HIStory: Haben die Deutschen schon immer eine „Untertanenmentalität“ gehabt?

Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

Das Thema heute: Haben die Deutschen schon immer eine „Untertanen-Mentalität“ gehabt?

Wenn man sich so umschaut in diesen bizarren Corona-Zeiten, dann kann man schier verzweifeln. Viele unserer Mitmenschen kleben an den Lippen unserer geliebten Kanzlerin und setzen gewissenhaft jede noch so irrwitzige Vorschrift unserer Obrigkeit bis in kleinste Detail um.

Und das, ohne auch nur eine Sekunde nach der Sinnhaftigkeit der aktuellen Verordnungen zu fragen. Oder auch nur eine Sekunde unter der Demütigung durch sinnlose Mund- und Nasenmasken zu leiden. Ist „den Deutschen“ die Untertanenmentalität zur DNA geworden?

Da ist die Zeit gekommen, in der schon wieder einige Leute darüber spekulieren, dass „die Deutschen“ schon immer eine unterwürfige Mentalität gehabt hätten. Die sie dann anfällig machen würde für totalitäre Ideologien.

Ich denke, das entspricht nicht den Tatsachen. Wären die Deutschen schon immer ein Volk von begeisterten Untertanen gewesen, dann hätten die Nazis im Jahre 1933 nicht ein Millionenheer von SA, SS und Gestapo unterhalten müssen, um die Deutschen zu unterwerfen.

Und im deutschen Kaiserreich? In den Jahren zwischen 1871 und 1918? Wie war das in jenen fernen Zeiten? Auch hier gibt es jede Menge Literaten und Historiker, die uns erzählen, Kaiser Wilhelms Reich sei eine Art von hochmotiviertem Exerzierhof gewesen.

Stimmt das? Dieser Frage gehen wir in unserer heutigen Sendung History nach.

Da ist zum Beispiel der amerikanische Publizist William Shirer. Shirer war in der Hitlerzeit in Berlin als Korrespondent amerikanischer Zeitungen unterwegs. Nach seiner aktiven Zeit hatte er in den 1960er Jahren das Buch „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ geschrieben. In diesem Buch prägte Shirer viele Stereotypen, die bis heute das Bild „der Deutschen“ ausmachen.

Das wilhelminische Kaiserreich sei „in Wirklichkeit eine Militärautokratie“ gewesen. Der Kaiser habe geschaltet und gewaltet, wie es ihm gefiel. Der Reichstag war nur ein „Debattierklub“, und die Volksvertreter konnten für ihre jeweilige Klientel nur „Scheinvorteile“ herausholen. Und so steht für Shirer eindeutig fest: hier gedeiht der Humus für den Nationalsozialismus, denn, Zitat:

„So konnten im Gegensatz zu der Entwicklung in anderen westlichen Ländern die Ideen von Demokratie, souveränem Volk und Hoheit des Parlaments in Deutschland niemals Fuß fassen, nicht einmal nach Beginn des Zwanzigsten Jahrhunderts.“ Der Weg von Wilhelm zu Adolf: für Shirer ein „völlig logischer Verlauf.

In Büchern, die noch mehr auf die „breite Masse“ zugeschnitten sind, wird als Beleg für den Untertanengeist der Deutschen auch immer wieder gerne die Episode des Hauptmanns von Köpenick angeführt. Der „Hauptmann von Köpenick“ – jener arbeitslose, vorbestrafte Schuster, der sich eine Uniform anzieht und dann als angeblicher Vorgesetzter den Amtsschimmel strammstehen lässt. Aber gerade die Beliebtheit des Köpenicker Hochstaplers zeugt doch von einer ganz anderen Realität: dass nämlich das „gemeine Volk“ in Distanz zum Staatsapparat stand und die Maschinerie sehr genau durchschaut hatte. Für diese Wahrnehmung hatte auch Kaiser Wilhelm II. ein Gespür. Er ließ verlautbaren, er fände die Geschichte vom Hauptmann von Köpenick „zum Piepen!“ Was wiederum erneut seine Beliebtheit in der Bevölkerung vergrößerte.

Der Untertan – ein geflügeltes Wort für den Menschen in der wilhelminischen Ära. „Der Untertan“ heißt auch der bekannteste Roman von Heinrich Mann. In einer Kleinstadt, die Heinrich Mann Netzig nennt, will der bösartige Papierfabrikant Dietrich Heßling sich selbst zum ersten Mann im Ort erheben. Heßling versucht, den liberal-demokratischen Zeitgeist in Netzig durch übelste Intrige und durch seine Verbindungen über ultrarechte Seilschaften zu brechen. Doch das alles nützt ihm zunächst rein gar nichts. Erst eine heimliche Abmachung mit dem Sozialdemokraten Napoleon Fischer ermöglicht ihm den Durchbruch; erkauft wird dieser Durchbruch allerdings mit einem Sitz im Stadtrat für den Sozialdemokraten Fischer.

Die Sozialdemokraten dulden nunmehr auch die Errichtung einer Reiterstatue von Wilhelm II. auf dem Marktplatz. Protagonist Dietrich Heßling erlangt widerstandslos das Papiermonopol für seine eigene Firma in Netzig und Umgebung, auf Kosten der Liberalen. Also: der Reaktionär Heßling kann nicht schalten und walten wie es ihm passt. Er muss mit der mächtigen Sozialdemokratie kungeln!

Auch wenn es sich hier um Beispiele aus der satirischen Gattung handelt, könnte es denn nicht sein, dass das wilhelminische Kaiserreich doch etwas vielschichtiger gestrickt war? Und dass mit Worten wie „Autokratie“, „Untertanengeist“, „Servilität“ oder „moskowitische Barbarei“ dieses komplexe Gebilde keineswegs angemessen beschrieben ist?

Einige Gesichtspunkte verdienen genauere Betrachtung.

Das Deutsche Reich, das 1871 gegründet wurde, war immerhin eine konstitutionelle Monarchie. In vielerlei Hinsicht stellte es eine Nachbildung der englischen Verfassung dar. Es war eindeutig kein absolutistisches System, wie in jenen Tagen noch die Zarenherrschaft in Russland. Das hieß in der Praxis: der Kaiser handelte und entschied allein auf dem Boden der Verfassung.
Ebenfalls wie in Großbritannien oder den USA gab es ein parlamentarisches Zweikammersystem im Bundesstaat Preußen.

Das so genannte Herrenhaus entsprach dem englischen Oberhaus. Es setzte sich zusammen aus handverlesenen Vertretern des Adels, der freien Städte, aber auch aus Vertretern bestimmter Berufe. Das Abgeordnetenhaus (entspricht dem englischen Unterhaus) wurde nach dem Dreiklassenwahlrecht zusammengesetzt: wer mehr Steuern zahlte, bekam hier mehr Stimmen zum Wählen zugeteilt. Das war ganz schön ungerecht.

Die Abgeordneten des Deutschen Reichstages wurden jedoch in allgemeiner, gleicher und geheimer Wahl bestimmt. Männer ab dem 25. Lebensjahr durften an der Wahl teilnehmen, egal wieviel Geld sie hatten. Es galt das Mehrheitswahlrecht. Das heißt: in das Parlament kam, wer in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen errungen hatte. Parteilisten waren damals noch nicht üblich.

