„Häuser wie der Baum, Städte wie der Wald“

Ökologisch Bauen nach Erwin Thoma.

Ein harmonisches Leben im Privatbereich und mit der Familie braucht eine rasche Erholung vom beruflichen Stress. Inzwischen gibt es unzählige Informationen und Ratgeber, mit welchen Strategien das Regenerieren bestmöglichst gelingt. Altes Wissen – wissenschaftlich bestätigt – um die gesundheitsfördernde Beschaffenheit von Lebensräumen gibt hier eine verblüffend einfache Antwort: Wohnen im und mit Holz. Der Baum und sein Holz sind seit Urzeiten positiv für uns Menschen besetzt. Dass dies nicht nur ein subjektives Gefühl ist, sondern Holz real und wissenschaftlich erforscht gesundheitsfördernde Wirkung auf unseren Körper ausstrahlt, kann nicht mehr bezweifelt werden. Wer beispielsweise in einem Zimmer aus massivem Holz schläft, erspart sich einer Studie der Medizinischen Universität Graz zufolge in einer Nacht die Herzarbeit von einer Stunde. Denn: Puls und Herzschlag werden ruhiger und der Körper entspannter. Die erholsamen Tiefschlafphasen werden länger, das Immunsystem messbar gestärkt und das vegetative Nervensystem vitaler. Und diese Wirkung setzt nicht erst nach Monaten oder Jahren ein, sondern sofort. Unmittelbar, sobald man sich in einen hölzernen Raum begibt oder in einem Vollholzbett schläft, beginnt die Kraft des Holzes auf den Menschen einzuwirken.

Entscheidend ist jedoch folgende Tatsache: Holzhaus ist nicht gleich Holzhaus. Einen echten Gesundbrunnen kann nur ein Holzhaus bieten, das frei von jeglichen schädlichen Stoffen ist – wenn also wirklich nur Holz in seiner natürlichen Form verarbeitet wird. Konkret bedeutet dies auf Holzwerkstoffe zu verzichten, die durch Kleber / Leime, Holzschutzmittel sowie Lacke mit Lösungsmitteln oder Härtern zusammengesetzt sind.

Der Pionierbetrieb, welcher diese natürliche Holzverarbeitung nun seit gut zwanzig Jahren umsetzt, ist die Salzburger Firma Thoma mit ihrem Bausystem Holz100. Holz100, das steht für massive Wände, Decken und Böden aus 100% natürlichem Holz ohne Chemie. Mit einer Massivholzbauweise, bei der Kanthölzer und Bretter stehend, liegend und diagonal zu kompakten Bauelementen geschichtet werden und mit staubtrockenen Buchendübeln, ganz ohne Leim und Metallteile, unlösbar verbunden werden, ist es Thoma gelungen, eine natürliche Umgebung ohne ausdünstende Materialien zu schaffen, die unmittelbaren Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Die erwähnten Studien der Medizinischen Universität Graz sowie Studien des Johanneum Research, Institut für Nichtinvasive Diagnostik, welche die Verringerung der kardialen Beanspruchung von Schülerinnen und Schülern in Räumen und Mobiliar aus Massivholz nachgewiesen haben, belegen dies eindrucksvoll.

Neben der direkten, positiven Beeinflussung des Körpers hat ein Vollholzhaus auch auf die Psyche seiner BewohnerInnen Auswirkung. Man fühlt sich sicher und ist sicher. So verzeichnet ein Holz100-Haus mit seinen massiven Wänden in punkto Brand- und Strahlenschutz, Bestwerte. Denn obwohl Holz grundsätzlich ein brennbares Material ist, erreichte die Holz100-Vollholzwand im Vergleich zu Beton- und Ziegeldecken oder Holzständerbau-Wänden der üblichen Fertighäuser hervorragende Brandsicherheits-Werte. Tests zeigten, dass bei den massiven Wandelementen selbst nach bis zu 150 Minuten Beflammung mit 900 bis 1000°C immer noch die volle statische Tragfähigkeit und Dichtheit gegeben ist.

