KenFM im Gespräch mit: Heinz-Josef Bontrup

Prof. Heinz-Josef Bontrup ist der Muhammad Ali der deutschen Wirtschaftswissenschaftler.

Er provoziert den Gegner noch während dieser in seiner Ecke sitzt, um ihn dann mit ein paar gut platzierten Argumenten auf die Matte zu schicken.

Wer Bontrup mal live an der Westfälischen Hochschule erlebt hat, muss zugeben, dass sich der Profi für Arbeitsökonomie vor allem für den lohnabhängigen Arbeiter in den Ring wirft.

Bontrup ist stocksauer und dafür gibt es einen Grund. Er rechnet Merkel & Co. seit Jahren vor, dass echte Vollbeschäftigung in Deutschland möglich wäre und, dass dabei alle Seiten gewinnen können.

Als Sprecher der „Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ hat Bontrup auch im Deutschen Bundestag immer wieder versucht, die jeweiligen Wirtschaftsminister für seine Ideen eines fairen Arbeitsmarktes zu begeistern. Oft, sehr oft, hatte er dann aber das Gefühl, dass die, die ihm gegenüber saßen, von der Materie nur oberflächlich etwas verstanden.

Wirtschaftswissenschaft ist, anders als Physik oder Chemie, keine Naturwissenschaft. Der untersuchte Gegenstand, der Markt, wurde von Menschen gemacht, kennt keine festen Regeln, sondern gehorcht eher einer Ideologie.

Gerade deshalb will sich Prof. Bontrup nicht mit dem Status Quo abfinden. Es gibt eine Alternative zu Hartz IV, Niedriglohnsektor, Lohndumping und Altersarmut.

Es geht um einen fairen Verteilerschlüssel. Mehr echte Mitbestimmung durch den Arbeitnehmer und das Beenden der Lobby-Politik, die vor allem den großen Kapitalbesitzern dient, während immer mehr Menschen um ihren Job bangen müssen, Überstunden schieben oder aber wegrationalisiert werden.

Bontrup ist kein Theoretiker, er kennt alle Seiten des Marktes: Werkbank, Forschung und Wissenschaft. Das macht seine Argumente und Kritik so plausibel.

Kaum geht der Gong, knallt er der Politik 90 Minuten einen vor den Latz. Er will eine andere Ordnung im System selbst und keine Brosamen der Beschwichtigung.

Inhaltsübersicht:

00:01:51 Arbeitgeber und Arbeitnehmer vs. Unternehmer und abhängig Beschäftigte

00:12:51 Ungleiche Vermögensverteilung und ihre Rolle bei Finanzkrisen

00:20:33 Der Beginn der Massenarbeitslosigkeit und mögliche Wege aus der Krise

00:39:10 Wohin steuert Deutschland?

00:55:17 Der Lebenszyklus der Gewerkschaften

01:15:43 Heinz-Josef Bontrups Konzept zur Beendigung der Massenarbeitslosigkeit

01:30:17 Das widersprüchliche Verhältnis eines demokratischen Staates zu einer autokratischen Wirtschaft

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97 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Heinz-Josef Bontrup

  1. Die Ausführungen waren doch von viel Pauschalem Unternehmerbashing geprägt.

    Der Handwerksmeister, der einen Mitarbeiter hat wird im Grunde mit Großkonzernen in einen Topf geworfen – als Außbeuter, der von fremder Arbeit lebt.

    Pauschal wird über Erbschaftssteuer geredet, ohne Unterschied zwischen den Vermögensgrößen.

    Allgemein wird über die Vorzüge von Steuererhöhungen geredet – während unerwähnt bleibt das z.B. Apple fast gar keine Steuern bezahlt. Nur der „deutsche Michel“ sei zu doof ein zu sehen, das die Steuererhöhungen gut seien.

    Dabei kennt der „deutsche Michel“ das mit den Steuererhöhungen doch schon: Erst wird von den Steuern für Reiche geschwätzt. Anschließend werden aber die Mehrwertsteuer oder die Verbrauchssteuern erhöht, was vornehmlich die Armen trifft. – Selbst der deutsche Michel hat ein Gedächtnis.

    Eine Vision für die Entwicklung der Gesellschaft kann ich bei Herrn Prof. Bontrup nicht entdecken. Somit bleiben für Visonen weiter die Unternehmer zuständig.

    PS: Buchtip Solidarismus von Rudolf Diesel. Dort wird eine Vision von einer Gesellschaft entwickelt, in der die Unternehmen ohne Privateigentum und Eigenkapital auskommen.

  2. Bontrup ist ein typischer deutscher: bei jedem 3. Satz sagt er „das muss geregelt werden“.
    Der Mann hat zwar einige gute Ansätze, aber warum er sich deshalb als „Wirtschaftsweisen“
    ausgibt ist mir unverständlich.
    Beruht der Erfolg eines besseren Gemeinwesens ähm Gesellschaft nicht erstens da drauf, dass
    den beklagten 90% – oder wenigstens 50% – erst wieder das selbständige denken beigebracht wird!?

    Da ist Italien, oder andere „Entwicklungsländer“, den deutschen schon um einiges voraus, da in
    diesen sogenannten Entwicklungsländern gedacht wird, darum kann man sich da auch
    entwickeln.

  3. Danke!

    Ganz hervorragendes Gespräch. Endlich mal einer der sich an die Tatsachen hält, und eben NICHT meint positives Geschwafel hinzufügen zu müssen, wie die meisten Autoren hier. Sein Optimismus was mögliche Besserungen in der Zukunft angeht ehrt ihn, da er nicht so tut, da sei auch nur ein Ansatz in Sicht. (Vergleichen sie das mal mit den infantilen Ausführungen Trautwetters in jedem seiner Beiträge!)
    Auch wenn Bontrup als freundlicher Mensch niemals so Bösartiges sagen würde, das letztlich der verblödete Urnenpöbel die Schuld trägt , so lassen doch seine Worte keinen Zweifel, dass er den „Schuldigen“ kennt und keinerlei Möglichkeit sieht irgendwas am geistigen Zustand der Masse ändern zu können!

    Man ist dankbar für einen solchen Artikel, der in der Lage ist völlig auf Unsinn zu verzichten.

  4. Thema: „Teilzeitarbeit“ / „Vollzeitarbeitsplätze“:
    Die Begriffe hinken gewaltig. In Wahrheit sind sehr viele Teilzeitbeschäftigte in der Situtation, dass ihre Arbeitszeit sich dermaßen verdichtet hat, d. h. dass das, was früher in einer Vollschichtigkeit erledigt wurde, jetzt bei reduzierter Arbeitszeit erledigt werden muss. So arbeitet man sich krank.

  5. Anbei noch zwei Artikel, zu „das Geldsystem das unbekannte Wesen“ oder als elementarer Teil des tiefen Staates:

    Follow the money Teil 1: Der Bundestag und das Geldsystem

    Was passiert eigentlich im Finanzausschuss? Wie denken die Abgeordneten dort über das Geldsystem? Verstehen sie es überhaupt? Telepolis fragte nach und erhielt interessante Antworten – nur die SPD blieb stumm.
    von Paul Schreyer

    Der Finanzausschuss des Deutschen Bundestages ist der Ort, wo gewählte Abgeordnete Einfluss auf die Finanzpolitik des Landes nehmen können. So zumindest die Theorie. Wichtige Gesetzesvorlagen der Regierung rund um Geld, Steuern und Finanzwirtschaft sollen vom Ausschuss geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Der Ausschuss selbst gibt sich dabei realistisch und betont in einer Eigendarstellung auf den Webseiten des Bundestages: „Der etappenreiche Weg der Gesetzesvorhaben von der Koalitionsvereinbarung zum Finanzausschuss verdeutlicht, dass ein Gesetzentwurf der Bundesregierung bei Beginn der Ausschussberatungen bereits ein gewisses Reifestadium erreicht hat. Deshalb sind fundamentale Änderungen der Vorlage (…) im Ausschuss die Ausnahme.“ [1]

    Mit anderen Worten: Grundsätzliche Entscheidungen werden anderswo getroffen.
    (…)
    Der Nebel um die Geldschöpfung

    Zum spannenden Thema Geldschöpfung blieb die CDU ebenfalls schmallippig. Direkt darauf angesprochen, ob es nicht nur der EZB, sondern auch privaten Banken erlaubt sein sollte, selbst Geld zu erzeugen (wie es heute der Fall ist), vermied Fraktionssprecherin Antje Tillmann eine klare Antwort. Ohne direkt danach gefragt worden zu sein, erläuterte sie stattdessen, weshalb ein sogenanntes Vollgeldsystem sie „bisher nicht überzeugt“ habe.
    http://www.free21.org/der-bundestag-und-das-geldsystem/

    Follow the Money 2: Das Finanzministerium, der „Deep State“ und das Geldsystem

    Welche Rolle spielt das Finanzministerium im Machtpoker der Banken? Ist es Gegenspieler oder eher Teil eines „Deep State“? Und wer verdient eigentlich an den Staatsschulden?
    von Paul Schreyer

    Was damit gemeint ist, dürfte klar sein: Deutschland hat derzeit Schulden von etwa 1.100 Mrd. Euro angehäuft (nur der Bund, ohne die Länder und Kommunen). Selbst beim aktuell niedrigen Zinsniveau kostet das den Staat und damit die Steuerzahler 2017 gut 20 Milliarden Euro für Zinsen – viertgrößter Posten im Haushalt, noch vor den Ausgaben für Bildung oder für Gesundheit. Dieses Geld fehlt selbstverständlich anderswo. Zum Vergleich: Für Hartz IV werden in diesem Jahr ca. 21 Milliarden Euro ausgegeben, also fast genau die gleiche Summe, die parallel an reiche Gläubiger fließt. Von 2012 bis 2016 summierten sich die Zinszahlungen Deutschlands auf mehr als 130 Mrd. Euro.
    (…)
    Wer bekommt die Zinsen?

    Eine spannende Frage lautet in diesem Zusammenhang, an wen die 20 Milliarden Euro für Zinsen konkret fließen. Zum Vergleich: Hartz IV-Empfänger sind den Behörden selbstverständlich namentlich bekannt und müssen für den Empfang der Staatsgelder so gut wie alles offenlegen, was irgendwie mit ihrem Vermögen und ihren Lebensumständen zusammenhängt. Bei den Zinsempfängern ist das anders. Hier kennt der Staat noch nicht einmal die Namen derjenigen, an welche die Steuermilliarden fließen.

    Die Gläubiger erhalten ihre Zahlungen abgeschirmt und intransparent, vermittelt über die Firma Clearstream. Das Finanzministerium überweist nur eine Gesamtsumme an Clearstream. Erst von dort aus, und gegebenenfalls noch vermittelt über weitere Wertpapierverwahrer, werden die einzelnen Beträge dann an die jeweiligen Gläubiger transferiert.
    (…)
    Unternehmensberater als Abteilungsleiter

    So berief Wolfgang Schäuble 2011 den Anwalt Levin Holle zum Chef der einflussreichen Abteilung für Finanzmarktpolitik. Holle leitete zuvor als Seniorpartner das Berliner Büro der Unternehmensberatung Boston Consulting Group.

    Ebenjene Beratungsfirma hatte 2004 im Auftrag des Finanzministeriums ein Gutachten erstellt, das ganz im Sinne der großen Banken empfahl, die Politik solle günstige Rahmenbedingungen schaffen, um „leistungsgestörte Kredite“ verbriefen zu können – oder mit anderen Worten: faule Kredite im großen Stil an den Börsen zu verkaufen. Kreditverbriefungen, also durch unsichere Kreditforderungen „besicherte“ Wertpapiere, pumpten die Spekulationsblase weiter auf, bevor es 2008 zum Crash kam.

    Führende Banken hatten sich zuvor, 2004, zu einem Lobby-Verband namens „True Sale International“ zusammengeschlossen, um Kreditverbriefungen in Deutschland zu etablieren[7]. Zum Beirat dieser Lobby-Gruppe gehörte seit der Gründung auch ein Vertreter des Finanzministeriums. Die Behörde agierte dabei weniger als Kontrolleur, denn als wohlwollender Mitspieler.

    Zunächst übernahm den Beiratsposten Abteilungsleiter Jörg Asmussen, der in einem Aufsatz von 2006 die riskanten Verbriefungen persönlich empfahl und ankündigte, sein Ministerium werde den Banken in diesem Zusammenhang „keine unnötigen Prüf- und Dokumentationspflichten“ vorschreiben[8]. Asmussen machte in der Folge große Karriere, erst als Staatssekretär im Finanzministerium, dann im Direktorium der EZB, seit 2016 schließlich als „Managing Director“ der Privatbank Lazard.

    Die Funktion von Asmussen im Finanzministerium übernimmt seit einigen Jahren nun mehr oder weniger der erwähnte Levin Holle von der Boston Consulting Group, die mit ihrer geschilderten Beratungstätigkeit eher Teil des Problems als der Lösung sein dürfte.
    (…)
    Finanzieller „Deep State“?

    Solche Personalien erwecken den Eindruck, als existiere im Grunde kein Interessensgegensatz zwischen Finanzministerium und privatem Bankensektor, als strebten vielmehr alle in schönstem Einvernehmen das gleiche an, nämlich „optimal funktionierende Finanzmärkte“.

    Nur: Wer setzt den Bankern Grenzen und Regeln, wenn ein Ministerium mangels Souveränität und Sachverstand praktisch offiziell von Lobbyisten mitgeleitet wird?

    Man kann diskutieren, ob der Begriff „Deep State“ in diesem Zusammenhang passend ist. In der Regel wird damit ein personell eng verflochtenes Milieu aus Regierungsbeamten, Geheimdienstleuten, Militärs und Geldadel bezeichnet, die unabhängig von Wahlergebnissen und Staatspräsidenten dafür sorgen, dass die Macht der eigenen Kreise gesichert bleibt. [12]

    Wenn man zudem in Rechnung stellt, dass der Finanzsektor traditionell eng mit den Geheimdiensten verknüpft ist (die CIA wurde praktisch von Unternehmensanwälten und Wall-Street-Bankern gegründet [13]) und bis heute auf Spitzenebene zwischen Finanzkonzernen und Geheimdiensten ein reger Personalwechsel herrscht[14] (vor allem in den USA, aber auch in Deutschland[15]), dann ist es naheliegend, den Finanzsektor als treibenden Akteur eines „Deep State“ zu sehen.
    (…)
    Aufrufe zu mehr Demokratie und einem lebendigen Europa der Bürger könnten und sollten an dieser Stelle ansetzen. Dass eine Initiative, die nun den „Pulse of Europe“[17] neu beleben will, gerade von Frankfurter Unternehmensanwälten lanciert wird[18] und nichts von all dem thematisiert, passt da wieder ins Bild.
    http://www.free21.org/das-finanzministerium-der-deep-state-und-das-geldsystem/

  6. Die Lösungen von Herrn Bontrup beruhen auch wieder bloß auf Produktionszuwächsen und damit befeuern wir ja nur das Feuer des Kapitalismus, welches die Welt verbrennt. Wenn der Kapitalismus mit seinen Wachstumszwängen, die sich flächenbrandartig in alle Winkel der Erde ausbreiten, nicht gestoppt wird, werden die Ressourcen so knapp, dass die ganze Welt in Krieg und Elend versinkt. Das haben wir ja auch schon in vielen Teilen der Welt. Es hat ja schon begonnen. Die Existenz so vieler Menschen ist nur der Existenz des Kapitalismus und der wirtschaftlichen Revolutionen zu verdanken. Ohne den Kapitalismus gäbe es nicht so viele Menschen. Der Konsum nach westlicher Lebensart schafft das Bevölkerungswachstum, das den Reichtum an Leben frisst. Ich bin überzeugt, dass es auch wieder möglich sein wird, mit der Natur zu leben, ohne dabei wieder zu Affen werden zu müssen. Alles was der Kapitalismus hat wachsen lassen, muss wieder schrumpfen und zwar so, dass etwas lebensfreundliches dabei raus kommt. Wir müssen nicht alles verteufeln, was in diesen Wachstumsphasen geschaffen wurde, z.B. in der Medizin, aber weiter so geht auch nicht. Wenn man in eine Sackgasse geraten ist, dann muss auch bereit sein den Weg ein Stück zurückzugehen, um weiterzukommen. Aber es ist so typisch menschlich. Wir sehen das Sackgassenschild und gehen aber trotzdem weiter, weil es ja doch irgendwo eine Möglichkeit geben könnte, an der Sackgasse vorbeizukommen.

    • Herr Bontrup spricht voin der real existierenden Welt.

      Sie reden darüber wie sie sich eine bessere vorstellen.
      Leider vergessen sie zu erwähnen, wo die herkommen soll.

      Ich will ihnen ein Geheimnis verraten: Die Menschen sind habgierig geizig und aggressiv!
      Deshalb ist der Kapitalismus so erfolgreich!

      Wenn sie also kommentieren, dann sollten sie dies berücksichtigen, sonst sind sie bei Herrn Trautwetters Texten besser aufgehoben….

    • Herr Bontrup spricht von der real existierenden Welt.
      //Richtig. Ich auch.

      Sie reden darüber wie sie sich eine bessere vorstellen.
      Leider vergessen sie zu erwähnen, wo die herkommen soll.
      //Ich rede davon wie ein real existierendes Wirtschaftssystem die Menschen so verändert, dass sie die ganze Welt auffressen wollen. Trotzdem mag ich Utopien lieber als Dystopien. Eine bessere Welt braucht Menschen die bei Bewusstsein sind. Die meisten Menschen gestresst und unaufmerksam. Bewusstsein ist ein Fähigkeit des Gehirnes, die Dinge mit emontionalem Abstand wahrzunehmen, die man genau so erlernen kann wie lesen. Egoismus und Aggressivität sind in den älteren und primitiveren Teilen unseres Gehirnes angelegt, man kann sich aber darüber hinaus entwickeln. Nur müsste das gefördert werden und besonders bereits in jüngeren Jahren.

      Ich will ihnen ein Geheimnis verraten: Die Menschen sind habgierig geizig und aggressiv!
      Deshalb ist der Kapitalismus so erfolgreich!
      //Sehe ich nicht so. Der Kapitalismus ist so erfolgreich, weil er viele Menschen am Anfang zu Gewinnern macht und man Ende nur wenige Menschen. Das ist ein Prozess, den ein Mensch nicht richtig wahrnimmt, weil er erst langsam fortschreitet und ab einen bestimmten Punkt, kommt man nicht mehr mit oder nicht zurück. Stichwort exponentielles Wachstum. Aber es ist wahr, der Mensch kann nicht gut abgeben, besonders wenn er viel hat oder eben gar nichts. Die Menschheit hat auch vor den urbanen Gesellschaften relativ friedlich zusammen leben können. Die Buch „die Megamaschine“ von Fabian Scheidler dröselt das ganz gut auf.

      Wenn sie also kommentieren, dann sollten sie dies berücksichtigen, sonst sind sie bei Herrn Trautwetters Texten besser aufgehoben….
      //Ich berücksichtige viele Dinge aber Danke für den wohlmeinenden Hinweis.

      vg Jo

  7. So fundiert Herr Heinz-Josef Bontrup die möglichen Bug-fixes für das aktuelle Lebenssystem pointiert, so wenig zukunftsträchtig wird es sein. Warum?

    Arbeit ist noch immer in den uralten Gläubenssätzen zementiert, dass es für 99% der Deutschen ein Frevel wäre, zu glauben, Arbeit könnte etwas anderes sein.

    Ken Jebsen hat oft genug sehr trefflich seine eigene Erkenntnis geteilt, dass „Beruf von Berufung kommt“.

    Wer das einmal, ganz frevelhaft, weiter spinnt, stößt auf viel tiefere Erkenntnisse.

    Denn Arbeit, so wie wir alle sie kennen und sie regelrecht anbeten, ist nichts anderes als ein engstirniges Sklavensystem.

    Was wäre denn, wenn wir den Mut hätten, alle Glaubenssätze über Arbeit, Wirtschaft, Berufe & Co loszulassen und zu beleuchten, wie wir leben würden, wären wir eins mit der Natur? Wie „arbeitet“ die Natur? Wo denken und glauben wir anders, entgegen der Natur?

    Was und wie würde denn jeder von uns arbeiten, wenn Arbeit keine gesellschaftliche Pflicht wäre?
    Wie sähe unser Tag aus, wenn unsere Lebenszeit von unserem Inneren aufgeteilt und verwaltet wäre?

    Bis heute dominiern und verwalten unsere Glaubenssätze unsere Lebenszeit.
    Wir glauben zu müssen und glauben zu wollen.
    Wir handeln aus kollektiver Schuld-Illusion und klammern uns ans kollektive Glaubenssystem.

    Tatsächlich würden wir etwas völlig anderes „tun“, denn Arbeit wäre dann keine „Arbeit“ mehr.
    Arbeit ist ja für uns stets das, was worin wir Zeit, Kraft, Energie und Geist investieren, entgegen unserem Inneren. Darum ist kollektiv Arbeit mit Anstrengung negativ behaftet.

    Jeden Tag müllen Online-Postings die WWW-Welt zu, wie geil es denn wäre, wenn es schon Freitag wäre. Scheinbar macht Arbeit keinen Spaß und ist keine Berufung und man tut das ja weil …. weil wegen Geld, weil man ja arbeiten muss … weil man sonst verhungert … weil man sonst auf Hilfe angewiesen wäre … weil man sonst nicht kaufen kann, was einen scheinbar glücklich macht … weil man sonst schief angesehen wird … weil … weil … weil.

    Was aber wenn jeder von uns das täglich tun würde, worin er/sie so richtig gut ist. Das innere, angeborene Talent entdeckt und als Beschäftigung lebend für die die Allgemeinheit investierend.

    Das wäre das keine Arbeit mehr, dann bräuchte es auch kein „mehr-Mitspracherecht“, „mehr-Sozial-blabla“, mehr „dies&das“.

    Jeder würde sein tägliches Etwas als Erfüllung und Berufung fühlen, gerne tun und glücklich sein.

    Schon gemerkt?

    Keiner könnte dann das in sich erfüllte Individuum dominieren und ausbeuten.

    Und das macht vermutlich noch zu Vielen Angst.

    Aber Zeit wird´s.

    • Hallo „TripleD“!
      Erstaunt mich doch sehr, dass bisher sich niemand dazu aufgerufen fühlte, auf deinen wichtigen Beitrag zu reagieren!
      —– Eine, wenn nicht die, zentrale Frage des Lebens aller Menschen, überall auf der Welt. —–
      Und die Frage und das Problem, deren und dessen nächste Schritte in Richtung Lösung entscheidend dafür sein werden, ob Frieden, Glück, Freiheit, Gleichheit, Sicherheit, Gerechtigkeit wie unser Naturverhältnis danach noch einmal extra auf den Verhandlungstisch gebracht werden müssen. Sollten Schritte in Richtung Lösung getan worden sein, wird sich rasch wohl zeigen: Neue Lösungen schaffen wieder neue Probleme usw. usf. Das sollten wir immer im Auge behalten.

      Jeden Tag müllen Online-Postings die WWW-Welt zu, wie geil es denn wäre, wenn es schon Freitag wäre. Scheinbar macht Arbeit keinen Spaß und ist keine Berufung und man tut das ja weil …. weil wegen Geld, weil man ja arbeiten muss … weil man sonst verhungert … weil man sonst auf Hilfe angewiesen wäre … weil man sonst nicht kaufen kann, was einen scheinbar glücklich macht … weil man sonst schief angesehen wird … weil … weil … weil.

      Wir können also davon ausgehen, dass vielen, womöglich dem gößten Teil der Beschäftigten ihre Arbeit weder Spaß macht, sie diese unausgesprochen also tatsächlich irgendwie als „nichts anderes als ein engstirniges Sklavensystem“ empfinden – wie du es ausgedrückt hast. „Nichts anderes“ kann aber nicht ganz stimmen, weil „wir“ sie trotzdem auch gleichzeitig „regelrecht anbeten“, diese Form der Arbeit also ein Fetisch ist, an den zu glauben, wir nicht aufhören wollen oder können. Wir wollen etwas anderes und wollen es gleichzeitig nicht!

      Stellen wir uns vor, zur nächsten Parlamentswahl träte eine Partei auf, die uns verspräche:
      „Ihr könnt morgen alle aufhören im Betrieb oder im Büro zu arbeiten und könnt euch nur noch damit beschäftigen, was euch Spaß macht, ‚worin er/sie so richtig gut ist‘, entweder sich auf Entdeckungsreise zu seinen ‚inneren Talenten‘ begeben oder – mit diesen schon bekannt gemacht – sie auch in Anwendung zu bringen.“
      Noch bevor ihr die Frage gestellt würde, die euch nicht ganz zu Unrecht die konkurrierenden Parteien in den Mund legen würden „Und wie wollt ihr das finanzieren?“, würden sie – trotz aller heimlichen Sympathie („wie geil es denn wäre, wenn es schon Freitag wäre“) – von uns, ihnen und dir ausgelacht werden. Ein Lachen wahrscheinlich aus „viel Angst“ gespeist (aber aus völlig unberechtigter Angst?). „Spinnerte Träumer!“ wäre wohl noch eines der wohlwollendsten Etikette, die der Initiative aufgeklebt würde. Der Wahrheitskern darin würde verdeckt, wenn nicht auf absehbare Zeit ganz von der Bild- und Vorstellungsfläche verschwinden. Der Sache wäre mehr geschadet als genützt.

      Die realen (Lohnsklaven-)Arbeitsverhältnisse sind eben so dominant und verinnerlicht, dass alles andere nicht mehr vorgestellt werden kann, wenn nicht aufgezeigt werden kann, wie man dahin gelangen soll. Wessen es bedarf, sind also Vermittlungsschritte, die zwischen dem Alten und dem Neuen einen gangbaren Weg zeigen. Aber das Zeigen reicht nicht, sie müssen auch verbreitet werden und in ihrer Verbreitung den Kampf mit den Propagandisten des Alten, ihrer Dominanz und ihren Machtmitteln be- und überstehen.
      Anders als du (‚tschuldigung, wenn ich mit dem „du“ zu weit gehe!), sehe ich Bontrup mit seinem Konzept und seinem persönlichen Engagement durchaus auf dieser Vermittlungsebene. Ganz einfach weil Verkürzung der Arbeitszeit bei gleichzeitigem Lohnausgleich, orientiert an der Produktivitätsrate – so widersprüchlich wie es klingen mag, durch die damit verbundene Schaffung von mehr „entfremdeten“ Arbeitsplätzen gleichzeitig andere Formen der Entfremdung abbaut, die dem „engstirniges Sklavensystem“ noch inhärent sind. Verkürzte Arbeitszeit bietet eben mehr Freizeit und damit die Möglichkeit, öfter das zu tun, „worin er/sie so richtig gut ist“ oder seine Talente erst einmal zu entdecken und zu entwickeln (immer vorausgesetzt, diese sind nicht krimineller Art und dem Anderen bzw. dem Gemeinwohl abträglich). Und wenn wir bei Bontrup genauer hinsehen, steht auch Nachhaltigkeit durchaus auf seinem Programm.
      Mit dem Zuwachs an Produktivität, die ja an den technologischen Fortschritt gebunden ist, wären weitergehende Arbeitszeitverkürzungen absehbar, die als Resultat unsere Bedürfnisstruktur verändern würden und letztendlich auch bewirken könnten, dass nicht mehr so viel Zeug produziert würde, das wir gar nicht brauchen bzw. zig Variationen des gleichen Produkts in bloß verschiedenen Erscheinungsformen. Bei Flassbeck scheint es eher so auszusehen, dass er den Staat zu mehr Investitionen anregen will, um mehr Arbeit zu schaffen. Ob er da indifferent gegenüber der Art der Arbeitsplätze (Rüstungsindustrie etc.) ist, weiß ich nicht. Kann ich mir allerdings bei ihm so wenig vorstellen wie bei Bontrup. Von ihrer Persönlichkeit her. Inwieweit ihre Konzepte da stimmig sind, kann ich nicht beurteilen.

