KenFM im Gespräch mit: Hans-Joachim Maaz („Die Liebesfalle“)

Der Psychotherapeut und Psychiater Hans-Joachim Maaz ist ein Mann, dessen Beruf sein Leben im Innersten bestimmt.

Maaz macht aufmerksam auf die Bedeutung unserer frühkindlichen Erfahrungen für das Erwachsenleben eines jeden Einzelnen. Werden wir seelisch oder körperlich krank, können wir dies als eine Chance verstehen, über das eigene Leben zu reflektieren und das einst Verdrängte wieder in unser Bewusstsein zu holen. Dieser Prozess ist schwierig, weil die gemachten und verdrängten Erfahrungen so häufig extrem schmerzhaft waren. Nicht selten zu schmerzhaft, um sie im eigenen Bewusstsein noch einmal aufleben zu lassen.

Die Rolle der Eltern im Leben eines Menschen, hinterfragt Maaz stets kritisch, denn sowohl seine persönlichen Erfahrungen als auch diese mit seinen Patienten sprechen eine eindeutige Sprache: Die Probleme im Jetzt lassen sich in aller Regel zurückführen auf die Verbindung zu Mutter und Vater in der Vergangenheit.

Ziel der Therapie nach Maaz ist immer das tiefere Verständnis zum eigenen „Ich“. Denn auf die scheinbar so einfache Frage „Wer bist Du?“, können nur die Wenigsten eine stimmige, selbst-bewusste (im wahrsten Sinne des Wortes) Antwort geben. Stattdessen zeichnet sich zumeist ein hohes Maß der Selbstentfremdung in den Schilderungen über Mutter und Vater ab.

Entfremdung ist nach Maaz die „Pest unserer Zeit“. Sie ist die Grundlage für den Mangel an eigener Identität und die Konstruktion des Ichs über Identifikation. Identifikation jedoch kann Identität nicht ersetzen. Identifikation lässt sich als ein Hilfskonstrukt verstehen, das den Verlust der Identität kaschieren soll. Dieser Verlust ist extrem schmerzhaft für jedes Individuum und muss daher maximal verdrängt werden. Die Folge dieser Verdrängung ist der Gefühlstau. Erst, wenn dieser Stau der Gefühle aufgelöst wird, kann das Individuum zur heilenden Selbsterkenntnis kommen.

Auch politische Auseinandersetzungen, die heute auf der Straße oder im Parlament ausgetragen werden, sind sinnbildhaft Symptom eines gesellschaftlichen Gefühlsstaus.

Ein weiteres Merkmal frühkindlicher Beziehungsstörung, ist ein Leben in Projektionen, die den erlittenen Identitätsverlust unfühlbar machen sollen. Projektionen und Identifikationen hängen hierbei eng zusammen: Nur wer den eigenen Schmerz in Außenkonstruktionen projiziert, z.B. über Feindbilder politischer Gegner, versetzt sich unbewusst in die Lage einen Teil von sich selbst spürbar werden zu lassen. Und diese Sehnsucht nach dem eigenen Selbst ist zeitlebens groß und lässt sich nicht eliminieren.

Bleibt das eigene Projizieren für den Einzelnen unkenntlich, weil er nicht in eine kritische innerseelische Auseinandersetzung eintritt, ist ein tolerantes gesellschaftliches Zusammenleben gefährdet. Hier unterscheidet Maaz zwischen äußerer und innerer Demokratie, die es zu differenzieren und zu erkennen gilt, um individuelle Entwicklungen, die zum Wohl der Gesellschaft beitragen, voranbringen zu können.

Inhaltsübersicht:

0:07:13 Der therapeutische Weg zur Selbstreflexion in einem geschützten Raum

0:13:23 Der Mensch im Gefühlsstau sucht nach Feindbildern

0:26:27 Narzisstische Störungen und der Kampf um Anerkennung

0:42:11 Äußere und innere, seelische Demokratie

0:51:19 Der Mangel an guter Mütterlichkeit

1:04:36 Die Rolle des Vaters

1:18:54 Partnerschaft ist nicht gleich Freundschaft

1:27:26 Bedingungslose Liebe

1:38:55 Der Gast und die DDR-Zeit – eine Zeit der Bewährung

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29 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Hans-Joachim Maaz („Die Liebesfalle“)

  1. Maaz ist ein narzisstischer Wissenschaftler der in vielem recht hat. Er sucht sich, dem entsprechend, gewogene Spiegel als Gesprächspartner. Doch wen werden die Inhalte erreichen.
    Das Maazsche Drama ist ja eben gerade jenes, welches Vernunft/Pflicht über Glauben und Liebe stellt. Obgleich er das in seinen Thesen immer wieder anders darstellt. Ein gespaltener und verlorener Mann der, im Angesicht der gesellschaftlichen Pathologie, seinen einträglichen Weg gefunden hat.

  2. Die Vorstellung, dass ich Anteile in mir habe, die ich nicht gutheißen aber akzeptieren muss, und dass es ausreiche, sie zu akzeptieren um sie nicht mehr im anderen bekämpfen zu müssen … halte ich für abwegig.

