Guy Standing: bedingungsloses Grundeinkommen

Von Sean Henschel.

Bei der Frage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine gute Initiative wäre, gehen die Meinungen auseinander. Die einen halten ein Grundeinkommen für einen Weg, mit der die steigende Ungleichheit und Unsicherheit auf innerstaatlicher Ebene eingegrenzt werden könnte, während andere davon ausgehen, dass dies nur Faulheit und ein schmarotzerhaftes Dasein in der Gesellschaft fördern würde.

Das zuletzt erschienene Buch „Battling Eight Giants“ von Guy Standing, Professor an der britischen Universität SOAS (School of Oriental and African Studies), fasst nochmals die wesentlichen Punkte eines Grundeinkommens zusammen und stellt die bisherigen Erfahrungswerte dar. Es handelt sich um ein Buch, das kurz gefasst als Einstiegslektüre in die Thematik bestens geeignet ist, auch wenn die britische Gesellschaft in den Vordergrund gestellt wird. Zusammengefasst beinhaltet Guy Standings Grundeinkommensmodell folgende Punkte:

Basiseinkommen

Die Höhe des Einkommens sollte derart bemessen sein, dass es einen signifikanten Unterschied, eine wesentliche Besserstellung, zum Einkommen derjenigen darstellt, die gegenwärtig ein sehr geringes Einkommen erhalten. Allerdings soll lediglich eine gewisse Grundsicherheit und keinesfalls eine totale Sicherheit geboten werden.

Geld

Das Grundeinkommen würde in Geldform oder in Form eines gleichwertigen Ersatzes bereitgestellt werden und wäre auch nicht zweckgebunden.

Regelmäßigkeit und Vorhersehbarkeit

Das Grundeinkommen wäre als Auszahlungsanspruch konzipiert, der in regelmäßigen Abständen, beispielsweise monatlich ausgezahlt werden würde.

Individuell

Das bedingungslose Grundeinkommen würde jedem erwachsenen Individuum, unabhängig von Geschlecht, Ehe oder Familienstand, Einkommen oder Vermögen, Beschäftigungsstatus oder Behinderung ausgezahlt werden.

Bedingungslos

Wie der Name schon sagt, spielt die Bedingungslosigkeit ein zentrales Element im Rahmen des bedingungslosen Grundeinkommens. Eine verhaltensbedingte Auszahlung, geknüpft an eine arbeitsuchende oder anderweitige Tätigkeit wäre somit von vornherein ausgeschlossen. Zudem wäre das Grundeinkommen bedingungslos in der Hinsicht, dass Aktivitäten in der Vergangenheit oder Gegenwart unbeachtet bleiben würden. Jemand, der in der Vergangenheit wegen schwerer Vermögensdelikte straffällig wurde, könnte sich auf das bedingungslose Grundeinkommen als Recht berufen. Wie das Geld ausgegeben wird, bleibt ebenfalls irrelevant für zukünftige Auszahlungen.

Anspruchsberechtigte

Anspruchsberechtigt wären lediglich rechtmäßig ansässige Einwohner um Missbrauchspotential zu begrenzen. Eine Kompatibilität mit EU-Recht müsste ebenfalls berücksichtigt werden.

Unwiderruflichkeit

Das bedingungslose Grundeinkommen wäre unwiderruflich im Hinblick auf die Veränderung persönlicher oder einkommensbedingter Veränderungen.

Finanzierung und Bespiele

Es gibt zwei verschiedene Modelle die vorgestellt und diskutiert werden. Das erste Modell könnte bestehende staatliche Beihilfeleistungen und Subventionen ersetzen. Das zweite Modell würde zusätzlich und neben den bestehenden staatlichen Beihilfeleistungen und Subventionen gewährt werden, konzipiert als eine Art „soziale Dividende“.

Es gäbe verschiedene Möglichkeiten, ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren. Eine Möglichkeit wäre die Finanzierung aus Steuern zu ermöglichen. Zur Finanzierung könnte man auf eine Besteuerung des Einkommens, des Konsums, der Nutzung und Verbrauch natürlicher Ressourcen oder des Geldverkehrs zurückgreifen. Eine andere Möglichkeit wäre einen Staatsfond zu schaffen, der mittels Ausschüttung von Kapitalerträgen die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens gewährleisten könnte. Dafür lassen sich einige Beispiele finden: Der Alaska Permanent Fond wurde 1976 durch einen Volksentscheid eingerichtet und verwaltet die Gewinne aus der lokalen Ölförderung. Jedes Jahr wird die Hälfte der jährlichen Gewinne als soziale Dividende an die Einwohner Alaskas ausgeschüttet. In Norwegen existiert der staatliche Pensionsfond des Königreichs Norwegens, der über 800 Milliarden Euro verwaltet. Jedes Jahr kann 3% des Fondsvolumens zur Finanzierung von gesellschaftlichen Zwecken abgezogen werden. In North Carolina hat die indianische Gemeinschaft die Gewinne aus der Casinowirtschaft dazu genutzt, eine soziale Dividende an die Bewohner auszuzahlen. Es gibt zahlreiche Versuche und Initiativen weltweit, die mit der Einführung einer Art Grundeinkommen oder sozialer Dividende experimentieren oder jahrelange Erfahrung damit haben. Je mehr Erfahrungswerte erfasst werden, desto einfacher wird es, Schlüsse über Vorteile und Nachteile zu ziehen.

