solcher liesse sich weder gut begründen noch praktisch verteidigen. Doch die Ansprüche, die man an sein eigenes Verhalten stellt, sind davon völlig unabhängig. Eine liberale Haltung bedeutet den Verzicht auf Übergriffigkeit, schlicht aus Respekt. Dass Mills Zeitgenossen ihm mit Sticheleien und Ausgrenzung das Leben zur Hölle machten, bedeutet keinesfalls, dass der Staat die zugrundeliegenden sozialen Konventionen hätte unterbinden sollen. Der Liberalismus gebietet Respekt vor solchen gewachsenen Traditionen. Aber nichts führt an der Feststellung vorbei, dass ihre offen zur Schau getragene, spiessig-konservative Missbilligung von Mills Liaison mit Harriet Taylor den moralischen Ansprüchen des Liberalismus nicht entspricht. Ihnen selber wird das nichts ausgemacht haben – nicht jeder will schliesslich unbedingt liberal sein.
      In den siebziger Jahren hat Erhart Eppler den Begriff „Wertkonservatismus“ aufgebracht, mit Blick auf die Grünen mit ihrem Einsatz für die natürliche Umwelt, die Schöpfung, im Unterschied zum Strukturkonservatismus, in dem es um die Erhaltung alter Privilegien geht. Wertkonservatismus – das klingt in der Tat nach guter alter Zeit und heiler Welt, nach Ordnung und Harmonie, nach Gemütlichkeit, ein wenig auch nach den Schweizer Bergen. Unwillkürlich denkt man an Wilhelm Röpke (1899-1966), jenen liebenswerten Ökonomen, der an der Moderne litt und darüber selbst zum Reaktionär wurde, bitter, rückwärtsgewandt und fortschrittsfeindlich. Wo der Konservative stehen bleiben will, drängt es den Reaktionär zurück, nur der Liberale schreitet munter voran. Dass dieser Wertkonservatismus überhaupt je unter der Flagge des Liberalismus segeln konnte und es noch immer will, beruht allein auf dessen inhaltlicher Schwäche – genauer gesagt darauf, dass vor lauter Fixierung auf die negative Freiheit der eigene, positive Gehalt des Liberalismus in Vergessenheit geraten ist. Der Liberalismus ist moralisch nicht leer und normativ mithin auch nicht neutral.
      Dem „ängstlichen Misstrauen gegen das Neue“, mit dem übrigens auch „Feindseligkeit gegen den Internationalismus und seine Neigung zum betonten Nationalismus“ zusammenhänge, setzte Hayek „Mut und Zuversicht“ des liberalen Standpunkts entgegen, die „Bereitschaft, der Veränderung ihren Lauf zu lassen, auch wenn wir nicht voraussagen können, wohin sie führen wird“. Ängstliche Naturen mögen das als fahrlässig empfinden. Hayek indes war kein Hasardeur. Er zog die logische Konsequenz aus der Fehlbarkeit des Menschen, aus dem Mangel an Wissen. „Weil jeder Einzelne so wenig weiss (…), vertrauen wir darauf, dass die unabhängigen und wettbewerblichen Bemühungen vieler die Dinge hervorbringen, die wir wünschen werden, wenn wir sie sehen“. Wer sich trotzdem ins Idyll vergangener Tage zurückziehen will, mag das tun – aber bitte ohne die Mitmenschen zu behelligen.
      Ganz offensichtlich widerspricht die reaktionäre Haltung dem liberalen Denken, wenn sie den Staat zur Diskriminierung auffordert, beispielsweise auf dem Wege der immer noch üblichen steuerlichen Privilegierung von ehelichen Bindungen, zumal – via Ehegattensplitting – von Alleinverdienerehen. Man könnte sich die entwürdigende Debatte über die „Homo-Ehe“ sparen, wenn der Staat hier gar nicht erst seine Finger im Spiel hätte, wenn die Ehe schlicht das wäre, was romantische Seelen zum Glück noch immer in ihr sehen: ein privater Vertrag von Liebenden, die füreinander einstehen.
