HIStory: Friedenssehnsucht, Totalitarismus und Gewerkschaften

Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

Das Thema heute: Friedenssehnsucht, Totalitarismus und Gewerkschaften

Der Zweite Weltkrieg ist jetzt über siebzig Jahre vorbei. Das ist schon so lange her, dass wir heute gar nicht mehr wissen, auf welchen verschlungenen Wegen wir zu unserem Status Quo gekommen sind. Nach dem radikalen Einschnitt durch die Corona-Krise drohen jetzt obendrein noch mehr geschichtliche Wegmarken und Gewissheiten in Vergessenheit zu geraten. Wissen wir überhaupt noch, wie unsere Vorfahren nach dem Zweiten Weltkrieg drauf waren?

Und sind jene Meinungen und Positionen, die wir heute für ewig in Stein gemeißelt ansehen, schon immer da gewesen? Oder mussten wir nicht überhaupt erst zu Menschen der westlichen Welt gemacht werden?

Ich behaupte: um so zu werden wie wir heute sind, mussten unsere Vorfahren ganz erheblich umgepolt und umprogrammiert werden. Wie das funktionierte, das schauen wir uns in der heutigen Folge von History einmal genauer an:

Die Menschen in Deutschland sind nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrer überwältigenden Mehrheit für den Frieden und wollen sich aus dem Händel der Großmächte heraushalten. Das ist wahr. Was muss man denn tun, um eine solche Mauer der Kriegsunwilligkeit zu knacken? Ganz einfach. Man muss den Menschen einhämmern, die Sowjetunion sei ganz genau so schlimm wie der Hitler-Faschismus. Auch „der Russe“ wird nicht locker lassen, bis er die ganze Welt versklavt hat, gerade so wie Hitler es wollte. Die zutiefst künstliche und herbei gequälte „Theorie“, die so einen kontrafaktischen Unsinn verbreitet, wird prompt von bestellten Auftragsideologen am Reißbrett entwickelt.

Das neue Ideologieprodukt heißt: Totalitarismus.

Nazideutschland und Sowjetkommunismus sind demzufolge ein und dasselbe: beide Systeme werden von allmächtigen Parteien gesteuert. Beide lassen den Menschen keinen privaten Raum mehr zum Nachdenken. Beide stecken alles, was nicht konform geht, in Zwangslager: Auschwitz hier, Gulag dort. Über beiden Toren steht: „Arbeit macht frei“. Es wird nur noch die eine alleinseligmachende Weltsicht geduldet.

Wir wollen gar nicht leugnen, dass es frappierende Ähnlichkeiten zwischen Nazismus und Stalinismus gibt – zumindest auf den ersten Blick.

Seriöse Wissenschaftler unterscheiden jedoch immer zwischen Wesen und Erscheinung. Die Sowjetunion war nämlich hervorgegangen aus dem zaristischen Russland, in dem zu einem hohen Prozentsatz ehemals leibeigene Bauern lebten und Industrie noch nicht einmal in den Kinderschuhen steckte. Ein städtisches Bürgertum sowie Ansätze von Mittelstand waren nur in Ansätzen erkennbar. Diese Bauerngesellschaft war dann von den Bolschewiken mit brutaler Gewalt industrialisiert worden. Demgegenüber war Deutschland bereits eine ausgefaltete bürgerliche Gesellschaft, die durch die Nazidiktatur zur Kriegsgesellschaft gewaltsam umprogrammiert wurde. Das sind ganz bedeutende Unterschiede.

Es ging ja auch gar nicht darum, das Wesen von Diktaturen und Despotien zu verstehen. Es ging nur darum, das Grauen über die Nazi-Untaten begrifflich zu verkoppeln mit den Gräueln des Stalinismus und dabei en passant die Botschaft auszusenden: der Krieg gegen die Sowjetunion ist moralisch genauso gerechtfertigt wie der Krieg gegen Hitler!

Die Neu-Definition der Sowjetunion vom Alliierten Partner im Zweiten Weltkrieg zum vernichtungswürdigen Monster erinnert fatal an die Aktivitäten des Wahrheitsministeriums in George Orwells dystopischen Roman „1984“. Die Wahrheitsbeamten in Washington und London mussten vergessen machen, dass zum Beispiel die Zeitschrift Newsweek im Jahre 1943 Stalin und seinen Termitenstaat in einem Extraheft in höchsten Tönen gelobt und gepriesen hatte. Aus „Uncle Joe“ (also: Josef Stalin) musste jetzt der Satan persönlich gemacht werden.

Scheinheilig musste man erzählen, man wolle die Russen (die anderen Völker der Sowjetunion blieben unerwähnt) ja doch nur aus ihrer Knechtschaft befreien. Während man in Wirklichkeit einen bislang in der Menschheitsgeschichte nie dagewesenen nuklearen Holocaust gegen die Menschen in der Sowjetunion bis ins kleinste Detail bereits vorbereitet hatte.

Um die vorherrschende Anti-Kriegsstimmung in Deutschland zu zermürben bedurfte es also einer Reihe von Maßnahmen. Zunächst einmal war es notwendig, den Menschen im zertrümmerten Deutschland einzubläuen, sie seien persönlich schuld am Naziterror.

Hier kam die Politologin Hannah Arendt zum Einsatz. Hannah Arendt stammte aus Königsberg, studierte bei Martin Heidegger und dann bei Karl Jaspers. 1933 musste sie als jüdische Mitbürgerin in die USA emigrieren, wo Arendt eine akademische Karriere machte und sich nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem als führende Theoretikerin des Totalitarismus einen Namen machte. In Deutschland wurde in erster Linie ihre Lesart der Totalitarismus-Theorie verbreitet. Arendt geht davon aus, dass totalitäre Systeme ein Ergebnis der neuen Massengesellschaften sind.

