HIStory: Die Bombardierung Dresdens im Februar 1945

Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

Das Thema heute: Die Bombardierung Dresdens im Februar 1945

In unserer heutigen Folge von History fragen wir, ob die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg gegen deutsche Städte legitime Kriegshandlungen im Sinne des Völker- und Kriegsrechtes sind. Oder ob es sich hier nicht doch um einen illegitimen Akt von Völkermord handelt. Das lässt sich am besten im Einzelfall untersuchen. Schauen wir uns also heute die Bombardierung von Dresden an, die in der Endphase des Zweiten Weltkrieges stattfand. Über die militärstrategische Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme wurde immer wieder diskutiert. Begeben wir uns also mitten hinein in das Thema:

Der 13. Februar 1945 war ein Dienstag. Also Karnevalszeit in Deutschland. Karneval auch in Dresden. Ein Tagebucheintrag, der uns erhalten geblieben ist: „Am Fastnachtsdienstag kramten die Kinder allerlei Maskerade aus den Kästen des alten, bunten Bauernschrankes und zogen lärmend in den Straßen herum.“ (1)

Zur gleichen Zeit ist Victor Klemperer dazu verdonnert, Briefe an jüdische Mitbürger zu verteilen, die sich an einem unheimlichen Ort einzufinden haben (2). Das bedeutet nichts Gutes. Klemperer war früher Professor für Romanistik an der Dresdner Universität. Da er eine „Arierin“ geheiratet hat, wird er nicht in die Brennkammern von Auschwitz geschickt. Aber er kann seinen Beruf nicht ausüben und muss zudem seit einigen Jahren einen gelben Judenstern tragen.

Währenddessen spielen sich am Dresdner Bahnhof entsetzliche Szenen ab, wie Gisela Neuhaus in ihr Tagebuch einträgt: „Nur mühsam konnte ich mir einen Weg durch die dicht gedrängte Menge vor dem Bahnhof bahnen. Im Bahnhof selbst lagen Flüchtlinge Schulter an Schulter auf dem Fußboden. In Decken gehüllt oder mit Mänteln zugedeckt. Säuglinge und kleine Kinder schrien. Die Mütter waren verzweifelt, viele weinten, einige schliefen mit angezogenen Knien auf der Seite liegend. Ein Bild des Elends! Es waren Flüchtlinge aus Schlesien. Viele Familien waren getrennt worden. Einige Mütter riefen laut den Namen ihrer Kinder in der Hoffnung, sie hier in den Menschenmassen auf dem Dresdner Hauptbahnhof wiederzufinden. Sie hatten Schreckliches erlebt.“ (3) In wenigen Stunden werden die meisten dieser Unglücklichen verbrannt sein.

Es ist Endzeit des Nazireiches. Die Rote Armee hat gerade die Weichsel überschritten und befindet sich auf dem Vormarsch auf Berlin. Breslau ist eingekesselt und die Nazischergen haben die Breslauer Bevölkerung rausgeschmissen aus Breslau und die Stadt zur Festung erklärt. Die Westalliierten sind längst ins Rheinland vorgerückt. Die deutsche Luftwaffe ist seit dem April 1944 bereits besiegt. Die Luftabwehr funktioniert kaum noch. Eigentlich liegt Deutschland offen wie ein Scheunentor und es bedarf eigentlich nur noch einiger größerer Scharmützel, um dem Naziterror den Todesstoß zu versetzen. Dennoch haben sich die Militärplaner der USA und Großbritanniens in den Kopf gesetzt, noch einige blutige Exempel zu statuieren. Hamburg, das Ruhrgebiet und Berlin natürlich hatte man auf dem Schirm, wenn es um ein „Kolossalmassaker mit hunderttausend Toten“ (4) gehen sollte.

Aber nun sollte Dresden dran glauben. Dresden, „so entlegen und kriegsunerheblich, daß man sie viereinhalb Jahre ignoriert hatte.“ (5) Es gab punktuelle Bomberattacken auf den Dresdner Hauptbahnhof, mehr nicht. Man hatte noch nicht einmal Bunker für die Dresdner Zivilbevölkerung gebaut. Es gab lediglich einen Bunker für den Nazi-Gauleiter Mutschmann. Familie Jäger war entnervt aus Hamburg nach den dortigen Bombenstürmen der Operation Gomorrha nach Dresden gezogen, um hier das Ende des Krieges abzuwarten.

Ebenso Familie Koch aus Rostock, die nach den dortigen Phosphorbombennächten nach Dresden geflüchtet war. In Dresden fühlte man sich sicher.

Die Dresdner Neubürger haben ihre Rechnung ohne den britischen Fliegerkommandanten Sir Arthur Harris gemacht. Als Ziel der britischen Luftwaffeneinsätze bestimmte Harris „die Zerstörung deutscher Städte, die Tötung deutscher Arbeiter und die Zerrüttung des zivilisierten Lebens in ganz Deutschland.“ (6) Dabei konnte die deutsche Bevölkerung noch „froh“ sein, dass die Westalliierten ihre Planungen, deutsche Städte mit Giftgas komplett zu entvölkern, nicht weiter verfolgten.

Und so macht sich am Abend des 13. Februar 1945 eine riesige britische Luftflotte mit Jägern und Bombern auf den Weg nach Dresden. Die Briten kommen immer nachts, weil ihre Bomber technologisch weit hinter den US-amerikanischen Bomberflotten zurück geblieben sind und für eine deutsche Flugabwehr (die im Falle Dresdens kaum noch vorhanden ist) ein relativ leichtes Ziel abgeben. Die amerikanischen Flying Fortresses greifen dagegen am hellen Tag aus sicherer Höhe an und treffen dabei noch präziser ihre Ziele als die Briten. Die britischen Bomberverbände benötigen ortskundige Piloten, die ihnen voranfliegen und das Ziel der Bombardierung ausfindig machen. Dann markiert die Vorhut das Ziel mit einer farbig leuchtenden Chemikalie („Weihnachtsbäume“ genannt) und beordert die Bomberflotte über Ultrakurzwellenfunk zum Ziel der Bombardierung. Nicht einmal diese UKW-Kommunikation können die Deutschen noch stören. Nun wird Dresden über zwei „Fächer“ flächendeckend bombardiert.

Zwischen 22.03 Uhr und 22.28 erfolgt der Abwurf des ersten Bombenteppichs. Alles ist perfekt getaktet, wie der Historiker Jörg Friedrich erklärt: „Massenvernichtung ist Millimeterarbeit, sie käme nicht zustande, würden wahllos Bombentonnen auf einen Ort geladen … Das Feuer muß schneller sein als die Feuerwehr. Anders wird es kein Vernichtungsangriff, sondern ein Haufen von Brandstellen.“ (6)

Nach der Entwarnung kommen die hustenden Dresdner wieder aus ihren Kellern, in denen sie Schutz gesucht haben. Doch jetzt kommt der finale Stoß, nämlich ein erneuter Angriff ab 1.16 Uhr: „Attacke eins jagt die Leute in den Schutz, Attacke zwei packt die den Schutz erlöst Verlassenden. Die Schutzwirkung von Kellern ist nach zwei Stunden verbraucht.“ (7)

Familie Koch aus Rostock hockt im Keller und sieht, wie sich das siedend heiße Phosphor zu ihnen herunterwälzt. Es gelingt ihnen, aus dem Keller und aus der Stadt zu fliehen. Um sie herum vertrocknete, zusammengeschrumpfte Leichname, zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Mensch besteht zu 90 Prozent aus Wasser, und das Wasser wird rasend schnell dem Körper entzogen. Die verglühenden Menschen suchen Löschung in der Elbe, aber das Elbwasser kann die Körper nicht abkühlen. Ein Mann ist wahnsinnig geworden und trägt vier Puppen mit sich herum – es ist seine mumifizierte Familie.

Der Phosphorbrand verschont niemanden: „Das Pflegepersonal des Johannstädter Krankenhauses schulterte die Patienten in ihren dünnen, gestreiften Hemden und legte sie dort ab. Aus der Poliklinik liefen Wöchnerinnen herbei. Das war die erste Gruppe, die der >double blow< aus den Verstecken gezogen und schutzentblößt unter sich hatte … Der Hauptbahnhof lag außerhalb des Fächers. Er steckte randvoll mit Flüchtlingen der Ostfront. Der erste Angriff hatte die Möglichkeit gelassen, eine größere Zahl von Personenzügen aus dem Stadtbereich zu rangieren, die zurückgeholt wurden, nachdem Nr.5 (die entsprechende britische Bomberstaffel H.P.) sein Werk hinter sich gebracht hatte. Danach wurde auch der Hauptbahnhof ein Vorzugsziel des Zweitschlags.“ (8)

Im Zweitschlag wurden die berüchtigten Stabbrandbomben eingesetzt, und zwar allein in Dresden 650.000 Stück, also fast für jeden Dresdner eine Stabbrandbombe. Diese waren teilweise mit Zeitzündern ausgestattet, so dass sie erst explodierten, wenn die Rettungsarbeiten begannen. Zudem wurden jetzt die Feuerwehrleute und Sanitäter durch Tiefflieger im komplett schutzlosen Stadtgebiet gezielt erschossen. Zu den hellen Tageszeiten des 14. und des 15. Februar führten US-amerikanische Bomber die Attacken gegen die Dresdner Bürger weiter.

