Guam: 1917 eröffneten die USA hier den Krieg gegen Deutschland und heute den nächsten Weltkrieg?

von Willy Wimmer.

Das kaiserliche Schiff mit dem Namen „Comoran“ ist heute noch von der Hafenmole aus in Guam auszumachen. Dort hat es sich 1917 selbst versenkt, nachdem die USA den ersten amerikanischen Schuß auf Deutschland nach der amerikanischen Kriegserklärung gegen das kaiserliche Deutschland erklärt hatten. Mehr als zwei Jahre hatte die Comoran im Hafen des amerikanischen Übersee-Gebietes mangels ausreichender Kohleversorgung gelegen. Die  deutschen Marinesoldaten fühlten sich auf der Insel wegen der überaus freundlichen Aufnahme durch die örtliche Bevölkerung wohl, bis die USA das Feuer auf das deutsche Schiff eröffneten.

Made in Germany bestimmt das Straßenbild auf Guam.

Auch heute ist die Verbindung nach Deutschland eng. Repräsentanzen deutscher Automobilkonzerne sind wie im Falle von BMW angeblich die größten auf amerikanischem Territorium. Dafür gibt es gute Gründe und diese liegen im Wochenend-Verhalten betuchter Japaner. Diese fliegen zum Golfspiel über drei Stunden Flugzeit am Wochenende aus Japan kommend auf der Insel ein. Dort warten in wohlgefüllten Garagen vornehmlich deutsche Luxuslimousinen auf die Golfer. Guam mag nicht im Mittelpunkt oder auch nur ahnungsweise deutscher Weltbetrachtung sein. In deutschen Konzernzentralen ist es ein Platz, den man kennt.

Das hat Guam mit Nordkorea gemein.

Auf Nordkoreas Straßen sieht es nicht anders aus. Seit eh und je dominierten edle deutsche Automobile den dortigen Straßenverkehr. Dort herrscht zwar kein Luft-Notstand für PKW wie in Stuttgart. Dafür erfolgt die Verkehrslenkung durch Models in Polizeiuniform an jeder Straßenkreuzung. Die bisher über dieses Land verhängten Sanktionen haben zwar dazu beigetragen, gut ein Drittel der Bevölkerung kleiner und dümmer werden zu lassen, als das für normal ernährte Menschen vorstellbar ist. Wenn man das Wort von der „humanitären Katastrophe“ einmal durchbuchstabieren will, muß man sich nur die Menschen auf den Straßen in Pyöngyang und anderswo ansehen. Dabei stand ökonomisch Nordkorea wegen der vorhandenen ökonomischen Basis weit vor dem heute prosperierenden Südkorea. Aber dann kamen die Wetterphänomene wie „El Nino“ und veränderten auf einen Schlag die Lebensgrundlage Nordkoreas. Von Landwirtschaft konnte keine Rede mehr sein. Die CIA-Mitarbeiter, die von diesem Wetterphänomen zwischen Lateinamerika und Nordkorea Wind bekommen hatten, verdienten sich durch Spekulation dumm und dusselig.

Guam ist die Wetter-Fahne für die weltpolitische Lage.

Die Entwicklung am Ende des Kalten Krieges machte vor Guam nicht halt. Im Gegenteil, wie die amerikanische strategische Planung deutlich gemacht hat. Zwar hatte man mit China nach der Übergabe Hongkongs von den Briten an das Mutterland vereinbart, die amerikanische „Siebte Flotte“ mit ihren Nuklearwaffen im Hafen von Hongkong auch künftig ankern zu lassen. Aber zuvor hatte man mit Subic Naval Nase und Clark Air Field auf den Philippinen wesentliche amerikanische Stützpunkte aufgegeben. Man zog sich vor etwa dreißig Jahren zurück und zwar nach Guam. Guam wurde von einer rückwärtigen Basis für amerikanisches Engagement in Asien zum amerikanischen nuklearen Hammer Asien  gegenüber.

Nordkorea und die USA agieren wie Verbündete im gegenseitigen und wohlverstandenen Interesse.

Die Lage ist komplex. Aber in Deutschland wird man sich künftig nicht mehr darauf zurückziehen können, Korea und Nordostasien als ziemlich weit entfernte Gegend zu betrachten. Die hiesige Regierungspolitik in Richtung: „Aufhebung des Parlamentsvorbehaltes bei Einsatz der Bundeswehr im Ausland“ hat nur notdürftig kaschieren können, daß es in Zukunft um den Einsatz der Bundeswehr in Korea geht. Davon geht man in Japan im Konfliktfall ohnehin aus. Die faktische Änderung des NATO-Vertrages vom regionalen Verteidigungsbündnis hin zu einem weltweit agierenden Aggressionsinstrument hat in diesem Zusammenhang letzte Zweifel beseitigt. Dabei umklammern sich die USA und Nordkorea seit langem.

