KenFM am Telefon mit Evelyn Hecht-Galinski über: Krim-Krise

Die Krise in der Ukraine bleibt unübersichtlich. Weitestgehend unbeachtet bleibt, dass an der neuen Landesregierung auch faschistoide Kräfte beteiligt sind, was unter anderem die Bewohner der Krim in Aufruhr versetzte und mit zum eindeutigen Ergebnis des Referendums vor einer Woche beitrug. Die westlichen Regierungen und Medien haben sich jedoch klar auf der NATO-Seite, also der Seite eben dieser Übergangsregierung, positioniert und die Russen quasi schon zum Abschuss freigegeben. Der Kalte Krieg scheint warm zu laufen.

KenFM sprach mit der Publizistin Evelyn Hecht-Galinski über die beunruhigenden Entwicklungen am Schwarzen Meer und über das unverhältnismäßige Messen mit zweierlei Maß.

8 Kommentare zu: “KenFM am Telefon mit Evelyn Hecht-Galinski über: Krim-Krise

  1. Ich kann da ProPutin nur zustimmen. Meine Schwiegermutter lebt in der Ukraine und ich bin deshalb sehr gut informiert. Herr Krimeinwohner hat sich seine Informationen wahrscheinlich aus der Bild-Zeitung geholt und hat auch keine Ahnung von Geschichte. Die wirklichen Einwohner der Krim und auch die Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung wollen keine faschistoide und mit Hilfe der US- Geheimdienste eingesetzte Regierung. Wenn sich die Ukraine spalten sollte, was sehr leicht möglich ist, wird sich der Osten an Russland anschließen und der faschistoide Westen, der eigentlich niemals wirklich zur Ukraine gehörte, kann dann wieder an Europa angeschlossen werden – zurück ins Reich! Das wird für die EU das größte Problem seit der NSDAP. Ich glaube nicht, dass die deutsche Bevölkerung damit einverstanden ist.

  2. An KrimEinwohner:

    So wie der Zufall es will lebt ein Teil meiner Familie auf der Krim. Sie haben an der Wahl auch teilgenommen und haben keine „Nazi Bildchen“ wie du es hier darstellst gesehen. Nirgends!!!
    Das traurige ist das solche Menschen wie du mit Ihrem Halbwissen hier irgendeinen Sch*** reinschreiben, ohne die Hintergründe zu kennen. Fakt ist das die Russischen Soldaten, im Frieden und Anstand, auf der Krim noch nicht mal Militärstützpunkte besetzt haben, sondern im freien unter ihren Wagen oder in Zelten Gehaust haben.
    Was in Kiew geschehen ist, ist schlichtweg ein Verfassungswidriger Putsch der Regierung durch die pro westliche Opposition gewesen. Das in der Ukraine westliche „Revolutionäre“ am Werk waren ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. In der Ukraine geht es dem Westen nur darum, ein erstarkendes Russland zu destabilisieren. Was schon mit Libyen, Syrien und co. passiert ist, wird jetzt auch in der Ukraine versucht.

  3. War es eine Annexion? Ich glaube es war ein Anschluss. Betrachten wir das ganze einmal vollkommen formaljuristisch. Ein Staat definiert sich nach der herrschenden Meinung, der sog. Drei-Elemente-Theorie durch Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt. Es kommt eben nicht darauf an, dass ein Staat von anderen anerkannt wird, sondern er existiert aus sich selbst heraus. Im Falle der Ukraine ist die Staatsgewalt das Entscheidende. Die Staatsgewalt bedeutet, dass der Staat als abstrakte Körperschaft seine Regeln und Gesetze innerhalb seiner Grenzen durchsetzen kann. Kommt man zu dem Schluss, das die Staatsgewalt durch die Revolution in Kiew nicht mehr vorhanden war, war die Ukraine kein Staat mehr und damit war die Sezession der Krim rechtens.

  4. Ich finde es schon krass, dass man die Russen hier so in Schutz nimmt. Die russischen Soldaten sind ohne Abzeichen in die Krim einmarschiert, haben Parlament gestürmt und Unabhängigkeit erklärt, was gegen die ukrainische Verfassung ist.

    Dann wurden die russischsprachigen Bürger von Krim mit Propagandabildern der angeblichen Nazi-Regierung in Kiew bombardiert, überall hängten Plakate mit Hakenkreuzen und sonstigen Bildern, um die Wahl ganz eindeutig für sich zu manipulieren.

    Die eigentlichen Ureinwohner von Krim haben das Referendum sogar ganz boykottiert.

