KenFM im Gespräch mit: Holger Balodis („Die große Rentenlüge“)

„Die Rente ist sicher!“ Nur wenige politische Phrasen brannten sich so in das kollektive Gedächtnis der Deutschen ein, wie einst Norbert Blüms Plädoyer für die umlagebasierte Rentenversicherung. Schon seit jeher hatte das Rentensystem mit seinen hohen Beitragseinnahmen Begehrlichkeiten in der Privatwirtschaft geweckt, die in ihrer neoliberalen Blüte nun die Zeit gekommen sah, sich einen weiteren großen Topf des Gemeineigentums unter den Nagel zu reißen.

Man kann es als Ironie der Geschichte sehen, dass nicht Blums CDU, sondern es die Sozialdemokraten waren, die der privaten Altersvorsorge mit dem Altersvermögengesetz im Jahr 2001 mächtig in die Karten gespielt haben. Seither wird bundesweit „geriestert“, was das Zeug hält, und das mit einem so bunten Portfolio an verschiedenen Anlagemöglichkeiten, dass einem nur ein erfahrener Pfadfinder das passende Angebot aus dem Dickicht an Möglichkeiten heraussuchen kann.

Da die von Stiftung Warentest geprüfte Beratung mit erhöhten Verwaltungs- und Abschlusskosten einhergeht (etwa zehnmal so hoch wie bei der gesetzlichen Altersvorsorge), vertrauen die Pfadfinder ganz auf das Gambling-Know-How ihrer Zockerfreunde, die an den Spieltischen der Finanzwirtschaft ihr Pokerface aufsetzen, um die Kosten wieder reinzuholen und zudem maximale Gewinne zu erwirtschaften.

In Anbetracht dieses Aufwands sollte man meinen, die deutschen Renten seien sicherer denn je. Doch leider gibt es bei Glücksspiel immer Gewinner und Verlierer. Und wenn große Versicherungsunternehmen Milliardengewinne verzeichnen und Rekorddividenden ausschütten, hat der Beitragszahler dann überhaupt noch eine Chance, den Lebensabend auf der Sonnenseite zu verbringen? Ein vergleichender Blick in die Nachbarländer Schweiz und Österreich zeigt, wer im Privatisierungsquartett mal wieder den Schwarzen Peter gezogen hat.

Es ist der Arbeiter, der zeitlebens brav seine Beiträge gezahlt und von dem bisschen, was noch übriggeblieben ist, privat vorgesorgt hat, nur um am Ende festzustellen, dass er sich trotz aller Anstrengungen mit einer mehr als dürftigen Rente begnügen muss. Spätestens jetzt wird ihm klar, was für einem riesigen Betrug er aufgesessen ist. Die Handhabung der Rente in Deutschland hat mit „Sozial“ so wenig zu tun, wie die FIFA mit Fair-Play. Mehr noch: Sie gefährdet den sozialen Frieden im Land.

Aus diesem Grund beschäftigt sich Holger Balodis nun schon seit Jahrzehnten mit diesem scheinbar trockenen Thema. Er möchte vor allem den jungen Menschen zeigen, mit welchen billigen Taschenspielertricks ihnen „Generationengerechtigkeit“ vorgegaukelt wird, wenn eigentlich „Altersarmut“ gemeint ist. Mit Fingerzeig auf unsere südlichen Nachbarstaaten illustriert er, wie ein gerechtes Rentensystem von heute auf morgen ohne großen bürokratischen Aufwand etabliert werden könnte, zum Wohle aller. Okay, fast aller: Pfadfinder und Zocker müssten auf ihre Provisionen verzichten.

Inhaltsübersicht:

0:01:44 Die Rente hat das Potenzial, den sozialen Frieden zu gefährden

0:09:17 Die umlagefinanzierte Rente

0:14:56 Die Idee der Rente historisch betrachtet

0:29:17 Wer zahlt eigentlich ein?

0:43:57 Folgen für die heute beschäftigten jungen Menschen

0:52:33 Der demographische Wandel – Ein Grund oder ein Märchen?

0:57:34 Die Riester-Rente: Eine kurze Bilanz

0:58:53 Die Beitragsbemessungsgrenze

1:07:49 Das „Schweizer Modell“ in Österreich

01:13:01 Deutschland, das Land ohne Mindestrente

1:18:55 Zwölf Billionen Euro Mindestrente – und 50% der Deutschen haben davon nichts

1:23:14 Was müsste sich ändern und wie lange dauert das?

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55 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Holger Balodis („Die große Rentenlüge“)

  1. Hallo!
    Herr Blüm hatte mit seiner Aussage insofern recht, als dieses Rentensystem funktionieren könnte, wenn es nicht ständig mißbraucht und umgangen würde. Er war wohl eher etwas in Kohl vernarrt und blauäugig. Jeder, der Einkommen erzielt zahlt ein. Keine Ausnahmen, keine Sonderrechte! Keine Extraschienen jeder Art. Der Rententopf ist tabu für Gelüste unserer Volksverderber! Gleiches für das Krankenkassensystem!

    • Neulich vorm Bundestag

      Ein Penner überlegt sich, wie er am besten an Geld kommt. Denkt er, die Politiker die haben ja immer sehr viel Geld! Gesagt getan. Er setzt sich vor den Bundestag in Bonn und fängt an, Gras zu fressen. Kommt der Helmut Kohl vorbei und meint: „Ja, was machst du denn da? Warum frißt du denn Gras?“ Meint der Penner: „Ja, die Zeiten sind schlecht, da muß man schon mal Gras fressen.“ Meint der Helmut: „ Gut hier hast du 100 Mark, kauf dir was Schönes zu essen.“ Der Penner ist total happy, rennt unter die Brücke und gibt einen aus. Die ganze Nacht wird gefeiert. Da meint Penner Paule: „Das muß ich auch mal probieren. Wenn es bei dem anderen geklappt hat, schaff’ ich das auch.“ Also geht Paule zum Bundestag, setzt sich vorne hin und frißt Gras. Kommt Norbert Blüm raus und sagt: „JA, was machst du denn da?“ Paul: “Ja, die Zeiten sind soooo schlecht, jaaaaaaa, da muß man schon mal Gras fressen.“ Blüm überlegt kurz und meint dann: „Komm, hier hast Du 2,50 DM, fahr auf das andere Rheinufer, da wächst das Gras 2 Meter hoch!“

  2. Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview. Vieles davon wusste ich nicht und habe schon ewig nach einer konstruktiven Meinung über die Riester-Rente gesucht. Auch das wir ein Renten-Entwicklungsland sind, war mir so noch nicht bewusst. Danke, Herr Balodis, danke Herr Jebsen & Team.

  3. Was immer auffällt, ist die Annahme, das das Problem der Altersarmut in der Zukunft zu erwarten ist.
    Das stimmt natürlich nicht, da es uns ja heute schon erreicht hat.

    Wenn von abgebrochenen Privatversicherungen gesprochen wird, so steckt dahinter in der Regel eine prekäre Situation. Sonst würde niemand seine private Rentenversicherung kündigen.

    Diese prekären Situationen entstehen in der Regel bei Selbstständigen, die in eine private Rentenversicherung einzahlen. Nicht wegen der hohen Renditen, wohl aber aus der Überlegung, einerseits etwas für das Alter zu tun, andererseits eine zu hohe Belastung zu vermeiden, da ja bei selbständiger Tätigkeit der Arbeitgeberanteil auch entrichtet werden müsste.

    Nun lässt sich bei selbstständiger Tätigkeit nicht unbedingt davon ausgehen, dass hier hohe gewinne erzielt werden.
    Ganz im Gegenteil, oft läuft die selbständige Tätigkeit auf eine Selbstausbeutung hinaus, die oft unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt.

    Bis zur Erkenntnis, und der Aufgabe seiner Selbstständigen Tätigkeit vergehen in der Regel ein paar Jahre. Jahre die in der gesetzlichen Rentenversicherung fehlen.

    Da man ja als selbstständig Tätiger meistens auch noch investiert hat, zum Beispiel in ein Lieferfahrzeug, in eine Werkstattausrüstung dazu noch Leasingverträge abgeschlossen hat, kann man aus solch einer Situation nicht einfach aussteigen.
    In der Regel ist die Privatinsolvenz die Folge.
    Kommt zu dieser Wirtschaftlichen Krise noch eine private Krise hinzu, was in den meisten Fällen passiert, so wird die gesetzliche angesparte Rente im Scheidungsfall noch einmal anteilig zerstückelt. Was in den Meisten Fällen dazu führt, das Mann wie Frau im Alter in die Röhre schauen.

