Gute Nachrichten!

Rubikon etabliert regelmäßiges Video-Format.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

von Elisa Gratias, Jens Lehrich.

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie die Überschrift dieses Artikels lesen? Skeptisch? Hoffnungsvoll? Erleichtert? Überrascht? Ungläubig? Neugierig? Alles auf einmal?

Wo nimmt der Rubikon gute Nachrichten her – in Zeiten intensiver Aufrüstung, Desinformation und Bereicherung einiger weniger auf Kosten aller anderen? Die Antwort auf diese Frage ist einfach: aus der gleichen Welt, wo die schlechten herkommen.

Neben all den Katastrophen und Gefahren für uns Menschen und unseren Planeten, von denen Sie im Rubikon und in anderen Medien aus dem einen oder anderen Blickwinkel erfahren, geschehen viele andere Dinge auf der Erde. Gute Nachrichten sind also der Normalfall.

Sie tauchen nur nirgends auf. Erfahren wir sie doch selbst die meiste Zeit am eigenen Leib.

Für das, was wir bereits wissen, brauchen wir die Medien nicht. Die Medien haben die Aufgabe, uns über außergewöhnliche Ereignisse zu informieren. Unser Weltbild über den Tellerrand unseres Alltags hinaus zu erweitern. Uns eine Orientierung zu geben, was in der Welt los ist.

Wenn wir den Medien – Mainstream und kleineren, unabhängigen Formaten – folgen, gewinnen wir jedoch den Eindruck, dass außerhalb unseres Tellerrands fast alles schiefläuft und die Welt jede Sekunde zugrunde geht.

Die große Mehrheit der Beiträge behandelt Krieg, Kriegsgefahr, Armut, Klimakatastrophen, Kapitalismus, Terror, Konflikte, Betrug… Unbewusst beginnen wir auf Grundlage dieser Eindrücke ein Weltbild im Kopf zu entwickeln, das wir als real empfinden.

Selbst wenn wir in unserem persönlichen Alltag die meiste Zeit angenehme Erlebnisse haben und Glück empfinden könnten, fühlen wir eine nicht wirklich greifbare, beständige Bedrohung um uns herum.

Das stimmt uns ängstlich, missmutig, traurig, wütend, frustriert … So laufen wir bedrückt durch unsere Straßen, wie auch die anderen, welche am gleichen Weltbild leiden wie wir. Wir wünschen uns eine bessere Welt, würden sie gern selbst verbessern, wenn wir könnten.

Doch wer wird die Zustände verbessern, wenn nicht wir?

Menschen, die nicht den Mut verloren haben. Menschen, die noch daran glauben, dass es auch anders gehen kann. Menschen, die ihrer inneren Stimme folgen und einfach da anfangen zu handeln, wo ihre Eingebung oder ihr Leben sie hingeführt hat.

Wo nehmen diese Menschen ihre Hoffnung und Kraft her? Vielleicht aus einem Weltbild, das nicht nur von schlechten Nachrichten geprägt ist?

Es ist also höchste Zeit, dass gute Nachrichten einen neuen Stellenwert erhalten. Gute Nachrichten aus dem Gebiet jenseits unseres Tellerrands. Gute Nachrichten, die das Gleichgewicht in unserer Wahrnehmung wiederherstellen.

Deshalb entwickelt sich der Rubikon mutig weiter und präsentiert im Rahmen der Mutmach-Redaktion unser neues „Good News“ Video-Format von und mit Jens Lehrich. Los geht es mit der Pilotfolge am 19. Mai 2018.

Wir sind Rubikon — damit unser Planet schon ganz bald wieder ins Gleichgewicht kommt.

Hier gehts zum Video:   Rubikon-„Good News“: Der Pilot

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Dieser Beitrag erschien am 19.05.2018 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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3 Kommentare zu: “Gute Nachrichten!