    Wenn ich Teile von mir verabscheue, dann muss ich die natürlich bekämpfen. In mir. Und wenn ich meine eigenen homosexuellen Anteile mit Macht niederkämpfe, mich mäßige und sie unterdrücke, wo immer ich ein zipfelchen hervorlugen sehe… ja was soll ich denn dann von diesen willensschwachen Schwuchteln halten, die das nicht tun. Vielleicht sind sie ja moralisch degneriert und es fehlt ihnen die menschlichkeit um ihre Sündhaftigkeit zu erkennen…

    Neeee ich muss schon lernen diese Teile von mir zu lieben und zu schätzen, auch wenn ich sie aus diesem oder jenem Grund (hier wäre ganz vorne immer Pädophilie zu nennen) nicht oder nur eingeschränkt ausleben möchte.

    • Samarpan habe ich vor vielen Jahren in Baden-Baden mal sagen hören, daß wir Eltern in der Rolle stünden, unsere Kinder aus dem Paradies zu vertreiben – damit es hinterher umso schöner für jene sei, es sich selbst zurückzuerobern.
      Wer nicht durch die Hölle gegangen ist, kann das Paradies wohl nicht schätzen.

      An anderer Stelle hat mal ein Schwarz i.W. einem Kommentator unterstellt, er sei einfach nur unglücklich. Und Denken helfe ihm.
      Ha, ein kosmischer Witz, aber leider unfreiwillig genau die Beschreibung des Überlebensmechanismus der Irregegangenen der modernen Welt: man muß einfach nur dieses innere Rattern (manche sagen dazu, Denken) aufrechterhalten und man muß einfach nur sein ganzes Leben mit diesen ständig nach außen gerichteten Gedanken verbringen; man muß sich einfach nur immer beschäftigen – dann kommt es einem irgendwann so vor, als wäre man glücklich.
      Und dabei wurde nur das eigene innere Unglück vollkommen abgespalten und verdrängt.
      (Woraufhin man es auf die Bösen da draußen projiziert, so wie von Schwarz und einem Reloaded (das Abspulen des immergleichen gespeicherten Programms; oder nur das Hochladen desselben?) ständig getan.)

      Erziehung?
      Vielleicht noch der Hinweis: nicht erziehen, sondern lediglich gesunde Grenzen setzen und ein echtes Glück vorleben.
      Das steckt ungemein an.
      (Zugegeben, nachdem es erst mal den Schatten in anderen aktiviert hat, die sich nie um die Hebung desselben bemüht haben.)

      Einer der Messerstecher, die täglich in Europa dutzendfach zuschlagen, hat sich in Italien bekanntlich ein Opfer ausgesucht, das er nicht kannte, das er aber tötete, einfach weil dieser glücklich aussah. (So die eigenen Worte des Mörders.)

    • Das geht nicht. Wenn du einen menschlichen ansatz wählst – nach Eisenberg weiter unten wäre das der lebendige Ansatz – dann kannst du deine Kinder weder richtig noch falsch erziehen, und schon die Idee sie zu erziehen ist … lächerlich. Vielleicht

      Ich bin als Mensch weder fähig Fehler zu machen, noch welche zu haben. Fehler sind die Domäne von Maschinen, von Sklaven und von Dienern – und witzigerweise von Herren (das ist der tote Ansatz – wieder siehe Eisenberg weiter unten). Als Mensch lerne ich aus Erfahrungen wie ich mich verhalten möchte.

      Richtiges Verhalten (und sei es richtige Erziehung) macht nur Sinn in einer vordifinierten Umgebung mit vordefiniertem Output, und ganz explizit unter der Forderung Entwicklung jedweder Art radikal und total auszuschließen. Es wird dann nur das imitieren (sprich gefordert), was schon da ist. Das ist der lebendige Tod.

      Deswegen gehen die Vorschlägge in Richtung Beziehung statt Erziehung.
      Rede mit deinen Mitmenschen (das können auch Kinder sein). Frag sie, was sie wollen. Versuche das möglich werden zu lassen, was sie wollen. Und respektiere dabei, dass du eigene Wünsche und auch Grenzen hast, im ermöglichen der Wünsche anderer (hier speziell von Kindern) – ganz eigene spezifische Grenzen, die weit diesseits irgendwelcher objektiver Einschränkungen liegen können.

    • Und nochmal als Ergänzung:
      Im letzten Positionengespräch kam die Frage „ist das antiautoritär?“ und Birgit Assel meitne dazu sinngemäß, das hat mit Antiautoritär nichts zu tun. Es geht um meine Grenzen, deine Grenzen, und wie gehen wir jetzt damit und miteinander um?

  3. Ohje, schon wieder diese totale frühkindliche Traumatisierung und daraus folgende allumfassende monokausale Welterklärung. Ich war schon bei letzter „Positionen“ extrem skeptisch und zT sogar arg enttäuscht, habe mich dennoch zurückgehalten. Nun kommt es in Neuauflage, und so ein kritischer Geist wie Jebsen scheint damit noch ganz begeistert zu sein. Toll!

