„Hier ist das Vögelchen!“

Wahrnehmungsmanipulation durch gesteuerte Aufmerksamkeitsfenster.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

von Sylvia Gossani.

Die Blickrichtung anzugeben ist einfach. Schauen Sie mal in einer Einkaufsstraße etwas länger in den Himmel. Es wird nicht lange dauern, und fast alle Passanten werden auch dorthin sehen, um zu sehen, was es zu sehen gäbe. Diesen Reflex kann man auch sprachlich nutzen, um einen Blickwinkel vorzugeben und damit einen anderen zu verhindern. Ein Wort genügt.

Unerlaubte Sichtweisen

Jede Kultur hat ihre Tabu-Blickrichtungen. Menschen anzustarren gehört dazu und erst recht einer Frau in den Ausschnitt zu schauen. Das hat seinen Sinn, denn wer möchte die Mitmenschen durch seine Aufmerksamkeit belästigen? Wer dieses Tabu trotzdem missachtet, gilt als asozial.

Jede Gesellschaft hat auch ihre geistigen Tabu-Blickrichtungen. Wahrnehmungen, die nicht geäußert, ja am besten nicht einmal gedacht werden dürfen.

Blickrichtungen, die die Gefahr in sich tragen, die Grundlagen unserer Gesellschaft in Frage zu stellen. Ohne Grundkonsens kein halbwegs harmonisches gesellschaftliches Miteinander. Das muss sichergestellt werden. Wo diese Grenzen liegen, lernen die Kinder von ihren Eltern, in der Schule und im Kontakt mit der Außenwelt. Wer die gesetzten Grenzen überschreitet, ist asozial – kein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft.

Besonders eng sehen das Kinder im Grundschulalter. Sie stellen die Autoritäten nicht in Frage, und grenzen Mitschüler, die als „komisch“ gelten, erbarmungslos aus. Die Außenseiter haben keine Chance auf Anerkennung, wenn sie sich nicht anpassen wollen oder können. Der kindliche Verstand ist noch nicht in der Lage, gesellschaftliche Strukturen zu reflektieren und so hält das Mainstream-Kind am Vorgegebenen fest. Das ist sicherer.

Dieses notwendige Prinzip zur Stabilisierung einer Gesellschaft wurde von den Herrschenden schon immer benutzt, um ihre Herrschaft zu sichern. Galileo Galilei wurde von der Kirche gezwungen, seiner wissenschaftlichen Erkenntnis, die Erde kreise um die Sonne, abzuschwören. Das Problem war nicht religiöser Natur. Das Problem war vielmehr, dass Galilei die Deutungshoheit der Kirche anzweifelte.

Und wenn sie in diesem Punkt kein Recht hatte, dann vielleicht auch nicht in anderen Punkten. Möglicherweise kämen manche Menschen sogar auf die Idee, dass auch hohe Steuern und unterdrückende Herrschaft nicht gottgewollt sein könnten. Nachdem Galilei die Folterinstrumente gezeigt wurden, verspürte er kaum mehr Lust, auf seiner Erkenntnis zu beharren.

Das kommt uns bekannt vor, denn Herrschaft funktioniert heute nicht viel anders als damals, nur subtiler. Die Herrschenden müssen von besonders bedrohlichen Gedanken ablenken. Und dazu genügt oft ein Wort.

Konkrete Beispiele

Mir fallen dazu Volker Pispers Äußerungen zu den Begriffen „Arbeitnehmer“ und „Arbeitgeber“ ein. Der „Nehmer“ muss dankbar sein, wenn der „Geber“ ihm etwas gibt. Hier ist der Blickwinkel um ganze 180 Grad verdreht. Gibt doch in Wirklichkeit der Arbeiter dem Unternehmer seine Arbeitskraft. Die korrekte Wahrnehmung könnte ein ganz anderes Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse bewirken. Das wäre dem „Arbeitskraftnehmer“ (ehemals „Arbeitgeber“) aber gar nicht recht.

Schauen wir mal auf den Begriff „Exportweltmeister“. Deutsche sind sehr gerne Weltmeister. Fußball-Weltmeister oder Fußball-Fast-Weltmeister zu sein, gehört zur deutschen Identität. Wir sind klug, wir sind fleißig und unsere Produkte sind weltweit beliebt. Das ist schön und soll so bleiben. Das findet auch Angela Merkel. Dabei wird bewusst verschwiegen, dass der Exportweltmeister auf Import verzichtet. Die Arbeiter des Exportweltmeisters werden unangemessen schlecht bezahlt und können daher weniger konsumieren. Durch das Handelsungleichgewicht wächst die globale Ungleichheit noch schneller, und die Profite landen in den Taschen der Großaktionäre, dem internationalen Großkapital.