Der Kaiser setzte den Kanzler ein und berief ihn auch wieder ab. Der Kanzler war einzig und allein dem Kaiser gegenüber rechenschaftspflichtig. Gesetze jedoch erlangten nur dann Gültigkeit, wenn sie vom Parlament gebilligt wurden. Dasselbe galt für den Staatshaushalt. Bis 1918 ist ein deutlicher Trend zur Demokratisierung zu erkennen. Unter anderem konnte seit dem Jahre 1912 das Parlament durch ein Misstrauensvotum den Kanzler absetzen. Ab der Jahrhundertwende nahm die Macht des Kaisers immer weiter ab, und der jeweilige Kanzler musste immer öfter parlamentarische Mehrheiten suchen, um seine Politik umzusetzen. Das wurde besonders deutlich im Jahre 1907.

Damals drangen Nachrichten über den Völkermord gegen die Ureinwohner im damaligen Deutsch-Südwestafrika nach Deutschland. Der General von Trotha hatte eigenmächtig einen Vernichtungskrieg gegen das Volk der Nama angezettelt. Auf Betreiben der Sozialdemokraten wurde die Reichsregierung unter Kanzler von Bülow gestürzt.

Nach Auflösung des Reichstags fanden Neuwahlen statt, die als „Hottentottenwahlen“ in die Geschichte eingingen. Und obwohl die Sozialdemokraten Stimmengewinne bei dieser Wahl verbuchen konnten, verloren sie wegen des damals geltenden Mehrheitswahlrechts einige Mandate.

Denn das rechte Lager hatte sich auf gemeinsame Kandidaten in den Wahlkreisen verständigt, so dass der rechte Kandidat auch alle Stimmen des rechten Lagers auf sich vereinigen konnte, und somit viele sozialdemokratische Kandidaten nur noch abgeschlagen auf dem zweiten Platz landeten. Es ist nicht bekannt, dass in jener Zeit in irgendeinem anderen Land die Regierung gestürzt wurde – aufgrund von Völkerrechtsverstößen in den Kolonien.

Die Bevölkerung gewann auf diese Weise zunehmend Interesse an der parlamentarischen Arbeit, sodass, anders als heute, die Wahlbeteiligung im Laufe der Jahre immer weiter zunahm – von 50 Prozent im Jahre 1871 bis auf 85 Prozent im Jahre 1912. Alle Teile der Bevölkerung diskutierten leidenschaftlich die im Reichstag verhandelten Themen.

Von einem Untertanengeist kann schon deswegen überhaupt keine Rede sein, weil die wilhelminische Gesellschaft aufgeteilt war in eine adlige, eine bürgerliche und eine proletarische Welt. Und sie alle hatten jeweils eigene Ziele, eigene Wertvorstellungen, eigene Idole, eigene Medien, ja sogar ein je eigenes Zeitgefühl.

So schreibt ein Historiker, Zitat: „Die sozialdemokratische Arbeiterklasse feierte weder den Geburtstag des Kaisers noch den Jahrestag der Schlacht von Sedan (2. September), dafür aber den 18. März (im Gedenken an das Jahr 1848 und an die Pariser Kommune), den 1. Mai und den Todestag von Lassalle (31. August).“

Das wilhelminische Deutschland hatte eine Meinungsvielfalt zu bieten, von der wir nicht einmal mehr träumen können. Es gab 3.600 verschiedene Tageszeitungen mit 3.600 verschiedenen Meinungen. Keine einzige Zeitung überschritt eine Auflage von einer halben Million. In fast jeder Stadt gab es zwei konkurrierende Tageszeitungen mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung. In Berlin waren es sogar fünfzig Tageszeitungen, die mit bis zu drei Ausgaben pro Tag in den Auslagen der Kioske auf sich aufmerksam machten oder von Zeitungsjungen auf der Straße verkauft wurden. Die Mächtigen mussten von diesen Zeitungen durchaus derbe Schläge einstecken, und es kam vergleichsweise selten zu juristischen Reaktionen oder gar zu Zensurmaßnahmen. Auch den Kaiser schonte man nicht.

Im Jahre 1906 diffamierte der pathologische Schreiberling Herwarth Walden Wilhelm II. durch eine homophobe Schmutzkampagne, die so genannte „Eulenburg-Affäre“.

Doch die Freiheit eines Volkes bemisst sich nicht nur an Kriterien wie: freie Presse oder funktionstüchtige Parlamente. Wichtig sind auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten aller Schichten der Bevölkerung. Wichtig ist, ob finanziell schlechter gestellte Personen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Auf diesem Gebiet hatten – und haben – die Staaten Mitteleuropas, also: Schweiz, Österreich und Deutschland, effektive Schutzschirme geschaffen, die die Folgen der Kapitalkonzentration ganz erheblich abmildern. Erwähnen wollen wir Aktivitäten im staatlichen, öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Bereich.

Unter anderem aus der geschmähten preußischen Tradition stammte der Grundsatz, dass Wirtschaftsbereiche der Grundversorgung nicht profitorientiert geführt werden. Bahn, Post oder kommunale Betriebe wurden zunehmend in staatliche Obhut überführt. Das bewahrte diese Bereiche vor Existenzgefährdungen durch Spekulation und das garantierte zugleich verbraucherfreundliche Preise.

Eine Erfolgsgeschichte stellt auch der öffentlich-rechtliche Sektor im Kaiserreich dar. Der Staat initiierte und förderte z.B. Kranken- und Sozialkassen, die von Landesversicherungsanstalten eigenständig verwaltet wurden. Für die Sparkassen gab es unterstützende gesetzliche Normen in Preußen schon seit 1838. Unter diesem Schutz richteten die Kommunen örtliche Sparkassen ein. Der Gedanke: die Ersparnisse der „kleinen Leute“, wurden hier gesammelt. Das Geld bleibt im Ort und wird für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben, die die Lebensqualität der Bürger vor Ort verbessern.

Die Reformer wollten die Leute zur Sparsamkeit erziehen, und deswegen gab es auch Schulsparkassen und so genannte „Pfennigsparkassen“. Christlich orientierte und liberale Bürger taten sich 1844 mit Arbeitern zusammen im Centralverein für das Wohl der arbeitenden Klassen. 1884 schlossen sich die lokalen Sparkassen zum Deutschen Sparkassenverband zusammen. Nun konnten sich die Sparkassen gegenseitig helfen und einen Pool bilden für schwierige Zeiten. So konnte sich der Deutsche Sparkassenverband im Jahre 1905 auf 13 Verbände mit 1535 Filialen und Einlagen von 8.4 Milliarden Reichsmark stützen (Unt-16).

Eine besonders beeindruckende Erfolgsgeschichte im deutschsprachigen Raum handelt von den Genossenschaften. Genossenschaften haben in Mitteleuropa eine lange Tradition. Auf dem Lande teilten sich die Bauern gemeinsam bewirtschaftete Areale, entweder Forstwirtschaft oder Agrarland, die so genannte Allmende. Seit 700 Jahren gibt es einen kompletten Genossenschaftsstaat, nämlich die Eidgenossenschaft der Schweiz.

Wie jeder heute noch vor Ort erleben kann, herrschen dort besonders stabile Verhältnisse. Soziale Konflikte sind vergleichsweise selten anzutreffen. Die Idee der Genossenschaft ist grundsätzlich gekoppelt an demokratische Prinzipien, weil alle Entscheidungen immer nur im größtmöglichen Konsens getroffen werden können. In der Schweiz finden pro Jahr zweihundert Volksabstimmungen statt, ohne dass davon irgendeine Destabilisierung ausgeht.