Zur Zeit des Angriffs lebten in Dresden 640.000 Einheimische. Die Anzahl der Flüchtlinge zu jener Zeit kann nur grob geschätzt werden. Man geht von einer Zahl zwischen 150.000 und 350.000 „Gästen“ aus. Eine, wie man zugeben muss, beachtliche Unschärfe in der Schätzung. Zahlen sind generell der Punkt wo sich die Geister scheiden. Es wurde und wird heftig um die Zahl der Todesopfer im apokalyptischen Höllenfeuer von Dresden gestritten. So als wenn Quantität in Qualität umschlagen könnte.

Der Bodycount scheint darüber zu entscheiden, ob es sich hier um ein Kriegsverbrechen oder einen legitimen Kriegsakt handelt. In den 1960er Jahren waren Schätzungen von etwa 200.000 Todesopfern im ehemaligen Elbflorenz im Umlauf, und zwar im Mainstream durch das Hamburger Magazin Der Spiegel und durch die Zeit. Allerdings erfuhr jene sechsstellige Zahl im Laufe der Jahrzehnte einen sozialen Abstieg und wurde nunmehr nur noch von Gruppierungen des rechten politischen Spektrums zum Vortrag gebracht. Um die unwürdige Auktion um die Toten von Dresden zu beenden, gründete der Dresdner Oberbürgermeister Ingolf Roßberg im Jahre 2004 eine Historikerkommission, die nun die exakten Zahlen ermitteln sollte.

Das Ergebnis lag 2008 vor (9), und man geht in dieser Studie von einer Opferzahl von 18.000-25.000 Todesopfern aus. Das kann nicht wirklich überzeugen. Denn die Historiker setzen voraus, dass alle Opfer von der Polizei und den Rettungskräften exakt und in der Ruhe von Friedenszeiten identifiziert werden konnten. Es ist beim besten Willen nicht nachvollziehbar, dass in dem heillosen Chaos, das in Dresden bereits vor der Bombennacht geherrscht hatte, noch irgendjemand die Zeit und Muße gehabt haben könnte, eine gemächliche Leichenschau vorzunehmen und einen Abgleich mit eventuell noch nicht verkohlten Personalausweisen vorzunehmen. Die Menschen waren ja mit ihren persönlichen Ausweispapieren verbrannt. Sie waren gar nicht mehr als Individuen erkennbar. Tatsächlich wurden wegen der hohen Zahl von Toten regelrechte Massenscheiterhaufen errichtet und angezündet. Wer war zudem in der Lage, die Hunderttausende von Flüchtlingen zu identifizieren?

Die andere Frage lautet: warum wurde Dresden dem Erdboden gleichgemacht, obwohl das Kriegsende nur noch eine Frage von wenigen Monaten war? Hierauf gibt aktuell ein junger Historiker im Berliner Tagesspiegel Antwort:

Dresden sei durchaus im militärischen Sinne außerordentlich relevant gewesen. Dresden habe eine große Bedeutung als militärischer Knotenpunkt gehabt. Kriegswichtige Rüstungsindustrie hätte sich hier befunden. Dresden sei als letzte Festung der Nazis vorgesehen gewesen, und darum habe die Auslöschung Dresdens den Krieg enorm verkürzt. Der junge Mann beruft sich offenkundig auf einen Aufsatz des Militärhistorikers Rolf-Dieter Müller in dem bereits erwähnten Sammelband der Historikerkommission (10).

Müller widerlegt die Behauptung von der militärischen Bedeutung Dresdens für die Endphase des Zweiten Weltkriegs eigentlich eher als dass er diese These wirklich erhärtet. Am 1. Januar 1945 hatten die Nazis Dresden zum „Festungsbereich“ erklärt. Das heißt, dass man die Dresdner Bürger, wie dann in Breslau geschehen, einfach aus ihrer eigenen Stadt jagt und im Fall einer sowjetischen Invasion einen zermürbenden Häuserkampf angezettelt hätte, also eine Retourkutsche für Stalingrad. Wer diesen Häuserkampf auf deutscher Seite hätte führen sollen, bleibt allerdings unklar. Mit einer SS-Division hatte gerade die letzte ernstzunehmende nazideutsche Streitkraft den Raum Dresden in Richtung Österreich verlassen. Dresden war stattdessen überfüllt mit „Soldaten, Genesenden, Dienstreisenden etc., so dass die Unterbringungsmöglichkeiten in Kasernen, Schulen und Turnhallen nicht ausreichten.“ (11)

Ansonsten das notorisch im Nazireich schon zu Friedenszeiten vorherrschende Kompetenzwirrwarr. Denn der Festungsbereich Dresden „verfügte noch nicht einmal über eigene Fahrzeuge und blieb darauf angewiesen, seinen Materialforderungen im Dschungel der Zuständigkeiten Gehör zu verschaffen“ (12). Was hätte sich denn noch groß von Dresden aus an nazideutscher Erhebung entfalten können?

Längst machten sich die Nazi- und SS-Bonzen bereit für den Absprung nach Südamerika, und schon im August 1944 hatte die Naziführung die deutsche Wirtschaft angewiesen, schleunigst ihr Geld über die Basler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ins sichere Ausland zu transferieren. Der Krieg war doch aus Sicht der Nazis längst gelaufen (13). Was sollten wohl die fußkranken und „genesenden“ Volkssturmeinheiten aus Dresden noch wenden? Wie hätte denn diese Laienspielschar den Krieg noch künstlich verlängern können? Sie hätten gegen die gut eingespielten ukrainischen Abteilungen der Roten Armee noch nicht einmal Sparringspartner abgegeben.

Es bleibt dabei: der Angriff auf Dresden war militärstrategisch absolut sinnlos. Auf jemanden einzutreten, der schon am Boden liegt ist unanständig, um es einmal in der Logik des Schulhofes zu formulieren. Bleibt abschließend noch die Frage zu klären: befand sich die Brandvernichtung Dresdens im Einklang mit geltendem Völkerrecht, Kriegsrecht oder mit was auch immer für einem Rechtssystem? Hilfreich ist hier der Aufsatz eines Wissenschaftlers der elitären Washingtoner Georgetown Universität (14).

Eric Langenbacher betrachtet das Ausmaß der alliierten Bombardierungen für das gesamte Deutsche Reich. Insgesamt ergossen sich 2.7 Millionen Tonnen Bomben über Deutschland im Zweiten Weltkrieg. 3.6 Millionen Wohnungen wurden verwüstet, wodurch 7.5 Millionen Menschen obdachlos wurden. Unter den Bombenopfern waren Frauen, Kinder und ältere Menschen deutlich überrepräsentiert. Wie schon gesagt: die härtesten Tritte, als Deutschland bereits am Boden lag: 72 Prozent aller von US-Bombern auf Deutschland gestreute Bomben wurden in den letzten zehn Monaten des Krieges verabreicht. Und der nach dem Krieg erstellte Bombardierungsbericht der USA (United States Bombing Survey) stellt fest, dass die Bombardierungen sich vornehmlich gegen kriegsunwichtige Branchen richtete, nämlich gegen Konsumgüterindustrie, was in jenen kargen Zeiten nur heißen konnte: die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung und Bekleidung.

Das heißt: nicht die Waffenschmieden wurden in erster Linie von den Bomberteppichen niedergestreckt sondern jene Bereiche, die für das akute Überleben der unbeteiligten Zivilbevölkerung unerlässlich waren. Mit anderen Worten: die „normale“ Bevölkerung wurde existentiell massiv bedroht. Ärzte, Feuerwehrleute und Sanitäter wurden von Tieffliegern niedergestreckt, aber auch einfache Bürger wurden Ziele militärisch sinnloser Attacken. Ein „lustiges“ alliiertes Tontaubenschießen auf unbescholtene Bürger sozusagen. Auf Alte, Kranke, Frauen, Hitler-Pimpfe.

