Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass (Film)

„Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass“. Ein Film von Maria Janssen und Michael Wiehl.

Das offizielle Narrativ westlicher Medien zum Bürgerkrieg im Donbass wird meist im Deutungsrahmen des Terrors erklärt. Dieser Film versucht die Perspektive der Menschen aus der Region aufzuzeigen und lässt Zeugen des Konflikts zu Wort kommen. „Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass“ will die Menschen aus der Region zeigen, in ihre Menschlichkeit, in ihrer Fehlbarkeit und versuchen dazu beizutragen eine Brücke zu unseren europäischen Nachbarn zu bauen. Dorthin, wo es noch keine gibt. Dieser Film soll vermitteln, Anreiz zum gegenseitigen Austausch geben und nicht so sehr die Gegensätze hervorheben.

Hier der Link zum Trailer: www.hilfstransport-film.de

Maria Janssen war auch schon zu Gast bei KenFM im Gespräch. Hier der Link zum Interview: https://kenfm.de/maria-janssen/

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10 Kommentare zu: “Hilfstransport – Eine Fahrt in den Donbass (Film)

  1. Klasse Aktion und klasse Film! Просто спасибо огромное!
    Schon die Filme von Mark Bartalmai ‚Ukrainian Agony’ der den Beginn des Konfliktes beschreibt und erst Recht der Film ‚Frontstadt Donezk’ der die aktuelle Situation bis Ende 2016 beschreibt, beide zu finden bei Nuoviso, zeigen ein dem westlichen Narrativ diametrales Bild. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zum Film von Maria Janssen, … , Mark Bartalmai lebte wenigstens von Mitte 2014 bis Mitte 2016 überwiegend in Makjeewka, der Nachbarstadt von Donezk. Er kennt die ДНР (Донецкая Народная Республика = DNR = Volksrepublik Donezk) von innen.
    Ich habe viele Kontakte dahin und lese deren Medien. Meine Freundin kommt aus Gorlovka und ihre Familie lebt noch dort. Daher weiß ich etwas von der Geschichte mit Alexey Smirnov’s Verhaftung, … , und das ist nicht schwer zu verstehen.
    2014 war Caos im Donbass! Die lokalen, aber auch die regionalen und überregionalen Strukturen existierten praktisch nicht mehr. Dazu waren Kämpfe in fast der ganzen jungen Republik, … , Ambrosivka, Ilowaisk oder Saur Mogila sind nur Beispiele, aber legendär und sehr nah an der russischen Grenze. Saur Mogila, wegen seiner strategischen Bedeutung schon im WWII heftig umkämpft, ist nur 10 km von der russischen Grenze entfernt. Das änderte sich ab 2015. Zum einen entstand eine Front, wodurch viele Gebiete mitten in den Republiken befriedet werden konnten. Zum anderen entstanden in der ДНР zunehmend staatliche Strukturen. Es entstanden Ministerien und daraus resultierend auch untergeordnete Strukturen. Um diese Strukturen zu unterwandern wurde zum Beispiel von Rinat Achmetow, dem reichsten ukrainischen Oligarchen und gebürtig aus Donezk, ein Hilfsprogramm in Donezk gestartet, dass natürlich gerade nicht helfen sollte. Achmetow verteilte dort ausschließlich verdorbene Lebensmittel! Mindestens ab 2016 sind die Behörden der ДНР systematisch gegen diese und vergleichbare Aktionen vorgegangen. Das Motto der ДНР war, entweder ihr arbeitet mit uns zusammen oder ihr müsst gehen. Im Sommer 2016 führte das dazu, dass auch westliche Hilfsorganisationen rausgeschmissen wurden. Der Grund war einfach, diese Hilfsorganisationen verweigerten die Zusammenarbeit mit den neu geschaffenen Behörden der ДНР. Der Aufschrei des Westens war groß, … , ihr schmeißt unsere humanitären Hilfsorganisationen raus, … , ja natürlich, … , alle denen Subversion, Sabotage und Korruption nachgewiesen wurde, wurde in der ДНР rausgeschmissen! Und das waren eben auch westliche Hilfsorganisationen wie z. B. die Ärzte ohne Grenzen! Und genau das gleiche ist Alexey Smirnov passiert. Smirnov verweigerte die Zusammenarbeit mit den Behörden der ДНР und wurde deshalb verhaftet. Das Bataillon Angel arbeitet wieder, … , aber jetzt natürlich zusammen mit den Behörden der ДНР und es genießt im Donbass und in Russland viel Ansehen.