Die Massen, oder der „Pöbel“ verlangen geradezu nach Diktatur. Auch die Deutschen hätten nach Hitler verlangt und hätten den Münchner Schlägerkönig in einer demokratischen Wahl 1933 zu ihrem Führer gewählt. Wir wissen aufgrund von harten Fakten, dass das nicht stimmt. Aber diese auf elitärer Überheblichkeit fußende Auffassung sollte sich in den Medien nach dem Krieg durchsetzen und wurde und wird heute mehr denn je den Menschen draußen im Lande eingetrichtert.

Nach diesem Narrativ haben „die Deutschen“ also ihre Misere: den Verlust von Heimatregionen, die immense Anzahl von Toten, Verstümmelten und Traumatisierten, die kulturelle Entwurzelung, einzig und allein ihrer rätselhaften teutonischen Neigung zu autoritären Systemen und ihrem eingeborenen Rassismus zu verdanken. Die Deutschen verdienen kein Mitgefühl. Sie sind kollektive Täter. Sie müssen als Kollektiv bestraft werden.

Aus dieser alttestamentarischen Konstruktion ergibt sich im Kreuzzug gegen den Totalitarismus ein klarer Handlungsauftrag: die Deutschen können ihre kollektive Schuld wenigstens ein bisschen wieder abschwächen, wenn sie diesmal auf der Seite der Guten gegen die andere Spielart des Totalitarismus, den Sowjetkommunismus, kämpfen. Dieses ideologische Konstrukt beherrscht den Diskurs in Westdeutschland bis zum Zusammenbruch des Sowjetkommunismus im Jahre 1989.

Aber, wie Hannah Arendt schon 1950 verärgert festgestellt hat: die Deutschen wollen nicht mehr kämpfen. Sie wollen sich aus allem Gerangel heraushalten und in Ruhe ihr Land wieder aufbauen. Über das Ausmaß und die Menge von Kundgebungen, Demonstrationen, Seminare, Kirchentage und Kongresse, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit stattgefunden haben, und in denen nichts anderes als ein überwältigender Wunsch nach Frieden zum Ausdruck kommt, finden wir bemerkenswerter Weise nichts in den gängigen Sachbüchern oder Lehrmitteln für Schulen. Wir müssten uns mühsam durch Jahrgänge verstaubter Tageszeitungen jener Jahre durchwühlen, um das ganze Ausmaß der pazifistischen Bekundungen in Deutschland nach dem Krieg zusammenzustellen.

Es besteht kein politisches Interesse an der Erforschung und Dokumentierung des deutschen Pazifismus. Es gibt allerdings eine löbliche Ausnahme: der Multimillionär Jan Philip Reentsma hat den Historíker großzügig unterstützt, damit dieser seine gigantische Protestchronik der Jahre 1949 bis 1959 erstellen konnte.

Und von daher wissen wir, dass in Berlin am zehnten Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, am 1. September 1949, über hunderttausend Menschen auf die Straße gingen und konsequenterweise die Gründung der NATO als großes Risiko für den Weltfrieden erkannten. Bereits am 5. Mai 1949 wird das westdeutsche Komitee der Friedenskämpfer gegründet, und schnell bilden sich 600 Ortsgruppen.

Besonders gut aufgestellt ist der antifaschistische Widerstand, auch und gerade in Westdeutschland. Die Menschen sind außer sich über die nicht zu übersehende Kumpanei zwischen westdeutscher Justiz, die personell in hohem Maße mit der Nazi-Justiz identisch ist, und Alt- und Neonazis. Der Regisseur des antisemitischen Hassschinkens „Jud Süß“, Veit Harlan, wird in mehreren Instanzen vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Während die Fans Harlan auf ihren Schultern aus dem Gerichtssaal tragen, kocht die Empörung über diese skandalösen Urteile immer höher.

Als die Süddeutsche Zeitung einen antisemitischen Leserbrief veröffentlicht, kommt es am 10. August 1949 zu regelrechten Straßenschlachten zwischen 3.000 empörten Bürgern und der Polizei in München, wobei auch ein Polizeiauto in Flammen aufgeht. Als der einschlägig bekannte Nazi-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hedler im schleswig-holsteinischen Neumünster am 15. Februar 1950 von der Anklage der Volksverhetzung freigesprochen wird, kommt es dort zu Massenprotesten und spontanen Streiks. Als in Augsburg – wieder einmal – zwei sadistische Nazischergen von sympathisierenden Richtern freigesprochen werden, gehen spontan über 12.000 Menschen aus Protest auf die Straße.

Nur ein kleiner Auszug aus Kraushaars Protestchronik. Die Friedensfreunde und Antifaschisten sind eine sehr heterogene Gruppe. Da gibt es die Weltbürgerbewegung, angeführt vom Amerikaner Garry Davis, der seinen US-Pass verbrannt hat und der sich nun für eine nationen-überwindende Weltregierung einsetzt. Da gibt es den neutralistischen Nauheimer Kreis unter Leitung von Ulrich Noack, der für eine unvoreingenommene Kontaktaufnahme mit der Sowjetunion eintritt und sich dabei explizit auf den Vertrag von Rapallo bezieht.

Prompt wird eine Tagung des Nauheimer Kreises in Aschaffenburg am 2. April 1949 von der amerikanischen Besatzungsmacht untersagt. Da gibt es die Überlebenden der Bekennenden Kirche mit Martin Niemöller an der Spitze. Niemöller handelt sich mächtig Ärger ein als er sagt, er würde lieber unter dem Joch des Bolschewismus leben als atomar ausgelöscht werden. Eine buntscheckige und kaum vernetzte Mehrheit.

