HIStory: Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst

Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

Das Thema heute: Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst – Die Ablassbriefe und ihre Abschaffung

Große Unternehmen, große Staaten, große Klöster, große Kirchen, große Nichtregierungsorganisationen: sie alle sind nie zufrieden mit dem Status Quo und wollen stattdessen noch immer größer und größer werden. Es liegt in der Natur der Sache: ein Organismus kann nur überleben, wenn er wächst. So scheint es jedenfalls. Aber auch die persönliche Raffgier der Lenker dieser Organismen wird immer größer. So explodiert mit der Zeit der Bedarf nach frischem Geld. Und immer wieder lässt sich frisches Geld möglichst rasch nur durch die Erzeugung von Angst herbeischaffen. Auf das Schockerlebnis mit den zusammenstürzenden Twin Towers am 11. September 2001 folgt eine gigantische Aufblähung der Rüstung und der Sicherheitsindustrie. Und die Wachstumsexplosion der Biotechnologie führt augenblicklich gerade zum Geschäft mit der Angst durch den Seuchentod dank Corona.

Ich möchte heute zeigen: das war immer schon mal so. Und es gab auch immer wieder erfolgreichen Widerstand gegen diese Exzesse.

Nehmen wir nur mal die Geschichte um den Augustinermönch und Theologieprofessor Doktor Martin Luther. Der hat bekanntlich am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen angenagelt. Diese Tat soll dann sozusagen durch die Schlagkraft der besseren Argumente den Exzessen der Katholischen Kirche den Garaus gemacht haben.  Da gehört aber sicher mehr dazu, um so einen korrupten Apparat zum Einlenken zu bewegen, als nur gute Worte. Denn schon früher hatten reihenweise kluge Leute den Alleinvertretungsanspruch der Heiligen Mutter Kirche anzuzweifeln gewagt. Nur ging es diesen Leuten dann nicht mehr so gut und sie landeten auf dem Scheiterhaufen, wie z.B. Jan Hus. Oder sie verschimmelten in Kerkern.

Also: was war bei Martin Luther anders als bei seinen unglücklichen Vorgängern?

Zunächst mal: was war das Ungeheuerliche an Luthers 95 Thesen? Das Anschlagen von Thesen war damals eine akademische Sitte. Ein Doktor, der was Neues ausdiskutieren wollte, stellte seine Thesen der Öffentlichkeit vor. Dann kamen andere Doctores daher und sagten: das sehe ich aber ganz anders! Ich lade zu einem Streitgespräch ein. Das Ungeheuerliche lag lediglich darin, dass Luther in seinen 95 Thesen der Katholischen Kirche das Recht abspricht, sich als Vermittler zwischen den Glaubenden und Gott aufzuspielen.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich eine Kaste müßiggängerischer Kleriker von der hart arbeitenden Bevölkerung durchfüttern lassen. Die Gegenleistung der Kirchenleute bestand darin, als Anwälte der Laien bei Gott ein gutes Wort einzulegen. Inwieweit die Seelen der Verstorbenen von der diesseitigen Fürsprache der Kleriker profitieren konnten, ist uns naturgemäß nicht möglich zu beurteilen. Jedenfalls lebte es sich als Kleriker entweder im Kloster oder in der Gemeinde auf diese Weise ganz komfortabel. Und nun kommt dieser Martin Luther plötzlich daher und sagt: kein Mensch braucht diesen Klerikerstand, um bei Gott besser angeschrieben zu sein. Denn Gott ist selber klug genug um zu beurteilen, welchem Menschlein er die Gunst seiner Gnade zukommen lässt, und wer in der Hölle auf ewig verschmoren muss.

Und dieser Martin Luther, der keinem verbalen Handgemenge aus dem Weg geht, ist nicht irgendjemand. Sondern Mitglied im angesehenen Augustinerorden und obendrein als Theologieprofessor der führende Bibelausleger in Deutschland. Das kann man nicht so einfach ignorieren, wenn so einer dann mal eben ganz ungeniert, und später auch in deutscher Übersetzung kundtut: wir brauchen Euch Priester und Pfaffen nicht!

Die Stimmung war sowieso schon gereizt. Denn am 31. März 1515 hatte Papst Leo der Zehnte seine so genannte Ablassbulle erlassen.

Was man dafür wissen muss: Laut Offenbarung des Johannes ist der Mensch nach seinem Ableben erst einmal genauso tot wie ein Stein. Erst wenn die Endschlacht zwischen den Himmlischen Heerscharen und den teuflischen Streitmächten in Armageddon stattfindet, nach dem tausendjährigen Reich, erst dann wird der Tote wieder eingefleischt – re-inkarniert – , mit Waffen und Rüstung ausgestattet, um bei den Himmlischen Heerscharen mitzukämpfen. Nach erfolgreicher Vernichtung der satanischen Heerscharen wird dann Petrus die Personalakte durchackern und dann entweder sagen: hinauf mit Dir in das Paradies! Oder: Hinab in die ewige Hölle!

Nun hatte sich aber, je mächtiger die Katholische Kirche wurde, ein neues Reich zwischen irdischem Leben und Himmel oder Hölle immer mehr herauskristallisiert: das so genannte Fegefeuer. Die Seele des Verstorbenen bruzzelt hier bei mittlerer Temperatur bis zur Entscheidung. Es gibt nur zwei Textstellen in der Bibel, die man mit viel gutem Willen als Beleg für die Existenz eines Fegefeuers herbeiholen kann.

Aber diese Produktinnovation der Angstindustrie kam jetzt voll zum Einsatz. Denn der Vatikan in Rom plante umfassende Bauinvestitionen in den Petersdom. Er bekam jedoch gerade keine neuen Kredite von den oberitalienischen Banken. Und auch der Bischof von Mainz, Albrecht von Brandenburg, hatte sich verkalkuliert und konnte fällige Kredite der Augsburger Fugger-Bank nicht zurückzahlen.