Genauso wenig wie es unser Verdienst ist, wenn die Nationalmannschaft Weltmeister wird, haben wir etwas von dem Exportweltmeistertitel. Aber wer schaut schon in die düsteren Nebengassen, wenn der Reiseführer auf die Attraktion zeigt?

Für Verwirrung sorgen auch die politischen Kategorien „rechts“ und „links“. Das ist mir schon als Schülerin aufgefallen. Schon damals dachte ich immer, dass „die Linken“ doch Recht hätten, während ich „die Rechten“ mit ihrer indirekten Reichen-Unterstützungs-Rhetorik „link“ fand. Aber irgendwann gewöhnt sich jeder an den üblichen Sprachgebrauch, und dieser wird Teil des eigenen Wortschatzes.

Zu meiner Schulzeit war die politische Richtung der Parteien auch noch klar ersichtlich. Die CDU war rechts, die FDP noch rechter, die SPD links und die Grünen ganz links.

Heute ist „rechts“ zu sein oder zu denken, aber etwas ganz Schlimmes. „Abgrenzung nach rechts“ wird gefordert. „Rechts“ ist im heutigen Sprachgebrauch das, was früher „rechtsextrem“ hieß. Das suggeriert, dass unsere schwarz-rot-gelb-grüne Partei in der ausgewogenen Mitte säße, obwohl ihre Handlungen oft „rechter“, also konzernfreundlicher sind als die der damaligen CDU. Das sieht der Wähler aber nicht, seine Wahrnehmung ist auch hier relativ, und auf der rechten Seite sitzt nun die AfD.

Um der inflationären Verwendung der Begriffe „rechts“/„rechtsextrem“ vorzubeugen, die als Synonym von „Das geht ja gar nicht!“ irreführend benutzt werden, hilft die Rechtsextremismus-Definition der Bundeszentrale für politische Bildung(1). Auf nur wenige der Beschuldigten trifft diese zu. Und siehe da – plötzlich sieht die Welt gar nicht mehr so gefährlich aus.

Neben der Fingerzeig-Technik und der Nachbarschafts- und der Übertreibungs-Technik gibt es auch die Spiegel-Technik. Die Namen der Parteien entsprechen genauso wenig der Wirklichkeit wie das Gerede ihrer Vertreter. Ob christlich, sozial, frei, umweltfreundlich oder alternativ – sie spiegeln in ihren Reden und Außendarstellungen geschickt die Wünsche der Wähler und verstellen gleichzeitig den Blick auf die realen Entscheidungen, die mit den vorgeschobenen Idealen nichts zu tun haben.

Nehmen wir doch noch die von der NATO initiierten „humanitären Kriege“ dazu. Bei diesen müssen angeblich ständig irgendwelche Völker befreit werden. Genauer betrachtet ist auch dieser Begriff heutzutage genauso aktuell, wie im fiktiven 1984, siehe George Orwells Schild am Wahrheitsministerium (siehe Eingangszitat).

Es verwundert nicht, dass das Pentagon gerne nach dem Prinzip „Angriff ist die beste Verteidigung“ argumentiert. Auch bei Ehestreitigkeiten ist diese Methode sehr beliebt. Der Profi verbindet diese Taktik mit der Ausweichstrategie. Eine Taktik der Selbstverteidigung besteht darin, bei einem Angriff ein wenig zur Seite auszuweichen und dem Angreifer einen leichten Schubs in die andere Richtung zu geben, so dass er sein eigentliches Ziel verfehlt. Diese Strategie lässt sich auch auf die Blickrichtung anwenden.

Ein Beispiel: Sogar der oberflächliche Leser bekommt bei den offiziellen Informationen über den Putsch in der Ukraine ein unangenehmes Gefühl von gesteuertem Regime-Change. Manipulative Medien verschweigen den wahren Aggressor und lenken das Gefühl der Empörung auf Putin um, der angeblich die baltischen Staaten erobern möchte. So wird die Verteidigung gleichzeitig ein Gegenangriff. Wie in fast jeder Kriegspropaganda werden nicht nur unbewiesene Behauptungen aufgestellt, es werden auch Aktion und Reaktion vertauscht. Der Provozierte wird als Provokateur dargestellt – und fertig ist das Feindbild.