Einer der größten Vorteile, die ein bedingungsloses Grundeinkommen laut den jetzigen Erfahrungswerten mit sich bringen könnte, ist die Reduzierung von starker Ungleichheit, langandauernder Unsicherheit und chronischem Stress. Einige Befürworter halten ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine Maßnahme, die sogar eine Entlastung des Sozialstaats durch eine Reduzierung von Sozialkosten herbeiführen würde. Menschen die weniger gestresst sind und keine soziale Unsicherheit verspüren, werden weniger krank. Die Verbesserung der psychischen und körperlichen Gesundheit führt auch unmittelbar zu einer Erhöhung der Produktivität und Innovationsfähigkeit. Eine kranke Gesellschaft mit einer hohen Anzahl von Menschen in prekären Verhältnissen schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt.

In Deutschland gibt es den gemeinnützigen Verein „Mein Grundeinkommen e.V.“ der Spendengelder einsammelt und per Losverfahren ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1000 Euro monatlich (12.000 Euro jährlich) an die Gewinner auszahlt.

Quellen:

https://www.bloomsbury.com/uk/battling-eight-giants-9780755600632/

https://en.wikipedia.org/wiki/Guy_Standing_(economist)

https://www.youtube.com/watch?v=Ue8G_TT1cZY

https://apfc.org

https://en.wikipedia.org/wiki/Alaska_Permanent_Fund

https://www.nbim.no

https://www.youtube.com/watch?v=nnYhZCUYOxs

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle: andriano.cz / shutterstock

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Abonniere jetzt den KenFM-Newsletter: https://kenfm.de/newsletter/

+++

Jetzt KenFM unterstützen: https://www.patreon.com/KenFMde

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

26 Kommentare zu: “Guy Standing: bedingungsloses Grundeinkommen

  1. Das "bedingungslose Grundeinkommen" ist ein trojanisches Pferd. Mit nur ein bisschen Nachdenken muss einem einleuchten, dass das nicht funktionieren kann und andere Motive dahinterstecken müssen:

    https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/grundeinkommen-weltwirtschaftsforums/

    • Ja es ist und war abzusehen, dass die Herrschenden Eliten nicht ebenso einfach ihr Pyramidensystem herschenken.

      Es ist auch klar, dass ein Grundeinkommen, was den Reichtum, den die Menschen erzeugen, nicht aufteilt, sondern man zentralisiert wieder beherrscht werden soll und in Knappheit und Erpressbarkeit gehalten werden soll, abzulehen ist.

      Ein Grundeinkommen ist ansich eine gute Sache und eigentlich früher oder später ja unvermeitlich.
      Jedoch eben auf der Basis der demokratischen, denzentralen Bedingungen aus denen dann das entsteht was die Menschheit braucht.
      Ein Grundeinkommen ist abzulehnen, wenn es auf Knechtschaft aufgebaut ist und offensichtlich nur als Lockmittel dient, darüber den Machterhalt zu sichern und auszuweiten.
      Dummerweise rennt uns die Zeit ein wenig weg.
      Es kollidiert immer mehr der Fortschritt mit dem Arbeitsleben. Die Probleme sind deutlich sichtbar. Ebenso wie die Fassaden der Scheinrealitäten langsam bröckeln und immer mehr klar wird, das sich hinter dem Wort Demokratie nur eine Worthülse verbirgt und hier Minderheiten die Zügel halten und den ganzen erschaffenen Reichtum auf sich umlenken.

      Ich bin natürlich für ein Grundeinkommen. Es dürfte einleuchtend sein, dass sich der Sklave nach seiner Freiheit sehnt. Jedoch tausche ich ungern meine Fußfessel gegen die mich umgebende digitale Vollknechtschaft, auch wenn sie mir mein Strohbett, Wasser und tägliche Suppe garantiert absichert.

      Man sieht wieder klar das wir hier unter der Knute eines furchtbaren Diktators festsitzen, die sich als die "Guten" tarnen und für das Leid auf der Welt verantworlich sind.

      Systemwechsel und dann steht einem soliden BGE auch nichts im Wege, wenn es auf der Freiheit und den Errubgenschaften fußt.

  2. Die vielen Kommentare hier, die erwartungsgemäß ganz überwiegend ein bedingungsloses Grundeinkommen befürworten, zeigen doch vor allem eines: wie sehr die Leute die Nase voll haben von Entfremdung, Anpassungsdruck und Ausbeutung am Arbeitsplatz.

    Die Flucht in ein bedingungsloses Grundeinkommen ist dennoch der falsche Weg.

    Denn niemand kann garantieren, dass bedingungslos auch bedingungslos bleibt. Wir erleben ja gerade aktuell die Aushöhlung der Grundrechte. Wer garantiert uns denn, dass auch spätere Regierungen noch an der Bedingungslosigkeit festhalten und nicht schleichend nach und nach immer weitere Bedingungen einführen (siehe Hartz IV nach der Agenda 2010)? Denn seit eh und je gilt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“. Wenn also der Staat alleiniger Geldgeber ist, der für den Lebensunterhalt der Menschen aufkommt, wird er früher oder später auf die Idee kommen, Gegenleistungen dafür zu verlangen, mindestens ein gewisses Wohlverhalten. Bei der Festlegung, wie weit dieses Wohlverhalten zu gehen hat, wäre der Staat sehr weitgehend frei, weil ja der Bürger auf ihn als Geldgeber zu 100 % angewiesen wäre. Das bedingungslose Grundeinkommen würde also den Bürger in eine noch sehr viel weiter gehende Abhängigkeit vom Staat zwingen.