Jetzt also die geniale Lösung der frommen Geldprobleme. Die Gläubigen konnten die Zeitspanne im Fegefeuer dadurch verkürzen, dass sie so genannte Ablassbriefe von der Kirche kauften. Eine soziale Komponente war in dem Geschäftsmodell auch enthalten. Denn wer kein Geld hatte, der konnte stattdessen gute Werke tun. Das reicht zur Not auch. Ein Herr Tetzel zog durch Deutschland und beherrschte bereits die Klaviatur der Public Relations mit seinem eingängigen Werbespruch: „Wenn die Münze in der Kasse klingt, die Seele in den Himmel springt!“

Die Leute draußen im Lande waren ganz versessen darauf, sich rechtzeitig einen Ablassbrief zu kaufen. Aus dem Kurfürstentum Sachsen, das den Ablasshandel auf seinem Territorium untersagte strömten die Leute in die Nachbarländer, um noch ein Schnäppchen bei der transzendentalen Straferleichterung zu ergattern.

Doch in der Kirche selber führte der Ablasshandel zu massiver Verärgerung. Die so genannten parochialen Priester, die vor Ort die Gemeinden betreuten und auf Abgaben ihrer Schäflein dringend angewiesen waren, bekamen nämlich von dem Geldregen nichts ab.

Denn die Gelder wurden von den mönchischen Orden wie den Franziskanern und vor allem den Dominikanern eingesammelt. Einen Teil durften sie behalten. Ein größerer Teil ging zum Papst, dem die Ordensbrüder direkt unterstellt waren.

Professor Doktor Martin Luther gehörte dem Augustinerorden an. Im Augustinerorden brodelte es bereits. Denn die Augustiner haben den Kirchenvater Augustinus von Hippo als ihren Namenspatron. Und so ist es kein Zufall, wenn Luther sich als Theologe jetzt auf die alten Kirchenväter Augustinus und Paulus beruft. Beide Patriarchen bilden aber eine Zeit ab, als es den aufgeblähten Apparat der Katholischen Kirche noch gar nicht gab. Als die Kirchengemeinden noch ziemlich versprengt vor sich hinwurschtelten. Damals war auch der Papst lediglich der Bischof von Rom. Je mehr aber sich ein Netzwerk des Katholizismus über ganz Europa legt, umso mehr gelingt es den Päpsten in Rom, dieses raffinierte Gewebe um sich zu zentrieren.

Wer die Daten hat, hat die Macht. Das galt schon im Mittelalter. Kaiser wurden deutsche Könige dagegen erst, wenn der Papst ihnen die Kaiserkrone aufsetzte. Die Krone steht ja für die auratische Ausstrahlung des Königs. Denn der König hatte auch spirituelle Kräfte, so glaubte man. Die Berührung eines Kranken durch den König konnte eine Wunderheilung auslösen. Damit ist allerdings im Jahre 1077 Schluss. Da sagt nämlich Papst Gregor der Siebte, ein Zwerg von ein Meter Fünfzig, zum König: hör mal zu! In Zukunft bin ich die Nummer eins in Europa! Das sieht König Heinrich der Vierte von Deutschland zunächst nicht ein. Doch Gregor hat mit dem Netzwerk der barmherzigen Mutter Kirche den armen Heinrich so mit Intrigen zugeballert, dass dieser dann im Bußgang in klirrender Kälte in Canossa darauf wartet, bis Gregor der Siebte ihm vergibt und ihn freundlicherweise nicht aus der Kirche ausschließt.

Von da ab war klar, dass kein weltlicher Herrscher gegen den Papst aufmucken konnte. Daran änderte auch das Schisma nichts: dass nämlich zwischenzeitlich die Könige sich ihre eigenen Päpste wählten gegen konkurrierende Päpste. Zugleich war der Apparat der Kirche aber auch immer mehr zum Selbstzweck geworden. Der Glaube wurde eingezwängt in die Regelwerke des griechischen Philosophen Aristoteles. Trotzdem blieb immer ein Rest Unlogik, den der berühmteste Scholastiker Thomas von Aquin dann so ausfüllte:

Credo quia absurdum est – Gerade weil es absurd ist, glaube ich.

Im ausgehenden Mittelalter dominierten in der Santa Ecclesia Katholica die Juristen. Gegen das gemeine Volk schirmte man sich ab, indem man sich auf Latein unterhielt. Die Reaktion des gemeinen Volkes und frühbürgerlicher Kreise war dabei immer anwesend. Gerade im dreizehnten Jahrhundert liefen der Kirche die Gläubigen in hellen Scharen davon. Neue Mischreligionen mit indischen und persischen Wurzeln machten sich breit im Balkan und am Mittelmeer. Diese Ketzer musste die Kirche militärisch niedermetzeln lassen von ergebenen Fürsten. Die Waldenser wollten einen hierarchiefreien christlichen Glauben praktizieren.

Deren Begründer Valdes ließ die Bibel bereits im dreizehnten Jahrhundert in die Landessprache übersetzen. Der Waldenser schaufelte sich eine große Grube, stieg hinein und „grübelte“ über seine Beziehung zu Gott. Dazu braucht‘s keine Priester. Doch die Waldenser wurden ebenfalls brutal vertrieben und verzogen sich in unwegsame Gebirgstäler. Urkommunistische Gemeinden verbreiteten sich. Und die Adamiten liefen die ganze Zeit nackt herum, um Gott ganz besitzlos entgegenzutreten. In Deutschland predigten die Mystiker wie Meister Ekkehard den priesterlosen intuitiven Glauben.