Nordkorea rüstet fleißig auf und erlaubt es den USA damit, über das sogenannte „Raketen-Abwehr-System“ die Kontrolle über Staaten wie Südkorea und Japan auf Dauer aufrecht zu erhalten. Auf diese Weise muß niemand sagen, daß man eigentlich mit diesem System China und Rußland meint. Es ist wie in Europa mit dem gegen Rußland gerichteten System gleicher Art. Für China und Rußland bedeuten die nordkoreanischen Raketen mit möglicherweise nuklearen Sprengköpfen, die USA untolerierbar unter Druck gesetzt zu sehen, ohne selbst die Finger rühren zu müssen.

Die Eskalation auf der koreanischen Halbinsel stellt alles in den Schatten.

Chrustchow  und Kennedy konnten nicht nur rational handeln, sie hatten auch noch die Erinnerung an die Zeit eines gemeinsamen Bündnisses. Nichts von dem kann man heute sagen, obwohl jedes Jahr die tatsächlichen Militärübungen der Verbündeten USA und Südkorea den jederzeitigen Ausbruch eines Krieges nahegelegt haben und nichts von dem eingetreten ist. Da ging und geht es um die Existenz beider koreanischer Staaten. Heute greift ein Paria-Staat in dem bestehenden geopolitischen Gefüge nach der Möglichkeit, die nach eigenen Worten „unverzichtbare Nation“ mit einem Risiko zu konfrontieren, das diese Rolle in Frage stellt. Es ist beten angesagt, jedenfalls für den Rest der Welt.

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

Willy Wimmer war Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE 1994-2000 und Leiter der deutschen Delegation bis 2009.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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31 Kommentare zu: “Guam: 1917 eröffneten die USA hier den Krieg gegen Deutschland und heute den nächsten Weltkrieg?

  1. Thatsit
    sie können englisch lesen, sehr gut, dann lesen sie:

    Charles A. Beard, ‘American Foreign Policy in the Making, 1932 – 1940, A study in responsibilities’, New Haven, 1946

    Harry Elmer Barnes, ed., ‘Perpetual War for Perpetual Peace, A critical examination of the foreign policy of Franklin Delano Roosevelt and its aftermath’, Caldwell, Idaho, 1953

    Bruce Allen Murphy, ‘The Brandeis/Frankfurter Connection, The Secret Political Activities of Two Supreme Court Justices’, New York, 1983

    A.J.P. Taylor, ‚The Struggle for Mastery in Europe, 1848 – 1918‘, 1954, 1971, Oxford

    Lawrence R. Pratt, ‚East of Malta, West of Suez‘, London, 1975

    Simon Newman, ´March 1939, The British guarantee to Poland, A study in the continuity of British Foreign Policy’, 1976, Oxford

    Noam Chomsky, Howard Zinn, William Blum, et.al., ‚Superpower Principles, U.S. Terrorism against Cuba‘, 2005, Monroe

  2. Es ist Nordkorea, das der Bevölkerung Guams mit einem Atomschlag droht. Und es ist Recht und Pflicht der USA, dagegen militärisch vorzugehen, mit dem Ziel, die nordkoreanische Regierung völlig zu entmachten.
    Ich wäre sogar dafür, dass das ein Bündnisfall der NATO wäre. Die NATO sollte ihre Statuten anpassen.

    Dass die USA in den Ersten und Zweiten Weltkrieg eingetreten sind, war sehr richtig und hat die Welt de facto besser gemacht im Endeffekt. Der Erste Weltkrieg war von krankhaftem Militarismus in Europa, besonders in Deutschland geprägt. Im Zweiten Weltkrieg haben die USA als Staat entscheidend dazu beigetragen, die Nazidiktatur zu beenden. (Ich leugne nicht, dass es viele nicht-deutsche, und eben auch US-amerikanische, Nazi-Förderer gab, diese sind aber nicht der Staat USA!!)

    Die USA sollten meines Erachtens die nordkoreanischen Massenvernichtungswaffen – falls vorhanden – zeitnah militärisch zerstören. Ohne Unschuldige zu töten oder zu verletzten, und ohne einfache Bürger Nordkoreas zu töten oder zu verletzen.