    Außerdem haben die karitativen, insbesondere die kirchlichen Spendenorganisationen doch längst die Erfahrung gemacht, dass Spenden, die man den Hilfsbedürftigen einfach gibt, deren Probleme meist nicht lösen, sondern dass "Hilfe zur Selbsthilfe" geboten ist, die es ihnen ermöglicht, selbst tätig zu werden, um ihre Situation zu verbessern. Das Konzept, den Leuten einfach nur leistungsloses Grundeinkommen zu geben, statt sie anzuspornen, etwas aus ihren Fähigkeiten zu machen, kann daher auch in unseren industrialisierten Breiten nur scheitern.

    Vor allem wären durch eine solche Entlastung des Bürgers von der Notwendigkeit, für sich selbst zu sorgen, die vielen Fleißigen und Tüchtigen im Lande in ihrer Entfaltung unangemessen benachteiligt, die es gewohnt sind und eine Freude daran haben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Sie wollen gerade nicht oder jedenfalls so wenig wie möglich von anderen gegängelt werden, seien es Arbeitgeber oder staatliche Behörden. Gerade ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, sehr weitgehend unabhängig und selbstständig ihr Leben zu gestalten und etwas aus ihren Fähigkeiten zu machen, wäre bei weitem einer Alimentierung durch den Staat vorzuziehen.

    Dazu müsste sich aber der Staat endlich entschließen, gerade die kleinen und mittelständischen Betriebe von der ungeheuren Abgabenlast zu befreien. Gerade Kleinbetriebe, wenn sie nicht über ganz erhebliches Kapital verfügen, scheitern regelmäßig schon nach wenigen Jahren an der horrenden Abgabenlast einer ganzen Vielzahl von Steuern, die für sie ohne teure Hilfe von Steuer- und Rechtsberatern schon längst nicht mehr zu durchschauen und zu bewältigen ist. Dies als Unfähigkeit abzutun nach der unsäglich billigen Devise "die können eben nicht rechnen", ist häufig verfehlt. Warum zum Beispiel muss ein Koch, der hervorragend ist in seinem Beruf, aber entsprechend seinen Fähigkeiten aus gutem Grund Handwerker geworden ist und eben gerade nicht Büromensch, warum muss der sich herumschlagen mit einem ausufernden und für einen wie ihn typischerweise gar nicht zu bewältigenden Papierkrieg, nur um als Restaurantbetreiber auch noch die letzte, noch so bürokratische Vorschrift, die sich der Staat einfallen lässt, korrekt zu erfüllen?

    Ganz offensichtlich will dieser Staat den selbstständigen, mündigen Bürger in Wirklichkeit gar nicht. Denn natürlich ist es für ihn viel einfacher und kommt seinem schier grenzenlosen Kontrollbedürfnis sehr entgegen, wenn der Bürger als abhängiger Lohnempfänger erhebliche Teile seines wohl verdienten Einkommens erst gar nicht in die Hand bekommt, sondern diese sofort direkt vom Arbeitgeber an den Staat abgeführt werden. Dieser Mentalität liegt ein völlig anderes, von tiefem Misstrauen und von Menschenfeindlichkeit geprägtes Menschenbild zu Grunde als in jenen Staaten – ja, solche gibt es – in denen Kleinbetriebe kaum oder überhaupt nicht steuerpflichtig sind und daher sich und ihre Fähigkeiten ungehindert von staatlicher Gängelung verwirklichen können.

    Wie viele Fähigkeiten schlummern in den allermeisten Leuten, die nie zur Geltung kommen, nur weil Staat und Wirtschaft sehr eng und zwingend vorgeben, wer und was in dem kapitalistischen System eine Daseinsberechtigung hat und wer/was nicht. Diese Fähigkeiten weckt man, indem man sie angespornt und ihnen die Chancen und den Anreiz gibt, etwas daraus zu machen, nicht aber, indem man sie mit Alimenten abfüttert, demotiviert und ruhigstellt. Ich bin sicher, es würde sich eine erstaunlich bunte, noch nie da gewesene Vielfalt wirtschaftlicher Tätigkeit entwickeln, wenn man es den Leuten viel leichter machen würde, ihre Ideen und Fähigkeiten zu verwirklichen. Stattdessen macht man den Restaurantbetreibern, Friseuren und sonstigen Kleinbetrieben gerade in Corona-Zeiten einfach nur ihr Geschäft kaputt. Dies führt zu einer Verödung und Eintönigkeit unseres Wirtschafts- und Gesellschaftslebens.

    Nicht die staatlichen Zuwendungen sondern vielmehr ganz allgemein die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen in diesem Lande und überhaupt in der westlich kapitalistischen Welt müssten sich also grundlegend ändern hin zu einem System, das wirklich den Menschen dient und nicht lediglich irgendwelchen Partikularinteressen.