Eine weitere bewährte Methode ist die Nicht-Trennung von Gruppen und den Taten einzelner Mitglieder. So schürt beispielsweise die tägliche Berichterstattung die Vorurteile gegen Flüchtlinge. In kritischen Medien hört man: „Israel unterdrückt die Palästinenser“ oder „Die Amerikaner führen Krieg in Syrien.“ Die Mehrheit der Menschen in den genannten Ländern tut aber nichts dergleichen und verurteilt Unterdrückung und Krieg. Es ist nun ein Leichtes, dem unaufmerksamen Sprecher dieser Sätze Antisemitismus oder Antiamerikanismus zu unterstellen, so dass sich dieser erst einmal wortreich erklären beziehungsweise gegen die Vorwürfe verteidigen wird. Das funktioniert perfekt, denn schon ist man vom eigentlichen Thema abgelenkt. Sagen wir doch stattdessen einfach gleich: „Die US-Regierung“ oder welche Regierung auch immer.

Damit die Bevölkerung nicht nur in die angezeigte Richtung blickt, sondern auch selbst dafür sorgt, dass sich alle daran halten, muss man sie in der politischen Entwicklung auf dem Stand von Grundschülern halten. Viele Mainstream-Artikel haben ein gemeinsames Ziel: Der Bürger soll die Zusammenhänge nicht verstehen, damit er nicht selbst reflektieren kann, sich an vorgegebene Deutungsmuster hält und Wert darauf legt, dass andere sich genauso verhalten. Das sorgt für Sicherheit in der Gemeinschaft. Es funktioniert noch besser, wenn in die Wahrnehmungs-Suppe zusätzlich eine Zutat gerührt wird, die Unsicherheit oder Angst erzeugt, und fertig ist der Orwell’sche Eintopf. Wer die Nachrichten im Fernsehen einschaltet, bekommt diesen Eintopf brühwarm serviert.

Der handlungsorientierte Teil

Wir müssen unsere Worte viel bewusster wählen und vor allem nicht die in den Zeitungen vorgegebenen Formulierungen nachplappern.

Wenn Sie manipulative Worte entdecken, vermeiden Sie konsequent deren Verwendung und weisen Sie auch ihre Freunde darauf hin. (…)

Eine Liste der Techniken

Fingerzeig-Technik: Ein zentrales Wort gibt die Blickrichtung vor. Andere Blickrichtungen werden nicht mehr wahrgenommen.

  • Nachbarschafts-Technik: Mir geht es gut im Vergleich zu Menschen, die in noch weitaus schlechteren Umständen leben oder ich bin gut, denn es gibt noch Bösere als mich.
  • Übertreibungstechnik: Man benutzt konsequent ein unpassend hartes Wort für ein bestimmtes Verhalten oder ein viel zu weiches Wort für unakzeptables Verhalten, um dadurch die Grenzen zu harmlosen Randbereichen aufzuweichen.
  • Spiegel-Technik: Nichtssagende Formulierungen spiegeln die Wünsche der Zuhörer wider und verstellen den Blick auf das dahinterstehende tatsächliche Handeln.
  • Angriffstechnik: Ich beschuldige Unschuldige.
  • Ausweichtechnik: Ich beschuldige andere der Tat, die ich selbst begangen habe.
  • Verdrehungstechnik: Ich verdrehe Ursache und Wirkung.
  • Kollektiv-Technik: Man unterscheidet nicht zwischen ganzen Gruppen und Taten einzelner Mitglieder

Hier sind ein paar Vorschläge für alternative Formulierungen mit anderem Blickwinkel:

  • Arbeitnehmer/Arbeitgeber → Arbeiter/Unternehmer
  • Exportweltmeister → Importvermeider
  • rechts → rechtsextrem
  • humanitäre Kriege → Kriege ohne UNO-Mandat
  • Amerika/Israel/Russland → die US-/israelische/russische Regierung

Quellen und Anmerkungen:

(1) http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41312/was-ist-rechtsextrem

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Dieser Beitrag erschien am 23.2.2018 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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18 Kommentare zu: “„Hier ist das Vögelchen!“

  1. Ein sehr schöner wichtiger Artikel. Volle Zustimmung und ich wünsche mir, dass dies mehr Beachtung findet.

    Ergänzend möchte ich hier anführen: Fehlschlüsse, z.B. Argumentum ad hominem (die Sachebene wird verlassen, dafür die Person attackiert).