    Dass man hier von einer freien Entscheidung spricht ist einfach lächerlich. Man kann kein Referendum in zwei Wochen durchziehen und unter solchen Umständen ist es weder demokratisch, noch frei und legitim. Ganz unabhängig davon, was der Westen überhaupt dazu sagt.

    • 1. Ist die Regierung widerrechtlich eingesetzt worden, weil die vom Parlament erforderlichen 75% der Stimmen nicht erreicht wurden. Also ist eigentlich Janukowitsch noch rechtmäßiger Präsident.
      2. Es handelt sich bei den Putschern nicht um eine „angebliche“ Naziregierung, sondern um eine Regierung, in der Mitglieder der ultra-faschistischen Swoboda-Partei und des „rechten Sektors“ /(Prawy Sektor) sitzen. Anführer von Prawy Sektor ist der Hardcore-Faschist Dmitri Jarosch, der seine Kandidatur für das Präsidentenamt in der Ukraine angekündigt hat. In der neuen ukrainischen Regierung besetzen Swoboda-Vertreter mehrere wichtige Posten, darunter die des Vizeregierungschefs und des Generalstaatsanwalts. Auch der Chef des nationalen Sicherheitsrates, Andrej Parubi, ist Gründungsmitglied von Swoboda, also ein Faschist.
      Der bereits oben erwähnte Jarosch ist derzeit auch Vizechef des Nationalen Sicherheitsrates. Seine Partei, die Rechtsextremismus-Experten als ein Sammelbecken von Chauvinisten, Neonazis und Hooligans bezeichnen, hatte sich vor fünf Jahren mit anderen neofaschistischen Parteien in Budapest zu einer „Allianz der Europäischen nationalen Bewegung“ zusammengeschlossen. Unter Jaroschs Führung vereinten sich Anfang des Jahres auf dem Kiewer Maidan mehrere militante Neonazi-Gruppen, die mit Schusswaffen Sicherheitskräfte attackierten.
      Auch der Sicherheitschef des Landes ist genauso wie der neue Generalstaatsanwalt der Ukraine ein Swoboda-Faschist. Swoboda-Chef Tjagnibok forderte in einer Rede seine rechten Anhänger auf:“ „Schnappt Euch die Gewehre, bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten.“ Mit „anderen Unarten“ sind Homosexuelle, Sinti und Roma gemeint. Wer diese Regierung unterstützt findet sich damit ab, dass der Faschismus in Europa erstarkt. Ich hoffe, dass dieses Land unter den gegenwärtigen Voraussetzungen NICHT in die EU aufgenommen wird. Die Türkei wäre eh‘ vor Ukraine, Bulgarien, Rumänien und Griechenland dran gewesen. Aber die sind ja schon in der NATO, deshalb macht sich auch keiner die Mühe.

  5. Hallo Herr Jebsen,

    vielen Dank für Ihre Mühe.
    Frau Galinski kritisiert die mediale Berichterstattung unserer antirussischen Propagandamedien völlig zurecht.

    Aber Eins hat Frau Galinski noch nicht verstanden, wenn sie, genauso wie unsere Medien, von einer sogenannten „Annektierung“ spricht.
    Ich finde das schlicht und einfach falsch und unmöglich, hier von einer „Annektierung“ zu sprechen!

    Russland hat hier überhaupt nichts „annektiert“. Es war ein gewollter(!) Beitritt der Krim zu Russland, kein erzwungener! Da noch von „Annektierung“ zu sprechen, ist einfach absolut falsch! Die Krim ist Moskau schon fast von alleine in den Schoß gefallen.

    Russland hat hier auch keineswegs gegen das Völkerrecht verstoßen. Ist genauso eine freche Lüge. Denn Tatsache ist, dass sogar der Internationale Gerichtshof 2008 schon mal bestätigt hat:

    „Das internationale Recht kennt kein Verbot von Unabhängigkeitserklärungen“, sagte der Präsident des Internationalen Gerichtshofes, Hisashi Owada noch im Jahr 2008.
    Quelle: http://www.dw.de/dialog-zwischen-kosovo-und-serbien-gefordert/a-5827089-1

    Vor allem dann, wenn das sich für unabhängig erklärende Gebiet sowieso schon autonom ist.

    Also hat sich die Krim völlig legitim(!) unabhängig erklärt und hat erst DANACH das Referendum durchgeführt, wozu es als unabhängiges Land nun berechtigt ist. Folglich haben sie eben den Beitritt zu Russland gewählt.

    Wer da noch von „Annexion“ oder „Völkerrechtsbruch“ seitens Moskau spricht, der ist schlichtweg falsch informiert.

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