Dann sind da noch die Arbeiter und Angestellten. Auch sie müssen auf Linie gebracht werden. Hatten sich doch nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Hafenarbeiter geweigert, mit Waffen und Munition beladene Schiffe zu leeren. Renitente Arbeiter könnten den geplanten Krieg gegen die Sowjetunion empfindlich ins Stottern bringen. Und wenn diese Arbeiter auch noch von Moskau gesteuert sind und ganz punktuell alles zum Erliegen bringen, was gegen die Sowjets gerichtet ist, was soll dann aus dem geplanten Krieg werden? Die Kontrolle über die Gewerkschaften Westdeutschlands war von buchstäblich kriegsentscheidender Bedeutung für die Amerikaner.

Klar, der FDGB in der DDR war auch keine wirkliche Interessenvertretung der Arbeiter, sondern ein Instrument im Orchester der sowjetischen Macht. Folglich musste der DGB im Westen ebenso als geopolitisches Instrument unter die Kontrolle der USA gebracht werden. In der Weimarer Republik gab es den Dachverband ADGB. Keine sonderlich scharfe Waffe im Arbeitskampf. Am 1. Mai 1933 rief der ADGB zur Teilnahme an Adolf Hitlers ersten arbeitsfreien Tag der Arbeit auf. Hitler bedankte sich, indem er am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftsführer in Konzentrationslager abführen ließ. Das Vermögen der Gewerkschaft ließ er der neuen Deutschen Arbeitsfront zuführen. Das war das schmachvolle Ende des ADGB.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ergab sich für die Strategen aus den USA nach der gründlichen Ausrottung freier Gewerkschaften in Deutschland durch Hitler die einmalige Gelegenheit, auf die leere deutsche Tafel die Gewerkschaften von Grund auf nach amerikanischem Vorbild neu aufzubauen. Nach amerikanischem Vorbild hieß: die Gewerkschafter als „erste Offiziere der Industriekapitäne“ zu definieren, wie es ein Mitstreiter des einstigen US-Präsidenten Theodore Roosevelt einmal so treffend zu formulieren wusste.

Freie Gewerkschaften wie die International Workers of the World (IWW) wurden in den USA mit härtester Gewalt unterdrückt. Stattdessen gründete die National Civic Federation, eine Organisation der mächtigsten Wirtschaftsgruppen der USA, mit der American Federation of Labor (AFL) eine eigene Pseudo-Gewerkschaft, deren erster Präsident auf Lebenszeit Samuel Gompers sich immer vorrangig Gedanken machte, wie er die Arbeiter am besten auf die Ziele der Kartelle, die ihn bezahlten, ausrichten konnte.

Der AFL hatte sich noch eine etwas progressivere Pseudo-Gewerkschaft Congress of Industrial Organizations (CIO) für die ungelernten Arbeiter hinzugesellt, die der New Deal-Politik von Präsident Roosevelt nahe stand. Beide wurden nach dem Zweiten Weltkrieg quasi als Entwicklungshelfer auf die deutschen Arbeiter losgelassen. AFL und CIO waren im Krieg tief verwickelt in die Kriegsanstrengungen der US-Regierung, unter anderem im War Production Board. Beide Gruppen waren schon personell verflochten mit dem Labor Branch des US-Geheimdienstes OSS. Und konsequenterweise waren beide auch in der CIA-Abteilung Clandestine Service (heimlicher Dienst) unter Leitung von Allen Dulles sehr aktiv.

Doch zunächst galt es den 1945 gegründeten Weltgewerkschaftsbund zu spalten. Dort waren alle wichtigen Gewerkschaften, auch die CIO und die britische TUC, gemeinsam mit den kommunistischen Arbeitervertretungen unter einem Dach organisiert. Die AFL-Leute gründeten mit dem Geld der amerikanischen Geheimdienste und des Office of Policy Coordination neue synthetische Spaltergewerkschaften

Die Force Ouvriére in Frankreich als Konkurrenz zur kommunistischen CGT. Oder in Italien die Confederazione Italiana Sindicata Lavoratori (CISL). Diese Stoßtruppen bewährten sich, um den Boykott der Rüstungstransporte in französischen und italienischen Häfen zu brechen. Als die antikommunistischen Gewerkschaften auf eigenen Füßen stehen konnten, gründeten die AFL-Funktionäre 1949 als nächstes einen neuen konkurrierenden Weltdachverband, die International Confederation of Free Trade Unions (ICFTU), auf Deutsch: Internationaler Bund Freier Gewerkschaften.

Jetzt war die Zeit reif, um auch in Deutschland einen antikommunistischen gewerkschaftlichen Dachverband zu gründen: den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die Befehlskette verlief jetzt von Allen Dulles vom CIA über den AFL-Exekutivsekretär Jay Lovestone zum AFL-Europachef Irving Joseph Brown, weiter zum AFL-Deutschlandsekretär Henry Rutz, ein gebürtiger Deutscher, der in die USA emigriert war, und der jetzt aufgrund seiner deutschen Sprachkenntnisse auch bei DGB-Massenkundgebungen auftrat. Am deutschen Ende dieser transatlantischen Befehlskette befand sich der DGB-Vorsitzende Hans Böckler.

