Ich bin ein Antifaschist! – Tagesdosis 3.6.2020 (Podcast)

„Es kommt nicht darauf an, den Faschismus zu atomisieren, sondern darauf, mehr Demokratieverständnis in den Menschen zu bilden. Demokratisiert die Bildung und der Faschismus wird Geschichte.“

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Antifaschistische Begeisterung

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken bekennt sich dazu, Antifaschistin zu sein, und meinte erst kürzlich damit, dass sie Sympathisantin der Antifa sei (1). Viele Menschen sympathisieren mit der Antifa, weil sie selbst sich als Antifaschisten bekennen. Ich selbst kenne niemanden, der mit dem Faschismus paktiert oder ihn favorisiert oder sich zum Faschismus bekennt. Und doch haben wir ihn, spüren wir alle ihn und wissen sogar, dass der Faschismus gerade in Zeiten der Corona. Krise seine grässliche Fratze zeigt, unverhüllt. Ich habe erst kürzlich einen Artikel zum Faschismus veröffentlicht (2).

Die Antifaschisten einer Antifa-Organisation haben erst kürzlich drei Männer in Stuttgart krankenhausreif geschlagen, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Weil die Antifaschisten dort meinten, dass diese insgesamt fünf Männer einer rechten Organisation angehören sollen. Ich will das hier jetzt nicht ausbreiten, denn darum geht es mir gar nicht. Es geht mir darum, zu zeigen, mit welchen Mitteln die Antifaschisten der Antifa allerorts in Erscheinung treten, nämlich mit brutaler Gewalt. Wer sich zur Antifa bekennt, stellt sich nicht nur neben diese Gewalttäter, er oder sie zeigt damit auch auf, dass er oder sie Gewalt als legitimes Mittel von Meinungsauseinandersetzung hält. Als Politiker hingegen setzt sich ein solcher gleich als Vorbild über das Notwehrgesetz. Bevor die drei Männer zusammengeschlagen wurden, weil sie rechts oder sogar als Faschisten von der Antifa geframed wurden, brannten drei LKW nieder. Dass die Antifa von V-Leuten besetzt ist, und zwar genau so wie im Rahmen der Neofaschisten, halte ich für zwingend angebracht. Denn übergeordnet spielt man hier die Gesellschaft im Sinne des Teile und Herrsche-Spiels aus.

Als ich in Herford 2014 eine Rede für die Friedensbewegung hielt, störte die Antifa die Veranstaltung. Sie warfen ziemlich heftige Feuerwerkskörper und Böller in die Menge, in der Frauen mit Kleinkindern Eis aßen. Vier Mannschaftswagen der Polizei kamen und hielten die Antifa in Schach. Das war meine erste Begegnung mit der Antifa, die, als ich versuchte mit ihren Vertretern zu sprechen, mir versicherten, dass sie gegen mich und mein Nichtkampf-Prinzip nichts hätten, aber gegen andere Personen, die andere Sprecher an anderen Tagen dort erwähnten.

Ich beobachtete diese Gruppierung nun fortan ein paar Jahre und mir wurde diese Gruppierung immer suspekter und irrationaler. Heute bin ich der Auffassung, dass diese Gruppierung selbst sehr gewalttätig vorgeht und nur in den wenigsten Fällen wirklich gegen den weltweiten Faschismus vorgeht. Faschismus ist für die Mitglieder der Antifa die Mitte der Gesellschaft. Sie treten auf, wenn Frauen sich zusammentun und gegen Gewalt und Vergewaltigung demonstrieren und sie nennen solche Frauen dann Faschistinnen und Nazis, werfen Steine, blockieren die Wege, zünden Autos und sogar Firmen an, beschmieren Häuser und leben in einer Wahnvorstellung vor dem, was ich den echten Faschismus nenne. Bekommt man Aktivisten der Antifa vor die Kamera, so reden sie über Sachverhalte und sprechen eine Sprache, die ich im Besonderen nur aus meiner Arbeit mit Gewaltstraftätern kenne. Was sie im Übrigen für mich exakt auch darstellen, Gewalttäter im Sinne der klinischen Psychologie.