    • Entschuldigung, Haben Sie sich einmal darüber informiert, welche Kriege Deutschland vor dem WWI geführt hat (sagen wir so grob zwischen 1850-1913) und welche Kriege die USA bzw. England geführt haben?. Dann sehen Sie, wer krankhaft militaristisch war/ist. Im übrigen klingt für mich Ihre Idee, die nordkoreanischen Massenvernichtungswaffen zu vernichten ein wenig simpel. Haben Sie auch eine Idee, wie das vonstatten gehen könnte, damit niemand dabei zu Schaden kommt?

    • Apropos Guam, das haben sich die US-Oligarchen im spanisch-amerikanischen Krieg von 1898 unter den Nagel gerissen:

      USA versus Nordkorea: „Wir sind Bauernopfer“
      12. August 2017 – Wolfgang Pomrehn

      Die eine Hälfte der Bevölkerung würde die Gefahr verdrängen und auf die Beschwichtigungen des Gouverneurs hören. Die andere Hälfte fühle sich als Bauernopfer und sei sehr wütend darüber, dass der koloniale Status der Insel sie in diese Gefahr bringe. Die Erinnerung an den zweiten Weltkrieg, als um die Insel zwei blutige Schlachten geschlagen wurden und die Bevölkerung drei Jahre unter japanischer Besatzung leben musste, sei sehr präsent.

      Guam (Guåhån in der Sprache der Einheimischen) ist eine ehemalige spanische Kolonie im westlichen Pazifik, gut 2.000 Kilometer östlich der Philippinen. Wie diese (sowie Kuba und Puerto Rico) war die Insel im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 von den USA erobert worden.

      Heute ist die Insel US-Außengebiet. Die gut 160.000 Bewohner gelten als US-Bürger, können aber den Präsidenten nicht wählen. Ihr Abgeordneter im Washingtoner Parlament hat dort kein Stimmrecht. Die Insel ist außerdem ein strategisch wichtiger Marine- und Luftwaffenstützpunkt der USA in unmittelbarer Reichweite Ost- und Südostasiens. Die verschiedenen Stützpunkte nehmen laut Truth Out etwa ein Drittel der Insel ein.
      https://www.heise.de/tp/news/USA-versus-Nordkorea-Wir-sind-Bauernopfer-3798741.html

      Und diesen noch, zur Unterstützung des Olgrchiepostulats für die USA:

      USA – ein Imperium und eine Oligarchie. So Daniele Ganser gestern in Landau. Die westlichen Medien und die Politik in Berlin verweigern den Blick auf diese Realität.

      Die NachDenkSeiten waren Mitveranstalter eines bemerkenswert guten und gut besuchten Vortrags von Daniele Ganser in Landau. Bei der Einführung habe ich den Bogen geschlagen von der beklemmenden Situation unseres Landes und Europas angesichts der imperialen Kriege zu den Abschiedsfeierlichkeiten zu Ehren des scheidenden US-Präsidenten Obama in Berlin drei Tage vorher. Meine kurze Einführungsrede hängt unten an. Albrecht Müller
      http://www.nachdenkseiten.de/?p=35925

    • Ich las The Secret of Crewe House, 1920, Crewe House war wo Lord Northcliffe seine WWI Propagaganda, gegen Deutschland, produzierte.
      Ein Buch zum Kotzen.
      Die Allierten führten Krieg aus Menschenliebe, für gerechte Frieden und Selbstbestimmung, Deutsche waren nur Barbaren die Weltbeherrschung wollten.

      Zwischen den November 1918 Waffenstillstand und das unterzeichnen des Diktat’s von Versailles wurde die Blokkade von Deutschland fortgesetzt, 900.000 Deutsche starben von Hunger, meist Frauen und Kinder.

      Das meist Interessante des Buches ist eine Kopie eines Pamflets was Northcliffe produzierte, wo eine Karte zeigt warum es den ersten Weltkrieg gab, die Berlin Baghdad Bahn.
      Die Briten fürchtenten das 1870 vereinigte Deutschland, die Briten waren wirtschaflich, technisch und sozial unterlegen, die Verbindung Berlin Baghdad über Land bedrohte die Britische Herrschaft im Mittleren Osten, auch fürchteten sie das Deutsche Produkte in India eingeführt werden konnten, das Britische Monopol bedrohend.

      Auch damals war Öl schon wichtig, 1916 war das erste Britische Schlagschiff mit Öl gefeuerte Turbinen fertig, Itan, Persien, musste das Öl versorgen.

      USA Bürger verstanden später das ihre Sohne gestorben waren für Britische Imperialismus, die USA ratifizierte Versailles nie.