    Vielleicht noch etwas zu den neuesten Entwicklungen im Donbass.
    Ein wesentlicher Punkt war die vollkommene Blockade des Donbass durch die Ukraine Ende 2016. Faschistische Blockposten der Ukraine haben wirklich gar nichts mehr durchgelassen. Das hat in der Ukraine u. a. zu einem Energiemangel geführt, weswegen die Ukraine seit dem Kohle aus Südafrika und Pindostan (USA) importiert. Im Donbass hat das auch zu einer deutlichen Verschärfung der Situation geführt, denn spätestens wenn die Menschen im Donbass irgendwelche offiziellen Ämtergänge zu erledigen hatten war nichts mehr möglich, außer die nur im Donbass anerkannten Dokumente zu besorgen. (Ein völlig simples Beispiel ist eine Fahrt eines jungen Dontschannje in seinem neuen/gebrauchten Auto in ein Gebiet außerhalb des Donbass. Weder sein Führerschein noch seine Kfz-Zulassung sind außerhalb des Donbass anerkannt!) Daraufhin hat Russland im Februar 2017 alle Papiere des Donbass offiziell anerkannt, (leider) ohne die Republiken offiziell anzuerkennen. Seit dem prosperiert der Handel des Donbass mit Russland und eine Rückkehr in die Ukraine wird immer unwahrscheinlicher. Alexandr Sachartschenko, Ministerpräsident der ДНР, schließt diese Rückkehr seit dem kategorisch aus. Aber auch von anderen führenden Köpfen der ДНР höre ich ähnliches.
    In der ЛНР (Луганская Народная Республика = LNR = Volksrepublik Lugansk) war Korruption viel weiter verbreitet als in der ДНР, wo sie ja wie oben beschrieben seit spätestens 2016 aktiv bekämpft wurde. In Lugansk gab es zum Beispiel mindestes bis zum Herbst 2017 einen Minister für Luftfahrt, was sehr sinnvoll erscheint, da der einzig nennenswerte Flughafen in der ЛНР, der Lugansk international Airport südlich von Lugansk, ein winziger Provinzflughafen, seit Mitte 2014 restlos zerschossen ist. Natürlich bezog dieser Minister ein Ministergehalt und hatte Sekretäre die natürlich auch alle entsprechende Gehälter bezogen! Im Herbst 2017 tauchten im Lugansker Stadtzentrum Blockposten und Schützenwagen ohne Abzeichen auf und alle dachten an ukrainische Saboteure. Noch an dem Tag tauchte Igor Plotnitzki, Ministerpräsident der ЛНР, zuerst unter und am Tag danach in Moskau wieder auf. Leonid Pasetschnik, der neue Ministerpräsident der ЛНР, ist noch nicht durch eine Wahl bestätigt, aber es ist schon auffällig, dass auf der Homepage der ЛНР viel mehr Nachrichten und viel weniger Klatsch auftauchen!
    Ich möchte nicht schließen ohne auf ein Hilfsprojekt hinzuweisen! Das ‚Aktionsbündnis Zukunft Donbass’ leistet von Deutschland aus humanitäre Hilfe im Donbass. Frau Dr. Raissa Steinigk vom ‚Aktionsbündnis Zukunft Donbass’ ist geboren in der Westukraine und lebt seit über 30 Jahren in Deutschland. Das ‚Aktionsbündnis Zukunft Donbass’ versorgt zerschossene Krankenhäuser im Donbass mit notwendigen humanitären Hilfen und bisher sind 10 40-Tonner mit Hilfsgütern in den Donbass gefahren! Zerschossenen Krankenhäusern zu helfen ist die effektivste Hilfe die möglich ist, weil damit der ganzen Bevölkerung in der Region geholfen wird. Raissa (ich darf sie so nennen, weil wir ein paar mal telefonierten und halbwegs regelmäßig texten) arbeitet mit den lokalen Behörden im Donbass zusammen um Sabotage und Korruption zu vermeiden und Raissa und ihre Tochter Iwana waren vor Ort im Donbass um sich davon zu überzeugen ihre Hilfe kommt an! Das kann ich nur unterstützten! Deshalb hier der Link: http://www.zukunftdonbass.org/

    • J. M. Schimmelpfennig.