Einigung bei den Altparteien

Gewalt ist ein Ablenkungsmanöver von Menschen, eine Bewältigungs- bzw. Überlebensstrategie, die in ihrem Inneren völlig zerrissen und seelisch stark angeschlagen sind. Die Antifaschisten der Antifa, wohl auch in den USA, sind sehr einseitig über das informiert, was sie den Faschismus nennen. Solche Menschen gehen nicht systematisch vor, sie befriedigen mit ihren Aktionen kurzfristig den eigenen inneren Terror in sich selbst, der ganz andere Ursachen hat, als sie selbst erkennen können. Es gibt genügend Psychologen, die das schon öfters erklärt haben. Hans-Joachim Maaz, Franz Ruppert, Arno Grün oder auch Erich Fromm, aber auch andere haben den irrationalen Prozess dazu sehr gut beschrieben. So zum Beispiel auch Johann Galtung, die heilige Kuh der Linken, wenn es darum geht, all ihre Maßnahmen für den Frieden und gegen den Faschismus aufzufahren. Für mich jedoch steht ziemlich genau fest, dass sie dort im großen Stil etwas vollkommen falsch verstanden haben. Galtung ist mehr, als die strukturelle Gewalt an sich und das haben seine politischen Verfechter in ihren Sonntagsreden nicht angesprochen und in ihre Doktrinen noch nicht verinnerlicht.

Wird dieser Frame für die Antifaschisten benutzt? Ja, das wird er. Die großen Altparteien, also die CDU, die CSU und die SPD haben eine für sie geltende Einigung herausgearbeitet und unterschrieben (3), an die sie sich unisono auch halten. Egal auf welcher politischen Bühne und zu welchem politischen Zweck. Diese Einigung erklärt auch, wie es im Februar in Thüringen dazu kommen konnte, gegen einen von der AfD gewählten Ministerpräsidenten der FDP so forsch und einig, gegen demokratische Mehrheitsbeschlüsse, vorzugehen. In diesem Papier ist man sich darüber übereingekommen, dass man zusammen alles unternehmen werde, um die AfD und deren Mitglieder in allem was sie selbst betrifft, auszugrenzen und auf gar keinen Fall miteinzugliedern. Auch die Leitmedien halten sich daran und sind ihre Verbündeten im Spiel um die Machtverhältnisse, die sie alle auf gar keinen Fall irgendwie verändert sehen wollen. Veränderer, das sind für sie die braune Infektionskette der Verschwörer und Demonstranten für auch nur irgendwas. Vom normalen Wähler wird das gar nicht bemerkt. Und das hat große Auswirkungen, wenn man versteht, dass es sich dabei gar nicht um die Partei der AfD im Allgemeinen oder im Besonderen handelt, sondern es sich dabei um ein Komplott gegen alle handelt, die eine andere Gesellschaftsrichtung wollen.

Ablehnung der Demokratie

Und hier nun kommt die Antifa ins Spiel. Sie bekommt viele Gelder für ihre Aktionen, Fortbildungen und Unkosten, ohne die sie gar nichts bewirken könnte. Die Antifa dient damit diesen Parteien dazu, so lange wie möglich an den Trögen des Geldes und der Macht zu bleiben und die Verhältnisse einzufrieren. Frau Merkel ist der Kronzeuge dieser stagnierenden Verhältnisse. Solange sie kann und die Masse das alles nicht durchschaut, wird sie mit jeder Partei und jeder möglichen Konstellation Regierungsbündnisse schaffen, um ja nur an der Macht zu bleiben. Sollte sie unbeschadet, also ohne einen Coronauntersuchungsausschuss zu erleben, diesen ganzen Pandemieschwindel durchleben, dann wird sie, da gehe ich jede Wette ein, ihre fünfte Amtszeit als Kanzlerin in Anspruch nehmen. Mit den Stimmen aller Parteien, außer der AfD, wird Frau Merkel das schaffen und dieses Land komplett in den Ruin stürzen – unter dem Beifall aller etablierten Parteien und alle gehorsamen Opfer, die auf die Coronaimpfung warten und sich am, liebsten gleich zweimal impfen lassen wollen. Wer sich von den großen Politikern zur Antifa bekennt, der wird von ihnen in dem Sinne beschützt, dass sie sofort zur Stelle sind, wenn die Mitte der Gesellschaft eine Demo plant. Das geht nun schon sehr lange so. Die Wahl der AfD in den Bundestag, und zwar als ernst zu nehmende Partei, muss der Beginn dieser konzertierten Aktionen gewesen sein, sich zusammenzuschließen, die Machtfrage selbst zu beantwortet und gegen den künstlichen Feind vorzugehen. Man lehnt die Demokratie ab und will nur noch an der Macht bleiben. Dieser künstliche Feind ist nicht die AfD, es ist der Mensch der Mitte, der seine Freiheiten will und der es leid ist, sich bevormunden zu lassen von einem Staat, der immer korrupter und anfälliger wird für die selbst in Gang gesetzte Destabilisierung der gesamten Gesellschaft.