      Ein Punkt scheint mir noch diskussionswürdig. Du schreibst:

      Was wäre denn, wenn wir den Mut hätten, alle Glaubenssätze über Arbeit, Wirtschaft, Berufe & Co loszulassen und zu beleuchten, wie wir leben würden, wären wir eins mit der Natur? Wie „arbeitet“ die Natur? Wo denken und glauben wir anders, entgegen der Natur?
      Was und wie würde denn jeder von uns arbeiten, wenn Arbeit keine gesellschaftliche Pflicht wäre?
      Wie sähe unser Tag aus, wenn unsere Lebenszeit von unserem Inneren aufgeteilt und verwaltet wäre?

      Wichtige Fragestellung(en)!
      Wenn es ein Glaubensatz über „Arbeit“ ist, dass sie die Art und Weise ist, wie der Mensch seinen Stoffwechsel mit der Natur organisiert, zunächst um als Individuum und Spezies zu überleben, dann bitte ich darum, ihn nicht über Bord zu werfen oder loszulassen. Mit dem Kind würden auch die es Badenden mit dem Bade ausgeschüttet.
      Wenn es ein Glaubenssatz über „Wirtschaft“ ist, dass sie die Art und Weise ist, wie die Menschen gesellschaftlich den Stoffwechsel mit der Natur durch Arbeitsteilung untereinander regeln, dann bitte ich darum, ihn nicht über Bord zu werfen oder loszulassen.
      Wenn es ein Glaubensatz über „Berufe & Co“ ist, dass Arbeitsteilung notwendig ist, um zu erreichen, dass niemand mehr hungern oder hungers sterben muß und lebensnotwendige Güter für alle erst produziert und dann gerecht für eine anwechsende Bevölkerung weltweit verteilt werden können, dann bitte ich darum, ihn nicht über Bord zu werfen oder loszulassen.

      Den leicht provokanten und schwer predigenden Ton der letzten Sätze bitte ich zu übersehen, weil ich ja weiß, dass meine Ideal-Definitionen mit dem, was du damit meintest nur noch im weitesten Sinne etwas zu tun haben. Vielleicht aber in dem Sinne, dass sie etwas von dem Mut aufweisen, zu „beleuchten“, wie weit sie in unserer Gegenwart pervertiert wurden. Und zwar in dem Sinne, dass „Arbeit, Wirtschaft, Berufe & Co“ uns zu einer „zweiten Natur“ geworden sind, die sich zunehmend von der „ersten Natur“ entfernt, teilweise sich schon von ihr trennt, ihr entgegen „arbeitet“ und sie gar – jedenfalls in ihrer dem Menschen notwendigen und zuträglichen Form (die sie ja von sich aus ja nicht unbedingt hat und hatte) – zu zerstören droht. „Eins mit der Natur“ finde ich problematisch. Eins mit der natürlichen Willkür, die es durchaus gab und gibt (Eiszeit, Vukanausbrüche, Klimaveränderungen, Dürren, Unwetter, Flutwellen, Einfall von „Schädlingen“ und wilden Tieren) waren
      schon die Naturvölker nie ganz. Eher im Gegenteil: sie fürchteten sie und brachten ihr Menschenopfer, um sie gnädig zu stimmen. So dürfte Religion entstanden sein, als Kulturform, um in der Natur überleben zu können.
      Wenn wir in der Natur nur das Beste sehen, was es ja zweifellos auch gibt: Schönheit von Landschaften, formale und organische Sinnzusammenhänge, soziale Umgangsformen unter Tieren, Heilkräuter usw. usw. verkennen wir das auch Schlimmste in ihr: Katastrophen, Verwüstungen, Grausamkeit – das Erdöl, der Sauerstoff unsrer Industrie hat, um zu entstehen, unvorstellbare Verwerfungen, Pressungen, tote Tiere und Pflanzen zur Voraussezung.
      Ich denke, was die Natur als Vorbild betrifft, um von „Mutter Natur“ zu reden, sind wir darauf angewiesen, uns an dem für uns Brauchbaren und Besten zu orientieren und das Schlimme in ihr zu vermeiden und, wenn es sein muß, auch zu bekämpfen wie eh und je.
      Kultur als zweite Natur darf einerseits also nicht vergessen, dass die Menschen selbst Naturwesen sind, die ihre natürlichen Bedürfnisse nur in der kulturell-geistigen Auseinandersetzung wie in Eintracht mit ihr erfüllen können.

      So verstehe ich das. Wenn du oder jemand sonst es anders sieht, hätte ich nichts dagegen, davon hier zu erfahren. Sprache ist nie eindeutig genug, um von allen gleichermaßen verstanden zu werden wie die eigenen Gedanken vollkommen adäquat wieder zu geben.
      (Hab jetzt keine Lust mehr, alles noch einmal Korrektur zu lesen.)

    • Liebe(r) TrippleD,

      sind viele interessante und wichtige Gedanken drinnen.

      Wie stellst Du dir konkret die Realisierung davon vor?

      Lieben Gruß

      InDubioCuiBono

  8. Frage zu ca. 1:16:00
    Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich + Personalausgleich
    Produktivitätssteigerung z.B. 2 %
    Stundenlohn 15 € + 2 % = 15,30 €
    Arbeitszeit 40 Std. – 2 % = 39,2 Std.
    bisher 15 x 40 = 600 jetzt: 15,30 x 39,2 = rd. 600
    bei 100 Angestellten = 100 x 0,8 Std. = 80 Std. = 2 neue Mitarbeiter
    Soweit verständlich und nachvollziehbar, aber wie lange kann das gehen, wenn
    das alle Firmen so machen? 10 Jahre, 20 Jahre ? Irgendwann ist der Arbeitsmarkt leergefegt
    Was passiert, wenn die Produktion in einem Jahr fällt?
    längere Arbeitszeit – weniger Stundenlohn – Entlassung ?????

  9. Der Prof. Dr. Heiner Flassbeck hat eine andre herangehensweise und kommt zum selben Schluss: Die Löhne müssen steigen! Und zwar mindestens so viel wie die Produktivität. Oder eben die Arbeitszeit sinken.

  10. TEIL 3

    Übrigens, das Wort „Mensch“ kommt in ökonomischen Theorien NICHT vor … es gibt nur den „Faktor Arbeit“ …

    Der vielleicht größte Witz ist, dass die mathematischen Modelle (und Grund-Annahmen), mit denen die „Wirtschaftsforscher“ die Zukunft vorhersagen (nichts anderes sind ihre Prognosen), IN DER REALEN WELT NICHT FUNKTIONIEREN.
    Das hindert aber unsere Politik nicht daran, sich auf die Ratschläge dieser „Wirtschaftsweisen“ zu verlassen, egal wie viele Krisen dadurch begünstigt werden. Hier kann man sich ein Bild von dem ganz normalen Wahnsinn machen: (eine „Sozialwissenschaft“, die menschliches Verhalten mit mathematischen Formeln darstellt ???!!!)

    https://www.exploring-economics.org/en/discover/neoklassisches-paradigma-standardlehrbuechern/

    „Was sich abzeichnet, ist eine degenerierte Problemverschiebung, welche Erkenntnisse schlicht ignoriert und zunehmend zur Ideologieproduktion wird. Für die ökonomische und soziale Entwicklung von Ländern ist dies fatal… Oder viel häufiger und schlimmer, der Rat von Ökonomen destabilisiert Ökonomien und ganze Gesellschaften“

    WISSEN IST MACHT

    Herr Bontrup beklagt, dass wir bei den „Bildungsausgaben pro Kopf“ schlecht da stehen, doch die politische Realität des Bildungssystems wird nicht diskutiert. Da muss man sich an Prof. Mausfeld halten:

    BILDUNG ALS HERRSCHAFTSINSTRUMENT:

    Mausfeld: Im Gefolge der neoliberalen “Revolution von oben“ wurde auch das gesamte Bildungssystem ÖKONOMISCHEN Kategorien unterworfen. Die Aufgabe der Universität besteht nun in der marktkonformen Produktion von “Humankapital…

    Das Gefühl von politischer Ohnmacht, oft verbunden mit latenter Verzweiflung oder gar Wut, scheint allerdings nicht nur unter Studierenden weit verbreitet zu sein …

    Mausfeld: Ja, und das ist auch kein Wunder. Denn das Ausbildungssystem ist nur ein Aspekt der sehr viel weitreichenderen und tiefergehenden aktuellen Indoktrinationssysteme. Da diese im Wortsinne INHUMAN sind, also Zielen dienen, die der Natur unseres Geistes und somit der Natur des Menschen zuwiderlaufen, gehen sie fast zwangsläufig mit gewaltigen psychischen Folgekosten einher.

    Der Neoliberalismus zielt ja gerade darauf, Konsumenten zu produzieren, die in einer sozial atomisierten Gesellschaft nur noch als Konsumenten eine soziale Identität finden. Im pervertierten Freiheitsbegriff des Neoliberalismus bezieht sich die “Freiheit“ einer Person darauf, dass sie sich den Kräften des “freien Marktes“ zu unterwerfen hat, also von allen gesellschaftlichen und sozialen Banden “befreit“ und somit sozial und gesellschaftlich entwurzelt ist. Scheitert sie auf dem “Markt“, so darf sie dafür nicht gesellschaftliche Verhältnisse verantwortlich machen, sondern muss dies ihrem individuellen Versagen zuschreiben. Eine solche Haltung kann sie jedoch nur um den Preis psychischer Deformationen, insbesondere sozialer Ängste und Depressionen, einnehmen.“

    Quelle – https://deutsch.rt.com/meinung/36435-interview-mit-rainer-mausfeld-neoliberale

    NEOLIBERALISMUS KEIN THEMA?

    Sich fast zwei Stunden über Arbeitslosigkeit, unfaire Verteilung von Einkommen, Irrwege der Fiskal- und Geldpolitik, etc. zu unterhalten, ohne über die VERHEERENDEN EFFEKTE DES NEOLIBERALISMUS (s.o.) zu sprechen (nur 1x gegen Ende erwähnt), ist auch schwer zu verstehen …

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/philip-mirowski-im-gespraech-die-linke-hat-auch-keine-antwort-12082030.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

    Es gibt ein „neues“ Video von Prof. Mausfeld (das ich jedenfalls noch nicht kannte), darin werden – nach meiner Einschätzung – viel wichtigere Inhalte vermittelt, als in diesem Gespräch (zu wenig politischer Kontext und Analyse) . Hier markante Aussagen daraus:

     „Der Neoliberalismus ist das größte Umverteilungsprojekt der Geschichte …“ (Zitat Mausfeld)
     „Erst wenn wir begreifen, dass wir nichts zu sagen haben, können wir daran arbeiten, dass wir etwas zu sagen haben“ (sinngemäß zitiert)
     „Systematische Erzeugung NICHT ABWÄHLBARER Machtstrukturen (kennzeichnet neoliberales System)
     „Vote all you want, the secret governemnt won’t change“ (Michael Glennon)

    https://www.youtube.com/results?search_query=rainer%20mausfeld

    • Liebe(r) Agape,

      ich finde die Ausführungen Ihres Dreiteilers wichtig, denn Sie vernetzen z.B. Ansichten von Mausfeld, Bontrup und allgemeinen Ansichten der Wirtschaft.

      Es gibt also dem Leser die Möglichkeit, auch diese Vernetzungen nachzulesen und nachzuempfinden und evtl. so gänzlich neue Einsichten zu gewinnen.

      Mein Punkt allgemein, was Lösungen angeht: ist Bewusstwerdung. Das jeder ständig in Interaktion mit anderen Menschen ist. Das Stimmungen sich aufschaukeln können: konstruktive Stimmungen wie Lösungsgedanken, Hoffnung, Zuversicht – aber auch negative Stimmungen wie Zweifel, Verunsicherung und Negativdenken.

      Mausfeld’s neuer Vortrag vom 1.Mai ( falls Sie den meinten) :“ Wie werden Demokratie und Meinung gesteuert“
      spricht schon in den ersten Minuten ganz wesentliche Dinge an:

      Der erste Mai, der Mayday, steht für die erste Art der Globalisierung, nämlich die solidarische Globalisierung.Die Internationale der Arbeiterbewegung und für den Kampf für soziale Gerechtigkeit. 130 Jahre später ist von dieser solidarischen Globalisierung wenig geblieben und der Mayday der Hoffnung ist zu einem Mayday des Notrufes geworden.

      Warum es zu einer solchen Entwicklung gekommen ist, hängt viel mit den Themen zusammen über die ich heute Abend sprechen möchte. Und wir müssen dann einmal sehen, wie diese Dinge zusammenhängen.

      Die Frage, ob unsere Meinung und Demokratie gesteuert werden hat sich eigentlich für die Meisten erübrigt.
      Für die Bevölkerung und auch für Politiker.
      Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung hat sie sich erledigt, weil die Erfahrung einer Steuerung von Meinung und Demokratie längst Selbstverständlichkeiten unser gesellschaftlichen Erfahrung geworden sind.

      Für Politiker hat sie eigentlich seit je her erledigt, weil Politiker der Überzeugung sind, dass das Volk unfähig sei, die komplexen Notwendigkeiten, die hyperkomplexen Notwendigkeiten , die hyperkomplexen Notwendigkeiten einer marktkonformen Demokratie zu verstehen und das es geradezu rational geboten sei, Meinungen und Demokratie zu steuern, damit die Wähler in Wahlen auch so wollen, wie sie – natürlich nur zu ihrem eigenen Wohle – wollen sollen.

      Wie kann es zu einer solchen Entwicklung kommen, dass die Steuerung von Meinung und Demokratie geradezu zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist?

      Wie kann es dazu kommen, dass wir die grundlegenden gesellschaftlichen Fragen/ Wahlen nahezu keine Rolle mehr spielen; und das die großen politischen Fragen mittlerweile weitgehend von Akteuren und Instanzen entschieden werden, die keiner öffentlichen Kontrolle mehr unterliegen?

      Das also die Demokratie in ihrem Kern ausgehölt wurde.

      Wie kann es dazu kommen, dass wir aus den Folgen dieser Entwicklung nicht mehr die angemessenen, politischen Schlüsse ziehen? Sei es die Zertrümmerung des Sozialstaates, die Präkarisierung von Lohnarbeit, die Preisgabe des Staates an die Finanzmärkte, die Zunahme eines Überwachungs- und Sicherheitsstaates, die Osterweiterung der Nato und die Förderung von völkerrechtswidrigen Kriegen von Kosovo bis Syrien.

      Warum wählen, angesichts solcher gravierender Folgen, warum wählt eigentlich der überwiegende Teil der Wähler immer noch gerade diejenigen Parteien, die für genau diese Entwicklung politisch verantwortlich sind?

      Um diese Dinge zu verstehen, müssen wir zunächst fragen: Wer hat eigentlich ein Interesse daran zu steuern? Das heisst, wir müssen die Zentren der Macht identifizieren und wir müssen fragen: Warum ist es eigentlich so leicht, uns zu steuern? Das heisst, wir müssen die Schwachstellen unseres Geistes besser kennenlernen, die man nutzen kann, um uns zu manipulieren.

      Wir haben also eine doppelte Aufgabe: uns besser zu verstehen und unseren politischen Gegner zu verstehen.

      Quelle:
      https://www.youtube.com/watch?v=-hItt4cE0Pk&t=0m39s

  11. TEIL 2

    DIE GELDPOLITIK

    Schockierend fand ich die Aussagen „was Draghi macht, ist schon richtig“ (expansive Geldpolitik der EZB, die Banken, aber nicht Regierungen bzw. dem Volk zugutekommt!) und dass das Märchen von der „Unabhängigkeit“ der Notenbanken von Herrn Bontrup offenbar geschluckt wurde. Er sagte zwar auch, es müsse „eine demokratische Kontrolle“ der EZB geben, doch genau das soll ja unter dem Deckmantel der „Unabhängigkeit“ vermieden werden.

    Dazu ist folgendes festzuhalten:

    Durch den Vertrag von Maastricht ist es den Bankern gelungen, diese entscheidende Machtbefugnis dem Staat zu entreißen und stattdessen an eine scheinbar „unabhängige“ Zentralbank, die EZB, zu übertragen. In den Statuten wurde ausdrücklich festgelegt, dass die Bank keinerlei Weisungen akzeptieren darf. Die Sitzungen des EZB Vorstands sind geheim, die Protokolle werden nicht veröffentlicht. Es gibt keinerlei demokratische Kontrolle, das Parlament ist völlig ausgeschaltet. Das alles wird der Öffentlichkeit als „Unabhängigkeit“ verkauft, ist in Wahrheit aber ein Skandal, denn die EZB wird so „immunisiert“ gegen demokratische Mitbestimmung.

    Man will uns weismachen, dass die EZB einfach von „Experten“ geführt wird, die schon wissen, was sie tun. Doch diese Leute sind keine mathematischen Roboter, sondern Menschen, die einer fanatischen Ideologie anhängen und daran festhalten, egal wie negativ die Folgen für die Gesellschaft sind. Diese Ideologie ist der Monetarismus:

    Sie besagt, dass die STEUERUNG DER GELDMENGE die entscheidende Weichenstellung für ein optimales Funktionieren der Wirtschaft ist. Diese erfolgt durch die Anpassung des Zinssatzes, zu dem die Banken gegen „Sicherheiten“ von der EZB Geld bekommen (Leitzins). Die Rolle des Staates soll auf ein Minimum beschränkt werden: dafür sorgen, dass die Löhne niedrig bleiben, dass das Haushaltsdefizit niedrig ist und dass der „Investor“ genug für sein Geld bekommt.

    Der Monetarismus führte dazu, dass man STEIGENDE ARBEITSEINKOMMEN als Faktor für wirtschaftlichen Aufschwung als nachrangig ansah. Die STEUERUNG DER NACHFRAGE (durch FAIRE Lohnanpassungen) ist somit überflüssig, es kommt nur auf eine „Angebots-orientierte“ –supply-side- Wirtschaftspolitik an. Die Löhne werden demnach in erster Linie als KOSTENFAKTOR im Preis-Wettbewerb gesehen, während ihre Doppelfunktion als „Kaufkraft“ zu vernachlässigen ist.
    Diese absurde Sichtweise wird möglich, weil sich die neo-klassische Wirtschaftstheorie EINE UTOPISCHE Welt erschafft, in der das „Angebot automatisch die Nachfrage“ kreiert; sich quasi-natürliche Preise NUR durch Interaktion von Angebot und Nachfrage bilden (auch der Preis für Arbeit!) und in der JEDE FORM VON ARBEITSLOSIGKEIT „freiwillig“ ist – soll heißen, der Arbeitslose müsse nur bereit sein, für weniger zu arbeiten (zu „Marktpreisen“, die natürlich ständig schwanken), dann fände er immer einen Job.

    Siehe auch (Überblick Seite 2)

    https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Heine_HegemonieUndParadigmen_d.pdf

    Das erklärt, warum in Deutschland der Mindestlohn mit allem Mitteln bekämpft wurde, warum „1-Euro-Jobs“ angeboten und akzeptiert werden, warum „Kombilöhne“ erfunden wurden, warum „Hartz-IV“, usw. den Menschen zugemutet werden kann:

    Die fanatischen Anhänger der „Marktwirtschaft“ suchen die Schuld für Probleme immer bei der Regierung bzw. beim einzelnen „Arbeit-nehmer“ (Was für ein manipulatives Wort!), denn die „Marktkräfte“ können ja nicht irren. Sie werden präsentiert wie Naturkräfte, denen man sich stellen muss. Wer in diesem System nicht mithalten kann, ist selber schuld (zu faul, zu wenig Bildung, zu hohe Lohnansprüche, etc.)

  12. Ich fand das Interview nicht besonders gut, weil die Grundprobleme des Wirtschaftssystems gar nicht angesprochen wurden (Wachstum & verlogener „Wettbewerb“ als Dogma) und auch nicht die perfiden Methoden des Neoliberalismus (da muss man zu Prof. Mausfeld gehen, der hat den Durchblick…)

    Das Prinzip der Arbeitszeitverkürzung im Einklang mit Produktivitässteigerungen klingt toll, doch in der politischen Realität hat es so gut wie keine Chancen, denn die wahre Regierung (die „Geld-Mächtigen“, wie Herr Bontrup sie nennt) hat kein Interesse daran, die Verhandlungsmacht der Arbeiter und Angestellten zu stärken, geschweige denn, sie an den Gewinnen teilhaben zu lassen. (Die neoliberale Gegen-Revolution begann ja gerade deswegen, weil man den Anteil der „Arbeit“ am erwirtschafteteten Vermögen reduzieren wollte u. damit natürlich der Anteil der Kapitalbesitzer erhöht wurde.)

    „WARE“ ARBEIT

    Irritiert hat mich seine Aussage „…gilt leider für die Ware Arbeitskraft, weil sie ja eine Ware ist…“ … wenn ein Überschuss an Ware AK vorhanden ist, verfällt der Preis“

    Er erwähnt zwar die „Anomalie“ des Arbeitsmarktes –
     Wenn der Preis für eine Ware sinkt, wird das Angebot reduziert, wodurch der Preis wieder raufgeht* (Neoklassische Milchmädchen-Theorie: Preise in Märkten werden „natürlich“ durch Korrelation von Angebot und Nachfrage gebildet)
     Doch bei „Arbeit“ ist es völlig anders: wenn der „Preis der Arbeit“ sinkt (also der Lohn), geht deshalb das „Angebot“ nicht zurück; wenn der Lohn so niedrig ist, dass man nicht davon leben kann, muss mehr Arbeit „verkauft“ werden (also länger arbeiten oder mehr als einen Job machen, was z.B. in Amerika oft der Fall ist).
    * (Nach dieser Logik müsste man die überflüssigen Arbeiter „eliminieren“, damit der Lohn wieder raufgeht …)

    Tatsächlich wurde durch die EU-Osterweiterung und durch die Schaffung eines „Weltmarkts“ mit Billiglohn-Ländern (China, Indien, etc.) der Druck auf unsere Löhne bewusst erhöht und unter Merkel wurde die „beggar thy neighbour“ Lohnpolitik gegenüber EU-Peripherie-Ländern) noch verschärft: die Nominallöhne in Deutschland sind viel langsamer gestiegen, als die Produktivität, was natürlich auch zu einer Umverteilung „von unten nach oben“ führt.

    (Buchtipps dazu: WIRTSCHAFT, DIE ARM MACHT von Horst Afheldt und WEM GEHÖRT DEUTSCHLAND? von Jens Berger, der feststellt: „Diese Umverteilung ist politisch gewollt“; vor allem von der CDU …)

    – Bontrup zieht aber daraus nicht die notwendigen Schlüsse: Arbeit ist eben KEINE Ware und darf auch keine sein, denn daran hängt eben ein ganzer Mensch, ein Menschenleben, eine Seele.

    Es gibt ein altes, aber enorm wichtiges Buch, in dem diese fatale Konstruktion von „Arbeitsmärkten“ (und auch Märkte für andere, fiktive Waren – Land und Geld) analysiert wird: THE GREAT TRANSFORMATION von Karl Polanyi (Original-Titel englisch, aber auch in deutsch erhältlich: The Great Transformation: Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen

    Darin wird das Dogma, „freie Märkte“ seien eine Art Naturzustand, der sich spontan entwickeln würde, wenn nur die Regierungen nicht immer in das Spiel der Kräfte „eingegriffen“ hätten, als neoliberales Märchen entlarvt: „Laissez-Faire“ war geplant und wurde durch politische Macht der Unternehmer und Banken durchgesetzt, während die sozial-demokratische Gegenbewegung (Bildung von Gewerkschaften, etc.) eine spontane Reaktion auf das Elend* war, das die „freie Marktwirtschaft“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England verursachte (*siehe z.B. die Romane von Charles Dickens)

    Märkte waren jahrhundertelang lokal oder regional begrenzt und waren immer in die Gesellschaft eingebettet, also kulturellen und moralischen Beschränkungen unterworfen. Die Verwandlung von Geld, Arbeit (also Menschen) und Boden in fiktive Waren, die man überall und jederzeit zu „Marktpreisen“ kaufen kann, war eine Voraussetzung für die Schaffung einer Marktgesellschaft, in der Menschlichkeit letztlich keinen Platz mehr hat.

    Die Akzeptanz des Markt-(Wettbewerbs- / Wachstums-)Dogmas als oberstes politisches Handlungsprinzip führt dazu, dass schließlich die gesamte Gesellschaft den künstlichen „Marktregeln“ unterworfen wird, egal wie verheerend die Folgen sind. Ergebnis: Markt-Herrschaft und Tyrannei der Profitrate … und seelisch-kranke Menschen (s. Erich Fromm)

    Polanyi plädiert im Schlusskapitel für einen „Sozialismus“, der ARBEIT, BODEN UND GELD DEM MARKT ENTZIEHT UND eine DEMOKRATISCH KONTROLLE ermöglicht (genau das brauchen wir auch …)

    • Ich möchte deine kritik noch ergänzen um die Erkenntnisse der Gehirnforschung- der mensch hat von Natur aus genug intrinsische (=selbstgenerierte) Motivation für Arbeit, die aber durch äußere erzeugte Motivation (Druck, materielle Belohnung) zerstört wird.
      Ein Grundeinkommen hätte damit nicht generelle Faulheit der Menschen zur Folge, sondern, wie Ken richtig bemerkte, den Druck, sich zu prostituieren um zu überleben nimmt, und damit kreatives Denken und freudiges, selbstbestimmtes Arbeiten wieder ermöglicht. Problematisch dürfte der Übergang sein, der auch wohl mit entsprechenden Maßnahmen für die Demotivierten begleitet werden muss.
      Dazu kann ich jedenfalls die Publikationen (auf Ytube z. B.) von Gerald Hüther empfehlen.

    • Ich finde das Gespräch trotzdem gut, da es zeigt, dass selbst Systemimmanente Leute mögliche Alternativen, die es angeblich nicht gibt, aufzeigen. Dadurch, dass diese Alternativen Überhaupt nicht diskutiert werden und als Träumerei abqualifiziert werden, wird die Absurdität des Systems noch deutlicher.

  13. Zu dem Punkt Steuern und warum der dt. „Michel“ eine Allergie bei dem Wort Steuererhöhung bekommt, wäre gut, wenn Herr Bontrup das bei Positionen detailierter erklärt, weil er hier im Gespräch nicht die Unterscheidung von direkter sowie indirekter Steuer machte. Dann auch nicht welche Auswirkungen eine Steuersenkung bzw. -erhöhung bei dem jeweiligen Steuern für welche Gesellschaftsklassen was genau ausmachen.

    • „Und die mit einem 1-Euro-Job – was machen die so?“
      „Bäume zählen!“ – „Im Enst?“ – „Nein, im Wald!“ – „Wozu soll Bäume zählen gut sein?“ – „Damit wir wissen, wieviele Bäume es gibt.“ – „Und der Einstieg in welchen Job soll das dann sein?“

      Hier hätte der Dialog nicht enden müssen. Eine passende Antwort wäre gewesen:
      „Sie hätten sich um das Doppelte (vermeintlich zu ihren Gunsten) verzählen können,
      um als Holzfäller eingestellt zu werden…“

    • „Wozu Baume zählen?“ (2. Version)

      „Und die mit einem 1-Euro-Job – was machen die so?“
      „Bäume zählen!“ – „Im Enst?“ – „Nein, im Wald!“ – „Wozu soll Bäume zählen gut sein?“ – „Damit wir wissen, wieviele Bäume es gibt.“ – „Und der Einstieg in welchen Job soll das dann sein?“

      Hier hätte der Dialog nicht enden müssen. Eine passende Antwort wäre gewesen:
      „Der Einstieg in den Job der Arbeitslosenzähler, die sie selbst bisher nicht dazu gezählt haben.“ – „Aber diese Antwort muss unserer kabarettistischen Zensur verfallen, weil sie auch uns, deren Spott von jenen lebt, arbeitslos machen würden.“

  14. Ein erstklassiges Gespräch, das die (gewünschten) Untiefen des Systems offenlegt.

    Produzieren für die Müllhalde, arbeiten um der Arbeit willen. Was ist nützliche, was ist notwendige Arbeit, was ist das Gegenteil davon? Im Rad laufen um nicht über die Sinnhaftigkeit nachzudenken. Die angesprochene Bildung? Schule, der Ort an dem die Hamster gezüchtet werden. Die Bildung der Kinder dieser Gesellschaft ist den Geldmächtigen überlassen.