      Dein Comment fehlt im Film damit man sich das komplette Bild über die Zustände im Donbas
      machen kann. Insider-informationen eben.
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      Wobei die Doku halt schon älteren Datums ist (2014) sich aber seitdem wohl nichts bis wenig
      dort geändert hat. Besonders leid taten mir die alten, ihr Haus zerbombt und ohne viel weitere
      Lebensperspektiven. Wie grausam Menschen doch sein können anderen solches Leid zuzufügen.
      Das sind Bestien!
      Die zerbombten Häuser brachten mich aber auf die Idee vor Ort liessen sich sicher neue
      Häuser aus Vollholz herstellen um diesen zwangsweise „Obachlosen“ einen neuen Lebensraum
      zu schaffen. Primär den alten, also Nullenergiehäuser, und gratis. Nur meine Auslagen müsst ihr bezahlen.

      Im Donbass hat es nach 6 Jahren Bürgerkrieg den Umständen geschuldet sicher viele Arbeitslose – auch Schreiner, Zimmerleute und Monteure – aber ich zweifelte schon 2013 beim betrachten der verlotterten Infrastruktur in Odessa, ob die dort das packen würden. Denn um Häuser in der Qualität eines „Thoma Holz 100“ herzustellen, dazu fehlt vielleicht aktuell auch – verständlicherweise – die Bereitschaft.

      Guckt man sich auch in Russland die Umgebung an zeigt es wie die russische Seele funktioniert; ich lege alles auf einen Haufen und irgendwer räumt es dann irgendwann für mich weg. Mit so einer Einstellung werden sie das hiesige Tempo natürlich nie einholen. Sprich Handel, Wiederaufbau etc.

    • @Libertace Danke für das Kompliment. Ich kann nur den Film ‚Frontstadt Donezk empfehlen. Mark Bartalmai stellt das Leben zwischen 2015 bis 2016 realistisch dar. Daher einfach hier mal der Link: https://nuoviso.tv/allgemein/frontstadt-donezk-die-unerwuenschte-republik-kompletter-film/
      Maria Janssen war Anfang 2015 im Donbass, … , und da war wirklich noch Caos. Wenn ich sie richtig verstanden habe wollte sie ihre Eindrücke von der Reise dokumentieren und das ist klasse gelungen. In russische Medien ist der Konflikt zwar präsenter als im Westen, aber natürlich ist es besser die Medien aus dem Donbass selber zu lesen, … , ist natürlich alles in Russisch! Noch besser sind persönliche Kontakte und das ist mit vkontakte (russisches facebook) kein Problem! В настоящее время у меня более 200 друзей в России, Донбассе и Украине. В Донбассе у меня есть друзья в Донецке, Луганске, Горловке, Енакиево и Новоазовске, … , в Украине в Харькове, Полтава, Запорожье, Киеве и Одессе! Со многими я чаще пишу лично.

      @unknow74 Danke!

    • … , noch ein kleiner Nachtrag!
      Aleksej Smirnow ist seit kurzer Zeit in meiner Freundesliste bei vkontakte! Wenn’s was gibt kann ich also problemlos jederzeit mit ihm persönlich texten, … , so wie ich auch schon mit Denis Pushilin, Parlamentsvorsitzender der DNR und Chefunterhändler der DNR in Minsk, getextet habe, … , der ist auch in meiner Freundesliste!

  2. Eine wirklich herzliche Aktion und diese tapferen und geschundenen Menschen mit der ganzen sichtbaren Zerstörung haben mir die Tränen in die Augen getrieben, aber auch das Herz erwärmt. Ich bedaure es immer wieder, dass ich die „russische Seele“, bisher noch nie vor Ort kennen gelernt habe.

    • Es fällt auf, wie sanft, achtsam und freundlich und bescheiden diese Menschen dort alle sind. Wenn das nackte Leben so kostbar wird, treten seine wahren Werte, die wahren und guten menschlichen Kraftquellen, wieder in den Vordergrund.

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