Die Genfer Konvention von 1864 verbot eindeutig Angriffe auf feindliche medizinische Einrichtungen. Die Haager Konvention von 1907 besagt unmissverständlich in Artikel 23: „Das Luftbombardement, das zum Zweck hat, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren oder das Privateigentum, das keinen militärischen Charakter hat, zu zerstören oder zu beschädigen oder Nicht-Kombattanten zu verletzen, ist verboten.“ (15)

Artikel 25 verurteilt den Angriff auf nicht verteidigte Städte, Dörfer und Gebäude. Die Haager Konvention wurde nie vollständig ratifiziert, setzte aber schon Maßstäbe. Dass das eigene Terrorbombardement gegen Deutschland nicht rechtens war, wussten die Ankläger beim Nürnberger Kriegsverbrechertribunal ganz genau. Die infamen Bombenangriffe der Nazis gegen Guernica, London, Coventry, Warschau oder Minsk wurden als Anklagepunkte nicht aufgenommen. Denn das wäre ein Bumerang geworden gegen die Westmächte. So gab der Chefankläger der USA, Robert H. Jackson unverblümt zu Protokoll: „Dieses Thema wäre einer Aufforderung zur Erhebung von Gegenbeschuldigungen gleichgekommen, die in dem Prozess nicht nützlich gewesen wären.“ (16)

Doch soll uns das nicht davon abhalten, einen entscheidenden Anklagepunkt des Nürnberger Kriegsverbrechertribunals gegen den Naziterror an dieser Stelle anzuführen. Im dort formulierten Grundsatz 6(b) heißt es: „Verletzung der Kriegsgesetze und Kriegsgebräuche. Solche Verletzungen umfassen … Mord, Misshandlung oder Deportation zur Sklavenarbeit … die mutwillige Zerstörung von Städten, Märkten oder Dörfern oder jede durch militärische Notwendigkeit nicht gerechtfertigte Verwüstung.“ (17)

Wenn wir davon ausgehen, dass eine Rechtsnorm universell gültig ist, dann ist ein solcher Anklagepunkt selbstverständlich auch auf die Gräueltaten der US-amerikanischen und britischen Bomberverbände anwendbar. Oder beanspruchen die USA einen rechtlichen Exzeptionalismus frei nach der Losung der alten Römer: Quod licet Iovi, non decet bovi, also: was Jupiter erlaubt ist, gehört sich noch lange nicht für den Ochsen? Wir werden wohl vergeblich auf eine Beantwortung dieser Frage warten. Eric Langenbacher von der Georgetown Universität kommt jedenfalls zu einer unmissverständlichen Schlussfolgerung: „Die Bombardierung deutscher Städte während des Zweiten Weltkrieges stellte eindeutig eine Verletzung des Völkerrechts, der Militärethik und der Kriegskonventionen dar.“ (18)

Nun ist aus unserer Sicht eine „Militärethik“ ein Widerspruch in sich. Und auch die Kriegskonvention ist ein Kodex, an den sich niemand hält. Papier ist geduldig. Die Zeiten des galanten feudalen Kabinettskrieges sind nämlich schon lange vorbei. Wir leben im Zeitalter des Totalen Krieges. Der industriellen Vernichtung von Gütern und Menschen. Was Dresden angetan wurde, wird heute Baghdad, Kabul oder dem Jemen angetan. Die Logik des Totalen Krieges zieht sich wie ein roter Faden durch die jüngere Geschichte. Und wir erlauben es durch unsere Passivität jeden Tag aufs Neue. Möglich und machbar ist alles was widerstandslos geduldet wird.

Wenn jetzt das westliche „Verteidigungs“bündnis NATO die Generalprobe für den nächsten Totalen Krieg mit dem Großmanöver Defender 2020 auf deutschem Boden durchführt, sollten wir Zivilisten deutlich machen, dass wir ein weiteres Massaker an Zivilisten nicht zulassen werden. Begangene Verbrechen wie die Bombardierung Dresdens im Nachhinein über einen geschmacklosen Bodycount oder über gravierende Geschichtsfälschungen zu verharmlosen, sollen uns nur kommende Kriege schmackhaft machen. Der nächste Krieg beginnt mit dem Kampf um die Deutung der vergangenen Kriege.

Nachtrag: Familie Koch überlebt den Brand von Dresden und schlägt sich nach Jena durch. Hier wird der zehnjährige Helmut Koch von US-Soldaten genötigt, Munition aus Wehrmachtbeständen zu entschärfen. Als Helmut fliehen will, wird er zunächst wieder eingefangen, und die GIs schlagen ihm Zähne aus. Er entflieht erneut und wird von US-amerikanischen Tieffliegern beschossen, als er unter einem Felsen Schutz sucht. Er kann entkommen, als sich die Aufmerksamkeit der Tiefflieger auf einen herannahenden Personenzug richtet. Kaum ist Helmut aus dem Felsvorsprung entkommen, stürzt dieser herunter. Ein hollywoodreifer Actionthriller, den das ganz reale Leben schrieb. Und so erging es vielen Menschen in jener Zeit.

Familie Jäger kehrt zurück nach Hamburg. Heino Jäger wird Anfang der 1970er Jahre ein sehr populärer Kabarettist in Norddeutschland. Seine makabren und absurden Sketche („Lebensberatungspraxis Dr. Jäger“), wurden einem breiten Publikum durch den Norddeutschen Rundfunk bekannt. Sie bringen ihm die Bewunderung von Kabarettistenkollegen wie Hanns Dieter Hüsch ein. Doch sein extremer Alkoholkonsum führt zur Herausbildung einer Demenz. Heino Jäger dämmert in einem Altersheim in Bad Segeberg seinem viel zu frühen Tod entgegen. Für diese von den Bombennächten in Dresden seelisch Verletzten gab es damals noch keine psychologische Behandlung gegen Posttraumatische Belastungsstörungen. Und diese Opfer der Bombennächte wurden auch in keiner Statistik erfasst.

Literaturquellen und Anmerkungen:

  1. Zitiert aus Walter Kempowski: Der rote Hahn. Dresden im Februar 1945. München 2001. S. 18
  2. a.a.O., S.24
  3. a.a.O., S.28
  4. Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945. München 2002. S.359
  5. ebenfalls S.359
  6. a.a.O., S.361
  7. a.a.O., S.362
  8. a.a.O., S.363
  9. Rolf-Dieter Müller/ Nicole Schönherr/ Thomas Widera (Hg.): Die Zerstörung Dresdens 13. Bis 15. Februar 1945. Gutachten und Ergebnisse der Dresdner Historikerkommission zur Ermittlung der Opferzahlen. Göttingen 2010
  10. a.a.O., S.75ff; Rolf-Dieter Müller: Die militärische Bedeutung Dresdens im Frühjahr 1945 und die Auswirkungen der alliierten Luftangriffe.
  11. a.a.O., S.79
  12. ebd.
  13. Hermann Ploppa: Der Griff nach Eurasien – Die Hintergründe des ewigen Krieges gegen Russland. Marburg 2019
  14. Eric Langenbacher: Die Alliierten im Zweiten Weltkrieg: das angloamerikanische Bombardement deutscher Städte. In: Adam Jones (Hg.): Völkermord, Kriegsverbrechen und der Westen. Berlin 2005. S.134ff
  15. a.a.O, S.146
  16. a.a.O., S.151
  17. a.a.O., S.153
  18. a.a.O., S.154

Bildquellen:

  1. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Us-luftbild_1945_wuerzburg_stadtmitte_no.7065.jpg – gemeinfrei
  2. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-Z0309-310,_Zerst%C3%B6rtes_Dresden.jpg – gemeinfrei
  3. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-16552-0002,_Victor_Klemperer.jpg – gemeinfrei
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundesarchiv_Bild_146-1977-124-30,_Berlin,_Fl%C3%BCchtlinge.jpg – gemeinfrei
  5. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:RIAN_archive_611869_Armored_breakthrough_at_the_Visla_beachhead.jpg – gemeinfrei
  6. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dresden_hbf_bus.jpg – gemeinfrei
  7. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:B-17_Flying_Fortress.jpg – gemeinfrei
  8. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Luftaufkl%C3%A4rung_Koblenz_6-11-1944.jpg – gemeinfrei
  9. https://b17flyingfortress.de/details/b-17-vs-b-24/ – gemeinfrei
  10. https://www.wikiwand.com/de/Dresden#/Zeit_des_Nationalsozialismus – gemeinfrei
  11. https://www.stadtbild-deutschland.org/forum/index.php?thread/509-bilder-vom-alten-dresden/&pageNo=15 – gemeinfrei
  12. https://www.wikiwand.com/de/Luftangriffe_auf_Dresden – gemeinfrei
  13. © Archiv Holger Naumann – Gemeinfrei
  14. https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/ph003736 – gemeinfrei
  15. https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/ba005532 – gemeinfrei
  16. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J07186,_Berlin,_Anschlags%C3%A4ule.jpg – gemeinfrtei
  17. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fotothek_df_ps_0000010_Blick_vom_Rathausturm.jpg – gemeinfrei
  18. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heilbronn_1945_US_Army_retouched-2.jpg – gemeinfrei
  19. https://museen.nuernberg.de/memorium-nuernberger-prozesse/themen/die-nuernberger-prozesse/der-internationale-militaergerichtshof-1945-1946/die-angeklagten/ – gemeinfrei
  20. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%2BAnklageschrift_-N%C3%BCrnberg_-_Internationaler_Milit%C3%A4rgerichtshof_-.jpg – gemeinfrei
  21. https://de.wikipedia.or/wiki/Datei:Stuttgart,_Royal_Air_Force_Bomber_Command,_1942-1945._CL3437.jpg – gemeinfrei
  22. https://de.wikipedia.org/wiki/Bagdad – gemeinfrei
  23. https://www.popsike.com/Heino-Jger-Fragen-Sie-Dr-Jaeger-NEAR-MINT-Metronome-Vinyl-LP/382314392453.html