Ihre ersten Pluspunkte konnten die amerikanischen Freunde von der AFL verbuchen, als sie erfolgreich Fabrikdemontagen in Deutschland durch Fürsprache bei der US-Regierung verhindern konnten. Auch die Geldspritzen aus Übersee waren nicht unwillkommen:

„Sowohl AFL als auch CIO hatten Kontakt zur CIA und verteilten Gelder, die aus dem immensen Budget stammten, an gewerkschaftliche Organisationen und Parteien des Westens.“

Nunmehr hatte die amerikanische Regierung die westdeutsche Arbeiterschaft beinahe vollständig unter Kontrolle. Vom DGB-Vorstand bis zum Vertrauensmann in der Fabrik ergibt sich hier eine lückenlose Kontrolle und Überwachung der Arbeiter:

„Es ging darum, pro-western people in gewerkschaftliche Schlüsselpositionen zu bringen, und dort zu sichern und zugleich detaillierte Analysen der Gewerkschaften und der politischen Entwicklung in den europäischen Ländern zu erhalten.“

Folglich wurden schon wenige Jahre nach der Gründung des DGB alle Kommunisten aus der Organisation entfernt. Der Gehorsam der deutschen Gewerkschaftler gegenüber ihren Sponsoren aus Übersee hielt lange an. Erst Ende der 1960er Jahre wagte der damalige DGB-Chef Ludwig Rosenberg, dem vom AFL-Vorsitzenden George Meany verhängten Gesprächsverbot gegen Kommunisten zu widersprechen – woraufhin Meany seine AFL aus dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften abzog.

Jedoch gehört es nach wie vor zu den ungeschriebenen Gesetzen, dass immer deutsche Gewerkschaftsvertreter zu Gast sind in den elitären Tafeln der Bilderberger und der Trilateral Commission. In letzterer ist traditionell der jeweilige Chef der Chemiearbeitergewerkschaft vertreten. Die Formel von der „Sozialpartnerschaft“ ist ein direktes Ergebnis dieser amerikanischen Beeinflussung des DGB.

Die Einheitsgewerkschaft genoss lange Jahre ein hohes Ansehen in der Bevölkerung, weil sie die betriebliche Mitbestimmung und relativ hohe Löhne durchgesetzt hatte. Das Preis-Leistungsverhältnis in diesem einseitigen Abhängigkeitsverhältnis stimmte zunächst.

Es war also ganz schön viel Arbeit notwendig, damit die Deutschen ihren „langen Weg nach Westen“, wie es der Historiker Heinrich August Winkler genannt hat, antreten konnten. Ob wir diesen Weg weiter gehen wollen, das müsste einmal offen und transparent diskutiert werden.

Wir lernen aus der Geschichte, wie wir die Zukunft besser machen.

Buch- und Textquellen:

  • Angster, Julia: Konsenskapitalismus und Sozialdemokratie – Die Westernisierung von SPD und DGB. München 2003
  • Arendt, Hannah : Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. München/Zürich 1986.
  • Arendt, Hannah: Zur Zeit. Politische Essays (1943-.1975); München 1989. S. 43ff
  • Berghahn, Voker: Transatlantische Kulturkriege – Shepard Stone, die Ford-Stiftung und der europäische Antiamerikanismus. Stuttgart 2004
  • Kraushaar, Wolfgang: Die Protestchronik – 1949 bis 1952. Hamburg 1996. Erster Band
  • Saunders, Frances Stonor: Wer die Zeche zahlt – Der CIA und die Kultur im Kalten Krieg. München 2001
  • Ploppa, Hermann: Der Griff nach Eurasien – Die Hintergründe des Ewigen Krieges gegen Russland. Marburg 2019
  • Ploppa, Hermann: Totalitarismus 2.0. Rubikon 15.6.2019
  • https://www.rubikon.news/artikel/totalitarismus-2-0
  • Kramer, Helmut: Die justizielle Verfolgung der westdeutschen Friedensbewegung in der frühen Bundesrepublik. In: Detlef Bald/Wolfram Wette (Hg.): Friedensinitiativen in der Frühzeit des Kalten Krieges 1945-1955. S. 53

Bildquellen:

  1. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/deutsche-einheit/geteiltes-deutschland-1945-1990-463752 – gemeinfrei
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Markttag_in_Saarbr%C3%BCcken,_kurz_nach_dem_Zweiten_Weltkrieg.jpg – gemeinfrei
  3. https://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=36360
  4. Collage: ©F. Blümm, https://de.quora.com/Warum-scheinen-Kommunismus-und-Faschismus-in-der-Praxis-%C3%A4hnlich-zu-sein-obwohl-sie-sich-auf-entgegengesetzten-Seiten-des-Spektrums-befinden
  5. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/7/7f/Stalin-Hitler.png – gemeinfrei
  6. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hannah_Arendt_auf_dem_1._Kulturkritikerkongress,_Barbara_Niggl_Radloff,_FM-2019-1-5-9-16.jpg – gemeinfrei
  7. https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Datei:Hitler_Obersalzberg.jpg – gemeinfrei
  8. Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Sammlung Iwan Schagin- gemeinfrei
  9. https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/53123/frohe-ferien?p=4 – gemeinfrei
  10. Booklooker
  11. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-R76220,_Hamburg,_Veit_Harlan_nach_Prozess.jpg – gemeinfrei
  12. Collage ©DerRoteRabe : https://www.facebook.com/1902364746466059/posts/2744243365611522/
  13. Booklooker
  14. https://www.wikiwand.com/en/Gewerkeschaft_nach_1950– gemeinfrei
  15. https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/D2B05369 – gemeinfrei
  16. https://strikes-and-labor-unions.weebly.com/afl.html – gemeinfrei
  17. https://anthonycarew.org/icftu.html – gemeinfrei
  18. https://www.dgb.de/themen/++co++01a72562-18d4-11df-6dd1-00093d10fae2 – gemeinfrei
  19. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F047052-0013,_Europa-Union_Deutschland,_22._Kongress.jpg – gemeinfrei
  20. https://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/geschichte-des-dgb/gewerkschaftsgeschichte-in-zahlen/++co++41f779fa-a7ab-11e9-9f88-52540088cada – gemeinfrei

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Hermann Ploppa hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem:

„Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“

„Hitlers amerikanische Lehrer: Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung“

„Der Griff nach Eurasien: Die Hintergründe des ewigen Krieges gegen Russland“.