    • Icke Rund, diesen Smiley werte ich nun aber als knallharte Zustimmung😉

    • "Wie viele Fähigkeiten schlummern in den allermeisten Leuten, die nie zur Geltung kommen, nur weil Staat und Wirtschaft sehr eng und zwingend vorgeben, wer und was in dem kapitalistischen System eine Daseinsberechtigung hat und wer/was nicht. Diese Fähigkeiten weckt man, indem man sie angespornt und ihnen die Chancen und den Anreiz gibt, etwas daraus zu machen, nicht aber, indem man sie mit Alimenten abfüttert, demotiviert und ruhigstellt. "

      Für den ersten Satz meine vollste Zustimmung. Hinter dem zweiten Satz steckt die Vorstellung, dass Menschen extrinsisch angespornt werden müssten um etwas aus ihren Fähigkeiten zu machen. Die natürlichere Motivation ist meiner Ansicht nach die aus sich selbst heraus entstehende Motivation. Diese zu erkennen und zur Geltung zu bringen müsste durch eine begleitende Bildung unterstützt werden. Grundeinkommen ohne diese Unterstützung geht tatsächlich in Richtung Brot und Spiele und wäre völlig verfehlt.

    • "Die natürlichere Motivation ist meiner Ansicht nach die aus sich selbst heraus entstehende Motivation. Diese zu erkennen und zur Geltung zu bringen müsste durch eine begleitende Bildung unterstützt werden. Grundeinkommen ohne diese Unterstützung geht tatsächlich in Richtung Brot und Spiele und wäre völlig verfehlt."
      Dem stimme ich uneingeschränkt zu.
      Einfach nur👍

  3. BGE Finanzierung Ulmer-Modell Pelzer/Rettel:
    Ohne Mehrkosten für den Staat kann allen Bürger*innen ein bedingungsloses Grundeinkommen in gleicher Höhe ausbezahlt werden – sofort und unkompliziert.

    2020 wurde das BGE mit monatlich 960 Euro inklusive Kranken-Pflegeversicherung berechnet.

    Das BGE kann jetzt sofort ausbezahlt werden, und kostet dem Staat nicht mehr als die Gelder, die der Staat im Moment für Hartz 4 inklusive der Bürokratie ausgibt – PLUS – dem Verzicht des Staates auf die Steuereinnahmen durch den Grundfreibetrag bei Lohn- bzw. Einkommenssteuer.

    Die Höhe des BGE wird nach dem Ulmer-Modell Pelzer/Rettel jährlich neu berechnet: (Bruttoinlandsprodukt (BIP) geteilt durch die Zahl der Bürger*innen).
    Das ergibt in diesem Jahr 1.284 Euro
    Davon geht die Kopfpauschale für die Kranken- und Pflegeversicherung in diesem Jahr 324 Euro ab. (Berechnung von Privat- und Pflichtbeträgen in den Gesundheitsfond geteilt durch die Zahl der Bürger*innen )

    Der Sozialstaat bleibt weiterhin erhalten:
    Anträge für Aufwendungen bei Behinderungen, Anträge für Wohngeld in Städten mit hohen Mieten, u.a.

    Wenn sich jemand für die konkrete Umsetzung interessiert:
    bge.finanzierung.ulmer-modell@t-online.de

    • Hm, t-online. Absoluter Mainstream. Denen glaube ich kein Wort, sorry.
      Aber denen da auch nicht, t3n, die unter Bezugnahme auf – ausgerechnet – die Tagesschau behaupten:
      "Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird es in Finnland auf absehbare Zeit nicht geben. Das – nicht unumstrittene – Experiment habe keine nachweisbaren positiven Effekte für den Arbeitsmarkt gezeigt."

  4. Das Hauptproblem, das gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen spricht, ist doch, dass folgende Frage bisher nicht aufgrund von Erfahrungswerten beantwortet werden kann, weil es noch nie eine flächendeckende Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens gegeben hat: Wie verhalten sich Menschen, wenn das spätestens seit der biblischen Vertreibung aus dem Paradies bestehende Naturgesetz einfach außer Kraft gesetzt wird: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen“? Was tun Menschen, und wer von ihnen tut überhaupt noch etwas, wenn sein notwendiger Lebensunterhalt ohne sein Zutun gesichert ist? Natürlich, jeder kann sich dann der Idee nach selbst verwirklichen, ohne dabei den Erwerb von Einkommen zum Lebensunterhalt im Auge haben zu müssen. Fragen der Rentabilität, der Anpassung an nicht selbst frei gestaltete Verhältnisse, der Unterordnung unter den Willen anderer, der Erpressbarkeit usw. könnten ganz wesentlich an Bedeutung verlieren. Es könnte sich eine Fülle von Dingen entfalten, die es heute noch nicht gibt und von denen wir nichts wissen, weil wir sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen gar nicht für möglich halten.

    Aber es stellt sich zunächst vor allem die Frage, wer ein flächendeckendes bedingungsloses Grundeinkommen finanzieren soll. Es müsste dann ja doch noch Leute geben, und nicht wenige, die über das bedingungslose Grundeinkommen hinaus so viel Einkommen beziehen, dass sie davon die Steuern zahlen können, die benötigt werden, um allen (allen wohlgemerkt!) dieses Grundeinkommen zu geben. Woher aber sollen diese „Mehrverdiener“ ihren Mehrverdienst bekommen? Etwa von denen, die nur das bedingungslose Grundeinkommen beziehen?