Luther war von dem deutschen Mystiker Tauler sehr beeindruckt. Auch die Lehren des englischen Reformators William Ockham hatte er gelesen. Auch Jan Hus war Luther wohl bekannt. Der mächtige Protest gegen die geschäftlichen Ambitionen des sich immer weiter ausbreitenden katholischen Klerus kam somit keinesfalls aus dem Nichts. Dass die Katholische Kirche Martin Luther nicht einfach pyrotechnisch entsorgen konnte wie Jan Hus hundert Jahre zuvor, war einem geopolitischen Glücksfall geschuldet.

Denn einige deutsche Kurfürsten waren wütend, dass immer mehr Geldmittel aus Deutschland abgezogen wurden nach Rom. Deswegen machte Kurfürst Friedrich der Dritte, von seinen Anhängern „der Weise“ tituliert, seinen Herrschaftsbereich Sachsen zur Basis des intelligenten Widerstands gegen die päpstliche Anmaßung.

Immer wieder schützt Friedrich der Weise den Martin Luther. Der Vatikan fordert Luthers Auslieferung aus Sachsen. Oder Luther soll aus Sachsen rausgeschmissen werden, um dann sofort den Häschern des Papstes in die Hände zu fallen. Friedrich weigert sich. Die Dominikaner klagen Luther der Ketzerei an. Klar. Die „Hunde des Herrn“, wie sich die Dominikaner selber nennen, verdienen ja als Franchisenehmer des Vatikans selber ganz wunderbar an den Ablassbriefen. Das Geschäft mit der Angst läuft super.

Unter dem Schutz Friedrichs kann Luther sich mit dem päpstlichen Abgesandten Cajetan im Augsburger Stammhaus der mächtigen Fugger-Bank, der damaligen Goldman Sachs, treffen. Weil aber nichts dabei rauskommt, verdrückt sich Luther wieder und lässt Cajetan ganz kackfrech wissen: „Ich bin dann mal weg!“ Und weil die geopolitische Lage für den Papst nicht günstig ist, bietet der Papst großzügig an, die Sache geräuschlos zu beerdigen.

Doch Luther haut bei der Leipziger Disputation mit katholischen Gelehrten im Juli 1519 noch einen drauf. Jetzt sagt er auf einmal: die Katholische Kirche hat überhaupt nicht das Monopol, für alle Christen zu sprechen! Der Papst ist durchaus in der Lage, zu irren. Den gelahrten Herrschaften bleibt die Spucke weg. Nun antwortet der Papst mit einer so genannten Bann-Androhungsbulle. Soll heißen: wenn Luther nicht endlich den Mund hält, wird ein Bann über ihn verhängt, mit anschließender Exkommunikation und nachfolgender Verbrennung. Und ewige Hölle inclusive.

Luther antwortet mit seinem Buch „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, wo er noch einmal auf gut Deutsch klarmacht, dass Gott sich im Gnadengeschehen von den Klerikern nicht reinquatschen lässt; die Kleriker also schlicht überflüssig sind. Amen. Luthers Chefideologe Philipp Melanchthon entfacht auf dem Wittenberger Schindanger ein herrliches Feuer. In dieses Feuer schleudern Luthers Fans sodann die aus ihrer Sicht übelsten Machwerke des Katholizismus hinein. Schließlich kommt noch Brausekopf Luther himself und schleudert eine Abschrift der päpstlichen Bannandrohungsbulle ins Feuer. Unglaublich! Dem Papst bleibt nun nichts anderes übrig als Luther am 3. Januar 1521 zu exkommunizieren und die Bannbulle gegen den aufsässigen Sachsen in Kraft zu setzen. Das wäre in früheren Zeiten das automatische Todesurteil gewesen. Nicht so bei Luther.

Warum? Nun, es kommen einige Ereignisse zusammen. Das wichtigste Ereignis war, dass 1519 Kaiser Maximilian der Erste stirbt. Ein neuer Kaiser muss gewählt werden. Denn im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gibt es keine Erbmonarchie. Die Macht soll aber im Hause Habsburg bleiben, und so ist jede Stimme wichtig. Gewählt wird der neue Kaiser von sieben Kurfürsten. Einer von den sieben ist Kurfürst Friedrich von Sachsen. Zu ihm müssen die Habsburger also schön nett sein, damit er für Maximilians Enkel König Carlos von Spanien stimmt. Das tut Friedrich.

Damit ergibt sich wiederum für den Papst eine neue ungemütliche Situation: denn der junge Carlos bringt in das Heilige Römische Reich, dem mächtigsten Widerpart der Kurie, noch die beiden sizilianischen Reiche ein. Damit befindet sich der Vatikan plötzlich umklammert von den Habsburgern in Süditalien und Norditalien. Der Papst darf also jetzt auch niemanden provozieren: weder den zukünftigen Kaiser Karl den Fünften und erst recht nicht Friedrich den Weisen von Sachsen. Von daher erklärt sich die wachsweiche Haltung gegen den Häretiker Luther, der jetzt im Jahre 1521 zum Reichstag nach Worms zitiert wird. Wie ein Todeskandidat kommt Luther nicht nach Worms.

Die Stadt Wittenberg stellt ihm eine für damalige Verhältnisse komfortable Kutsche, und seine Spesen bezahlen ebenfalls die Bürger von Wittenberg. Im Foyer des Wormser Reichstags raunt dem Luther ein Edelmann zu: „Mönchlein, Mönchlein, du gehest einen schweren Weg!“ Doch Luthers mächtiger Gönner Friedrich ist auch da und hält die Hand über Luther. Und so sagt Luther vor dem Kaiser Karl dem Fünften der versammelten Mannschaft:

Textzitat:
„… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“

Wäre eigentlich ein Fall für die warme Hinrichtung, oder? Nicht so bei Luther. Im diskreten Gespräch im Hinterzimmer wird noch einmal versucht, Luther zum Widerruf zu überreden. Luther lehnt ab. Und anstatt dass Luther nun den blutrünstig grinsenden Henkern übergeben wird, lässt der Kaiser ihn am 25. April wissen, dass er sich davonmachen soll. Und dabei ist überhaupt noch kein Urteil gesprochen!