    Dieser Aspekt wird gar nicht in Betracht gezogen.
    Wenn in dem Beitrag von 50 % aufgekündigter Privatversicherungen die Rede ist, so sind das wohl 50 % der privat Versicherten, die eine düstere Zukunft vor sich haben.

    Besonders Unangenehm ist, dass der Staat auch noch anreize schafft, Menschen die in wirtschaftlich schlechter Lage sind, zu ermutigen, sich in eine Selbstständigkeit zu begeben, so dass sie zum Spielball von Großkonzernen wie Amazon werden.

    Aber auch als Freie Mitarbeiter im öffentlichen Rundfunk oder Zeitungswesen tätig sind.
    Sie alle haben das Problem der Krankenversicherung und der Rente vor Augen und werden systematisch in diese Falle gelockt.

    Natürlich ganz gewollt von unserer Regierung, da die Zahlen genau bekannt sind.

  4. Die von der AfD gescholtenen „Systemmedien“ bringen fast nur noch AfD-Themen
    28. Juni 2018 Nico Beckert

    Soziale Themen wie Löhne, Mieten und Rente erhalten kaum Aufmerksamkeit, Politiker und Medien reagieren oft nur noch

    In deutschen Großstädten müssen mehr als 1,6 Millionen Menschen „mehr als die Hälfte ihres Einkommens für die Kaltmiete ausgeben“. Die Anzahl der Sozialwohnungen hat sich zwischen den 1990er Jahren und heute mehr als halbiert. In München stiegen die Einkommen seit 1995 um 46 Prozent. Die Häuserpreise stiegen allerdings um 146 Prozent.

    Die Bundesregierung spart jährlich 10 Milliarden Euro, weil sie die Regelsätze von Hartz4-Empfängern nach unten rechnet. 2017 wurden 226.125 falsche Hartz4-Bescheide zu Lasten der Ärmsten ausgestellt. Durch Sanktionen sinkt die staatliche Versorgung unter das Existenzminimum.

    Seit den 1970er Jahren hat sich der Anteil der Einkommen der unteren Hälfte der Bevölkerung halbiert. Die oberen 10% steigerten ihren Anteil auf 40%. Deutschland ist so ungleich wie vor 100 Jahren. Bei den Vermögen ist Deutschland im Vergleich zu anderen OECD-Staaten besonders ungleich.

    Ein Drittel aller alleinerziehenden Mütter sind von Armut bedroht. In Pflege- und Altenheimen herrscht Personalnotstand. Es gibt nicht genug Kita-Plätze. In den Bahnhöfen der Großstädte trifft man spätestens nach 10 Minuten auf Flaschensammler. 2 Millionen Kinder, fast jedes siebte Kind in Deutschland, leben von Hartz4. Das sind 8,6 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Seit 2005 ist die Leiharbeit von 400.000 auf nahezu 1 Million angewachsen.
    Flüchtlinge, Islam, „Vogelschiss“

    Obwohl Deutschland aus den oben genannten Gründen für viele Millionen Menschen schon lange kein Land mehr ist, in dem sie gut und gerne leben, bestimmen diese Themen nicht die Debatten. Stattdessen ist die AfD mit ihren Themen omnipräsent. Die von ihr als „Systemmedien“ gescholtenen bringen fast nur noch AfD-Themen. Sei es das Flüchtlings-Thema, die Burka, die Verhöhnung von KZ-Gräuel durch Höcke oder Vogelschiss-Äußerungen von Gauland.

    Wann stand in Deutschland das letzte Mal 10 Tage am Stück ein soziales Thema im Mittelpunkt der (medialen) Debatten? Warum gelingt es den (vermeintlich) linken Parteien nicht, die oben genannten Probleme ins Zentrum der Aufmerksamkeit der Medien und Wähler zu ziehen?
    https://www.heise.de/tp/features/Die-von-der-AfD-gescholtenen-Systemmedien-bringen-fast-nur-noch-AfD-Themen-4091812.html

  5. V+-ielen Dank für dieses aufschlussreiche und interessant Gespräch.

    Zuerst einmal: Herr Balodis, die Lösung einer Wiedereiführung der gesetzlichen Rente nach „Vorschrödermodell“ / österreichischem Modell mit mehr Einzahlern und einer Anhebung des Beitragssatzes, sowie des Rentenniveaus ist auch meiner Meinung nach wünschenswert und zumindest mal ein paar spitze Finger am „gordischen Knoten deutsche Rente“.

    Ein Beispiel aus dem Leben, warum dieses Vorhaben gesellschaftlich zum Scheitern verurteilt ist kommt jetzt.

    Ein Selbständiger im unteren Bereich des Einkommens (kein Notar, kein Steuerberater, etc.), mit ca. 2000 Euro Brutto, kann bei 400-450 Euro Rentenbeiträgen im Monat, gehen wir mal von 21-23% des Brutto die wohl nötig wären aus, den Laden dicht machen.

    Wenn er es aber doch schafft diese Nuss zu schlucken bleibt die Frage: wofür? Für eine eventuelle Rente in 30-40 Jahren? „Eventuell“, da derzeit niemand sagen kann, wie lange das System der Rente in dieser Form noch existieren wird und niemand auf politischer Ebene derzeit seine Hand ins Feuer dafür legt, dass es, sollten wir die Wende schaffen, auch nur in den nächsten 20 Jahren nicht nochmal einen Angriff wie den von Schröder, Maschmeyer und ihren kriminellen Kumpanen auf das System geben wird.

    Weiter gedacht: der selbständige Geringverdiener ist nun auch schon Mitte dreißig und hat somit, selbst mit dieser neuen Entbehrung nicht genug Zeit um bei seinen geringen Einzahlungen auf eine angemessene Zahl an Einzahlungsjahren zu kommen. Die Rente fällt also gering aus: höchst wahrscheinlich Grundsicherung. Diese hätte er aber auch ohne die neuen Entbehrungen bekommen. Jetzt nochmal die Frage: wofür? Für die Solidarität und die Gemeinschaft / for the greater good?

    Von mir aus gern, aber 99 von 100 Menschen seines Alters in seiner Situation und mit einem derzeit hochgehaltenen antisozialen, profitorientieren Gesellschaftsbild zeigen dieser Idee ab hier den Vogel.

    Zu recht aus ihrer Sicht und ich fühle mich derzeit fast gewillt mich ihnen anzuschließen.

    Die einzige Lösung für dieses Problem ist eine schonungslose, öffentliche Aufarbeitung der Verbrechen an den Menschen und dem Angriff auf den deutschen Sozialstaat, sowie gesetzliche Verbesserungen und unehrenhafte und finanziell schmerzhafte Entlassung der Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft. Das Ziel dieser Übung wäre Vertrauen.

    Aber eher friert hier die Hölle zu und somit wird das wohl nix mehr mit der Rente 😉

    • Genau so wird es geschehen. Schön beschrieben.
      Meine Rente wird der Supergau. Dabei bin ich gewillt, potent und ohne Aussicht.
      Folge?Widerstand!

    • Also erstens müsste der selbständige Geringverdiener in Ihrem Beispiel ja sowieso von seinen 2000 € brutto auch in der heutigen Zeit auf irgendein Modell der Alterssicherung zurück greifen. Was wäre denn Ihre Alternative und wäre die weniger kostspielig?
      Zweitens müsste man ein solches System natürlich primär für junge Selbständige nach Schule oder Ausbildung einführen. Wer ein gewisses Alter überschritten hat müsste weiterverfahren wie bisher. Genauso wie man, sollte man die Pensionen abschaffen wollen, bei den Beamten natürlich mit den neuen jungen Beamten diese Änderung anfangen müsste. Die alten würden auslaufen.
      Und drittens brauchen wir sowieso so etwas wie eine solidarische Mindestgrundrente, die menschenwürdig jeden Alten versorgt. Ganz egal ob er selbständig, angestellt, halbtags tätig oder nur z.B. 15 Jahre tätig weil kindererziehend unterwegs war.

    • @Schattenläufer

      Danke für die Antwort.

      Da haben Sie natürlich Recht, dass es eine Alternative für eine Altersvorsorge braucht. Das diese teuer wird ist evtl. auch ok.