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Hermann Ploppa hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem:

„Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“

„Hitlers amerikanische Lehrer: Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung“

„Der Griff nach Eurasien: Die Hintergründe des ewigen Krieges gegen Russland“.

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49 Kommentare zu: “HIStory: Die Bombardierung Dresdens im Februar 1945

  1. Sylke sagt:

    So schockierend obwohl ich im Grunde wusste was damals geschah.
    Dies sollten sich mal einige Linke anhören die so gern " Bomber Harris do it again" propagieren

    • Hartensteiner sagt:

      Sylke, das sind nicht LINKE, das sind IRRE. Da man keine Lizenz braucht, um sich links zu nennen, kann man nichts dagegen tun, dass die sich als solche bezeichnen um zu verbergen, dass sie IRRE sind.

  2. Hartensteiner sagt:

    Da ist doch immer die Rede von den geschichtsvergessenen Reichsbürgern und anderen Rechten. Und was sehe ich? Sogar bei BBC und auf anderen Seiten wird groß eine Werbung für "Reichsbürger-Klamotten" gefahren. Wer macht sich da Sorge, dass die aussterben könnten und gibt tüchtig Geld aus, um die zu fördern? Solche Werbung kann sich kein kleiner, verirrter Reichsbürger- oder Neonaziladen leisten, da steckt richtig Geld dahinter. (Schade, dass ich die Bilder davon nicht hier reinsetzen kann). Das ist schon interessant!

  3. Name Erforderlich sagt:

    Sehr eindrucksvoll geschildert!

    Die Völkermordabsicht lässt sich noch heute am Baubestand sehen – jedenfalls dem, der sehen will.

    Diverse Villenviertel der Stadt, zb. Blasewitz oder auch der Elbhang gegenüber, haben deutlich weniger bis gar keine Bomben abbekommen. So stehen die repräsentativen Anwesen der damaligen Industriellen und korruptesten Parteibonzen noch heute, gut sichtbar für jeden, gefeiert von den Touristen.

    … und auch heute wohnen darin die reichlich be-diäteten Landtagabgeordneten, Wirtschaftsleute, Banker … linientreue Prominente … und evtl. auch jene korrupten Historiker, welche für Ingolf Roßberg die zur Verwendungung von Propagandisten vorgesehene falsche Summe der Todesopfer "erforschten".

    … der Thomas'sche Teil der Gesellschaftsfeinde aus der De Maizière Familie lebt auch in solchen Villen. So ist wohl auch wenig Zufall bei der Entstehung von Pegida in genau dieser Stadt.

    Das wahre Ausmass ist auch von den Blindgängern herleitbar, welche ausgegraben worden. Und eigentlich bereits anhand der Luftaufnahmen und Einsatzpläne beweisbar, die der sog. Kampfmittelräumdienst noch immer verwendet um Blindgänger zu finden (nicht nur in Dresden).

    … usw … usf …

    Die Stadt selbst geht falsch mit ihrer Geschichte um. Ihre Bürger noch falscher.

  4. Isabelle Emcke sagt:

    https://www.bitchute.com/video/dbZwKX5ERuFz/

    https://t.me/WetteradlerKanal/942

  5. Ralf Becker sagt:

    Üben den Zweiten Weltkrieg muss man es wissen, dass die Schweiz Hitlers wichtigster Hehler war. Ohne die Schweiz wäre der Krieg nicht finanzierbar gewesen.

    Spiegel, 17.03.1997
    SCHWEIZ
    Hitlers beflissene Hehler

    NZZ, 04.10.2018
    Die Schweiz – Land der Spione

    chris-intel-corner.blogspot.com, May 23, 2012
    Allen Dulles and the compromise of OSS codes in WWII

    Heise, 4. Oktober 2007
    Über einen Täuschungskünstler, der die Welt zu seiner Bühne machte
    Die schmutzigen Tricks des Allen Dulles (Teil 1/4)

    https://media.ccc.de/v/JXHVSA
    Der Mann, der die CIA erfand
    Markus Kompa
    2017-09-03

    Berliner Zeitung, 15.7.2006
    Die Geld-Geschäfte des Großvaters von George W. Bush: Goldener Notgroschen für Nazi-Führer

    ksta, 21.01.09
    Operation Walküre – Verborgene Spur in die USA

    azvision.az, 07 September 2019
    Verborgene Seite der US-Geheimdienste: So vereitelte die „junge CIA“ Hitler-Attentate

    Welt, 01.10.2008
    Robert-Koch-Institut unterstützte Nazi-Gewalttaten

    Welt, 24.06.2008
    ZWEITER WELTKRIEG
    Als das Deutsche Rote Kreuz sich braun färbte

    pravda-tv, 19. November 2014
    BIZ – Hitlers Kriegsbank: Wie US-Investmentbanken den Weltkrieg der Nazis finanzierten und das globale Finanzsystem vorbereiteten

    okkulte-nazis.blogspot.com, 15. Februar 2010
    Warburg: Hitlers "jüdische" Banker

    httpcreachmichelblog.wordpress.com
    Wie London und der Wall Street Hitler an der Macht und der I.G. Farben machen

    Zeit, 3. Dezember 2013
    Organisation Gehlen:
    Nazis in der BND-Vorgängerorganisation

    wintersonnenwende.com
    Stalins geheime Kriegspläne
    Warum Hitler in die Sowjetunion einmarschierte

    Spiegel, 10.01.1962
    FREIMAURER
    Im Labyrinth der Logen
    …..Auch Churchill, Eisenhower…..gelten in der Internationale der Freimaurer als "Brüder".

    Handelsblatt, 01.01.2006
    GROSSBRITANNIEN
    Dokumente enthüllen geheime Churchill-Pläne

    Welt, 13.03.2008
    Churchill soll Hitler zum Krieg angestachelt haben

    SZ, 17. Mai 2010
    "Churchill, Hitler und der unnötige Krieg"
    Hitler? Harmlos!

  6. skyman sagt:

    Gott, Gütiger.
    Dieser Wahnsinn.
    Kann das mal wer in sozusagen Atombomben-Kilotonnen umrechnen, was in Dresden, und evtl. auch in Coventry passierte?

    Ich weiß nur, dass mein Vater (*1928) mir zu seinen Lebzeiten sagte, aus der Ferne den hellrot erleuchteten Nachthimmel über dem brennenden Dresden gesehen zu haben. Ihm war mal alles andere als wohl dabei, als er mir davon berichtete. Menschen seien in die wütenden Feuersbrünste hineingesaugt worden, für ihn war das einfach unvorstellbar. Er berichtete aber ohne jeden Hass. Als gebürtiger Sachse kam er aus der Dresdner Ecke, und damals wusste man nicht, wer von seinen Bekannten in den Kriegswirren wo war.

    Mit meinem Alten hätte es nie wieder Krieg gegeben, obwohl er im RAD war, später in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet, und infolgedessen danach sein Leben in die eigene Hand nahm.

    Ich bin so dermaßen angewidert von Menschen, Organisationen oder Strukturen, die immer noch meinen, Krieg sei eine Option für irgendwas.
    Wer das meint, soll sich auf eine global verbindliche Liste setzen lassen, und dann können die sich meinetwegen auf dem Muroroa-Atoll gegenseitig abschlachten, bis dass nur noch einer von denen übrigbleibt. Derjenige kann das "Paradies" im Südpazifik dann gerne behalten und soll dort "glücklich" verr*cken.