Luther macht sich auf nach Wittenberg. Und er weiß, dass der Kaiser und Kurfürst Friedrich längst einen Deal abgemacht haben, den man in etwa so zusammenfassen kann: wenn Friedrich den Luther für ein Jahr verschwinden lässt, wird der Kaiser nichts gegen Luther unternehmen. Und Luther schreibt an Lukas Cranach: „Ich laß mich eintun und verbergen, weiß selbst noch nicht wo.“

Auf dem Rückweg nach Wittenberg lässt Friedrich Luther scheinbar entführen. Luther ist sodann für ein Jahr auf der Wartburg unter dem Schutz des Kurfürsten. Und Luther hockt keineswegs die ganze Zeit als angeblicher Junker Jörg auf der Wartburg.

Einigermaßen unbehelligt reitet Luther nach Wittenberg und gibt seinem dortigen Think Tank unter Melanchthon Anweisungen. Melanchthon wiederum gibt Luther den Tipp, doch mal das Neue Testament ins Deutsche zu übersetzen. Was Luther dann auf der Wartburg auch macht. Die Reichsacht wurde über Luther erst einen Monat nach dem Reichstag zu Worms verhängt. Da war Luther längst in Sicherheit. Die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche hatte allerdings für Luther überraschende Kollateral-Effekte. Denn überall in Deutschland lasen jetzt die einfachen Leute, was wirklich in der Bibel stand. Da war die Rede von der Gleichheit aller Menschen. Von ihrer Gleichwertigkeit. Die sozialistischen Gedanken der Bergpredigt.

Massenhaft revoltierten die Menschen. Das war für Luther zu viel. Er hatte lediglich daran gedacht, dem parasitären Klerus die Flügel zu stutzen. Dass nun die Bauern aufmüpfen, ging dem Theologen zu weit. Der Bauernführer Müntzer sei der „Erzteufel von Mühlhausen“. Luther giftete: „Drum soll hie zuschmeißen, würgen, und stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, denn ein aufrührerischer Mensch, gleich als wenn man einen tollen Hund totschlagen muß, schlägst du nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir.“

Aber der Fortschritt ließ sich nicht mehr aufhalten. Und das perverse Geschäft mit der Angst der Menschen fand schließlich ein Ende. Auf dem Trienter Konzil verfügte Papst Pius der Fünfte, dass der Ablass zwar weiter bestehen bleibt, dass damit aber kein Geld mehr verdient werden darf. Das zeigt: der Kampf gegen das perverse Geschäft mit der Angst der Mitmenschen kann Erfolg haben, wenn sich die Interessen der kleinen Leute mit den Interessen von Leuten aus dem Machtapparat verbindet in einer intelligenten Weise. Luther hat das bewiesen.

Wir lernen aus der Vergangenheit, wie wir die Zukunft besser machen.

Quellen:

  • Achim Mayer: Fegefeuer und Bettelorden: Päpstliches Marketing im 13. Jahrhundert – Ein Beitrag zur Unternehmensgeschichte der katholischen Kirche unter Einsatz der Franchisetheorie. Marburg 1996
  • Volker Leppin: Die fremde Reformation. Luthers mystische Wurzeln. Beck, München 2016,
  • Christopher Spehr: Luther und das Konzil. Zur Entwicklung eines zentralen Themas in der Reformationszeit. Mohr Siebeck, Tübingen 2010
  • Volker Leppin: Die fremde Reformation. Luthers mystische Wurzeln. Beck, München 2016
  • Heinz Schilling: Karl V. Der Kaiser, dem die Welt zerbrach. Beck, München 2020
  • Bernhard Lohse: Luthers Theologie in ihrer historischen Entwicklung und in ihrem systematischen Zusammenhang. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1995
  • Peter Zimmerling: Evangelische Mystik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015

Bildquellen (in chronologischer Reihenfolge):

  1. shutterstock_1672871452.jpg
  2. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:World-Trade-Center_9-11.jpg
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  4. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucas_Cranach_d.%C3%84._(Werkst.)_-_Portr%C3%A4t_des_Martin_Luther_(Lutherhaus_Wittenberg).jpg – gemeinfrei
  5. shutterstock_1823712098.jpg
  6. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  7. shutterstock_1321930202.jpg
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  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luthers_Romreise#/media/Datei:Luther_Cranach_the_Elder_BM_1837-0616.363.jpg
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinerorden
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_X.#/media/Datei:Bulla-contra-errores.jpg
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_von_Brandenburg#/media/Datei:Albrecht_of_Brandeburg_Duerer_VandA_E.653-1940.jpg
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Tetzel#/media/Datei:Johann-tetzel-1.jpg – gemeinfrei
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Ablass#/media/Datei:Harlaching_St.-ANNAE_Bund_1747.jpg
  15. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  16. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:!Augustinus_von_Hippo,_Heiliger.jpg
  17. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  18. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  19. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  20. https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Peter_Waldo
  21. https://de.wikipedia.org/wiki/Wappen_der_Waldenser
  22. https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Tauler#/media/Datei:Tauler_Predig_1522_Titel_von_Holbein.jpg
  23. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_III._(Sachsen)#/media/Datei:Kurf%C3%BCrst-Friedrich-III-von-Sachsen.jpg
  24. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  25. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Von_der_Freiheit_eines_Christenmenschen.jpg
  26. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  27. https://de.wikipedia.org/wiki/Habsburg#/media/Datei:Merian_Habsburg_1642.jpg
  28. https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag_zu_Worms_(1521)#/media/Datei:Bischofshof_Worms_1_Ausschnitt.tif
  29. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_auf_dem_Reichstag_zu_Worms_1521
  30. https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Luther_auf_dem_Reichstag_zu_Worms_1521#/media/Datei:Luther_at_the_Diet_of_Worms.jpg
  31. https://www.wartburg.de/de/luther-2017/luther-und-die-deutschen.html – gemeinfrei
  32. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei
  33. J.Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon – gemeinfrei