      Nur ist in dem Fall den ich beschreibe und auch in dem, den Socke4612 oben nochmal anspricht, der Drops gelutscht. Die Abgabe wäre mit 95% Wahrscheinlichkeit das Ende seiner Tätigkeit bei ordentlicher Berechnung der Abgaben von Miete, Nebenkosten, Kommunikation, Krankenkasse und dann eben Rentenzahlung. Das kann sich derzeit keiner dieser Leute leisten und wenn es doch jemand macht, wird er doppelt verarscht, da er wohl riestert, was ja dann am Ende (wenn ich mich nicht irre) mit seiner Grusi verrechnet wird.

      Es braucht also eine Lösung für diese sich selbst Ausbeutenden. Die Zahl ist nämlich in der Generation-Ich-AG (danke Schröder!) enorm und macht meiner Meinung nach einen Großteil der Zielgruppe aus, die für ein Umgestalten des Rentensystems dringend mit ins Boot müsste. Ohne für diese Gruppe Anreize zu schaffen, wieder an das System zu glauben und mitmachen zu wollen, wird das nichts, da diese Generation der 30-40jährigen für die Rente wie wir sie kennen gedanklich verloren ist (siehe Lakis Kommentar). Und das liegt nicht daran, dass diese Gerneration nicht solidarisch wäre. Sie bekommt dafür nur kein Ventil, da das Vertrauen in die Gemeinschaft bewusst völlig zerstört wurde (danke Schröder! Danke SPD – bis heute!).

      Mütterente ist z.B. so ein Versuch, zumindest diese Verliererinnen mental und fiskal wieder enzugliedern.

      „Langsam“ wird das aber nicht gehen, nach dem Motto: die Alten laufen aus und die Jungen bekommen neue Konditionen. Dann fliegt uns das System in weniger als 30 Jahren auseinander (ich tippe mal eher auf 10-20), da die Rentner uns dann 3x täglich auf dem Weg zur Arbeit mit abgebrochenen Pfandflaschen bedrohen werden und jeder von denen ein Schröder-Dart zuhause hat…

      Dies ist ja aber auch nicht der Weg, den die Politik gewöhnlich geht. Wer von einem Tag auf den anderen den 19jährigen Schulabgänger und den Arbeiter mit 30 Jahren Berufserfahrung und Einzahlungen in der Lebenssicherung gleichstellen kann (Harz IV), der müsste den Tanz nun genau entgegengesetzt vollführen, damit er das Vertrauen in das System zurück gewinnt. Und ich wiederhole mich: Eher friert die…

      Grundrente ist sicherlich nicht verkehrt.

    • Ob Sie das nun Grundrente oder Grundsicherung nennen ist nicht entscheidend.
      Der Unterschied ist das man Grundsicherung beantragen muss, das heißt, dass man sich auf dem Amt nackig machen muss. (Rentenbescheit + Sparguthaben)
      Leider legen Leute einen Betrag fest, mit dem sie selber auch nur dahinvegetieren würden.
      Für Sie selbst ist das ohne Belang. Sie haben ausgesorgt.

      Die Rente meiner Mutter ist auch auf Grundsicherungsniveau.
      Ich lade gerne mal die Jungen (zukünftigen Rentner) ein, um sich mal die Lebenswelt meiner Mutter anzuschauen und ihnen zu zeigen, wo die Fahrt hingeht.
      Vielleicht fangt ihr jetzt schon mal an Pfandflaschen zu sammeln, so lange ihr euch noch bücken könnt.

      Kakis: Wie sieht ihr Widerstand aus?

    • @Schwarz ist Weiß: Natürlich ist der Name unbedeutend und das entscheidende Kriterium ist, wie Sie schreiben, dass die Grundrente bedingungslos sein muss und keine Rücklagen oder Vorsorgen irgendwie gegengerechnet werden dürfen.
      Und ein weiteres Problem haben Sie auch benannt: Wenn es gelänge die Personen die über die Altersbezüge der Rentner entscheiden an deren Schicksal zu binden (Pensionen abschaffen) wäre die halbe Miete zur Rettung der Rente mit Sicherheit schon erreicht, nicht wegen der zusätzlichen Beiträge, die sicher hilfreich wären, sondern weil dann ein gemeinsames Interesse an auskömmlichen Renten bestünde.
      Mir ist absolut schleierhaft, wie man als denkender junger Mensch die Problematik der Altersversorgung so völlig ausblenden kann. Auch H. Balodis findet in dem Interview diese Tatsache schwer erklärbar. Bei fast 80 % Wählerzustimmung zu Parteien, die dieses zu verantworten haben, beschränkt sich mein Mitleid aber höchstens auf die Übrigen.

    • Es ist immer mal eine Abwechslung gut, mal über die Rente bzw. Altersvorsoge zu diskutieren.
      Für mich stellt sich aber bei solchen Nebenschauplätzen immer die Frage:
      macht es Sinn oder ist es nicht Energieverschwendung sich so intensiv damit auseinanderzusetzen?
      Da mir immer diese Metapher mit der Titanic die den Eisberg gerammt hat vor Augen schwebt.
      Für mich ist dieses Rententhema nur ein Deck auf der Titanic das noch nicht mit Wasser vollgelaufen ist. Oder jetzt wo man das Wasser bemerkt, versuchen viele es auf ein anderes Deck zu schöpfen 🙂
      Und auf der Titanic sitzen nicht nur die Deutschen, sondern alle Nationen. Die Österreicher oder Schweizer mögen auf der höheren Luxusetage sein und die Deutschen beim Ersaufen auf dem Rentendeck höhnisch betrachten, aber früher oder später kommt das Wasser auch zu denen.

      Nun ja, man kann ja versuchen und hoffen das riesige Leck der Titanic zu reparieren.
      Meiner Ansicht nach:
      ich versuche das was ich auf dem Schiff finde zu sammeln und daraus ein Rettungsboot zu bauen und schleunigst von Kahn ab zu setzen.

    • Sie haben Recht. Die Rentenproblematik ist sicherlich nur ein kleines Symptom der sich anbahnenden Katastrophe.
      Ich mag Metaphern; die Titanic wäre, um in Ihrem Bild zu bleiben, das Geldsystem oder der Kapatalismus oder meinen Sie die Gesellschaft als Ganzes?
      Ihr Lösungsansatz („Rettungsboot“) würde mich noch interessieren. Denken Sie ein so weit wie möglich autark geführtes Leben wäre zielführend (wenn überhaupt möglich)? Oder denken Sie an Auswanderung, und falls ja, wäre die 1 Millionenfrage natürlich, wohin?

    • @ Schattenläufer Für mich steht das Sinnbild der Titanic als Gesamtgefüge des menschlichen Lebensystems, da wir aber heute in einer global vernetzten Welt auf Gedeih bzw. jetzt mehr auf Verderb miteinander verflochten sind, bedeutet dass alle Menschen auf der Titanic sitzen. Den Kurs des feudalkapitalistischen System haben sehr viele bzw. die meisten gewählt und der führt nunmal immer richtung Eisberg; dieser wurder schon sehr lange gerammt.
      Das riesige Leck des Dampfers versinnbildlich für mich zwei Verderbensmuster:
      Krieg, Umweltzerstörung oder anders gefasst, Krieg gegen Mensch und gegen die Natur.
      Beim ersten Punkt Krieg gegen Mensch hat das meiner Meinung nach schon seit Beginn der Zeitrechnung des modernen Menschen begonnen und würde solange fortgeführt werden, wenn nicht die Massenvernichtungswaffen entwickelt wurden.
      Beim Krieg gegen die Natur verliert der Mensch immer.
      Wir stehen jetzt an dem Punkt wo es nur heißt, entweder wir vernichten uns alle aktiv selber mit den Waffen die wir entwickelt hatten, oder die Natur übernimmt diese Aufgabe und zwar erbamungslos.