    Erstens, jede monokausale und allumfassende Welterklärung ist mit höchster Wahrscheinlichkeit eine haltlose Konstruktion, die in sich zwar konsistent und plausibel erscheinen mag, idR jedoch schlecht bis gar nicht verifizierbar ist. Man kann zwar daran glauben, dass alles in der Welt durch höhere Macht wie Gott bestimmt wird, muss aber nicht. Die Geschichte der Wissenschaft kennt zuhauf solche Kopfgeburten, die vieles zwar sehr elegant „erklären“ konnten, haben sich jedoch mit der Zeit als absolut haltlos erwiesen. Solche gab’s praktisch in allen Wissensbereichen: in Psychologie, Medizin, Soziologie, Biologie, Chemie und gar Physik. Nur bei letzteren drei könnten solche Theorien, wenn sie nur elegante Kopfgeburten waren, durch Experimente falsifiziert werden, was in ersteren drei verständlicherweise schwieriger bis unmöglich ist. Von daher halten sich solche Semiesoterische Ansichten in Psychologie, Soziologie, Politik oder s.g. Wirtschaftswissenschaft sehr hartnäckig.

    Es kommt gar nicht so selten vor – Menschen entdecken ein Phänomen und sind dadurch so begeistert, dass sie nur noch damit alles in der Welt zu erklären versuchen um unfassbare fassbar zu machen. Vor ca. 100 Jahren wurden fast alle geistigen Gebrechen, soziale und politische Phänomene mit sexueller Unterdrückung, Verklemmung oder Unbefriedigung erklärt. Nun soll an der Stelle mangelnde Liebe und frühkindliche Traumatisierung antreten. Und das schöne daran ist, dass dadurch alle betroffen sind und noch darunter(!) leiden, obwohl praktisch kein Mensch sich an die frühkindliche Zeit erinnern kann. Jedoch jeder einigermaßen fähiger Seelenklempner in der Lage ist jedem Leidenden x-beliebige falsche Erinnerung einzureden – siehe dazu: spektrum.de/magazin/falsche-erinnerungen/823559
    Das ist doch genau die Masche wie in der Pharmaindustrie: Hallo, da haben wir ganz tolles Mittelchen erfunden, und nun sorgen wir dafür, dass jeder als Patient für unsere tolle Behandlung damit in die Frage kommt. Vu’a la, jetzt brauchen alle z.B. Simvastatin!

    Wenn Herr Maaz seinen Patienten wirklich damit helfen kann, dass er für sie „die Ursachen“ eines Gebrechens ergründet oder erfindet, darf und sollte er das auch tun – der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen. Nur bei sozialen, politischen oder sozioökonomischen Fragen sollte er mit seiner Welterklärung nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Es sind nicht nur lächerliche und armselige Erklärungsversuche, diese Sichtweise verleitet g’rade zu einer Art Fatalität – es ist alles so Scheiße und unwiderruflich verloren, weil wir alle(!) durch mangelnde Liebe und Erziehungsfehler unserer Eltern traumatisiert und seelisch verunstaltet sind – Amen! Man kann es zwar nicht beweisen, dass dem auch so sei, aber es bestärkt einen, wenn er für alles eine Erklärung hat.

    Apropos Eltern. Meine Eltern genau wie die von Herrn Maaz mussten durch alle Wirren des Krieges: wurden vertrieben, haben schwer und lange gehungert, waren auf der Flucht, ihre Eltern und Geschwister verloren, wurden jahrelang wie Vieh bei Zwangsarbeit demütigt und mussten sogar nach dem Krieg noch lange um nacktes Überleben kämpfen. Dennoch haben sie es geschafft, nach dem Kriege drei gesunde Kinder groß zu ziehen. Sicherlich lief da vieles suboptimal und meine Mutter konnte es sich schlicht nicht erlauben, mit uns drei Jahre lang liebevoll zu kuscheln um ihr Mutterglück voll auszukosten. Nur es wäre ethisch das Allerletzte, sie jetzt für meine menschlichen Schwächen, die ich wie jeder Mensch ganz gewiss auch habe, verantwortlich zu machen. Die Eltern haben alles mögliche(!) getan damit wir unversehrt und gesund aufwachsen, der Rest wurde uns selbst überlassen – Dank dafür! Und ja, ich kann sehr wohl nachvollziehen, woher sich das alles herrührt, was ich persönlich als meine Schwächen oder Gebrechen einschätze – das wenigste davon ist meinen Eltern anzulasten oder durch wie auch immer geartete frühkindliche Traumatisierungen zu begründen auch wenn es ein gewiefter Seelenklempner sehr beeindruckend und überzeugend zusammenfabulieren kann.

