GILETS JAUNES: Die Verletzten, die verstören (Les blessés qui dérangent)

! HINWEIS: Das Videomaterial enthält schockierende Bilder, die auf sensible Menschen verstörend wirken können !

In der aktuellen Ausgabe der Macht um Acht erläutert Uli Gellermann am Beispiel der Tagesschau die verzerrende Darstellung der Ereignisse um die Proteste der Gelbwesten in Frankreich.

Ja, die Gewalt, bei den samstäglichen Ereignissen quer durch unser Nachbarland, wird von beiden Seiten ausgeübt. Die Zeitung Die Welt meinte am 16.03.2019 ihre Leser so über die Proteste informieren zu müssen:

Zitat: Während der 18. Gelbwesten-Proteste in Paris kommt es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Ein Mannschaftswagen der Polizei wurde angegriffen, Demonstranten errichteten Barrikaden. Ein Wohnhaus geht in Flammen auf – das Feuer wurde vorsätzlich gelegt. Anarchie im Zentrum von Paris: Der Proteste der „Gelbwesten“-Bewegung sind am Samstag in massive Gewalt ausgeartet. Randalierer plünderten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées Geschäfte und setzten sie in Brand. Sie errichteten brennende Barrikaden und zündeten eine Bankfiliale an. (1)

Zum Ende des Artikels heißt es:

Zitat: Die Demonstranten werfen der Polizei übertriebene Gewaltanwendung vor. Anfang Februar beschloss die Nationalversammlung ein „Anti-Randalierer-Gesetz“, Anfang März stimmte auch der französische Senat zu. Durch die Novelle wurden Demonstrationsverbote deutlich erleichtert. Präfekten können ohne richterliche Grundlage Demonstrationsverbote gegen all jene aussprechen, „die eine besonders schwere Gefahr für die öffentliche Ordnung“ darstellen. Bei Zuwiderhandlung drohen den Demonstranten sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 7500 Euro (1).

Es stellt sich jedoch die Frage der Verhältnismäßigkeit, ob der martialischen Ausrüstung der Staatsgewalt, der unglaublichen Brutalität der Polizisten gegenüber den Bürgern. Der Radikalität der verdeckten Ermittler und Agents Provocateur.

Weit über 2000 Menschen erlitten zum Teil schwerwiegendste Verletzungen, die ihr weiteres Leben nachhaltig veränderten.

Am 27. Februar 2019 veröffentlichte die französische Seite Le Vent Se Leve ein Video, in dem am Ende explizit aufgefordert wird es zu teilen. Der Welt zu zeigen, was zumindest über deutsche Staatsmedien den Zuschauern größtenteils vorenthalten wird. Es sind Gespräche mit den Opfern, die einen fassungslos machen. Es sind Bilder die verstörend wirken (werden) für Menschen, die das Wort Gewalt nur in Verbindung mit Demonstranten bringen.

Unabhängig ihrer Biografie, wird Ulrike Meinhof hinsichtlich dieser Thematik wie folgt zitiert:

Ich halte die Straße keineswegs für ein ganz besonders geeignetes Mittel, seine Meinung bekannt zu machen. Wenn einem aber nichts anderes übrig bleibt, dann bin ich allerdings der Ansicht, dass es außerordentlich demokratisch ist, wenn es Leute gibt, die die einzige Öffentlichkeit, nämlich die der Straße, benutzen und davon öffentlich Gebrauch machen. „

Dies ist jedoch nur eine Detailwiedergabe des Gesamtstatements eines Interviews aus dem Jahre 1968. Es lohnt sich die gesamte Passage nochmals anzuhören.

Dieses demokratische Grundrecht wird aktuell in Frankreich über eine völlig unangemessene staatliche Brutalität den Bürgern tendentiell verweigert, entrissen, aus dem Leib geprügelt.

Die Redaktion von KenFM übernimmt diesen Aufruf. Teilen sie dieses Video. Diese Bilder müssen gezeigt werden, damit Menschen verstehen, wie ein Staatasapparat reagiert, wenn Unzufriedenheit seinen Weg auf die Straße findet.

Quellen:

1. https://www.welt.de/politik/ausland/article190393507/Gelbwesten-Proteste-Brennende-Haeuser-und-gepluenderte-Geschaefte-in-Paris.html

Originalvideo – französisch: https://www.youtube.com/watch?v=nuu4VKSmOs0

Video mit dt. Untertiteln. Vielen Dank an Holger T.: https://www.youtube.com/watch?v=OD4gZxTy6BI

Ulrike Meinhof im Interview: https://www.youtube.com/watch?v=SXIjOluD7Zg

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12 Kommentare zu: “GILETS JAUNES: Die Verletzten, die verstören (Les blessés qui dérangent)

  1. Das sind äußerst schockierende Bilder!
    Das ist eine Dokumentation von historischer Größe.

    Die „Grande nation“, Frankreich, hat unter dieser Präsidentschaft bei diesem Ausmaß von Terror und Gewalt gegenüber seinen französischen Bürgern, Mitmenschen, die ihr Recht auf Freiheit der Meinung und Demonstration ausübten, seinen Stand als Nation von Kultur, Vernunft und Freiheitlichkeit verloren.