    Ich stelle mir einen Geschäftsmann (G) vor, der von dem Bezieher eines bedingungslosen Grundeinkommens- (BbG) einen bestimmten Preis X verlangt:

    BbG:
    „Wieso verlangst du diesen Preis von mir? Der ist viel zu hoch. Ich beziehe nur ein bedingungsloses Grundeinkommen und kann mir das nicht leisten. Das musst du verstehen.“
    G:
    „Schau mal, ich habe für meinen Geschäftsbetrieb Ausgaben, die du nicht hast, muss Miete für Produktions-, Büro- und Lagerräume zahlen, Material einkaufen, meinen Mitarbeitern ihren Mehrlohn bezahlen…“
    Da unterbricht ihn BbG:
    „Wieso zahlst du denen ihren Mehrlohn? Sind die denn nicht zufrieden mit ihrem bedingungslosen Grundeinkommen?“
    G:
    „Nein. Wenn ich denen keinen Mehrlohn bezahlen würde, würden sie nicht für mich arbeiten, sondern zu Hause bleiben, so wie du. Dann gäbe es nichts, was ich dir verkaufen könnte.“
    BbG:
    „Wieso genügt denen nicht ihr bedingungsloses Grundeinkommen? Wenn sie bei dir arbeiten, können sie sich doch selbst verwirklichen. Das genügt doch, damit haben sie doch ihren Lohn, da brauchen sie doch nicht noch einen zusätzlichen Lohn in Geld. Du selbst, lieber G, brauchst doch auch keinen zusätzlichen Lohn. Weil du dich ja mit deiner unternehmerischen Tätigkeit selbst verwirklichst.“
    G:
    „Aber wer zahlt mir die Miete für Produktions-, Büro- und Lagerräume, Material …“
    Wieder unterbricht ihn BbG:
    „Mann, wenn das alles so schwierig ist, warum bleibst du dann nicht zuhause und bist zufrieden mit deinem bedingungslosen Grundeinkommen?“

    • Einmal ins schwitzen kommen am Tag ist eigentlich ganz gesund. Erfahrungen zeigen, das sich die Menschen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen bekommen, sich auf sich Selbst zurück ziehen, um sich klar zu werden, was sie mit all der freien Zeit anfangen und nach einiger Zeit auch nutzen. 🙂

      Das ist was Herr Bundeswirtschafts- und Energieminister Altmeier am bedingungslosen Grundeinkommen bemängelt. (Siehe Interview mit T. Jung). Die Menschen leisten dann nichts mehr.

      Viele Produkte, wie Luxuswaren, Reisen und Dienstleistungen werden für Menschen, die sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen stark machen unwichtig sein ?

      Es gibt viele Bereiche, wie die Energiesolidarwirtschaft und Geld- Land- und Wertesolidargemeinschaft, sozialen Bildung und Kunst, der solidarischen Wohn- und Hauswirtschaft, der Land- und Wassersolidarwirtschaft, der technischen Solidarwirtschaft zur Förderung der solidarischen Mobilität, in denen reale Arbeit anfallen wird.

      Allerdings viel weniger, als heute. Dafür bekommen die Bürger und die Bürgerinnen Lebenszeit zur freien Verfügung gestellt, um sich kreativ, jeder und jede nach eigenem Gusto, beschäftigen kann.

    • Wenn der Herr Altmeier sich mal an das Gebot "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" halten würde, sähe er schon ganz anders aus!

    • @ citoyen invisible

      Die Anweisungen stammen aus Herrn Diesel Buch Solidarismus, von vor hundert Jahren. Die Sprache ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, die Idee ist gut.

    • Völlig einverstanden, was die eigene Selbstentfaltung betrifft, aber sehr skeptisch, wenn dies mit einem bedingungsloses Grundeinkommen bewerkstelligt werden soll.

  5. Der Volksglaube (anerzogen durch die sog. Besitzende Klasse) und die Demokratie verhindern es (auch hier lese ich wieder die Begriffe "Schlaraffenland" und "Ponyhof"), denn die "Arbeitsplatzinhaber" sind nicht bereit, diesen zu teilen (ich meine das deutsche Wort teilen, falls es noch jemand kennt). Sonst wäre schon längst die Wochenarbeitszeit um ca. die Hälfte gesunken. Oder aber die Bahn wäre pünktlich (z.B.). Stattdessen gibt es immer mehr Bullshit-Jobs für immer mehr Bullshit-Produkte.

  6. Der Fortschritt, die Automatisierung und der damit verbundene Wegfall der Notwendigkeit für diese Art von Arbeitsmodellen denen wir aktuell unterworfen sind, benötigen einen Ausgleich, wenn unsere Lebensgrundlage davon abhängt.

    Es steckt darin aber auch eine sehr große neue Art von Freiheit, die sich er Mensch dann im Anschluss nur sehr ungerne wieder nehmen lassen wird. Eine große Umwälzung des System wäre die Folge, aber auch nur bedingt an die Art und Weise wie man das Grundeinkommen umsetzt und gleichzeitig Mechanismen einhegt, die dieses neue System stetig an ihre Grenzen belasten würde.

