Glatt gelutscht: Sonneborn! Zweiter Weltkrieg von Russen begonnen

Von Uli Gellermann.

Seit Jahr und Tag gaben sich Konservative und Rechte große Mühe, die Geschichte umzuschreiben. Mit dem Trick-Begriff „Totalitarismus“ setzten sie das Nazi- mit dem Sowjet-Regime gleich und schoben so der Sowjetunion zumindest eine Mitschuld am 2. Weltkrieg zu. Diese Geschichtsfälschungsfigur fand nun ihren Höhepunkt in einer Entschließung des EU-Parlamentes, das tatsächlich diesen Satz absonderte: „ … dass die unmittelbare Folge des Molotow-Ribbentrop-Pakts, auf den am 28. September 1939 der Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen den Nazis und den Sowjets folgte, darin bestand, dass zuerst Hitlers Truppen und zwei Wochen darauf Stalins Truppen in die Republik Polen einmarschierten . . . und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs den Weg bereiteten“. Der Molotow-Ribbentrop-Pakt, gemeinhin Hitler-Stalin-Pakt genannt, ist der Dreh- und Angelpunkt einer Gleichsetzungs-Ideologie, die eine vorgebliche Schuld der Russen konstruiert. Seit dem Kalten Krieg wird mit diesem Konstrukt das Feindbild des bösen Russen an die Wand gemalt.

Solche historischen Fakten wie der Überfall auf Polen durch deutsche Truppen mussten bei der Entschließung ebenso unter den Tisch fallen wie die Millionen Toten, die von den sowjetischen Völkern im Kampf gegen Hitler-Deutschland zu beklagen waren. Auch dass der Überfall der deutschen Wehrmacht im Oktober 1938 auf dieTschechoslowakei mit freundlicher Duldung der westlichen Mächte Frankreich und Großbritannien trotz deren Garantien im Münchner Abkommen der eigentliche Auftakt des 2. Weltkriegs war, konnte das EU-Parlament keinen Moment von seiner Geschichtsblindheit heilen. Großbritanniens und Frankreichs höfliche Zurückhaltung haben Hitler fraglos zu weiteren Raubzügen animiert. Der alte Anti-Sowjetische Reflex, längst in die aktuelle Russo-Phobie überführt, ist einfach zu wichtig für das Aufpolieren jenes Feindbildes, mit dem sich damals wie heute die NATO-Hochrüstung begründen lässt. Noch ist der NATO-Zwei-Prozent-Beschluss nicht in allen EU-Ländern umgesetzt. Da muss noch eine Hass-Schippe nachgelegt werden.

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei, im Frühjahr und Sommer 1939, als die Ausweitung des Hitler-Kriegs vor der Tür stand, begannen Verhandlungen zwischen England und Frankreich einerseits und der Sowjetunion anderseits. Im März 1939 begonnen dauerten sie etwa vier Monate. Gegenstand war ein mögliches Militärbündnis der Mächte gegen Nazi-Deutschland. Den Regierungen war klar, dass der Krieg mit Deutschland vor der Tür stand. Der Vorschlag der Sowjets sah deshalb vor, dass die Sowjetunion, England und Frankreich sich gegenseitig verpflichten sollten, einander unverzüglich jeden, auch militärischen, Beistand zu leisten, falls gegen einen dieser Staaten eine Aggression unternommen werden würde. Der britische Gegenvorschlag sah nur eine einseitige Verpflichtung der Sowjetunion vor. Sie sollte sich zur Hilfeleistung an England und Frankreich verpflichten, die ihrerseits der Sowjetunion gegenüber absolut keinerlei Verpflichtungen übernehmen wollten. Lloyd George, zeitweilig britischer Premier, schrieb im Sommer 1939 in der französischen Zeitung „Ce Soir“: „Neville Chamberlain (brit. Premier), Halifax (brit. Außenminister) und John Simon (brit. Finanzminister) wünschen kein Übereinkommen mit Rußland.“ Um nicht isoliert und unvorbereitet in einen Krieg mit Hitler-Deutschland zu geraten, gewann die Sowjetunion durch den Molotow-Ribbentrop-Pakt zumindest Zeit zur Vorbereitung auf einen unvermeidlichen Krieg.