    • „Entschuldigung, Haben Sie sich einmal darüber informiert, welche Kriege Deutschland vor dem WWI geführt hat (sagen wir so grob zwischen 1850-1913) und welche Kriege die USA bzw. England geführt haben?.“

      Hier ist die Rede vom ERsten und Zweitenb Weltkrieg. Und diese hat Deutschland verschuldet. Deutschland und ganz Europa können bis heute den USA dankbar sein, dass sie die Nazis besiegt haben.

      „Dann sehen Sie, wer krankhaft militaristisch war/ist.“

      1933-1945: Nazideutschland.
      Heute: Nordkorea.

      „Im übrigen klingt für mich Ihre Idee, die nordkoreanischen Massenvernichtungswaffen zu vernichten ein wenig simpel.“

      Es ist die naheleigendste Idee und man sollte die Dinge nicht noich komplizierter machen!

      „Haben Sie auch eine Idee, wie das vonstatten gehen könnte, damit niemand dabei zu Schaden kommt?“

      Man kann die Depots gezielt bombardieren, und Städte und Siedlungen möglichst verschonen. Außerdem kann man die Attacke kurz vorher ankündigen, damit die Ziele evakuiert werden können. Für etwaige US-amerikanische Luftwaffensoldaten wird natürlich eine Gefahr bleiben – glauben SIe allen Ernstes, es gibt einen risikolosen Krieg?
      Für die unschuldig Betroffenen ist aber auch Krieg nicht gleich Krieg. Es ist ein gewaltiger Unterscheid, ob man gezielt eine gefährliche Diktatur entwaffnet oder Unschuldie mit MAssenvernichtungswaffen tötet wie es Nordkorea androht.

    • „Entschuldigung, Haben Sie sich einmal darüber informiert, welche Kriege Deutschland vor dem WWI geführt hat (sagen wir so grob zwischen 1850-1913) und welche Kriege die USA bzw. England geführt haben?.“

      Hier ist die Rede vom Ersten und Zweitenb Weltkrieg. Und diese hat Deutschland verschuldet. Deutschland und ganz Europa können bis heute den USA dankbar sein, dass sie die Nazis besiegt haben.

      „Dann sehen Sie, wer krankhaft militaristisch war/ist.“

      1933-1945: Nazideutschland.
      Heute: Nordkorea.

      „Im übrigen klingt für mich Ihre Idee, die nordkoreanischen Massenvernichtungswaffen zu vernichten ein wenig simpel.“

      Es ist die naheliegendste Idee und man sollte die Dinge nicht noch komplizierter machen!

      „Haben Sie auch eine Idee, wie das vonstatten gehen könnte, damit niemand dabei zu Schaden kommt?“

      Man kann die Depots gezielt bombardieren, und Städte und Siedlungen möglichst verschonen. Außerdem kann man die Attacke kurz vorher ankündigen, damit die Ziele evakuiert werden können. Für etwaige US-amerikanische Luftwaffensoldaten wird natürlich eine Gefahr bleiben – glauben SIe allen Ernstes, es gibt einen risikolosen Krieg?
      Für die unschuldig Betroffenen ist aber auch Krieg nicht gleich Krieg. Es ist ein gewaltiger Unterscheid, ob man gezielt eine gefährliche Diktatur entwaffnet oder Unschuldige mit Massenvernichtungswaffen tötet wie es Nordkorea androht.

    • Unglaublich, hier wird vergessen das die USA all ihre Kriege und Verträge auf Täuschung und Lügen Basieren und dies hat Millionen an Menschenopfer gekostet, Gott wird kommen und für Ordnung sorgen, ein Dritter großer Krieg wird es nicht geben, Wir wollen kein Krieg , egal wo

    • Selbst wenn die USA mit Pearl Harbor ihre eigene Bevölkerung belogen habe (was ich nicht ausschließe, aber wofür ich auch keinen Beweis kenne) – Deutsche, die keine Nazis sind, müssen den USA dankbar sein, dass sie die Nazis besiegt haben. Im Krieg wird generell viel gelogen. Als Bürger muss man versuchen, sich dennoch so gut es geht zu informieren.

      Bezüglich Irakkrieg, Syren, Libyen etc.: Die USA haben da weniger das Problem der Lüge, sondern das Problem der dauernden Lobbyhörigkeit. Wenn man Diktaturen wie die von Saddam Hussein oder von Assad oder auch von Gaddafi direkt oder indirekt stützt, hat man ggf. dann das Problem, dass die Profiteure und Schergen dieser Diktaturen
      – mächtig werden
      – an der Macht bleiben wollen
      – und auch vor Krieg nicht zurückschrecken, um an der Macht zu bleiben.