Hermann Ploppa hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem: „Die Macher hinter den Kulissen: Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“, „Hitlers amerikanische Lehrer: Die Eliten der USA als Geburtshelfer der Nazi-Bewegung“ sowie „Der Griff nach Eurasien: Die Hintergründe des ewigen Krieges gegen Russland“.

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30 Kommentare zu: “HIStory: Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst

  1. Name Erforderlich sagt:

    Nein, also der Luther hat *nicht* bewiesen, dass das Geschäft mit der Angst der Mitmenschen erfolg haben kann!

    In diesem Text ist das Wirken des Philip Melanchthon falsch, als Folge gerät Friedrich von Sachsen ("der Weise") zu weit an den Rand.

    Tatsächlich war die Universität zu Wittenberg vom Friedrich gegründet, dh. *komplett finanziert*! Unter anderem deswegen heisst der "der Weise". Es gab da keine Berufung oder irgendetwas, das gegen die Interessen des Friedrich lief. So wurde Melanchthon zu einem geistigen Uboot, mittels dessen der Friedrich den Luther steuerte.

    Nur so herum ist der Schutz Friedrichs des Weisen, der Luthers vom Fegefeuer fernhielt erklärbar. Nur durch diesen Schutz hat Luther sich getraut diese Thesen niederzuschreiben, plus diverse andere Schriften bis hin zur Bibelübersetzung und dem Gang nach Worms.
    Hier stand ganz klar die militärische Gewalt des Friedrich dahinter, die auch für den Papst ein Problem war. Ohne das wäre Luther in seiner "akademischen Welt" geblieben, mit den Vorzügen des angenehmen Lebens ohne physische Arbeit, finanziert durch den Friedrich, an Friedrichs Uni. Er hätte (und hat tatsächlich) genauso auf Kosten der Bürger gelebt, wie die Kleriker in Rom. Wir würden seinen Namen nicht kennen.

    Friedrichs Motivation an der Sache war sein Geld und seine Macht. Also genau die gleiche Motivation wie die des Papstes.

    Und hier ist das Problem: die päpstlichen Ablässe, in Sachsen eingetrieben durch Tetzel, gingen zu Lasten von Friedrichs Steuerkasse! Friedrich hatte ja kein Abbuchen von Steuer noch bevor das Gehalt des Bürgers auf den Konto des Bürgers eintrifft. Der Hype mit den Ablässen hat Friedrichs Steuereintreiber hinten an stehen lassen, wohingegen Tetzel keine Eintreiber brauchte, da die dummen Bürger ihr Geld freiwillig in die Kirchen trugen.

    Friedrich musste also seine Bürger so umprogrammieren, dass sie ihr Geld nicht mehr in die Papstkirchen tragen wollen. Offiziell das Christentum verbieten ging nicht, selbst mit Militär scheitert die Umsetzung und ist sehr teuer. Gläubige wollen halt glauben … (statt wissen).

    Also kam Friedrich auf die Idee seine eigene Version von "Christentum" zu schaffen. Das ist wunderbar möglich – dem der eine ganze Universität mit Theologen besitzt und damit auch ein Informationsmonopol, da zu der Zeit im wesentlichen nur theologisch Verbildete lesen konnten, während die meisten Bürger nur an deren Worten hingen.

    … also musste der Luther schreiben was er schrieb *und* reden was er predigte!

    Hier macht nun auch endlich seine Hetzerei gegen Bauern (die auf Müntzer hörten) und die gegen Juden Sinn! Das sind allesamt Feinde der Steuerkasse des Friedrich, sowie seiner Mit- und Unterfürsten. Also jene Gruppierung, die wir heute als Militärisch-Industriellen Komplex bezeichnen.

    Luther war kein Aufständiger gegen "das System", er wurde dazu gemacht. Eher vergleichbar mit Greta – sozusagen eine False-Flag-Persönlichkeit.

    Der wahre Aufständige war Thomas Müntzer – und der wurde enthauptet, *nach* dem Foltern. Vom damaligen Militärisch-Industriellen Komplex…

    .

    Quelle: das Theatherstück / Hörspiel von Dieter Forte: "Martin Luther und Thomas Müntzer der die Erfindung der Buchführung" – wurde wohl in deutschen Theatern zensiert und medial bekämpft.

    • Name Erforderlich sagt:

      … auch deswegen heist er "Friedrich der Weise".

      Üblich war zu der Zeit den Krieg mit Militär zu führen. Friedrich von Sachsen hat mit Information und Desinformation Krieg geführt. Und war wesentlich erfolgreicher als die Militaristen.

      Die Sachsen haben noch heute auf X Plätzen ne Luther Statue stehen, und unwissen (glauben) er habe sie befreit. Dabei hat er lediglich die Steuereffizienz für den Friedrich erhöht.