      Wo der Staat nicht hilft, das konservative Ideal zu verwirklichen, da beginnt indes die Pöbelei. Die Reaktionären von heute haben dramatisch schlechte Manieren. Wie am Stammtisch werden die Vorurteile gepflegt, dogmatisch zugespitzt und hasserfüllt herausposaunt. An üble Nachrede und Invektiven gegen Keynesianer und Sozialisten ist man gewöhnt, jetzt kommen noch Demokratie, Feminismus, Pluralität, Homosexualität und Atheismus als Feindbilder dazu. Mit der AfD, gefeiert als „die bessere CDU“, wettert man gegen die „Multikulti-Umerziehung“. Man verbrüdert sich mit einem Thilo Sarrazin, nicht obwohl, sondern gerade weil dieser jene unsägliche Passage über die inferiore genetische Ausstattung von Türkenkindern in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ stehen und sie in der zweiten Auflage mitnichten entschärft hat, zumal er sich von der Kritik daran zu einem weiteren Buch, „Der neue Tugendterror“ inspirieren liess. „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“ ist das Geschäftsmodell, als ob es noch echte Redeverbote gäbe, abgesehen vom Straftatbestand der Volksverhetzung. Es muss herrlich sein, sich in dieser Weise gegenseitig hochzugeigen und sich in Vereinfachung, Dogmatismus, Demagogie, Intoleranz und Sektierertum zu aalen.
      Die Reaktionären fallen schon mit ihrer Sprache auf. Sie ist aggressiv, eifernd, anmassend, masslos und apodiktisch. Da ist eben vom „Tugendterror“ die Rede, vom „Gender-Wahn“, von der „Religion der Gleichheit“ und der „Lebensfeindlichkeit“ des Egalitarismus. Ihre Worte sind zündelnd, gehässig, ätzend. Dazu passen Aufrufe, „Widerstand“ zu leisten und die Gesellschaft im Stile von Al Qaida zu unterwandern. Diese Leute schreiben und sprechen mit Dauerschaum vor dem Maul, auch wenn sie nicht mehr zu den jugendlichen Heissspornen gehören, denen die „Enclave deliberation“ (Cass Sunstein) im Internet so manche Hemmungen abtrainiert. Auf begriffliche Schärfe, konzeptionelle Präzision und kluge Abwägung kann man lange warten. Da kann es dann schon einmal geschehen, dass das unschuldige Ideal der Chancengleichheit die „Sozialismuskeule“ übergebraten bekommt.
      Einen freiheitlichen Geist muss schon der Grad an Selbstsicherheit stören, mit dem solche Tiraden hervorgestossen werden. Viele komplexe Fragen der modernen Gesellschaft erlauben gar kein schnelles Ja oder Nein, Richtig oder Falsch, Schwarz oder Weiss. Häufig erschliesst sich die Natur eines Problems erst in der Nuance und gilt es auch zu seiner liberalen Lösung eine schwierige Balance zu finden, bei der sich die Akzente durchaus unterschiedlich setzen lassen. Wer sorgsames Wägen als memmenhaft abtun zu können glaubt, strebt nicht nach Erkenntnis, sondern masst sich an, schon alles zu wissen. Weil aber alle Erkenntnis nur vorläufig ist, wie Karl Popper lehrte, gilt es sich vor abschliessenden, gesprächsabschneidenden Urteilen zu hüten. Man tut gut daran, die eigene Position immer wieder überprüfen und den Zweifel zu pflegen. So fällt es dann auch leicht, sich gegenüber anderen Menschen und Meinungen tolerant zu zeigen – tolerant nicht etwa in jenem sauertöpfischen Sinn, dass man zähneknirschend duldet und herablassend gewähren lässt, was man im Grunde für irrelevant hält oder verurteilt. Sondern tolerant in jenem anerkennenden Sinn, dass man abweichende Überlegungen als intellektuelle Konkurrenz ernst nimmt und sie nicht daraufhin prüft, wie man sie am besten abschmettern kann, sondern daraufhin, was ihnen abzugewinnen ist.
      Der Liberalismus kommt aktuell an einen Punkt, an dem sich sein Schicksal entscheiden wird. Wenn es nicht gelingen sollte, sich von den Reaktionären zu befreien und zu intellektueller Ernsthaftigkeit, Anstand und Demut zurückzukehren; wenn es nicht gelingen sollte, der liberalen Ethik von Offenheit und Toleranz den ihr gebührenden Raum zu schaffen – dann verliert der Liberalismus seine Seele.