    Konversion und Rückbau, Nachhaltigkeit und Redundanz. Öffentliches Eigentum vor allem bei gesamtgesellschaftlichen Projekten. Das sind langfristige Ziele für eine menschenwürdige, freie Gesellschaft.
    Um minimale Schritte in diese Richtung zu ermöglichen, sollte man sich auf maximale Ziele verständigen und diese auch formulieren.
    Und schließlich die Schritte zur Ausführung bringen.

    Ein Jammer daß das Thema der Geldschöpfung und der konstruierten Krisen nur angeschnitten wurde. Aber es wurden die Geldmächtigen, die abstinente Demokratie und die Faschisierung der Gesellschaft angesprochen.

    Die Schuldenbremse dient der Privatisierung, da die Kapitaleigner für alles Öffentliche Verantwortlichkeit übernehmen, was sie eher schlecht als recht tun. Außerdem dient sie der Entsolidarisierung, da alles Gemeinnützige welches für den Zusammenhalt einer Gesellschaft notwendig ist, gekürzt oder gestrichen wird.

    Die Implikation des bedingungslosen Grundeinkommen wird nicht in seiner Gänze berücksichtigt und aus seinem gesamtgesellschaftlichen Wirken oftmals herausgenommen.
    Einhergehend mit der Erkenntnis, welche Arbeit ist nützlich und welche ist unnütz oder gar schädlich, wie baut man eine funktionierende Gesellschaft auf, ist dies im Grunde nur ein simpler Verwaltungsakt.
    Destruktive, unnütze Tätigkeiten sind nur vermittelbar, da man gezwungen ist, ein Geldeinkommen, egal wie, zu bestreiten.
    Alles was nach meinem Dafürhalten Verbesserungen beinhaltet, sei das daß BGE, regionale Währungen, Vollgeld, Besitzverhältnisse, die Evaluierung von Arbeit nach ihrer Nützlichkeit, sind für mich Schritte zu einer freien Gesellschaft in der sich gute Ideen durchsetzen, da es nicht nach einem Profit-, Geld-, Machtsystem funktioniert.
    Dann, falls dieses dunkle Zeitalter überstanden sein wird, wird vielleicht erkannt sein, daß überhaupt kein Geld vonnöten ist.

    Warum die vorgeblichen Vertreter der Gesellschaft nichts in dieser Richtung unternehmen ist leicht durch die dem Kapitalismus inhärente Korruption und Angst erklärt.

    Solidarität und Demokratie, sehr gut, das wäre doch mal was.

    Anbei noch ein Artikel von Herrn Böttcher:

    Ruhe in Frieden, Bruttoinlandsprodukt!
    Eine einzelne, unschuldig aussehende Kennzahl zerstört unser aller Wohlergehen, unser Glück und unser friedliches Miteinander. Das BIP gehört verboten. Und zwar sofort.
    von Sven Böttcher

    Ohne Wachstum ist alles nichts. Vermeldet das heute journal ein „+“ vor dem Bruttoinlandsprodukt BIP, ist „gefühlt“ alles gut. Nur wissen die meisten nicht, dass das BIP Kriege, Katastrophen und Kummer als überaus positiv bewertet, während Frieden, Gesundheit und Glück es massiv herunterziehen. Das BIP „tickt“ also komplett anders als 90% von uns, und dass wir es noch immer nicht verschrottet haben, ist gemeinsames Versagen auf höchstem Niveau. Aber im Grunde fehlt uns nur eine Aha-Erkenntnis, um das fürchterliche Ding endlich vom Hof jagen zu können: Lassen wir unsere alternativen Kennzahlen Freunde werden, dann ist das BIP morgen Geschichte.
    (…)
    „Das BIP misst weder unseren Verstand noch unseren Mut, weder unsere Weisheit, noch unser Mitgefühl […]. Es misst kurz gesagt, alles außer dem, was das Leben lebenswert macht“, und Meinhard Miegel konstatierte am eigentlich längst geschlossenen Grab der teuflischen Nummer, Wohlstand und Wachstum mittels des BIP ermitteln zu wollen entspreche dem Versuch „den Blutdruck mit Hilfe eines Thermometers zu bestimmen“.
    (…)
    Jedes gesundheitsgefährdende Medikament treibt das BIP hinauf, gesunde Menschen sind komplette Wachstumsbremsen, ein Besuch beim Psychiater ist besser als ein Gespräch unter Freunden, und jeder Einsatz der Mordkommission schafft einen BIP-Zuwachs, während allgemeiner Frieden gefährliche Stagnation bedeutet.

    Aber damit nicht genug. Fehlgeleitet von den allgegenwärtigen Hohepriestern des bedingungslosen Wachstums sind wir noch ein paar Schritte weiter gegangen. Denn wo partout keine weiteren Unfälle oder Katastrophen unserer Beruhigungszahl auf die Sprünge helfen wollen, helfen wir uns selbst, indem wir wenn schon nicht lebensgefährliche, so doch möglichst viele sinnlose Transaktionen finden und befördern – beispielsweise, da unbezahlte Arbeit ins BIP grundsätzlich nicht einfließt, indem wir zwei nebeneinander wohnende Mütter von jeweils drei Kindern animierten, als Tagesmütter berufstätig zu werden und die insgesamt 6 Kinder einfach morgens über den Gartenzaun zu tauschen. Das gefällt zwar weder den Kindern noch den Müttern, wohl aber dem BIP, denn beide Mütter tragen qua Tausch als Dienstleistende zu dessen Steigerung bei. Gleiches gilt für alles bezahlte Zettelsortieren, Formulareerfinden sowie Gesetze-und-Verordnungen-Erfinden also die Hin- und Herverwaltung von Dingen, für deren Hin- und Herverwaltung es keinen vernünftigen Grund gibt – nur, eben, das BIP.

    Wir könnten uns auch den ganzen Tag honorarpflichtig gegenseitig blau anmalen und danach gegenseitig kärchern. Oder, besser noch für´s BIP: Konsumieren ohne Konsumenten. Denn das BIP interessiert ja nur die wirtschaftliche Aktivität, nicht der Akteur, geschweige denn dessen Befinden.
    (…)
    Und gerät das BIP wegen konjunktureller Dellen (absehbar) doch mal wieder ins Straucheln, sind wir gut vorbereitet. Denn für diesen Notfall können wir auf ein bewährtes Dopingmittel für unseren Indikator zurückgreifen und ihn fast aus dem Stand auf sagenhafte 10%-Wachstumsraten hochschnellen lassen. Das Mittel heißt „Wiederaufbau“. Dazu fehlt uns ja eigentlich nur noch der ultimative BIP-Booster, das historisch bewährte Wachstums-Vorprogramm: Krieg.
    https://www.rubikon.news/artikel/ruhe-in-frieden-bruttoinlandsprodukt

    Zum Abschluß noch ein Zitat:
    „Das Patent gehört den Menschen. Es gibt kein Patent. Könnte man die Sonne patentieren?“
    (Jonas Salk, entdeckte und entwickelte einen Impfstoff gegen Kinderlähmung)

    • Danke! Die Sache mit dem BIP habe ich nur dunkel vermutet, ist mir bisher nie so deutlich ausgedrückt vorgeführt worden.
      Ausserdem: Nicht nur Patente sollen den Menschen gehören, sondern auch Land, Boden, Wälder, Wasser. Ein Verwaltungsrecht sollte nach eingehender Prüfung und wiederrufbar vergeben werden können.
      Dein Beitrag hat einige der Lücken, die im Gespräch nicht zur Sprache kamen, erfolgreich geschlossen.
      Guter und notwendiger Beitrag.

  15. Grundsätzlich halte ich von Herrn Bontrup und seiner Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik sehr viel und kann mich seinen Ausführungen zu 90 % anschließen. Dennoch leidet Herr Bontrup unter den gleichen Akademiker-Symptomen wie viele seiner Kollegen aus den sogenannten Mainstream-Wirtschaftswissenschaften. Ich möchte hier mal 3 Kritikpunkte ausführen:
    1. Wenn Herr Bontrup meint, dass Arbeit in seiner sozialen Bedeutung für den Menschen allgemein von größter Bedeutung ist und Menschen ohne Arbeit nicht sein können, dann halte ich das für grundsätzlich falsch! Wie beurteilt dann Herr Bontrup die ständig steigenden Zahlen bei psychischen Erkrankungen, die durch die Arbeitswelt verusacht werden? Warum sterben Rentner nicht spätestens nach 2 Jahren ihres Rentnerdaseins? Schließlich sind sie für die Arbeitswelt vollkommen sinnlos? Kann es vielleicht sein, dass sich Menschen ihre Arbeit auch selbst suchen können und dadurch Erfüllung finden? Oder einem Hobby nachgehen? Ich für mich persönlich kann sagen, dass mich Arbeit depressiv macht. Sie macht mich krank! Hierarchische Strukturen, stumpfsinnige und sinnlose Tätigkeiten und schlechte Bezahlung sind für mich Kriterien, die mich als Mensch extrem abwerten und mein Selbstbewusstsein zerstören. Ich fühle mich unfrei und versklavt. Herr Bontrup frönt aber in diesem Punkt ebenfalls lieber der allgemeinen Ökonomen-Arroganz.
    2. Herr Bontrup ist gegen das Bedingungslose Grundeinkommen. Auch in diesem Punkt verfolgt Herr Bontrup lieber den Mainstream-Ökonomen-Standpunkt, dass er mit Rezepten von Gestern die Gesellschaft von Morgen retten möchte. Ich bin außerdem der Meinung, dass Gegner des Bedingungslosen Grundeinkommen Angst haben, selbst Arbeit machen zu müssen, die sie nun gar nicht machen möchten.
    3. Herr Bontrup beklagt, dass er nicht wie in den Naturwissenschaften Physik, Chemie oder Biologie, Experimente durchführen kann, um seine Thesen zu beweisen. Damit hat sich Herr Bontrup als Wissenschaftler selbst disqualifiziert. Es gibt z.b. Experimente, die die Auswirkungen eines Bedingungslosen Grundeinkommens untersuchen. Diese Experiment werden natürlich nicht von Wissenschaftlern, sondern in der Regel von Wohltätigkeitsorganen wie der Kirche durchgeführt. Hierzu möchte ich Herrn Bontrup raten, die Bewertungen dieser Experimente in Südamerika, Afrika und in Kanada mal zur Kenntnis zu nehmen und sie zumindest in seine Argumentation gegen das Grundeinkommen einzuflechten. Wäre es nicht seine Aufgabe, einen entsprechenden Experimenteaufbau auszuarbeiten, auszuführen und seine Ergebnisse wissenschaftlich zu dokumentieren? Herr Bontrup aber suhlt sich lieber in seiner bräsig-behäbigen Beamtenmentalität und möchte lieber auf ausgetretenen Pfaden zurück in die Vergangenheit. Warum nimmt er keine Stellung zu einer umlaufgesicherten Währung, Regionalwährungen oder auch Komplementärwährungen? Warum erfindet seine Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik nicht ein komplett neues Wirtschaftssystem und experimentiert damit? An Mitteln dürfte es doch nicht fehlen.

    • 1.“Wenn Herr Bontrup meint, dass Arbeit in seiner sozialen Bedeutung für den Menschen allgemein von größter Bedeutung ist und Menschen ohne Arbeit nicht sein können, dann halte ich das für grundsätzlich falsch!“

      Es kommt schon auf die Art der Arbeit an.
      Wenn psychischen Erkrankungen durch die Arbeitswelt verursacht werden, dann liegt es an der Art und Organisation der Arbeit.

      Versuchen Sie mal 3 Wochen gar nichts zu machen.
      Selbst im Urlaub, muss ich was machen. Sei es Essen machen, was sinnvolles lesen, Fahrrad fahren, am Abend Feuer machen, anderen Leuten beim Zelt aufstellen helfen.
      Nun könnten Sie sagen, das sind doch Freizeitaktivitäten und keine Arbeit.
      Aber wenn ich selbstbestimmt etwas mache, was ich für sinnvoll halte, bin ich am Abend zufriedener.
      Leute ohne jede Aufgabe, die in der „Platte“ wohnen und den ganzen Tag nur vor der Kiste hocken oder bestenfalls aus dem Fenster schauen, würde ich auch als krank bezeichnen.
      Die Dosis macht das Gift.

      2. Herr Bontrup ist gegen das Bedingungslose Grundeinkommen.
      Ich auch.
      In einer wie unserer kapitalistischen Gesellschaft, würde die Einführung des Bedingungslose Grundeinkommen eine Umverteilung von unten nach oben noch beschleunigen.
      zu 3.
      Das mag ja in einem kleinen Raum oder mit begrenzten Beteiligten funktionieren.
      Das ist aber kein Wunder.
      Es gibt ja auch eine begrenzte Anzahl von Leuten, die auch ohne staatliche Zuwendungen ein „bedingungsloses Einkommen“ von Haus aus bekommen. Das funktioniert bei denen prima.

    • Zu 1: Heinz-Josef Bontrup hat sich hier unglücklich ausgedrückt. Arbeit, Beschäftigung sowie einer Tätigkeit nachgehen sind Synonyme, jedoch von Sinngehalt nicht gleich, daher dieses Missverständnis.
      Das Wort Arbeit ist in dieser Moderne so verkommen, weil man nur noch damit die Tätigkeit dem Mammon Geld hinterher zu jagen zum Ausdruckt bringt.
      Was dabei vergessen wird, ist dass Arbeit im Eigentlichen nichts anderes bedeutet als die Absicherung seines (Über)lebens. Was danach folgt, nachdem diese Absicherung gewährleistet ist, sind Tätigkeiten die die eigene Persönlichkeitsentwicklung stabilisieren sowie vorantreiben, quasi die Erfüllung der Sinnhaftigkeit seines Lebensdaseins.
      Die Ironie in diesem Fall ist, dass jetzt in dieser Moderne die Möglichkeit Arbeit und Tätigkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung viel besser miteinander verknüpft werden kann, als in älteren Tagen. Dennoch ist es den meisten Menschen diese entzogen worden. Das ist auch die Antwort darauf, warum immer mehr Menschen krank werden, weil einem der Lebenssinn beraubt wird.

      Zu 2: Wer das bedinungslose Grundeinkommen huldig und fordert, der hat noch nicht die richtigen Fragen gestellt.
      Was wird passieren, wenn man in die Verfassung folgendes schreibt?
      „Jedem Bürger MUSS seinem Fähigkeiten eine adäquate Arbeit zugesprochen werden.
      Die Gleichwertigkeit der Wertschätzung dieser Arbeit MUSS im Gesellschaftsbild widerspiegeln.“

      Menschen wollen nicht von gönnerhaften Almosen sowie Brosamen als Teilhabe der Gesellschaft leben, sondern die gleichwertige Wertschätzung bekommen die ihnen zusteht, egal ob als Reinigungskraft oder VerkäuferIn.

    • „Herr Bontrup aber suhlt sich lieber in seiner bräsig-behäbigen Beamtenmentalität und möchte lieber auf ausgetretenen Pfaden zurück in die Vergangenheit.“
      Da muss ich entschieden widersprechen. Die Durchsetzung einer an der Produktivität orientierten Verkürzung der Arbeitszeit wäre alles andere als ein Schritt zurück in die Vergangenheit. Sie würde einiges im sozialen und nicht nur im rein ökonomischen Bereich verändern. Z.B. mehr Freizeit und die Bedingungen und die Zeit, sich allgemein besser zu informieren und Wissen zu erwerben, was unabsehbare Veränderungen nicht nur in den Menschen, sondern auch in der Gesellschaft mit sich bringen könnte. Sich nur abzufüllen, sich nur unterhalten zu lassen und zu konsumieren auf Teufel komm raus würde zusehends langweiliger werden.
      Nur – und deshalb besteht er immer wieder auf der Frage von Macht und Herrschaft: Auf ihn will und darf wohl auch niemand hören! Schon gar nicht die politischen Verantwortungsträger, die sich lieber von einschlägigen Lobbies, Think-Tanks und gekauften Anwaltskanzleien die Gestzestexte vorschreiben lassen, die sie dann brav beschließen – entweder weil sie sie nicht verstehen, weil sie zu lang sind, um sie in der vorgegebenen Zeit gründlich zu lesen oder gerade weil sie sie verstehen und gewisse private Vorteile damit verbunden sind.
      Und dass er nicht noch Experimente durchführt, disqualifiziert ihn keineswegs als Wissenschaftler. Die Verkürzung der Arbeitszeit läßt sich auf Einelbetriebsebene nicht experimentell als erfolgreich nachweisen und die Forderung nach der Einheit von Theorie und Praxis auf Individuen und Gruppen heruntergekürzt ist gesamtgesellschaftlich illusorisch. Arbeitsteilung ist ein Merkmal moderner Gesellschaften (und nicht nur moderner), die sich auch in einer postkapitalistischen Gesellschaft nicht erübrigen und auflösen lassen wird. Was sich verändern läßt, wären die skandalösen Lohn- und Einkommensdifferenzen, die den belohnen, der „arbeitslos“ sein Geld mit der Arbeit anderer verdient oder sich das Privileg einer interessanten Beschäftigung auch noch mit einer weit besseren Entlohnung prämieren läßt, weil der Markt, jenes höhere Wesen, das wir alle verehren, es so will.

    • Grundsätzlich halte ich von Herrn Bontrup und seiner Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik sehr viel und kann mich seinen Ausführungen zu 90 % anschließen. Dennoch leidet Herr Bontrup unter den gleichen Akademiker-Symptomen wie viele seiner Kollegen aus den sogenannten Mainstream-Wirtschaftswissenschaften. Ich möchte hier mal 3 Kritikpunkte ausführen:
      1. Wenn Herr Bontrup meint, dass Arbeit in seiner sozialen Bedeutung für den Menschen allgemein von größter Bedeutung ist und Menschen ohne Arbeit nicht sein können, dann halte ich das für grundsätzlich falsch! Wie beurteilt dann Herr Bontrup die ständig steigenden Zahlen bei psychischen Erkrankungen, die durch die Arbeitswelt verusacht werden? Warum sterben Rentner nicht spätestens nach 2 Jahren ihres Rentnerdaseins? Schließlich sind sie für die Arbeitswelt vollkommen sinnlos? Kann es vielleicht sein, dass sich Menschen ihre Arbeit auch selbst suchen können und dadurch Erfüllung finden? Oder einem Hobby nachgehen? Ich für mich persönlich kann sagen, dass mich Arbeit depressiv macht. Sie macht mich krank! Hierarchische Strukturen, stumpfsinnige und sinnlose Tätigkeiten und schlechte Bezahlung sind für mich Kriterien, die mich als Mensch extrem abwerten und mein Selbstbewusstsein zerstören. Ich fühle mich unfrei und versklavt. Herr Bontrup frönt aber in diesem Punkt ebenfalls lieber der allgemeinen Ökonomen-Arroganz.
      2. Herr Bontrup ist gegen das Bedingungslose Grundeinkommen. Auch in diesem Punkt verfolgt Herr Bontrup lieber den Mainstream-Ökonomen-Standpunkt, dass er mit Rezepten von Gestern die Gesellschaft von Morgen retten möchte. Ich bin außerdem der Meinung, dass Gegner des Bedingungslosen Grundeinkommen Angst haben, selbst Arbeit machen zu müssen, die sie nun gar nicht machen möchten.
      3. Herr Bontrup beklagt, dass er nicht wie in den Naturwissenschaften Physik, Chemie oder Biologie, Experimente durchführen kann, um seine Thesen zu beweisen. Damit hat sich Herr Bontrup als Wissenschaftler selbst disqualifiziert. Es gibt z.b. Experimente, die die Auswirkungen eines Bedingungslosen Grundeinkommens untersuchen. Diese Experiment werden natürlich nicht von Wissenschaftlern, sondern in der Regel von Wohltätigkeitsorganen wie der Kirche durchgeführt. Hierzu möchte ich Herrn Bontrup raten, die Bewertungen dieser Experimente in Südamerika, Afrika und in Kanada mal zur Kenntnis zu nehmen und sie zumindest in seine Argumentation gegen das Grundeinkommen einzuflechten. Wäre es nicht seine Aufgabe, einen entsprechenden Experimenteaufbau auszuarbeiten, auszuführen und seine Ergebnisse wissenschaftlich zu dokumentieren? Herr Bontrup aber suhlt sich lieber in seiner bräsig-behäbigen Beamtenmentalität und möchte lieber auf ausgetretenen Pfaden zurück in die Vergangenheit. Warum nimmt er keine Stellung zu einer umlaufgesicherten Währung, Regionalwährungen oder auch Komplementärwährungen? Warum erfindet seine Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik nicht ein komplett neues Wirtschaftssystem und experimentiert damit? An Mitteln dürfte es doch nicht fehlen.

    • Liebe Socke4612,

      ich hatte auch erst Schwierigkeiten mit dem Editor. Fürs Fettdrucken bei Zitaten hat es zumindest gereicht. Ich beantworte Ihre Frage in zwei Schritten, denn wenn ich beide „Bausteine“ verwende, kommt ja wieder ein Fettdruck zustande.

      Also nehmen wir an, Sie würden den Satz : „So einfach geht das“ fettdrucken wollen, dazu brauchen Sie:

      1.

      Denn das ist der Einstieg.
      Also schreiben Sie:

      und dann „So einfach geht das“.

    • @ Socke4612:

      ich werde Ihnen das anders aufschreiben. Da es anders gemacht wird.

      blockquote cite=““ ( „“ fehlen dabei, wenn ich das schreibe, wird es ein Fettdruck, sehen Sie unten als „Du kannst Diese HTML-Attribute verwenden“ wie es richtig geschrieben wird)

      Wenn Sie das Zitat beenden möchten, dann schreiben Sie

      Und das ist alles.

      Lieben Gruß Ihnen.

    • p.s.:

      blockquote cite=““ ( „“ fehlen dabei, wenn ich das schreibe, wird es ein Fettdruck, sehen Sie unten als „Du kannst Diese HTML-Attribute verwenden“ wie es richtig geschrieben wird)

      Wenn Sie das Zitat beenden möchten, dann schreiben Sie

      blockquote ( allerdings vor diesem Wort „“)

      so das war es . Lg

    • InDubioCuiBono-Andre

      Besten dank für die Information, ich muß es erst mal richtig verstehen und dann geb ich ihnen eine Rückmeldung.

  16. wieder ein hervorragendes Interview mit einem legendär brillianten Herrn Bontrup. NUR: ich befürchte, dass die meißten die sich dieses Interview ansehen Herrn Bontrup und seine Vorträge schon seit Jahren kennen. Will sagen wir schmoren hier im eigenen Saft (meine Befürchtung)…
    Der typische Michl macht sich darüber keine Gedanken. Er freut sich schon auf das nächste Apple Produkt, oder schimpft auf Hartz4er…

    • …oder lobt Herrn Schäuble über den Klee, als fähigen, mutigen, weitsichtigen Politiker (so ists mir ergangen, bei einer sich anbahnenden Diskussion beim Bäcker um die Ecke als sich bei Cafee mit dem Nachbartisch ein Gespräch ergab…)….

    • Lieber schliemanns,

      ich kann die Zeilen von Dir gut nachvollziehen. Vor einiger Zeit ging es mir ähnlich, wie ich bei Dir vermute.
      Ich sah den einen oder anderen interessanten und intelligenten Gast und habe nach einiger Zeit mich sehr frustriert gefühlt, wo ich dachte:

      „Wow – so ein toller Gast – warum handelt die Politik nicht einfach nach seinen Ideen, wenn jetzt doch das Video draussen ist und es alle Welt hören und sehen kann?“

      Das hat etwas bei mir gedauert, bis ich verstanden habe:

      Die Nachrichten der Konzerne erzählen deren Konsumenten ja in 15Minuten täglich, was gut ist und was schlecht ist. Welche Partei garnicht erwähnt wird, bleibt also auch nicht im Gedächtnis und das die Arbeitslosenzahlen so niedrig wie nie zuvor waren und es nun die Ehe für Alle gibt.

      Soweit so gut. Das ist die eine „Realität“, welche erzeugt wird. Woran Menschen glauben können. Wenn sie unbewusst leben.

      Dann kam ich auf die Idee: wir könnten doch alle als Konsumenten Einfluss nehmen, dachte ich und schrieb dann meine Idee dazu auf:
      https://kenfm.de/nachdenken-ueber-werde-konkret/#comment-117917

      Später kam mir immer mehr ins Bewusstsein, es gibt mehrere, wesentliche Faktoren, die wichtige Variablen sind:

      1. Wie lässt sich eine Idee möglichst vielen Menschen zugänglich machen.
      2. Wie lässt sich ein Gemeinschaftsgedanken finden, den viele Menschen befürworten und der friedlich ist.
      3. Wie lassen sich Menschen motivieren?
      4. Was ist ein wesentliches Übel bzw. Kernproblem von vielen Menschen.

      Und ich habe begonnen zu verstehen, dass bei Punkt 4) der tägliche Nachrichtenkonsum ein Phänomen ist, was täglich Werbung und Terror in die Haushalte und von dort aus in die Köpfe der Menschen transportiert.

      Das ist ein wesentliches Thema.

      Denn auf Dauer regelmäßig Panikmache durch Nachrichten zu konsumieren, kann nicht gesund sein.

      Mir ist jedenfalls durch ein paar Umwege immer deutlicher geworden, dass die Antwort im Bewusstsein jedes Menschen liegt.

      Auch in mir und auch in Ihnen, schliemanns. In jedem Menschen.

      Weil jede Stimmung wird von jedem Menschen auf seine Umwelt übertragen. Schaut Jemand gewalttätige Nachrichten, hat er Stress im Kopf und spiegelt das evtl. direkt seiner Familie wieder : „hast Du gehört? Die Rebellen kämpfen da irgendwo wieder gegen Terroristen…zum kotzen mit dem IS…“

      Und so wird sich der Kopf zermalt, wegen den Bildern die gezeigt werden.

      Studien über Spiegelneuronen haben gezeigt, dass Empathie möglich ist, sobald Jemand sich in die erlebten Momente versetzen kann. Fernsehen arbeitet damit geschickt.

      Kurzes Zitat hierzu:

      „Es ist Fakt, dass diese Zellen existieren, die Frage ist nur: Was machen sie?“, sagt Christian Keysers, um sofort zuzugeben, dass er darauf auch noch keine rechte Antwort weiß. Vieles deutet heute darauf hin, dass Spiegelneuronen dafür sorgen, dass Bewegungsmuster unterschwellig aktiviert werden – die Voraussetzung, um schnell auf andere zu reagieren und mit ihnen zusammenarbeiten zu können. „Achtung, hier kommt eine Information!“, könnte die Botschaft der Zellen lauten.

      Allerdings feuern Spiegelneuronen auch, wenn statt eines Menschen ein Roboter Alltagshandlungen ausführt, etwa ein Glas Wein „trinkt“ oder Suppe löffelt. Das ergab eine Studie, die Keysers im Jahr 2007 gemeinsam mit seinen italienischen Kollegen in Parma durchführte. Erstaunlicherweise zeigten sich im fMRT sogar kaum Unterschiede, ob die Freiwilligen menschliche Akteure oder Blechkameraden beobachteten. Die seltsamen Nervenzellen spiegelten demnach das „Verhalten“ der Maschinen, obwohl sicherlich allen klar war, dass diese mit ihrem Tun nicht wirklich eine Absicht verfolgen. Spätestens hier wird offensichtlich: Spiegelneuronen erzählen nicht die ganze Geschichte vom menschlichen Miteinander.

      https://www.dasgehirn.info/denken/im-kopf-der-anderen/spieglein-spieglein-im-gehirn

      Und dieses Phänomen wird genutzt, um Stimmungen per Gewaltnachrichten oder per Computerspielen zu beeinflussen.

      Und dann habe ich mir die Frage gestellt, was ist bei G20 und generelll passiert? So viel Gewalt, so wenig liebevolle Bilder der Menschen – warum fehlen so viele Bilder?

      Genau wegen der Spiegelneuronen. Die positiven Bilder würden ja positive Gefühle hervorrufen und das soll ja vermieden werden.

      Also habe ich dann überlegt: ok. Wir brauchen also positive Bilder – also wir alle, als Menschenfamilie.

      Was brauchen wir noch?

      Ich habe über Videos von Hans-Peter-Dürr festgestellt, dass er von Utopie spricht, die wir alle mitgestalten können und jeder hat Einfluss darauf.