      (die gesamten Prunkbauten Dresdens gehen gewissermassen darauf zurück – im Gegensatz zu den Prunkbauten von Rom, die im wesentlichen durch Eroberung finanziert wurden)

  2. Helmut Edelhäußer sagt:

    Hier noch einmal für all die Menschen die Luther nur von der Guten Seite zu kennen"Glauben".

    https://www.youtube.com/watch?v=VDpzzz-ECc8

    Ich weiß warum ich Ausgetreten bin.
    Ps: auch Private Erfahrungen in meiner Kindheit haben mich dazu bewegt,
    die ich hier aber nicht zum besten geben möchte.

  3. Stehima sagt:

    Lieber Hermann Ploppa,
    ich schätze Sie bezüglich Ihrer gesellschaftspolitischen Analysen sehr, aber leider haben Sie sich mit Ihrem Aufsatz auf ziemliches (theologisches) Glatteis begeben. Die in der damaligen Zeit und bis in die heutige Zeit als gläubiger Mensch zu beantwortende Frage der Rechtfertigung Gottes, die Martin Luther zentral "umtrieb": "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?", haben Sie leider verfehlt. Auch polemische Attacken auf mittelalterliche Höllenvorstellungen o.ä. können die fehlerhafte Gesamtschau Ihrer Analyse nicht verbessern. Die teilweise Reduktion Luthers, seiner Bewegung und der damaligen Zeitgeschichte auf ein angebliches Geldproblem (Ablasshandel) ist unhistorisch, obwohl damals, wie heute, unter dem Fiat-Geld-System und seinen Verwerfungen gelitten wurde/wird. Luther war übrigens nie gegen ein (notwendiges) Priestertum, dass den Menschen dient. Er wollte "nur" kein Priestertum nach römischem Vorbild.

  4. benx sagt:

    Mit einmaligem Login komm ich nicht mehr rein ist das normal?
    Einst und jetzt, jetzt kein Entkommen für niemanden – ekelhafte Zukunft.
    Tolles Gefühl in der City of London, Basel (BIS), New York (FED)

    rumzulaufen und sagen zu können alles – ICH – MEINS?

    Leere Strassen, totes „Leben“, lebendige Totalüberwachung.

    WIR SIND ERST AM ANFANG – ALTERNATIVLOS.
    PLAPPERT DIE DEMENZ DIE VORGABEN DER DEMENZ NACH.

    Na noch viel Spass beim Leben im gemeinsamen Gefängnis.

    Auch Dollar Bänker und Geheim Verirrte sind Teil des großen Knasts
    im großen nichts um die Erde.
    Viel Spaß beim „Spaziergang“ außerhalb des Knasts.

    ‚Banken retten‘, den Schwachsinn hat garantiert ein
    akadem. verblödeter Ökonom erdacht,
    In deren Denke -Geld (Geld-dung) vor Leben steht.

    Zugegeben, leben ja Leute wie Gates schon lange im
    selbst gezimmerten Gefängnis – wegen der Sicherheit.
    So wie viele den Freiheits – Entzug mit Lappen vor der Fress
    dement-monstrieren. Mund und mündig – Totalverlust.
    —- das ———DIGITALE — KZ für ALLE !!!!!! ———–

  5. Rolf Theus sagt:

    Bei Luther gab es ein "Außen":
    – die Fürsten, die ihn unterstützten, um ihre eigenen Machtinteressen gegenüber Kaiser und Papst durchzusetzen: Luther als Werkzeug einer der Machtblöcke
    – bei Hitler z.B. die aufkommende Hegemonialmacht USA, deren Kapitale perverserweise in Hitlers Kriege gleichzeitig verstrickt waren (Ford)

    Aber in der jetzigen "Corona 1-2-3-4-… -PLAN-PANIK-Demie" gibt es kein "Außen":
    Es stehen sich nicht patriarchale Machtblöcke gegenüber, die jeder für sich genommen verwerflich wären, die man aber gegeneinander ausspielen könnte, sondern im vordergründig sichtbaren WEF (World-Economic-Forum) vereinte ca. 100 patriarchale Multimilliardäre mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Machtapparaten (praktisch alle Regierungen und damit die Gewaltmittel der Staaten, die Propagandaindustrie,…) gegen die Bevölkerungen dieser Welt.

    Das Weltwirtschaftsforum (jährliches Treffen in Davos) ist die faschistoide Mafiazentrale, das weltweite Politbüro (Paul Schreyer) des "neoliberalen", global marodierenden Kapitalismus.
    Das "World Economic Forum" ist nach offizieller Darstellung ein Verein der 1000 größten weltweit marodierenden, faschistoid organisierten Großkonzerne mit einem Kern der 100 größten.
    Hier – in den weltweiten Netzwerken dieser 100 Großkonzerne – werden die Verbrechen wie die sogenannte Corona-PANIK-PLAN-Demie veranlasst und überwacht.
    Zweck der "Übungen": Der Weg in die weltweite Diktatur unter totaler Vorherrschaft der international marodierenden Großkonzerne bzw. ihrer Eigentümer und Chefs.

    • wasserader sagt:

      "Aber in der jetzigen "Corona 1-2-3-4-… -PLAN-PANIK-Demie" gibt es kein "Außen":"

      Die Souveränität der Staaten und die Identität der Kulturen als Fundament einer Gesellschaft
      wurden von den Globalisten gezielt untergraben .
      Die Politik ist in internationalen Netzwerken eingesponnen und das Volk wurde durch Ideologie und wesentlich durch Massenmigration neutralisiert.
      In dem Maß Bewegungen für Freiheit und Selbstbestimmung, für eine Identität der indigenen Bevölkerung ,
      von den Globalisten erbittert und bösartig bekämpft werden,
      ist der Wille der Globalisten zur totalen Normierung aller Menschen zu erkennen .