In Deutschland haben die Genossenschaften viele Härten des Kapitalismus abgemildert, denn das Unternehmensziel der Genossenschaft ist nicht die Erzielung von Profit, sondern die optimale Versorgung der eigenen Mitglieder sowie deren bestmögliche Förderung. Ein schier unübersehbares Netz von Einkaufs-, Hausbau-, Wohn-, Landwirtschafts- und Produktionsgenossenschaften überzieht noch heute Deutschland. Jetzt müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, welche gigantischen Werte an ehemals genossenschaftlichem Eigentum an internationale Spekulationsfirmen, die so genannten „Heuschrecken“, verschleudert werden.

Unabhängig voneinander hatten Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitsch Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts „Darlehensvereine“ und „Vorschußvereine“ für Landwirte und Handwerker gegründet. Der Staat sicherte deren Existenz durch Genossenschaftsgesetze. Ende des Jahrhunderts förderten die erstarkten Gewerkschaften (Unt-18 plus 19 bitte nebeneinander). vermehrt Einkaufsgenossenschaften.

1903 wurde der Zentralverband deutscher Konsumvereine gegründet. Arbeiter, die wegen ihres gewerkschaftlichen Engagements bei Unternehmern keine Arbeit mehr fanden, halfen sich kurzerhand selber und gründeten in ihrem Beruf Produktionsgenossenschaften. Auch die katholische Kolping-Bewegung war im Genossenschaftswesen aktiv.

Die Gewerkschaften hatten im Kaiserreich eine sehr starke Stellung. Wobei es neben den sozialdemokratischen noch die christlichen und die liberalen Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften gab. Die deutschen Unternehmer konnten nicht einfach komplett die Belegschaft entlassen, wenn diese Widerworte gaben. Sie konnten nicht einfach Schiffsladungen neuer Arbeiter aus anderen Ländern kommen lassen, wie es in den USA üblich war. Man musste mit dem vorhandenen knappen Arbeitskräftepotential klarkommen, oder die Räder standen eben still. Dieser Tatbestand förderte den Gedanken der Sozialpartnerschaft.

Die SPD war die stärkste politische Kraft im Kaiserreich. Ohne sie ging nichts mehr. In den Katholiken, denen Bismarck mit seinem Kulturkampf vor den Kopf gestoßen hatte, fanden die Sozialdemokraten zuverlässige Verbündete. Fortschrittliche Bürger gründeten liberale Parteien. Und auch diese paktierten zeitweise mit SPD und Zentrum. Dänen, Polen und sich französisch fühlende Elsässer waren im Parlament vertreten und konnten bisweilen das Zünglein an der Waage darstellen.

An der Arbeiterbewegung führte kein Weg vorbei, wie ein Historiker ausführt:

Zitat: „Im Rechts- und Verfassungsstaat, der das Kaiserreich war, gab es keinen Spielraum mehr für einseitige Kraftakte … Der Reichstag bot der Arbeiterbewegung eine demokratische Deckung, die die autoritären Sozialistenfresser nicht aushebeln konnten.“

Man kann ohne weiteres behaupten, dass die Demokratie im Kaiserreich auf soliden Fundamenten stand. Dass sowohl Bürgertum wie Arbeiterschaft bereit waren, die Demokratie weiterhin auszubauen. Wäre nicht der Krieg dazwischengekommen, hätte man wahrscheinlich das undemokratische Dreiklassenwahlrecht in Preußen auf ganz friedliche Weise abgeschafft, und der größte Einzelstaat des Deutschen Reiches hätte mit einem Schlag eine solide Mitte-Links-Mehrheit aus SPD, Linksliberalen und Zentrum erhalten.

Die Ideen von Demokratie, souveränem Volk und der Hoheit des Parlaments waren in Deutschland bereits voll ausgefaltet, als der Erste Weltkrieg begann.

Wir lernen aus der Vergangenheit, wie wir die Zukunft besser machen.

Literaturquellen:

  • William Shirer: Aufstieg und Fall des Dritten Reiches. Frechen o.D.
  • Jeffrey Verhey, Der ‚Geist von 1914‘ und die Erfindung der Volksgemeinschaft. Hamburg 2000.
  • Dieter Hertz-Eichenrode: Deutsche Geschichte 1890-1918,
  • Rainer Hering: Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1939.Hamburg 2003.
  • Heinrich Mann: Der Untertan. Leipzig 1918.
  • Frank Bajor: „Unser Hotel ist judenfrei“ – Bäder-Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt/Main 2003.
  • https://www.bundestag.de/kulturundgeschichte/geschichte/parlamentarismus/kaiserreich
  • Josef Hoffmann: Deutsche Sparkasseneinheit. Prinzipien-Politik-Organisation. Stuttgart 1969.
  • Fritz Fischer, Krieg der Illusionen. Düsseldorf 1969.

Bildquellen:

  1. KenFM21
  2. KenFM21
  3. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-02974A,_Berlin,_SA_als_Hilfspolizei.jpg – gemeinfrei
  4. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=364558 – gemeinfrei
  5. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shirer.jpg – gemeinfrei
  6. Booklooker
  7. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a5/Akte_K%C3%B6penick.png – gemeinfrei
  8. Booklooker
  9. Booklooker
  10. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_v_Werner_-_Kaiserproklamation_am_18_Januar_1871_(3._Fassung_1885).jpg – gemeinfrei
  11. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_147-0978,_Reichstag,_Plenarsitzungssaal.jpg – gemeinfrei
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Herero_und_Nama#/media/Datei:Lothar_von_Trotha.jpg – gemeinfrei
  13. https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/ju006681.jpg – gemeinfrei
  14. https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/zk007281.jpg – gemeinfrei
  15. https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/pl002763.jpg – gemeinfrei
  16. https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/skv0032591.jpg – gemeinfrei
  17. https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Schweiz#/media/Datei:Stammbaum_CH_Kantone.jpg – gemeinfrei
  18. http://www.raiffeisen.de/der-drv/drv-historie/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38683743
    zvab – gemeinfreiemeinfrei,
  19. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67356213 – gemeinfrei
  20. https://www.weimarer-republik.net/ – gemeinfrei
  21. https://www.dhm.de/fileadmin/medien/lemo/images/dkr004276.jpg – gemeinfrei

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Hermann Ploppa hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem: „Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“, „Hitlers amerikanische Lehrer: Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung“ sowie „Der Griff nach Eurasien: Die Hintergründe des ewigen Krieges gegen Russland“.

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50 Kommentare zu: “HIStory: Haben die Deutschen schon immer eine „Untertanenmentalität“ gehabt?

  1. Beschwörungsrheothetiker sagt:

    Bitte bitte dieses Kritzel/Schreib-Geräusch nicht verwenden! Kommt alle 20 bis 30 Sekunden, nervt furchtbar und lenkt vom Gesprochenen ab!

  2. RULAI sagt:

    Deutsche Verzweiflung
    Hoffmann von Fallersleben
    1798 – 1874

    In Angst und bürgerlichem Leben
    wurde nie eine Kette gesprengt.
    Hier muß man schon mehr geben,
    die Freiheit wird nicht geschenkt.

    Es sind die glücklichen Sklaven
    der Freiheit größter Feind,
    drum sollt Ihr Unglück haben
    und spüren jedes Leid.

    Nicht Mord, nicht Brand, nicht Kerker,
    nicht Standrecht obendrein;
    es muß noch kommen stärker,
    wenn’s soll von Wirkung sein!