  7. Tabascoman sagt:

    @Hartensteiner:

    Hitler wollte mit dem Krieg ein vereinigtes Europa, bzw die Macht darüber. Also auch nur genau das, was Figuren wie Stalin und viele andere – an Machtgier erkrankte -auch "nur" wollten. Hitler hätte allerdings Teilerfolge seiner Machtgier sichern können, wenn er Verhandlungen irgendwie und früher angestrebt hätte. Aber "hätte" ist so ein Wort. In der Realität sollten wir froh sein, dass der Krieg schon im ersten Halbjahr 1945 zu Ende war. Sonst gäbe es wahrscheinlich nicht "Hiroshima & Nagasaki", sondern "Berlin & Frankfurt" oder so.

    • Goldfinger sagt:

      Man hat sich schon vor dem Ende des Krieges in Europa in der USA daran geeinigt, dass die Atomwaffen aus propagandistischen Gründen über asiatische Stätte getestet bzw. an Stalin vorgeführt werden sollen.
      Auf deutsch gesagt hat man angenommen, dass selbst die Amerikaner diese fürterliche Tests, wobei seinerzeit die Art und Weise des Sterbens / Gesundheitsschädigung noch nicht klar gewesen ist, so besser hinnehmen würden.
      (Das war ja klar, dass die Masse an Menschen die sich im Kern der Explosion befinden einfach in 0,nix verdampfen werden, aber die weitere folgen an der peripherie waren seinerzeit noch nicht klar.)
      Wie die hinterher gefertigte Fotos bewiesen haben, war es tatsächlich ein sehr grausame Art durch Strahlenbelastung zu sterben. So Deutschland drohte zu keiner Zeit einen Angriff mit Atomwaffen.
      Openheimer und vielen Anderen war spätestens dann klar geworden, dass die deutsche Wissenschaftler von den Amerikaner über den Tisch gezogen worden sind. Sowas verändert dann einen, verständlich. Openheimer wurde dann die Sicherheitsfreigabe entzogen. (Man gab den deutschen und ungarischen Physiker vor die Waffe "gegen Hitler" einsetzen zu wollen.) Er hat seinen Arbeit getan, er könnte gehen.

    • Hartensteiner sagt:

      Du solltest bei der Beschreibung der Ziele Hitlers ergänzen, dass er für sein vereinten Europa jede Menge "unwertes Leben", wie zum Beispiel Slawen, vernichten wollte. Da hätte er eine Menge zu tun gehabt.

    • passant sagt:

      @ Tabascoman
      Klingt sehr nach der grünen Kanzlerkandidatin, die ja auch glaubt, dass die Einigung Europas auf den Schultern ihres Wehrmacht-Großvaters stattgefunden hat (in einer Rede vor dem Atlantic Council im Mai). Die europäischen Einigungsversuche waren Kolonisierungsbestrebungen, die in Bezug auf Russland und die Sowjetunion stets in eine Richtung verliefen. Also nicht anders als heutzutage.

  8. Goldfinger sagt:

    Ich kann jedem empfehlen das Werk des amerikanischen Schriftstellers Kurt Vonnegut zu lesen. Er hat die Bombardierung Dresden als Kriegsgefangene in der Stadt erlebt und dies in seinem Roman "Schlachthof 5" verarbeitet. Sein Roman wurde auch verfilmt.

  9. prismamedien sagt:

    Ich danke für diesen offenen Beitrag, den man sicher schnell wieder in die rechte Ecke stellen wird.

    Auch meine Recherchen als Verleger zu diesem Thema bestätigen die Zahlen. Ich gehe von wenigstens 150.000 zur Unkenntlichkeit verbrannter Leichen in der Bombennacht in Dresden aus. Es befanden sich so gut wie keine Soldaten, sondern überwiegend Flüchtlinge, Frauen und Kinder in der Stadt. Der Bombenangriff vom 13. auf den 14. Februar 1945 war in meinen Augen ein beabsichtigter Völkermord und ist weder militärisch noch aus der Sicht der Kriegsschuld zu rechtfertigen.

    An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass der von der amerikanischen Regierung eingeführte „Valentinstag“ in Deutschland jedes Jahr am 14. Februar vom Massaker der Alliierten ablenken soll. Im Übrigen traf es meine Heimatstadt Würzburg, als schönste Kulturhauptstadt Europas durch ihre barrocken Bauten, weitaus schlimmer als Dresden. Ganz 6 Häuser überlebten die totale Zerstörung dieser neben Dresden und Nürnberg vermutlich schönsten Stadt in Deutschlands.

    Stehen wir endlich für unser Recht auf Wahrheit auf! Die etablierte bisherige Geschichte über die Zerstörung deutscher Städte ist reine Lüge und frei erfunden!

    • Hartensteiner sagt:

      Das mag ja alles stimmen – aber statt hinterher zu klagen hätte man eben einfach keinen Krieg anfangen sollen. Das wäre doch die einfachste Möglichkeit gewesen, sämtliche Gräuel von WKII zu vermeiden. Das hat man weder getan, noch versucht – dann kann man eben nicht klagen, wenn man plötzlich erkennen muss, dass der Wahnsinn von Krieg ganz rasch in einen grenzenlosen Wahnsinn müden kann.
      Nun möchte ich aber auch nicht irgendwelche Märchen darüber hören, dass Deutschland in diesen Krieg gezwungen worden wäre. Niemand war im Begriff Deutschland erobern zu wollen und kein Land hätte dazu den Mut gehabt. Es war nicht einmal irgend ein Land auf diesen Krieg annähernd vorbereitet. So erzählten Veteranen von Sebastopol, dass sich anfangs 5 Soldaten ein Gewehr teilen mussten, ehe es gelang Nachschub zu schaffen. Auch die Westalliierten hatten sozusagen den Zug verpasst. Siehe Frankreich, das nichts hatte, was es D entgegenstellen konnte.
      Es wäre durchaus möglich, ja einfach gewesen, diesen Krieg zu vermeiden – und so hat eben alles seinen Preis. Man kann froh sein, dass nicht auch auf Berlin eine Atombombe gefallen ist….

    • Hartensteiner sagt:

      PS: Diesmal – wenn es nach unseren Kriegshetzern geht – wird auch Berlin in einer Glutwolke verschwinden.

    • Werweißdasschon sagt:

      @ Hartensteiner

      Was sie da schreiben ist reiner, kalter Zynismus und offenbart Menschenhass in ihrem Herzen.

      Evtl. sagen Sie das geschriebene mal jemanden, der oder die das Massaker überlebte. Oder den Kindern die da verbrannt sind, die ja bekannt dafür sind die Kriege ständig anzufangen.

      Und schreiben sollten Sie in Zukunft auch nichts, das die aktuelle Situation anzweifelt, von wegen das die Pandemie evtl. keine ist. Denn nach Ihren Maßstäben sind das ebenfalls "Märchen".

      P.S.:
      Aber in Antideutschen Kreisen kommen Sie damit bestimmt gut an und viele schlagen Ihnen auf die Schultern für einen solchen Mist..

    • Alcedo sagt:

      Auch ich finde die Schlußbemerkung mangelhaft; Deutschland rüstet wieder offen für den Krieg, trägt zu Spannungen in der Welt bei und Mißverständnissen. Wir müssen aufstehen für Nie wieder Krieg von deutschem Boden! Verantwortung heißt friedliche Koexistenz und nicht Rohstoffraub. Wenn wir das eigene Waffenklirren beendet haben können wir uns um eine sauberere Geschichtsschreibung der Vergangenheit bemühen.

    • Hartensteiner sagt:

      Werweißdasschon – es ist also "antideutsch", wenn ich sage, dass die Kriegsgräuel – die in jedem Krieg zu beobachten sind – dadurch hätten vermieden werden können, dass Deutschland keinen Krieg angefangen hätte bzw. hätte alles tun müssen, ein solche zu vermeiden? Im Gegenteil. Es wäre uns ein viel schöneres Deutschland geblieben.
      Und dass es zynisch ist zu erwähnen, dass ganz D in einer Glutwolke verschwinden wird und nicht nur Berlin, wenn die Menschen weiterhin z.B. über Wahlen die Kriegshetzer wieder und wieder legitimieren? Das ist nicht zynisch, das beschreibt, was beobachtet werden kann.
      Du solltest Dir das lieber mal überlegen, statt einfach mit Hetze loszulegen.

    • Werweißdasschon sagt:

      @ Hartensteiner

      Wenn du mir den Teil mit der "Hetze" zeigst, dann bitte ich entsprechend um Entschuldigung.