      Der Punkt mit den Lösungen: ich habe nur für mich eine Vorstellung von möglichen persönlichen Auswegsplänen und gepaart mit der Hoffnung, dass das Leben immer seinen Weg findet; das sind aber keine Lösungen, die sollen bitte jeder für sich finden.
      Schauen wir uns doch mal die momentane Gesellschaftlage mal an, die ist so verkommen, dass nicht mal ein schriftlich festgelegter Generationen- oder Gesellschaftsvertrag (was überhauptlich nicht existiert) langen würde, um diese Dekadenz abzufangen, wenn man sich sämtliche Vertragsbrüche betrachtet (Völkerrecht z.B.)
      Da lerne ich lieber auf meine Eigenverantwortlichkeit aufzubauen, die Erfahrungen sowie Konsequenzen die ich sammle und lebe so, dass ich niemanden in die Quere komme und vermeide, dass die meisten mir in die Quere kommen. Und wenn sich eine kleine Gemeinschaft findet, die auch in diese Art Richtung bewegt und ein Gesellschaftsvertrag als schriftliches Fundament festsetzt, dann ist das erstrebenswert, ansonsten geht das auch irgendwie mühsam anders weiter.
      Meines Wissens nach, sind Unruhen, Aufstände, Masseprotest die zu Bürgerkrieg oder Krieg allgemein führen, weil sie entweder kontrolliert oder unkontrolliert ausarten, der automatische Prozess der stattfinden wird; das sind die Folgen die dieses System mit sich bringt. Also, ist es völlig unsinnig sich dazwischen aufreiben zu lassen.
      Und es ist auch logischer: wenn man noch lebt, kann man Veränderungen anstreben.

      Letzen Punkt der mich köstlich amüsiert, ist, wenn ich mir vorstelle, dass die Niederlande ein viel besseres Rentensystem haben (die können von mir aus auch 5 bis 10.000 € bekommen), die Frage ist dann, können die viel damit anfangen, wenn in 20 Jahren Holland unter Wasser steht? Oder die Österreicher; können die mit iher hohen Rente viel damit anfangen, wenn dann ein Brot sehr wahrscheinlich 10.000 Euro kostet?

    • Dieser Nebenschauplatz oder kleines Symptom (Rente) ist doch sehr real.
      Mit diesem Argument können Sie jede Diskussion abbügeln.
      Ich halte die soziale Frage (ausreichende Rente) für eine Wichtige, denn Sie bestimmt im großen Maße die Lebensqualität gerade der Menschen, die nicht mehr ausreichend für sich selber sorgen können.
      Das die Rente in Österreich oder den Niederlanden eher ein gutes Leben garantiert als in Deutschland ist ein Fakt.
      Da rütteln auch nicht Fantasie-Preise für ein Brot und Untergangsvorstellungen von Holland etwas daran.
      Dann könnten Sie auch gleich behaupten, was brauchen die Alten eine ausreichende Rente, wenn der 3. Weltkrieg droht.
      So wie Sie argumentieren, ist Eigenverantwortlichkeit der einzig richtige Weg.
      Das mag ja für den einzelnen im Idealfall klappen.
      Was ist mit den Alten , Kranken und Behinderten? Sollen die sich auch am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen?
      Wäre da nicht eine solidarische Rente eher der richtige Weg?
      Ihre Lösung wäre in Bezug auf zu hohe Mieten (auch ein sozialer Sprengstoff) – da bau ich mir halt ein eigenes Haus.

    • @ schwarz ist weiß
      Wenn alles so einfach ist wie wir uns es so vorstellen, gäbe es uns nicht 🙂
      Was gibt einen Menschen den Sinn sein Leben fortzuführen?
      Aus Erfahrung heraus, haben mir ältere Menschen die auf dem Lande in bescheidenen Verhältnissen leben, mitgegeben, dass sie mit ihren Beschäftigungen die sie über den Tag vollbringen und zwar bis ins hohe Greisenalter von 70+, glücklich sind. Mehr als stabile Verhältnisse brauchen sie nicht.
      Ich kenne auch die Umfragestudien auf der anderen Seite: Menschen die nur des Geldes wegen Arbeiten und dann später auf die ersehnte Rente warten, diese sind meisten unglücklich und brauchen ständig Ablenkung durch Konsum.
      Haben wir nicht hier eine Antwort darauf, worin das Leben einen Sinn ergibt? Gerald Hüther könnte noch eine Menge dazu sagen.
      Und dann schauen sie sich die Antworten dieser alten russischen Dame an, ab Minute 36:
      https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz—russland-vom-14-juni-2018-100.html

      Ich sehe es genau so, es geht nicht um die Rente oder um deren Höhe. Mein Werkzeugkasten in der Birne ist mit Hilfe von anderen Menschen so gefüllt, dass ich auch ohne Rente klar kommen würde.

    • Schöne Aussichten – wenn man zahnlos auf die Pfifferlinge wartet.
      Das können sie ja so handhaben. Da hat keiner was dagegen!
      Da wird aus der Armut noch Folklore gemacht.
      Dann fragt auch noch der deutsche Fuzzi (Großverdiener), ob es hier Arbeit gibt.
      Der blanke Hohn.
      Bekommen alte Frauen dieses Alters in Deutschland noch Arbeit.

      Natürlich gibt es neben dem Geld viele andere Sachen, die wichtig sind.

      Na dann hoffe ich mal das Ihre Birne bis ins hohe Alter mitmacht. 🙂
      Wenn ihre Denkweise Schule macht und das von der Regierung registriert wird … na da läuft dann so richtig ab.
      Muss halt nur genug Pilze geben, dann brauchen wir kein Sozialsystem mehr! 🙂

    • @ schwarz ist weiß
      Nehme ich richtig an, dass Sie immer noch auf eine höhere Macht oder eine Regierung warten die die Schieflage begradigen werden?
      Naja, wenn Sie das Bild von Wohlstand und reiche Altersvorsorge mit schickes Anwesen, noble Karosse und weißen Beißerchen im Alter verbinden, dennoch parallel jegliche Würde verkennen, dann finde ich das persönlich ziemlich traurig und meiner Ansicht nach ist das die wahre Armut.
      Ich weiß und sehe, dass die alte russische Dame dem westlichen perspektiven nach in keinen Wohlstandsverhältnissen lebt, aber ich sehe in ihr Wesen die Schönheit darin, dass sie jedliche Würde behalten hat.

      Und zum Thema mit – Verantwortung und die Rechenschaft der Konsequenzen tragen -:
      Ist diese Verkommenheit dieser modernen Gesellschaft urplötzlich von Heute auf Morgen entstanden? Ist es ein Naturgesetz, das diese Dekadenz bewirkte?

    • Nee Wohlstands- und Sozialabbau sind kein Naturgesetz.
      Das selbe wird uns mit dem allmächtigen Markt, der alles regelt, erklärt.
      Das ist gemacht und ob ich nun an eine Regierung glaube oder nicht, sie ist ist änderbar.
      Alles was den Sozialabbau geschehen ist ist von Menschen gemacht und kann auch geändert werden.

      Solange wir alles hinnehmen und uns verarschen lassen nehmen wir willig die Willkür der Regierung hin.
      „Schickes Anwesen, noble Karosse“ sind nicht notwendig. Was „Beißerchen im Alter“ bedeuten werden Sie wohl erst wertschätzen, wenn Sie auf der Felge kauen.
      Das Fehlen von Zähnen hat auch was mit Würde und Selbstvertrauen zu tun.
      Es ist nicht so, dass ich Ihre Ansichten nicht verstehe. Ich möchte aber nicht unbedingt mit der lieben Omi tauschen müssen.

    • schwarz ist weiß,
      da kommen wir an ein Dilemma ran. In der Wiederaufbauphase und die Phase des Wohlstandes mehr Freiheiten erlaubten, sich Gedanken darüber zu machen wie man eine nachhaltige enkeltaugliche Zukunft gestalten kann, was haben diese Wohlstandsgeneration getrieben? Und jetzt wo sie zu alt sind, haben sie nicht mehr die Lebenskraft Widerstand geschweige Veränderungen zu leisten. Meine Generation jetzt übernimmt nur das Erbe was die vorherige hinterlassen haben und knüpfen an die selbe Denk und Handlungschiene an; Nachhaltigkeit? Nee, nach mir die Sinnflut ist die Devise.
      Kann man auch nicht ganz verübeln, woher sollten die auch die Erfahrung mitbekommen haben, Mut und Aufrichtigkeit an den Tag zu legen, wenn die Vorbilder sich am Wohlstand gefröhnt hatten und bei jedem Problem oder Schwierigkeit das Geld als Hilfstmittel dafür einsetzen aus solch einer Situation herauszukommen.