    Ihr müßt zu Bettlern werden,
    müßt hungern allesamt,
    zu Mühen und Beschwerden
    verflucht sein und verdammt.

    Euch muß das bißchen Leben
    so gründlich sein verhaßt,
    daß Ihr es fort wollt geben
    wie eine Qual und Last.

    Erst dann vielleicht erwacht noch
    in Euch ein bess’rer Geist,
    der Geist, der über Nacht noch
    Euch hin zur Freiheit reißt!

  3. RULAI sagt:

    Die Deutschen habe ich nur bis März letzten Jahres immer und immer wieder verteidigt.
    Das ist jetzt vorbei. Und zwar endgültig.

    Die Cancel-Culture schlug wieder zu: Heine nicht mehr erlaubt auf Fratzenbuch?

    "Von Heine stammt ein Aphorismus, der international bekannt ist und den jetzt die Zensur-Abteilung von „Facebook“ unter Quarantäne gestellt hat:

    „Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muß die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“
    "

    Von M.W.Black

    • Hartensteiner sagt:

      Ha, ha…. seit wann sollte den die Wahrheit erlaubt sein?

    • Nomaske sagt:

      Ein Hoffnungsschimmer, ein ganz kleiner?

      In der Zwergschule meines Sohnes haben 90% der Eltern ihre Kinder ab dem kommenden Montag vom Präsenzunterricht abgemeldet, denn ab dann wäre vor dem Besuch zu testen ist.

      Mich hat die Zahl sehr gefreut und überrascht. Natürlich auch, weil man dann nicht alleine dasteht.

      Viel heilsamer noch waren die Gründe, welche in einer Elternversammlung (digital) angeführt wurden. Kurz: Es waren die richtigen Beweggründe.

      Und eben nicht die linksverseuchte Rezo-Idiotenhirnjammerlappensülze von wegen der Staat bietet uns zu wenig Schutz und der Kapitalismus ist nur zu geizig, mehr in unsere "Gesundheit" zu investieren. Und vor allem musste ich mir nicht anhören, es sei ja so, dass das dysfunktionale Personal es nicht hinbekommt von wegen profit over people und artverwandten Unfug.

      Nein, es waren alle sachlichen Argumente auf dem Tisch. Peng. Auch herrlich unaufgeregt und kühl bis ans Herz vorgetragen. Kein Krampf, kein Kampf, 3, 4 Argumente und Nein!

      Aber wie gesagt, Zwergschule, ein Einzelfall.

      Dennoch ein Lichtblick. Ein Lichtblickchen.

      Vielleicht auch nur ein Strohfeuerechen, da hier die Wahl zwischen Präsenz- und Fernunterricht noch besteht, ist das Verhalten sicher nicht im schmerzhaften Bereich.

      Ich kenne aber auch andere Schulumstände, wo Eltern die Kinder nicht schicken und richtig Stress machen – allerdings aus besagtem Gutmenschenzerebraltotalausfall: Erst no covid, dann wieder Schule. Erst Gesundheitsdikatatur, dann Bildung.
      Die Trottel sind in der Mehrheit, muss man zugeben.

      Ok, ich sehe ein, habe mein Optimismusstrohfeuer eben selbst gelöscht,

  4. Siren sagt:

    interessant für Leute, die politisch so ungebildet sind, dass sie Reichs Fahnenträger noch immer mit Befürwortern des 3. Reiches der NSDAP verwechseln.

  5. phlox sagt:

    Meinen Großvater 1877 – 1958 würde ich als furchtlos bezeichnen.
    Er bezahlte regelmäßig Strafgeld, weil er die Nazi-Fahnen an den
    vorgeschriebenen Tagen nicht hisste.
    Als 4 seiner 5 Söhne an der Front waren und einer an der schrecklichen
    V1 Waffe arbeitete, empfing er seinen Bürgermeister-Nachfolger der
    ihm eine traurige Nachricht zu überbringen hatte, so:
    "Sag' mir welcher und hau ab."
    Meinen Vater Jg.1913 erlebte ich als sehr ängstlich und "diplomatisch",
    die Mutter wiederum widersprach Jedem und Jeder, wenn sie anderer
    Meinung war, (Hintergrund waren die 10 Gebote, u.a. "du sollst nicht
    lügen", die sie sehr ernst nahm
    ).
    Zur Gemeinwohl-Ökonomie.
    Meine Eltern bezeichneten noch 3 ihrer Wiesen mit "Almanddoil".
    Der "Almanddoil doba em Barga" (Barke männliches Mastschwein) musste
    einst Teil der gemeinschaftlichen Schweineweide des Dorfes gewesen sein.
    Raiffeisen war die Bezugsquelle für Saatgut, Saatkartoffel, Düngemittel,
    Futterkalk (Hühner) u.v.m.
    Umgekehrt nahm Raiffeisen den Landwirten zuverlässig die Ernten ab.
    Man lieferte ab, was über den Eigenbedarf hinausging. Ohne Voranmeldung
    fuhr das Fuhrwerk vor, die Ablieferung wurde gewogen und bewertet
    (Gewichtsabzug z.B. für einen hohen Wasseranteil, kam bei feuchtem
    Erntewetter vor). Die Bezahlung dürfe fair gewesen sein (jedenfalls habe
    ich nie Klagen gehört). Praktisch war, dass man mit derselben Fuhre im
    Gegenzug den o.g. Bedarf mitnehmen konnte. Der um diese Rechnung
    gekürzte Erlös wurde zuverlässig aufs Sparkassenkonto überwiesen.
    Dann gab es noch ein paar Tiermarkt-Termine im Jahr und den
    St.Martini-Markt, wo die Landwirte robuste Bekleidung, Hausrat und
    landwirtschaftliche Werkzeuge und Geräte kaufen konnten.
    Insofern ist für mich eine Gemeinwohlwirtschaft absolut normal und der
    Börsenhandel für landwirtschaftliche Produkte die ungute Fortentwicklung.
    Auch die Fruchtfolge auf den Feldern und das, was man heute Permakultur
    nennt, waren damals Standard.

    Zum freien, unabhängigen Denken:
    Zu 100 Jahre Joseph Beuys ist mir gerade heute das tolle Jubiläums-
    Programm zugegangen:
    https://www.omnibus.org/veranstaltungen
    Daraus dieses großartige Gespräch mit dem Beuys-Schüler
    Johannes Stüttgen:
    https://www.youtube.com/watch?v=lq_Kb6hTVig

    • Hartensteiner sagt:

      Da bin ich ja platt, dass jemand noch Joseph Beuys kennt.
      Ich nenne ihn gern den LETZTEN KÜNSTLER.
      Da mache ich dann keine Ausnahmen, auch nicht bei den Beuys-Schülern und Schülerinnen.
      Allerdings hat sich diese Frage auch erledigt, denn der "Neue Mensch" braucht weder Kultur noch Kunst.