    Einen Überblick über Scheinargumentation ist hier zu finden:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Scheinargument

    Wie oft habe ich mir schon gewunschen in politischen Diskussionen, dass es einen Moderator gibt, der auf die Sprache und darauf wertlegt, dass möglichst fair, sachlich und konstruktiv argumentiert wird?

    Wäre eine beträchtliche Verbesserung. Freue mich, dass Sylvia Gossani hier den Mut findet, dies anzusprechen und weiterzutreiben.

  2. Pieter Kamp hat vollkommen Recht. Ich sehe im Kommentar von Kristana genau die Folgen der Sprachmanipulation, welche zu solchen Ansichten führt. Die Linke jongliert vortrefflich mit um 180° verdrehten Vokabeln. Mit ´Sozial´verkauft die Linke Geldtransfer nach Brüssel und Errichtung einer EU-Diktatur. Der pseudowissenschaftliche Gender-Irrsinn wird ebenfalls vom linken ´Sozial´ministerium und den Grünen stark forciert. Unter ´Gerecht´ verstehen linke Geister eine normierende Gleichmacherei, welche das Individuum schwächt und es seiner Verantwortung und persönlichen Power beraubt. ´Frieden´- puuh ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Millionen Kulturfremde zu importieren, welche die Gastkultur verachten und unintegrierbar sind, um die gesellschaftlichen Spannungen anzuheizen, damit es zu schwedischen/britischen/französischen Zuständen in D kommt, das ist auch Linke Agenda.

    • Es ist, nach meiner Meinung, nicht ganz Sprachmanipulation.
      Die Sozialisten verstanden nie, noch heute nicht, das Globalismus, dazu gehört auch EU, nicht vereinigbar ist mit Sozialismus.
      Solidarität geht nicht weiter als die eigene Gruppe.

      Das ist auch die bei uns zunebenden Widerstand gegen Migranten, wovon viele nach acht Jahre hier noch nicht die Sprache sprechen, und nicht arbeiten.
      Wie Niederländer Türkischer Herkunft unsere Sozial Leistungen missbrauchen, schon lange bekannt, bei Insider, seit 1990, schätze ich, jetzt grosses Aufsehen.

      Ein Führer unsere zum grossten Teil jetzt verschwundene sozialistische Partei, PvdA, Diederik Samsom, rief ‚Solidarität mit die südliche Länder‘.
      Aber diese Gefühle gibt es nicht.
      Samsom hat, nach der grösste Wahl Niederlage in unsere Geschichte, die Politik verlassen.

      Jetzt will Brussel mehr Geld von uns, überall die Reaktionen: nein.
      Aber ein jeder erwartet das Rutte Merkel folgen wird, und so sind beide fast am Ende.

    • Anton

      Wir reden aneinander vorbei. Sie reden von DIE LINKE. Ich rede von Linker Ideologie im wirklichen Sinne. Also: offen für Neues, soziale Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt genau DURCH diese soziale Gerechtigkeit. Basierend auf der Sitzverteilung nach der franz. Revolution. Links saßen die Progressiven und rechts die Konservativen (Herrschaft und Ausbeutung).

      Definition von Kommunismus:
      „…beruhend auf Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf der Basis von Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung. …für ökonomische und politische Lehren, mit dem Ziel, eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft zu errichten.“

      Was haben nur alle gegen SOZIAL. Wollt Ihr lieber ASOZIAL sein?

    • Die alte EEG will ich auch.
      Mit die alten Währungen.
      Faktisch ist das auch was Corbyn jetzt will.
      Ob May nicht desselbe will, durch drohen mit völligen Bruch, es ist möglich.
      Frankreich und Deutschland überleben ein völliger Bruch nicht.

      Noch etwas anderes, Venezuela ist ein Scheiterhaufen.
      Jemand die süd Amerika kennt hat als Teil erklärung ‚die Leute dort wollen das Alles umsonst ist‘.
      Ich wusste das Venezolanische Fischer Benzin bekommen für ein Cent pro Liter, in welche Währung, ich weiss es nicht, aber es ist auch unwichtig.
      Diejenige die wollen das wir, das Westen, Verantwortung nimmt für die ganze Welt, wie kann mann Verantwortung nehmen für Leute mit diese Ideeën ?