      Das Dilemma besteht auch darin, dass die einen sich in Ohnmacht versenken, die anderen bis zur Extase den Konsum weiterfröhnen und weiter andere sich mit Wettstreit und Schuldzuweisungen sich die Birne bis zur Verblödung einschlagen während die ganz Wenigen die noch einen Hauch an Vernunft und Würde besitzen, nach Auswegen heranarbeiten, werden von allen anderen Gruppen so heftig gehindert, dass es sehr mühseelig ist, nicht dabei auch noch den Verstand zu verlieren.

      Anzufügen wäre noch, wenn viele dem Denken nach glauben, mit Geld bzw. die Umstruktierung oder Verteilung könne helfen sämtliche Probleme zu lösen, dann muss ich widersprechen und darauf hinweisen, dass dies schon längst bewerkstelligt werden könnte bzw. kann, denn es ist ja reichlich vorhanden.
      Ist es nicht eher so, dass das Geld das Problem selbst ist?

      Und zum Thema Rente zurück: Man sollte sich zurückbesinnen, was dieses Wort wirklich bedeutet und beinhaltet.
      Mit dem Fokus auf die Familie, bedeutet es für mich die ehrvolle Pflicht mich um die Verwandten im Greisenalter zu kümmern und ihnen ein würdiges Restdasein zu garantieren, weil ich ihnen vieles zu verdanken habe, schon allein, dass sie mich auf diese Welt gebracht haben; das ist die einzige Schuld die ich ableisten muss.
      Da wir aber in einer modernen Gesellschaft leben, wo diese Strukturen chaotisch verwirbelt wurde, bedarf es zumindest einen Generationen- bzw. Gesellschaftvertrag, dass schriftlich ausgehandelt werden muss. Und das hat wenig bis gar nicht mit Geld zu tun.

    • Ich denke man muss das Eine tun und darf das Andere nicht lassen. Eine gerechtere Verteilung der Finanzen ist dringend geboten, schon allein, damit die Gesellschaft an den äußeren Rändern nicht zerreißt und aus Gerechtigkeitsgründen sowieso.
      Wer aber denkt, es ist damit getan dafür zu sorgen, dass es allen finanziell gut geht, und dann können wir so weiter machen, der irrt gewaltig. Denn, und da bin ich ganz bei Ihnen Son_Snow, was nützt der finanzielle Reichtum, wenn dann 8 Milliarden Menschen gemeinsam die Erde weiter zerstören? Selbstverständlich brauchen wir auch einen Bewusstseinswandel. Weg vom Wachstum, hin zum Kreislauf. Wir brauchen tatsächlich mehr von der „Pilze verarbeitenden Großmutter“, aber die Gesellschaft müsste wachsam sein, dass dieses Ideal nicht ausgenutzt wird. Bescheidenheit und Nachhaltigkeit müssen wieder chic werden. Meine Idealvorstellung wäre der gesellschaftliche Geist der indigenen Nord- und Südamerikanischen Indianervölker auf einem fortschrittlicherem Niveau.

    • Schattenläufer,
      Es geht nur über den Wandel in sich selbst, also diesen Bewusstseinswandeln, nur wie?
      Die achso tolle Schweiz, ein Hort des Wohlstandes mit ihrer direkten Demokratie und übersichtlicher Einwohnerzahl schaft nicht mal den Sinneswandel Kriegswaffenverkäufe in Kriegsgebiete zu verbieten. Wie sollen dann es andere Nationen mit gewaltigeren Größenordnungen bzw. -Unordnungen es bewerkstelligen?

      Wir haben den zeitkritischen Punkt schon längst überschritten. Die Bewohner des afrikanischen Kontinent sind schon in Bewegung. So und wenn man jetzt die Prognosen für Indien glaubt, dann werden in den nächsten 5-10 Jahren die Frischwasserversorgung zusammenbrechen, dann haben wir in etwa 1 Mrd. Inder die auch in Bewegung sind.
      Schließlich wäre noch China mit seinen 1,3 Mrd. Einwohner, das sind Dimensionen die ein Wohlstandswestler entweder nicht begreift oder verdrängt. Nehmen wir mal an nur die Hälfte dieser Zahl wollen genau den selben Lebensstandard haben wie es der Westen auch vor geraumer Zeit die Mehrheit seiner Bevölkerung bieten konnte. Dämmert es da vielen, warum diese „One Road, One Belt“ Aktion forciert wird? Das ist nichts als eine letzte kapitalistische Verzweiflungsaktion um den Unmut einer gewaltigen Dimension von Menschen auf die Schnelle zufrieden zustellen, ansonsten drohen Regime Changes und Bürgerkriege und die arten bei solchen Dimensionen immer zum letzten Schlagabtausch zwischen den Völkern aus.

      Ich frage mich die ganze Zeit warum dieses Elitenprojekt der neuen Seidenstraße auf fast allen Kanälen so gehyped wird.
      Mit diesen gewaltigen Summen an Kapital, kann ich auch genau so gut einen Themenpark um die Welt bauen, erzeugt auch auf die Schnelle Arbeitsplätze und dient dem Vergnügen, hat aber mit umweltschonened Nachhaltigkeit genau so wenig zu tun wie das vorherige angestrebte Ziel.

    • @Son_Snow: Ich denke die Schweiz bekommt es nicht hin, gerade weil sie so wohlhabend sind und demnach auch viel zu verlieren haben. Dort ist die Bereitschaft nach den Regeln des Systems zu spielen durchaus ausgeprägt. Gelänge es, wie auch immer, in z.B. Griechenland eine demokratische Mitbestimmung nach Schweizer Vorbild zu etablieren, könnte evtl. etwas durchaus Effektives entstehen, oder was meinen Sie Herr Angelos?
      Ich hatte gar nicht so den Eindruck, dass die Seidenstraße so gehypt wurde und wenn dann von interessierten Kreisen. Die Transatlantiker sehen das Projekt durchweg als Bedrohung und formulieren es auch so. Die Anhänger der multipolaren Weltordnung finden es natürlich gut, dass dieses Vorhaben dem Imperium Konkurrenz macht und die Opportunisten hier, die sich schon von der amerikanischen Hegemonialstellung gedanklich gelöst haben sehen es einfach als gute Möglichkeit neue Geschäfte zu machen.
      Ich leite mal aus Ihrem Post die sich für mich ergebende Frage ab, allerdings ohne die Antwort zu wagen: Wovor sollten wir (oder auch die Welt) mehr Angst haben, 2 Milliarden unzufriedene weil z.B. verdurstende und in der Folge rebellierende und sich dabei in Bewegung setzende Asiaten auf der einen Seite, oder vor der gleichen Anzahl durch Projekte wie die Seidenstraße zu westlichem Wohlstand Gekommene, die uns Konkurrenz machen, uns evtl. wirtschaftlich an die Wand drücken, aber auf jeden Fall mit unserer Art zu leben, nebst unserem Ressorcenverbrauch dem Planet in Windeseile den ökologischen Todesstoß versetzen?
      Bin ich ein „Das-Glas-ist-halbleer-Typ“?🤔

    • Danke fürs Interesse und die langen Anregungen unter dem Post.

      Da es immer wieder um eine Lösung für immer das selbe Problem geht, hier nochmal mein Vorschlag und warum:

      Wir leben in einem System in dem seit 70 Jahren die Menschen, nicht primär politisch aber im Geiste, auseinander dividiert werden. Das fängt an bei einem nicht vorhandenen und verpönten Nationalgefühl, einem Neid und einer Missgunst dem Nachbarn und seinem Besitz gegenüber, einer Angst in einer Gruppe einen Fehler zu machen und final Verlierer oder der Schlechteste bei etwas zu sein. Daraus resultiert die Vereinsamung und die abolsute Konkurrenz in jeder Situation des Lebens untereinander.

      DAS IST UNSER PRIMÄRES PROBLEM!

      Dieses Problem ist gesellschaftsübergreifend. Der Hartz-4ler, der trickreich den Staat bescheißt (ja, die gibt es auch) oder ein HSH Nonnenmachen, der den Staat bestiehlt und hinterher noch eine Belohnung fordert, sind die menschlichen Produkte dieses Systems. Da es sich bei beiden nicht um Mörder oder schlimmeres handelt, sondern sie nur einem Lebensentwurf nacheifern (dem cleveren, gefuchst-schlauen Protobürger, der uns in jeder Fernsehsendung, jeder Erzählung als der Idealtyp unserer Gesellschaft vorgestellt wird), kann man ihnen nichtmal einen Vorwurf machen.