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26 Kommentare zu: “HIStory: Friedenssehnsucht, Totalitarismus und Gewerkschaften

  1. Wolf-Im-Scharfspelz sagt:

    Es fehlt den "Deutschen" an gemeinsamer Identität besser gesagt an einem Klassengefühl bzw. Klassenzugehörigkeit als "die Deutschen" – darum kann man diese durch Spaltung in Lager differenzieren und gekonnt gegeneinander aufhetzen und aneinander abarbeiten lassen.
    Es wäre eine Große Chance unter dem Banner der Freiheit und Frieden einen gemeinsamen Nenner zu finden.
    Jedoch hat man wieder geschafft den Deutschen das Herz zu versauern und ihnen durch perfide Zwangsmaßnahmen einige weitere Spaltkeile in den Weg zu werfen.
    Nun wird es soweit sein dass:
    "sich die Spreu freiwillig vom Weizen trennt".
    Man wird im "Post-Corona-Zeitalter" sehen was theorie und praxis ausmacht.
    Wir brauchen einen ungetrübten Blick nach vorne.
    Lösen wir uns von der Vergangenheit!
    Wie Orwel schrieb:
    Der Jenige der die Gegewart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit!
    Der Jenige der die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft!
    Lasst die Vernunft siegen und die Gegewart im Sinne des Guten gestalten um eine Fruchtbare Zukunft zu sichern.
    Lasst
    Uneinigkeit und Unrecht und Unfreiheit
    wieder zu
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    werden!

  2. Gunhild Maria Heck sagt:

    @ Hermann Ploppa: das Format History spricht mich inhaltlich sehr an – danke dafür! Bitte bleiben Sie bei rein sachlichem Vortrag. Das ist natürlich nicht einfach, wenn man kein Rednerpult hat, an dem man die Hände fixieren kann … Mich graust seit einiger Zeit die Betulichkeit bei Sarah Wagenknecht, sie spricht wie eine Märchenerzählerin für Kinder. Ich höre mir deshalb keine Beiträge von ihr mehr an. Hier in diesem History ertappte ich Sie gelegentlich bei ähnlichem Tonfall. Bitte bitte das abschalten. Auch der Zeigefinger als Betonung für dies und das ist zum Glück veraltet – kann auch wegfallen.

  3. wasserader sagt:

    Der Sozialismus als Machtausprägung des Kapitals.
    Die großen Katastrophen des 20.Jahrhunderts fanden unter dem Programm Sozialismus statt.
    Es fuhr zwar auch ein gewisser Wladimir Iljitsch Uljanow und ein paar russische Staatsfeinde im plombierten Zug nach St. Petersburg, im Wesentlichen aber war viel Kapital mit im Zug.
    Der Sozialismus unter den Nationalsozialisten wurde vom Kapital durchgesetzt und, wie der Sovietkommunismus auf Globalismus setzte(Internationale) setzten die Nazis auf Globalismus(heute hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt).
    Radikalisiert in dieser Matrix läuft nun der Globalismus des Kapitals unter "Umweltschutz" unter der der Mensch seine Identität verliert, der Mensch zum Gefährder wird, der von denMachthabern, real vom Internationalen Kapital, nach Gutdünken in den Neuen Rahmen, aktuell durch Zwangseinspritzungen eines Pharmaprodukte,
    eingepresst wird.

    • Hartensteiner sagt:

      wasserader zur Erinnerung: Marxismus und Sozialismus brachten aus dem 19. Jahrhundert vor allem eine Grundvorstellung mit und das war die von der KOOPERATION SELBSTBESTIMMTER INDIVIDUEN, die es nach Abschaffung des Kapitalismus geben würde. Heißt: Dort, wo das nicht umgesetzt wurde (also "überall"), war vom ersten Tag an der Wurm drin, der solange am Fundament genagt hat, bis 1990 das gesamte Gebäude zusammen brach.
      Ist diese Grundidee deshalb verkehrt?
      Wenn ich mit Leuten rede, links, rechts, in der Mitte (oder so) und sie frage, wie sie sich ihr Leben vorstellen (wünschen), dann erzählen mir alle von solch einem Wunsch. Oder kennst Du Leute, die lieber als Sklaven leben möchten oder als Untertanen in ständiger Bereitschaft den Hut vor der Herrschaft ziehen zu müssen und die beide lieber für diese Herrschaft arbeiten möchten als für ihre Gemeinschaft und sich selbst? Mir sind solche noch nicht begegnet.

    • Hartensteiner sagt:

      PS: Überall, wo "Umwelt- oder Klimaschutz" OFFIZIELL draufsteht, ist Täuschung (Pseudo), Wachstum und Profit drin.
      Und das auf Kosten der Umwelt und der Menschen, die das aber durch das Wedeln der "Nachhaltigkeitsfahne" und dem zugehörigen Mediengetröte nicht merken sollen – und wohl auch nicht merken.

    • Nomaske sagt:

      Demokratie und Sozialismus sind 2 Manöver, mit denen sich die mächtigen Clans versteckt halten können.

      Welfen, Wettiner und Reginare hattenm irgendwann die EInsicht, dass es auf diese Weise nicht gut weitergehen würde.

      Insbesondere in Russland war es der Kleinadel, der den Romanovs mächtig am Zeug flickte.

      Im Westen ist es ja noch einigermaßenm bekannt, dass der hohe Adel nie wirklich Besitz abgegeben hat, man betrachte sich z. B. den Waldbesitz in D.
      Mich würde es von daher ziemlich wundern, wenn die hohgen Familien über eine KP samt Zentralrat, so eine Art Kaisertum, nicht doch kräftig am Abgreifen war.

      Nur, dass man selbst keinen mehr Töten musste. Das haben die dreckigen Revolutionäre getan. Für ein paar Rubel.
      Vielleicht gab es nur indirekten Hochadelsbesitz in RU, zumindest über Bankenbeteiligunegn dürfte man das Land ausgesaugt haben wie eh und je.