Der EU-Feindbild-Entschließung stimmten aus Deutschland – neben den obligatorischen Totalitarismus-Theorie-Verfechtern von CDU und SPD – auch Ska Keller und Sven Giegold von den Grünen und Martin Sonneborn, der Erfinder der Spaßpartei DIE PARTEI, zu. Bei den GRÜNEN, deren ideologische Gründung von maoistischen Funktionären und ihrer Russophobie beeinflusst wurde, erstaunt die flotte Bereitschaft zur düsteren Ausstattung eines Russlandfeindbildes kaum. Bei Sonneborn erklärt sich sein mangelndes Geschichtsbewusstsein aus seinem Besuch der katholischen Ursulaschule, einem katholischen Privatgymnasium in Osnabrück. Das war in einer Zeit, als katholische Einrichtungen noch garantierte Wähler-Reservoire der CDU waren. Da wurden komplizierte historische Zusammenhänge gern zugunsten klerikaler Vereinfachung brutal umgeformt. Der Martin hat einfach nichts anderes gelernt.

Sonneborn galt lange Zeit als ein Querdenker mit Ecken und Kanten. Die paar Kanten sind offenkundig durch die EU-Parlamentszeit glattgelutscht: Auch Spaß-Opposition ist anstrengend, und auf Dauer sehnt der Mensch sich doch nach dem Mainstream, aus dem er angeblich ausgestiegen ist. Bei dieser Reise heim ins Reich der Bürgerlichkeit helfen 160.000 Euro EU-Diäten jährlich sehr. Am schnellsten bekommt man sein Rückkehrer-Ticket, wenn man sich gegen die Russen wendet. Das freut die aus den 50er Jahren übrig gebliebenen Kalten Krieger und die Rüstungsindustrie. Die Rüstungslobby braucht immer Feindbilder, die den Verteidigungs-Etat begründen und so den Umsatz erhöhen. Von einem Satiriker wie Sonneborn hätte man witzigere Schreckgespenster erwartet: Der „Iwan“ ist seit Hitler als Klischee in Gebrauch und sehr abgenutzt. Sonneborn könnte sich, der Originalität halber, doch dem gefährlichen monegassischen Feind und seiner 116 Mann starken „Compagnie des Carabiniers du Prince“ widmen.

Ein Satz der EU-Entschließung ist besonders pikant; mit ihm wird erinnert, „dass EU-Mitgliedstaaten das kommunistische Regime gesetzlich zu einem ‚kriminellen Regime‘ und die Kommunistische Partei zu einer ‚kriminellen Organisation‘ erklärt“ hätten. Augenscheinlich kommt hier der Wunsch einiger baltischer Staaten und Polen zum Ausdruck. Aber vielleicht ist diese Formulierung doch dem Komiker Sonneborn zu verdanken, der einfach mal erleben möchte, wie die Volksrepublik China und ihre führende kommunistische Partei auf diese interessante Formulierung reagieren wird. Sicher wird Martin, der Lustige, im Konfliktfall mit einem fröhlichen „April! April!“ antworten: So geht die neue EU-Außenpolitik.

Bildquelle:  Markus Wissmann/shutterstock

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Dieser Artikel erschien am . September 2019 auf dem Blog Rationalgalerie.

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25 Kommentare zu: “Glatt gelutscht: Sonneborn! Zweiter Weltkrieg von Russen begonnen

  1. Und nochmal Sonneborn hat ursprünglich dafür gestimmt, dann aber mit der Begründung "die AFD habe für Verwirrung gesorgt" (ich glaube die war nicht ganz ernst gemeint) seine Abstimmung korrigiert. So steht's auch in den Dokumenten, die man über die Nachdenkseiten super leicht findet – pardon gefunden hat.

    https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2019-0021_DE.html
    (die Erklärung von Sonneborn dazu findet man natürlich irgendwo auf twitter, nicht beim Parlament)

    Ich kenne mich auf dem EU-Parlament leider nicht gut genug aus, um das Dokument mit den Abstimmungsergebnissen wieder zufinden – jetzt wo es anscheinend nicht mehr aktuell ist. Aber dort steht klipp und klar, das Sonneborn korrigiert hat.