    • Hartensteiner sagt:

      Höre gerade das Gesräch mit Stüttgen an. Da fällt der Satz: "…. man müsse den Tod kennen.". Dem setze ich entgegen: "Der Tod ist wurscht! – Was wir entdecken müssen, ist das LEBEN!" Warum? Weil unsere Zivilisation seit Jahrtausenden mit "totmachen" beschäftigt ist und "Leben" nicht hinbringt, obwohl immer noch eine ganze Menge davon "vorkommt".
      Erst recht in den letzten 500 Jahren haben wir zunehmend lebendige Stücke aus der Natur herausgerissen, festgelegt, (Geltungsbereich), "tot gemacht" und neu konstruiert UND es dann (symbolhaft gemeint) an die Stelle gelegt, wo wir das herausgerissen hatten. Langsam aber sicher überziehen wir den ganze Planeten mit solchen Stücken bis er aussieht wie z.B. der Mars. Im Verhältnis dazu ist der gute Stüttgen "damals" hängen geblieben, als man noch geglaubt hat, das ließe sich umkehren. Wie oben schon gesagt… Beuys war der letzte Künstler. Die Kunst ist tot, mausetot. Wie war das, als Beuys am Eingang einer Ausstellung saß und einen toten Hasen im Arm hielt, dem er "die Welt erklären wollte"?
      Insofern würde ich Stüttgen vorwerfen korrumpiert zu sein durch das, wovon er gut lebt.

    • Hartensteiner sagt:

      PS: Die Revolution? Die haben wir verpennt und die Massen schlafen mir solch dröhnendem Schnarchen, das man gar nicht mehr schlafen kann.
      Vergiss Röttgen. Ein typischer, bürgerlicher Schwätzer. Ich kann das nicht bis zum Ende anhören. Er hat Beuys verkauft.

      Anekdote von heute dazu. Gehe an Kita vorbei. Frau kommt mit Kind raus… empört, weil die Kita wieder schließt…
      Sie äußert laut, wie unverschämt das ist, dass sich die Demonstranten massenhaft treffen dürfen, aber hier wird zugemacht. … Mische mich ein… Vorschlag; "Besser wäre, weiter demonstrieren UND (um) die Kita offen zu halten". Das lehnt sie vehement ab, denn bei den Demos stecken sich alle gegenseitig an. Deshalb geht Corona immer weiter. usw. Das wusste sie unerschütterlich.
      Ich ging dann weiter….

    • Hartensteiner sagt:

      Ha, ha… jetzt habe ich auch noch – Typo – Srüttgen mit Röttgen verwechselt. Das wird doch nicht ein Freud'scher Versprecher sein?

    • Hartensteiner sagt:

      Verd…. noch 'n Typo. Meine Tastatur ist so abgeschrieben, dass man die meisten Buchstaben nicht mehr sieht. Muss wohl 'ne neue kaufen. Das wiederum ist derart umständlich heutzutage, dass ich keine Lust habe. Vielleicht versuche ich, die Buchstaben draufzuschreiben?

    • RULAI sagt:

      Beuys: "Ich sage, die Bäume sind heute ja viel intelligenter als die Menschen."

      Zeige Deine Wunde!

      https://www.youtube.com/watch?v=84Zd0GqiR-U

    • RULAI sagt:

      "Joseph Beuys (…)
      Ich nenne ihn gern den LETZTEN KÜNSTLER."

      Schon interessant, jemanden, der verbreitet hat, jeder Mensch sei ein Künstler, so zu bezeichnen. 😉

    • Hartensteiner sagt:

      Das, lieber Rulai, ist leicht erklärt: Du schaffst den Menschen ab und schon ist es mit "Jeder Mensch ist ein Künstler" vorbei.

    • wasserader sagt:

      Für Hartensteiner:
      Aus der Analyse der aktuellen Politik
      sollten wir postulieren : Jeder Mensch ist Experte .

  6. Kidult sagt:

    sehr interessant
    vielen Dank

  7. Yves S. sagt:

    Dazu als Kontrast ein paar interessante Erkenntnisse aus der heutigen Arbeitswelt:
    – Musste mir am Anfang meiner Laufbahn die Drohung anhören, dass mein Arbeitsplatz von einem anderen übernommen werden kann; beim Arbeitsamt wären genug andere.
    – Frage: Was verknüpft Spieleentwickler, Spielkasinohallen und Rente miteinander? Antwort: Ein Font. Spielkasino-Firma investiert in Software-Firma, Spielkasino-Firma ist in der Aktienwelt tätig und dort irgendwo mit einem Rentenfont verknüpft. Es wird zusammengelegt, was nicht zusammengehört und dann wird damit gezockt. Hier sogar in doppelter Hinsicht.

  8. Fred sagt:

    @Schramm Es gibt gute historische Analysen, welche klar die verbrecherische Rolle Eberts und seines Vertrauten Noske (beide SPD) nachzeichnen. Das meinte Haffner.

  9. Hal sagt:

    Unter Bismark konnte Willem aber nicht schalten und walten wie er wollte und jeder Kaiser war durch interne und externe Zwänge in ihrer Autorität begrenzt.

    Das geschichtlich gezeichnete Bild des Kaisers Wilhelm des zweiten kommt eher einer Karikatur gleich. Den die Kriegsschuld musste ja irgendwo plaziert werden, nicht das Bänkster oder das Britische Imperium unter verdacht geraten treibende Kräfte gewesen zu sein.

  10. the edge of mind sagt:

    Heil dir, Angela! Than*In der Uckermark Heil dir, Angela! Than*In von Südostnordwest Deutschland! Heil dir, Angela! künftige König*In von Binse und Biene, Heil!

    endlich #unterthan #Nussknacker

  11. Antti sagt:

    Der Ploppa wieder mit einer neuen Verherrlichung von Pickelhauben-Wilhelm und seinem "Wilhelminismus" ! Selbst Manns "Untertan" kann er zu diesem Behuf umkrempeln…
    Wozu soll das gut sein? Ist das nur "Reichsbürgertum" oder schon Royalismus? Dann würd ich´s aber nicht mit dem Anglizismus "History" überschreiben, sondern eher gutdeutsch mit "Ploppas Geschichten" (sozusagen "His Stories").
    Die militaristische und düster-kitschige "Gründerzeit" mit ihrem Kolonialismus, ihrer Kulturarmut und ihrer platten Großmannssucht ist wahrhaftig kein angenehmes oder vorbildliches Kapitel der deutschen Geschichten, und der blechern scheppernde Willem-zwo genausowenig eine Lichtgestalt, wie seine Kollegen von den Pharaonen bis zu Merkel (außer vielleicht Subcommandante M. in Chiapas).
    Überhaupt sind die herrschenden Kasten nur störendes Beiwerk der "Geschichte": wenn es im "Reich" unter dem "guten Kaiser" so "schön" war, warum sind dann Massen ausgewandert?

    • M.G.T. sagt:

      Bildung ist nie zum Schaden, eher ungebildete Menschen, die sich auch noch strikt weigern, sich mit History zu beschäftigen….
      Denkfaulheit gepaart mit Berufsempörung & Geltungsdrangscheinen inzwischen weit verbreitet zu sein…& man sieht, dass Wohlstandsverwahrlosung Hand in Hand geht mit infantiler Regression…. Ganz plötzlich ist zu erkennen, dass die selbsternannte "Perle der Schöpfung" sich nicht nur enttarnt als " dumm geboren & nichts dazu gelernt" sondern gar als Selbstzerstörer" Was für ein Glück für den Planeten….

    • Hal sagt:

      Gut und Böse sind sehr selten eindeutig, so ist es mit der Geschichte und Gegenwart, nur in der Propaganda und von Siegern geschriebene Geschichten sind die Verhältnisse ganz klar dem einen oder anderen zugeordnet.

      Wollen sie Willem als bösen Trottel wissen, so könnte Ich auch Ihnen sehr unschmeichelhafte Karakterzüge vorwerfen, alleine aus dem von Ihen verfassten Kommentar lassen sich so einige vermuten.
      Dem ist mir nicht gelegen, ich möchte lieber meine Fazination für Geschichte mit anderen teilen.