      Für ist es sehr wahrscheinlich, dass der Schwarze Adel nie die Macht verloren hat. Man hat neue Systeme erfunden und installiert. Systeme, deren Job es war, den Herren der Welt den Pöbel vom Hals zu halten. Mit Terror ohne gleichen.

  4. Schramm sagt:

    Aspekte der historischen Wirklichkeit.

    Musste die deutsche Bevölkerung in ihrer Mehrheit „gewaltsam umprogrammiert“ werden? Nein!

    ►Vor und nach Kriegsende hat es keinen [nennenswerten] Widerstand gegen das kapital-faschistische Deutschland gegeben!

    ►Immerhin waren zwischen 8 und 9 Millionen freiwillig in der NSDAP* und wurden nach 1945 als brave Antikommunisten gegen die UdSSR weiterhin massenpsychologisch in Stellung gebracht und als vorgeblich unbescholtene weiß gewaschen.

    * Jede zweite Familie hatte ihren freiwilligen Partei- und [unbewussten] Terror-Kameraden in der NSDAP.

    ►Nach der militärischen Niederlage von Stalingrad 1942/1943 gab es keinen Widerstand** gegen das kapital-faschistische, antisemitische und staats- terroristische Regime Deutschlands.

    ** Auch nicht aus den [Weimarer] Reihen der deutschen Arbeiterklasse!

    ►Die Kriegsproduktion erreichte selbst noch im Frühjahr 1944 ihren Höhepunkt und brach erst mit dem Ausbleiben der Versorgung mit den hierfür benötigten Rohstoffen – vor allem aus den vormals besetzten Gebieten Europas – zusammen.

    ** Übrigens, die stärkste Partei der deutschen Arbeiterklasse war die NSDAP. Der Anteil der freiwillig in ihren Reihen organisierten „Arbeiter“ lag laut NS-Statistik bei 30 Prozent. Damit hatte die NSDAP mehr „Arbeiter“ in ihren Reihen als vor 1933 in der Weimarer Republik die SPD und KPD jemals zusammengenommen erreichten, rund 2,5 Millionen.

    ►Nicht nur das widerstandslose Verbot der antifaschistischen KPD 1956, sondern auch das Überlaufen der ostdeutschen Bevölkerung und deren freiwilliger Anschluss an das westdeutsche Konsumparadies nach der Wendezeit von 1989/1990 zeigt uns die ideologisch-psychologisch ungeschminkte Wirklichkeit:

    Eine antifaschistische und antikapitalistische Alternative zum deutschen Imperialismus konnte selbst die KPD-SED und das MfS nicht aufrechterhalten. Ganz im Gegenteil, die große Mehrheit aus FDGB und SED, NVA und MfS ermöglichte erst die Implosion der DDR und den relativ friedlichen Übergang ins erträumte Schlaraffenland und in das imperialistische Konsumparadies der NATO-Staaten.

    PS: Natürlich, auch nach 1945/1949 bis heute, mussten alle privaten Konzern-, Wirtschafts- und Massenmedien, so wie auch die öffentlich-rechtlichen heute, so wie vor 1945 und auch in der Weimarer Republik und Kaiserzeit, stets das Massenbewusstsein [erfolgreich] bearbeiten. So auch im privaten und staatlichen Ver-Bildungssystem und Uni-Hochschulsystem heute.

    [- unvollständig]

    Lese-Empfehlung

    Sebastian Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde, wie es ist.

    Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker: Geschichte der NSDAP 1920 bis 1945.

    Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus.

    Sergej Leonidowitsch Rubinstein: Sein und Bewusstsein.

    26.05.2021, R.S.

  5. Hannes Baumler sagt:

    Hi Leute, als 'J'emand der Geschichte studiert hat, möchte ich mich für diesen Beitrag bedanken, da er, Abseits der Allgemeinerzählungen, den Blick zurück richtet auf die Tatasache, dass es eine essentielles Wohlwollen zwischen den Menschen gibt. Dieses aber nicht nur durch den Zeitgeist, sondern auch durch die diversen Wahrheitsministerien der Geschichte, immer wieder zu unterdrücken (leider zu oft erfolgreich) versucht wird. Allerding erreicht der Druck auf dem Kessel langsam den Sidepunkt….und selbst der Mainstream hört das Pfeifen. LG – Hannes

  6. Lea sagt:

    Ich bin echt begeistert von diesem neuen Format History! Danke Hermann Ploppa

  7. Modernst sagt:

    Liebe Selbstdenker,
    eurer Ansinnen ist edel.
    Die Junta muss weg.
    Nur, eure Methoden sind zum Scheitern verurteilt.

    1. Ihr glaubt an den Weihnachtsmann, indem ihr die s. g. Demokratie verteidigt.
    Zur Info: eure s. g. Demokratie gab es nie. Eure Demokratie bedeutet kaum mehr als die Möglichkeit zu haben sich in der Kneipe zu treffen und billige Produkte zu konsumieren, hergestellt von Kindern in Asien.

    2. Ihr geht den s. g. "Rechtsweg" und stellt auch nach 1000. Untersagung einen Antrag auf eine Demo.?
    Also, munter weiter, im Wissen um den nächsten Verbot.

    3. Ihr habt keinen Magnetismus und ihr reist die Menschen nicht mit.
    Weil euch eine belastbare Theorie fehlt.
    Ohne Theorie keine praktische Lösung.
    Ohne Idee keine Materialisierung.

    Und damit sind wir auch schon in der Nähe der möglichen Antworten auf die o. g. Punkte.
    Sehr in der Nähe, denn eben hier in Deutschland, erkannt von den Deutschen wurde die Anatomie der Systemkrisen durchleuchtet.

    Heidegger, Hegel, Karl Marx..