      Offenbar haben die westlichen Lobbyisten und „ihre“ Politiker das ein wenig unterschätzt.
      Typen wie Assad und sein Clan nehmen jede direkte und indirekte Unterstützung des Westens an, aber sehen dennoch keinen Grund, kampflos zu verschwinden, nur wel der Westen jetzt etwas Anderes will (zumal es besonders schwachsinnig ist, dass die USA derzeit in der Tat ISlamisten unterstützen).
      Ich sehe es aber nicht ein, deshlab gleich für diese faschistischen und gewalttätigen Diktatoren zu sein.

      Ich schließe übrigens nicht mal aus, dass die Regierung Nordkoreas Zuwendungen aus westlichen oder „kapitalistischen“ chinesischen Kreisen erhalten hat. Die „Kreativität“ von Millionären, die hinter der Bühne Weltpolitik machen wollen, ist ziemlich uneingeschränkt.

    • Lieber Pieter Kamp, es wird den Fakten nicht gerecht, den Anteil des deutschen Militarismus und auch den des deutschen Faschismus an den Menschheits-Urkatastrophen der beiden Weltkriege durch die Zuweisung der Verantwortung für die Eröffnung des ersten oder zweiten Massenschlachtens auf die USA auszublenden. Das hat etwas von Pilatus‘ Hände in Unschuld waschen an sich. Hier ein Text über den Sozialisten Karl Liebknecht , den die Reaktion geflissentlich zu Beginn der Zwischenkriegszeit mit Rosa Luxemburg ermordete – ein Text, der aus nicht-sozialistischer Quelle kommt: http://www.deutschlandfunk.de/karl-liebknecht-kritik-an-europaeischer-ruestungsindustrie.871.de.html?dram:article_id=284655
      Passend dazu der Spiegel vom 14.6.2013: „Dabei half, schrieb der linke Sozialdemokrat Karl Liebknecht, „die persönliche Versippung der militärischen Bürokratie und der hohen Angestellten des privaten Rüstungskapitals“. Einflussreiche Bankiers und Unternehmensführer schickten ihre Söhne zum Militär und betrieben in den Offizierskasinos wie im Parlament intensive Lobbyarbeit für eine massive Aufrüstung. Allein der Krupp-Konzern, seinerzeit größter Waffenfabrikant, beschäftigte Hunderte Offiziere, die beurlaubt oder verabschiedet waren.
      So arbeitete die Rüstungsmaschinerie mit beeindruckendem Erfolg. Vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs stiegen die militärischen Ausgaben Deutschlands um mehr als das Doppelte auf 2,4 Milliarden Reichsmark – knapp fünf Prozent des Volkseinkommens. Die mit Kriegsbeginn zusätzlich nötigen Kredite bewilligte das Parlament mit den Stimmen der Sozialdemokraten.“ (http://www.spiegel.de/einestages/militarismus-im-kaiserreich-a-951161.html Das alles spricht eine andere Sprache, als die Abwälzung der alleinigen Verantwortung auf eine externe Macht.

    • „Verantwortung für die Eröffnung des ersten oder zweiten Massenschlachtens auf die USA“

      Der Zweite Weltkrieg wurde in keinster Weise von den USA ‚eröffnet‘!
      Die USA traten in den Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen ein, weil Großbritannien und Frankreich Gefahr liefen, den Nazis militärsich zu unterliegen.
      Daher kam ihnen ‚Pearl Harbor‘ natürlich recht. Denn die USA hatten damals eine Wehrpflichtarmee, und amerikanischen Müttern zu erklären, dass ihr Sohn mal eben ZWANGSWEISE seinen Kopf hinhalten soll, um den Briten „den A.. zu retten“ (sorry), wäre wohl nicht drin gewesen.
      Daher ist es sehr plausibel, anzunehmen, dass Pearl Harbor in der Tat von den USA getriggert wurde.

      Deutsche, die keine Nazis sind, können und müssen den USA bis heute DANKBAR sein.

    • Und vor allem im Vergleich mit dem, was – angesichts dieser Tatsachen – z.B. die USA mit Japan gemacht haben.
      Deutschland wird von der ganzen Welt um das wirklich gute Verhältnis mit den USA beneidet.

      Gegebenenfalls wären die USA auch gegen Japan ohne ‚Pearl Harbor‘ vorgegangen, aber da hätten sie ein ähnliches Erchtfertigungsproblem gegenüber den eigenen Bürgern gehabt.