    • Antti sagt:

      MGT und HAL: dunkel ist eurer Rede Sinn… Statt mir Unbildung oder schlechten Charakter zu unterstellen, hättet ihr mal was Inhaltliches entgegnen können, wenn ihr schon so gebildet bzw. charaktervoll seid.
      "Gut" war an Willem immerhin, daß an seinem Geburtstag in den Grundschulen kostenlose "Kaiserbrötchen" verteilt wurden…

    • Yves S. sagt:

      Manche mögen nur schwarz und weiß sehen, andere mögen alle Grautöne kennen.

    • Hartensteiner sagt:

      Wie schön das Leben unter unserem Willem im deutschen Reich war hat Käthe Kollwitz in ihren Arbeiten äußerst eindrucksvoll dargestellt. Als ich vor einiger Zeit das Kollwitz-Museum in Berlin besuchte, war ich völlig "erledigt", als ich herauskam. Und Käthe Kollwitz lebte unter den Menschen, die die gezeichnet hat, während ihr Mann als Arzt versuchte – meist ohne jede Bezahlung – den Menschen zu helfen. Ich möchte bezweifeln, dass diese Menschen, die für Pfennige hart arbeiteten, viel Grund gehabt hätten, mit einer Reichsfahne zu wedeln.

  12. addcc sagt:

    "Da ist die Zeit gekommen, in der schon wieder einige Leute darüber spekulieren, dass „die Deutschen“ schon immer eine unterwürfige Mentalität gehabt hätten. Die sie dann anfällig machen würde für totalitäre Ideologien.

    Ich denke, das entspricht nicht den Tatsachen."

    Man müsste erst mal klären, wer oder was sind "die Deutschen" eigentlich. Es gab vor einigen Jahren eine gute ZDF_Serie: Die Teutschen. Staatsgrenzen waren immer in Bewegung, aber gehen wir mal von den jetzigen aus: JA, die Bürger der BRD (ohne Migrationshintergrund) sind hochgradig obrigkeitshörig, ängstlich und faul!

    In keinem Land der EU wird die Corona-Politik so gnadenlos durchgepeitscht wie in der BRD. Und das hat seinen Grund. Die Strippenzieher des Great Reset hätten größte Mühe um diese Show in jedem Staat durchzuziehen. Es reicht, die Wirtschaft der stärksten Wirtschaftsmacht in der EU zu Fall zu bringen, um alle anderen mit zu reißen. Und Deutschland macht auch ganz folgsam mit, Politiker wie Bürger.

    Man macht so lange weiter wie es geht, und bevor es zu ungemütlich wird, wird das Insolvenzgesetz wieder in Kraft gesetzt und die EU liegt am Boden. Und reißt die USA und andere mit.

    Deutsche Mentalität wird mal wieder von den Herrschern ausgenutzt. Man könnte auch sagen: Am deutschen Wesen…

    Nur eine VT von mir – zu gewagt?

    • Werweißdasschon sagt:

      Ja genau deswegen ist das Phänomen Corona auch ein globales (sehr gut funktionierendes) Projekt. Weil die Deutschen Obrigkeitshörig sind. Genau deswegen funktioniert das Ganze in Asien so toll. Der amerikanische Kontinent ist eh von der deutschen Obrigkeithörigkeit abhängig. Genau genau…
      Wer diese Meinung wirklich vertritt, hat doch von der Welt so gar keinen Plan und ist nie über die Grenzen seines Unvermögens hinaus gekommen.
      Von anderen Ländern, Sitten, Kulturen und Menschen gar kein Plan haben, aber sich daran messen wollen.

      Die Macher des Great Reset benutzen im Übrigen Deutschalnd schon sehr lange als Labor für ihre gesellschaftlichen Experimente. Auch Ihre Haltung ist das Ergebnis eines solchen (durchaus gelungenen) Experiments. Was aber hier gelingt wird in die Welt exportiert. Die Indoktrination des Selbsthasses ist nun mal ein Erfolgsmodell.

      Jeder Buchstabe in Ihrem Beitrag ist ein Ergebnis davon und sogar der Wortlaut entspringt eben jenem "eingepflanzten" Gedankengut.

      Wenn man Obrigkeitshörigkeit messen könnte, dann genau an solchen Opfern der Indoktrination, wie bei Ihnen (aber auch bei sooooo vielen anderen) vorzufinden sind. Wie oben bereits erwähnt, ist aber Deutschland nicht alleinstehend in der Welt.

      Nur am Rande:
      Das zweite "Labor" ist Japan. Auch ein hervorragendes Beispiel. Hier könnte man auch die "deutsche" Obrigkeitshörigkeit messen.

    • Hal sagt:

      Wissen sie wie hart oder milde die Corona Massnahmen in Spanien durchgesetzt werden?

      Was in den verschiedenen Europäischen Ländern passiert ist vergleichtbar aber trotzdem verschieden. Was aber völlig gleich ist, die Härte der Massnahmen werden bis zur Schmerzgrenze getrieben. Ist gibt natürlich Ausnahmen, Russland, Weissrussland und Schweden ist eingeknickt worden.
      Nun ist Franko nicht ein halbes Jahrhundert tot, wie glauben Sie sind wie in Spanien verfahren wir?

    • Hartensteiner sagt:

      Natürlich sind die Deutschen mehrheitlich sehr obrigkeitshörig. Das kann ich aus Erfahrungen im Berufsleben nur bestätigen. Aber wenn ich dann über die Grenzen schaue, sehe ich nicht sonderlich viel davon, dass es in anderen Ländern anders wäre. So haben wir doch hier auf KenFM viele Kommentatoren "danser encore" empfehlen gelesen. Ja, wunderbare Aufführung. Doch was sehen wir bei genauem Hinsehen? Die sich darum herum versammelnde Bevölkerung trägt Maske mindestens so fleißig, wie das bei uns ist. Sogar den einen oder anderen Musiker sieht man mit Maske – ich spreche von den Aufführungen in diversen Städten. Es fehlt also in Frankreich nicht an Obrigkeitshörigkeit. Gehen wir dann in das Vereinigte Königreich, dann können sogar die Deutschen noch an Obrigkeitshörigkeit hinzu lernen. Und damit haben wir eine "Rundschau" noch lange nicht beendet.

  13. Peter S. sagt:

    Vielen Dank für die Aufklärung! Offensichtlich hat wieder US-Propaganda das Narrativ bestimmt.

    Deshalb würde ich die Farben Schwarz-Weis-Rot als Symbol der Opposition und der Freiheit begreifen.

    Die PR-Agenturen der Regierung können es sich dabei leicht machen, und die Fahne als Symbol der Reichsbürger usw. verunglimpfen. Durch das quasi Medien-Monopol wird der Bevölkerung der Kopf verdreht. Und nicht wenigen ist die "Zeit zu kostbar", um ihre ÖR-Filterblase zu verlassen. Denn das sind sowieso alles "Spinner" und "Verschwörungstheoretiker". So knarzt es denn auch innerhalb des "Familien-Gebälks", weil Meinungsunterschiede, und zwar Grundsätzliche!

    Die MSM führen Krieg. Der kommt dem von Reich gegen Arm gleich, wie ihn einst Georg Schramm beschrieben hat. Mit einem Virus hat man die Waffe für einen ultimativen Schlag gefunden. Es folgen der Zwangstest, die Zwangsimpfung und die Zwangsinternierung.