      Aber man kann ihnen helfen.

      Mann muss ihnen ein Gemeinschaftsgefühl zurückgeben und dies koppeln mit einem menschlichen Idealtypus. Sprich: sie müssen ihrem Mitmenschen wieder vertrauen und ihn als einen der ihren wahrnehmen, dem man nicht tut, was man selbst nicht ertragen möchte.

      Und wenn ich den Nächsten höre, der in einem Artikel, einem Blog in der nächsten Talkshow oder auch nur im Forum nach einer Lösung ruft und die Alternativlosigkeit anprangert, dann verliere ich erneut ein Stück an Glauben an meine Mitmenschen, denn eine Art der Lösung habe ich bereits vorgestellt, den Bundestagsavatar.

      Der Bezug zum Renteproblem wird hoffentlich dadurch deutlich, dass ich den Mangel an Verständnis dieses völlig offensichtlichen gesellschaftlichen Hauptproblems, bei einer Lösungssuche komplett ausgeklammert sehe. Auch Herr Balodis redet von nötigen gesetzlichen Änderungen, ohne den Elefanten im Raum anzusprechen:

      Meine Generation, in der Situation wie sie oben beschrieben wurde, wird sich mit Händen und Füßen gegen ein Gesetz wehren, dass so offensichtlich gegen ihre eigenen Interessen (mit der fast sicheren Option auf Existenzverlust) ausgelegt ist und ihnen am Ende überhaupt keine Sicherheiten und nur Nachteile bringt. Und zwar primär, weil sie es gesellschaftlich glernt hat ihren Vorteil zu suchen!

      DAS GEGENMITTEL IST EIN ÜBERBORDENDES GEMEINSCHAFTSGEFÜHL. „Überbordend“, da ein herkömmliches wie aus den 70ern es nichtmehr tut, da das Vertrauen seitdem hundertfach verspielt wurde. Es braucht also eine enorme solidarische Gegenbewegung.

      Die einzige mögliche Lösung sehe ich nicht in einem gesetzlichen, sondern in einem gesellschaftlichen Ansatz und es tut mir in der Seele weh, dass dieses Problem von unseren Denkern nichtmal angedacht wird. Und wenn jemand eine Lösung präsentiert, wie dei des Avatars, das ganze ignoriert wird und anstelle die Fackel in einer anderen Form aufzunehmen und das Problem anzugehen, Menschen mit Verstand drum herum stehen und JEDEN TAG wieder weinen, dass ihnen kein Licht aufgeht.

      Tschuldigung, es ist immer das gleiche Thema bei mir, aber dieses seltsame Verhalten meiner Mitmenschen ist für meinen kleinen Verstand nicht zu verstehen.

    • @Jörn Brodersen: Sie kritisieren zurecht den Konkurrenzkampf in nahezu jedem Lebensbereich, der permanent genutzt wird um uns zu spalten und gegeneinander auszuspielen. Daraus leiten Sie einen „gesellschaftlichen Ansatz“ ab, der nötig wäre, um hier zu Verbesserungen zu gelangen, und damit wären Sie auch ziemlich genau bei dem Bewusstseinswandel, den ich mit Son_Snow weiter oben diskutiert habe.
      Wo ich Ihnen aber gedanklich nicht gut folgen kann ist, dass Sie diesen Ansatz über einen gesetzlichen stellen (auch hier wäre meine Empfehlung wieder beides zu versuchen), dann aber auf Ihr Projekt mit dem Bundesavatar kommen, welches ich recht sympathisch in Erinnerung habe, auch wenn ich es nicht mehr in Gänze wiedergeben könnte, aber welches doch darauf abzielte, demokratischen Einfluss auf einzelne Abgeordnete ausüben zu können; also ein 1A gesetzlicher Ansatz.
      Nebenbei bemerkt, was ist eigentlich aus dem Projekt geworden? Ich meine immer wieder aus einigen Ihrer Kommentare etwas Resignation heraus zu hören, dass kein Avatar ein Direktmandat erhalten hat. Dieses im 1. Anlauf zu erreichen wäre doch aber eine Riesensensation und ziemlich unrealistisch gewesen. Schließlich wurden doch auch alle Schweinereien unter denen wir heute zu leiden haben langsam über Jahrzehnte über uns ausgebreitet. Es geht beim Avatar doch nicht primär darum, ob man eine gute Idee hat, sondern ob man die lange Luft hat das dicke Brett zu bohren. Da ich mal vermute, dass die MSM Sie komplett totgeschwiegen haben, wie sie es bei solchen Themen immer gerne tun, hatten Sie natürlich das totale Marketing-Handicap. Selbst KenFm hat da eine viel zu kleine Reichweite. Die Deutschen hängen noch viel zu sehr am Bestehenden, als dass sie sich in der Mehrzahl auf Experimente einlassen würden. Auch wenn die Idee super ist und niemandem ein guter Grund einfällt es nicht zu tun. Die Zeit spielt aber für Sie. Je kürzer die Decke wird, desto dringender werden sie nach Alternativen suchen.
      Und zuletzt noch einmal zum Thema und zur Notwendigkeit der Rentenumgestaltung. Ich sehe da, wo sie das Problem sehen, überhaupt keines. Es ist doch alles nur eine Frage der Ausgestaltung. Zunächst mal besteht Ihre Generation ja nicht nur aus schlecht bezahlten Selbständigen und zweitens wenn man ein System von heute auf morgen umkrempelt, um es sozialer zu machen, muss man eben die „Verlierer“ dabei auffangen. Was spräche dagegen den „kleinen Selbständigen“ einen steuerfinanzierten Zuschuss zur Rentenzahlung zu gewähren. Könnte man gleich bei den Agrarsubventionen für landwirtschaftliche Monopolbetriebe (oder bei etlichen ähnlichen Steuerverschwendungen) wieder reinholen.

    • Jörn Brodersen,
      ich kann nur wiederholen was ich Ihnen schon damals bzgl. des Bundestagsavatar ans Herz legte,
      Sie haben gute Gedanken sowie Absichten, dennoch sind diese Unterfangen reine nervenaufreibene, lebenszeitvergeudene Energieverschwendung. Sie und viele andere wollen nach den Regeln des Systems, das ausgelegt ist niemals verändert zu werden, umkrämpeln, ergo sinnlos.
      Das System sitzt bei allen so tief in den Knochen, das die Mehrheit sie sogar mit ihren Leben dafür verschwenden um den Status Quo beizubehalten.
      Die Schröders, Merkels und Maschmeyers dieser Welt können doch nur frei herum laufen, weil halt die benannten verblendeten Menschen in der Mehrheit sind und uns davon abhalten die psychisch Kranken in Therapie zu schicken.
      Wie viele Anwälte und Richter haben Anklageverfahren gegen diese Personen abgeschmettert? Ein Schröder kann ungestraft im Fernsehen zugeben, dass er das Völkerrecht gebrochen hat, weil Polizei sowie Verwaltungsbeamten oder fanatische Anhänger uns davon abringen diese Menschen zu Rechenschaft zu zerren, wir kommen nicht mal auf legalen rechtstaalichen Mitteln an diese kranken Menschen heran.
      Dann ist noch zu nennen, dass der Fisch nicht nur vom Kopfe her stinkt, sondern jetzt am ganzen Körper verfault ist. Als ehemaliger Wissenschaftlicher Mitarbeiter einer recht überschaulichen Hochschule kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass schon dort Vettern- und Kunkeleiwirtschaft betrieben wird. Diese Erfahrung ist deckungsgleich mit vielen anderen die mir zu Ohren gekommen sind; Gemeinderat, Stadtverwaltung etc.
      Nun können Sie raten, warum es auf ganz höheren Ebenen Ihre guten Absichten nicht funktionieren kann, wenn auf der unteren Ebene schon nicht möglich ist.
      Dazu wäre noch zu sagen, dass nicht die anderen unbekannten Menschen einen das Leben erschweren oder sogar zur Hölle machen.
      Nein, es sind die Menschen die man nahe steht, oder viel schlimmer, Freunde und die eigene Familie.
      Also ich hatte massiv Probleme mit den genannten Personen, weil ich unerfahrend sowie naiv für die „gute Sache“ im Kampfmodus war. Ist überhaupt nicht anzuraten, bekommt man nur graue Haare und wird dabei unglücklich.
      Den einen logischen Weg für mich ist, so zu leben, dass ich meine eigene Würde bewahre und die der anderen nicht verletze. Und im Kampfmodus starte ich nur noch, wenn andere Menschen die Konsequenzen ihres Handelns auf mich abladen wollen.