    Wie der Arzt für Neuroichirurgie sagte: das sind Kriegsverletztungen!
    Unglaublich, welch Traumatisierung und Erschütterung diese französischen europäischen Mitbürger ausgesetzt waren und sind.

    Und die ekelhaften deutschen Pressorgane schweigen, die berühmte Süddeutsche Zeitung: Nichts, …die großartigen Qualitäsmedien – schweigen… DIE sind nichts anderes mehr als moralische Trümmerhaufen!

    Sehr bitter, sehr schockierend, sehr verstörend ist das was DER französische STAAT in Gestalt DIESES Polizeiapparats diesen Menschen antat und tut.
    SO ETWAS HÄTTE WOHL NIEMAND IM 21. JAHRHUNDERT IN EUROPA FÜR MÖGLICH GEAHLTEN.

    Es gehört tatsächlich Mut und Zivilcourage dazu diese Dokumentation zu veröffentlichen!

  2. Pete Walker:
    „Da die meisten emotionalen Flashbacks keine visuelle oder erinnernde Komponente aufweisen, realisieren die Betroffenen selten, dass sie eine traumatische Zeit aus ihrer Kindheit wiedererleben.“

    Alice Miller nannte das Reinszenierung.

    Mal abgesehen von Gesichtserkennung und Funküberwachung, wo man als Bürger auch nur verlieren kann …
    Was erreicht man auf „der Straße“ ?
    Seinen Körper hinzuhalten, damit die Schergen einen ordentlich nachhaltig verletzen können.
    Ja herzlichen Glückwunsch!
    Das ist kindisch – eine Reinszenierung des Kindheitstraumas.
    Das hat mit politischer Wirksamkeit herzlichst wenig zu tun.
    Pete Walker:
    „Psychoedukation ist daher ein fundamentaler erster Schritt in dem Prozess, der den Patienten dabei helfen soll, ihre Flashbacks zu verstehen und zu bewältigen.“

    Nach dem Verstehen und Bewältigen wäre politisch wirksames Handeln der Bürger möglich – möglicherweise vielleicht.
    NACH DEM Verstehen und Bewältigen … alles andere ist Reinszenierung.

  3. Mein aufrichtiges Mitgefühl für die vom französischen Staat per Polizei Traumatisierten. Diesen Verletzten gebührt volle Entschädigung und jedem ein Nationaldenkmal.

    Die Staatsgewalt ist nichts Neues in Europa, man denke an das Beispiel der Polizeigewalt bei den G8 Protesten in Genua.

    taz.de/!5087488/

    Und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unterscheiden sich auch die bei Demonstrationen eingesetzten Polizeieinheiten hier wenig von ihren Kollegen in Frankreich. Dürfen die Franzosen (Polizei und Militär) seit dem neuen Abkommen eigentlich auch in Deutschland eingesetzt werden bei Ausnahmezustand?

    • Sachsen: Polizei darf Verbrechen mit Gesichtserkennung und Handgranate bekämpfen

      heise.de/newsticker/meldung/Sachsen-Polizei-darf-mit-Gesichtserkennung-und-Handgranate-Verbrechen-bekaempfen-4374641.html

  4. Was für ein Horror. 🙁

    Aber es war abzusehen. Dieser Horror wird von wirklich vielen Europäern befürwortet, weil sie Leute wie Macron wählen und legitimieren.

    Und wenn jemand gewarnt hat in den letzten 20 Jahren (seit der eisernen Lady), dann wurde ihm nur lächelnd ein Aluhut empfohlen…

  5. Es könnte darum gehen gewalttätige Aufstände zu provozieren. Auch die Migrationspolitik wird wohl in diese Richtung gehen. Eine andere Vernünftige Erklärung habe ich noch nicht gefunden. Die Morde und Verbrechen durch die importierte Gewalt sieht im Umfang nicht anders aus und wie die Politik darauf reagiert ermutigt die Kriminellen damit weiter zu machen und produziert Wut bei der einheimischen Bevölkerung die so hoffen Sie in Gewalt enden soll.
    Wenn es dann Bürgerkriegs artige Zustände gibt kann die EU ihre Problem lösen. Absoluter Polizeistaat. Verhaftung von Kritikern, keine Meinungsfreiheit mehr usw. Man wird sich auf die Gewalt berufen und darum wird diese provoziert werden. Der EU läuft die Zeit davon, die Euroblase könnte sehr bald platzen und dann soll natürlich nicht die Wahrheit ans Licht. Darum finde ich die Proteste der Gelbwesten auch nicht sinnvoll. Es ist ja nicht klar was das Ziel ist und was erreicht werden soll. Jeder Verletzte und Getötete ist einer zu viel. Besser wäre es mehr Aufklärung zu betreiben, alles zu tun um Macron anzuwählen und eine direkte Demokratie einführen. Die Menschen in Europa waren immer der Meinung das sie die demokratischsten Länder sind. Es wird Zeit tatsächlich politisch zu werden, die Verbrecher abzuwählen und die sich selbst für Politik und Interessen zu kümmern. Und wenn es 10 Parteien gibt, dann ist das halt unsere Demokratie. Die transatlantischen Parteien allen voran die Schwarzen, FDP, Roten und Grünen müssen abgewählt werden. Es kann natürlich alles getan werden um auch die Form der Demokratie zu ändern, das kann ja parallel passieren aber die Menschen müssen verstehen was los ist. Vielleicht statt Demos einfach Infostände über Geldsysteme, die Amerikanischen Kriege, den Plan das die EU für einen Krieg gegen China aufgerüstet werden soll, usw. Die Menschen müssen jetzt Verantwortung übernehmen. Es wäre auch gut die EU in dieser Form aufzulösen und demokratisch zu machen. Warum braucht man ein eigenen EU Parlament wenn die Länder eigene Parlamente haben. Dann müssen halt die Parlamente zusammenarbeiten und diese Lobbyinstitution kann abgeschafft werden. Wir brauchen auch keinen EU Präsidenten und die Kommission muss sich aus den gewählten führenden Politikern der Staaten zusammensetzen, dann ist sie auch demokratisch legitimiert.