      Da habe ich vor ein paar Jahren noch gedacht: ich versteh kein Wort von dem, was da gesagt wird.

      Bis es mir dann klar wurde, anhand einer Dynamik, die sich ständig vollzieht.

      Jeder Mensch ist ständig mit Gefühlen und Beobachtungen und Erlebnissen konfrontiert. Ob durch direkte Gespräche, Treffen, Telefonate, Chats, Mails oder Forenkommentare.

      Es ist immer durch Kommunikation der Fall, dass ich mit einem anderen Menschen kommuniziere. Und wenn der gute oder schlechte Laune hat, wirkt es auf mich zurück. Ich kann im Gegenzug diesem Menschen durch meine gute oder schlechte Laune aber auch beeinflussen. Lachen steckt an, bzw.

      „Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“ – so heisst es in China.

      Und es gilt für alle Menschen auf der Welt.

      Ich habe das in einem Video auch mal erklärt, dass wir alle ständig in Wechselwirkung sind:

      https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=77m17s

      Was jetzt dieser sehr lange Anlauf meines Textes gewesen ist:

      Jede Aussage, die im Chat, Forum, bei Treffen wo auch immer mehrere Menschen lesen, schreiben oder miteinander reden, hat Einfluss – selbst wenn es stille Mitleser gibt, haben diese auch nach dem Lesen von Texten Einfluss auf deren Umfeld, da sie eine positive oder negative Stimmung empfinden.

      Wenn Sie schreiben:

      (meine Befürchtung)…
      Der typische Michl macht sich darüber keine Gedanken. Er freut sich schon auf das nächste Apple Produkt, oder schimpft auf Hartz4er…

      dann ist dies zunächst Ihre Vermutung, aber zugleich auch ein Glaubenssatz, den Sie damit äußern. Sie glauben, dass es bei anderen Menschen nicht verstanden wird und ( so schätze ich Sie ein) vermutlich haben Sie ein eher blödes Gefühl dabei, wenn viele Menschen dieses Video nicht sehen und nicht verstehen.

      Ich bin ein Anhänger des Konstruktivismus, der von Niklas Luhmann fasziniert erklärt wird, der von Prof. Peter Kruse genutzt wird, der von Dr. Gunther Schmidt genutzt wird, der von Hans-Peter-Dürr physikalisch erkärt wird, der von Laotse erzählt wird „was Du aussendest, kehrt zu Dir zurück.“ – etc..

      ich könnte noch sehr viele Namen da einfügen und ein kleines Buch darüber schreiben, worin die sich alle einig waren, nämlich jeder Mensch erschafft seine Realität zu einem großen Teil selbst.

      Also auch der Glaubenssatz über den „typischen Michl“ von Ihnen, ist Ihre eigene Schöpfung und Annahme, wie die Realität wohl werden wird.

      Wenn Sie das zu würdigen wissen, dann haben Sie Zugang zu ihrem Schöpfungspotenzial.

      Das heisst: Sie können sich dann (vermutlich) der Vorstellung gegenüber öffnen, dass Sie Schöpfungspotenzial haben, aber alle anderen Menschen ebenfalls.

      Und wenn Sie das einmal verinnerlicht haben, dass Sie selbst mit Ihren geistigen Annahmen gleichzeitig in Wechselwirkung zu anderen Menschen stehen und permanent Einfluss nehmen und Einfluss auch empfangen, so ist das eine Situation, die es Ihnen ermöglicht, Lösungen zu suchen.

      In dem Moment, wo Sie nämlich feststellen: „meine Stimmung und mein Verhalten wirkt synchron auf andere Verhaltensweisen und Wahrnehmungen von Menschen “ , können Sie überlegen, ob Sie vielleicht etwas tun oder unternehmen könnten, damit dieses Video von Herrn Bontrup „den typischen Michl“ erreicht.

      Oder falls Sie sich bewusst werden, dass Sie ständig wechselseitigen Einfluss auf alle Menschen in Ihrem unmittelbaren Umfeld ( auch der Chat, das Forum / die Internetkommentare zählen dazu) nehmen, dass Sie dann ihr Verhalten evtl. so verändern, dass Sie günstige Bedingungen für gemeinsame Ansichten, Lösungen und Gedanken verändern.

      Ich hoffe, mein Text konnte etwas Klarheit in die Situation bringen, wo ich Sie vermute. Denn sowas hatte ich, wie beschrieben, ja selbst schon längere Zeit erlebt.

      Lieben Gruß Ihnen.

    • @ InDubioCuiBono-Andre

      Ich denke der Knackpunkt liegt bei Punkt 3. :
      Wie lassen sich Menschen motivieren?
      Ich meine der Mensch geht so lange den Weg des leichtesten Widerstandes bis es nicht mehr geht und hat große Angst vor Ungewissheit. Und das zeigen einen die Massenmedien auf. In Deutschland ging einer Revolution meist eine Hungersnot voraus. Soll sagen der Mensch hält so lange am einfachen / stabielen Weg fest bis es nicht mehr geht.

      Die wichtigste Voraussetzung ist, dass eine intrinsische (innerliche) Motivation entsteht.
      Diese geht meiner Meinung nach auf 2 Wege:
      1. Manipulation wie es auch die Massenmedien tun oder
      viel nachhaltiger
      2. Bewusstsein erlangen, dass einer Verbesserung oft eine Bemühung vorangeht.

    • Ergänzung:

      Lieber schliemanns, ich habe hier ein Video gefunden, was Ken Jebsen zur Russlandverabschiedung gesagt hat unter den Kommentaren zum Video steht z.B.:

      https://www.youtube.com/watch?v=PftUZlCgb8Q

      Um Ihr Zitat zu erwähnen:

      NUR: ich befürchte, dass die meißten die sich dieses Interview ansehen Herrn Bontrup und seine Vorträge schon seit Jahren kennen. Will sagen wir schmoren hier im eigenen Saft (meine Befürchtung)…

      Das ist ausserhalb von KenFM. Schon ein anderer Radius. Schon andere Menschen dort. Und andere Möglichkeiten, durch Kommentare auch etwas zu verändern oder anstoßen zu können.

      Da gibt es ganz unterschiedliche Kommentare.

      Ich wähle mal drei Stück aus:

      Hier geht es Sympathie/Antipathie:

      Markus Rohmann:
      Moinsen …. Ich mag den OberTruther nicht … Grüße aus dem Urlaub, Markus

      Hier geht es um unreflektierte Meinungsäußerung:

      UNDERDOGSOCIETY
      würg kotz. jebsen der refugee welcome-links nazi. komm hör auf mit dem volltrottel. der typ ist ein heuchlerischer kotzbrocken. typischer grün-wähler und vollsozialist.

      und hier um die Möglichkeit, Miteinander etwas zu gestalten:

      Markus Poller:
      Ich habe noch immer die Hoffnung, dass wir im Frieden alle vereinen können.
      Jeder, der auf seine Art dazu beiträgt ist willkommen.
      Danke Ken Jebsen für Deinen / Euren Beitrag dazu.

      Also, warum ich das ausgewählt habe?

      Wir alle – jeder Einzelne hier , aber auch ausserhalb der KenFM-Webseite, haben die Möglichkeit Einfluss zu nehmen auf unser Umfeld.

      Vermutlich hat der User „UNDERDOGSOCIETY“ nicht das Video von Heinz-Josef-Bontrup gesehen.
      Der User „Markus Poller“ wäre evtl. offen dafür.
      Und bei dem User „Markus Rohmann“ wäre vermutlich eine längere Diskussion nötig und eventuell möglich, wenn ihm sachlich und freundlich begegnet wird.

      Das möchte ich einfach deutlich machen, für Sie, schliemanns, aber auch für alle, die das Argument „wir schmoren hier im eigenen Saft“ schreiben.

      Du kannst Dir theoretisch auch die Kommentare auf Youtube zu https://kenfm.de/heinz-josef-bontrup/ im Gespräch anschauen, dort findest Du viel Zustimmung zum Gespräch, aber auch folgende Kommentare:

      neoliberaler Selbstoptimierer
      immer der selbe marxistische müll auf diesem verschwörungstheoretiker kanal

      oder :

      Genuegsamkeit
      Massive Arbeitszeitverkürzung ist doch momentan total illusorisch. Die Unternehmer haben doch null Interesse die Arbeitslosigkeit zu senken, damit würden sie doch ihr stärkstes Druckmittel gegenüber den Arbeitnehmern verlieren. Merkels Flüchtlingspolitik spielt den Arbeitgebern sogar noch mehr in die Hände, denn es ist anzunehmen, dass langfristig der Druck auf dem Arbeitsmarkt noch steigen wird. Sinn hat doch schon vorgeschlagen den Mindestlohn wg. Der Flüchtlingskrise abzuschaffen. Besonders lustig wird es, wenn Deutschland irgendwann in eine wirtschaftliche Krise gerät.

      Was ich nun z.B. mit diesen zwei Kommentaren von Youtube andeuten wollte;

      Wenn Sie Sorge haben,

      wir schmoren hier im eigenen Saft (meine Befürchtung)…

      dann bräuchten Sie nur konkret auf Youtube ausweichen und schon haben Sie einige Möglichkeiten dort mit Kommentaren in Kontakt zu kommen, die nicht automatisch positiv und wohlgesinnt dem Thema sind.

      Wir können – jeder von uns – kann es als Chance sehen, auch mit unterschiedlichen Meinungen in Gespräche zu kommen. Und durch gute Argumente und friedlichen Diskurs Lösungsansätze auf den Weg zu bringen.

      KenFM oder Ken Jebsen wird es nicht alleine schaffen. Ich allein reiche dafür auch nicht – Sie, schliemanns werden alleine auch nicht reichen – aber wenn wir Alle – jeder einzelne von uns – uns unseres Schöpfungs- und Gestaltungspotenzials bewusst werden, so haben wir alle eine Möglichkeit unser Umfeld zu beeinflussen und es liegt eben an jedem selbst, wie viel oder wie wenig er davon Gebrauch machen will.

      Die Möglichkeiten in den kreativen Austausch zu kommen, sind auf jeden Fall für jeden Menschen vorhanden. Es kann auch ausserhalb des Internets, oder wie in meinen Beispielen hier; ausserhalb von KenFM selbst geschehen.

      Lieben Gruß und einen schönen Tag wünsche ich.

    • @ Richter:


      Wie lassen sich Menschen motivieren?..
      Diese geht meiner Meinung nach auf 2 Wege:
      1. Manipulation wie es auch die Massenmedien tun oder
      viel nachhaltiger
      2. Bewusstsein erlangen, dass einer Verbesserung oft eine Bemühung vorangeht

      Genau das ist es. Also Punkt 2. Ich stelle für mich mehrfach fest, dass die Menschen sich am ehesten über die Zustände politischer und gesellschaftlicher Art aufregen können, welche sich als getrennt empfinden.

      Die Menschen, welche dazu neigen, besonders schnell in bestimmten Schubladen zu denken und vorschnell Begriffe wie „Verschwörungstheorie“, oder „Antisemit“ usw. ins Feld führen, sind für mich solche Beispiele, wenn diese ausser den Worten keine persönliche Erklärung liefern, weswegen diese Sichtweise oder dieser Mensch dann „Verschwörungstheoretiker“ oder „Antisemit“ sein soll.

      Und solchen Menschen, wie im Grunde allen Menschen kann ich anhand von dem einfachen Beispiel der Wechselwirkungen gegenseitiger Stimmungen auch verständlich machen, dass auch er / sie als Mensch davon täglich beeinflusst wird.

      Einem gebildeteren Menschen kann ich das sicher eloquenter mitteilen, als einem Menschen, der sehr einfache Sprache gebraucht.

      Ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist, vielen Menschen die Wechselwirkungen von Stimmungen zu erläutern, die täglich jeden Menschen betreffen.

      Und dies völlig unabhängig davon geschieht, ob ein Mensch über sich selbst sagt: „ich bin nicht durch die Stimmungen anderer Menschen beeinflussbar – weil ich mich dagegen entschieden habe, beeinflussbar zu sein.“

      Das lässt sich durch viele Beispiele jedem Menschen erklären.

      Weil es ein einfaches Beispiel ist. Aber gerade wenn ich den Erkenntnisprozess durchlaufe, dass ich mit allen Menschen verbunden bin und ständig in wechselseitigen Stimmungen durch eigene Ansichten und andere Stimmungen von Menschen komme, verändere ich zwangsläufig meine Perspektive.

      So ist es mir ergangen. Ich kann keinen Menschen mehr als getrennt von mir ansehen; auch wenn ich bei manchen Menschen den Kontakt vermeide – aus unterschiedlichen Gründen. Das wir alle Menschen uns gegenseitig beeinflussen, ist mir in jedem Fall klar.

      Und darin sehe ich eine Chance und auch eine Aufgabe bei der Aufklärung.

      Jedem Menschen möglichst transparent und nachvollziehbar zu erklären, dass er selbst Einfluss auf die Geschicke der Welt nehmen kann, in dem dieser sich bewusst wird, dass er Einfluss auf seine eigene Stimmung hat und auch sein Umfeld beeinflussen kann und sein Umfeld in Wechselwirkung zu ihm und anderen Umfeldern permanent steht.

    • @ InDubioCuiBono-Andre

      „Aber gerade wenn ich den Erkenntnisprozess durchlaufe, dass ich mit allen Menschen verbunden bin und ständig in wechselseitigen Stimmungen durch eigene Ansichten und andere Stimmungen von Menschen komme, verändere ich zwangsläufig meine Perspektive.“

      Genau hier wird der Trick der Massenpropaganda liegen:
      Es wird stetig gezeigt, dass einzelne Personen (Eliten) stets alles verändern können und man selbst soll ohnmächtig sein. Weiterhin wird einem erklärt, dass es ja einzelne Menschen von unten schaffen, aber nur wenn sie sich „wirklich“ anstrengen.
      Du hast Recht, es ist die Perspektive. Die Bevölkerung sollte erkennen, welche Möglichkeiten sie realistisch haben und wie sie ihre Interessen tatsächlich durchsetzen können.

  17. Wenn es nunmehr seit der Ölpreiskrise 1973 nicht gelungen ist die darauf folgende verschleierte Massenarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen, dann sollte es nach fast 45 Jahren an der Zeit sein etwas anderes auszuprobieren. Die von Herrn Bontrup favorisierte Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich klingt da auch plausibel und logisch. Die Gewerkschaften waren mit ihrer Forderung nach der 35 Stunden Woche auch schon in dieser Richtung unterwegs. Allerdings haben diese sich dann irgendwann nur noch auf ihre Stammklientel konzentriert (1. Arbeitsmarkt) und die dramatischen Arbeitsbedingungen von prekär Beschäftigten im Niedriglohnsektor und die Situation von Arbeitslosen auskalt ausgeblendet. Ganz nach dem Motto, wir kümmern uns nur um das festangestellte Personal, der Rest ist uns egal. D.h., das alte Prinzip „spalte und herrsche“ hat die abhängig Beschäftigten auseinanderdividiert und seitdem haben die Eliten leichtes Spiel. Wenn eine Änderung der Situation von Massenarbeitslosigkeit mit den Gewerkschaften nicht möglich ist, dann ist die Maximalforderung „Bedingungsloses Grundeinkommen“ auch sehr gut ohne Gewerkschaften durchzusetzen. Das Gegenargument von Herrn Bontrup, dass er nicht möchte das Andere für ihn arbeiten, halte ich für reichlich naiv. Sind Renten-, Pension-, Arbeitslosen-, Erwerbsminderungsrenten etc. verwerflich, weil andere dafür aufkommen? Entschuldigung, die wenigsten streben Arbeitslosigkeit absichtlich an. Sie sind nicht Täter sondern Opfer der Wirtschaftspolitik. Soll man also nochmal 45 Jahre warten in der Hoffnung darauf, dass sich das Konzept von Herrn Bontrup durchsetzt oder ist es nicht an der Zeit andere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen.

  18. Prof. Heinz-Josef Bontrup ist der Muhammad Ali der deutschen Wirtschaftswissenschaftler.
    Er provoziert den Gegner noch während dieser in seiner Ecke sitzt, um ihn dann mit ein paar gut platzierten Argumenten auf die Matte zu schicken.

    Dieser Vergleich hinkt wie die wirtschaftswissenschaftlichen Gegner, wenn sie erfahren, dass sie mit ihm in den Ring steigen sollen. Plötzlich gehandicapt klönnen sie natürlich nicht mehr antreten. Wirkliche und erst annähernd vergleichbar in den Brennpunkt der Öffentlichkeit gerückte „Ringe“ hat es für den zum Schattenboxen verdammten Cassius Clay-Bontrup, der sich nie zu einem anderen Glauben hat bekehren lassen, nie gegeben, weil er unschlagbar ist und die potentiellen Gegner es ahnen, riechen oder wissen…

  19. „Es war einmal…“ (Teil 3)
    Ist also doch alles gut? Nicht ganz. Die mitunter bedenkenlos und allzu optimistisch vorangetriebene Expansion – unter anderem die Übernahme anderer Unternehmen –, das Vertrauen auf kontinuierlich stürmisches Wachstum mit Umsatzsteigerungen zwischen 20 und 50 Prozent im Jahr und nicht zuletzt die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise ab 2008 haben etliche der bis dahin stabilen Kooperativen ins Schlingern gebracht. Vor allem in Spanien, wo der Immobilienmarkt kollabierte, die Arbeitslosigkeit massiv anstieg und deshalb die Konsumkraft der Bevölkerung dramatisch einbrach, verschlechterten sich die wirtschaftlichen Bedingungen erheblich. In den letzten Jahren wurden allein Zehntausende von Hypothekengeschädigten aus ihren Wohnungen vertrieben. Das setzt natürlich auch dem Mondragón-Verbund zu: Wer kauft da noch Kühlschränke und Waschmaschinen? Bei Fagor Electrodomésticos gingen die Umsätze massiv zurück. 2013 beschlossen der Mondragón-Verbund, das Management und auch die Genossenschaftsmitglieder des Haushaltsgeräteherstellers das Aus für die Kooperative, mit der 1956 alles begonnen hatte.
    »Wir haben alles versucht«, sagt Mikel Lezamiz, Sprecher des Verbunds und Mitglied des Direktoriums. »Der Investitionsfonds half mit 300 Millionen Euro aus, um die 2.000 Arbeitsplätze zu retten. Doch vergebens.« Immerhin: Entlassen wurde fast niemand. Die allermeisten Beschäftigten kamen bei anderen Kooperativen unter – obwohl auch diese unter Druck standen und manche sich selber die Löhne kürzen mussten. Andere akzeptierten großzügige Vorruhestandsregelungen; zwei Dutzend schlecht qualifizierten Mitgliedern hingegen blieb nach langen Auseinandersetzungen nur eine vergleichsweise geringe Abfindung.

    Noch ein Krisenfall: Auch Eroski stolperte. Nur wenige Jahre zuvor, 2007, hatte die Großgenossenschaft die spanische Handelskette Caprabo übernommen und deren 17.000 Lohnabhängige zu GenossenschafterInnen gemacht – eine beachtliche Leistung. Doch die Lage wurde immer schwieriger, je länger sich die 2008er-Krise hinzog. Im Baskenland konnten die Geschäftsumsätze zwar gehalten werden. Im übrigen Spanien aber brachen sie ein, wie auch bei den anderen Lebensmittelketten. »Gegen makroökonomische Entwicklungen sind wir machtlos«, sagt Lezamiz, »das wissen auch die Mitglieder.« Und treffen notgedrungen harte Entscheidungen, auch wenn sich diese gegen sie selbst richten. Bei Eroski votierte die Basis mit großer Mehrheit dafür, Supermärkte zu verkaufen. In der Region Madrid, wo sich kein Käufer fand, mussten Beschäftigte entlassen werden.
    »Solche Einbrüche machen uns zu schaffen«, sagt auch Ingenieur Baltasar Pérez Sanz beim Rundgang in der Werkshalle von Fagor Arrasate. »In gewisser Weise sind Krisen für uns Genossenschafter unangenehmer als für normale Lohnabhängige. Du hast neben der ohnehin anspruchsvollen Arbeit zusätzlichen Stress. Du denkst die ganze Zeit mit. Du überlegst dir andauernd, was auch aus den Belegschaften der Subunternehmen wird. Du trägst Verantwortung.« Schließlich müsse man ja auch für jene handeln, die nicht mitentscheiden können. Seit einiger Zeit, so Sanz, finden in seinem Werk alle zwei Wochen Abteilungsversammlungen statt. Alle müssen informiert sein, auf dem Laufenden bleiben, Entscheidungen treffen. Eine Entscheidung: Es wurden Arbeitszeitkonten neu eingeführt, mit denen Schwankungen in der Auftragslage besser ausgeglichen werden können. Zudem wurden Maßnahmen ergriffen, damit Beschäftigte leichter zwischen Abteilungen und Kooperativen wechseln können; also auch dorthin gehen, wo gerade am meisten Bedarf ist. Natürlich: Mühsam sind die vielen Treffen und Diskussionen schon. »Andernorts geht das rascher, da trifft einer oben die Entscheidung; bei uns dauert das länger. Aber dafür setzen wir das Beschlossene viel schneller um, weil alle dahinterstehen«, erläutert Sanz.
    Wohl auch deswegen verlassen nur sehr wenige GenossInnen die Kooperativen, die Fluktuation ist gering. »Manche von uns bekämen in Privatfirmen deutlich höhere Löhne bezahlt, hoch qualifizierte Leute sind gefragt«, sagt Sanz. Warum bleiben sie? »Weil die Arbeitsplätze sicher sind. Und weil es unglaublich viele Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung gibt.« Und wohl auch deswegen, weil kaum irgendwo sonst die Beschäftigten von ihrer Arbeit so wenig entfremdet sind und sich so sehr mit ihr identifizieren können, wie in diesem Teil des Baskenlands.

    (Der Text ist die verkürzte Wiedergabe eines Beitrages, der in der Januarausgabe/2017 von OXI erschienen ist:
    Kooperative Mondragón: Solidarisch, groß und ziemlich krisenfest – OXI Blog)

    P.S.: Es war nicht nur einmal, sondern: Es ist nicht nur nicht gestorben, sondern lebt noch heute.
    Und das nicht nur in Spanien, sondern weltweit. Berichte darüber sind selten, weil von bestimmten Interessen nicht erwünscht. Es sollte mich doch sehr wundern, wenn Prof. Bontrup noch nichts von seinem Kollegen in den USA, Prof. Richard D. Wolff, gehört hat, dessen Werk und Projekt sich um Demokratie im Arbeitsleben (http://www.democracyatwork.info/) in dem vorgeführten Sinne dreht. Prof. Bontrups Meinung und Einstellung dazu würde mich sehr interessieren (wahrscheinlich zu viel verlangt…).

    • Lieber teddiefidel, ich möchte ein simples aber dafür ehrliches Lob Dir gegenüber ausschreiben.

      Deine vielen Worte haben aufgezeigt, dass es generell Perspektiven gibt; auch solche, die erfolgreich sind.

      Beispiele wie Deine drei Teile sind mir immer ein Genuss zu lesen und die Gewissheit, dass wir alle gemeinsam ( jeder von uns, der sich dessen bewusst ist) auch eine Menge Großartiges schaffen können werden.

      Lieben Gruß Dir.

    • Zu „InDubioCuiBono-Andre“ (mit Eingehen auf „keeneahnung“ und „waldbaer“)
      Dein Lob freut mich. Um so mehr als es gleichzeitig nicht – wie bei „keeneahnung“ und „waldbaer“ – davon ausgeht, dass es in meinem Dreiteiler darum ginge, nur noch einmal allzu langatmig die Selbstverständlichkeit darzulegen, dass „mikro ist nicht gleich makro!“. Das kann manch einer sicher „viel kürzer beschreiben“. Obwohl die simple Feststellung die Beschreibung ja noch nicht liefert und ob die dann, um einzuleuchten, dann wirklich kürzer ausfällt, ist wieder eine andere Frage. Entscheidendes darüber ist sowohl bei Bontrup als auch z.B. bei Flassbeck zu erfahren.
      Mir ging es ja darum zu zeigen, dass Bontrups Abgrenzung vom naturwissenschaftlichen Vorgehen (,dass etwa der Chemiker seine Theorie flugs im Labor veri- oder falsifizieren kann) nicht so absolut von einem sozialwissenschaftlichen Vorgehen getrennt werden muß, wie Bontrup es nahe legt. Auch im gesellschaftlichen Raum kann ein theoretisch inspiriertes Experiment angelegt und zu einem relativen Erfolg praktisch umgesetzt werden. Dass das Experiment in diesem Falle von einem katholischen Priester in Gang gesetzt werden konnte, ist eine hinzu kommende Ironie der Geschichte und bezeugt eine Schwäche der Linken (insbesondere der Gewerkschaften).
      Man kann also auch auf der Mikroebene was tun, vorausgesetzt die kritische Analyse der herrschenden Makroebene ist richtig und nicht völlig daneben. Die Schwierigkeiten mit den Rückkoppelungseffekten der Makroebene sind ja auch zur Sprache gekommen uns eventuelle Fehler im Umgang damit werden ja auch zugegeben (wie „waldbaer“ genüsslich an anderer Stelle genau bemerkt hat). Jedenfalls hat sich das Monragon-Experiment zumindest insofern gelohnt und Erfolge gezeitigt, als das Projekt expandieren konnte, ohne seine Prinzipien zu verraten, dass die Arbeiter und Angestellten sich die Entscheidung darüber vorbehalten haben, was, wo, mit welchen Produktionsmitteln, unter welchen sozialen Bedingungen produziert wird und vor allem, was mit den erwirtschafteten Profiten geschehen soll und wie sie verteilt werden. Die Mikroebene wurde zwar nicht verlassen, aber so organisiert rückt sie der Makroebene doch schon ein Stück auf den Pelz – wird doch so exemplarisch vorgeführt, wie es auch in einem größeren Rahmen, sogar auf der Makroebene unter der Berücksichtigung der Bedürfnisse der Beschäftigten, auch gehen und laufen könnte.

      Mein Hinweis am Ende des dritten Teils auf „democracy-at-work“ und Prof. Richard D. Wolff sollte die Perspektive dafür öffnen, dass auch in anderen Ländern und Erdteilen Im Sinne dieses Projekts gedacht, geforscht und gehandelt wird. Viele laufende Initiativen besonders in Südamerika sind von diesem Geist getragen. Aber auch in Europa gibt es scho weitere Ansätze. Corbyn in England will – falls er an die Regierung kommt – ein Gestz erlassen, das bei der Pleite einer Firma diese nicht etwa irgendwelchen Multinationalen oder Hedgefonds zur für die Beschäftigten desaströsen Übernahme überlassen werden, sondern dass den Beschäftigten die Möglichkeit geboten wird, den Betrieb in Selbstverwaltung zu übernehmen. Notwendige Kredite dafür hätte der Statt dann zur Verfügung zu stellen. Mit Sanders in den USA wäre ein derartiges Konzept möglicherweise auch in Erwägung zu ziehen. Dass Arbeiter ihre Betriebe übernehmen ist jetzt schon weiter verbreitet als wir es für möglich halten. Näheres zur Anzahl und der Struktur dieser „Working Cooperatives“ läßt sich auf der Website „democracy-at-work“ erfahren.

    • at teddiefidel
      um hier ein wenig polemisch zu werden:
      hr. bontrup hat schon recht, wenn er sagt, dass die bürger keine Ahnung von Ökonomie haben. er hätte noch das historische kurzzeitgedächtnis der bürger hinzufügen sollen.
      um bei deinem Beispiel zu bleiben. es mag sein, dass der Zeitgeist in einer historischen Epoche günstig für einen Zusammenschluss gleichgesinnter bürger war, um ein unternehem aufzuziehen.
      dass überleben solcher modelle ist nur dann gegeben, wenn diese unternehmen zu einer entsprechende größe /konzerngröße heranwachsen, damit wie bontrup weiter ausführt, wächst auch die macht eines solchen Modells/unternehmen! das heißt aber nicht, dass morgen dieses Modell getötet wird!
      wie ich darauf komme? heute leben wir in einer Epoche der kapitalkonzentration. d.h. der makroökonomische Steuermann( der Staat) ist nicht daran interessiert, dass kooperative modelle ausgebaut werden (siehe genossenschaftsbanken), sondern dass diese sich in „shareholder value“-modelle auflösen.
      Daher ist deine geschicht nur eine geschichte! Oder anders, wenn die wirtschaftspolitik (makro, staat) sich gegen ein unternehmen (mikro) stellt, hat mikro keine Chance!
      Um die das an einen beispiel aus jüngerer geschichte zu erklären.
      Die DDR war in den 80`ziger eine selbstversorgende volkswirtschaft, dank intelligenter wirtschaftspolitiker/ökonomen und einer währungsunion DDR-mark in D-mark, ist das gebiet heute ohne Transfers nicht überlebensfähig.
      Ich hoffe der unterschied zwischen makro und mikro ist klar geworden. Ohne einen kompetenten staat geht nichts!