      Deine Dünnhäutigkeit ist eher dem Umstand geschuldet, dass dir selber bewusst ist, dass deine Aussagen oben unwürdig sind.
      Du hast schon an anderer Stelle durchblicken lassen, dass du von Menschen nicht viel hälst und verteilst gerne mal die "Generalschuld" an alle. Aber das ist zu einfach und einfach ungerecht bzw. eine Hybris und selbstsüchtig.

      Du kannst nicht einfach mal die ganzen Opfer als Schuldige genralisieren. Das ist einfach nur unteres Niveu.
      Die Menschen die in Dresden und auch andernorts verbrannten wollten keinen Krieg. Auch heute wollen die meisten Menschen keinen Krieg.

      Dir sind die heutigen Manipulationen, seitens der Macht, wohl bekannt und kennst die Mechanismen die heute wirken um Massen in bestimmte Richtungen zu treiben. Dann allen ernstens zu behaupten, dass das früher nicht bereits der Fall war und es als Märchen abzutun ist unschön, gelinde gesagt.

      Aber ich erzähle jetzt ein Märchen für dich, dass dich evtl. zum Nachdenken anregt (falls das noch erlaubt sein sollte):

      Die heutige Pandemie und andere Aktionen die global wirken (BLM, LGTB usw. usf. uvm.) und höchst manipulativ sind, ist den selben Leuten bzw. Gruppierungen zu verdanken (teilweise auch Nachfahren), die auch WW1 und WW2 geplant, gewollt und durchgeführt haben. Der immense Machtzuwachs nach den Kriegen und die Weichen in Richtung Globalisierung, sind einzig und allein den Kriegen zu verdanken.
      Das die heute noch frei wirken/agieren können und nach den Weltkriegen (bzw. war es nur ein Krieg) ist dem Umstand zu verdanken, dass Menschen wie du es als Märchen abtun und solchen Gruppierungen keine Aufmerksamkeit schenken. Im Gegenteil, werden diese sogar als Helden gefeiert. UN, Nato und co danken dir dafür mit Gewissheit.
      So genug vom Sandmann für heute…

      Am Ende ist eine sehr alte Regel anzuwenden: Cui bono

      Aber mit Märchen und Zufällen kann man auch alles erklären. Wems gefällt..

    • Hartensteiner sagt:

      Nochmal an Werweißdasschon. Wenn ich daran denke, dass mein Großvater gleich Anfang 1933 aus dem Dienst flog, weil er "politisch unzuverlässig" war (so der Gauleiter, schriftlich) UND der damit zur Persona Non Grata wurde, den – obwohl allgemein bekannt – die Leute auf der Straße nicht mehr gegrüßt haben, manche sogar die Straßenseite wechselten, wenn sie ihn kommen sahen, dann schien es mir nicht an Leuten zu fehlen, die das System ohne Wenn und Aber unterstützt haben – bis hin zum Krieg (Aus den Rede meines Großvaters: "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!".
      Das mit der Propaganda entschuldigen zu wollen, war damals unsinnig und ist es heute. Schließlich war mein Großvater der gleichen Propaganda ausgesetzt, wie alle. Und heute? Du und ich, wir sind der gleichen Propaganda ausgesetzt, wie alle. Und Jede und Jeder kann sich frei entscheiden, ob er sich dieser anschließen möchte, oder eben nicht – was übrigens mit Bildung wenig zu tun hat. Damals wie heute gab und gibt es ganz einfache, ungebildete Menschen, die ein Gefühl dafür haben, was richtig ist und was nicht, und unter den "Gebildeten" ist die Zahl der Erkennenden nicht größer.
      Es gab damals nicht und es gibt heute nicht eine Entschuldigung für die "Mitmacher". Sie tragen die volle Verantwortung für das, was aus ihrer Entscheidung folgt.
      Dass im Wahnsinn des Krieges – seien es die Opfer in Dresden, seien es Russen, die in eine Scheune oder Kirche getrieben wurden und dann abgefackelt, oder in Stalingrad dem Hungertod preisgegeben usw. keinen Unterschied mehr gibt, ist eben eine dieser Folgen. Es heißt: WEHRET DEN ANFÄNGEN! Und wer das nicht tut, hat die Folgen zu tragen und sollte nicht rummeckern. Erst recht nicht Generationen, die nicht davon betroffen waren.

    • Werweißdasschon sagt:

      An Hartensteiner

      Vorab muss ich an dieser Stelle ein Kompliment aussprechen (Ist nicht geschleimt). Die Disskussionen mit dir machen wenigstens Spaß hier, auch wenn diese Kontrovers sein sollten.

      Nun zu Sache:

      Ich kann dir nur Recht geben, bezüglich deiner Aussagen. Man trifft diese Entscheidung. Aber diese Aktion wird bei jeder Person von verschiedenen Faktoren beeinflusst, Daher ist eine Verallgemeinerung nicht angebracht.
      Zum einen ist da die Informationslage. Wie du schreibst ist auch der Instinkt eine der Faktoren, wenn die Informationslage nicht vorhanden ist. Aber auch dieser Instinkt bildet sich abhängig vom "Werdegang" des einzelnen. Unsere Umwelt beeinflusst uns nun mal.
      Das dein Opa einen kritischen Geist bewahren konnte, könnte mannigfaltige Ursachen haben. Etwa in der Kindheit oder andere Erlebnisse im späteren Lebensverlauf.
      Nun über andere zu urteilen, die nicht das "GLÜCK" hatten ähnliches zu erleben wie dein Opa, ist wie oben schon erwähnt zu einfach. Deswegen sind es aber keine schlechten Menschen.
      Zu dem Ereignis in Dresden: Die hunderttausende die im Bahnhof verbrannten z.B., haben die NSDAP nicht gewählt. Die haben auch den Krieg nicht gewählt. Im Gegenteil, wurden diese Menschen niemals gefragt, ob diese Krieg wollen oder ob diese vertireben werden wollen oder dass ihre Existenz mit Feuer von der Erde getilgt werden soll. Diese konnten die Entscheidung also niemals treffen.

      Heute wird wieder in Richtung Krieg hingearbeitet, gewiss. Aber das ist so subtil und die Bevölkerung ist so indoktriniert und im ständigen Panikmodus gehalten, seit Jahrzehnten massivst, dass diese keine eigenen Entscheidungen treffen können. Es ist also nur ein Anschein von einer Entscheidung vorhanden. Genauso wie die Demokratie oder unsere Freiheit nur ein Anschein ist.

      Dein kritischer Geist ist evtl. durch dein Opa geprägt, da du ihn schon das zweite mal erwähnst. Aber viele Millionen andere haben nicht das "GLÜCK" dein Opa gehabt zu haben.

      Ich will damit nur sagen, dass deine Aussage richtig ist, bezüglich der Entscheidung, aber das nur sehr eingeschränkt. In Elitären gebildeten Kreisen, die über die Informationslage verfügen und dort bewusst für das Mitmachen entschieden wird, kann man diese Personen gerne verantwortlich machen. Da bin ich ebenfalls dafür. Aber für die Massen gilt das nicht und es ist Arrogant, das von oben herab zu tun.

      Nebenbei am Rande: die meisten Opfer haben ihr ganzes Leben noch vor sich gehabt und wurden nie gefragt oder konnten im "Entscheidungsprozess" mitreden.

      Fazit:
      Auch wenn du mir (mein Gefühl nach) wiedersprechen würdest/wirst, aber bitte denke für dein eigenes Wohlbefinden an folgendes:
      Der Mensch ist im Grunde nicht schlecht, auch wenn dir von allen Seiten das Gegenteil eingeimpft wird.
      Das geschieht bewusst und ist ein elementarer Teil einer sehr langen Agenda, das alle uns bekannten Agenden umschließt.

    • Werweißdasschon sagt:

      P.S.:

      Die Täter Opfer Umkehr wird auch veranschaulicht vom WEF.

      Z.B. bei der ganzen Klimaagenda.

      Hier wird die Verantwortung an die Massen abgewälzt, von denen, die über sehr lange Zeiträume den Planeten für Profit nahezu vergewaltigen und das nachwievor tun. Dann machen diese Personen öffentlich die armen Schlucker dafür verantwortlich, dass diese sich belastete T-Shirts kaufen z.B. und wieso nicht jeder im Bio Laden einkaufen tut.
      Die Krönung ist, dass die Täter sich dann auch noch durch diese Umkehr am Ende als Helden und Retter feiern können.

    • Name Erforderlich sagt:

      Danke für die Erklärung!

      So ergibt mir der jährliche Hype um den Valentinstag erstmalig Sinn.