    Einige freie Journalisten empfehlen, wir Bürger sollen doch "unseren" Abgeordneten über unseren Unmut anschreiben. Hoffen die insgeheim darauf, dass sich Herr/Frau Abgeordneter daraufhin totlacht? Wie sinnlos das ist, kennen wir doch von den zahlreichen Programmbeschwerden u.a. von Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer.

  14. ron sagt:

    Hermann Ploppa
    Der Starrsinn eines Menschen ist nicht angeboren.
    Wer aus einer Meinung einen Standpunkt bezieht um sich zu rechtfertigen ist ein Narr.
    Meinungen sind hilfreich oder auch nicht. Standpunkte machen blind.
    Es gibt keine deutsche Obrigkeitshörigkeit. Das sind Erziehungsmuster.
    Sie haben einen Standpunkt bezogen und sehen alles durch ihre Brille.
    Zum gähnen langweilig.

  15. Schramm sagt:

    Deutsche Geschichte.

    Zitat: „Die SPD war die stärkste politische Kraft im Kaiserreich. Ohne sie ging nichts mehr.“

    Sebastian Haffner schreibt:

    „Was der Kaiser vergeblich versucht hatte – das zurückkehrende Feldheer auf die revolutionären Arbeiter loszulassen –, das versuchte von Anfang an auch Ebert. Und als ihm dies ebenso wenig gelang, zögerte er nicht, noch einen Schritt weiterzugehen und die extremsten Anhänger der militanten Gegenrevolution, die Feinde der bürgerlichen Demokratie, ja seine eigenen Feinde, die Vorläufer des Faschismus in Deutschland, zu bewaffnen und gegen seine arglosen Anhänger zu mobilisieren.“ [1]

    Aus der Geschichte der NSDAP:

    »Schon bald nach seinem Eintritt in die Politik hatte Hitler Reden vor Wirtschaftsführern gehalten und sich mit ihnen zu Gesprächen getroffen. Doch keine dieser Begegnungen besaß das Gewicht der nun bevorstehenden. Es ergab sich sowohl aus der Zahl und dem sozialen Gewicht der zu erwartenden Teilnehmer wie aus dem Zeitpunkt des Zusammentreffens. Was schon die Ankündigung des Auftritts des NSDAP-Führers bewirkte, teilte Haniel brieflich Gustaf Krupp von Bohlen und Halbach mit. Der wünschte, offenbar mit Rücksicht auf seine Stellung als eben gewählter Präsident des Reichsverbandes der deutschen Industrie zwar selbst nicht teilzunehmen, wollte aber seine Beauftragten entsenden. Nun erfuhr er eine Woche vor der Veranstaltung:

    „Der Andrang der Klub-Mitglieder zum Hitler-Vortrag übersteigt tatsächlich meine kühnsten Erwartungen und der große Saal im Parkhotel ist leider nicht größer zu machen, als er nun einmal ist.“ [Vgl. Schreiben von Karl Haniel an Gustav Krupp von Bohlen und Hallbach, 20.1.1932. Zit. nach Trumpp, Zur Finanzierung der NSDAP durch die deutsche Großindustrie, S. 229 ff.]

    Am 26, Januar 1932 versammelten sich etwa 400-500 Industrielle – die Angaben über die Teilnehmerzahl schwanken – aus dem Industriegebiet an Rhein und Ruhr. Ihnen präsentierte sich Hitler anders als seinen Gefolgsleuten. Er erschien mit seinen Begleitern, dem Stil seiner Zuhörerschaft angepasst, im schwarzen Anzug. Hitlers Erfolg an diesem Abend besaß für ihn und die Partei auch eine ganz unmittelbare Bedeutung. Stürzten sie sich in den Kampf um das höchste Staatsamt, dann würde die Kampagne massenhaft Gelder verschlingen. Niemand verfügte über mehr Möglichkeiten, die Parteikasse dafür aufzufüllen, als die hier Erschienenen. Anders als so viele Parteimitglieder kramten sie nicht Groschen aus Hosentaschen, sondern zogen Scheckbücher und erlesenes Schreibutensil aus den Brusttaschen ihrer maßgeschneiderten Anzüge.« [2]

    [1] Sebastian Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde, wie es ist.

    [2] Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker: Geschichte der NSDAP: 1920 bis 1945.

    13.04.2021, R.S.

  16. Ralf Becker sagt:

    Bei den Plänen der Kanzlerin ihre Befugnisse im Kampf gegen Corona ausweiten zu wollen, denken viele nicht so sehr an die wegen einer Pandemiebekämpfung ohnehin notwendigen Maßnahmen, sondern sie ziehen den Vergleich mit 1933.

    Ich würde mich ebenfalls zu den Skeptikern der Politik von Angela Merkel einreihen wollen, weil mir ihre gesamte politische Handschrift suspekt ist. Die Bundeskanzlerin leidet an dem Kuba-Syndrom, weil sie keine abweichenden Meinungen zulässt.

    Dann sind die Liberalen doch die Partei der Freiheit. In ihrem neuen Wahlprogramm stellen sie jetzt ihre Steuerpläne vor. Es fällt auf, dass die FDP unter Christian Lindner von der Fehlfunktion des derzeitigen Geld- und Bankensystems keinerlei Kenntnis hat. Selbst wenn Frank Schäffler, ebenfalls in meiner Heimatkommune wohnhaft, etwa die mit dem Euro verbundenen Gefahren vergleichsweise gut eingeschätzt hat und er etwa auch die immer weiter ansteigenden Schulden der öffentlichen Haushalte immer wieder scharf kritisiert, dann irritiert es mich doch ein wenig, dass er trotzdem dermaßen für Freihandel und Marktwirtschaft wirbt.

    Wir entscheiden uns vielmehr für Unfreiheit, sobald wir mit unseren vielen Schulden so weitermachen wie jetzt.

    Jetzt stellt etwa Lothar Binding, SPD, auf seiner Webseite die Frage:
    Wer bezahlt die Kosten der Krise?
    Obwohl er mit der Überschrift eine völlig sinnvolle Frage stellt, behauptet er es dann wenig später am Textanfang, dass nichts teurer sei als zu sparen.
    Gigantische Rettungs- und Hilfspakete würden momentan eingesetzt, um Menschen und Unternehmen, durch die Krise zu helfen.

    Anders als wie Herr Binding dies darstellt, hilft die Bundesregierung mit ihren Hilfszahlungen niemanden.
    In Wirklichkeit zahlt niemand die Kosten der Krise, weil dies mit unserem Geldsystem auch gar nicht möglich wäre.
    Vielmehr funktioniert die derzeitige Systemrettung nur zum Preis eines immer weiteren Anstiegs der Ungleichheit.
    Unsere Wohlstandsverluste werden wegen der Geldtricksereien der EZB und wegen der Geldillusion jedoch nicht sofort bemerkt.
    Die Allianz von Politik und Banken kann jedenfalls wegen der Besonderheit unseres Geldsystems nur dadurch Geld nachlegen, indem sie immer mehr Schulden sozialisiert.
    Aber der spätere Schuldenabbau funktioniert nicht, weil das viele, von den Banken aus dem Nichts in Umlauf gebrachte Geld als solches eine Schuld ist und der Geldbesitz könnte ungleicher kaum verteilt sein.