    • Liebe/r Thatsit,
      die Hauptlast der Befreiung vom Faschismus trug die Sowjetunion. Sie hatte die meisten Opfer, weit mehr als ein Vierfaches der ermordeten ca. 6 Mio. Juden => Quelle: http://www.zeit.de/2007/25/27-Millionen-Tote
      Die Rote Armee wird jetzt trotzdem z.B. in den Staaten westlich der russischen Grenze als Besatzungsmacht kommuniziert.
      Die Bundeszentrale für politische Bildung schätzt die Zahl der ermordeten Juden auf 6 Millionen (http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/der-zweite-weltkrieg/). Circa diese Summe kommt bei den meisten Recherchen.
      Die USA hatten nach dem 2 Weltkrieg eine sehr aufgewertete ökonomische Situation genossen, da sie als unzerstörte Siegermacht der Alliierten ihre Produkte weltweit feil bieten konnten. Die Staaten im sowjetischen Einzugsbereich waren von der Elbe bis ca. Moskau zum Teil weitgehend dem Prinzip der verbrannten Erde zum Opfer gefallen, das beim Rückzug der Wehrmacht vorherrschte: https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article119990792/In-groesstmoeglichem-Ausmass-zerstoeren.html

    • Es bleibt erstaunlich wie das Deutsche Heer Militarismus war, und die Britische Flotte nicht.
      Auch frage ich mich warum die viele Britische Kolonialkriege kein Militarismus war, nur weil die ausserhalb Europa geführt wurden ?
      Ian Hernon, ‚Britain’s Forgotten Wars, Colonial Campaigns of the 19th Century‘, 2003, 2007, Chalford – Stroud
      Winston Churchill, ‘The Story of the Malakand Field Force’, 1898, 2004, New York

      Die zwei Weltkriege begannen mit den 1870 Französische Attacke, es entstand das vereinigte Deutschland, was etwa 1900 das Britische Weltreich überlegen war.
      Wie Balfour schon 1907 gegen den USA Ambassadeur sagte ‚vielleicht ist Krieg das Billigste die Britische Wohlfahrt zu behalten‘.

      Versailles hatte als Absicht Deutschland für immer unterlegen zu machen, aber es errichtete sich aus der Asche.
      Und so kam die zweite Vernichtung, die auch kein Erfolg war, heute ist Deutschland England überlegen.

      Leider scheint es das Ziel Merkel’s zu sein Deutschland durch Immigration endgültig zu vernichten.

    • @ Bernhard Trautvetter
      Die Sowjetunion war selbst diktatorisch. In der Tat muss man angesichts der verheerenden Nazidiktatur sogar die Sowjetunion und die Rote Armee anerkennen. Natürlich war die ‚DDR‘ im Vergleich zu den Nazis immer noch ein kleineres Übel. Aber die ‚DDR‘ war wie die anderen Ostblockdiktaturen eben alles andere als ein freiheitlicher Staat, sondern sperrte ihre Bürger ein.

      Es waren die USA, die Großbritannien und Frankreich zu Hilfe kamen und somit die Nazis entscheidend an der Westfront besiegten und daraufhin Demokratie und offene Grenzen in Europa unterstützten.

      „Nun ihnen scheint diese Rede offenbar entgangen zu sein. https://www.youtube.com/watch?v=vln_ApfoFgw&t=6s

      Ich bin des Englischen mächtig und daher verstehe ich, dass diese Rede überhaupt nichts mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun hat, sondern eher die Selbsttäuschungen eines US-amerikanischen Lobbyisten (der gegen die EU ist) widerspiegelt, der die USA zum ‚Imperium‘ umdichten will (was sie nicht sind, denn sie schaffen es nicht einmal in den von ihnen besetzten Ländern so etwas wie westliche Demokratie zu errichten und übernehmen keinerlei Verantwortung – wären die USA ein Imperium, wäre Irak ein US-Bundesstaat).

      „Versailles hatte als Absicht Deutschland für immer unterlegen zu machen, aber es errichtete sich aus der Asche.
      Und so kam die zweite Vernichtung, die auch kein Erfolg war, heute ist Deutschland England überlegen.“

      Versailles hat für Deutschland kein Problem bedeutet, es wurde aber als Gegenstand der Nazi-Kriegshetze benutzt.
      Die Nazis waren Mörder, deren Ziel es unter anderem war, alle Juden und alle Osteuropäer zu töten.
      Die Nazis haben den Zweiten Weltkrieg angefangen.