      Was die Religiösen hier zusammen gedichtet haben ist unbrauchbarer Quatsch. Kein Grund für Grossmedien so intensiv und konsistent immer wieder davon zu schwafeln und alle zum Kauf von abgeschnittenen Blumen und anderem Kitsch zu drängen.

    • chaukeedaar sagt:

      Beim Lesen des Artikels erging es mir als Aussenstehender ziemlich wie dem Kommentator Hartensteiner. JEDER, der damals innerlich auf die Frage: "Wollt ihr den totalen Krieg?" nicht mit Nein antwortete, musste sich nachher nicht beschweren. Wie man in den Wald ruft, so tönt es zurück. Es gab Menschen, die Deutschland früh verlassen haben, als sie den Totalitarismus erkannten, diese hats z.B. nicht getroffen.

      Nachtrag: Mir selber widerstrebt das Argumentieren in "Nation gegen Nation" zwar, aber das war halt damals die Zeit, und auch heute verhält sich der Mensch nach wie vor wie ein Herdentier. Die, die sich individuell und vor allem intuitiv verhalten, mögen auch heute dem nächsten (gespritzten) Genozid entgehen!

  10. info@vernissage-laboratorium.de sagt:

    Herr Ploppa, wir lernen aus der Vergangenheit, mit welchen Monströsen Verbrechen, die Herrscher Dynastien, uns Menschen, Minimum Massakrieren werden. Leider ist IHR Vorrat an Unmenschlichkeiten unerschöpflich, so das wir uns auf einiges Mehr, von IHNEN gefasst machen müssen.

  11. Alcedo sagt:

    nebenbei: In den 90igern wurde ein eindrucksvolles Mahnmal weggeräumt, zu Ostzeiten war die Frauenkirche so verblieben
    bild: http://www.goethegym-biw.de/zeitung/wp-content/uploads/2019/04/Frauenkirche_1970-768×553.jpg
    kombi: https://www.dw.com/de/helmut-kohl-kanzler-der-deutschen-einheit/a-4290556

    • Hartensteiner sagt:

      Alcedo, da kommst Du auf einen ganz wesentlichen Punkt. Statt ein paar Ruinen liegen zu lassen, um die Menschen daran zu erinnern, was Krieg heißt, mussten die alle weggeräumt werden, damit sich die nächste Generation wieder so bereitwillig – aus Ahnungslosigkeit – verheizen lässt wie frühere Generationen. Das ist längst schon wieder so weit, sonst hätte man niemanden gefunden, der sich hätte nach Afghanistan (oder wo die sonst noch herumlungern) schicken lassen. Und die Kriegshetzer von AKK bis Baerbock – und davon gibt es noch viel mehr – würden auf Granit beißen. Aber wie alles Andere wird auch das abgenickt.

    • Name Erforderlich sagt:

      So ganz weggeräumt ist die nicht: die originalen verkohlten Sandsteine wurden absichtlich schwarz belassen, DAMIT die Ruine des Gebäudes sichtbar bleibt. Das ist auch so und eigentlich sehr eindrucksvoll.

      Die meisten Touristen und auch Einwohner sind jedoch zu blöd wahrzunehmen was da vor ihnen steht.

      Ihre grundsätzliche Aussage ist jedoch berechtigt: jene korrupten Hirne, die uns lenken nehmen jede Gelegenheit wahr die Vergangenheit auszulöschen und zu verklären. So auch hier.

  12. Lesesalamander sagt:

    Lieber Hermann, als Dresdner Bürger danke ich dir für ein Stück glaubwürdiger und plastischer Stadtgeschichte.

  13. Zivilistin sagt:

    http://www.bluemoonofshanghai.com/politics/a-us-war-story-dresden-germany/

    Führend waren damals die Britische und die Deutsche Luftfahrtindustrie, die Briten hatten Radar und nur darum konnten sie ihre Ziele nachts finden, die Bomber waren auf 'Nutz' Last optimiert. Die B-17 waren eigentlich gar keine Bomber, sondern sollten Sperre fliegen an der US Küste (flying fortress), eine absurde Idee. Die Deutschen konnten das Britische Radar ohne eigene Sender nutzen, noch heute sind die Deutschen die Meister des Passiv Radars. Die USA kam erst über den Umweg Kanada zum Radar: NORAD.

    Weil die Amis technisch gegenüber Europa rückständig waren, konzentrierten sie sich auf Asien, in Europa flogen sie Tagangriffe gegen Punktziele. Erst durch die Aneignung Deutschen know hows wurde die US Luftfahrtindustrie führend. Die RAF praktizierte den Feuersturm wissenschaftlich.

    Auch Napalm wurde damals schon ausprobiert, ich habe noch einen Brief meiner Großmutter, sie wohnte gerade südlich oberhalb des Kessels, am Tag nach dem Angriff lagen 'Benzinkanister' im Garten !

  14. C. Löwe sagt:

    Vielen Dank für die informative Zusammenfassung! Mich würde jetzt noch interessieren; waren es eher 200.000 oder 20.000 Opfer? Auch wenn das in dem Beitrag so bissel abgetan wurde, finde ich es schon wichtig, v.a. weil es nicht "nur um ein paar Hundert" zivile Opfer mehr oder weniger geht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so schwierig ist, zumindest die Größenordnung einigermaßen zu erfassen. Es gibt ja nicht umsonst den Heidefriedhof… zum Beispiel.

    Meine Familie lebt im Osterzgebirge, ca. 35 km südl. von Dresden. Und für alle Älteren war das ein einschneidendes Erlebnis, auch wenn sie so weit weg waren. Alle meine Groß- und Urgroßeltern haben den "brennenden Horizont" nie vergessen und die Flüchtlinge und Hungernden, die Tage danach zu den Bauern im Umland kamen.

    • Zivilistin sagt:

      es waren wohl noch mehr > Larry Romanoff

    • Tabascoman sagt:

      Auf den Elbwiesen hielten sich geschätzt 600ooo Flüchtlinge aus Schlesien (oft Breslau) auf.
      Es wurden 202o4o Tote gezählt,
      Davon wurden ca 60ooo identifiziert.

      Als Vorbereitung für den Völkermord in Dresden forderte Churchill

      Ich möchte keine Vorschläge haben,
      wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können.
      Ich möchte Vorschläge haben,
      wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.

      (auf der Webseite https://polpro.de/tm21.php#20210213 mit weiteren Links)

      Der "feine" Unterschied: Tote in der Stadt und Tote auf den Elbwiesen.
      Völkermord war es in JEDEM Fall.

      Die Schäden der Bahngleise sollen bereits nach 2 Tagen behoben worden sein.
      Auch daran sieht man: Die Infrastruktur war wohl nicht das Ziel. Das Ziel waren Bürger.

  15. wasserader sagt:

    In den 1960er Jahren sprach das Rote Kreuz von 280000 Toten alleine in Dresden .
    Der Zynismus der Antideutschen in Deutschland
    und das Schweigen der Politik und MSM ist für die aktuelle Politik in Deutschland bezeichnend ;

    https://de.metapedia.org/wiki/Datei:Mercedes_Reichstein.jpg


    Und während die PR und Politik in Deutschland noch Fanfaren gegen Rechts posaunen
    und der Sport gegen Rassismus kniet
    topt die aktuelle Politik die Verkommenheit der Medizin unter den Nazis bravourös.

  16. vizero sagt:

    Auch ich habe eine Ergänzung: Während Ebingen (jetzt Albstadt Ebingen) ordentlich Bomben abbekommen hat (Stadt mit damals etwa 15 000 Einwohnern, mit Textil- und Maschinenbauindustrie), hat Tailfingen (jetzt Albstadt Tailfingen, damals etwa 10 000 Einwohner) als Sitz vom Kaiser-Wilhelm-Institut mit Forschungsbereich Atomkraft/Bombe trotz vergleichbarer Industriestruktur keine einzige Bombe abbekommen, aber nach Ende des Kriegs bzw. nachdem die Franzosen die Gegend erobert hatten kamen die Amis und haben Otto Hahn und seine wichtigsten Mitarbeiter abgeholt (Quelle: Opa, Verwandte). Hahns Versuchs-Atomreaktor stand aber in Haigerloch, das auch weitgehend verschont wurde.

    • vizero sagt:

      Die Bauern der Umgebung wurden jedoch gerne von alliierten Jagdflugzeugen auf aufs Korn genommen, wenn sie sich nicht rechtzeitig versteckt haben.

    • vizero sagt:

      Vergessen: die Bauern bei den Feldarbeiten.

    • Zivilistin sagt:

      Also noch mehr Atomforschung in der Gegend.