    • Zu „keeneahnung“:
      Als polemisch habe ich deinen letzten Beitrag nicht empfunden.
      Unzufrieden bin ich allerdings mit deiner Identifikation der Makroebene mit dem (National-)Staat. Der Staat spielt auf dieser Ebene sicher (noch) eine wichtige Rolle. Aber auf der Makroebene treten ja noch andere Player – offensichtlich oder verdeckt – eine Rolle: International agierende Konzerne, Global Player, deren Budgets so manchen Staat in die Tasche stecken (auf die verschiedensten Weisen). Oder nehmen wir hier in Europa die Rolle der EU (Brüssel) und der TROIKA (in die auch nicht bloß europäische Institutionen eingebunden sind wie der IWF etc.) mit ihrem verhängnisvollen
      Austeritätsdogma. Bontrups, Flassbecks und Lehndorfs et. al. :makroökonomisch orientierte Kritik (im Interview kaum zur Sprache gekommen, deshalb aber keineswegs in Abrede gestellt) basiert ja gerade auf der zwischenstaatlichen Feststellung, dass die Welt keine Schulden hat:

      Weil es aber für die ganze Welt keine Nettoverschuldung gibt, muss der, der weniger verbraucht als er produziert demjenigen, der mehr verbraucht, temporär die Verfügungsrechte über seine ersparten Ressourcen einräumen, weil sonst die Rechnung nicht aufgehen kann. Ersterer gibt einen Kredit, und er gibt den Kredit sicher in der Hoffnung, der andere werde in der Zukunft in der Lage sein, den Kredit zurückzuzahlen. Zurückzahlen heißt aber wiederum zwingend, dass derjenige, der bisher Defizite bzw. Schulden (in seiner Leistungsbilanz, wie die Ökonomen sagen) hatte, in Zukunft Überschüsse haben muss, weil er bei andauernder neuer Verschuldung ja niemals etwas zurückzahlen kann. Deutschland muss sich also eines Tages im Ausland verschulden, um den bisherigen Schuldnern die Gelegenheit zu geben, ihre Schulden zurückzuzahlen.
      Das schockiert die schwäbische Hausfrau, ist aber nichts anderes als die logische Schlussfolgerung daraus, dass es auf der Welt keine Schulden ohne Ersparnisse gibt und umgekehrt.

      (Flassbeck)
      Die deutsche wie EU-Finanzpolitik (inspiriert und getrieben wohl auch von IWE und Wallstreet) ist also wesentlich mitverantwortlich für das Elend in Griechenland und anderen nicht nur südeuropäischen Ländern.
      Soviel glaube ich verstanden zu haben. Kompetentere makro-ökonomisch geschulte Fachleute mögen dazu noch wesentlich mehr zu sagen haben.
      Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass du das auch weißt. Es mag dir nur gerade in diesem Zusammenhang gerade nicht eingefallen sein.

    • at teddiefidel

      Da bin ich anderer meinung.
      Es gibt ja nichts anderes als den nationalstaat, in den sich menschen organisieren können (rechtsnormen).

      Und wenn man den heutigen Zeitgeist nüchtern betrachtet, kommt man nicht drum herum, dass die von dir angesprochene Extremen auswüchse (tranznationale konzenre, das gelabber von globalisierung usw.)
      1. erst eine entwicklung seit den 1990´ziger sind, vorher staatlich gelenkt
      2. Kapitalkonzentration die keine Partizipation der bürger erlaubt (nachfrageausfall) damit wirtschaftskriesen eihergehend
      3. Konkurrenz zwischen staaten befeuert wird, ohne übergeordnete steuerung
      An diesen paar punkten (es gibt 100 andere) will ich nur klar machen, dass es keinen makro-rahmen ausserhalb von staaten gibt.
      Der sogenannte freihandel ist auch eine illusion, wenn es keine an den volkswirtschaftlichen fundamentaldaten gekoppelten währungsrelation gibt!
      Jeder schwachkopf (institutioneller anleger) kann mit währungen heute spekulieren mit fatalen folgen siehe brasilien, argentinien usw.

      Und wenn man einen kleine blick in die geschichte wirft, wird man festellen, dass die heutige entwicklung nicht neu ist. ab 1860 (usa,europa) gab es auch einen wirtschaftsboom. Mit zunehmender sich daraus zwangsläufiger Entwicklung der Liberalisierung gab es heftige wirtschaftskriesen um 1890`ziger die in Protektionismus endeten mit folgen des zunehmenden Nationalismus (populismus) und mit sicherheit eine der vielen ursachen die sich im 1.weltkrieg entladen haben.

      Anbei noch eine entwicklung die man festellen kann.
      Der erfolg Chinas seit 1980, russland (bedingt), ist nur durch staatlich gelenkte volkswirtschafen möglich!

    • natürlich ist mir Flassbeck ein begriff! hab ja ein abo.
      einer der wenigen Ökonomen, der es schafft in logischen zusammenhängen und klarer sprache zu argumentieren.

  20. Das war mal wieder ein tolles Interview. Und ich stimme in so gut wie allem mit Herrn Bontrup überein. Allerdings habe ich da noch ein paar Fragen, die nicht beantwortet wurden. Denn für mich ergeben sich Denkfehler daraus:

    1) Nicht nur die ausschließliche Subventionierung der Großkonzerne von Seiten der Politik, sondern auch die Digitalisierung sorgt für eine Monopolbildung. Übrig bleiben am Ende nur noch ein paar wenige Großkonzerne, denen alles gehört und die sich dann auch alles erlauben können, da sie die Macht haben über die Menschen. Der Staat hat dann gar nichts mehr zu melden.
    Kleinbetriebe werden von ihnen schlichtweg zerstört. Sprich, es wird dann auch keine Selbstständigen mehr geben über kurz oder lang. Und wenn es immer weniger Firmen gibt, nützt dann auch die Arbeitszeitteilung nichts mehr, um die Massenarbeitslosigkeit aufzufangen.

    Wäre es nicht sinnvoller von der Politik, die Kleinbetriebe zu subventionieren, damit Monopolbildung gar nicht erst entstehen kann? Der Punkt ist doch auch: Durch die Abhängigkeit der gesamten Menschheit von wenigen Monopolfirmen können die alles mit uns machen, einschl. bestimmen, welche Gifte wir essen und trinken müssen. Sie können uns zwingen, RFID-Chips zu implantieren, etc. pp

    2) Warum geht jeder davon aus, dass die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eine unwiderrufliche Entwicklung ist, die befördert werden muss, obwohl sie – wie Warren Buffet selbst sagt – nur am Ende den Superreichen dient, während sie allen anderen schadet?

    „Die Schere zwischen arm und reich nimmt zu. Die Reichen werden immer reicher und die Armen ärmer. Die acht reichsten Personen hatten laut Oxfam-Studie 2016 zusammen 426 Milliarden Dollar und damit mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besessen. Nämlich 3,6 Milliarden Menschen mit 409 Milliarden Dollar.
    Grund dafür ist auch die zunehmende Digitalisierung. Von der profitieren die ohnehin schon Wohlhabenden. Viele Arbeitnehmer kostet sie hingegen den Job. Buffett kritisiert diese Entwicklung auf Kosten der Schwächeren.“
    http://www.focus.de/finanzen/videos/ungleiche-entwicklung-zweitreichste-mensch-der-welt-das-problem-sind-menschen-wie-ich_id_7308891.html

    3) Da stellt sich natürlich die Frage: Wem nützt die Digitalisierung?
    Sicher, unangenehme Arbeitsstellen fallen weg. Gleichzeitig wird aber auch viel Missbrauch mit der Digitalisierung getrieben (Bargeldabschaffung, RFID-Chips, Digitalisierung vor allem im militärischen Bereich). Elon Musk warnt nicht umsonst davor, dass die Menschheit sich dadurch selbst auslöschen kann und wird.
    Und der letzte Tatort vom Sonntag zeigte auch auf, wo die Gefahren liegen, wenn der Mensch sich nur noch auf die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verlässt: Es wurde darin ein Softwareprogramm konstruiert, das intelligenter ist als der Mensch und das seinen Konstrukteur dann auch vernichtet hat, weil es anfängt, selbst zu denken und zu handeln. Und zwar nicht zum Wohle des Menschen.
    Und wenn ich an mein Navi denke, das mich schon sonstwohin schicken wollte, auch einmal in den Rhein…
    Ein weiterer Nachteil ist der, dass der Mensch des Denkens entwöhnt wird, wenn ihm Maschinen vorgeben, was er zu tun hat. Und das wiederum fördert Alzheimer und Demenz. Ein Gehirn muss trainiert werden, um zu funktionieren.

    4) Das Grundeinkommen wäre nur dann nicht zu umgehen, wenn die Digitalisierung auf Teufel komm raus (wörtlich zu nehmen) durchgezogen wird. Dann aber ist das gesamte Geld in den Händen der Hochfinanz und nicht in den Händen des Staates. Und wenn sie sich gegen ein Grundeinkommen wehrt oder zumindest Bedingungen stellt (RFID-Chip), dann sind wir so oder so die Dummen.

    5) Herr Bontrup geht davon aus, dass Deutschland durch den Export profitiert, dort seine zahlkräftigen Kunden findet, und dabei die anderen Staaten kaputt macht. Stimmt. Er vergisst aber auch zu erwähnen, dass auch alle anderen Staaten die Digitalisierung einführen, was zum selben Effekt wie bei uns führt. Entweder leben wir dann irgendwann alle vom Grundeinkommen als Bettler der Hochfinanz und haben ALLE wenig, oder wir bekommen kein Grundeinkommen und die Weltbevölkerung reduziert sich drastisch.

    Und auf Letzteres soll wohl alles hinaus laufen, weil sich die Hochfinanz auch entsprechend äußert. Siehe Giorgia Guide Stones, vielen Kommentaren von entsprechenden Leuten auf fb und hier z. B. ein Beitrag eines Plutokraten:
    http://npr.news.eulu.info/2016/07/09/brief-eines-superreichen-plutokraten-an-den-poebel-an-sie/

    • Liebe Karin: guter Beitrag. Wichtige Punkte. Stimme zu.

      Lieben Gruß

      André

    • Vor ein paar Tagen war eine Kundin bei mir im Laden, die auf meine Frage hin, was sie beruflich macht, antwortete: „Ich arbeite beim Bundeskartellamt – Konkurrenten und so…“

      Daraufhin googelte ich mal, was das Bundeskartellamt so macht. Da steht dann unter Bundeskartellamt und „Zusammenschlusskontrolle“ so was wie:

      „Die Hauptaufgaben des Bundeskartellamtes bestehen in der Durchsetzung des Kartellverbots, der Durchführung der Zusammenschlusskontrolle sowie in der Ausübung der Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Unternehmen.“

      „Die Zusammenschlusskontrolle (auch Fusionskontrolle) ist ein Instrument des staatlichen (teilweise auch des zwischenstaatlichen) Wettbewerbsrechts, das darauf gerichtet ist, substantielle Störungen des freien und ungehinderten Wettbewerbs durch übermäßige Konzentration unternehmerischer Macht zu unterbinden.“

      Da musste ich schon laut lachen, denn:

      Passiert nicht genau das Gegenteil seit Jahren???

      Die Großen machen erst die Kleinen kaputt und kaufen sie dann auf und schließen sich auch mit anderen zusammen, siehe Nestlé, dem X Firmen gehören, oder Bayer/Monsanto… Und das mit tatkräftiger Unterstützung der Regierung! Nach dem Prinzip der Church of Satan, dem Prinzip der Tierwelt: Der Stärkere frisst den Schwächeren…

      https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1751427424872161&set=p.1751427424872161&type=3&theater

      Und eben lese ich einen Beitrag der Neopresse:

      „Das, was Rotary schafft, gelingt sonst niemandem: überall auf der Welt Menschen zusammenzubringen, die sich für das Gute in der Welt einsetzen und deren Unterstützung dafür zu gewinnen, die Welt zu verbessern.“
      Das finde ich ja klasse. Die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt haben einen eigenen Club und wollen mit ganzer Kraft das Gute in der Welt befördern. Wunderbar. Und das machen die schon seit über hundert Jahren? Da muß die Welt ja ein Paradies sein, zumindest die Welt der Bundesrepublik.
      Wir schauen nochmal aus dem Fenster und sehen: Gülle.
      Wie kann das sein, wo doch die Reichen und Mächtigen gezielt zur Weltverbesserung angetreten sind?

      Der Spiegel durfte 1983 – also noch Jahre vor dem Schröderputsch und der Gleichschaltung der Medien – noch einen offenen Artikel über Rotary schreiben (siehe Spiegel).

      „Beide Argumente, zusammengenommen und vom Kopf auf die Füße gestellt, machen das einst vom Chicagoer Rechtsanwalt Paul Harris ersonnene Erfolgsrezept Rotarys aus: Geschäftsbeziehungen möglichst weltweit durch freundschaftlich-philanthropische Bande zu überwölben und zugleich mit dieser im Zahnrad symbolisierten internationalen Vernetzung von Besitzenden, Bestimmenden und Bedeutenden auch der ländlichen und kleinstädtischen Oberschicht den Ruch des Provinziellen zu nehmen.“

      „Also … eigentlich schon eine Angelegenheit fürs Kartellamt? Eine Sekte erfolgreicher Menschen, die sich durch nichts anderes auszeichnen als durch Geld und Macht … wenn nicht sogar eine Verschwörung?

      So würde ich die Mafia nach Personen suchen, die ihr hilft, ihren Einflußbereich zu vergrößern. Zumindestens der Charakter der Verschwörung wird offen zugegeben.
      Auch „die strenge Selektion“ bei Neuaufnahmen habe nichts „mit Exklusivität“ zu tun, sondern diene allein „einer rund um den Erdball zündenden Verschwörung der Anständigkeit“.“

      http://www.neopresse.com/politik/kommentar-rotarier-in-deutschland-die-geheime-macht-im-hinterzimmer/

      Demzufolge ist das Bundeskartellamt sowie der Rotarier Club seinen Aufgaben und Versprechungen nicht nachgekommen und überflüssig geworden, kann also abgeschafft werden. Oder geht Sahra Wagenknecht hin und sorgt dafür, dass die Aufgabenstellung tatsächlich mal ERFÜLLT wird? Aber das mit dem einfach Abschaffen ist halt so eine Sache. Die Mitglieder bestehen offenbar aus vielen, vielen Unternehmern, Bankern, Anwälten, Richtern, Politikern, etc. pp., weltweit!

      Komisch, dass man es jetzt NUR auf die Autoindustrie abgesehen hat und sich über Kartellbildung empört zeigt, obwohl das doch inzwischen bei allen Großkonzernen gang und gebe – und vor allem politisch GEWOLLT – ist.

      Nun, diejenigen, die von der Digitalisierung ungeschoren bleiben, sind dann wohl vermutlich eher die Leute, die zu den Rotarierkreisen gehören. Alle anderen können sich dann schon mal verabschieden nach dem Motto: Die Welt will und braucht sie offensichtlich nicht mehr, jetzt wo die Technik so weit ist…

      https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1751428121538758&set=p.1751428121538758&type=3&theater

    • Und wenn man dann hierüber noch Bescheid weiß, ist sowieso alles klar:

      Unsere Wirtschaft hat längst mafiöse Strukturen entwickelt. Und bekanntlich sind die Angehörigen einer Mafia wohl eher nicht DIE Menschen, die anderen Gutes tun wollen aus reiner Nächstenliebe! Demzufolge ist daher auch nicht damit zu rechnen, dass da irgendwer sich auf Arbeitsteilungen einlassen wird, zumal die Firmen sich dann auch nur noch auf sehr wenige konzentrieren werden, nachdem alle kleinen kaputt gemacht wurden. Und das Ziel ist längst klar definiert: DEZIMIERUNG DER WELTBEVÖLKERUNG um den Teil, der es ihres Erachtens nicht wert ist, weiter am Leben zu bleiben!

      Da bleibt nur noch die Hoffnung auf die gerecht denkenden Nachkommen, die von diesen Strukturen ebenso die Nase gestrichen voll haben, wie auch bei den Juden heute manche Nachkommen schon ganz andere Töne anschlagen als deren Vorfahren!

      https://www.facebook.com/gds.blog/videos/1889757951288992/

    • Liebe Frau Desai,

      ich stimme Ihnen zu, dass die Wirtschaft längst mafiöse Strukturen aufgebaut hat.
      Ich werde etwas von Ihren Ausführungen zitieren und anschließend erläutern:

      „Das, was Rotary schafft, gelingt sonst niemandem: überall auf der Welt Menschen zusammenzubringen, die sich für das Gute in der Welt einsetzen und deren Unterstützung dafür zu gewinnen, die Welt zu verbessern.“
      Das finde ich ja klasse. Die reichsten und mächtigsten Menschen der Welt haben einen eigenen Club und wollen mit ganzer Kraft das Gute in der Welt befördern. Wunderbar. Und das machen die schon seit über hundert Jahren? Da muß die Welt ja ein Paradies sein, zumindest die Welt der Bundesrepublik.
      Wir schauen nochmal aus dem Fenster und sehen: Gülle.

      Was ich hierbei wichtig finde: Welches Pressemedium berichtet über den Rotaryclub? Wie kritisch darf diese Presseberichterstattung im Sinne des Auftraggebers sein?
      Also im Sinne der größten Spender von Neopresse?

      Wenn das evtl. Firmen sind, könnte es sich leicht erklären, wieso so ein Bericht so verfasst wird, wie er verfasst wurde.

      Es ist auch leicht ( finde ich) nachzuvollziehen, dass die größten Clubs und Vereinigungen von Reichen und Superreichen medial oft als schön, vorbildlich und philanthropisch dargestellt werden – das ist zwingend notwendig, da es sonst schneller zu Aufwachprozessen bei den Menschen kommen könnte.

      Da bleibt nur noch die Hoffnung auf die gerecht denkenden Nachkommen, die von diesen Strukturen ebenso die Nase gestrichen voll haben, wie auch bei den Juden heute manche Nachkommen schon ganz andere Töne anschlagen als deren Vorfahren!

      Hoffnung ist etwas passives, wenn es an keine eigenen Handlungsfähigkeiten geknüpft ist. Wo sollen die Nachkommen das gerechte Denken herbekommen?

      Durch die Presse?
      Durch die Passivität der Eltern?
      Durch die oft verkürzte Berichterstattung in den Medien?

      Ich sage bei allen drei Fragen: „Nein.“

      Es kommt auf uns selber an. Auf jeden Menschen, der diese Fehl- und Falschdarstellungen in den Medien und den Handlungen solcher Clubs erkennt.

      1.Es kommt auf die Erkenntnis an, dass ich als Individuum mit meinen Gedanken ständig Einfluss nehmen kann – und auch Einfluss nehme ( durch Stimmung und Ausstrahlung ständig), selbst wenn ich es vermeiden will.

      2.Der nächste Schritt der Bewusstwerdung ist: ich kann also nicht nur mich selbst ständig mit meinen Stimmungen und Gedanken beeinflussen, sondern auch mein Umfeld.

      3.Der darauf folgende Schritt ist: Wenn ich um die ständige, gegenseitige Einflussnahme weiß, wie schaffe ich es mit Menschen zusammen zu kommen, die sich ebenfalls solcher Wechselwirkungsprozesse bewusst sind?

      4.Der daran anknüpfende Schritt ist: ich treffe mich regelmäßig mit Menschen vor Ort und diskutiere über vorherrschende Schwierigkeiten, diskutiere aber stets mögliche und gedankliche Lösungen.

      – was ich bei Punkt 3 und 4 auch schon ständig machen kann: ausserhalb meines Umfelds : im Internet oder im Alltag mir unbekannte Menschen ansprechen und informieren über die Möglichkeiten, die es schon gibt.

      Fazit: Was die Reichen können, was medial beworben wird, können die 3,5 Milliarden Menschen ( im Verhältnis zu den 8 Reichsten) auch: sich vernetzen.

      Und was die Reichen medial machen, können die 3,5 Milliarden Menschen auch: sich über Medien ( Printmedien) oder auch im Internet gegenseitig erfolgreiche Events dokumentieren und so sich gedanklich, gefühlsmäßig und visuell bestärken.

      Für mich bedeutet es: nur weil eine handvoll Menschen unglaublich reich ist und es asoziale Pläne der Georgia Guidestones gibt, heisst es nicht, dass die Welt ein Determinus ist und alles vorherbestimmt ist.

      Der Glaube und die Bewusstwerdung eigener Möglichkeiten und die Fähigkeit sich im Denken und Handeln mit ähnlich lösungsorientierten Menschen sich zu vernetzen, haben einen großen Einfluss auf das Weltgeschehen – wenn sich das Jeder nur mal bewusst macht.

      Ich hab das mal in ca. 8 Minuten mit einem Schaubild probiert zu erklären, dass jeder Mensch wechselseitigen Einfluss nimmt:

      https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=77m17s

      Viele Grüße

      InDubioCuiBono

    • p.s.: bei KenFM gibt es schon das Format „die Macher“ – auch wenn die Überlegung noch nicht in Richtung „Communityvernetzung“ gediehen sind – die Anfänge sind da, Frau Desai.

      Und wenn wir nun die 8.500 Menschen der Welt betrachten, die laut Ronald Bernard das sagen hätten:
      https://kenfm.de/christian-kreiss-profit-und-kreislauf-leistungsloser-einkommen/#comment-119317 ( habe da links zu Ronald Bernard erwähnt), selbst wenn es also die 8.500 Menschen auf der Welt wären,

      Vergleichen wir dazu mal die Zahl 3.500.000.000 Menschen.

      Wenn von diesen 3.500.000.000 nur 0,0001 % Menschen wach würden und ein Interesse hätten, sich zu vernetzen. Und beginnen würden, sich der Fähigkeit und Chance des gemeinsamen, kooperativen Denkens anzunäheren und dies als Gestaltungsmöglichkeit für die Geschicke der Welt in der Betracht ziehen, dann wären selbst 0,0001% immer noch 3.500.000 Menschen.

      Das sind etwas mehr Menschen als 8.500 Menschen oder die 8 Reichsten.

      Was sollte dazwischen kommen?
      Die Konzernmedien? Nein – die können keinen freien Willen in die Schranken weisen.
      Die Google-Facebook-Kraken dieser Welt? Nein – die können keinen freien Willen in die Schranken weisen.

      Der Nachbar / das Umfeld? Teils/teils… die haben zumindest schon ständigen Einfluss spürbar, nachvollziehbar für jeden Menschen.
      Man selbst? Ja. Das ist der ganz entscheidende Punkt. In dem Moment, wo ich anfange zu resignieren, oder negativ zu denken oder die Übermacht nachbete, die in den Konzernmedien über die 8 reichsten Menschen immer wieder betont wird; was kommt in den Konzernmedien ganz gewiss niemals vor?

      Die Reportage über die Möglichkeiten mich als einzelner Mensch mit vielen anderen Menschen gemeinsam zum kreativen und lösungsorientierten Denken zusammen zu finden.

      Aber diese Möglichkeiten gibt es. Wir alle, die als Menschen sich den eigenen Fähigkeiten zur gedanklichen Kooperation bewusst sind, sollten es uns als eine moralische und schöpferische Pflicht sehen, vielen anderen Menschen von diesen Möglichkeiten zu erzählen.

      Bekehren oder missionieren wird nicht funktionieren.

      Denn der freie Wille ist frei.

      Und wenn Jemand lieber sich auf die scheinbare Übermacht von 8.500 Menschen oder 8 Menschen fokussiert und konzentriert, dann kaut er gedanklich das wieder, was der Mainstream ihm immer wieder erzählen möchte : „Die haben die Macht. Du als Einzelperson kannst nichts. Du kannst Dich nicht vernetzen. Du kannst nicht denken – du hast keine Gestaltungsmöglichkeiten. Du bist ängstlich durch Terror, Netzüberwachung und Kriege. Wir haben die Macht. Wir die Konzernmedien, wir die 8.500 . Du wirst es nie schaffen.“

      So ähnlich denken hier manche User, die noch Schwierigkeiten haben, sich ihrer eigenen Möglichkeiten bewusst zu werden. Denn wenn die immer wieder den Gedanken der Macht nur bei den Reichen äußern- wer bleibt dabei immer unerwähnt? Der eigene, gedanklich Schöpfungsprozess, selbst diese Glaubenssätze zu reproduzieren ( von den Konzernmedien) und die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, die nach Lösungen aus dem weltweiten Ungleichgewicht suchen.

      Also: bei allem, was gesagt , geschrieben oder medial verbreitet wird, sich immer fragen : welche Macht habe ich dabei ? Und werde ich auch in den Medien erwähnt, oder komme ich vielleicht bewusst nicht vor, um noch auf den „dummen“ Gedanken zu kommen, ich könnte mit vielen anderen Menschen großes schaffen können?

      Das wollte ich noch ergänzt haben.

      Lieben Gruß Ihnen.

  21. „Es war einmal…“ (Teil 2)
    Am Ende dieser großen Krise des Jahres 1974 stand der Mondragón-Verbund besser da als zuvor: Er hatte die Produktpalette verbreitert, seine Firmen expandierten – auch dank des europäischen Binnenmarkts, zu dem Spaniens Firmen nach dem EU-Beitritt 1986 Zugang bekamen, und der Globalisierung, die damals einsetzte. Heute stellen die mehr als hundert Kooperativen Hunderte Produkte her: Automatisierungsanlagen, Kran- und Liftsysteme, medizinische Apparate, Werkzeugmaschinen, Omnibusse, Windkraft- räder. Sie sind im Bausektor aktiv: Pavillons auf der Expo`92 in Sevilla, Sporthallen der Olympiastadt Barcelona und die Dachkonstruktion des Guggenheim-Museums in Bilbao wurden von Mondragón-Mitgliedern gefertigt. Sie sind in der Landwirtschaft tätig, im Dienstleistungssektor (Unternehmensberatung, Telekommunikation, Logistik) und im Handel; in der Supermarktkette Eroski mit ihren Megamärkten, Parfümerien, Sportgeschäften und Reisebüros. Zudem gilt Laboral Kutxa mit ihrem landesweiten Netz von beinahe 340 Filialen als eine der solventesten Banken Spaniens. Die fünfzehn Technologiezentren des Mondragón-Verbundes haben international einen guten Ruf. Und in den vier Fakultäten des Mondragón-Bildungssystems werden 4.750 Studierende unterrichtet.

    Während in renditeorientierten Firmen die Kapitalvermehrung der alleinige Zweck ist und die Arbeitskraft nur als Mittel eingesetzt wird, um dieses Ziel zu erreichen, steht in diesem Konzept hingegen der Mensch (Ken Jebsen bitte aufgemerkt!), seine Familie und deine soziale Umgebung im Mittelpunkt, das Kapital ist nur ein Instrument.
    Was ist das Erfolgsgeheimnis? Die Unternehmen des Verbundes kooperieren sehr eng, sie beraten sich gegenseitig, sie investieren viel in die Weiterbildung der Beschäftigten, sie achten darauf, dass ihre Banken und Versicherungen solide und stark sind. Und nicht zuletzt macht das Prinzip der Selbstverwaltung einen Teil des Erfolges aus: In jeder Kooperative geben die Mitglieder, derzeit im Durchschnitt 81 Prozent der Beschäftigten, den Ton an. Sie entscheiden auf den regelmäßigen Vollversammlungen über Investitionen, die Verwendung der Profite – ein Teil geht an die Zentrale und ein weiterer an die Bildungseinrichtungen –, die Besetzung des Managements, und sie wählen die Delegierten für die Generalversammlung des Mondragón-Verbunds.