    Es ist doch eigentlich eine gewisse Selbstverständlichkeit dass man sich von Zwängen befreien will.
    Wir alle verfolgen dieses Prinzip in unserem privaten Umfeld Tag ein Tag aus.
    Niemand kauft sich eine Geschirrspühlmaschine weil er das Geschirr spühlen von Hand liebt, sondern weil es einfacher ist und die Aufgabe umverteilt an die Maschine.
    Sensorgesteuerte Rasenmäher oder Staubsauger sind ne tolle Sache und so ergibt sich, dass der Mensch versucht seinen wahren Interessen zu folgen.

    Unser Arbeitsleben ist ein übertriebener Dauerzwang und genau den will man minimieren und abbauen. Das heisst nicht das Menschen daran Freude haben werden den ganzen Tag auf der Couch zu liegen. Aktiv sein Leben ausfüllen macht weit glücklicher als vor dem TV zu hocken und sich Chips zu genehmigen.

    Aktuell und seit vielen Jahrzehnten wird jedoch der Fortschritt oftmals nicht hin zu weniger Zwang und gelasseneren Arbeitsweisen und verkürzte Arbeit bei selben Lohn genutzt, sondern zu mehr Tätigkeit und höheren Profiten, die aber in den Taschen weniger verschwinden und die Masse an nicht benötigten Menschen noch als Böse hingestellt und unter laufender Erpressung, Drohung und wahnwitzigen Arbeitsverhältnissen und Bedingungen in jegliche Jobs genötigt, die keiner unter normalen Umständen annehmen würde. Also es werden kurz gesagt Verbrechen begangen und von allen Seiten gedeckt, was zu Dumping und immer prikäreren Verhältnissen führt.
    Gewinner sind immer die selben Leute und der Rest des Landes leidet, aktiv als Betroffener oder passiv, über die Struktur und den sich ergebenden Folgen wie Lohnstagnation oder Senkung, Mehrarbeit, Druck durch Angst vor Arbeitsplatzverlust, umfassendere Tätigkeitsfelder und gesundheitlichen Folgen etc., sowie die Stigmatisierung wenn man keiner Erwerbsarbeit nachgeht.

    Aber unser System mit dem stetigen Wachstumsdogma und Profitmaximierung, Umverteilung des Reichtums in wenige Hände, Besitzverhältnisse der Produktionsanlagen uvm. kollidiert mit der Vorstellung eines Grundeinkommens.

    Wir in GER leben auf zu großem Fuß. Natürlich nicht alle, aber eben als Gesamtwert so, als hätten wir 3 Erden die wir nonstopp plündern würden.
    Also stellt sich die Frage können wir alle SUV fahren, oder gar überhaupt ein Auto haben?
    Müssen wir sinnlosen Billigschrott herstellen, den wir gleich wieder wegschmeißen?
    Brauchen wir geplante Obsoleszenz?
    Ist es sinnvoll sich große Häuser anzuschaffen?
    Also um es abzukürzen, können wir es hinbekommen am Ende nur noch eine Erde zu plündern, die sich dann am besten aber auch davon erholen kann?
    Lieber nachhaltig Dinge produzieren, die so gemacht sind Jahrzehnte zu halten und wieder Reperaturwerkstätten vorzufinden, die Verschleißteile tauschen und man eine Woche später seine Küchenmaschine zurückerhält.

    Am Ende würde das also einen ganz anderen Kurs bedeuten. Weg vom aktuellen Plünder- und Ausbeutersystem.

    Ebenso werden viele Geschäftsmodelle entfernt werden, wenn die Leute die Wahl haben, was sie tun und wofür sie Ihre Zeit einsetzen und nicht vor einem über sie stehenden Chef dem sie dann vorgaukeln müssen, nur geboren worden zu sein, um genau hier zu arbeiten um ihn den Chef reicher zu machen und dankend den Krümel annehmen den man ihnen überlasst.
    Es geht mit einem BGE an die Wurzeln des Systems. Und das wird von den aktuellen Profitören und Systembetreibern rigoros seit langer Zeit unterdrückt und verhindert.
    Dummerweise kommen wir nun an die Grenzen dieser Entwicklung. Es lässt sich leider kaum noch verbergen und wegdrücken.

    Klar wir können Deutschland bzw. alle technologisch hochentwickelten Länder wieder zum Kartoffelacker machen und uns dann den besitzenden Unterwerfen… wie gehabt…

    Ein Grundeinkommen ist eigentlich eine Notwendigkeit. Teilhabe an den von uns erzeugten Werten und durch Maschinenarbeit ist selbstverständlich. Freiheit und entfernen der Zwänge ist eine der wichtigen Errungenschaften denen wir gerade eben bevorstehen.
    Es hat aber auch ein paar Tücken, besonders hin zum Start. Die Menschen müssen sich ja auch erstmal im Geiste auf eine andere Lebensweise einstellen und sich nicht mehr stetiger Fremdbestimmung gegenüber sehen.
    Da werden viele erstmal Jahre brauchen, um sich wieder ein echtes eigenes Leben zu formen. Oder Hilfe benötigen, da sie nicht gelernt haben einen soliden Weg zu gehen, sondern in sich zusammenzufallen wenn keiner sagt was wann wie und wo.
    Junge Leute werden damit weit weniger Probleme haben und neue Generationen wird es als Normalität gar nicht auffallen.

    Die Frage stellt sich natürlich noch, wie machen wir weiter mit den Dingen die wir aber als Mensch noch tun müssen, auch wenn sie nicht so toll sind. Wie teilen wir notwendige Bereiche auf, damit sich dieses neue System auch hält?