      „Leider scheint es das Ziel Merkel’s zu sein Deutschland durch Immigration endgültig zu vernichten.“

      Kanzlerin Merkel macht eine gute Außenpolitik, Deutschland steht international hervorragend da.
      Ohne die hysterischen Medienkampagnen würde ich nicht mal merken, dass überhaupt Flüchtlinge im Land sind. Ich bin zudem für ein weltoffenes Deutschland mit möglichst offenen Grenzen auch über Europa hinaus.
      Hingegen wären es blanke Nazimethoden, wenn Flüchtlinge nicht von Patrouillenbooten gerettet würden, sondern mörderische Beamte auf den Booten zuschauen würden, wie Flüchtlinge ertrinken.

  3. Die Deutsche Regierung vor den Wahlen, eine deutsche Bevölkerung die nichts ahnt, dass obwohl Deutschland auf Krieg gebürstet ist.
    Wer will sie stoppen, wenn nicht das eigene Volk?
    Nein man wird , nach alter Gewohnheit, den Krieg wählen, dieses Mal zählt aber nicht: „Wie haben nichts gewusst“, sondern Gleichgültigkeit und Ignoranz….
    Der Selbstbetrug hat schon krankhafte Züge, weil aus der Verlogenheit ,die Heuchelei entstand.!

    • Das stimmt ja alles. Dennoch gibt es eine noch viel größere Dimension zu bedenken: Die niederträchtigen Welt-Machtpläne gehen ja nun schon -auch schriftlich festgelegt- über viele Generationen und werden anscheinend trotz ihrer weltweit immer lebensbedrohlicheren Auswirkungen immer weiter verfolgt. Dagegen hätte selbst eine Generation kritischer oder aufständiger Menschen selbst kaum keine Chance. Irgendwann ermüdet jeder noch so mutige, optimistische und kämpferische Mensch. Selbst diejenigen, die es weiter vorantreiben, könnte man schon teilweise als Opfer bezeichnen. Ein gläubiger Mensch könnte das wohl mit „Satan’s Werk“ bezeichnen. Deshalb sagt Willy Wimmer vielleicht nicht nur aus Ironie, sondern auch im Ernst, es sei beten angesagt. Aus meiner Sicht ist es fortbetriebener Menschenwahn. Man kann es auch Satanismus nennen. Ich z.B. hoffe da auf Wunder.

    • Wenn dem so ist ,mein Verstand verweigert es immer noch daran zu glauben, dass ein paar Menschen die Welt in Schutt und Asche legen will, wenn auch erst nur einen Teil.
      Vielleicht fehlt mir die Phantasie dazu Menschen so viel Boshaftigkeit unterstellen zu können, obwohl man täglich sieht, viele sind es, aber noch viel mehr eben nicht, nur leider sitzen die nicht am Machthebel.!!!

    • Es sind eben nicht nur ein paar böse Menschen, sondern es ist soz. eine „Böse Apparatur“ ein generationsübergreifendes „Gedankenungeheuer“, das sich verselbstständigt hat.
      Es ist der Glaube an Macht und Gewalt, der seine niederträchtigen Wurzeln in das Menschtum geschlagen hat.
      Deshalb denke und sage ich immer wieder: An der Spiessigkeit und am Traditionalismus geht die Welt unter.

    • Deutschland ist nicht auf Krieg gebürstet, sondern nach dem Jugoslawien-Krieg, der ein voller Erfolg war, sicher in eine funktionierende EU eingebettet und endlich mit einer Berufsarmee versehen. Das heißt: Wer nicht in den Krieg will, muss es nicht. Und das ist das einzige, was grundrechtlich überhaupt zulässig ist. Wehrpflicht ist Diktatur.

    • Thatsit

      Sie:Deutschland ist nicht auf Krieg gebürstet, sondern nach dem Jugoslawien-Krieg, der ein voller Erfolg war

      Das ist Geschichtsverfälschung und wenn Sie noch behaupten würden, Deutschland war nicht in Afghanistan, ist nicht in Marli, unterstützt Amerika nicht gegen Syrien und ging in der Ukraine nur spazieren…dann wäre Ihr Märchen komplett!
      Aber damit schießen Sie den Vogel ab:Wer nicht in den Krieg will, muss es nicht.
      Waren denn die vielen Mio Toten der letzten Kriege nur Soldaten?

    • „Das ist Geschichtsverfälschung“

      Nein, Sie betreiben Geschichtsverfälschung, wenn Sie behaupten, dass Jugoslawien heute kein Erfolg sei. Dort wurden sämtliche faschistische Tendenzen beendet, die jugoslawischen Staaten sind nun europoäische Demokratien und teilweise bereits in der EU.