    Natürlich gibt es Probleme. Denn die Kooperativen haben innerhalb des privatkapitalistischen Markts zu funktionieren, sind damit auch den Zwängen unterworfen, die dieser schafft. Fagor Arrasate zum Beispiel hängt zu fast hundert Prozent vom Export und der Automobilindustrie ab: »Wir folgen notgedrungenermaßen den Global Players«, erläutert Baltasar Pérez Sanz, leitender Ingenieur in der Genossenschaft. »Wenn Toyota oder General Motors ein Werk in Brasilien oder Mexiko aufbauen, verlangen die dortigen Behörden oft, dass sich auch große Zulieferer wie wir dort niederlassen.« Das erklärt, warum der Mondragón-Verbund in zahlreichen Ländern Tochterfirmen hat (auch in Deutschland),und warum er auch ständig Unternehmen dazukauft: ein Zwang des Marktes zur ständigen Expansion, um mithalten zu können. Allerdings werden diese Tochterfirmen meist nicht als Genossenschaften betrieben: »Wir sind zwar bemüht, die dort Beschäftigten ebenfalls zu Eigentümern zu machen, aber das gelingt selten«, sagt Sanz. Warum? Weil sich der Genossenschaftsgedanke nicht einfach in andere Kulturen übertragen lässt. Weil in manchen Staaten (wie China) Produktionsgenossen- schaften nicht zugelassen sind. Weil viele Arbeiter und Angestellte die Eigenverantwortung erst einmal scheuen, die ihnen das Genossenschaftskonzept abverlangt. Oder: Weil die Belegschaften die Beteiligungskosten nicht tragen wollen oder können. Denn: Alle Genossenschaftsmitglieder müssen als einmaligen Beitrag 15.000 Euro in das Genossenschaftsunternehmen einzahlen, ein Jahresgehalt der untersten Lohngruppe. Geringverdiener müssen diese Summe nicht auf einmal einzahlen; sie haben die Möglichkeit, sich mit einem zinsgünstigen Kredit unterstützen zu lassen. Schlechter gestellt sind die Beschäftigten in den Auslandstöchtern aber deswegen nicht. Selbst in China, wo Fagor Arrasate auch ein Werk unterhält, verdienen IngenieurInnen so viel wie bei Mondragón selbst, sagt Sanz: rund 2.000 Euro netto im Monat.

    • Duhuu, tediefidel [liebguck,ganznaiv] ;o)
      erlaubst Du mir auch mal ne ganz blöde Frage? Das hier habe ich nicht verstanden:

      »Wenn Toyota oder General Motors ein Werk in Brasilien oder Mexiko aufbauen, verlangen die dortigen Behörden oft, dass sich auch große Zulieferer wie wir dort niederlassen.«

      Öhm – ja und?
      Hatte man da Sorge, dass die Lobbyisten da ganz, ganz traurig werden, wenn man da nicht mitmacht?
      Wieso „muss“ man da gleich mit nach Mexiko gehen? Ist zwar die richtige Sprache, aber dann doch irgendwie der falsche Kontinent..
      „Export“-abhängig und dann „notgedrungen“ die Produktion ins Ausland verlagern [wirrguck]
      Wenn man sich an diesem falschen Spiel erstmal beteiligt hat, darf man sich nicht beschweren, dass man auch mal gefoult wird.
      LG
      waldbaer

      P.S. – Ja, ich finde es auch schade, dass die im Video zu sehenden Personen sich nicht einer Diskussion stellen. Das ist ja hier nicht facebook mit 3000 Kommentaren, davon 99% Quark, sondern grad mal 22 berechtigte Fragen/Stellungnahmen. Wäre schon nett, wenn..

  22. Erste Warnung!
    Ich warne das verehrte KenFM-Publikum davor, dass sich hier jemand erdreisten wird, sich einen dreiteiligen „Wolf zu schreiben“, um eine leicht resigniert klingende Feststellung des sonst sehr überzeugend argumentierenden Prof. Bontrup doch etwas zu relativieren. (Dabei ist die Hoffnung allerdings eher gering, darauf vertrauen zu können, dass die beiden hochkarätigen Teilnehmer des Gesprächs nach Fertigstellung und Ablieferung ihres Produkts sich noch die Zeit nehmen oder die Mühe machen, sich über die Kommentare dritter zu beugen.)

    Zweite Warnung!!
    Das „sozial-ökonomische Märchen in drei Teilen“, das ich hier zum Besten geben werde, zeigt nämlich – unverschämter Weise nehme ich die „Moral von der Geschicht'“ schon vorweg -, dass Bontrups Grenze zwischen dem Chemiker, der es so leicht hat, eine von ihm in der Mensa aufgestellte Theorie gleich im Labor im Gebäude auf der gegenüber liegenden Straße auf ihre Gültigkeit hin praktisch zu überprüfen, und dem sozial orientierten Ökonomen, der eine entsprechende ökonomische Theorie mitten in der Gesellschaft, mitten in seiner Gemeinde und in seinem sozialen Umfeld, auf ihre Durchführbarkeit, ihre Akzeptanz und Erweiterbarkeit – unter Krisenbedingungen – untersuchen will, nicht so absolut zu ziehen ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

    Dritte Warnung!!!
    „Es war einmal…“ (Teil 1)
    In Mondragón, einer kleinen Stadt im baskischen Hügelland, vierzig Kilometer südöstlich von Bilbao, hat der weltweit größte Verbund von Industriekooperativen seinen Sitz: die Mondragón Corporación Cooperativa mit ihren 101 Genossenschaften und einem Jahresumsatz von 12,1 Milliarden Euro. Alles begann mit einem sozialistisch-katholischen Priester im Spanischen Bürgerkrieg, der seinen Ort zum praktischen Experimentierfeld einer von Marx und der katholischen Soziallehre inspirierten Theorie machte.
    1956 gründeten – unter seiner Anleitung – fünf Arbeiter, die er ausgebildet hatte, die Kooperative Ulgor, die Jahre danach in Fagor Electrodomésticos (Haushaltsgeräte) umbenannt wurde. Sie stellten zuerst Öfen, Lampen und Kochtöpfe her, erweiterten die Produktpalette bald um Kühlschränke und Waschmaschinen; später kamen Spülmaschinen und Geräte für die Gastronomie dazu. Sie waren mit ihrer Selbstverwaltung so erfolgreich, dass in den nächsten Jahren weitere Genossenschaften entstanden: eine Konsumgenossenschaft (heute Eroski), eine Kooperative für Investitionsgüter (Fagor Arrasate), 1958 die Sozialversicherung Lagun Aro, 1959 die Genossenschaftsbank Caja Laboral Popular, heute Laboral Kutxa.
    Nur wenn das Wissen allen verfügbar, wenn es sozialisiert ist, kann die Macht demokratisch sein, hatte Arizmendiarrieta gepredigt. Und: Nur kooperatives Wirtschaften könne den Wohlstand der Gesellschaft mehren.
    Das, was als Experiment begann, entwickelte sich mit atemraubender Geschwindigkeit. Bereits sieben Jahre nach der Gründung von Ulgor, also Anfang der 1960er-Jahre, waren rund um Mondragón und in den benachbarten Provinzen mehr als zwanzig Kooperativen entstanden. Die Escuela Profesional Politécnica zählte rund tausend Studierende. Die Caja Laboral hatte gerade die 24. Filiale eröffnet. Der Umsatz überschritt erstmals die Grenze von 2,5 Milliarden Peseten (umgerechnet 15 Millionen Euro).
    Und es ging weiter aufwärts – bis zur Wirtschaftskrise Mitte der 1970er-Jahre. Sie gab der baskischen Schwerindustrie, Stahlwerken und Werften, den Rest; bereits zuvor waren diese Unternehmen angeschlagen gewesen. Auch aus dem großen Mondragon-Verbund überlebte eine Genossenschaft diesen Prozess der Deindustrialisierung nicht. Die Kooperativenmitglieder, die davon betroffen waren, hatten jedoch trotzdem weiter Arbeit. Der Grund: Sie wurden mit Maßnahmen gerettet, die heute noch in Krisenzeiten angewandt werden. GenossenschafterInnen eines angeschlagenen Mondragón-Unternehmens können vorübergehend oder dauerhaft in eine der anderen Kooperativen wechseln. Sie erhalten zudem finanzielle Unterstützung aus dem Sozialfonds Lagun Aro; er sichert Beschäftigten der Kooperativen sozialversicherungsrechtlich ab. Und die genossenschaftseigene Bank investiert gezielt in neue Produkte und Unternehmen, um wieder neue Arbeitsplätze zu schaffen.

  23. OK.
    Wenn Gewerkschaften schon so schwach sind um etwas zu bewegen, könnten sie aber den Lohnabhängigen erklären, für was diese in BRD 40 Std die Woche für einen um 31% zu geringen Lohn arbeiten gehen – im Verhältnis zur übrigen Eurozone.
    Für fiktive Target 2 Salden bei der ECB nämlich wird 40 Std/Wo gearbeitet, wobei die deutsche BuBa Forderungen gegenüber den Eurozonen-Ländern in Höhe von zzt. 860 Milliarden Euro haben.
    Man stelle sich vor, Italia steigt aus dem Eurosystem aus.
    Dann kann die BuBa ihre sogenannten Target 2 – Forderungen abschreiben. Und gleichzeitig würde der Anteil der Haftung an der ECB für BRD von heute 27,15% auf 43,34% steigen, denn der italienische ECB-Haftungsanteil von 17,91% würde auf alle verbliebenen Euro-Länder neu aufgeteilt werden. Das ist natürlich ein schreckliches Szenario, doch wenn niemand bereit ist das Eurosystem weiter zu entwickeln und kein gemeinschaftliches Wirtschaften in der Eurozone ermöglicht wird, wird es so kommen.
    Lass mich raten wer dann im deutschen Bundestag sitzen wird, wenn alle hier wieder denken, die anderen sind faul und schulden uns was.
    Das starre Eurosystem wäre doch ein Hebel für Gewerkschaften in D, eine gemeinsame europäische Basis im Kampf für Arbeitszeit-Verkürzung bei vollem Lohnausgleich in D hinzukommen. Denn in D sind Löhne und Waren gem. Prof. Flassbeck um ca. 31% zu niedrig – im Vergleich zur Eurozone.
    Also bräuchten Lohnabhängige statt 40 Std. nur noch 28 Std./Wo bei vollem Lohnausgleich arbeiten, damit es ein Ausgleich im Eurosytem gäbe und man nicht für fiktive Forderungen auf Target-2 Konten seine Lebensarbeitszeit verschwendet.
    Wäre das nicht ein Bildungsauftrag der Gewerkschaften an die Lohnabhängigen im Hamsterrad?
    Und der kostet nix und sorgt für klaren Durchblick im DBT.

  24. Das diese Idee so wenig angenommen wurde empfinde ich als soziales Armutszeugnis der Politikerkaste. Einzelne kleinere Unternehmen haben es übrigens ja doch umgesetzt und es funktioniert. Völlig berechtigte Blosstellung der SPD .So eine Partei sollte eigentlich durch 5% Klausel vermieden werden. Was ist nur in das Wahlvolk gefahren ??

  25. Sehr hervoragendes Gespräch.
    Ehrlich der Wahrheit verpflichtet die Sachlage so offen brutal dargelegt; mit viel Sarkasmus. Die Beispiele sind logisch sowie schlüssig nachvollziehbar veranschaulicht.

    Was ich aber nicht verstehen kann, ist die Aussage auf die Frage warum kein Generalstreik gewagt wird, das dies nicht geht.
    Wovor hat Heinz-Josef Bontrup so große Angst, dass er all seine Offenlegungen dann am Schluss damit widerlegt?
    Er stellt die Falschheit sowie die Brutalität des bestehenden System fest, sieht darin den Ausgang in der größten Katastrophe endend, wenn das so weiter läuft.
    Auch die Macht- sowie Interessensfrage wurde angesprochen, aber warum sollte diese Macht sowie Interessen des Prekariats nicht zugesprochen werden indem sie widerstand leisten?
    Er beneidet seine Kollegen aus der Naturwissenschaft die ihre Thesen durch praktische Experimente versuchen zu belegen, aber selbst wenn es darum geht seine These mit höchstem Druck in der Praxis umzusetzen, da nimmt der das Eisen aus dem Feuer.
    Die Frage die ich hiermit stelle: wollen Sie die Definition von Wahnsinn belegen? Immer wieder „einen Wolf schreiben und den Mund fusselig reden“ und stets ein anderes Ergebenis erwarten?
    Oder ahmen Sie die Gesinnung der Politik nach? Schlüssige Argumente liefern, aber wenn es dann an die Praxis gehen soll, dann doch lieber nicht.

  26. “ Wirtschaftswissenschaft ist, anders als Physik oder Chemie, keine Naturwissenschaft. Der untersuchte Gegenstand, der Markt, wurde von Menschen gemacht, kennt keine festen Regeln, sondern gehorcht eher einer Ideologie. “

    Ob Ökonomie eine Wissenschaft ist, kann man bezweifelen.
    Es geht über menschliches Benehmen, unbegrenzte Bedürfnisse, begrenzte Mittel.
    Das benehmen gehorcht keine Ideologie, Menschen sind interessiert in sich selbst.
    Eine Beurteilung ob etwas Wissenschaft ist ist prophezeien können.
    1997 prophezeiten 70 Niederländische Wirtschaftler das der Euro nicht funktionieren kann.
    Die Arbeitslosigkeiten in südliche Länder bestätigen das, bis zu 50% Jugend Arbeitslosigkeit.
    Das Deutschland das einzige Land ist was Vorteil hat von der Euro, das wissen Wirtschaftler.
    Wie Varoufakis sagt ‚Merkel macht die Euro Krise permanent, um Brussel zu beherrschen, damit Berlin der wirkliche Haupstadt Europa’s ist‘.

    • Wenn Berlin die Wirtschaftssanktionen gegen u.A. Russland mitmacht, dann ist Washington die Hauptstadt der EU.
      Das fürchte ich. Jenes Imperium kennt nur Krieg.

    • Seit einigen Jahren besteht täglich ein Flug von Brussel nach Washington v.v.
      Seit vielen Jahren hat AIPAC ein Bureau in Brussel.
      Wenn Soros Ungarische Gesetze nich gefallen besucht er am folgenden Tag Juncker und Tusk, ein Tag später bedroht Timmermans die Ungarische Regierung.
      Deep State versucht nicht nur wegen NATO Trump das Regieren unmöglich zu machen, Deep State fürchtet auch das das Europäische Experiment misslingt.
      Das Experiment was zum Ziel hat die Europäische Länder und Kulturen zu vernichten.

  27. Guter Mann, gute Sendung, dankeschön !

    Aber zwei Themen möchte ich mal kritisieren, weil sie meines Erachtens unsauber rüberkamen:

    1. Thema Steuererhöhung im vorletztern Wahlkampf: „Der deutsche Michel will das nicht!“

    Und woher kommt das denn bitte ?
    Die deutsche Bevölkerung wurde damals in großem Stil in Panik versetzt von den Konzernmedien, die die ganze Idee in einer großen Kampagne zerfetzt haben. Jeder noch so geringfügig Beschäftigte hatte danach Angst, die Steuererhöhung würde ihn/sie selbst treffen.
    Und die Parteien – insbesondere die Grünen – haben sich, anstatt massiv mit Argumenten dagegen zu halten, in ihre Keller verkrochen und rumgejammert. (Buhuuu, die schreiben uns unsere Wirtschaftskompetenz auf ewig kaputt ! *Schnüff*)

    2. Mal versucht, korrupte (gibts überhaupt andere?) Gewerkschafter „vor sich her zu treiben“ oder sie auf ihre gesellschaftliche Relevanz als Entscheider aufmerksam gemacht ?
    Selbst bei Betrieben mit hohem Organisationsgrad wird man mit solchen Sprüchen als naiver Trottel öffentlich gebranntmarkt, verbal gesteinigt und fast vom Betriebsgelände gejagt.

  28. Endlich ein weiteres, erfreuliches Gespräch, was gegen Ende immer mehr Perspektiven offenbahrt hat.

    Fiskal-Geldpolitik usw. – will ich garnicht alles wiederholen.

    Gut, dass Herr Jebsen auch noch mal zur Mobilisierung der Bevölkerung nachgefragt hat.

    Gegen etwa 140 min 0s kommt die Frage nach einem Teststaat, wie das so aussehen könnte, also mit weniger Arbeit bei vollem Lohnausgleich.

    Ich weiß nicht genau, ob die Gewinnspanne da voller Lohnausgleich war, oder eher ein Steuertrick, aber Facebook hat sowas schon in Great Britain gemacht:

    Die Facebook-Mitarbeiter in Großbritannien können sich über einen großzügigen Bonus freuen. Jeder von ihnen erhält in Raten eine knappe Million Euro. Diese Geste ist allerdings ein Steuertrick.

    acebook will seinen Mitarbeitern in Großbritannien einen gewaltigen Bonus ausschütten. Insgesamt sollen umgerechnet 361 Millionen Euro an die britischen Angestellten ausgezahlt werden, berichtet die Sonntagszeitung „Sunday Times“. Dadurch will die Firma von Mark Zuckerberg den zu versteuernden Gewinn senken.

    Im Schnitt erhalte jeder Mitarbeiter 775.000 britische Pfund, und damit umgerechnet knapp eine Million Euro, heißt es in dem Bericht. Die Angestellten werden jedoch nicht auf einen Schlag zu Euro-Millionären. Die Zuschläge sollen in Raten bis Ende 2018 überwiesen werden.

    Die großzügige Auszahlung ist jedoch weniger als wohltätige Geste zugunsten der Mitarbeiter zu verstehen, sondern vielmehr als Mittel um Steuern zu sparen. Bisher versteuerte Facebook seine Einnahmen aus dem britischen Werbegeschäft in Irland, wo das europäische Hauptquartier des Konzerns angesiedelt ist. Dort muss Facebook lediglich 12,5 Prozent Körperschaftssteuer auf seine Firmeneinnahmen bezahlen.

    Quelle:
    https://www.welt.de/wirtschaft/article153335036/Facebook-zahlt-lieber-Millionen-Boni-statt-Steuern.html

    Also vielleicht hat Facebook da 1% oder mehr an Umsatz gemacht, dass da so günstige materielle Beteiligung erfolgt.

    Ansonsten, was die Themen Politik stärker konfrontieren betrifft, hatte ich meinen Vorschlag ja schon unterbreitet.

    https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=85m37s

    Inhaltlich nochmal zum Lesen auch:

    1. eine Website.
    2. 299 Kamerateams ( für jeden Direktkandidaten / Wahlkreis ein Team) in Gesamtdeutschland
    3. Berichterstattung über kommende Gesetze – und regelmäßige Interviews des gewählten Politikers ( denn der ist den Bürgern verpflichtet – also warum sollte das verboten sein, diesen regelmäßig zu Gesetzen zu befragen)
    4. Jedes Kamerateam ist in Kontakt mit den jeweiligen Ortsverbänden der Parteien vor Ort: so besteht immer ein Draht zum jeweiligen Politiker.
    5. Es bräuchte auch vor Ort so eine Friedensverein oder ähnliches, der mit 20 oder 50 Menschen oder so regelmäßig vor Ort der Parteizentrale auftaucht, um ein Gespräch zu suchen, sobald der Politiker gegen den Willen des Wahlkreises entschieden hat.
    6. Sämtliche Interviews werden zu den jeweiligen Politikern und Gesetzen gefilmt, hochgeladen und auf der Website veröffentlicht – das hat den Vorteil, dass später ein Nutzer sich über ganz Deutschland ( alle Wahlkreise) informieren kann; anhand der Videos.
    7.Es hat noch einen weiteren Vorteil: Politiker lieben oft die Medien – und durch regelmäßige Interviews werden diese an Popularität gewinnen können, sich Ihrer Verpflichtungen gegenüber den Wählern bewusst werden können – oder eben ziemlich schnell ins Abseits geraten, wenn Sie regelmäßig Ihre Entscheidungen gegen die Wähler ihres Wahlkreises treffen.

    8. Und wie ein Politiker bei Gesetzen entschieden hat, sollte auch transparent sein für den Wählerkreis – denn er repräsentiert ja den Willen der Wähler vor Ort.

    Im Grunde ist das alles machbar.
    Und weil es regional aufgeteilt ist, braucht es regional nur maximal 1-2 für ein Kamerateam – 1-2 Leute, die regelmäßig vor Ort dann die kommenden Gesetzesbeschlüsse prüfen und ggf. Kontakte zur Friedensbewegung / anderen Organisationen vor Ort herstellen, falls ein Politiker sich anders entscheidet.

    Eine WordPress-Seite, ist glaube ich, im Unterhalt nicht sehr teuer.

    Ich werde die Idee der Spezifizierung aber in Kürze auch der Seite abgeordnetenwatch unterbreiten. Die haben zumindest ein Grundgerüst. Nur die Dynamik und die Kamerateams fehlen.

    Und jetzt nochmal zum dem Grundsätzlichen: Da stimme ich Herrn Jebsen und Herrn Prof. Bontrup auch zu, dass es sicher auch viel Unwissenheit gibt, aber gleichzeitig eben auch viele Menschen sich getrennt fühlen und ohnmächtig fühlen.

    Dieses Gefühl wurde medial ja auch jahrzehntelang vorgepredigt. Das die Politiker Repräsentanten sind , dass sie die Meinung der Wähler umsetzen etc.

    Kontrollinstanzen ausserhalb dieser 4 Jahres-Wahlurnen-Geschichte? Fehlanzeige.

    Aber die braucht es.

    Ich habe bereits auch im ersten Teil des Telefonates da schon einen Lösungsansatz für die Bewusstwerdung und die inneren Ressourcen formuliert, die jeder Mensch hat – wenn er sich dessen bewusst wird, nämlich:

    Wir sind alle miteinander in dynamischen Wechselwirkungsprozessen der Kommunikation.

    Im Prinzip völlig logisch – nur: wer sagt einem das?

    Kein Buch, Kein Buddha, Keine Presse – jedenfalls nicht auf die Weise, dass die Menschen dies verstehen und merken : „hey..das stimmt ja – ich habe doch mehr Einfluss, als gedacht.“

    Daher nochmal der erste Teil des Telefonats, mit dem Bewusstwerden:

    https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=77m17s

    Dort habe ich ein Schaubild und auch Hans-Peter-Dürr zitiert, der ja selbst sagt, dass die Utopie ist, dass die Zukunft noch nicht existiert, sondern von uns allen jedesmal aufs Neue wieder neu geschaffen wird.

    Dieses Wissen hatte Herr Bontrup und Herr Jebsen, meines Gefühls und Wissens im Gespräch noch nicht gehabt.

    Denn in dem Moment, wo ich mir vorstelle, dass Jemand wirklich im Kern dies versteht, heisst es ja:

    ich nehme durch positive oder negative Aussagen unmittelbaren Einfluss auf meinen Gesprächspartner, mein Umfeld und meiner Zuschauer, sowie deren Kommentare .

    Und wenn ich im Vorfeld eher positive Assoziationen aussende, eher positiven Einfluss – und bei negativen Aussagen eher negativen Einfluss.

    Im Großen und Ganzen ist das Gespräch sehr positiv gewesen und es hat mir Freude gemacht, dies anzuschauen.

    Was ich mit dem Hervorheben der simplen Wahrheit „Wir sind alle miteinander verbunden auf der Welt“ zum Ausdruck bringen möchte:

    Es ist ein wesentlicher Schlüssel , gemeinsam, gemeinschaftlich in die Kraft und die positive Utopie zu gelangen. Und das dies keine Spinnerei ist, belege ich in dem Video anschaulich durch die Folie und den Erläuterungen dazu.

    Aber auch hier ist es automatisch eine Dynamik, die ursächlich richtungsweisend von dem Beitrag „KenFM im Gespräch“ mit einer gewissen Ausgangsstimmung initiiert worden ist.

    Und jeder Kommentar, der darauf nun antwortet, setzt sich in Beziehung zu dem Gesagten.

    Je nachdem, ob Jemand nun konstruktivistisch eher an Utopien und Gemeinschaft glaubt, oder sich eher in Zweifel übt, fallen dann die Glaubenssätze und Antworten aus.

    Ich bin jedenfalls hoffnungsvoll nach diesem Gespräch.

    Es hängt aber, ich möchte das betonen, nicht nur von Ken Jebsen oder Prof. Heinz-Josef-Bontrup ab, ob eine Veränderung geschieht.

    Sondern, was meine Idee mit den Kamerateams angeht, wirklich auch von dem individuellen Motivationsgedanken und der Vorstellung einer gemeinschaftlich-gestaltbaren Zukunft ab. Jeder, der erkennt, dass er mit seinem Kommentar und seinen Gedanken sich und andere motivieren oder demotivieren kann, ist schon einen großen Schritt weiter im Erkenntnisprozess gekommen.

    Jeder, der darüber hinaus nun beginnt, selbst zu überlegen, wie kann er, wie können „wir“ alle gemeinsam etwas zur Lösung der geschilderten Situation beitragen, ist dann auf der Strasse, wo ich unterwegs bin – und wo ich erfreulicherweise auch Herrn Jebsen und Herrn Prof. Bontrup sehe.

    Gemeinsam werden wir es schaffen können.

    Was die Politikprognose angeht, so stimme ich dieser zu, wenn bis dahin kein Aufwachprozess bei mehreren Menschen stattgefunden hat. Denn eine Prognose ist letztlich auch ein Glaubenssatz auf der aktuellen Lage basierend.

    Wenn allerdings mehrere Menschen schon gemeinsam verstehen, dass jeder Mensch täglich relevanten Einfluss auf seine Umgebung ausübt – jeder Mensch – dann kann sich diese Prognose evtl. auch als Unwahrheit herausstellen – und es wäre dann keine Utopie – sondern nur eine Wahrscheinlichkeit, die immer größer wird, je mehr Menschen sich ihres eigenen, schöpferischen Potenzials bewusst werden.

    Liebe Grüße an Ken Jebsen und Prof. Heinz-Josef-Bontrup

    • Videos machen auf lokaler Ebene, Politik transparent machen: Super Idee! :o)
      Aber
      [Sarkasmus]
      Das würde natürlich sofort als Hatespeech gesperrt werden. Da muss man Maas halten. Nur regierungskonforme Videos werden freigeschaltet, Kritik am System wird es nicht geben.
      Petitionen sind nichts weiter als Petitessen, die gleich in der Rundablage landen.
      So lange man nicht out of the box kommt, und die Regeln der Matrix für Naturgesetze hält..
      Politische Systeme sind frei herbeifabulierte Blödsinnigkeiten (derzeit), die man genauso einfach wieder wegfabulieren könnte, und durch etwas sinnvolles ersetzen.
      [/Sarkasmus]

    • Lieber Waldbaer,

      ich verstehe Deinen Kommentar durchaus konstruktiv.

      Klar. Es gibt neben den positiven Ideen und Gedanken auch immer die Gegenseite, die Zweifel an der Veränderung, der gemeinsamen Idee, der Lösungssuche und der Umsetzbarkeit gibt.

      Gerade wenn es kein echtes Dogma ist, wo alle sich nur so und nicht anders verhalten sollen, haben die Menschen ein Problem, welche besonders stark sich nach Führung oder Führern sehnen.

      Durch die Ideen, welche ich regelmäßig erwähnen werde, geht es um was ganz anderes.

      Um das Bewusstsein von jedem einzelnen Menschen.

      Um auf Deinen Kommentar konkret einzugehen.

      Er enthält auch Glaubenssätze:

      Videos machen auf lokaler Ebene, Politik transparent machen: Super Idee! :o)

      Dieser Teil von Deinem Kommentar und Dir unterstützt die Idee der gemeinschaftlichen Lösung.

      Aber
      [Sarkasmus]
      Das würde natürlich sofort als Hatespeech gesperrt werden. Da muss man Maas halten. Nur regierungskonforme Videos werden freigeschaltet, Kritik am System wird es nicht geben.
      Petitionen sind nichts weiter als Petitessen, die gleich in der Rundablage landen.
      So lange man nicht out of the box kommt, und die Regeln der Matrix für Naturgesetze hält..
      Politische Systeme sind frei herbeifabulierte Blödsinnigkeiten (derzeit), die man genauso einfach wieder wegfabulieren könnte, und durch etwas sinnvolles ersetzen.
      [/Sarkasmus]

      Und dieser viel längerer und viel ausführlicherer Teil, der auch zu lesen ist, selbst wenn es Sarkasmus ist, führt davon weg. Von dem gemeinsamen Lösungsgedanken.