    Enttäuschend ist, dass Nico Semsrott, der für die Partei gewählt wurde, und dann der Grünen-Fraktion beigetreten ist, geschlossen mit den "Die-Grünen-sind-nie-eine-pazifistische-Partei-gewesen"-Faschos von den, naja Olivgrünen eben, gestimmt hat. Und der hat meines wissens (stand 2 Tage alt) nichts dazu verlauten lassen.

    • In meiner History war das Dok noch verlinkt. Also als Nachtrag:

      https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/PV-9-2019-09-19-RCV_FR.pdf

      Auf Seite 24 ist die Abstimmung zur fraglichen Petition. Dort steht Sonneborn bei den Beführwortern (+) und dann ganz am Ende nochmal im Korrekturkasten unter (-).

  2. Martin Sonneborn hat mehr für die EU getan, als viele Deutsche EU Politiker zusammen: er hat es geschafft, dass sich viel mehr junge Leute als zuvor für Politik interessieren.

    In jedem seiner Videos hat er das Herz am richtigen Platz, er steht sogar aktiv ein für den Frieden. Als eine der ersten Handlungen wollte er eine Gewehrlaufkrümmungsverordnung als Gesetz ins Rennen bringen – und macht auch noch heute Werbung dafür.

    Herr Gellermann, bitte mit ihm nicht streiten.
    Auch seine Rede zur Republica war sehr gut. Er sagte dort, die EU an sich ist eine gute Idee, nur leider mit den falschen Leuten besetzt.

    • Das ist schon alles richtig. Aber das mit dem alternierend Ja und Nein antworten, wenn nicht jemand mit einer Bitte an ihn herantritt – das ist totaler Schwachsinn! Immerhin vertritt er schon ein paar Wähler und sollte deren vermeintlichen Willen beachten. Und hier lag er falsch – ist doch keine Spaßveranstaltung zu seinem Vergnügen!

    • Lieber McTheSpoon,

      Bitte lesen Sie sein Buch. Dann verstehen Sie, warum er mit Ja und Nein wählt. Mein Kommentar kann es nicht einfach erklären.

      Bitte, er ist ein Teil der Friedensbewegung. Ich verstehe nicht, warum Gellermann hier spaltet. Jeder Mensch wird doch in der Bewegung gebraucht.

    • Lieber peanut_de, ich möchte natürlich nicht spalten. Und Kritik, auch harsche, hat auch nichts mit Spaltung zu tun. Auf irgendwelche hirnlose Bürokratie mal mit ja, mal mit nein zu reagieren, ist ja ok. Allerdings, man kann auch üble Dinge hinter Geschwurbel verstecken.
      Und es gibt eben Entscheidungen, über die man, wenn man Teil der Friedensbewegung sein will, nicht nachdenken brauchen sollte.

  3. <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/revived/' rel='nofollow'>@revived</a>
    entweder haben sie Gellermanns Text nicht gelesen oder aber nicht verstanden.
    Es ging ausschließlich um die Verantwortlichkeit für den Kriegsausbruch, nichts anderes.

    Sie mischen dann "Holodomor und all diese Umsiedlungsidiotien, Schauprozesse" ein, um die hirnrissige und Geschichts-klitternde EU-Resolution zu rechtfertigen. Alles, was Sie erwähnen hat mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und seiner Verantwortlichen nichts zu tun.