      Global Village. Ein Dorf mit Dorftyrannen mit absoluter Macht und absolut keiner Aussicht auf entkommen – Ein absoluter Albtraum

  6. Ulli sagt:

    Wirklich aufschlussreich sich all das ins Gedächtnis zurückzurufen..
    ´Dark ages ´2.0 schein ja in der Tat inszeniert zu werden.

  7. thodrg sagt:

    Herr Plopper,
    Ich mag die Beiträge!
    Mann kann nicht überall ermitteln. Das sollte klar sein. Es gibt immer ein paar kleine Fehler. Ich werde eher als großzügige Person gesehen. Warum?
    LG TD

  8. sandra beimer sagt:

    Das 'perverse geschäft mit der Angst' wurde natürlich nicht beendet, dazu ist es viel zu lukrativ. Das Höllenfeuer wurde einfach ins Diesseits verlegt. Die Arsenale an Massenvernichtungswaffen dieenen in allererster Linie der Schutzgeld-Erpressung der eigenen Bevölkerung.

    • RULAI sagt:

      Ich erinnere nur an den CO2-Ablaßhandel, der auf Hochtouren läuft.

    • sandra beimer sagt:

      Jein, nur wenn man dazu denkt dass hier ein legitimes Anliegen (Schutz vor Giftstoffen, Zerstörung des Planeten) von $$-Interessengruppen gekapert wurde um diese Anliegen zu delegitimieren UND GLEICHZEITIG in eine Profitmaschine umzuwandeln.

    • RULAI sagt:

      Auch ein jein ist ein nein.
      Haben Sie sich mal mit Geoengineering befaßt? Ich fürchte, jein.

      Das mit dem CO2 ist kein berechtigtes Anliegen, sondern ein schlechter, ganz schlechter Witz für Gehirngewaschene.

    • Helmut Edelhäußer sagt:

      RULAI
      Ja Geoengineering war heute wieder Offensichtlich.
      Nur fällt das keinem auf da kaum noch jemand die Natur beobachtet.
      Heute waren bei uns wieder alle Bäume und Sträucher mit fast unsichtbaren Fäden überzogen an denen sogar
      Schneeflocken hängen blieben.(Und jetzt kommt mit bitte keiner mit Spinnen im Winter)
      Bei uns hat man die Tage 15 Grad minus und 40cm Schnee angekündigt.
      Und nebenher fabuliert man von zu erwartetenden Blutschnee.
      Dieses Volk ist in so vielen Dingen nur noch Blind Dumm und Verblödet.

    • RULAI sagt:

      Ja, leider, Helmut. Aber wieviele von uns leben denn überhaupt noch in der Natur; in der Gegenwart; in der direkten Wahrnehmung und nicht etwa in Gedanken und Konzepten?
      Was Sie hier beschreiben ist doch für jeden, der noch alle Tassen im Schrank hat, oder alle Nadeln an der Tanne, völlig selbstverständlich.
      Auf Telegram gibt es einen Wetteradler, dessen Blog ich wärmstens empfehlen kann.
      (Sie brauchen den nicht, Helmut. Sie sehen, was passiert.)
      https://t.me/WetteradlerKanal/398
      Nur als Beispiel, um auf den Blog zu kommen.

    • Helmut Edelhäußer sagt:

      RULAI

      Ich danke ihnen für den Link nur ich habe kein Handy oder ähnliche Strahlende Geräte.
      Was das Registrieren bei Telegram für mich unmöglich macht.
      Trotzdem noch einmal Danke.

  9. NichtvonBedeutung sagt:

    Wer bitte soll sich denn bei Ausdrücken wie "normalerweise würde man nach so etwas pyrotechnisch entsorgt" noch auf den restlichen Text konzentrieren? 😀

  10. Box sagt:

    Was Luther vor allem bewiesen hat, ist Standardverfahren seit je, … wie ein Demagoge und Heuchler sich der "kleinen" Leute bedient, um Fürsten im Hintergrund dienstbar zu sein. Im Anschluß folgt der Verrat.

    Wer genau hat also was genau erreicht?

    Und was macht Leute groß?

  11. Weltenwanderer sagt:

    »Wieder eine Sternstunde auf KenFM«, wie oben schon gesagt, trifft den Nagel auf den Kopf – wunderbar!

    Wirklich eine tolle Arbeit, freue mich schon auf die nächste! Was mir besonders gefällt, ist die Verquickung von altem Stoff und flapsigen Jetztzeitsprech sowie der Bezug der damaligen Ereignisse auf die Gegenwart. Alles wiederholt sich, alles Mögliche entwickelt sich, nur der Mensch bleibt bescheuert und gierig wie eh und je. Aber auch die mutige Gegenseite und das ist tröstlich.

    Danke, Herr Ploppa mit lieben Grüßen aus Klagenfurt

  12. robertwittcello@gmail.com sagt:

    Eine der besten Geschichtslehrstunden meines Lebens ! Und gleichzeitig der wunderbare und einfache Weg aus jeder menschengemachten Krise.
    Danke

  13. addcc sagt:

    "Aber der Fortschritt ließ sich nicht mehr aufhalten. Und das perverse Geschäft mit der Angst der Menschen fand schließlich ein Ende. […] Das zeigt: der Kampf gegen das perverse Geschäft mit der Angst der Mitmenschen kann Erfolg haben, wenn sich die Interessen der kleinen Leute mit den Interessen von Leuten aus dem Machtapparat verbindet in einer intelligenten Weise. Luther hat das bewiesen.

    Wir lernen aus der Vergangenheit, wie wir die Zukunft besser machen."

    Tja, die andere Seite hat aber wohl genauso daraus gelernt. Trotzdem, gut Rhetorik, Ihr Essay.