    Entwicklung der Materie von der einfachen Form zur komplizierten..
    Entwicklung der Gesellschaft, als fortgeschrittene Entwicklungsform der Materie..

    Na ja, ich ahne schon, euer indoktrinierter Knochenmark meldet sich reflexartig beim Namen Marx, durch einen Anfall von Unbehagen.

    Oder sind Texte des damaligen Formats zu schwer für euch?

    Ihr müsst nicht die Ideen der o. g. Personen 1 zu 1 übernehmen.

    Lest, bildet euch und entwickelt belastbare Theorien.

    Dann seid ihr stark. Von innen.
    Dann folgen euch Menschen.

    • Scarlett Debord sagt:

      Meine belastbare Theorie dazu besteht darin, dass nicht jeder der schreiben kann auch intelligent ist.

  8. Hartensteiner sagt:

    Es ist von beinahe nostalgischer Schönheit, wenn Ploppa von den pazifistischen Zeiten spricht, als die, die im Krieg waren bzw. die, denen die Ohren noch vom Aufenthalt in den Bombenkellern klangen, wirklich genug von solchem Wahnsinn hatten. Doch diese Generation ist alt und vergessen.
    Jetzt gilt:
    – Verantwortung in der Welt übernehmen (z. B. Afghanistan).
    *** Reaktion der Bevölkerung? Nicken oder keine.
    – Nukleare Teilhabe, Atombomber kaufen
    *** Reaktion aus der Bevölkerung? Nicken oder keine.
    – Sprüche wie AKK: "Dem Russen mir Stärke begegnen!"
    *** Reaktion aus der Bevölkerung? Nicken oder keine.
    – Teilnahme an Friedensmärschen und Demos?
    *** Ein paar tausend von 83 Millionen
    – Demo für die Schließung von Ramstein?
    *** Ein paar Tausend, von 83 Millionen.
    usw. usw.
    Versuchen wir's doch mal mit "Wollt ihr den totalen Krieg?"
    *** Was wäre die Reaktion? "Moment!" "Macht mal schon… Ich muss erst mal schauen, was gerade auf meinem Handy eingegangen ist!"
    Tja, ganz neue Zeiten sind das.

  9. Hartensteiner sagt:

    Bin gerade noch mitten im Zuhören, aber mir fällt auf, dass heute "der Pöbel" (der bürgerliche vor allem) mit Begeisterung die Gesundheitsdiktatur willkommen heißt und um die vorderen Plätze in der Impfschlange kämpft. Mein Vater dachte 1933: "Entweder bin ich verrückt oder die sind es, der Rechtsanwalt X, der Geschäftsmann Y, alles plötzlich stramme Nazis." Gleichzeitig flog mein Großvater aus dem Amt, weil "politisch unzuverlässig" (hatte Reden gegen die Nazis gehalten). Das scheint Ploppa etwas glätten zu wollen. Damals waren die Massen für die Nazis so begeistert wie heute die Massen für die Maske. Da braucht er Arendt nichts vorzuwerfen. Schon gar nicht ihren Satz von "der Banalität des Bösen", der meinte, dass es unbedeutende Figuren sind, die das Schlimmste veranstalten.
    Meine Eltern, die von Nazis immer nur als "diese Verbrecher" sprachen, waren überzeugt, dass das vor allem kleine Taugenichtse waren, aus denen sonst nichts geworden wäre. (Solch ein Pöbel gibt es zu allen Zeiten, nur hat er nichts zu bestimmen). Schauen wir doch mal auf die Bagage der Merkel-Klüngels: Wieder sind es unbedeutenden, ja unfähige, KLEINE Figuren, die große Reden schwingen und das Land zerstören.
    Arendts Prinzipien der totalitären Herrschaft sollten ja nicht nur für Deutschland zwischen 33-45 gelten, sondern für immer und überall, wo solche Phänomene auftauchen. Und die tauchen gerade weltweit auf, bei uns und anderswo.
    Demnächst kommt der grüne Pöbel (wieder vor allem Bürgerliche) und werden uns die Ökodiktatur schmackhaft machen. Das wird lustig.
    Aber mal weiter hören…. (Sage ja nicht, dass Ploppa nicht in ganz Vielem recht hätte 🙂 Aber nicht ganz immer!).

    • Hartensteiner sagt:

      Nachtrag zu Arendt:
      Arendt schrieb zunächst: "WIR" – also alle, sie eingeschlossen – sind verantwortlich für das, was geschah, also auch alle Deutschen.
      Wenig später korrigierte sie sich: "Es gibt keine Kollektivschuld." Es ist ein Unterschied zu machen zwischen denen, die wirklich (persönlich) Verbrechen begangen haben und denen, die nicht daran beteiligt waren, auch wenn sie es passiv (auch aus Hilflosigkeit?) geduldet haben.
      Auch das sollte man über Arendt wissen.

    • Scarlett Debord sagt:

      Kenne jemanden, Frührentner der Krankenpflege, weiss genau wie kritisch die "Impfstoffe" sind. Hat sich trotzdem Impfen lassen. Ist von gestern, außer Fernsehen keine nennenswerte eigeninitiative.
      Glaubt den ganzen Scheiß, wo man da selbst hindriftet interessiert nicht.
      Hauptsache Schutz vor der Apocalyse.
      Nix zu machen … kannste Demos machen biste schwarz wirst, kommt nie an.
      Internet? Datenautobahn?
      Straßenbau ist Ländersache.
      Ende der Corona-Debatte.
      Dumm sind immer nur die anderen, Schuld auch und zwar an allem.