    • Moin, revived, das was Sie betreiben ist ganz einfach Geschichtsfälschung! Entweder sind sie wirklich so unwissend wie naiv, oder Sie betreiben Propaganda fuer eine bestimmte Richtung, die ich dem Weltherrscher zuordne.
      In allen Veröffentlichungen der deutschen Faschisten im Verein mit den beiden Weltmächten USA und Gross Britannien, ging es um die Zerstörung und Rueckabwicklung der damals bestehenden Sowjetunion, als Folge der Oktoberrevolution von 1917, mit der Uebernahme der Werktätigen als bestimmende Klasse.
      Von Stalins resp. sowjetischer Seite gab es nicht im Geringsten Forderungen, die kapitalistischen Staaten zu eleminieren. Worum es ging, war die Herrschaftsverhältnisse in den kapitalistischen Staaten zu Gunsten der Werktätigen zu ändern.
      Dass Stalin jenen Pakt mit den Nazis geschlossen hat, war im Wesentlichen der Tatsache geschuldet, dass die Schwer-und Waffenindustrie zu weit im Westen angesiedelt war und nach Osten umgesiedelt werden musste, weil Stalin schon einen Angriff der Faschisten befuerchtete.
      Wenn jetzt von Ihnen der Stalin/Hitler Pakt angefuehrt wird, als Kriegsgrund, dann sind Sie geflissentlich ueber die Annexion der Tschechei, der "Heimholung" Österreichs u.a. kriegsvorbereitende Schritte hinweggehupft.
      Dass dann der Ueberfall auf Polen von deutschen Soldaten gemacht wurde und nicht von Stalin, steht zum Glueck noch in jedem Geschichtsbuch (wer weiss wie lange noch?)
      Cui bono ?
      Wer sich die heutige Weltkarte zu Gemuete fuehrt, kommt nicht umhin die Sieger im Westen zu verorten, also auch den Nachfolgestaat des Hitlerfaschismus als Vorteilsnehmer zu begreifen. Zwar nicht so, wie Hitler es sich vielleicht erträumt hat, aber zumindest als Vasall des Hegemons.
      Auch dass die Sowjetunion heute nur noch Geschichte ist, zeigt wie wichtig es den Imperialisten war, das erste Experiment der Neuzeit, die Werktätigen an die Macht zu bringen, zu zerstören.

      mfG

    • Gut, sie unterstellen mir Fehlbildung so wie das der Autor einem Komiker wie Sonneborn unterstellt. Ihr Stil. –

      Sind es nicht die Revisionisten im Westen, die behaupten, mit dem Faschismus hätten sich dieser Teil der Welt gegen Ungerechtigkeiten wie die Pariser Vorortfriedensverträge gewehr oder gegen die Bedrohung aus dem Osten (permanente Revolution und hier v.a. die massive finanzielle Unterstützung für deutsche Kommunisten zwecks Umsturz)?

      Und Sie gehen jetzt her und agieren vergleichbar, indem Sie die Hässlichkeit des Sovjetegimes als Notwehr bezeichnen?
      Lenin und Stalin wären friedliche Staatsonkels gewesen ohne den bösen Kapitalismus?

      Mit welchen Geldern wurden denn beide Ismen des 20. Jhd. aufgerüstet? Hat sich die Wallstreet (als Verkürzung) nicht auf dem weit entfernten Superkontinent Eurasien zwei Volltrottelideologien geschnappt und aufeinander gehetzt, um danach das Herzland zu beherrschen?

      Wer gab den Sovjets Weizen, damit das Regime nicht kollabierte?

      Beide Totalitarismen waren Empire-Spin-offs.

      Und ich habe kein Problem damit, wenn Sie diese Sicht der Dinge meiner mangelnden Bildung zuschieben.

    • Was heißt denn überhaupt Geschichtsfälschung?
      Jede Generation findet den eigenen Blicl auf die Geschehnisse.

      100 Jahre deutsche Alleinschuld an WKI ist ja dann auch irgendwann mal weggeplatzt. Weil man es nicht sagen / denken durfte. Oder weil die Dokumente nicht frei waren.
      Was wissen wir denn wirklich von den Diktaturen im 20. Jahrhundert?

      Ich lasse mich da nicht in die Ecke stellen. Das ist ja Schorsch-Dabbelju-mäßig: Entweder man ist Kommunist oder Geschichtsrevisionist.