  1. @ Jean Heffner

    Ein System ist ein System ist ein System.
    Auch ein ‚Anarcho-Syndikalismus‘ wäre eines.
    Ist er ein System (und das kann zweifelsfrei belegt werden), enthält er Regeln.
    Diese Regeln existieren, weil sie seine strukturelle Stabilität gewährleisten sollen und müssen, denn es wäre mir neu, dass allen Menschen ein allgemein verbindlicher Konsens innewohnte, der sozusagen als ‚Selbstläufer‘ dafür sorgte, dass niemand auf die Einhaltung dieser Regeln achten muss.
    Muss aber jemand auf die Einhaltung von Regeln achten, auf diesen bestehen, muss er auch die Macht haben sie einzufordern und notfalls zu erzwingen.
    Was aber unterscheidet das System ‚Anarcho-Syndikalismus‘ dann von einem beliebigen anderen System?

    ‚Humanismus‘ wurde angeführt.
    Dieser ist ja noch nicht mal eindeutig und allgemein anerkannt definiert?

    KenFm et.al. haben nicht die ‚Aufgabe‘ dies oder das zu tun.
    Sie können sich selbst beliebig verorten und ihr Handeln selbst strukturieren und die Zielgebungen entscheiden und die aus deren Sicht sinnvollen, bzw. erfolgsträchtigen Wege dorthin selbst formulieren – oder eben auch nicht.

    Entweder verändert sich etwas aus sich heraus – keiner muss einer Pflanze in den Arsch treten, damit sie wächst – oder es verändert sich eben nicht – dann helfen auch Tritte in den Arsch der Pflanze nicht, wenn die Bedingungen für Wachstum nicht gegeben sind!
    Bevor man also irgendwelchen -Ismen das Wort redete oder zu deren Umsetzung auffordert, sollte man die Frage beantwortet haben, wie denn konkret Bedingungen auszusehen hätten, damit alle in der gewünschten Art und Weise wachsen und sich dann fragen, ob diese Bedingungen denn gegeben sind und falls nicht, ob und wie sie zu erstellen seien?

    Aber vor all diesen Fragen kommt eine noch sehr viel wichtigere:
    Kann man tatsächlich ALLE auf eine Form des (persönlichen) Wachstums einschwören und ist das sinnvoll bzw. tatsächlich wünschenswert?!
    Denn falls das nicht geht, weil persönliches Wachstum höchst unterschiedlich aussehen und ganz verschiedene Bedingungen und Zielvorstellungen benötigen kann, dann ist jede Idee zur ‚Revolution von allem‘ von vorneherein ad absurdum geführt und keine Lösung für irgendetwas.

    ‚Die Mitarbeit an einer Veränderung des Alltags aller…‘ – hören Sie sich mal selber zu!
    Das ist Manipulation hin auf eine Zielsetzung, die irgendwem gerade als alleinseligmachende und deshalb gefälligst von allen anderen zu akzeptierende und munter umzusetzende . Punkt.

    • (vor ‚Punkt‘):
      idealisierte Vorstellung vorschwebt.
      ALLE idealisierten Gesellschaftsentwürfe kranken daran – von Jesus bis Kropotkin – dass unter Ausschlus von zweifelsfrei real existierenden Aspekten eine vorgeblich ‚heile‘ Welt für alle entstehen soll?!
      Dabei ist ausnahmslos JEDER der Konzepteure nicht nur gescheitert, sondern die Antwort schuldig geblieben, wie denn real existierende Aspekte , egal wie negativ sie der Einzelne bewerten mag, verschwinden gemacht werden können, wo doch Polarität DAS Prinzip von ALLEM ist???