    Wird sich sicherlich alles fügen, aber das Wichtigste wäre, diesen Weg endlich mal zu beschreiten.
    Dies scheitert dummerweise nur genau an dem Pyramidensystem und dessen Struktur.

  7. Warum sollte ein BGE bedingungslos bleiben?
    Wenn uns die Geschichte eins lehrt dann das nichts in Stein gemeißelt ist und das man STÄNDIG an unseren Rechten sägt.
    Wo ist das Bankgeheimnis?
    Wo ist das Brief- und Postgeheimnis?
    Wo ist das Recht auf unveränderte und unmanipulierte IT?
    Wo ist das Recht auf Redefreiheit?
    Wo ist dieses Land, in dem eine Zensur nicht stattfindet?
    Wo sind die freien, unabhängigen ÖR?

    Es ist bemerkenswert wie bereitwillig sich einige noch mehr vom Staat abhängig machen würden wenn dieser mit Geld winkt.
    Mal ganz davon abgesehen das dieser Akt den Wert von Arbeit noch mehr, massiv drücken würde.

    • Eine Entwertung der Arbeit durch ein Grundeinkommen ist erst einmal eine Behauptung. Eine Weiterführung der bisherigen Produktionsweise sorgt aus 2 Gründen mit Sicherheit für eine dauerhafte, schleichende Entwertung der Arbeit. Erstens wird Arbeit stärker besteuert als Vermögen und zweitens verzinst sich Vermögen zuverlässiger und höher als Einkommen durch Erwerbsarbeit. Die Beibehaltung und Verschärfung der Arbeitsbedingungen trotz Steigerung der Produktivität zeigt deutlich welchen Stellenwert die Arbeitskraft in dieser Produktionsweise einnimmt.
      Ein BGE ändert erst einmal alles und ist sehr radikal. Eine jahrhundertelang eingeübte Konditionierung auf Einkommen nur bei "harter" Arbeit löst sich nur allmählich. Genauso schwer ist eine Konditionierung auf Wachstum von Vermögen zu lösen. In Kombination führt beides zu den bekannten, einseitigen Vermögenskonzentrationen und Umweltzerstörungen.

      Arbeit erhält erst dadurch ihren Wert, wenn man sie zu den angebotenen Bedingungen ablehnen kann. Inflationär erzwungene Arbeitskraft hat keinen Wert. Auch Bullshit Jobs werden Abnehmer finden, wenn man sie nur entsprechend entlohnt.

    • …jau8. Mensch hat ein Recht auf Arbeit… Die Besteuerung von maschineller Arbeit und Steuerfreiheit von "Handarbeit"….Wer zahlt nacheher das BGE, wenn die "Resourcen" aufgebraucht sind? Wahrscheinlich die, die dann noch viel haben. "Sorry babes… müssen leider noch ein paar "Maschinen" in ferne Länder liefern, damit genug fürs BGE da ist", oder wie solls denn gehen…..Lasst Euch nicht das Recht nehme, Euren Lebensunterhalt selbst zu generieren…..Wenn das grosse Geld caritativ wäre, hätten wir das schon lange gemerkt.

  8. das bge ist eine längst überfällige Notwendigkeit. Das Geld dafür ist schon längst vorhanden und war auch immer schon vorhanden. Es ist nur ungleich verteilt. Das einzige Hinderniss ist die dem Menschen innewohnende Gier. Der riesige, momentane Verwaltungsaufwand der die Armut in Europa verwaltet wäre auf einen Schlag obsolet. Sicherlich gäbe es auch Verlierer. Es wären die Inhaber von bullshitjobs die niemand braucht. Leute in Verwaltungen die Papier beschmutzen und von rechts nach links schieben. Viele Überwachungs, Beratungs und Kontrolljobs die nur enorme Summen verschlingen und die jeweils Betroffenen sinnlos belasten und schlußendlich viele Politikerjobs die auf das notwendige Maß eingedampft werden können. Der momentan überbordende Verwaltungs und Regulierungsstaat könnte dann auf ein erträgliches Maß zurück gefahren werden. Mal ganz ehrlich – diser ganze Bürokratiewahnsinn stammt doch aus Zeiten wo es was zum Aufbauen gab. Diese Zeiten sind doch schon lange vorbei. Die ganze politische Kaste wuchert aber fröhlich weiter. Zum Schaden der Allgemeinheit. Ein abschreckendes Beispiel ist der Eurokratenwildwuchs mit seinen völlig überdotierten Einkommen, Sitzungsgeldern und sonstigen völlig überdimensionierten Versorgungen und Ansprüchen. Das bge würde ein Regulativ schaffen dass derartige Auswüchse begrenzt. Davor haben diese Günstlinge natürlich Angst.

  9. Ich kann ein Grundeinkommen durch aus sehr empfehlen. Ich würde sogar empfehlen, jedem Menschen per Geburt ein äquivalent Land zu übereignen für die Dauer des biologischen Lebens, als Gegenwert für die Erfüllung der Grundbedürfnisse.

    Es ist, in meiner Wahrnehmung, ein wunderbares Gefühl, seine Zeit befreit zu verbringen. Allerdings wird es weniger schön und angenehm, wenn nur ich ein Grundeinkommen erhalte. Viel besser alle hätten ein Grundeinkommen !