      Das zeigt mir, selbst wenn es ja durch die Klammern „Sarkasmus“ gekennzeichnet ist, dass die meisten Menschen vermutlich so stark die abgrenzenden Gedanken wiederholen können, als die positiven, gemeinsamen Gedanken.

      Ich probiere mich zum Beispiel immer mehr auf die positiven Lösungsgedanken zu fokussieren. Das habe ich auch in dem Interview gemacht, welches ich verlinkt habe.

      Da hat der Micha von Kulturstudio zwar wieder erzählt, wie Frau Merkel dann bejubelt wurde; und ich hätte sicher auch ganz viel dazu sagen können, wie unkritisch so eine reine Bejubelung letztlich ist.

      Aber: ich fokussiere auf die Lösungen – es macht wirklich einen Unterschied.

      Und es macht schon einen Unterschied, ob ich nur reine positive Gedanken in einem Gespräch „KenFM im Gespräch“ äußere, oder als Kommentar schreibe.

      Wenn ich in einem Gespräch „KenFM im Gespräch“ viel negatives als Gesprächsgast erzähle – was mache ich dann?

      Die Zuschauer werden in vielen Fällen dem Gesprächsgast versuchen zu folgen; erzählt dieser aber viel negatives, fühlen sie seinen Gedanken nach und empfinden auch negatives.

      Dasselbe gilt für die Lösungsansätze am Schluß.

      Und auch für Deinen Kommentar, waldbaer.

      In dem Moment, wo Du auch „Sarkasmus“ ausführlich begründest, gibt es einen Teil in Dir, der Widerstand äußern möchte, selbst wenn dieser humorvoll ist.

      Und ich möchte einfach nochmal daran erinnern, was ich 3 Beiträge weiter oben geschrieben habe:

      Wenn allerdings mehrere Menschen schon gemeinsam verstehen, dass jeder Mensch täglich relevanten Einfluss auf seine Umgebung ausübt – jeder Mensch – dann kann sich diese Prognose evtl. auch als Unwahrheit herausstellen – und es wäre dann keine Utopie – sondern nur eine Wahrscheinlichkeit, die immer größer wird, je mehr Menschen sich ihres eigenen, schöpferischen Potenzials bewusst werden.

      Und das möchte ich bei möglichst vielen Menschen ermöglichen. Das jeder Mensch erkennt, dass es nicht unwichtig oder irrelevant ist, was er postet und wie er was postet oder auch als Gesprächsgast sich äußert.

      Das ist alles Teil der Bewusstwerdung. Wenn ich verstehe, dass ich ständig unmittelbar auf mein Umfeld einwirke- positiv oder negativ –

      dann stellt sich die Frage:

      was ist denn besser?

      Stundenlang Kritik über etwas äußern, sich abgrenzen und sagen :“ja…es ist aber so und so…“ – oder die positiven Momente fokussieren und den Gedanken ausarbeiten, wo jeder Mensch gemeinsam zu einer größeren und besseren Lösung für alle Menschen auf der Welt beitragen kann?

      Deswegen: die Kritik wird so oder so immer kommen – die brauchst Du nicht extra als Sarkasmus formulieren.

      Denn ausgeschriebene Worte haben auch schon eine Wirkung.

      Ich komme zur Verdeutlichung davon mit einem Zitat von Christian Morgenstern:

      Worte decken sachte
      viele Dinge zu
      Manches Wort schon brachte
      manchen Gram zur Ruh.

      Manches Dunkle hellte,
      so ich davon sprach.
      Manch Gedanke schnellte
      Hoch und wurde wach.

      Laute oder leise
      Worte tun auch weh.
      Wunderbare Kreise
      gehn in ihrer Näh.

      Worte sind wie Wesen
      die in deiner Macht.
      Alle sind erlesen,
      gib auf alle acht.

      Einen lieben an Gruß an Dich, waldbaer.

    • Lieber Andre,
      das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. (Wieder ein Problem des Schreiberspace. Man kann einfach nicht stumm zunicken, man muss irgendwas tippen)
      Liebe Grüße aus dem Taunus – ok, das hätte ich sowieso mit einem freundlichen Lächeln dazu.. ;o)
      waldbaer

    • Hallo InDubioCuiBono-Andre,

      ich kann dir nur zustimmen, dass der Weg der Aufklärung durch Mittel der positiven Psychologie gemeinsam gegangen werden muss. Denn nur dann werden neue Ideen und Möglichkeiten, wie zum Beispiel abgeordnetenwatch.de, KenFM, schnell entstehen.
      „Wir brauchen eine neue Orientierung, um handeln und gestalten zu können, denn wir alle
      besitzen die schöpferische Fähigkeit, Dinge zu verändern. Die sollten wir auch
      gebrauchen. “ Hans-Peter Dürr

    • Hallo Richter,

      ich Danke Dir für Deine Antwort.

      Schön, wenn es immer mehr Menschen verstehen.

      Lieben Gruß Dir

    • aktualisiert:

      abgeordnetenwatch hat die Idee aus nicht näher benanntem Grund abgelehnt.

      Das heisst aber nicht, dass die Idee als solche damit zuende ist. Im Gegenteil. Ich werde weiter für die 299 Kamerateams werben, die unmittelbaren Einfluss auf die Politik nehmen könnten.

    • ich nehme durch positive oder negative Aussagen unmittelbaren Einfluss auf meinen Gesprächspartner, mein Umfeld und meiner Zuschauer, sowie deren Kommentare .
      Und wenn ich im Vorfeld eher positive Assoziationen aussende, eher positiven Einfluss – und bei negativen Aussagen eher negativen Einfluss.
      (…)
      Was ich mit dem Hervorheben der simplen Wahrheit „Wir sind alle miteinander verbunden auf der Welt“ zum Ausdruck bringen möchte:
      Es ist ein wesentlicher Schlüssel , gemeinsam, gemeinschaftlich in die Kraft und die positive Utopie zu gelangen. Und das dies keine Spinnerei ist, belege ich in dem Video anschaulich durch die Folie und den Erläuterungen dazu.
      (…)
      Wenn allerdings mehrere Menschen schon gemeinsam verstehen, dass jeder Mensch täglich relevanten Einfluss auf seine Umgebung ausübt – jeder Mensch – dann kann sich diese Prognose evtl. auch als Unwahrheit herausstellen – und es wäre dann keine Utopie – sondern nur eine Wahrscheinlichkeit, die immer größer wird, je mehr Menschen sich ihres eigenen, schöpferischen Potenzials bewusst werden.

      „Gemeinsam verstehen, dass jeder Mensch täglich relevanten Einfluss auf seine Umgebung ausübt – jeder Mensch “
      Ja, das stimmt wohl so in seiner Allgemeinheit. Aber schon die unbestreitbare Tatsache, dass einige, relativ wenige, über wesentlich mehr Macht, Medien und andere Mittel verfügen, diesen Einfluss bei allzu vielen beherrschende, sie tendenziell entmündigende Geltung zu verschaffen, zeigt, dass die Relevanz des Einflusses etwa so ungleich verteilt ist wie die Vermögen, Einkünfte und Gehälter (round about: 1%/99%).

      Wenn ich jetzt darauf hinweise, habe ich dann „negatives Denken“ verbreitet? Die „positive Utopie“ vielleicht im Ansatz schon verraten? Soll es allen demnächst verboten werden, kritisch-negative Gedanken zu äußern? Sollen wir uns daraufhin selbst zensieren, ob meine Gedanken irgend jemanden vielleicht negativ berühren könnten? Das kannst du nicht gemeint haben, wenn du von dem „schöpferischen Potenzial“ sprichst, dessen sich mehr Menschen bewußt werden sollen. Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Fassung einer positven Utopie der deinen sehr nahe, muß aber gleichzeitig zugeben, dass manche „negative“ Zweifler doch nicht ganz unrecht haben, wenn sie uns glauben nachweisen zu können, dass in der Geschichte „positive Utopien“ allzu oft – manche meinen sogar: immer – auf soziale Katastrophen hinaus gelaufen sind. Manche zählen die bürgerliche französische Revolution 1789 ff. dazu. Ich nicht. Aber ich denke doch, wir sollten hier recht vorsichtig sein, auch wenn das Sprichwort „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“ uns keineswegs davon abhalten sollte, gute Vorsätze zu fassen.

      Es könnte sich aber herausstellen, dass auch destruktive Kräfte notwendiger Teil des „schöpferischen Potenzials“ sind, dessen wir uns bewußt werden. Strukturen, die uns klein und nieder halten, müssen abgebaut oder auch zerstört werden, mit so wenig Gewalt wie möglich – aber unter Umständen eben nicht ganz ohne Gewalt. Wäre das negativ? Der Zweck heiligt nicht grundsätzlich die Mittel. Der negative Zweck schon gar nicht. Und der positive? Er darf negative Mittel auf keinen Fall „heiligen“ – sie per Dogma zu guten umdeuten, nur weil davon ausgegangen wird, dass anders das „Paradies“ nicht erreichbar ist.
      Mittel zum Erreichen eines Ziels sind bis auf Weiteres unverzichtbar. Zu den Mitteln zählt einerseits Wissen und andererseits Verfügung über das schöpferische Potential, mit Wissen, Erfahrung, Gedanken und Gemeinwohl- und Gemeinschaftsorientierung um zu gehen. Wobei der Gemeinschafts- und Gemeinwohlgedanke universalistisch geprägt sein muß und nicht national, rassistisch oder auf andere Weise beschränkt.

      Allzu gern wüßte ich, wen ich wie mit diesen Gedanken beinflusse. Etwa auch mit dem viel zitierten Zitat von Adorno: „Where everything is bad, it’s good to know the worst.“ Was ich jetzt in seinem dialektischen Widerspruch (wo alles schlecht ist, kann es – logisch! – nichts Gutes geben – auch nicht das Wissen um das Schlechteste) für mich so auslege, dass wir das „bloß“ schlechte von dem Schlimmsten zu trennen und dann zunächst das ins Visier zu nehmen hätten. Und das ist? Das System? Die Strukturen? Die Macht? Die Medien? Der Kapitalismus? Die Finanzoligarchie?
      Kann mir da jemand mit seinem schöpferischen Potenzial weiterhelfen? Damit wir gemeinsam weitersuchen?

    • Lieber teddiefidel, viele wichtige Punkte von Dir angemerkt. Ich gehe mal auf ein paar ein:

      Gemeinsam verstehen, dass jeder Mensch täglich relevanten Einfluss auf seine Umgebung ausübt – jeder Mensch “
      Ja, das stimmt wohl so in seiner Allgemeinheit. Aber schon die unbestreitbare Tatsache, dass einige, relativ wenige, über wesentlich mehr Macht, Medien und andere Mittel verfügen, diesen Einfluss bei allzu vielen beherrschende, sie tendenziell entmündigende Geltung zu verschaffen, zeigt, dass die Relevanz des Einflusses etwa so ungleich verteilt ist wie die Vermögen, Einkünfte und Gehälter (round about: 1%/99%).

      Das ist ein Punkt, der sicher auch wichtig ist, im Wahrnehmungsprozess.
      Wenn Sie und ich beide jetzt gerade nicht die finanziellen Mittel haben unsere Gedanken täglich in Zeitungen mit Millionen Auflage oder in Nachrichtensendern über das Fernsehen flimmern zu lassen, ist das schon ein Unterschied gegenüber den Menschen , die mittels Konzernen diese Möglichkeit haben.

      Dennoch ist die Wechselwirkung von Stimmungen dadurch uneingeschränkt vorhanden.

      Da hatte Richter kürzlich dies gut auf dem Punkt gebracht, bei einem Zitat meinerseits und seiner Erklärung dazu:

      Richter sagt:
      3. August 2017 at 08:18

      @ InDubioCuiBono-Andre

      „Aber gerade wenn ich den Erkenntnisprozess durchlaufe, dass ich mit allen Menschen verbunden bin und ständig in wechselseitigen Stimmungen durch eigene Ansichten und andere Stimmungen von Menschen komme, verändere ich zwangsläufig meine Perspektive.“

      Genau hier wird der Trick der Massenpropaganda liegen:
      Es wird stetig gezeigt, dass einzelne Personen (Eliten) stets alles verändern können und man selbst soll ohnmächtig sein. Weiterhin wird einem erklärt, dass es ja einzelne Menschen von unten schaffen, aber nur wenn sie sich „wirklich“ anstrengen.
      Du hast Recht, es ist die Perspektive. Die Bevölkerung sollte erkennen, welche Möglichkeiten sie realistisch haben und wie sie ihre Interessen tatsächlich durchsetzen können.

      Das bringt es auf den Punkt. Es gibt zwar das Macht- und Finanzgefälle, sowohl was Verbreitung der Meinung und finanziellen Einfluss angeht – aber trotz dieses Machtgefälles ist kein Mensch gefangen in der Vorstellung“ ich kann nichts tun – gegen diese finanzielle und werbetechnische Macht – ich bin ohnmächtig – niemand kann etwas tun…etc.“

      Wenn ich jetzt darauf hinweise, habe ich dann „negatives Denken“ verbreitet? Die „positive Utopie“ vielleicht im Ansatz schon verraten? Soll es allen demnächst verboten werden, kritisch-negative Gedanken zu äußern? Sollen wir uns daraufhin selbst zensieren, ob meine Gedanken irgend jemanden vielleicht negativ berühren könnten? Das kannst du nicht gemeint haben, wenn du von dem „schöpferischen Potenzial“ sprichst, dessen sich mehr Menschen bewußt werden sollen.

      Das verstehst Du richtig.

      Negatives Denken wäre : „Wir schaffen das sowieso nicht. Hat alles keinen Sinn. Geschichte wiederholt sich immer. Wir sitzen alle in einem Boot. Geschichte wiederholt sich immer. Du und ich – wir können nichts ändern. Garnichts. Selbst die Ideen von Bundestagsavatar, Petra Plininger, Herrn Bontrup… alles sinnlos – die Macht liegt beim Kapital und bei den Eliten. Hör doch auf damit, teddiefidel an etwas positives zu glauben. Ich bin jetzt über 70 Jahre alt – und ich habe noch keine positive Situation erlebt. “

      Und was dann der Bonus, bei solch negativen Aussagen ist, auch hier teilweise von manchen Usern gern verwendet. „Ach… teddiefidel… was sie schreiben ist Geschwafel… ohne Sinn und Verstand…etc…“

      Also, dass automatisch eine Idee als nicht-diskutabel , nicht möglich, usw. diskreditiert wird und einige Menschen dann noch ohne Argumente, aber mit Diskreditierungsversuchen und ein-Satz-Antworten probieren, schlechte Stimmung und schlechte Gedanken zu verstärken.

      Das einige kritische Hinweise in einem Transformationsprozess zu einer aufgeklärteren und bewussteren Gesellschaft wichtig und nötig sind, dass hast Du vollkommen richtig erkannt – und ich habe Kritik nicht automatisch als „negativ“ gemeint, wenn sie sachlich ist und nicht zwingend eine Idee als Unsinn abstempelt, sondern eine Idee auch als eine Möglichkeit zur Veränderung diskutiert.

      Negativ sind die Ausführungen, die ich selber mit Beispielen ins Feld geführt habe. Und davon gibt es einige Meinungen. Die helfen aber nicht wirklich, sondern helfen den Leuten, die so denken, in ihren persönlichen Gefängnissen der gefühlten geistigen Ohnmacht zu bleiben.

      Und das möchte ich kritisch aufzeigen. Das eben jeder Mensch mehr Einfluss geltend machen kann, als viele Menschen allgemein über sich denken – und auch über andere denken; wenn deren Freundeskreis nicht zufällig aus Milliardären besteht.

      Wahrscheinlich stehe ich mit meiner Fassung einer positven Utopie der deinen sehr nahe, muß aber gleichzeitig zugeben, dass manche „negative“ Zweifler doch nicht ganz unrecht haben, wenn sie uns glauben nachweisen zu können, dass in der Geschichte „positive Utopien“ allzu oft – manche meinen sogar: immer – auf soziale Katastrophen hinaus gelaufen sind.

      Naja. Es gibt in der Geschichte sicherlich eine Reihe von nachweisbaren Versuchen, etwas zu verändern; was auch gescheitert ist.

      Der Unterschied zu dem, was ich z.B. unter dem eigenen Bewusstsein verstehe und beispielsweise viele Gedanken, die dann in ein „Führerbewusstsein“ oder „Allmachtsphantasien“ bei Massenpropaganda geendet sind , ist:

      Jeder Mensch hat ein eigenes Bewusstsein über die Wechselwirkungen zu anderen Menschen; und auch ein Bewusstsein, dass andere Meinungen bei Menschen auch bei mir zu Veränderungen führen können.

      Es heisst nicht , weil ich ein Bewusstsein habe, bin ich automatisch der Meinung, dass meine Meinung richtig ist und Deine, teddiefidel ist automatisch falsch – sondern: ein Bewusstsein heisst (für mich): meine Meinung hat unterschiedlichen Einfluss auf andere Menschen und auch auf Dich – ebenso wie Deine Meinung unterschiedlichen Einfluss auf mich und auf andere Menschen hat.

      Indem wir beide uns bewusst sind, dass wir aufeinander wechselseitige Einflüsse nehmen, aber auch sämtliche Mitleserinner und Mitleser irgendwelche Meinungen und Gefühle über unseren Themenaustausch entwickeln ( egal ob positiv oder rein negativ; beides möglich und denkbar – das Wissen um wechselseitige Stimmungen beim Lesen von Texten ist hierbei wichtig zu verstehen) , verhalten wir uns möglicherweise schon anders.

      Wenn ich mir bewusst mache, dass Gedanken auf allen Seiten bei allen Menschen perspektivisches Sehen erzeugen, da jeder Mensch eine individuelle Sichtweise hat, kann das ein absoluter Mehrwert und Gewinn für alle Menschen werden, wenn sich jeder Mensch dieses Gedankens bewusst wird: das jeder Mensch eine unterschiedliche Sichtweise hat und jeder Mensch jeden anderen Menschen mal mehr oder weniger stark beeinflusst – aber grundsätzlich immer ein gewisser Einfluss stattfindet – auch wenn es vielleicht nicht mal gewollt ist. Es passiert ständig.

      Und im Wissen um wechselseitige, ständige Einflüsse ist meine Grundhaltung : „der Frieden auf der Welt beginnt im friedlichen Diskurs und in der Erkenntnis, dass jeder Schöpfer und Gestalter eigener Gedanken ist, die auf alle Menschen in seinem Umfeld mehr oder weniger starken Einfluss ausüben und sein Umfeld durch seine Stimmungen selbst Teile davon wieder in weitere Umfelder transportiert; abhängig davon wie stark das Umfeld durch seine Gedanken beeinflussbar ist.“

      Manche zählen die bürgerliche französische Revolution 1789 ff. dazu. Ich nicht. Aber ich denke doch, wir sollten hier recht vorsichtig sein, auch wenn das Sprichwort „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert“ uns keineswegs davon abhalten sollte, gute Vorsätze zu fassen.

      Genau das meine ich eben. Gute Vorsätze. Aber nicht Aufruf zur Gewalt. Denn das ist 1789ff gewesen. Blutig. Und das kann keinen Frieden fördern, sondern nochmehr Gewalt. Ich bin grundsätzlich gegen Gewalt und für friedlichen Diskurs.

      Es könnte sich aber herausstellen, dass auch destruktive Kräfte notwendiger Teil des „schöpferischen Potenzials“ sind, dessen wir uns bewußt werden. Strukturen, die uns klein und nieder halten, müssen abgebaut oder auch zerstört werden, mit so wenig Gewalt wie möglich – aber unter Umständen eben nicht ganz ohne Gewalt. Wäre das negativ?

      Die Frage müsstest Du konkretisieren. Ich gebe mal ein Beispiel, was ich darunter verstehe.
      Nehmen wir an, Du meintest z.B. jetzt einen Adolf Hitler, der damals gewütet hat.

      Da ist Gewalt nötig geworden, um diesen aus seiner Macht zu entfernen.

      Was aber wurde im Vorfeld getan, damit dieser an die Macht kam?

      Er sprach viel vom „deutschen Volk“ und dachte automatisch dadurch schon limitiert. Denn wenn ich eine Welt mit Milliarden von Menschen bewohne, wie soll ich dann Expansionsfantasien haben, ohne anderen Menschen etwas wegnehmen zu wollen? Das ist für mich undenkbar.

      Ausserdem gibt es Bücher wie „Hitlers Geld“ , wo deutlich wird, dass andere Länder ein Interesse daran hatten, dass Hitler so handeln konnte, wie er gehandelt hat.

      Und : jetzt kommt der große Knackpunkt bei sowas: Die meisten Menschen sind damals sich nicht der Fähigkeit bewusst gewesen, dass sie ständig Einfluss auf andere Menschen nehmen – das ist so wichtig, dieser Kerngedanke, dass jeder Mensch ständig und wechselseitig Einfluss nimmt.

      Hätten die Menschen dies gewusst und wären sich dessen bewusst gewesen und der Tatsache, dass auch andere Menschen genauso diese Macht haben, täglich wechselseitigen Einfluss zu nehmen; dann könnte diese Erkenntnis dazu geführt haben, dass jeder Mensch sich im Bewusstsein mit anderen auf der Welt täglich Einfluss zu nehmen, überlegt: „Wie können wir alle gemeinsam eine Idee formulieren, die allen Menschen zu einer besseren Zukunft und einem besseren Leben beiträgt?“ – und wenn so eine Frage gestellt wird, heisst es nicht: „ja.. ach.. für ein besseres Leben, da sollen die in Afrika ruhig täglich verhungern; hauptsache ich habe meine Villa. Meine Milliarden – und was der Rest macht, mir doch egal…“ – genau so ein Denken wird vermieden, wenn jeder Mensch sich dem täglich wechselseitigen Einfluss bewusst wird,

      denn warum sollte ich dann ( wie schon die Massenmedien) meinen täglichen Einfluss darauf verwenden, Menschen nur in eine Richtung des Profits orientieren, mit dem kleinen Unterschied, dass gedanklich dabei viele Menschen auf der Strecke bleiben müssten?

      Solche Gedanken lassen sich adacta legen, wenn das Bewusstsein bei vielen Menschen ähnlich ist und der Gedanke nach friedlichen Lösungen zu suchen, ebenfalls in den Köpfen von Menschen dominiert.

      Zu den destruktiven Kräften:

      Es könnte sich aber herausstellen, dass auch destruktive Kräfte notwendiger Teil des „schöpferischen Potenzials“ sind, dessen wir uns bewußt werden.

      Also, auch wieder die Frage: wie definierst Du inhaltich destruktiv?

      Ich kann destruktiv Dir auch euphemistisch mit „peace-keeping-operations“ verkaufen. „Die wollen doch alle nur den Frieden – es geht doch niemals um Geopolitik. Und das so oft die Bevölkerungen zuerst gemordet, statt strategisch die Militärbasen angegriffen werden, ist reiner Zufall und keinesfalls Absicht.“

      Das lässt sich auch mit Worten völlig verdreht darstellen, was ich aber meine, mit Destruktiv:

      die Militärbudjets weltweit. Der Krieg weltweit. Der Neoliberalismus. Der Cum-Ex-Skandal. Für mich sind das schon ausreichend destruktive Kräfte. Die können alle als schöpferischer Prozess ausreichend genützt werden, wenn viele Menschen sich friedlich Gedanken machen, wie solche Fehlkonstruktionen aufgelöst werden und wieder allen Menschen zugute kommen – ok- nicht allen Menschen, denn die 8 reichsten Personen, sollten nicht zwingend nochmal deutlich reicher als 3,5 Milliarden Menschen werden. Es geht schon um Veränderung. Aber zugunsten der allermeisten Menschen.

      Das es bisher keine gesunde Entwicklung in der Wirtschaft ist, brauche ich schätzungsweise niemanden hier zu erklären, der sich einigermaßen mit Wirtschafts- und Kriegsindustrien beschäftigt.

      Der Zweck heiligt nicht grundsätzlich die Mittel. Der negative Zweck schon gar nicht. Und der positive? Er darf negative Mittel auf keinen Fall „heiligen“ – sie per Dogma zu guten umdeuten, nur weil davon ausgegangen wird, dass anders das „Paradies“ nicht erreichbar ist.

      Das ist der Punkt. Dogmatismus lehne ich ebenfalls ab.
      Der schließt sich in meiner Vorstellung schon dadurch aus, dass jeder Mensch ständig wechselseitigen Einfluss auf alle Menschen in der Welt nimmt ( wenn die Beeinflussung des persönlichen Umfelds und die Beeinflussung des persönlichen Umfelds auf weitere Umfelder betrachtet wird).

      Und wenn etwas ständig miteinander dynamisch ist, kann kein Dogmatismus vorhanden sein.

      Selbst die Status-Quo-Bewahrer könnten, wenn sie achtsam wären, kaum behaupten, dass jeder Tag stets derselbe wäre. Denn: wie ist das Wetter heute, gestern, vorvorgestern oder morgen?
      Scheint die Sonne immer eine Stunde, 57 Sekunden lang? Geht der Regen überall auf der Welt ständig nur 33 Minuten? Ist der Wechsel zwischen Tag und Nacht immer gleich? Sind die Mondphasen immer dieselben?

      Also da gibt es allein in der Natur ständig so viele Unwegbarkeiten, die ebenfalls auf die Stimmungen und Wahrnehmungen von Menschen Einfluss nehmen, so dass es einem Dogmatismusgedanken spottet.

      Die Welt und die Menschen – jeder in seiner Komplexität – haben so viel mehr Möglichkeiten und friedliches Schöpfungspotenzial, als den meisten bisher noch bewusst ist.

      Dafür wird medial ja auch viel getan und viel Ablenkungen angeboten. Das jeder bloß geistig in seinem Hamsterrad stressig sich getrennt durch Arbeits- , Einkommenssituation und unterschiedlichen Gruppen wie z.B. befreundeten oder befeindeten Fußballvereinen sich empfindet. Letztlich also in Fehlidentitäten begibt.

      Denn letztlich: jeder Mensch ist fähig zu Kooperationen. Das es immer wieder destruktive Prozesse gibt, ist auch ein Tatbestand von Transformation und Natur.

      Aber: was wird denn seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten betont? Eine größtmögliche, friedliche Koexistenz und Fortentwicklung, oder eine kriegerische Ausbeutung vieler Menschen zum Wohle Weniger?

      Und da ich letzteres für bisher vorhanden einordne, fokussiere ich nun viel auf Bewusstwerdungsprozesse und friedliche Diskurse, als auf destruktive Kräfte und Energien – die es zweifelsfrei auch auf der Welt gibt; wofür wir als Menschen aber nicht zwingend Kriege oder Neoliberalismus bräuchten, um Veränderungen und Transformationen zu erleben.

      Ein kaputter Baum greift ja auch keine Baumschule an und zerhackt deren Hölzer, um mehr Freiraum zu haben, oder?
      Menschen greifen aber andere Menschen bisher an, um sich zu bereichern.

      In jedem Fall lieben Gruß an Dich, teddiefidel.
      Hast viele wichtige Gedanken geschrieben, finde ich. Dafür danke ich Dir.

    • ergänzend @ teddiefidel:

      Allzu gern wüßte ich, wen ich wie mit diesen Gedanken beinflusse.

      Da unterscheiden wir uns von der Ansicht her. Denn wenn Du es ganz genau wüsstest, käme kein Diskurs zustande. Du hättest dann ja evtl. den Gedanken:“boah..wenn ich das jetzt so und so schreibe und Herr Müller und Frau Meier sind dann Freunde oder Feinde…“ nehmen wir mal an, dies wüssten viele Menschen, wie Sie Jemanden eher friedlich oder aggressiv bekämen: die Welt wäre deutlich limitierter ; und auch die Fähigkeit sich eine eigene Meinung zu bilden und in Diskurs mit anderen zu treten; wenn ich im Vorfeld ganz genau bemessen könnte, wie jemand steuerbar wäre.