  6. @schwarz ist weiß

    Marktwirtschaft funktioniert nur mit dem Staat und nicht wenn er sich zurückzieht.

    Ich habe Zweifel, dass die Marktwirtschaft überhaupt funktioniert, weil Geld in erster Linie ein Schuldentilgungsmittel ist.

    Unsere Marktwirtschaft funktioniert nur mit immer mehr Schulden, die irgendwann zum Systemkollaps führen müssen.

    • Geld ensteht ja durch Kreditvergabe. Entscheidend sind aber weniger die Schuldentilgung als vielmehr die Zins-und Zinseszins-Zahlungen, die der Gläubiger kassiert, für die der Arbeiter/in direkt oder indirekt aufkommen muss.
      Dies führt indirekt auf Dauer forciert in die unnütze Produktion von Kriegsgerät, dass das System dann wieder auf Null fährt, also kollabieren lässt.

    • Ne, entscheidend ist, für was man Schulden aufnimmt!
      Das trifft auch auf den Staat zu.
      Geld ist nicht in erster Linie Schuldentilgungsmittel sondern Mittel zu Zweck z.B. für Investition in die Zukunft.
      Ich nehme doch keinen Kredit auf, damit ich dann endlich Zinsen und Zinseszinsen an eine Bank zahlen darf.
      Man nimmt in der Regel nur einen Kredit auf wenn man selber nicht genug eigene Mittel hat.
      Man muss nur sicherstellen, das man aus den eigenen laufenden Einnahmen, die Rate + Zinsen zahlen kann.
      Das da Vieles auch schief läuft, ist schon klar.

  7. In einem irrt Herr Balodis.
    Würden die reichen 1% bis 10% alle Staats- und Privatschulden bezahlen, gäbe es kein Geld mehr.
    Die Vermögen des Einen, sind die Schulden des Anderen.

    • Es ging doch nicht darum, das die Reichen die Staats- und Privatschulden abbezahlen.
      Sie sollen sich in angemessener Form an der Gesetzlichen Rente beteiligen müssen.
      Genauso wie Beamte, Politiker, Selbständige (z.B. Ärzte und Apotheker).

    • Etwa bei 1:21:20 sagt Balodis: Die reichen 1-2% könnten die Staatsverschuldung mit einem Federstrich abzahlen. Dann würden sich aber die Privatvermögen auf die Höhe der Privatschulden reduzieren. Weil die Höhe der Gesamtverschuldung, auf eine Einheit, in dem Fall Deutschland bezogen, gleich der Höhe des Gesamtvermögens ist.

    • Die Sache mit der Staatsverschuldung ist sowieso zu hoch gehangen.
      Das Gesamtvermögen ist ja der Gesamtverschuldung auf der Welt gleich.
      Auf der Welt , wie gesagt. Das trifft auf Deutschland so alleine nicht zu, weil ja das Ausland ein großer Schuldner von Deutschland ist.
      Das ist übrigens nicht wertend gemeint – ist aber Fakt.
      Man betrachte die Kurven im Bezug auf die Volkswirtschaft –> private Haushalte, Unternehmen, dem Staat, dem Finanzsektor, und den privaten Haushalten.

    • In unseren Exportüberschüssen (Autos zB), steckt eine Menge unbezahlter Sklavenarbeit drin, weil wir die Schuldscheine, die wir (der Staat als Gläubiger), dafür bekommen, nicht zu Geld machen können.
      Wären unsere Politiker unabhängig, nur ihren Wählern verpflichtet, wäre es ein leicht ein Gesetz durch das Parlament zu bringen, das alle Einkommen zu Rentenbeitragszahlungen verpflichtet.
      Wenn, ja wenn unsere Politmarionetten nicht vom Kapital abhängig und vom Selbigen gesteuert würden. Nur, in Österreich, ging es ja auch. Das kann dann ja nur bedeuten, dass die Hörigkeit vom Kapital in D den Geldeliten besser gelungen ist.

  8. In fast allem stimme ich Herrn Balodis zu, nur eine Sache ist mir aufgefallen, die ganz offensichtlich Schwachsinn ist aber überall nachgeplappert wird. Alle erzählen immer, wir haben ein Verhältnis von 3 Beitragszahlern zu 1 Rentenempfänger, das ist ausgemachter Blödsinn. Es gibt in Deutschland Stand aktuell 2018 (www.deutsche-rentenversicherung.de) ca. 24,7 Mio Rentenempfänger. Darin enthalten ca. 5,2 Mio die eine Rente wegen Todesfall beziehen. Also kann man davon ausgehen, dass es in Deutschland derzeit ca. 20 Mio Rentenempfänger gibt, die eine gesetzliche Rente erhalten. Wenn auf jeden dieser Rentenempfänger 3 Zahler kommen, müssten alle restlichen Deutschen incl. Kinder etc. versicherungspflichtigen Beschäftigungen nachgehen. Dieses Verhältnis ist also ausgemachter Blödsinn und reine Propaganda für den sogenannten auf uns zukommenden demografischen Wandel. Es ist wirklich Schade das bei einem solchen sehr informativen Interview mit so vielen wichtigen Fakten trotz allem die Propaganda der Gegner der gesetzlichen Rente wiederholt und nicht entlarvt wird.
    Schade. Ansonsten war es wirklich Top und sehr informativ.

  9. In unserer kleingeistigen, asozialen Neidgesellschaft werden zwar Kriegsbeteiligungen schnell durch den Bundestag gewunken, (Ressourcensicherung), aber solidarisches Denken und Handeln den Ehrenamtlichen überlassen. Die Groko ist zu allem unfähig, spielen uns Scheingefechte vor, sind käuflich und nicht frei in ihrem tun.
    Aber keine Angst, die Steuerung des dummen Wahlvolkes funktioniert, dass merkt hier keiner.

    • Bei Neid fällt mir der Fall des Dortmunder Bettlers ein, der von einer Mitarbeiterin des Jobcenters beim Betteln gesehen wurde, worauf ihm der Regelsatz zunächst drastisch gekürzt wurde. Auch in anderen Fällen wird den Armen nicht der Dreck unter den Fingernägeln gegönnt. Nach einem Bericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2015 hat die Bankenrettung den deutschen Steuerzahler 236 Milliarden Euro gekostet. Das hat natürlich heftig auf die Sozialsysteme gedrückt, aber außer der Linken hat das kaum jemand beklagt. Obszönen Reichtum sieht man einfach nicht so häufig auf der Straße wie bittere Armut. Dies könnte ein Grund dafür sein, dass sich Neid nur auf bestimmte Gesellschaftsschichten konzentriert.

  10. Dieses Thema wurde doch von der Anstalt vor 4 Jahren aufgegriffen und verständlich angeboten. Die Frage ist: Hat sich seitdem einige Positive Entwicklungen in der ersehnten HInsich ereignet? Oder sind die Bürger doch eher aufklärungsresistent?
    Fußball und Bier sind halt besser bekömmlicher als lästige Gedanken an zukünftige Lebensversorgung sowie gesellschaftlichen Frieden.

  11. laut einer Studie des Robert Koch Instituts (RKI) sterben Männer, die an oder unter der Armutsgrenze leben, im Schnitt 10,8 Jahre früher als wohlhabende Männer. Bei Frauen beträgt die Differenz circa acht Jahre. Der Untersuchung zufolge haben arme Männer eine Lebenserwartung von 70,1 Jahren, wohlhabende Männer von 80,9 Jahren. Bei Frauen liegen die Zahlen bei 76,9 Jahren und 85,3 Jahren. Und die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, so der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Prof. Rolf Rosenbrock: „Die Lebenserwartung steigt für die wohlhabenden Menschen in jedem Jahr stärker als für die ärmeren Menschen und deshalb vergrößert sich der Abstand. Im Grunde genommen finanzieren die Armen die Rente der Wohlhabenderen“.
    Hier setzt sich im Alter fort, was auch schon im restlichen Leben praktiziert wird. Leistungslose Maximaleinkommen führen zu einer Umverteilung von arm zu reich. Hier hilft nur eine Deckelung von Vermögen. Warum sollte es neben einem Mindestlohn nicht auch eine Höchstgrenze für Vermögen geben? Wenn z.B. eine Familie Quandt jedes Jahr ein zusätzliches leistungsloses Vermögen von 1 Mrd. € garantiert bekommt, dann läuft irgendetwas ganz fürchterlich schief.