    In letzter Zeit musste ich schon öfters feststellen, dass ggw. der Hype mit frühkindlicher Traumatisierung, auf dem auch Herr Maaz herumreitet, besonders unter jungen Frauen so um die 30 schwer in die Mode gekommen ist. Sie legen sich massivst ins Zeug um irgendwas herauszufinden oder sich einfach einfallen zu lassen, wodurch sie in ihrer Kindheit so traumatisiert wurden, dass ihr Leben jetzt nicht so toll ist wie sie es sich mit 14 oder 15 Jahren vorgeträumt haben. Da kommen bizarrste und perverseste Spekulationen zutage, obwohl denen in der Kindheit definitiv an gar nichts gefehlt hat oder etwas übles zugestoßen ist. Ich spreche hier von den Fällen, bei denen ich mir dessen absolut sicher bin. Offensichtlich werden solche Frauen auch als lukratives Geschäftsfeld entdeckt und intensiv beackert indem sie in ihren Bestrebungen nach Kräften ermutigt werden, ihre „frühkindliche seelische Traumata“ zu ergründen und zu „behandeln“. Interessanterweise verschwindet diese Extravaganz bei den Frauen spurlos, sobald sie selber Kinder bekommen – auch so ein Fall „spontaner Heilung“ ganz ohne Seelenklempner.

    • Kennen sie Menschen die viel reden um von etwas abzulenken?
      In ihrem Text sprechen sie nicht ein einziges Mal über die Theorie von Herrn Maaz und was daran falsch sein könnte und was ein besserer Ansatz wäre.
      Stattdessen geht es um ihre persönliche Abneigung monokausaler Welterklärungen und lassen aus, dass Herr Maaz diesen Anspruch nicht hat.
      Dann unterstellen sie ihm ohne Begründung Inkompetenz. Sie sehen in seiner Perspektive eine Fatalität, was etwas über Sie aussagt.
      Dann geht es um ihre Eltern und um Leute die ihre Eltern für frühkindlichen Missbrauch zu unrecht verklagen. UND? Ein langer Text der Herrn Maaz und seine Perspektive schlecht darstellt ohne ein einzige Argument.

      Ich arbeite aktiv in meinem Leben mit diesem Ansatz seit über 10 Jahren und er hat mir Eigenverantwortlich, Klarheit und ein komplett neues, freieres Leben gegeben. Allerdings musste ich auch durch viel Scheiss gehen, aushalten lernen im Feuer des eigenen Schmerzes stehen zu bleiben und das wollen viele nicht und stellen dann lieber gleich das gesamte Konzept in Frage.

  4. Neben Claudia von Werlhof wünschte ich mir ein Interview mit Götz Eisenberg, der ganz auf der Linie von Gerhard Mautz liegt, vielleicht die ganze Argumentation noch etwas zugespitzter formuliert. Ich sehe im Ganzen dennoch keine entscheidenden Unterschiede.
    Ein Zitat aus seinem Essay „Der Hass auf das Lebendige. Anmerkungen zur Sozialpsychologie des Faschismus – einst und jetzt“ (nachzulesen hier: http://www.theoriekritik.ch/?p=3111) sollte das belegen:
    „In dem Maße, wie wir Objekt und Opfer solcher Erziehungsprozesse (wie sie Maaz so treffend darstellt; MM) geworden sind, sind wir alle partiell Getötete und tragen in uns den Widerstreit des Toten mit dem Lebendigen aus. Ein Teil von uns ist durch haltende, schützende und wärmende Körper früher Liebesobjekte belebt und bewohnt, der andere durch Abwesenheiten, Strafen, Kälte und Verlassenheit unbewohnt, entlebendigt, anästhesiert, im Extremfall totgestellt. Zwischen diesen beiden in uns miteinander ringenden Prinzipien herrscht kein ruhiges, homöostatisches Gleichgewicht. Jeder Mensch muss sich entscheiden, welches von beiden die Oberhand über sein und in seinem Leben gewinnen soll. Entscheidet man sich nicht, hat man sich auch entschieden: Der Überhang der gesellschaftlichen Objektivität, der aufgehäuften und zu Kapital gewordenen toten Arbeit wird dafür sorgen, dass im Zustand scheinbarer Balance das tödliche Prinzip den Sieg davonträgt. Affirmation ans Tote oder Emanzipation, auf diese existentielle Frage antwortet jeder mit seinem Lebenslauf. „Zwischen Achtung und Verachtung des Lebendigen verläuft die Trennungslinie“, schrieb Max Horkheimer in seinen Notizen, weniger zwischen der abstrakten politischen Entscheidung zwischen links und rechts. Geschichtliche Erfahrungen haben uns schmerzhaft darüber belehrt, dass auch vermeintlich linke Entwürfe in den Sog einer tödlichen und todbringenden Produktionsweise geraten können, wenn sie sich von der regulativen Idee der Emanzipation, verstanden als Erzeugung des Menschlichen, allzu weit entfernen. Diese Erfahrung mussten Kommunisten wie Alfred Kantorowicz in Spanien machen, als sich NKWD-Leute und stalinistische „Parteischranzen“ breitmachten und die Atmosphäre vergifteten: „Die beste Sache wird oft von Menschen mitverteidigt, die man lieber auf der Gegenseite wüsste. Bedenklich ist, dass gerade solche neuerdings bei uns zum Zuge kommen, in den Stäben, den Bürostuben von Albacete, Valencia, Barcelona und – Moskau.“