      Was die Amis von den Deutschen geerbt haben, können Sie bei Veterans Today, Nuclear Education nachlesen. Deutschland hatte große Mengen Urans in Antwerpen erbeutet (Teil 2 dieser Geschichte ist dann die Ermordung Hammarskjölds in Katanga, dort kam das Uran her, Belgien hatte aber keine Verwendung dafür, man wußte aber offenbar, daß das Material interessant werden wird).

      Nur mit dem Deutschen Know How konnten sich die Amis in Japan ohne Invasion an den Verhandlungstisch nuken und nur dadurch konnten sie mit frei gewordenen Resourcen in dem bereits seit Tagen befreiten Korea einmarschieren. Die hölzernen Städten Nordkoreas wurden dann mit Napalm pyrolisiert, darum sehen Sie heute nie Bilder von historischen Gebäuden in NK.

      Die U-235 Geschichte konnte ich im Familienkreis verifizieren.

      Deutschland arbeitete an dem was man heute taktische Atombombe nennt. Flugzeugfreaks haben sich immer gewundert, daß Hitler sämtliche Kampfflugzeug Entwürfe von überlegener Schnelligkeit durch die Forderung kaputt gemacht hat, daß sie eine oder zwei 500 Kg Bomben tragen können müssen, nur so wird ein Schuh draus.

  17. dirty old man sagt:

    Slaughterhouse Five or The Children’s Crusade (1969)

    Deutsch als: Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug. Übersetzt von Kurt Wagenseil. Hoffmann & Campe, Hamburg 1970, ISBN 3-455-07955-5. Neuübersetzung von Gregor Hens: Hoffmann & Campe, Hamburg 2016, ISBN 978-3-455-40555-2
    oder
    Rowohlt Taschenbuch 2010
    Der Autor Kurt Vonnegut, Amerikaner und im WWII Kriegsgefangener, der das Grauen in den Kellern der Dresdner Schlachthöfe überlebte. Angesichts der Greueltaten war es ihm unmöglich eine Dokumentation zu verfassen und griff zur Fiktion.
    Unbedingt mal lesen, solange bis das historywashing noch nicht abgeschlossen ist.
    .

  18. Box sagt:

    Ein, zwei Ergänzungen dazu:

    Dresden wurde ausgelöscht, weil die Sowjets mit einer Demonstration der enormen Zerstörungskraft eingeschüchtert werden sollten, mit der die Bomber der RAF und der USAAF Tod und Vernichtung in Städte tragen konnten, die Hunderte von Kilometern von ihren Basen entfernt lagen, und die eigentliche Botschaft lautete: Diese Zerstörungskraft könnte auch gegen die Sowjetunion gerichtet werden. Diese Interpretation erklärt auch die vielen Besonderheiten bei der Bombardierung Dresdens: den Umfang der Operation, die ungewöhnliche Beteiligung der RAF und der USAAF am gleichen Luftangriff, die Wahl eines "jungfräulichen" Ziels, das beabsichtigte entsetzliche Ausmaß der Zerstörung, das Timing des Angriffs und die Tatsache, dass der angeblich kriegswichtige Bahnhof, die Industriebetriebe in den Vorstädten und der Luftwaffen-Flugplatz nicht ins Visier genommen wurden. Die Bombardierung Dresdens hatte wenig oder nichts mit dem Krieg gegen Nazi-Deutschland zu tun: Der Luftangriff war eine anglo-amerikanische Botschaft für Stalin, eine Botschaft, die mehrere zehntausend Menschen das Leben kostete. Im gleichen Jahr folgten später noch zwei ähnliche, ebenfalls codierte, ebenfalls wenig rücksichtsvolle Botschaften, die noch mehr Opfer forderten. Dabei wurden zwei japanische Städte ins Visier genommen, um Stalins Aufmerksamkeit auf die tödliche Wirkung der Atombombe, der schrecklichen neuen Waffe der USA, zu lenken. [27] Dresden hatte wenig oder nichts mit dem Krieg gegen Nazi-Deutschland zu tun; es hatte viel, wenn nicht sogar alles mit einem neuen Konflikt zu tun, in dem der Feind die Sowjetunion war. In der entsetzlichen Hitze der Feuerstürme in Dresden, Hiroshima und Nagasaki wurde der Kalte Krieg geboren.

    Aus:
    Der Mythos vom guten Krieg: Die USA im Zweiten Weltkrieg
    Warum wurde am 13. und 14. Februar 1945 Dresden zerstört?
    Von Jacques R. Pauwels / LUFTPOST
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25720

    Und:

    Was Dresden betrifft, sind überhaupt keine Verrenkungen erforderlich, um zu erkennen, dass dessen Zerstörung reiner Terror war. Ein Terror, der die — auf den Theorien des italienischen Generals Giulio Douhet (1869 bis 1930) basierenden — Luftkriegsdoktrin der Briten und US-Amerikaner begründete, die sie nach dem Ersten Weltkrieg weiterentwickelt und auch schon längst praktiziert hatten (5, 6). Terror aber auch, um dem Verbündeten — der da hieß Sowjetunion — eine Trümmerlandschaft zu hinterlassen. Denn was Dresden betraf, war nur wenige Tage zuvor — auf der Konferenz von Jalta (4. bis 11. Februar 1945) — dieses Gebiet als zukünftiges Besatzungsgebiet für die sowjetische Militäradministration bestimmt worden. Deshalb erlitten auch Städte wie Chemnitz und Plauen — nur wenige Wochen vor Kriegsende — ein ähnliches Schicksal.

    Aus:
    Das Inferno von Dresden
    Wo Deutsche historisch einmal nicht Täter, sondern Opfer waren, schreiben westliche Politiker die Geschichte nur allzugern um.
    von Peter Frey
    https://www.rubikon.news/artikel/das-inferno-von-dresden

    Den Bedarf Zivilisten (u.A.) zu massakrieren, löst man (ab) in der "neuen Normalität" ganz elegant mit Spritze.

    "If we can't get them out, we breed them out."
    https://www.youtube.com/watch?v=GdMX4IwKx7E

    Nur falls die sich evtl. wehren sollten, kommen klassische Mittel zum Einsatz. Also wenn es so etwas wie Mali ist.

    • Hartensteiner sagt:

      Danke Box. Wie immer ausgezeichnet. Im Falle Hiroshima und Nagasaki war mir das klar. Bei Dresden hatte ich so eine verschwommene Ahnung. Jetzt ist mir das auch klar!

    • vizero sagt:

      Es könnte, zumindest für die Engländer, noch einen weiteren Grund geben: Harris und Co. wollten beweisen, dass es auch ohne Atombomben geht (so ein neumodisches Zeug brauchen wir nicht). Quelle weiß ich leider nicht mehr.

    • passant sagt:

      In der entsetzlichen Hitze der Feuerstürme in Dresden, Hiroshima und Nagasaki wurde der Kalte Krieg geboren.

      Und der Entzünder dieses Höllenfeuers ist nun auch noch als Sieger aus dem Kalten Krieg hervorgegangen. Vielleicht hat Putin das gemeint, als er 2005 davon sprach, dass der Untergang der Sowjetunion die größte geopolitische Katastrophe des letzten Jahrhunderts war.

    • vDodenstein sagt:

      Niederwerfung der Brückenköpfe zur Erlangung der Gegenküste, das war Dresden/ Hiroshima/ Nagasaki.

    • Goldfinger sagt:

      Ja, sicher. Terror ist ja wenn ich unschuldige töte um einen Dritten unter Druck zu setzen.
      Die Wirkung auf den Russen dauerte nicht lange, 3 Jahren nach Hiroshima und Nagasaki hatte Stalin auch die Waffe um ganze Stätte auf ein Schlag auszulöschen, wie dies unsere amerikanische "Helden" – als bisher einzige Nation – vorgeführt haben.

  19. Hartensteiner sagt:

    Verkürzt: Ein bisschen Krieg für die Deutschen nach der Verfahrensweise, die z.B. in der Ermordung von 26 000 000 Menschen in der UdSSR – mehrheitlich Zivilpersonen – praktiziert wurde.
    Was hat man daraus gelernt?
    Ich kann es nur so formulieren… Deutsche werden auch gern vernichtet, weshalb sie begeistert auf nukleare Teilhabe aus sind, um es diesmal den Russen so richtig zu zeigen (AKK, Baerbock und wie diese Kriegshetzer alle heißen). Nächstes Mal: Ganz Deutschland ein Dresden.

    • wolfcgn sagt:

      Ja, ich glaube auch, dass wir aus der Geschichte lernen sollten; aber unsere Kriegstreiber (Maas, Röttgen und wie sie alle heißen) lernen nur das Falsche.

    • wolfcgn sagt:

      (Harbig harbig vergessen, ihm steht die "Schutz"-Uniform so gut)

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