      Google und Facebook und wie die ganzen Datenkraken heissen, üben sich ja darin. Wie Kommentare ausgewertet werden, wie evtl. auch Stimmungen schon im Vorfeld reduziert werden können – auch die Nachrichten arbeiten so durch die Auswahl von Bildmaterial und Berichterstattung – aber es würde alles wenig Einfluss nehmen können, wenn Menschen sich ihres eigenen Schöpfungs- und Gestaltungspotenzials bewusst würden und sich häufiger draussen begegnen würden – denn in der Fußgängerzone steht ja kein Facebook oder Google und spricht mit Dir; es sei denn Jemand hat sein Smartphone dabei und tippt ganz smart in die Tasten, während ihr miteinander sprecht.

      Etwa auch mit dem viel zitierten Zitat von Adorno: „Where everything is bad, it’s good to know the worst.“

      Das geringste Übel wählen, verstehe ich aus dem Zitat. Ich würde es umgekehrt sehen: Von all den positiven Dingen, welches würde den allermeisten Menschen nützen?

      Oder wie die humanistische Friedenspartei formuliert:

      – Nützt es dem Menschen?
      – Nützt es dem Frieden?
      – Nützt es der Natur?

      Und da kommt dann nicht Adorno ins Spiel. Es sei denn, man konzentriert sich auf das Negative und sortiert davon dann das geringste Übel wieder aus – muss man aber nicht so machen, auch wenn ich nicht komplett ausschließen will, dass auch die Betrachtung negativer Prozesse relevant ist – aber ich habe schon jahrzehntelang genug gesehen und gehört – da fokussiere ich echt lieber auf gute und friedliche Ideen. Meine Meinung.

      Was ich jetzt in seinem dialektischen Widerspruch (wo alles schlecht ist, kann es – logisch! – nichts Gutes geben – auch nicht das Wissen um das Schlechteste) für mich so auslege, dass wir das „bloß“ schlechte von dem Schlimmsten zu trennen und dann zunächst das ins Visier zu nehmen hätten. Und das ist? Das System? Die Strukturen? Die Macht? Die Medien? Der Kapitalismus? Die Finanzoligarchie?
      Kann mir da jemand mit seinem schöpferischen Potenzial weiterhelfen? Damit wir gemeinsam weitersuchen?

      Lieber Teddiefidel:

      es gibt ja unterschiedliche Menschen und Interessen. Der Eine ist vielleicht ein toller Handwerker oder Statiker, der eine Mensch kennt sich mit Geld aus, ein dritter Mensch hat Einfluss im Medienbereich und so weiter und so fort.

      Also: es gibt eine Vielzahl von Fachdisziplinen und unterschiedlichen Fokussierungen.

      Wie jetzt das System Politik zum Beispiel besser im Auge behalten werden kann, habe ich bei Kulturstudio erwähnt und erwähne es nochmal hier, um damit zu beginnen:

      2. 299 Kamerateams ( für jeden Direktkandidaten / Wahlkreis ein Team) in Gesamtdeutschland
      3. Berichterstattung über kommende Gesetze – und regelmäßige Interviews des gewählten Politikers ( denn der ist den Bürgern verpflichtet – also warum sollte das verboten sein, diesen regelmäßig zu Gesetzen zu befragen)
      4. Jedes Kamerateam ist in Kontakt mit den jeweiligen Ortsverbänden der Parteien vor Ort: so besteht immer ein Draht zum jeweiligen Politiker.
      5. Es bräuchte auch vor Ort so eine Friedensverein oder ähnliches, der mit 20 oder 50 Menschen oder so regelmäßig vor Ort der Parteizentrale auftaucht, um ein Gespräch zu suchen, sobald der Politiker gegen den Willen des Wahlkreises entschieden hat.
      6. Sämtliche Interviews werden zu den jeweiligen Politikern und Gesetzen gefilmt, hochgeladen und auf der Website veröffentlicht – das hat den Vorteil, dass später ein Nutzer sich über ganz Deutschland ( alle Wahlkreise) informieren kann; anhand der Videos.
      7.Es hat noch einen weiteren Vorteil: Politiker lieben oft die Medien – und durch regelmäßige Interviews werden diese an Popularität gewinnen können, sich Ihrer Verpflichtungen gegenüber den Wählern bewusst werden können – oder eben ziemlich schnell ins Abseits geraten, wenn Sie regelmäßig Ihre Entscheidungen gegen die Wähler ihres Wahlkreises treffen.

      8. Und wie ein Politiker bei Gesetzen entschieden hat, sollte auch transparent sein für den Wählerkreis – denn er repräsentiert ja den Willen der Wähler vor Ort.

      Im Grunde ist das alles machbar.
      Und weil es regional aufgeteilt ist, braucht es regional nur maximal 1-2 für ein Kamerateam – 1-2 Leute, die regelmäßig vor Ort dann die kommenden Gesetzesbeschlüsse prüfen und ggf. Kontakte zur Friedensbewegung / anderen Organisationen vor Ort herstellen, falls ein Politiker sich anders entscheidet.

      Eine WordPress-Seite, ist glaube ich, im Unterhalt nicht sehr teuer.

      Das habe ich hier auch schonmal erzählt: https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=85m37s

      Und es gibt da auch schon alternativ eine Petition von change org, die auch mehr der Politik auf die Finger schauen will:
      https://www.change.org/p/ich-will-abstimmen

      Zum Thema Finanzen: da finde ich die Ideen von Hernn Bontrup gut.

      Zum Thema Medien:

      Studien über Spiegelneuronen haben gezeigt, dass Empathie möglich ist, sobald Jemand sich in die erlebten Momente versetzen kann. Fernsehen arbeitet damit geschickt.

      Kurzes Zitat hierzu:

      „Es ist Fakt, dass diese Zellen existieren, die Frage ist nur: Was machen sie?“, sagt Christian Keysers, um sofort zuzugeben, dass er darauf auch noch keine rechte Antwort weiß. Vieles deutet heute darauf hin, dass Spiegelneuronen dafür sorgen, dass Bewegungsmuster unterschwellig aktiviert werden – die Voraussetzung, um schnell auf andere zu reagieren und mit ihnen zusammenarbeiten zu können. „Achtung, hier kommt eine Information!“, könnte die Botschaft der Zellen lauten.

      Allerdings feuern Spiegelneuronen auch, wenn statt eines Menschen ein Roboter Alltagshandlungen ausführt, etwa ein Glas Wein „trinkt“ oder Suppe löffelt. Das ergab eine Studie, die Keysers im Jahr 2007 gemeinsam mit seinen italienischen Kollegen in Parma durchführte. Erstaunlicherweise zeigten sich im fMRT sogar kaum Unterschiede, ob die Freiwilligen menschliche Akteure oder Blechkameraden beobachteten. Die seltsamen Nervenzellen spiegelten demnach das „Verhalten“ der Maschinen, obwohl sicherlich allen klar war, dass diese mit ihrem Tun nicht wirklich eine Absicht verfolgen. Spätestens hier wird offensichtlich: Spiegelneuronen erzählen nicht die ganze Geschichte vom menschlichen Miteinander.

      https://www.dasgehirn.info/denken/im-kopf-der-anderen/spieglein-spieglein-im-gehirn

      Und dieses Phänomen wird genutzt, um Stimmungen per Gewaltnachrichten oder per Computerspielen zu beeinflussen.

      Hierzu nochmal ausführlich einen Text, den ich schon als Kommentar verfasst hatte:

      ch z.B. glaube daran, dass einerseits viele Menschen über viele Jahre mit zwei wesentlichen Dingen medial konfrontiert worden sind:

      1. mit permanenter Gewalt-Krieg-Terror-Panikmache

      2. mit Werbeblöcken von wenigen Sekunden, die aber tausendfach im Jahr immer wieder ein Mangelbewusstsein erzählen wollen, dass der Mensch dieses oder jenes ganz dringend braucht, um sich wertvoll und besser zu fühlen.

      3. Das Werbung und mediale Berichterstattung immer den Hang zum Individuum betonen, nie gezielt die Gemeinschaft hervorheben.

      4. Das alternative Nachrichten, Friedensfahrten oder Mahnwachen auf allen Wege der Diffamierung und Diskreditierung weitgehend in allen Konzernmedien Gehör finden – nicht aber die positive Aspekt dieser Veranstaltung – auch negative Berichterstattung kann Realität erzeugen.

      5. Das gezielte, flächendeckende Überwachung mittel- und langfristig zur Auffindung von Dissidenten weltweit genutzt wird – nicht aber, um wirkliche Terroristen zu finden. Siehe Bsp. Amri und NSU-Prozess, NSA-Prozess etc.

      Wahrscheinlich käme ich mit etwas Überlegung noch auf 10 Punkte, oder darüber hinaus.

      Aber: mein innerer Glaube erzählt mir etwas ganz anderes.
      Das wir als Menschenfamilie eine Chance haben, dort wieder auszusteigen. Aus sämtlichen Programmen, die per Medien und Nachrichten uns regelmäßig den Kopf zu waschen versuchen.

      Nämlich wenn wir:

      I. Medial Themen der Gemeinschaft alternativ betonen, erzeugen wir mittelfristig neuronale Netze für Gemeinschaft in den Köpfen der Menschen.

      II. Das Thema Bewusstsein in den Menschen begreifbar machen: Jeder Mensch hat Einfluss, jeder Mensch kann gestalten und konstruieren in seinem Kopf, seinen Gedanken – durch Vernetzung und Gemeinschaft mit anderen.

      III. Indem wir vorleben ( jeder auf seine Art), dass ein Diskurs für den Frieden zuerst auf friedliche, gewaltfreie Art geschieht. Das heisst: das wir im Umgang miteinander offen sprechen, aber ohne uns gegenseitig willentlich zu provozieren oder provozieren zu lassen – das ist eine Lernphase, aber Kommunikation wird weder in der Schule noch in den Nachrichten gelernt – dennoch ist friedliche Kommunikation der Weg zum Frieden.

      IV. Indem wir in unsere innere Ruhe kommen. Eine schnelllebige Gesellschaft, die uns in der Werbung und an vielen anderen Stellen stets verkauft oder scheinbar verpflichtend vorgelebt wird, führt in den Stress.
      Eine innere Ruhe führt zu mehr Gelassenheit, Toleranz, Zufriedenheit und Frieden.

      V. Indem wir beginnen uns mit allen Menschen und Lebewesen verbunden zu fühlen, sind wir in der Lage friedlicher zu kommunizieren und bewusster zu agieren. Kann ich Jemandem noch böse oder provozieren, wenn ich weiß, dass er ein Teil der gesamten Welt ist, auf der wir alle sind?

      Vi. Indem wir daran glauben, dass durch friedlichen Diskurs und gemeinschaftliches Denken eine Lösung erschaffen werden kann, die für alle Menschen tragfähiger ist, als für den einzelnen Menschen, der jahrelang über Konzernmedien mit Angst angefüttert wurde.

      Da käme ich vielleicht auch noch auf weitere Punkte.

      Die Gegensätzlichkeiten lassen sich ganz oft feststellen.

      Zum Thema Finanzoligarchie ( ich mach das auch nochmal ausführlich):

      Ich schrieb bereits bei:
      https://kenfm.de/wolf-buentig-menschliche-entfremdung-und-normopathie/

      schon wesentliche Kerngedanken einer neuen Sichtweise.

      Einer Sichtweise, die aus der Ohnmacht vieler Menschen besteht, da ganz viele Medien und leider auch manche Autoren bei KenFM es beherrschen, ein zeitgemäßes Negativbild der Welt um den Zuschauer herum aufzubauen, das gänzlich ohne Lösungsgedanken auskommt.

      Ein Negativbild, was ohne Lösungsgedanken auskommt, bedient das Thema „Empörungsmanagement“. Dieses Stichwort „Empörungsmanagement“ wurde bei Prof. Rainer Mausfeld’s Vortrag „Warum schweigen die Lämmer“ thematisiert.

      Es bedeutet ( sinngemäß): „Die Leute können sich bis zur Verblödung empören – es ändert sich an den Zuständen nichts.“

      Dies trifft auf fast alle Themen zu, die journalistisch irgendwo auftauchen.
      Es wird eine negative Beschreibung der Welt präsentiert, aber kein Journalist ist fähig, oder wagt es, auch mal einen Gedanken der Lösung oder zumindest der Nachfrage einer Lösung zu präsentieren.

      Damit wird letztlich die ganze Systemstruktur Staat ( mit allem was dazu gehört) auch in den meisten Alternativmedien bestätigt.

      Es werden unendlich viele Gespräche , unendlich viele Dokus und was weiß ich alles produziert – aber es fragt nie eine einzige Person danach : „Und was soll ich als Person, als Bürger, als Endkonsument jetzt davon halten? Wie kann ich diese negative Sichtweise in meinem Alltag beeinflussen?“

      Diese Frage stellt sich öffentlich kein Mensch.
      Ich habe in diesem bereits genannten Link zu Normopathie schon erste Gedanken in diese Richtung entwickelt, die eine Lösung darstellen können.

      Und als Ken Jebsen jetzt am 16.06.17 diesen Beitrag veröffentlicht hat, kann ich mir zumindest erhoffen, dass er der erste Journalist und Mensch ist, der beides versteht:

      1) Journalistische Arbeit ( das wissen denke ich die meisten ja gut, da KenFM eine große Reichweite hat)
      2) Aktivismus ( das wissen wahrscheinlich einige Menschen durch die Griechenlandhilfe)
      3) Einsichten zum Thema Verzicht
      4) Verständnis dafür, dass es eine Lösungsmöglichkeit mithilfe einer intelligenten Community in Sachen Endverbraucherprodukte gibt
      5) Journalistische Recherche in Sachen Endverbraucherprodukte und Kriegsindustrie – Drohnenindustrie
      6) Aufruf zum Verzicht recherchierter Endverbraucherprodukte

      Fazit:
      bei einer Community von ca. 100.000 Menschen, die alle ( idealerweise als Beispiel) Artikel von 2 € Einkaufswert ablehnen, fehlt der besagten Firma:

      200.000 € pro Tag
      1.400.000 € pro Woche
      6.000.000 € pro Monat
      72.000.000 € pro Jahr

      wenn es nur ein 2 € Artikel ist, den die recherchierte Firma vertreibt und 100.000 Menschen diesen Kauf über 1 Jahr lang ablehnen.

      Das ist die Macht des Konsumenten, die entfaltet werden kann, wenn es sich um eine intelligente Community handelt. Intelligent wird eine Community dann, wenn sie ähnliche Wertevorstellungen und Ansichten zu bestimmten Themen hat.

      Vereinfacht gesagt: Manche Dinge sollte als Wertevorstellungen von vornherein vielen klar sein; es braucht also nicht erst historisch bei Adam und Eva diskutiert werden, um sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen.

      Zwischenergebnis: Es bräuchte also zunächst innerhalb der Community eine moderierte Wertediskussion über Frieden, Konsum und Verzicht.

      Wenn dabei viele Menschen ähnliche Ansichten und Werte teilen und KenFM als journalistischen Netzwerk exzellente Negativrecherche der Vernetzung von Kriegsindustrie und Endverbraucherprodukten aufzeigen kann, wird ein „Schuh“ daraus, der nicht bloß mediale sondern spürbare Veränderung unmittelbar auf die Firman haben wird.

      Deren Produkte bleiben dann im Laden stehen. Und es kommt eine ganz andere Möglichkeit der Einflussnahme durch die Masse an Menschen zustande, als wenn 100.000 per Demo protestieren, aber letztlich darauf hoffen, dass die Politik 100.000 Menschen wahrnimmt und plötzlich zu gänzlich anderen Verhaltensänderungen in kriegerischen Aktivitäten oder anderen Dingen bereit ist.

      Habe das auch in Kulturstudio Folge 5 etwas ausführlicher genannt( etwas langatmig, aber dafür etwas erläutert):

      https://www.youtube.com/watch?v=MMPz0e1QaEw&t=3m4s

      Mittlerweile denke ich allerdings etwas anders: Eine Demonstration „für etwas“ statt „gegen etwas“ kann auch eine Wirkung haben können, wenn diese medial dokumentiert werden und wiederkehrend sind- aber Demonstrationen nur als einziges Mittel für Veränderung sehe ich nach wie vor nicht.

      Im Grunde lebt und stirbt alles von den Gedanken und vielen Menschen .

      Und wie dieser Gedanke mit dem Bewusstsein funktioniert, hatte ich auch in der aktuellen Folge von Kulturstudio nochmal kurz erwähnt ( 8 min. mit anderem Kommentar)

      https://www.youtube.com/watch?v=PyxQYWkFN30&t=77m17s

      Letztlich werde ich diesen Kommentar immer wieder nun verlinken, da hier viel relevantes drinnen steht.

      Und es liegt eigentlich nur daran, ob viele Menschen sich die Utopie einer friedlichen Welt durch gemeinsam friedlichen Diskurs mit und für viele(n) andere Menschen vorstellen können und wollen.

      Mehr ist es nicht, was es braucht – aber dafür braucht es wirklich erstmal Bewusstsein. Denn Glaube kann Berge versetzen. Und friedlicher Glaube, der nahezu alle Gewalt ablehnt und gegen Waffen ist, kann den Frieden stärken.

      Lieben Gruß

      André

    • Lieber Andre (den Akzent schenke ich mir jetzt mal),

      Deine Antwort bestätigt mich in meiner Annahme, dass unsere positiven Utopien
      wirklich nicht so weit auseinander liegen.
      Deshalb werde ich mir einige deiner Links genauer ansehen und mich später noch
      einmal mit meinen Eindrücken zu Wort melden.
      Eventuell noch vorher zu einigen Passagen speziell dieser deiner Reaktion.

      Also bis bald. Und – das glaube ich vorweg nehmen zu können –
      viel Erfolg in deinem umtriebigen Bemühen,
      vor allem, was deine Initiative um mehr Transparenz von Gesetzesvorhaben
      bzw. die Verstärkung der kommunikativen Bindung von Wählern und Gewählten
      betrifft. Wähler u n d Gewählte hätten sich doch stark zu verändern, um diese
      Chance zu nutzen. Mit den Kameras und Kameraleuten wird es nicht getan sein.
      Zu erwarten wären Interventionen der jeweiligen Parteiführungen. Mit ihrem
      Beharren auf Fraktionsdisziplin, gerade auch bei umstrittenen Gesetzesvorhaben,
      die unverständlich, zu lang und ihre Folgen und Bedeutungen kaschieren.

      Noch einmal: Viel Erfolg und bis dann!
      Michael

    • Lieber Michael,

      ich werde noch einmal etwas von Dir zitieren und vielleicht hier eine Pause machen, da sich ständig die Kernthemen wiederholen ( also überall hier -nicht bloß auf Deine Antwort bezogen):

      Deine Antwort bestätigt mich in meiner Annahme, dass unsere positiven Utopien
      wirklich nicht so weit auseinander liegen.

      Es freut mich zu lesen.

      Deshalb werde ich mir einige deiner Links genauer ansehen und mich später noch
      einmal mit meinen Eindrücken zu Wort melden.
      Eventuell noch vorher zu einigen Passagen speziell dieser deiner Reaktion.

      Es geht immer um den Bewusstwerdungsprozess. Der im Kleinen bei jedem Menschen stattfinden kann, mit der Konsequenz, dass alle Welt davon durch Interaktion wechselseitig betroffen ist. Um mehr geht es nicht.

      Aber vielleicht dringt dieses Verständnis nach und nach zu den Menschen durch, wenn diese beginnen Vorteile in Deutschland mal in Bezug auf globale Auswirkungen zu durchdenken. Wertemuster zu überdenken. Die Tagesdosis leistet da oft hervorragende Abeit, was dies angeht.

      viel Erfolg in deinem umtriebigen Bemühen,
      vor allem, was deine Initiative um mehr Transparenz von Gesetzesvorhaben
      bzw. die Verstärkung der kommunikativen Bindung von Wählern und Gewählten
      betrifft.

      Ja. Wenn Du mich wirklich inhaltlich richtig verstanden hast, meine ich mit der Bewusstwerdung jeden Menschen – auch Dich, der sich aktiv für etwas einsetzen könnte. Ich danke für die Wünsche.

      Wähler u n d Gewählte hätten sich doch stark zu verändern, um diese
      Chance zu nutzen. Mit den Kameras und Kameraleuten wird es nicht getan sein.

      Deswegen spreche ich vom Bewusstwerdungsprozess. Wenn ich mich als Mensch als Teil des Ganzen verstehe – und nicht nur ich, sondern auch Du, Michael – und jeder Mensch, der diese wechselseitige, globale Interaktion versteht.

      Es ist leicht, weil ich eine Grundidee habe, liegt es dann alles an mir . Und viel Glück wünschen – aber damit ist der Bewusstwerdungsprozess ja noch nicht an dem Punkt angekommen, wo es Dich, Michael z.B. auch wirklich betrifft – und wenn Du die Idee gut findest, hast Du aber ( aus deinen Worten denke ich zumindest) noch nicht verinnerlicht, dass es jeden Menschen betrifft, der in den politschen Zusammenhängen etwas als störend empfindet und verändern möchte.

      Und ich kann mir einfach kaum vorstellen, dass es innerhalb Deutschland keine ca. 6000 Menschen ( insgesamt, wenn alle Wahlkreise, Kamerateams etc. bedacht werden) geben soll, die sich gemeinsam vernetzt für Pluralität und Diskurs innerhalb der Politik einsetzen möchten. Kannst Du dir vorstellen, dass so viele Menschen gehirngewaschen sind, dass sie lustlos sind und keine Visionen und Ideen mehr gemeinsam durchdenken wollen oder aktuell können?

      Zu erwarten wären Interventionen der jeweiligen Parteiführungen. Mit ihrem
      Beharren auf Fraktionsdisziplin, gerade auch bei umstrittenen Gesetzesvorhaben,
      die unverständlich, zu lang und ihre Folgen und Bedeutungen kaschieren.

      Das sind die Gedanken, lieber Michael, die ich Dir auch aufzählen kann. Es sind Glaubenssätze, die erstmal hinderlich sind.

      Kennst Du Antoine de Saint-Exupery? Der hat gesagt:

      „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

      Darum geht es.

      Um die Motivation und das Bewusstsein. Ich weiß im Moment kaum zu würdigen, dass so viele Menschen jahrzehntelang anderes im Kopf gelernt bekommen haben, dass sie diese Vernetzungen im Kopf schlecht herstellen können.

      Ich kann Dir auch als Gegenbeispiel für Probleme dieser Welt aufzählen:

      Herr Bontrup. Was er vorschlägt, wird bei den Unternehmen auf Widerstand stoßen.
      Oder die Millionärssteuer: wird bei den Millionären auf Widerstand stoßen.
      Der Cum-Ex-Skandal: die 30 Milliarden Euro Steuerbetrug, werden bei den Betrügern auch zu Widerständen führen, wenn Jemand das Geld zurückholen möchte.

      Die Ramstein-Basis.
      Die Friedensdemos.

      Überall gibt es auch gegenläufige Interessen.
      Und überall kannst Du auch die Probleme finden.

      Das wurde bei fast jedem Menschen schon in der Schule trainiert: finde den Fehler.

      Und die Sichtweise: Wie sieht eine alternative Lösung aus?
      Was braucht es dafür?

      Die wird vermieden, dass Jemand auch nur auf den Gedanken kommt, mal losgelöst von gesetzten Regeln zu denken.

      Wenn er es doch tut, bekommt er in vielen Fällen bei den allermeisten Schulformen eine schlechte Note; es sei denn er hat Glück und einen Lehrer, der selber über mehr Weitblick verfügt als über die Fähigkeit engstirniges Denken zu unterrichten, zu lehren und vorzuleben.

      Zu erwarten wären Interventionen der jeweiligen Parteiführungen. Mit ihrem
      Beharren auf Fraktionsdisziplin, gerade auch bei umstrittenen Gesetzesvorhaben,
      die unverständlich, zu lang und ihre Folgen und Bedeutungen kaschieren.

      Das ist ein Glaubenssatz, lieber Michael.
      Das ist aus einer bestimmten Perspektive wieder eine Einschränkung im Denken.
      Was zu erwarten wäre. Aber motiviert Dich das, oder mich das, wenn Du schreibst: „was zu erwarten wäre?“
      Ich fühl mich jetzt nicht zwingend dadurch extrem motiviert.

      Also das ist für mich eher eine gedankliche Bremse.

      Und ich erkläre auch nochmal wo da der Unterschied in meinem Verständnis dazu liegt.

      Wir können uns über all diese „Einschränkungen „in den Köpfen aller Menschen jahrelang unterhalten. Ist im Grunde das Stichwort Empörungsmanagement oder: „Weil es Widerstände geben wird, machen wir besser garnichts.“

      Was dabei ausser Acht gelassen wird: die Dynamik.

      Was ich probiert habe, in meinen verlinkten Videos deutlich zu machen; auch gerade was die politische Idee für mehr Transparenz angeht, dass es eine wiederkehrende Dynamik bekommt.

      Viele Menschen scheinen limitiert im Denken zu sein, wenn diese glauben : „es wird Widerstände geben – es wird bei einer Demo oder einem Kamerateam nicht reichen…Das geht vermutlich schief.“

      Aber Dynamik heisst: es wird regelmäßig gemacht. So wie die Nachrichten. Mit dem Unterschied, dass die Nachrichten von Konzernmedien für die meisten Menschen gemacht sind und ( aus meiner Sicht) ganz gezielt Bilder und Berichterstattungen liefern, die oft keine Zusammenhänge herstellen und jahrelang konsumiert zu gezielter Desinformation und Glaubensgefängnissen in den Köpfen führen.

      Und wenn jetzt regelmäßig Kamerateams ( in geringerer Regelmäßigkeit als die Tagesdosis) von den Politikern immer wieder berichten, ist das so ähnlich wie Tagebuch schreiben.

      Indem Moment, wenn Du Widerstände äußerst „was zu erwarten sein wird

      Zu erwarten wären Interventionen der jeweiligen Parteiführungen. Mit ihrem
      Beharren auf Fraktionsdisziplin, gerade auch bei umstrittenen Gesetzesvorhaben,

      ist dein Glauben oder deine Vorstellungskraft für die Widerstände stärker, als für die Idee und deren Realisierung.

      Das ist mir wichtig gewesen, Dir aufzuzeigen und jedem Menschen, der mitliest.

      Es gibt diese Gefängnisse im Kopf an vielen Stellen. Und ich kann nicht behaupten, dass ich ständig von den Ideen zu 100% selbst überzeugt bin; wenn es immer wieder Menschen gibt, die Zweifel an der Idee äußern…

      weil ich gerade ja mehrfach erwähnt habe, dass es um gesellschaftlich-interaktives Bewusstsein geht, was aber zunächst bei der eigenen Bewusstwerdung beginnt – sonst hat das alles keine Relevanz.

      Lieben Gruß Dir

      André

  29. Habe grade mal 30 Minuten gehört und kann kein endgültiges Urteil fällen, aber Herr Bontrups Argumentation ist schlüssig, allerdings vernachlässigt er bei seiner Definition der Arbeitslosigkeitsquote die ganze unnützige Arbeit, die durch geplante Obsoleszenz, Beschäftigungsmaßnahmen und Produktion von unnötigen und unsinnigen Dingen, die man eigentlich auch überflüssig ist und darum nicht zur Arbeit gezählt werden sollte. Damit sähe es noch krasser aus- je nach dem, was man für nützlich erachtet würde die Zahl der Menschen in Arbeit um 20-90% niedriger sein.
    Das berücksichtigt, könnte es Vollbeschäftigung nur mit drastischer Reduktion der Arbeitszeit auf 20-4 h /Woche (natürlich bei vollem Lohnausgleich) erreicht werden. dürfte im Kapitalismus schwerlich erreichbar sein.

    • Versäumt oder evtl. sogar bewußt unterschlagen wurde im Grundgesetz die Bindung der Arbeitstunden pro Tag für Vollzeit an die Arbeitslosenquote.
      Der Fortschritt in Wissenschaft und Technik rast dahin und kommt überall an aber nur auf einem Gebiet kommt er nicht an, der täglichen Arbeitszeit, in Form eines kürzeren Arbeitstag für alle?
      Das ist sehr verwunderlich.

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