  6. Ich poste mal eine Kopie von einem Kommentar den ich auf RT Deutsch gelesen habe:

    Mann Stelle sich vor: Ein Aufklärungsprogramm für? Polizisten!

    Für Wem sie Arbeiten
    Wie das Gesetz die Aufgabe der Polizei beschreibt
    Wer hat die Befugnisse die Anweisungen und Befehle zu erteilen
    Wo kommt der Befehlshaber her – welcher Hintergrund – von wem Bezahlt
    Wie sind die Verteilungsverhältnisse im Land/ der Welt
    Wer Steuert die Verteilung der Güter / Löhne / Arbeitszeit
    Welche Renten Aussichten haben die Polizisten
    ..
    ..
    ..

    Man kann die Liste ausarbeiten. Man kann die Fakten den Polizisten, deren Angehörigen – Familie, Freunden mitteilen und sie zu einer aktiven Debatte motivieren.

    Der Staat, in seiner jetziger Form – korrupt und Marionette des Kapitals, ist in wenigen Monaten passè.
    Oder man lässt dem Adrenalin und Testosteron freien Lauf – verliert Augen, Handgelenke – wem Spaß macht…

    Wie ein kluger man mal gesagt hat:
    „Ein Polizist oder Soldat ohne korrekte politische Aufklärung – ist einem Terroristen gleich.“
    Sie tragen Waffen und sind bereit auf Befehl auf Zivilisten zu schissen!

  7. Also für mich sieht das aus wie Bürgerkrieg. Ich erkläre mich voll solidarisch mit allen denen die gegen diese ungerechte Umverteilung protestieren. Eigentlich sehe ich hier auch eine große Chance wahre europäische Solidarität zu beweisen. Dazu müsste man sich nach Paris aufmachen.
    Von wegen das ginge uns nichts an. Ganzen im Gegenteil. Es ist geradezu unsere Pflicht hier nachbarliche Hilfe zu leisten, und auch eine Präventivmaßnahme, dass es uns nicht auch bald so ergeht.

  8. Erschütternd.. die Polizei schützt die Verbrecher und dient als Schutzwall der Reichen.
    Es ist wie die Wachen der Festung im Mittelalter…

    Ich sehe hier nur Helden und Freiheitskämpfer, die einen großen Preis bezahlt haben…

    Wenn wir alle aufstehen würden, wäre das ziemlich schnell vorbei.

    • Wenn wir alle aufstehen würden – und genau davor fürchten sie sich:

      „AKZEPTANZ FÜR HARTE MASSNAHMEN GESUCHT

      Aber sowohl Merkel als auch Kramp-Karrenbauer mahnen, dass man mehr Klimaschutz nur mit einer größeren Akzeptanz auch zu unpopulären Maßnahmen erreichen könne – gerade bei den Unions-Anhängern. “Wir müssen in aller Ehrlichkeit ganz deutlich den Bürgerinnen und Bürgern sagen: Es gibt keinen Klimaschutz, von dem niemand irgendwie betroffen ist”, warnte deshalb Kramp-Karrenbauer vorsorglich etwa am Donnerstag bei einem Treffen der mittelständischen Immobilienwirtschaft. “Klimaschutz wird sich bemerkbar machen, möglicherweise in Form von höheren Energiepreisen” oder anderen Anforderungen an Mobilität oder Bauen. Das müsse offen angesprochen werden. Ansonsten drohten Proteste wie die der “Gelbwesten” in Frankreich. “

      https://de.reuters.com/article/deutschland-klima-union-idDEKCN1RD1ED

      Das müsse offen angesprochen werden. Ansonsten drohten Proteste wie die der “Gelbwesten” in Frankreich. “

      Das müsse offen angesprochen werden. Ansonsten drohten Proteste wie die der “Gelbwesten” in Frankreich. “

      Das müsse offen angesprochen werden. Ansonsten drohten Proteste wie die der “Gelbwesten” in Frankreich. “

      ————— „Offen“ angesprochen heißt?

      Propagandistisch den Boden bereitet?

      (Denen geht der Arsch auf Grundeis.)

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