    Halten wir fest: Es gibt in Gestalt des Toten oder Totgestellten in uns einen fortdauernden Faschismus weit unterhalb des Kopfes, einen Faschismus der Gefühle oder der Gefühllosigkeit, der uns zu einem lebenslangen Austrag des Kampfes nötigt. Das kann man die Innenseite des Klassenkampfes nennen.“

  5. Als Ergänzung zur sozialpsychologischen gesellschaftskritischen Perspektive wünschte ich mir unbedingt ein Interview mit Claudia von Werlhoff und ihrer Sicht auf die uns bedrängenden Probleme. Nicht dass ihre Sicht nicht auch sozialkritisch wäre.
    Aber sie verschiebt den Schwerpunkt der Sicht auf unser aller – und im Wesentlichen im Westen als sich so überheblich gegenüber dem „Rest der Welt“ (den „Deplorables“) als überlegen aufspielenden „Zivilisation“ (Syphilisation) – Verhältnis a) zur Natur (in uns und außerhalb von uns) und b) zur Technik, von der wir uns – vermittelt über die sie für ihre Herrschaft einsetzenden und die Menschen überwachenden psychopathischen Eliten über den kapitalistisch-neoliberalen Zeitgeist der entsolidarisierenden Aufforderung, sich sebst vor allem der Nächste zu sein und den anderen primär als Konkurrenten zu betrachten – beherrschen lassen. Das herrschende Verhältnis zur Technik gefährdet auf vielfache Weise nicht nur unser Miteinander, sondern ganz banal auch unsere biologischen Lebensbedingungen auf diesem Planeten. (Übrigens: Der Grund dafür, dass Claudia von Werlhof von den Mainstream-Medien sowieso nicht nur nicht beachtet, sondern mit extremsten Mitteln beschimpft wird, sondern auch von dem überwiegenden Teil der „alternativen“ Meien mit Nichtbeachtung bis Verachtung bestraft wird, ist, dass „die Linke“ von ihrer Kritik nicht ausgespart wird, in dem Maße wie auch sie dem Technikfetischismus erlegen ist.)
    So gesehen ist die von den Mainstream-Medien mit angefachte und breit unterstützte Klimaschwindelhysterie (weil sie CO2 als Hauptursache des Klimawandels ausgemacht haben will und dabei verkennt, dass dadurch a) dem Kapital weitere Akkumulations- und Verwertungsmöglichkeiten eröffnet werden und b) vermittelt über die Errichtung einer Ökudiktatur eine alle und alles überwachende und verwaltende zentrale „New World Order“ schleichend und widerstandslos angestrebt wird) eben so fatal: Das Gefühl der Bedrohung unsere Lebensgrundlagen ist richtig – die Analyse der Ursachen der Bedrohung ist nicht nur falsch, sondern treibt uns sowohl weiter in die Arme der Herrschenden als sie unseren Kampf dagegen unterwandert, uns der Möglichkeiten realen Widerstands ui berauben droht.
    „Climate- & Geo-Engeneering“ müßten stattdessen zunächst im Fokus stehen – nach dem von Claudia von Werlhoff oft zitierten Satz von Rosalie Bertell („Kriegswaffe Planet Erde“):
    ❝Wenn das Militär etwas mit der Luft, dem Wasser und dem Boden macht, dann müssen wir das erfahren, denn es handelt sich um unsere Lebensgrundlagen! So steht nichts Geringeres auf dem Spiel als (…) gar der Verlust der Gemeingüter der Menschheit und der Erde!“
    Wer mehr über ihre Position und die der ihr nahestehenden Gruppen erfahren möchte, sehe sich diese drei Videos an, in denen ein weiterer Aspekt und Grund zur Sprache kommt, der ihre Außenseiterschaft erklären könnte: Ihre spezielle Form von Feminismus, die den überwiegenden feministischen Richtung ebenso widerspricht wie dem etablierten „Gender-Unsinn“:
    https://www.youtube.com/watch?v=rK6V7am8Sj0
    https://www.youtube.com/watch?v=NU6IFzgBAGA&t=1545s
    https://www.youtube.com/watch?v=bWSzgQ31k7c

    • War so frei, einen Teil Ihres Kommentars hier zur Tagesdosis vom 14.5. rüberzukopieren.

  6. Interessanter Beitrag…befremdlich ist für mich aber der Tenor Herrn Maaz`, dass Ursachen in der Kindheit liegen und damit dem später Erwachsenen ein nicht unerheblicher Teil der Verantwortung für sein Tun in der Kindheit gutgeschrieben wird. Klingt wie der Anwalt eines Vergewaltigers, der plädiert, sein Klient wäre in der Kindheit ebenso behandelt worden und deswegen nicht verantwortlich. Also sind alle (fast) Politiker aber alle Präsidenten der USA in der Kindheit nur verkloppt und missbraucht worden? Interessiert es irgendwen von den Regierenden oder deren Handlanger, was Kinder wirklich benötigen? Z.B eine intakte Welt und weniger gehetzte und bevormundete Eltern. Die Schule gibt ihnen dann zumeist den Rest. Wir haben vier Kinder. Der Aufwand an Energie und Geld, die Gängeleien der Ämter, die Kosten und die Einspannerei durch Kita und Schule sind immens. Der Lehr- (leer) stoff der Schulen ist weitesgehend unverdaulich und losgelöst vom wahren Leben, dass einen übel wird. Diese Gesellschaft braucht nützliche Idioten, Dummnachschwätzer von Dogmen und dumme Fresser, aber keine allseits praktisch gebildete und feinsinnige Menschen, die in der Lage sind andere Wege gehen zu können, als die, die das Hamsterrad des Geldes und der Zinssklaverei samt dem verlogenen Müll namens Demokratie zu bieten hat!