    • Hallo, revived, ging es nicht um die Frage, wer den 2. Weltkrieg begonnen hatte? Darueber schrieb Gellermann und dazu habe auch ich einen Post verfasst.
      Sie selbst stellten die Frage gestern: "OK, wer ist denn dann verantwortlich für den Ausbruch von WKII?"
      Dass ich etwas weiter ausgeholt habe, liegt daran, dass ich Geschichtswissensluecken bei Ihnen vermute.
      Auch Ihre Antworten von heute, können meine Ansicht dazu nicht revidieren.

      mfG

    • Sag ich doch, jeder hat seiner Wahrheit.

      Wenn Sie meinen, dass der Weltkrieg am 1.9.39 begonnen wurde, dann hat das Hitlerregime den ersten Schuss abgegeben, darüber dürfte Einigkeit herzustellen sein.

      Ansnsten treffen da zwei spinnefeindliche Blöcke aufeinander, denen ich hüben wir drüben keine besondere Menschlichkeit zusprechen kann.

      Hier wie dort herrscht eine Kaste, Partei, Nomenklatura. Die einen spannen für eine Weltrevolution die Massen vor den Karren, die anderen für Lebensraum im Osten.
      Aber am 1.9. haben die Deutschen dem Rest der Welt den Krieg erklärt.

      Und bis heute müssen manche jeden Huster dazu pro-kommunistisch und anti-deutsch hindrehen. Aber ich glaube, dieser Selbsthass wird sich biologisch erledigen. Das interssiert heute keinen mehr. Auch nicht in Russland. DIe Leute sehen ihr Leben heute und dieses Gekrampfe um Wort in einer Resolution, die doch wirklich kein Aas liest, egal was am 1.9.39 geschehen ist.

      Damals hat der Staat Ost und West alles okkupiert, was das Leben der Menschen angeht. Die Fumktionäselite hat alles an sich gezogen. Reine Oligarchisierung. Jeder Idealismus war längst Opportunismus geworden.

      Sie dürfen den Despotismus im Osten gut finden. Ich finde ihn genauso unterirdisch wie den im Westen. Und ich kann mich definitiv nicht entscheiden, in welcher Hölle ich weniger gern zu Grunde gegangen wäre.

      Die Korrumpierung der Elite war im Osten nur noch offensichtlicher, weil der Anspruch ja mal ein anderen war (demokratisch, sozial, fürs Volk). Aber die an der Spitze waren nie fürs Volk. Auf keinem Zipfel dieser Erde.

      Die Tatsache, dass sich Russen weitgehend der Herrschaft unterworfen haben, spricht nicht für das Herrschaftsmodell an sich. Zaristische Untertanen sind den Versprechungen der neuen Götter gefolgt. Man dachte, schlimmer könne es nicht kommen.

      Die Möglichkeiten das Sterbern in den 1.000 Jahren zwischen 33-45 zu verhindern waren vielfältig. Gerdae auf Seiten der späteren Sieger.
      Aber ich weiß: Revisionismus.

      Deutschland war noch nicht genug am Boden und so hat man "uns" Hitler geschenkt mit allem Pipapo der modernen Technik, militärisch und propagandistisch.

      Wer ist denn an was schuld?

  4. Es geht um jenes Dokument?

    europarl.europa.eu/doceo/document/TA-9-2019-0021_DE.html

    Darin befindet sich auch dieser Sätze:

    2. betont, dass der Zweite Weltkrieg, der verheerendste Krieg in der Geschichte Europas, als unmittelbare Folge des auch als „Hitler-Stalin-Pakt“ bezeichneten berüchtigten Nichtangriffsvertrags zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und der Sowjetunion vom 23. August 1939 und seiner geheimen Zusatzprotokolle ausbrach, in deren Rahmen die beiden gleichermaßen das Ziel der Welteroberung verfolgenden totalitären Regime Europa in zwei Einflussbereiche aufteilten;

    3. erinnert daran, dass das nationalsozialistische und das kommunistische Regime Massenmorde, Völkermord und Deportationen durchführten und im 20. Jahrhundert einen in der Geschichte der Menschheit nie dagewesenen Verlust an Menschenleben und Freiheit verursachten, und gemahnt an das von den Nationalsozialisten verübte abscheuliche Verbrechen des Holocausts; verurteilt in aller Schärfe die Akte der Aggression, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die massenhaften Menschenrechtsverletzungen, die von Nationalsozialisten, Kommunisten und anderen totalitären Regimen begangen wurden;

    Die zwei Herrscher haben einen miesen Pakt geschlossen und jeder für sich entschieden, dass Völkermord und Deportationen schon ok sind.