    Herr Binding spricht dann weiter von der hervorragenden Bonität Deutschlands.
    In Wirklichkeit gibt es diese Bonität nicht. Banken sind eher auch reine Betrugsunternehmen, weil sie Geld aus dem Nichts verleihen.
    Ob Deutschland nun eine gute Bonität hat oder nicht, so ergeht es uns Bürgern trotzdem wie dem Frosch, den man ins heiße Wasser setzt und der auch nichts merkt, bis es dann zu spät ist.

  17. Remo Maßat sagt:

    Grüezi, Herr Ploppa

    Zu Ihrem Zitat, "In der Schweiz finden pro Jahr zweihundert Volksabstimmungen statt, ohne dass davon irgendeine Destabilisierung ausgeht", folgende Anmerkung:

    Es handelt sich keineswegs um 200 eidgenössische Volksabstimmungen, also solche auf Bundesebene. (sonst dürfte jeder Schweizer ja in 365 Tagen 200 mal abstimmen, was kaum menschenmöglich wäre. Abgesehen davon, daß auch nicht möglich wäre, an 200 Tagen die Abstimmungslokale einzurichten usw. usf.)

    Volksabstimmungen auf Bundesebene gibt es pro Jahr zirka 10:
    https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/politik/abstimmungen.html

    Hinzu kommen Volksabstimmungen auf Kantonsebene, welche aber "nur" den jeweiligen Kanton betreffen, nur hier wird abstimmt, nicht schweizweit.

    Und hinzu kommen Abstimmunen auf Gemeindeebene. Hier stimmen nur die Bürger der jeweiligen Gemeinde ab.

    Beispielsweise eine Abstimmung in der Gemeinde Thusis, ob 5G eingeführt werden soll, oder nicht. Hier stimmen aber nur die Einwohner von Thusis ab.

    Kantonale Volksabstimmungen werden zudem zur Entlastung terminell mit eidgenössischen Volksabstimmungen )also auf Bundesebene) zusammengelegt.
    Beispiel: https://domleschger-zeitung.ch/eidgenossische-und-kantonale-volksabstimmung-urnenzeiten-in-flerden-am-sonntag/

    Ein weitverbreiteter Irrtum ist – das ist ein anderes Thema – daß in der Schweiz über alles und jedes abgestimmt wird. Dies ist nicht der Fall. Nur, wenn sich Leute an Entscheiden stoßen, mit etwas nicht einverstanden sind und Unterschriften sammeln, wird im Anschluß abgestimmt.

    So wie z. B. aktuell eine Volksabstimmung gegen das von Volksvertretung (Parlament) und Bundesrat gewünschte Covid-19-Gesetz: https://schweizerzeitung.ch/weniger-demokratie-und-grundrechte-bundesrat-und-parlament-empfehlen-covid-19-gesetz-zur-annahme/

    Die meisten Sachen gehen einfach durch, nur über Dinge, die viele Leute stören, wo viele Menschen nicht einverstanden sind, wird abgestimmt. Und das ist auch gut so, weil es menschen-unmöglich wäre, wenn über alles abgestimmt werden würde. Auf der anderen Seite aber können Abstimmungen erzwungen werden, wenn viele Unterschriften zusammenkommen, weil viele Menschen nicht einverstanden sind. Auch das ist ebenso gut so.

  18. Scarlett Debord sagt:

    Die Menschheit wird durch Autorität gelenkt.

    Autorität und Gewalt ist nicht das selbe.

    …. und lenken ist nicht das selbe wie Unterwerfen.

    • Antti sagt:

      Und wieso muß "die Menschheit" überhaupt "gelenkt" werden??
      Lokale Palaver-Konsens-Demokratie, wie bei Irokesen, Landkommunen und Hausbesetzern ist langgut, solange uns nicht "Autoritäten" von unserer angeborenen kooperativen Ethik weg-"gelenkt" haben.

    • Scarlett Debord sagt:

      @ Antti

      Es liegt in der Natur des Menschen sich auszutauschen.
      Jeder hat ein Stück vom ganzen.
      Der eine hat viel Holz, der andere die Fähigkeit einen Schrank oder Stuhl daraus zu zimmern.

      Jetzt fehlt noch einer der mit Tisch und Stuhl was anfangen will.

      Ein Kaffeetisch im Garten sieht anders aus, als ein Operationstisch im Krankenhaus.

      Damit am Ende was brauchbares bei rauskommt, muss die Menschheit gelenkt werden.

    • Hartensteiner sagt:

      Scarlett Debord – Du erzählst was von Stühlen und Tischen – und dann kommst Du völlig aus dem Blauen mit einer Behauptung heraus. Es liegt damit kein Grund vor, warum das Leute nicht auch gemeinsam unternehmen können.

    • Scarlett Debord sagt:

      @ Hartensteiner
      Der Tischler, der Holzverkäufer und der "Käufer" der Garnitur können ja eine kooperative gründen.
      Die Kooperative lenkt sich dann selbst.

      Wo ist das Problem, was angeblich bei mir liegen soll?

  19. Scarlett Debord sagt:

    Die Menschheit wird durch Autorität gelenkt.

    Autorität und Gewalt ist nicht das selbe.

    • Hartensteiner sagt:

      Es ist derart zur Gewohnheit geworden, Autorität mit der Amtsmütze zu verwechseln, dass so gut wie niemand mehr weiß, was wahre Autorität sein könnte. Zudem – wer wahre Autorität besitzt, der oder die weiß auch, dass es kein "absolutes Wissen" gibt und hält sich somit auch eher zurück. In der Regel sieht man deshalb "vorn" immer nur die Narren, die dumm genug sind zu glauben, dass sie nicht nur etwas sondern alles wissen. Und die haben dann großen Zulauf.

  20. Hartensteiner sagt:

    Ein wenig zu kurz kommt mir die verbreitete Vorstellung: "Der Mensch, der fängt beim Leutnant an!" (Militarismus)
    Und Fred – natürlich war die SPD korrupt, siehe Kriegskredite. Aber so korrupt wie die heutige SPD war sie nicht. Und selbst das Zentrum war nicht so korrupt wie CDU/CSU heute.
    "Wir" haben alle dazu gelernt (Ironie aus).

  21. Fred sagt:

    Lieber Hermann Ploppa, "wäre nicht der Krieg dazwischen gekommen …" Dass der "dazwischen kam" hat doch ein bisschen was mit der Korruptheit von Teilen der Sozialdemokratie jener Tage zu tun, oder nicht? Und hat nicht auch diese Korruptheit – man kann sie auch als eine extreme Form der Unterordnung unter das Herrschafts-System der Reichen bezeichnen – dazu beigetragen, dass die positiven Ansätze in Wirtschaft und Gesellschaft, die sie schildern, später von den Nazis blitzschnel und gewaltsam weggefegt werden konnten?

    • Schramm sagt:

      Sebastian Haffner schreibt:

      „Was der Kaiser vergeblich versucht hatte – das zurückkehrende Feldheer auf die revolutionären Arbeiter loszulassen –, das versuchte von Anfang an auch Ebert. Und als ihm dies ebenso wenig gelang, zögerte er nicht, noch einen Schritt weiterzugehen und die extremsten Anhänger der militanten Gegenrevolution, die Feinde der bürgerlichen Demokratie, ja seine eigenen Feinde, die Vorläufer des Faschismus in Deutschland, zu bewaffnen und gegen seine arglosen Anhänger zu mobilisieren.“ – Vgl. Sebastian Haffner: Der Verrat 1918/1919 – als Deutschland wurde, wie es ist.

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