    • Wissen sie, die Ursachen zu verstehen warum sich zB, Politiker so verhalten heisst nicht, etwas recht zu fertigen. Ab dem Erwachsenenalter ist jeder 100% für seinen Mist verantwortlich. Als Kind ist man auf gedeih und Verderb den Eltern ausgeliefert und nicht Verantwortlich. Und wie schwer es ist Gewohnheiten abzulegen die man als Kind gelernt hat um in der Familie klar zu kommen,… Also wie schwer es ist Gewohnheiten abzulegen generell, das sollte wohl jedem klar sein. Also muss auch jedem klar sein dass trump sich genauso schwer verändern kann wie man selber nicht täglich gesund isst und ins Fitnessstudio geht.

  7. Im Format „Positionen“ setzte Maaz die (wenn man ein oder zwei seiner Bücher gelesen hat) üblichen Punkte.
    Im 1:1-Gespräch ist die Energie dieser Persönlichkeit zu erahnen.

    Mir fiel auf, wie weit es das Wort „radikal“ gebracht hat.
    Es wurde im Gespräch gebraucht wie „extrem“, „dogmatisch“ o.ä..
    Maaz als Mensch, der sich dem Thema widmet, und hier das KenFM-Team, die das Thema aufnehmen, sind aber radikal im ursprünglichen Wortsinn – nicht an die Symptome, die oberflächlichen Austriebe, sondern an die Wurzeln.

    Davon abgesehen habe ich bei Maaz und Hüther unwillkürlich die Vorstellung, dass diesen beiden Weißhaarigen“Ruheständler“ jeder für sich schon … aber wenn diese beiden zusammen am gleichen Ort zur gleichen Zeit; vorstellbar ist es …

  8. Zur Verkleinerung des öffentlichen Debattenraums tragen ja nicht nur die Mainstream Medien bei, die Alternativen laufen ja auch in diese, von den Oligarchen (Soros, Bill Gates etc.) gestellte Falle.

    Zum Thema „Chemnitz“ hat KenFM noch gerade mal die Kurve gekriegt, beim Thema CO2 sind die Feindbilder (durch Greta) schon so ausgemacht, dass die meisten Alternativen mit der Herde laufen.
    (Aber vllt kommt ja noch ein Position(en) Video zu dem Thema.
    Oder die Flüchtlingsdebatte. Die Idee der AfD, zwei oder drei, von der EU finanzierte, Rettungsschiffe im Mittelmeer nach Schiffbrüchigen suchen zu lassen und diese wieder an ihren Ausgangshafen zurück zu bringen, und ihnen dort zu helfen, darf auch nicht diskutiert werden. Billiger (ein Flüchtling soll über 400.000 Euro kosten) und humaner (es müsste keiner mehr ertrinken) wäre das allemal.
    Den Flüchtlingen aus Afrika und dem nahen und mittleren Osten wäre am ehesten geholfen, wenn die USA und die EU faire Preise für ihre Ressourcen zahlen, statt sie auszubeuten, Lese dazu John Perkins Bekenntnisse eines Economic Hit Man.
    Das wissen wir alle, ist aber kein Thema und soll auch keins werden. Wir nehmen die Themen, die uns die Medienbesitzer (Oligarchen) hinwerfen, dankend an, statt sie selber zu formulieren.
    Lassen uns von denen in Parteien spalten, kämpfen gegeneinander, statt gegen das große Geld, den Neo-Liberalismus, die verschärfte Form des Kapitalismus. Glauben und hoffen im stillen, dass System ist reformierbar. Abwarten….kann da nicht die Lösung sein.

    • tagesspiegel.de/politik/geheime-besprechungen-beim-un-migrationspakt-auswaertiges-amt-raeumt-nichtoeffentliche-sitzungen-ein/24354780.html

      Man nehme nur den Migrationspakt als weiteres Beispiel. Kritik war hieran auf diesem Kanal, den ich nue noch als alternativen Mainstram bezeichen kann, total verpönt.
      Dass man auf eine anti-souveräne Agenda gegen die Staaten gerade in diesem Zusammenhang hinweist, gilt hier schon als stramm rechts.

    • Interessant wäre ja auch der Mann gewesen, der diese Initiative um das deutsche Gold geführt hat.

      Das wäre mal eine praktische Angelegenheit gewesen, eine aktuelle Auseinandersetzung um ein anderes Verständnis des Geldsystems zu unterstützen. Ich habe nichts gegen die bisher Interviewten zu dem Thema, aber Böhringer war ein Mann der Tat und kein Theoriemensch.