    • Gewohnheit? Vielleicht ja, aber bedenke das alle Menschen in dieser Verlogenen Matrix hineingeboren wurden, nur ca 2 % der Menschen auf der Welt sind Erwacht und der Rest lebt auf der dunklen Seite weiter, deshalb dürfen wir keine schuld fragen aufstellen sonder vielmehr lautet die Frage wie bekommen wir die verzierten Seelen Wach

  4. Im Sinne von „Nie wieder Krieg (ohne uns)!

    Deutschland baut militärische Kooperation mit Chinas Rivalen in Ostasien aus
    7.08.2017
    Die ostasiatische Pazifikregion ist ein spannungsgeladener Konfliktherd. Der Streit um Nordkoreas Atomprogramm und Chinas Gebietsansprüche stehen dabei im Vordergrund. Berlin vertieft derweil die militärische Kooperation mit Chinas Rivalen Japan und Südkorea.

    Wie die auf Außenpolitik spezialisierte Nachrichtenseite German Foreign Policy diese Woche berichtete, baut Deutschland seine militärische Zusammenarbeit mit den ostasiatischen Rivalen Chinas aus. So haben Berlin und Tokio weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit Mitte Juli ein Abkommen unterzeichnet, das die „Zusammenarbeit im Bereich Wehrtechnologie“ intensiviert. Berlin ist bestrebt, von dem wachsenden Militärhaushalt Japans, der dieses Jahr zum fünften Mal in Folge erhöht wurde, durch den verstärkten Export von Rüstungsgütern an den Inselstaat zu profitieren.
    (…)
    Derweil treibt Japans Ministerpräsident Shinzō Abe die Militarisierung seines Landes voran. Er will den Verfassungsartikel abschaffen, der Militäreinsätze im Ausland verbietet.

    „Im deutschen Establishment wird dies grundsätzlich begrüßt und gefördert. Im November 2016 hat der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck auf einer Japanreise bei der Bevölkerung, in der es noch erhebliche Widerstände gegen die geplante Verfassungsänderung gibt, um Zustimmung zur Militarisierung des Landes geworben“, schreibt German Foreign Policy.“

    Engere Kooperation auch mit Südkorea

    Das Webmagazin macht auch auf den Ausbau der deutsch-südkoreanischen Militärkooperation aufmerksam. Anders als Japan ist Südkorea schon seit Jahren ein bedeutender Abnehmer deutscher Rüstungsgüter. So exportierte Berlin zwischen 2001 und 2012 Militärgerät im Kostenumfang von 4,4 Milliarden Euro. Seitdem schwanken die Ausfuhren jährlich zwischen 200 und 500 Millionen Euro, während sie sich im Fall Japans jährlich noch im zweistelligen Millionenbereich bewegen. Dazu heißt es auf German Foreign Policy:

    „Einen wichtigen Posten bei den südkoreanischen Beschaffungen in Deutschland bilden HDW-U-Boote der Klasse 214; neun Exemplare davon werden – auf der Basis des deutschen Designs sowie deutscher Zulieferungen – von koreanischen Werften in Lizenz montiert. Seoul hat darüber hinaus Patriot-Flugabwehrraketen aus Deutschland übernommen und kauft in der Bundesrepublik Luft-Boden-Marschflugkörper vom Typ Taurus KEPD 350K. Laut Angaben des schwedischen Forschungsinstituts SIPRI war Deutschland in den fünf Jahren von 2012 bis 2016 Südkoreas zweitgrößter Lieferant von Großwaffensystemen.“
    (…)
    China dürfte diese Entwicklung mit besonderem Interesse verfolgen. Für das Land gilt übrigens ein Waffenembargo seitens Deutschlands. Vergangenes Jahr wurde ein Antrag zur Ausfuhr deutscher Rüstungsgüter nach China in Höhe von 5,27 Millionen Euro abgelehnt – es war der höchste Auftragswert aller im Jahr 2016 abgelehnten Anträge.
    https://deutsch.rt.com/asien/55282-deutschland-baut-militaerische-kooperation-mit-chinas-rivalen-ostasien/

  5. Lieber Willy Wimmer
    danke, einfach einmal meine Freude, über diesen erneut sehr wichtigen informativen + horizonterweiternden Text. Jetzt noch die Ergänzung, dass die USA schon mehrfach in Krisen die Nuklearpotentiale in Einsatzberektschaft versetzt haben, um mögliche Gegenhandlungen anderer Großmächte in Schranken zu halten. Es geht nicht alleine um den einen Präsidenten am roten Knopf. Es geht um den Knopf selbst undum die Tatsache der Existenzbedrohung für die Menschheit durch die Bombe. Sie gibt weder durch „Abschreckung“, noch durch“Modernisierung“ die Sicherheit, die die Militärs propagieren. Sie ist eine tickende Zeitbombe…

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