  3. Ich finde es gut und wichtig, wenn, wie hier, auch eine öffentliche Diskussion über Sprachmissbrauch und Sprachmanipulation eröffnet wird, denn darauf ist diese ganze intellektuelle Hölle der Menschheit ja aufgebaut. Schon mit der Bibel hat das nachweislich begonnen. Dass hier user jetzt nur auf diesem einen Beispiel mit dem Ausschnitt-Kucken herumreiten, finde ich ein bisschen enttäuschend.

  4. Billige Diebestricks von schwerstkriminellen Psychopathen. Und alle dürfen mitmachen, um dazuzugehören. Wie einst bei den Nazis. In der ‚kleinen Schweiz‘ wird das heutzutage zynischerweise vermutlich gar ‚geistige Landesverteidigung‘ genannt, um den Rest der Welt ‚dem eigenen Frieden zuliebe‘ runterzuwirtschaften.
    Ob das aufgehen kann? Ok, ich hab’s gut und bin privilegiert. Trotzdem kann ich nichts daran ändern. Da kann ich’s, muss ich’s irgendwie mit Humor nehmen. Wieviele Schweizerinnen und Schweizer sich wohl in der Karikatur ‚Hedgetia Rüpelstölzli‘ wiedererkennen würden? Bestimmt nicht wenige.

    http://www.politnetz.ch/artikel/23358-naerrisches-aus-bundesbaern/kommentar/418070

  5. Ich bin nur bis zu diesem Satz gekommen. Und jetzt schreibe ich, völlig OT, aber was ich schon vor 20 oder 40 Jahren schreiben wollte, aber mich nicht getraut habe. Es geht um diesen Satz:

    „Jede Kultur hat ihre Tabu-Blickrichtungen. Menschen anzustarren gehört dazu und erst recht einer Frau in den Ausschnitt zu schauen.“

    Warum soll ich NICHT dahin schauen? Warum trägt sie denn einen solchen Auschnitt?
    Wird mein Blick etwa von magischen Kräften angezogen? Oder weil ich ein verkommenes Subjekt bin? Als kleines Kind glaubte ich noch, ich sei das einzige Schwein auf der Welt, weil ich mich dafür interessierte, einen Blick unter einen Mädchenrock zu erhaschen. Das war in den Fünfzigern. Heute erzieht man Kinder anders. Man geht offener mit Sexualität um. Trägt sie zur Schau, frau trägt z.B. heute hautenge Strumpfhosen statt Hosen (sehen zwar wie Jeans aus, sind aber Strümpfe).

    Finde ich das gut? Gelegentlich schon. Aber meistens nicht. Denn in vielen Situationen kann ich einfach keine Sex-Schlüsselreize brauchen, weil sie mich stören, im Dienst, in meiner Arbeitsgruppe, in einer Geschäftssituation, bei meiner Rechtanwältin, Ärztin, Chefin, bei meiner Schülerin, Lehrerin – da will ich das einfach nicht haben. Ich will nicht, während ich mich in der Verhandlung auf mein Ziel konzentriere, nebenher auf meine Augen aufpassen, dass die JETZT ja nicht einen „Tabubruch“ begehen.

    Frauen hat man in der Vergangenheit lange ungerecht behandelt – das ist unbestritten und es ist gut, dass sich da viel geändert hat. Aber das Pendel ist längst in ein anderes schlechtes Extrem geschwungen. Frauen wollen von „lüsternen“ Blicken verschont bleiben UND anziehen, was sie wollen. Ich behaupte, wenn sie nichts Anständiges anziehen, sind sie naiv oder ahnungslos. Wenn der Chef seiner Sekretärin auf den Po tatscht, ist das natürlich eine gewaltiger Übergriff und durch nichts gerechtfertigt. Aber auf niedrigerer und subtilerer Weise empfinde ich umpassende Kleidung von Frauen manchmal auch ziemlich „übergriffig“.

    • Den eigentlichen Grund unserer Existenz kann man leugnen verdrängen u.s.w. Jedoch damit ist man schlecht beraten, wie man schlecht beraten ist, wenn nachweisbare Fakten ignoriert werden.

      Wir sind ein biologisches Organismus, dessen primäre Aufgaben Überleben und Fortpflanzung sind!

      Im Laufe der Entwicklung durch alle Stadium, vom Einzeller bis Stand jetzt, wurden durch „Training“ Erkennungs- und Reiz-Mechanismen entwickelt und in unserer DNA, auf einer Ebene die wir nicht in großartig beeinflussen können, abgelegt. Diese sind bei gesunden Menschen in einem Alter von ca. 13 bis 60 Jahre plus/minus aktiv. Unterbewusst immer aktiv.