    • Alcedo sagt:

      @ addcc
      So sehe ich das auch – interessanter, auch gut gemachter Rundblick in die Geschichte, aber an der zitierten Stelle habe ich mich auch gestoßen. Man muß schon genau prüfen, warum jemand in den falschen Machtstrukturen bleibt, sich also die ganze Zeit korrumpieren lässt, sonst stellt man am Ende nur zwangsläufig fest, das man benutzt wurde.

  14. Meinenstein sagt:

    WHOW! wieder mal eine Sternstunde auf Kenfm 🙂 🙂

    Herman Ploppa, Ihre Arbeit ist großartig!!

    Großartig, wie Sie hier mit methaphorischen Vergleichen und Analogien jonglieren, um in verständlicher und lebendiger Sprache Zusammenhänge und Ereignisse aus der Geschichte erzählen, die wir wiederum hervorragend (jeder auf seine Weise) in das Hier und Jetzt übertragen können.
    Nicht nur, dass die bisherige eigenen Vorstellungswelt über die Geschichte, durch diesen supertollen Beitrag erweitert wird, es wird auch wieder der Gripps im Hier und Jetzt wieder angeknippst.

    Wir sind gerade den übelsten Verwerfungen ausgesetzt sind, beruhigt es da doch auf irgendeine Art zu wissen, dass es in den vergangenen Zeiten nicht viel anders war. Warum auch! Es ist ein ständiges Auf und Ab und wir beenden gerade 70 Jahre Wachkoma-demokratie und können zuschauen, wie versucht wird einen neuen Ablasshandel einzuführen.

    Dieses mal will die "Mr. Globus-Kirche "(die technokratische Glaubensgemeinschaft) jedoch nicht wirklich unser Geld, sondern unsere Privatspähre, unsere Freiheiten, unsere Souveränität und unsere Würde als Mensch.
    Je mehr "Wir" ihren virtuellen Heilsversprechen hinterherlaufen, um so mehr geben wir von uns als Mensch ab und werden zu Konsum- und Produktionsressourcen degradiert.

    Jetzt gilt es nur noch das Corona-Latein in humanistische Alltags-Sprache zu übersetzten.

    nochmal, vielen, vielen Dank!
    für diesen Beitrag
    Klasse!

    🙂

  15. Hartensteiner sagt:

    Da hat Helmut Edelhäußer einen höchst interessanten Link eingefügt. Ich will dazu nur sagen, dass allen zu empfehlen ist, sich diesen anzuschauen und anzuhören. Schließlich – wie ich meine – enthält er das, was sich alle Regierungen zu allen Zeiten zu ihrer Überzeugung gemacht haben. Die einen mehr dies, andere das Andere, manche alles.

    • Meinenstein sagt:

      @ Hartensteiner und Edelhäußer
      der videolink zeigt zwar eine ziemlich dunkle Seite Luthers, die wohl auch wenige wirklich kennen,

      Es ging in dem Beitrag von Herman Ploppa aber nicht um eine Heroisierung Luthers, sondern darum, wie auch schon zu vergangenen Zeiten einflussreiche Interessengruppen, welche ihr Unheil über die Menschen verbreiteten und versuchten diese zu versklaven, durchaus auch wieder zu Fall gebracht werden können, wobei die breite Bevölkerung nun mal eben auch eine entscheidende Rolle gespielt hat.

      Das Luther sich dann dann zum gleichen Monster entpuppt hat, wie zuvor die katholische Kirche eines war, steht m.E. auf einem anderen Blatt.

      Es ist ein Essay, wie Bernd Schmitz – aus meiner Sicht – durchaus richtig bemerkt hat und keine wissenschaftliche Abhandlung, oder . . . . und da ist es ja gestattet, sich in Themengebieten bestimmte Teilaspekte herauszugreifen und aus ganz bestimmten Perspektiven zu betrachten.

      Da schließt das Eine aber auch das Andere auch nicht aus.

      Der Videolink, wäre dann insofern ein ergänzendes Warnzeichen, hier nicht irgendeinem Heroen hinterherzulaufen oder nach geeigneten Kochrezepten zu suchen, sondern eben selber machen.

    • Helmut Edelhäußer sagt:

      Meinenstein
      Das steht eben nicht auf einem anderen Blatt.
      Man hätte ja nicht in die Tiefe gehen müssen aber zumindest erwähnen können das das Bild was hier über Luther
      verbreitet wird nicht die ganze Geschichte ist.
      Wenn ich dem Beitrag lausche wird Luther in den Himmel gelobt als hätte er keiner Fliege den Tod bringen können.
      Mit keiner Silbe wurde erwähnt wie und wer er wirklich war.

      Es hat alles mit allem zu tun.Das wäre so als würde ich sagen die CoronaPlandemie hätte nichts mit Geld , Macht oder gar mit uns zu tun.

  16. Helmut Edelhäußer sagt:

    Luther.?
    Sorry das seh ich aber anders.
    Hier etwas was sehr wenige wissen dürften.

    https://www.youtube.com/watch?v=VDpzzz-ECc8

  17. Bernd Schmitz sagt:

    Phantastisches "Essay" – klasse gemacht, nach meinen Geschichtskenntnissen ziemlich richtig, aber extrem originell aufbereitet – hätte ruhig auch über eine halbe Stunde (mit noch mehr Ausführungen, aber so ist es knackig) gehen können – Danke

  18. Hartensteiner sagt:

    Probleme über Probleme…. so ist Friedrich der Weise lang schon tot und Weisheit ist auch ausgestorben. Und schon damals hat Luther – wie im Artikel beschrieben – dann doch seine eigene Lehre nur teilweise begriffen (Solches kann man auch heute immer wieder einmal sehen). Da gab es dann Thomas Müntzer, der sie begriffen hatte und dafür zu Tode gebracht wurde. Von den aufrechten Bauern blieb kaum einer übrig…
    Probleme über Probleme.

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