    Muss man jetzt Herrschaft der KPDSU reinwaschen? Holodomor und all diese Umsiedlungsidiotien, Schauprozesse etc. Das gab es doch oder bin auch ich so einer, der in der Schule das falsche gelernt hat, wie der Autor unangenehm überheblich anzumerken sich nicht zu blöde ist?

    • Massenmorde, Völkermord und Deportationen waren ja auch ein völlig unbekanntes Phänomen in der menschlichen Geschichte. Bis diese unsäglichen Kommunisten auftauchten! Die Nazis mussten ja nur aufgerüstet werden, um diesen Horden von Unmenschen entgegenzutreten, ist dann etwas schief gelaufen, eben. Nur ein Beispiel, bis Ende der dreißiger sind US-Amerikaner als Manager von Ford, GM, IBM usw. beim Reichswirtschaftsführer (der hieß damals Todt) angetanzt und haben sich falten lassen, wenn sie Pläne nicht erfüllt waren!

    • Korrektur: Hjalmar Schacht, Hermann Göring und Walther Funk waren in der fraglichen Zeit Reichsminister für Wirtschaft. Todt hat die Autobahnen gebaut.

  5. Die taz schreibt am 14. 9. 2017
    "PARTEI wählen ist das Letzte
    Elitär, bourgeois und amoralisch"
    unter anderem steht dort:
    "Sie ist oben. In ihrem moralischen Gestus ist sie letztlich amoralisch. Und das Interessante an ihr ist: Je mächtiger sie wird, desto antiaufklärerischer ist sie."

    Um die Person Martin Sonneborn zu verstehen bzw. nicht zu verstehen, ist folgendes interessant:

    13.10.2018
    Verkleidet als Hitler-Attentäter auf der Frankfurter Buchmesse: Martin Sonneborn kommt als Stauffenberg zu Höcke-Lesung

    Folgende Auffassung von Martin Sonneborn ist jedoch mehr als korrekt:
    Er spottete in einer Rede über Ursula von der Leyen – „völlig kenntnisfreie Ministerin“.

    Dann warb die Partei in Sachsen (im August) u.a. mit Hakenkreuzen für die CDU.

    In diesem Zusammenhang ist folgendes interessant:
    Das System Octogon – Die CDU wurde nach 1945 mit Nazi-Vermögen und CIA-Hilfe aufgebaut.

    Wer also wie Die Partei im CDU-Wählen eine Kriegsgefahr sieht, der irrt demnach nicht. Schließlich nimmt die CDU/ CSU doch die meisten Parteispenden vom Finanzsektor an und sie blockiert mit ihrem Lobbyismus eine funktionierende Demokratie, obgleich es diese mit dem Nationalstaatenprinzip vermutlich ohnehin nicht geben könnte.

    Jedenfalls war die Welt vor dem Zweiten Weltkrieg völlig überschuldet.

    Es gibt diesbezüglich Aufsätze wie
    Finanzmärkte und Realwirtschaft in der Weltwirtschaftskrise
    1929-1932 und in Keynes’ „General Theory“

    Aber gibt es beim derzeitigen Geld- und Bankensystem überhaupt Märkte?

    Schließlich ist doch mit Fiatgeld gar kein Wertetausch möglich.

    Die derzeit wieder rasant ansteigenden weltweiten Schulden sind jedenfalls eine Folge der Geldentstehung als Schuld und der fehlenden Abbaubarkeit des völlig unkontrolliert als Schuld in Umlauf gebrachten Geldes.