      Aber der Mann war eher libertär und ist heute für die AFD im Bundestag.

      Tja, mit jedem reden sieht anders aus.

    • Apropos Debattenraum … nicht alles, vor allem da man es bereits kennengelernt hat, gehört da auch hinein.

      Hr. Mausfeld: Also die interessante Frage wäre jetzt herauszufinden, wenn man mal sagt, das Hardcore-rassistische Potential einer Gesellschaft sind vielleicht fünf Prozent, zehn Prozent. Die vielleicht immer da sind, weil in allen Lebensbedingungen etwas nicht gepaßt hat und die Ehe ging auseinander oder es passierte sonst etwas. Das kann sich dann durch solche Ressentiments entladen. Aber wenn das auf zwanzig Prozent geht, muß man sich fragen, welche Bedingungen haben eigentlich dazu geführt daß es dazu gekommen ist.

      Und der Neoliberalismus war eine ganz starke Quelle, durch die Entleerung des politischen Raumes (…) Neoliberalismus und Rechtspopulismus, die beiden hängen eigentlich direkt aneinander. Der Neoliberalismus ist eine der Hauptursachen, nicht des rassistischen Korkpotentials von fünf Prozent, aber daß das angestiegen ist, ist eine Folge des Neoliberalismus.

      Fr. Kosubek: Wenn sie jetzt gerade das Potential der rechtspopulistischen Partei erwähnen, hier nicht nur in Deutschland. Es gibt ja einfach Leute die rechtskonservativ, rechtsnational sind. Gibt es da etwas auszusetzen? Gehört das nicht auch quasi in den demokratischen Diskurs oder in die Repräsentanz, sozusagen?

      Hr. Mausfeld: Also das Rechts im Sinne … alle Kategorien stammen aus der Zeit der Aufklärung, Liberalismus, Sozialismus, Konservatismus, waren alles Dinge die zu der Zeit entstanden sind.
      Und rechts und konservativ heißt eigentlich, den Status quo bewahren, auch den Politischen. Die waren eben für Monarchie, für die Herrschaft der Kirche, für all so etwas. Insofern ist irgend eine Art dieser Zweiteilung in jeder Gesellschaft da. Ein Teil setzt auf eine emanzipatorische Weiterentwicklung einer Gesellschaft. Das waren dann die die sich links nannten. Und ein Teil setzt auf die Bewahrung des Vorhandenen.

      Jetzt kommt ’ne andere Dimension, die liegt eigentlich quer dazu, das ist die, die rassistisch ist, also die sozusagen sagt, „es gibt Menschen mit einer grundsätzlich höheren Wertigkeit. Die Grenzen sind natürlich immer fließend, weil der Konservatismus natürlich immer eng mit dem Nationalismus verbunden war. Weil er sagt, meine Nation hat natürlich eine andere Wertigkeit als andere Nationen … aber sie zielen darauf (gewandt an Frau Kosubek) daß sie sagen das gehört eigentlich in eine lebendige Demokratie … gehört ein Spektrum von Perspektiven. Wir betonen immer Heterogenität und Pluralität. Damit müssen wir klarkommen. Es gehört auch dazu, daß Leute ihre Meinung sagen, die ich abstoßend finde. Das muß ich in einer Demokratie hinnehmen und muß mich damit auseinandersetzen.

      Gleichzeitig kann natürlich eine Demokratie auch sagen, wir als Vergemeinschaftung von Herrschaft, die wir uns unsere Gesetze und unsere Institutionen mit bewußtem Willen gegeben haben, wir möchten bestimmte Dinge … sei es aufgrund von historischen Erfahrungen … wir möchten bestimmte Dinge nicht, weil wir sagen, da wird es unmenschlich, das führt zu Zivilisationsbrüchen. Rassismus ist sicherlich etwas, was gerade in der deutschen Geschichte zu Zivilisationsbrüchen führt. So daß eine Gesellschaft sich sagen kann. Nein, einen rassistischen Diskurs möchten wir nicht im politischen Raum.

      Nur sieht man auch da wieder wie schnell die Verlogenheit dieses Arguments deutlich wird, wenn sie sich Äußerungen … könnte man auch stundenlang anführen, von Politikern … Stoiber beispielsweise mit seiner Warnung vor einer durchmischten und durchrassten Gesellschaft. Merz im Jahre zweitausend mit der Leitkulturdebatte. Das ist Kulturrassismus. Das heißt wir haben ganz viele Arten von rassistischen Ressentiments die in der Politik erlaubt sind. Die nur sehr verborgen sind und auch interessanterweise oder auch nicht interessanterweise auch nicht thematisiert werden. Schäubles Äußerungen über Flüchtlinge in den 90er Jahren. Das war auch eine Art von Rassismus. Und wir haben natürlich einen Klassenrassismus. Wir haben eine Verachtung der Armen. Auch das ist eine Art von Kulturrassismus. Wir haben einen Klassenrassismus, wo wir den Armen sozusagen die Schuld für ihre Situation selber zuschreiben.