      Karen Horn lehrt ökonomische Ideengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist Vorsitzende der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.

    • northwoods sagt:

      Ach so, btw: Markus Krall, gesponsert von einem gewissen August von Finck junior.
      So sieht wohl der Erlöser der Libertären (selbst ernannte Kämpfer der Freiheit) wohl aus.

      Wieso man von der Verbindung zwischen Krall und von Finck junior und von der Geschichte der Fincks auf KenFM nichts hört ist mir unbegreiflich, aber nicht allzu überraschend.

  9. info@vernissage-laboratorium.de sagt:

    Sehr geehrter Herr Effenberger.
    Für London, genügt eine Poseidon, die Themse hinauf, bis zur City of London. Dann ist schon mal das Gros der Probleme, von uns Menschen gelöst.
    Die anderen reichen dann, für die dicht besiedelten Küsten der USA ( ca. 70% erwischt man da )
    Das Problem, der Islamo Faschisten, von Riad, kann man beruigt, dem Iran überlassen.
    Nur das Khasarisch Siedlerkoloniale Gebilde Israel, ist leider ein echtes Problem, weil es unter dem Schutz, von Präsident Putin steht, egal welche Völker Recht Verbrechen sie auch begehen.
    Also wird die Erpressung, der Welt, mittels ihrer 400 Atomwaffen weiter bestehen bleiben.

    • Hartensteiner sagt:

      Dir scheint nicht klar zu sein, dass schon ein "kleiner Atomkrieg", sagen wir mal, zwischen Indien und Pakistan, die nicht so viel vorzuweisen haben wie die "Großen", ausreichen würde, 10 Jahre nuklearen Winters zu produzieren, während den nichts wächst (vereister Planet). Um das zu überleben müsstest Du eine Menge Vorräte unter dem Bett haben.
      Das heißt aber auch, wollte der Westen meinen, einen Erstschlag führen zu können ohne dass ein Gegenschlag erfolgen kann – liegt auch da der Irrtum darin, dass es dann gar keinen Gegenschlag braucht. Der nukleare Winter kümmert sich darum.
      Eigenartig finde ich Deine Wut auf Israel. Englisch würde man sagen: "The pot calls the kettle black".

    • Hartensteiner sagt:

      Wenn schon Israel kritisieren, dann wenigstens so – also sachlich differenziert, erklärend. Fakten statt Mythen:
      https://www.rubikon.news/artikel/der-neue-alte-krieg/read
      Das ist eine Art von Kritik, der sich seit Jahren immer mehr Juden weltweit, aber auch in Israel, anschließen.

  10. Helmut Edelhäußer sagt:

    Ich kenne keinen Menschen in meinem Umfeld der da Freiwillig mit machen wird.

    • Hartensteiner sagt:

      Letztlich braucht man dafür niemanden. Ein Mausklick genügt – oder so ähnlich.