      Abhängig von der Situation, kein Hunger und nicht in Lebensgefahr, löst ein sexueller Reiz Fortpflanzungsroutine aus. Ausgehend von letzten 100.000 Jahren gab es keine vergleichbaren Situation wie jetzt. Es gab einfach nicht so viele Menschen auf gesamten Planeten wie heute zu tage in z.Bsp. Bayern! Die Anzahl der Reize war wesentlich weniger.

      Durch die Beeinflussung von äußeren sozialer Umgebung entstanden Kulturen auch sexuelle Kulturen und Praktiken. In unserer Kultur darf die Frau dies der Mann darf jenes nicht. Die Zahl von sexuell frustrierten Menschen und auch mit psychischen Schäden aufgrund von dauerhaften Unterdrückung von einem der ältesten Instinkten kann in unserer Kultur nur wachsen.

      Tabus, Regeln und Verbote…. stehen dem Unterbewusstsein und Instinkten in diesem Fall entgegen.

      Grüße

    • Hallo Bernhard Meyer 🙂

      Das kann ich Ihnen, als emanzipierte (im wahren Sinne von: gleiche Rechte) Frau, absolut unterschreiben!
      Wird Zeit, dass es mal jemand sagt.

      Und das hat nichts damit zu tun, dass ein NEIN ein Nein bleibt. Aber wenn ich schöne Beine hab und ziehe nen Mini an, dann weil ich möchte, dass sie bewundert werden. Aus Bequemlichkeit zieh ich das Ding nämlich bestimmt nicht an, das versichere ich Ihnen. 🙂

  6. Seit Sozial-demokraten neoliberal wurden bedeutet links und rechts nicht viel mehr.
    In guten alten Zeiten wollte Links das der Staat Einkommen verteilte, von Reichen nach Armen.
    Im neoliberalen Zeit, heute, geht das Anteil von Arbeit im Nationaleinkommen immer mehr zurück, die Reichen werden reicher.

    Heute steht Links gegenüber Rechts in ganz anderer Weise, Links: offene Gesellschaft, ein jeder Willkommen, unsere alte Kultur, schlecht, die Nationalstaat, eine Gefahr.
    Rechts umgekehrt.

    Das nur der Nationalstaat seine Bürger schützen kann, kann nich wahr sein, sicher nicht in Deutschland, wo Nationalismus zwei Weltkriege und die Holocaust verurachte.
    Und so werden die Reichen reicher, und entsteht Altersarmut in das fast reichste Land der Welt.

    Aber die Demokratie funktioniert, sei es sehr spät.
    Überall verschwinden die Sozial-demokratische Parteien, und kommen Parteien die die Nationalstaat zurück wollen, schnell nach vorn.
    Diese Parteien als Fascisten, Neonazis, Razisten und Nationalisten zu bezeichnen, es hilft nicht mehr.

    • Pieter, Sie haben eine völlig verdrehte Sicht von „Links“!!!
      Wer hat Ihnen denn den Quatsch erzählt?

      Links heißt nichts weiter, als SOZIAL, GERECHT und FRIEDLICH.
      Ich dachte Sie fallen nicht auf die Mainstream-Scheiße rein!

    • Kristana
      ich beschreibe nur was hier heute links ist.
      Vielleicht ist es in Deutschland anders.
      Aber auch in die USA passt meine Beschreibung, dort war nie Sozialismus.
      In Frankreich wurde Hollande’s Parti Socialiste aufgehoben, unsere Niederländische Sozialisten PvdA gingen zurück von etwa 37 nach 9 Sitze.

    • Pieter
      „unsere alte Kultur, schlecht, die Nationalstaat, eine Gefahr.“

      Was Sie meinen, sind die Antideutschen (eine Splittergruppe der Antifa). Wir müssen unterscheiden zwischen normalem Links und linksextrem. Genauso wie wir unterscheiden zwischen Rechts und rechtsextrem.

      Ich bin links und habe weder was gegen unsere Nation, noch gegen die alte Kultur. Wer könnte was gegen Einstein, Beethoven und Goethe haben….

      Wie der Artikel schon sagt: völlige Sprachverwirrung – Das Babylon System. Da hat schon Bob Marley von gesungen…

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