      Aus: Rainer Mausfeld zu den „Gelbwesten“, Neoliberalismus, Migration und Elitendemokratie (ab etwa Stunde eins)

      Sie sehen, auch selektives Verwenden und aus dem Kontext reißen, bringt recht wenig. Denn auch das, ist weder neu, noch ist es originell.

    • Unsere Exportüberschüsse zwischen 1951 und 1969, die ursprünglich in Devisen bezahlt wurden, wollte die Zentralbank bei der FED gegen Gold tauschen, bekam das Gold auch zugebucht, aber vermutlich nie in physischer Form. Das heißt, DE wurde für ihre Arbeit (Güter) mit Papier(geld) bezahlt. Eine moderne Form der Sklaverei.
      https://www.youtube.com/watch?v=92t83fGaNWo

    • Hallo Box,
      sicher ist Rassismus (theoretisch) nicht diskutabel. Es gibt aber Beispiele, in denen Kulturrassismus, nicht nur Klassenrassismus (der sowieso), diskutabel sein muss, etwa wenn in Paris oder im Ruhrpott (Duisburg) Zigeuner ganze Straßenzüge vollmüllen oder gar im Winter den Holzfußboden aus der gemieteten Wohnung rausreißen und verheizen. Das gibt es ja und ist mit deutscher Lebensart nicht kompatibel.
      Bevor sich jemand über den Gebrauch des Wortes Zigeuner aufregt, die Zigeuner wollen selber mehrheitlich so genannt werden (abgesehen vom Zentralrat der Sinti und Roma in DE). Ich weiß das von Rolf Bauerdick, der 2 oder 3 Bücher über Zigeuner geschrieben hat und sie in vielen Ländern besucht hat, (er war sicher über zehn mal alleine in Rumänien).
      Natürlich sind diese regionalen Vorkommnisse keine Ereignisse die im Neoliberalismus vorrangig diskutiert werden müssen, aber das Trennende zu verschweigen ist auch keine Lösung. Mausfeld geht es ja auch um die Umdeutung der Begriffe wie „Demokratie“ oder der Neuschöpfung von Begriffen wie „Verschwörungstheoretiker“ oder „Putinversteher“, die eine Verständigung der 99,9% erschweren soll. Im öffentlichen Debattenraum soll also Verschwörung, oder Empathie mit Putin tabuisiert werden. Oder „Klimaleugner“, in mehrfacher Hinsicht ein Schwachsinnsbegriff, über den die „Lämmer“ nur stolpern können.
      Aber von den thinktanks, die sich das ausdenken, clever gemacht.

    • Böhringer ?
      Was ist mit dem Mann zu besprechen?
      Da hab ich keine Verträge. Null.

    • schwarz ist weiß
      Was macht dir Boeringer so unsympathisch? Ich kenne ihn nicht gut genug, außer, das er in der AfD ist, weiß ich nicht viel von ihm.

    • Wenn es um frühe Kindheit geht, dann ist im Zusammenhang mit Rassismus das Thema, welche frühkindlichen Erfahrungen aus manchen Leuten Rassisten machen.
      Die „besorgten Bürger“ projizieren, was nichts besonderes ist, nur projizieren die „besorgten Bürger“ so ungewöhnlich intensiv, dass offensichtlich ist, wie überdurchschnittlich schädigend die Eltern der „besorgten Bürger“ mit ihren Kindern umgegangen sind.

  9. Es gab tatsächlich in der offiziellen Propaganda die Tendenz, dass die DDR-Bürger automatisch Antifaschisten sind, da hat Herr Maaz recht. Es gab aber auch gegenläufige Tendenzen, die man auch nicht unter den Tisch fallen lassen sollte. Im ersten Band von „Der Friede im Osten“ von Erik Neutsch wird sehr eindrucksvoll beschrieben, was für ein qualvoller Prozess der Bruch mit dem Faschismus für viele Menschen war.

  10. Herr Maaz ist ein Mensch dem kann man gut zuhören. Hoffe auch das Herr Jebsen gut zugehört hat als es um den Narzissmus ging mit ANDEREN nicht zu reden und sie Ausgrenzen. und auch weiter bei Minute 40:00.

    Freue mich jetzt schon wenn es zu einem Verständigungsgespraech auf Kenfm kommt mit denen die auch eine bessere Welt wollen aber „NO GO“ bisher bei Jebsen waren.

    • Ein echtes Streitgespräch unter Aktivisten der Gegenbewegung wäre hilfreuch und klärend und würde alle weiter bringen. So rührt jeder in seinem Topf und sendet für die eigene Clique. Aber eine Verbindung von Protestpotentialen wird damit sabotiert.

    • @ Meissen
      „mit denen die auch eine bessere Welt wollen aber „NO GO“ bisher bei Jebsen waren.“

      „Auch eine bessere Welt zu wollen“ kann Substanz haben, es kann aber auch eine Art Helfersyndrom sein, was so gesehen im Prinzip wie projizieren bzw. reinszenieren ist..
      Und da selten etwas 100%ig ist, bleibt im Einzelfall die Frage, wieviel Substanz dahinter ist und wieviel Helfersyndrom ist.

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