  2. „Der Bedarf an unabhängigen Medien steigt stetig, das merken auch wir beim Rubikon. Diese Entwicklung freut uns natürlich sehr, aber sie bringt auch eine große Verantwortung mit sich. Es stellt sich die Frage, wie wir eine starke humanistische Gegenbewegung für einen Ausweg aus dem bestehenden System organisieren. Das neue Video-Format des Rubikon ist eine erste Antwort darauf.“

    Diese Medien müssen eingebettet sein, in eine Bewegung, die die wirtschaftliche Lebensgrundlage der Menschheit reorganisiert. Ich persönliche favorisiere den Anarcho-Syndikalismus, weil er auf alle bspw. hier bei KENFM genannten Probleme dieser hiesigen, kapitalistischen Gesellschaftsform die Antworten (praxiserprobt) parat hält.
    Die Medien, von denen hier geredet wird sind zu unentschlossen, um diesen humanistischen Aussteig zu vollziehen. Ken Jebsen selbst hat in der Vergangenheit noch keine Auswege präsentieren können: Bei allen „Machern“ sind die Grundwidersprüche des bürgerlichen kapitalistischen Systems bestehen geblieben – Ausbeutung am Arbeitsplatz, politische Unmündigkeit usw – die Gesellschaftsform wurde nicht entsprechend angetastet, die Mitarbeiter in den gezeigten Betrieben bspw. sind nicht basisdemokratisch organisiert, sondern weiter zentralistisch.
    Ein derartiger „Ausstieg“ wäre nichts weiter, als das Überwintern des Alten im Mantel neuer Darstellungen.

    KenFM, Rubikon und wie sie alle heißen, müssen erst mal an Neuem liefern, statt immer nur kritisieren, dann sind sie auch als ernstzunehmende Gegner des Systems wahrzunehmen. Vorher nicht. Niemand mag Krieg – nicht mal diejenigen, die ihn führen. Die wollen nur an die Profite, gäbe es andere kapitalistische Wege, würden sie die nutzen. Die Kritik daran ist also nicht wirklich eine große Leistung.
    Der Ausweg daraus, die Entwicklung einer Gesellschaft die nicht in verfeindete Nationen und Klassen gespalten ist, DAS ist die Herausforderung, der auch u.a. ein Karl Marx nicht im mindesten gewachsen war, ganz egal, wie sehr er auch unverständlich herumphilosophierte.

    Die zukünftigen Aufgaben KenFM und anderer „Alternativer“ Medien besteh darin, ihr gutes kritisches Programm weiterhin komrpomisslos durchzuziehen, entgegen Welt, Spiegel, Bild &CO aber vor allem – weil es keine anderen gibt, die das leisten könnten: Vor Allem besteh die zukünftige Aufgabe der alternativen Medien in der Umsetzung einer positiven Zielsetzung und der Mitarbeit daran. Die Mitarbeit an einer Veränderung des Alltags Aller, kann bspw. darin bestehen, Ideen, die wirklich revolutionär sind (leider nicht wie die „Macher“ bisher), zu verbreiten und ihnen so Kräfte zuzuführen.
    Auch wichtig wären Lernprogramme über die Rechte, die die Menschen zur Gegenwehr bereits haben: Auf dem Arbeitsplatz lassen sich noch viel zu viele für Profitinteressen verarschen!
    Dann wären die altern. Medien in der Lage Streiks und Arbeitskämpfe so öffentlich zu machen, dass die Masse der Bevölkerung davon erfährt und sich nicht mehr isoliert fühlt: Aha, die kämpfen ja auch! Und dass die Kapitalisten dann nicht mehr mit den Firmen verfahren können, wie sie wollen, wei sonst ein Generalstreik gegen die ganze Kapitalistenklasse drohen würde… usw.
    Also die Betätigungsfelder sind zahlreich. Schwierig wird es nur, wenn sich die Alternativen Medien als DIE Revolution schlechthin begreifen und nicht als Bestandtteil sich ergänzender, kooperativer, solidarischer Bewegungen. Denn dann geraten sie in das absolutistische Fahrtwasser einer NSDAP oder einer DKP, die ihrerseits der Revolution ihren Stempel aufzudrücken in der Lage war, was die Revolution beendete und sie als Diktatur gegen die Bevölkerung verzerrte.
    Föderalismus in den Köpfen und Freiheit für die Einzelnen ist das A und O.

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