Zum Vergleich dazu sind Stahl und Stahlbeton im Brandfall unberechenbar. Es können örtlich bereits nach 15 bis 30 Minuten Temperaturen von 100 bis zu 600°C an der unbeflammten Seite erreicht werden. Dabei besteht die Gefahr, dass Leitungen verschmoren und sich Einrichtungsgegenstände entzünden. Durch das Ausglühen von Eisenarmierungen kann das Gebäude plötzlich zusammenstürzen.

Extrem hohe Zuwachsraten im Mobilfunk führten seit den 1990er Jahren zu mehreren hundert Millionen Handybesitzerinnen und -besitzern in ganz Europa. Der Einfluss dieser Strahlenflut auf die menschliche Gesundheit wird nach wie vor heftig diskutiert. Im Rahmen einer Untersuchung des Thoma Forschungszentrums in Goldegg wurden an der Universität der deutschen Bundeswehr in München über 100 verschiedene Baustoffe und ihre Kombinationen hinsichtlich ihrer Dämpfung für technisch erzeugte, hochfrequente Wellen getestet. Bei der Messung wurde untersucht, wie viel der ausgesendeten Leistung den Prüfkörper durchdringt. Entgegen aller Erwartungen erreichten Massivholzwände ab zirka 17 Zentimeter Vollholzstärke die besten Abschirmwerte. In den aufwändigen Versuchsreihen konnten weder Ziegel noch Beton oder Leichtbaukonstruktionen mithalten. Der einzige Baustoff, der annähernd gute Abschirmwerte erreichte, war Lehm.

Neben der Abschirmung hochfrequenter Strahlung bietet ein Massivholzhaus auch ein abhörsicheres Zuhause. So wurden zum Beispiel mit 36 Zentimetern dicken Holz100- Wänden sowie zusätzlichen Spezialfenstern und -türen abhörsichere Gebäude für das skandinavische Militär gebaut.

Die Tatsache, dass ein solches Holzhaus die Gesundheit fördert und Sicherheit bietet, mag am Schluss noch durch einen anderen Aspekt ergänzt werden, der einem ebenfalls ein gutes Gefühl gibt sowie die Gewissheit, dass man sich so ein Eigenheim auch leisten kann. Die massiven Holzwände dienen als Langzeitspeicher für Temperatur, der von Natur aus ein ganzjährig ausgeglichenes Innenraumklima schafft. Im Goldegger Forschungszentrum konnte nachgewiesen werden, dass Wände aus Materialien mit ungefähr gleichen Dämmwert zeitlich sehr unterschiedlich auskühlen. Denn die Auskühlung und Temperaturveränderung einer Wand hängen nicht nur vom Dämmwert (U-Wert), sondern von der thermischen Trägheit und ihrer Masse ab. Das Material Holz mit seinem äußerst fein vernetzten Aufbau, sodass die innere Oberfläche von nur einem Kubikzentimeter bereits ein Fußballfeld ergib, ist da klar im Vorteil. Eine Haushülle aus reinem, massivem Holz hält die Temperatur im Inneren gleichmäßiger, so dass die Heizanlage viel weniger beansprucht wird. Bei einer intelligenten Bauweise kann damit eine Menge an Energiekosten gespart werden. In Summe sind es im Vergleich zu einer hoch gedämmten, aber leichten Wand bei gleichen Dämmwert bis zur Hälfte des Heiz- und Kühlbedarfs. Auf dieser Basis wird nur noch ein Minimum an Haus-Technik benötigt, die mit Sonnenenergie betrieben werden kann oder zwei, drei Raummeter Holz für das ganze Jahr benötigt.

So ist neben dem Gesundheitsschutz das Leben in einem Massivholzhaus auch mit praktischem Umweltschutz verbunden, was diese Art des Wohnens in Hinblick auf unsere globalen Ressourcen und zukünftigen Generationen noch wertvoller macht.

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Erwin Thoma wird am 8. November 2018 live zu Gast in der Urania Berlin sein
Ein Vortrag zum Ökologischen Bauen:
„Häuser wie der Baum, Städte wie der Wald“


Einlass ab 17:30 Uhr
Tickets gibts hier: www.thoma-in-berlin.de

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