    Bezüglich des Zweiten Weltkriegs ist es interessant, dass sich Gottfried Feder, seinerzeit Mitglied der NSdAP, autodidaktisch mit Fragen der Finanztheorie auseinander gesetzt hatte.

    Dann kam der Hitlerputsch und Gottfried Feder bekam kein offizielles Parteiamt.

    Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wandte sich die Wirtschaftspolitik der NSDAP von der antikapitalistischen, jedoch nicht von der antisemitischen Haltung Feders ab.

    Was die Rolle Russlands beim Zweiten Weltkrieg betrifft, habe ich im Internet folgenden Aufsatz gefunden:
    "Stalins geheime Kriegspläne
    Warum Hitler in die Sowjetunion einmarschierte"
    Freigegebene Beweise aus sowjetischen Quellen hätten nahegelegt, dass Moskaus Außenpolitik nicht von Neutralität gelenkt wurde, als in Europa 1939 der Krieg ausbrach.

    Jedenfalls griff die Sowjetunion vor ca. 80 Jahren Polen an.

    Ob die Partei "Die Partei" mit ihren Behauptungen bezüglich der Rolle Russlands recht hat, sei einmal dahingestellt.

    Ich kann es jedenfalls nicht eindeutig erkennen, dass "Die Partei" etwas Falsches behaupten wollte, weil "Die Partei" eben auch eine satirische Partei ist.

    • Zur Rolle Russlands beim WKII
      1. die Sowjetunion war nicht Russland. Zur Sowjetunion gehörten 15 Republiken von Kasachstan bis Lettland, Litauen und Estland.
      2. Stalin war Georgier
      3. polnische Politiker planen aktuell zusammen mit Griechenland eine 900 Mrd. $ schwere Reparationsforderung an Deutschland und nicht an Russland zu stellen. Aber wer weiß, vielleicht kommen sie noch auf die Idee Reparationsforderungen an Russland zu stellen, weil die Rote Armee bei der Überwältigung des Nazi-Regime
      polnisches Gebiet verwüstet hat.
      4. Die zu Beginn von WKII annektierten polnischen Gebiete durch die Sowjetunion gingen nicht an Russland, sondern an die Ukraine, Weissrussland und Litauen. Im Übrigen genau die Gebiete die sich Polen im polnisch-sowjetischen Krieg 1919-1921 durch einen Angriff angeeignet hatte. So friedlich wie sich die polnische Regierung darstellt sind sie mitnichten.

  6. Schlecht recherchierter Schnellschuss. Hat man deshalb den Artikel anonym veröffentlicht? Allerdings ist satirisches Abstimmverhalten à la Sonneborn letztendlich ein wirkfreier Egotrip. Die einen stimmen lobbygeleitet oder fraktionsgezwungen, Sonneborn als Zufallsgenerator ab. Beides ist eine Verhöhnung der demokratischen Idee und Zeichen von Dekadenz

  7. Sonneborn stimmt im Europaparlament immer abwechselnd mit "ja" und "nein" ab, solange er nicht von Dritten darauf aufmerksam gemacht wird, dass es eng würde und seine Stimme tatsächlich gebraucht wird (youtube.com/watch?v=4EVbXgmSUa4&t=5m20s).
    Es ist also sicherlich lohnend, dort nochmal genauer nachzuforschen: Da lassen sich mit Sicherheit noch gaanz viele Missetaten finden. 😉

    • So ist es, immer abwechselnd ja/nein außer seine Stimme würde wirklich etwas bewirken.
      Ich halte das für völlig legitim, es spielt keine rolle ob er für oder gegen etwas schlechtes stimmt wenn die absolute Mehrheit sowieso für das Schlechte gestimmt hat.

      Man sollte lieber mal recherschieren wann Sonneborn durch seine Stimme schon wirklich etwas gutes erreicht hat.

  8. Habe gelesen, dass Sonneborn dagegen gestimmt hat.
    https://mobile.twitter.com/WundeIn/status/1177194283494981632

    Tolle Literatur Empfehlung: Daniel Haffner – Der Selbstmord des Deutschen Reiches.
    Die Politik Hitlers gegen Russland wird heute noch so weitergeführt.

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