  11. Hartensteiner sagt:

    Versteht jemand, was die da machen? Die militärischen Pläne sehen aus, als würden die wie im 19.Jahrhundert Kavallerieeinheiten auf ihren Karten verschieben, die ggf. mit gezogenem Säbel losbrausen sollen. Ein Dutzend gut platzierter Atombomben und weg ist das ganze Zeug. Was also soll das?
    Wirklich gefährlich sind dagegen die pausenlosen Versuche einer Unterwanderung doch auch da ist es mehr als fragwürdig, dass das weit führt. Russland ist einfach nicht die Ukraine, die als ein künstliches Gebilde keine einheitliche Identität hatte. Und genau daran fehlt es Russland nicht. Wer's nicht glaubt, schaue darauf, wie aus den letzten Ecken des Riesenreiches 1941+ die Menschen herbei strömten, ihr Land zu verteidigen. Doch auch soweit käme es diesmal nicht, wenn sich Europa und die USA in nukleare Wüsten verwandeln würden, gefolgt vom weltweiten nuklearen Winter.
    Was also treiben da diese Kriegshetzer? Offensichtlich sind die – bewusst, doch eher unbewusst – von einem Rausch besessen, sich selbst vernichten zu wollen.
    Und die infantile deutsche Bevölkerung?
    Die begreift gar nicht mehr, was Krieg heißen würde. "Nach einem Boot is alles wieder gut!" stellt die sich das wie ein Computerspiel vor. Da kann doch gar nichts passieren, solange man brav die Maske trägt und Abstand hält.
    Denkverweigerung und Dummheit haben bislang noch jedes Reich, jedes Land irgendwann zur Strecke gebracht. Jetzt sind wir dran, so wie es aussieht.

    • Hartensteiner sagt:

      Nachtrag: Besonders abscheulich sind in diesem Spiel deutsche Politiker und Medien, die der Gedanke an eine atomare Wüste Deutschlands nicht im geringsten kratzt, wenn sie nur Streicheleinheiten und Pluspunkte für ihre Karriere in der Kolonialhierarchie bekommen. Mir fällt gerade kein Land ein, das in früheren Zeiten solche Kämpfer gegen das eigene Land nicht entsprechend bestraft hätte. Für Kolonien galt das allerdings nicht, da war es umgekehrt (Beispiele zuhauf, u.a. Lumumba usw. usw.).

  12. A.B. sagt:

    Schon im Logo ist zu erkennen, wo es brennen soll. Wann defendet sich denn Europe gegen die Aggressoren aus Fernwest? 21 wohl nicht mehr.

  13. Klaus-Peter Kostag sagt:

    Der gute alte Warenproduktions- uns Ausbeutungs-Kapitalismus hat fertig. Er killt sich gerade selbst. "Suicide by plunder capitalism!"
    Die Future-Kommunisten in China, die Russen und der Iran, vertraglich unschlagbar verbandelt nach amerikanischem Strategie-Fehler müssen nichts anderes tun als übrigbleiben.

    Sollte der tiefe Staat es noch nicht begriffen haben, dass ein Krieg in EUROPA prophylaktisch als Erstes die komplette nordamerikanische Geographie (samt staatlicher Strukturen der JewSA und NATO-Kanadas) auf Null stellen wird?

    Auch im russischen Generalstab sind paar Falken, sagt die Gerüchteküche, die nur allzugerne die POSEIDON für dann kommenden und steten Weltfrieden wirken lassen würden.

  14. Nevyn sagt:

    Russland hat sich inzwischen so erweitert, dass es fast überall an NATO-Grenzen stößt. Das kann ja nicht gut gehen. Besonders die Briten fühlen sich bedroht und befürchten offenbar Grenzstreitigkeiten mit Russland.

    • Nomaske sagt:

      Ich habe das Gefühl, dass sich Russland ganz prächtig um sich selbst kümmert. Die kratzt es momentan nicht, was die Hornochsen hier so tun.

      Welche Kampagne war jetzt wirklich ein Treffer?

      Das Schwert ist stumpf.

      Vielleicht dreht mal noch einer durch, aber im Großen und Ganzen ist doch außer Blabla nicht viel los.

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