    • Deakehler sagt:

      Hermann Ploppa, danke für die Geschichtsstunde!
      @ Hartensteiner
      Ich wehre mich auch gegen einer Pauschalisierung Hannah Arendts.
      Für mich sind ihre Einsichten über den "Pöbel" aktuell sehr nachvollziehbar und nicht als rein deutsche Erscheinung aufzufassen. Die Instrumentalisierung ihre Zeilen durch die Volksmerzieher kann man ihr kaum vorwerfen.

  10. NichtvonBedeutung sagt:

    Gab es bei den Gewerkschaften nicht auch immer mal wieder nachgewiesene Verbindungen ihrer Präsidenten zum organisierten Verbrechen, z.B. Teamsters Jimmy Hoffa zur Cosa Nostra in den USA aber auch in anderen Ländern, wie z.B. Italien? Ist das nicht interessant, wenn man über Gewerkschaften referiert?

    • Hartensteiner sagt:

      Stimmt. Sollte man aber als (spätere) Unterwanderung und die "übliche" Korruption sehen. War aber zunächst kein Kennzeichen von Gewerkschaften.

    • NichtvonBedeutung sagt:

      @Hartensteiner:
      Oh, stimmt. Ich hätte das nicht "organisiertes Verbrechen" nennen sollen, wenn sich beide Seiten (Gewerkschafter und Unternehmen) der Korruption bedienen.
      Gewerkschaften bildeten sich ja, weil Unternehmer derartig korrupt waren, dass sie ihre Angestellten ausbeuteten, wie Johnny Kovak im Film F.I.S.T. – 14h arbeiten müssen, aber nur 8 bezahlt bekommen. Er heuerte auch erst dann Schläger über einen Mobster an, als der Werkschutz der Unternehmen Streiks brutal auseinander knüppelte. Vermutlich lief es so auch bei Jimmy Hoffa ab und der wurde anschließend als Verbrecher gebranntmarkt, nicht aber die Unternehmer, aber wer kann das heute noch beweisen?

    • NichtvonBedeutung sagt:

      Nachtrag:
      Verbrechen war seinerzeit also eher Kennzeichen der Unternehmer.

  11. Scarlett Debord sagt:

    Diskriminierung von Deutschen war wohl schon immer "Chic".
    Was wollen die anderen damit erreichen?

    • Hartensteiner sagt:

      Mal langsam… vor WKI und erst recht vor 1870/71 reisten Deutsche nach Frankreich und Franzosen nach Deutschland, dto. England und es gab keine Diskriminierung. Noch früher war Voltaire beim Alten Fritz und man sprach Französisch, weil das eleganter erschien. Heinrich Heine ging nach Frankreich, als ihm hier der Boden unter den Füßen zu heiß wurde und die Hugenotten kamen hierher, als sie in Frankreich Probleme hatten usw. usw.

    • Scarlett Debord sagt:

      Da hab ich noch nicht gelebt.

      Immer …. ist für mich, seid ich denken und erinnern kann.

    • Hartensteiner sagt:

      Scarlett – meine Erfahrung, und ich bin Einiges herumgereist, einschließlich Israel. Nirgends hatte ich den Eindruck diskriminiert zu werden. In seltenen Fällen hatte ich den Eindruck, dass bei einem Gesprächspartner für einen Moment die alte Vorstellung von "den Deutschen" für einen Moment aufblitzte, um aber sofort wieder zu verschwinden und jener Mensch war gleichsam über sich selbst belustigt, dass ihm oder ihr dieses eingefallen war. Es mag auch Ausnahmen geben – ein paar Verrückte gibt es überall, wie es auch in seltenen Fällen einen Deutschen gibt, der das provoziert – aber angetroffen habe ich zumindest selbst davon nichts.
      Am meisten haben mich immer die überrascht, die selbst, zum Teil schwer (!) unter den Nazis gelitten hatten, immer betonten, dass das mit uns Nachgeborenen nichts zu tun hat und sie lieber mit uns über andere Dinge reden wollten.
      Denen war es eher peinlich, wenn man da so etwas wie "Schuldbewusstsein" an den Tag legte und sie wollten einen schnellstens davon abbringen um eben, wie ich sagte, lieber über wichtigere oder auch schönere Dinge zu reden.

    • Scarlett Debord sagt:

      @ Hartensteiner

      Das sind ja auch immer nur die selben.
      Die Nestbeschmutzer aus den eigenen Reihen.
      In Krisengebieten nennt man diese: "Warlords"

      In Deutschland nennt man sie: "Extremisten".
      Die Astrologie kennt folgende Sternzeichen als Extremistisch:
      Widder, Wassermann, Skorpion und Fische!
      Prominenteste Vertreter wären:
      Bill Gates (Microsoft),
      Markus Söder CSU,
      Michael Müller SPD,
      Klaus Lederer (Linke),
      Ramona Pop (Grüne),
      Dilek Kalayci (SPD),
      Andreas Geisel (SPD),
      Elke Breitenbach (Linke),

      Fast der komplette Berliner Senat ist von extremistischen Nestbeschmutzern unterwandert.

      Daher wird man mit milderen Mitteln als der Abwahl, kaum wieder geordnete Zustände im Land bekommen.

      … und wenn die an der Macht bleiben, wird Deutschland, Berlin voran im Chaos versinken.

      Die Versager haben sich in ihrer "Versager-Endlosschleife" aufgehangen.

    • Scarlett Debord sagt:

      Astrologisch und Psychologisch gesehen sitzt Michael Müller (SPD) grad auf meinem Platz in der Welt.

      … und wenn die SPD nicht so ein imfamer, impertinenter, selbstgerechter, intellektuell retardierte Ansammlung von Onanierexperten wäre, würde die Weltgeschichte sehr viel anders aussehen.

      Eher so …. wie ich sie mir vorstelle und die würde von der Mehrheit eher erwünscht sein, als die Katastrophe ich die uns das "Proletariat" hineinkatapultiert hat, aus blanker Ungezwungenheit.

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