    Bei der Frage der Finanzierung eines Grundeinkommens wäre ich sogar bereit wieder zu arbeiten. Allerdings im reduzierten Maße, als in dieser Gesellschaft üblich.

    Für was zusammen arbeiten ?

    Saubere Luft und Wasser, giftfreie, nachhaltig produzierte Nahrung, Kleidung und sonstige Waren, Wohnen, Bildung und Bindung sind uns allen als menschliche Wesen, als Bedürfnisse gemein.

    Wenn diese Werte erreicht, also erarbeitet und gepflegt werden, entsteht ein würdevolles System.

    Geld arbeiten zu lassen, durch Spekulation auf z.T. pervertierte Inhalte, wie es das bestehende Finanzsystem zulässt, ist natürlich sehr verführerisch. Ob sich damit langfristig und ethisch korrekt, ein bedingungsloses Grundeinkommen
    finanzieren und vertreten lässt, finde ich Diskussionswürdig.

    Die Idee die Herr Diesel zur Gründung eines sozialökonomischen Bank-, Finanz-, Handels- und Sozialwesen, in seinem Buch Solidarismus dargelegt hat, würde die Menschen aus dem ständigen Beschaffungskampf entlasten und die gewonnene Zeit würden sich die Menschen, ihren Beziehungen untereinander wieder mehr widmen können, was Zusammenhalt schafft.

    Unsere westliche Lebensart, wird nach meiner Ansicht auch bescheidener werden müssen, bescheidener, dafür glücklicher, gesünder.

    Das sind schöne Aussichten, wenn wir mit den natürlichen Ressourcen besser umgehen lernen und eine gerechte Verteilung gewährleisten.

  10. Wir haben in meinen Augen vieles neu zu denken – u.a. die Grundfunktionen politischer Gemeinwesen.
    Hier geht es um weit mehr als die Frage nach der Bedeutung sozialstaatlicher Transferleistungen oder eines wie auch immer geschnittenen BGE !

    Es ist in meinen Augen auf die Dauer ein Irrwitz, die Grundkaufkraft der Wirtschafts- & Gesellschafts-Glieder unter dem Diktum notwendiger Vollbeschäftigung … und Killer-Konkurrenz so volatil zu organisieren wie bisher.
    Es bedarf dringend einer Etablierung von GELD als einer staatlichen INFRASTRUKTUR-LEISTUNG im Kontext einer weiteren Staatsgewalt namens MONETATIVE, die Bürger/innen, Staatshaushalt und Kreditwirtschaft innerhalb klarer Verfassungsvorschriften mit ausschließlich von ihr geschöpftem Geld ausstattet, das sie jährlich vermittels einer einzigen, ökosozial hochwirksamen INDEXSTEUER zu großen Teilen zurückerhält . . .

    Näheres unter: https://diskursplanb.home.blog

    hier besonders : 8 | … Auskommen und Einkommen !

    9 | … Auskommens-Basis: BGE plus PGF !

    10 | … Geldkreislauf: Monetative > ETAT > BGE > Steuern

    weitere aktuelle Kontexte: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2020/04/13/5688/

  11. ein bge muss jedem menschen, gleich welchen alters, in gleicher höhe zustehen. von geburt an! damit werden familien wirksam unterstützt und unabhängig von "almosen". ausserdem muss es in allen ländern gleichermassen ausgezahlt werden. somit entfallen migrationsursachen aus wirtschaftlichen gründen. die finanzierung sollte kein problem darstellen – wir sehen ja am aktuellen corona-kasino, wie leicht geld verfügbar sein kann. langfristig wird geld dann keine rolle mehr spielen, weil sich völlig neue möglichkeiten ergeben, die entsprechend, für die freiheit der menschen von wirtschaftlichen zwängen, genutzt werden können.

    • hm…ist aus meiner Sicht etwas kurz gedacht. Ein BGE ist das Eine aber alle andere Leistungen, die man zum Leben braucht &/ möchte, haben ihren Preis & unterliegen dann welchen Gesetzmäßigkeiten? Wohnung, Strom, Wasser z.B. – wer legt dann fest, wie viel das kosten darf Was passiert wenn das BGE diese Kosten nicht mehr deckt?
      Wer erwirtschaftet die Steuern aus denen das BGE bezahlt werden soll? Allgemeinsteuern? Dann kann n man das BGE gleich um die Hälfte kürzen.
      Und wieso muss es in allen Ländern gleich gezahlt werden? Wie kommt man auf die Idee, dass überall der gleiche "Standard" – den WER genau festlegt? – sein muss – das geht nur wenn alles so gleich ist, dass der Mensch zurück katapultiert wird – ein Ziel zu haben, den Weg der Entwicklung zu gehen ist doch das, was den Menschen vom Tier unterscheidet….ein Leben zu leben bedeutet eben nicht Schlaraffenland für alle & Leben auf einem Ponyhof sondern Veränderungen, es ist mal gut & mal schlechter – aber diese Einförmigkeit, die hier suggeriert wird als "Wohlstand" – finde ich zumindest völlig unmenschlich & es hat nichts mit "Gerechtigkeit" zu tun – die Schöpfung hatte sich eventuell etwas dabei gedacht als es den Menschen schuf – allerdings ist die Vernunftbegabung wohl nicht mehr trendy?

Hinterlasse eine Antwort