  12. Das Geldwesen ist global und ein einzelnes Land kann da gar nichts machen.

    Dann haben wir eine Marktwirtschaft, die gar nicht funktioniert. Bei dieser geht es in Wirklichkeit nur um Marktmacht, wodurch sich die Schieflage immer mehr verschärfen muss. Die Weltkriegsgefahr steigt insofern deutlich an.

    Wir müssen uns zudem dessen bewusst sein, dass das Prinzip „Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren“ im Hintergrund die Geldmenge immer mehr ausweitet. Es geht gar nicht, dass der Motor der Marktwirtschaft in Wirklichkeit ein Behinderungswettbewerb ist, weil der Geldbesitz und vor allem die wirtschaftliche Macht weniger Personen die künftigen beruflichen Aussichten vieler Personen immer mehr einschränken.

    Insgesamt haben wir ein massives Verteilungsproblem, weil wir fehlerhaft davon ausgehen, dass Geld sich als Tauschmittel eignet.
    Es muss daher über völlig andere Wege der Wohlstandsverteilung nachgedacht werden.

    Die heutige Marktwirtschaft, die keine ist, stellt eben gerade keine Verteilungsgerechtigkeit her.
    Mit dem weltweiten Bankwesen wird aber auch nichts anderes möglich sein. Außerdem kann man dieses nicht aus dem laufenden Betrieb heraus zu einer völlig anderen Wirtschaftsordnung umstellen. Daher werden wir um ein Reset nicht herumkommen.

    Hier gibt es dann nur noch die Möglichkeit, dass wir uns so gut wie möglich auf den Systemwechsel vorbereiten, weil die Wirtschaft dann für eine gewisse Zeit gar nicht mehr funktionieren wird.

    • Auch wenn das Geldwesen global agiert, gibt es doch einen gewaltigen Unterschied z.B. zwischen Deutschland und der Schweiz oder Österreich, was die Rente betrifft. Dort ist auch Kapitalismus.
      Marktwirtschaft funktioniert nur mit dem Staat und nicht wenn er sich zurückzieht.
      Es ist der Staat der die sozialen Verwerfungen herbeigeführt hat.
      Wenn er freiwillig auf Steuereinnahmen der Großkonzerne verzichtet und das Rentensystem schleift, sägt der Staat an dem Ast auf dem er sitzt.
      Er schafft sozialen Unfrieden.

  13. Tja, hr. jebson, wenn man sich nicht mit Makro auseinandersetzten möchte, kommt in 1,5 Stunden Gespräch nichts raus!!!
    Schnell würde man herausfinden, vorausgesetzt man ist unvoreingenommen, dass

    1. Die private UND die gesetzliche Rente auf ein Umlageverfahren beruht! Mackenroth these
    2. Die Rente immer aus dem aktuellen VW-Einkommen bezahlt wird und nie angespart werden kann
    3. Rentenhöhe, produktivitätsabhängig ist
    4. Unsere Eliten intellektuell unterbelichtet sind, die so einfache Zusammenhänge nicht begreifen oder begreifen wollen
    5. Das manche Alternative Medien nichts zur Aufklärung beitragen können

    • Das Video ist gut und erklärt das private u. gesetzliche Rente Makroökonomisch sich gleicht. Danke dafür.
      Den großen Widerspruch zu den Ausführungen von Holger Balidis vermag ich allerdings nicht festzustellen.
      Das die gesetzliche Rente der Privaten überlegen ist hat er ja auch gesagt und die Gründe dafür genannt.
      Zur Makroökonomie hat Ken auch nichts gefragt.
      Das in den 1,5 Stunden nichts rumgekommen ist, kann ich nicht nachvollziehen.
      Das eine Kapitalgedeckte Rentenversicherung nur funktionieren kann, wenn investiert wird und sich daraus Gewinne generieren lassen ist schon klar. Siehe auch Lebensversicherung.
      Auch da sieht man ganz klar, das da nicht mehr viel rum kommt.
      Angeblich soll es in Deutschland 88 Mio. Lebensversicherungen geben. Bei der Auszahlung gibt es dann lange Gesichter und die Gerichte schützen die Versicherungswirtschaft, ähnlich wie bei der Bankenrettung.

    • @ s ist w.
      da hast du mich missverstanden.
      der punkt ist, dass der MS nichts anderes sagt, wie in diesen Gespräch. Nur festzustellen ist, dass die Propaganda für Private Vorsorge deutlich grösser ist, als der aufklärerische Gedanke, wie privat vorsorge eigentlich funktioniert.

      wären wir eine „aufgeklärte“ Gesellschaft und würden wir den einen oder anderen zusammenhang besser verstehen, hätten unsere eliten und dazugehörigen Propaganda-Institutionen nicht so dumm daherreden können und hätten die gesetzliche rente vor 10-15 jahren nicht so einfach zerstören können.

      daher ist es traurig, dass auch gut gemachte alternative wie „kenfm“ wenig auf marko-zusammenhänge eingehen.
      hätte der ein oder andere, vor dem versicherungsvertreter-Gespräch, von der „Mackenroth These“ gehört und hätte zusätzlich gewusst, dass jeder versicherungsvertrag mit -20% gewinn endet, wer wäre so dumm und unterschreibt so einen Unsinn?

    • Ich glaube, Sie sehen das zu hart – im Bezug auf das Gespräch….

      „der punkt ist, dass der MS nichts anderes sagt, wie in diesen Gespräch. Nur festzustellen ist, dass die Propaganda für Private Vorsorge deutlich grösser ist, als der aufklärerische Gedanke, wie privat vorsorge eigentlich funktioniert.“

      Das war gar keine Propaganda für die private Vorsorge (Rente).
      Das man die private Rente besser erklären hätte können – da gehe ich schon mit.
      Ihr empfohlenes Video ist da schon gut, und stimmt auch so – und hat meine Frage beantwortet.
      Das Beiträge oder Interviews nicht alles leisten können, ist auch klar.
      Aber wir reden ja jetzt darüber und das ist doch wichtig und gut.
      Also Ziel erreicht.
      Das die Leute eher Mikro- als Makroökonomie betrachten, wird von den Medien befeuert und ohne äußeren Denkanstoß kommt der „Normalo“ nicht auf die Idee, die gesamte Problematik gesamtwirtschaftlich zu betrachten.
      Makroökonomie Oberlehrerhaft und zu erklären, sowie zu erklären, dass die Eliten intellektuell unterbelichtet sind (was weltweit betrachtet, nicht der Fall ist) bringt uns nicht weiter.
      Das das in Deutschland der Fall ist – ok. Im angelsächsischen Raum sieht das schon anders aus.
      Da helfen nur Aufklärung und Diskussionen.

  14. Eine herausragende Erklärung der Rentenfrage! Jetzt ist noch hinzuzufügen, dass weltweit die kapitalbasierten Alterssysteme wie USA, Emirate, Kanada, Australien, Singapur, Norwegen, UK, Schweden die Beiträge der umlagefinanzierten Staaten wie D, F, I, E, A auffressen möchten bzw. wie im Falle der USA müssen, da die US-Altervorsorge in US-Staatsanleihen und Militär geflossen ist, also keine Aussicht mehr auf Rückzahlung oder Rendite hat.
    Danke für dieses wertvolle Gespräch.

  15. Wer bereit ist Steuern und seine Alterversorgung von outgesourcten Trägern übernehmen zu lassen ist auch bereit nach genug medialer Berichterstattung in den Krieg zu ziehen.
    Die Finanzierungsfrage ist wohl die unwichtigste wenn es um menschlichgemachtes Gerechtigkeitsvermögen geht, dennoch wird das gesamte Video damit gefüllt, hier ist es ungerecht und hier wird mehr Geld(Nichts an Menschlichkeit) gebraucht.

    • Wer die Finanzierungsfrage z.B. für Soziale Belange, Kranken- und Altenpflege und Bildung (+Einrichtungen) für unwichtig hält, sollte nicht von Menschlichkeit reden.
      Menschlichkeit könnte der Staat zeigen, wenn er da das Geld nimmt, wo es im Überfluss vorhanden ist und für soziale Belange ausgibt.

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