Der Mensch der Mitte weiß, dass es alle Möglichkeiten dazu gibt, in Frieden und Freiheit zu leben und er weiß, dass alle Formen dazu vorhanden sind, dies in den nächsten Generationen nicht abreißen zu lassen. Doch der Staat reißt unaufhörlich weiter ab, weil er Probleme benötigt, um seinen Anspruch auf Herrschaft aufrecht zu erhalten. Und dieser bröckelt unentwegt. Denn die meisten Menschen fragen sich, wieso denn der Staat fortwährend in einer für sie heilen Welt, Probleme herbeischafft, für soziale Unruhen sorgt, die man als Gesellschaft doch gar nicht benötigt, nicht braucht und deren Erzeugung nicht im Interesse der meisten Menschen liegt. Doch durch eben dieses herschaffen von unnötigen Problemen definieren sich die Gruppen, die meinen, sie müssten dadurch herrschen, damit die meisten Menschen nicht bemerken, dass man eben diese Gruppen gar nicht mehr qua Gesellschaft benötigt. Sie müssen in ihrer Unnötigkeit um ihre Existenz diese existenziellen Probleme immer wieder erschaffen, damit sie wenigstens als Retter dieser Probleme für die Mehrheit, als ihrer Herrscher erkannt, gewählt und umjubelt werden. Doch längst erkennen sehr viele Menschen aus der Mitte der Gesellschaft heraus, dass diese Probleme von eben denen konstruiert werden, die damit selbst das Übel der Gesellschaft darstellen. Kurzum, immer mehr Menschen durchschauen dieses Problem-Helfer-Spiel und empören sich darüber. Wie ein Kropf sind sie den Kräften der Gesellschaft über, die ohne sie, viel besser dran wäre und viel besser und fortschrittlicher ans Werk gehen könnte. Und wie zu allen Zeiten braucht der sich selbst gebündelte Kern dieser sich an der Macht bindenden Herrschaften einen Peitschenmeister und eine Peitschenmeisterei, damit der Einzelne in Angst und niederen Motiven den Retter seiner Leiden überhaupt als solchen auch wahrnimmt. Und dazu dient ihm das Werkzeug der Antifa, die selbst schon lange keine Antifaschisten mehr sind und auch nicht mehr, deren Zwecken tatsächlich untergeordnet ist.

Der Fuchs wechselt den Balg, nicht den Charakter

Der wahre Antifaschist handelt klug, weil er klug denkt und weil er nicht in die Schule eines Guido Knopp ging, sondern in die wahre antifaschistische Schule der Hannah Arendt gegangen ist. Ein echter Antifaschist weiß, dass Hitler und seine Schergen nicht den wahren Faschismus alleine repräsentieren. Er weiß, dass in der Banalität des Bösen, der Antipathie, nicht zu wissen, was der andere ist (4) seine Verführung liegt, der man nur selbst unterliegt und der kein anderer je vorsteht; das liegt in der eigenen Verantwortung, in der Selbsterkenntnis, dass der andere immer auch im eigenen Selbst zu spiegeln ist. Und dieser ist der Klub der Antifa längst verfallen. Nämlich sich dem anderen einfach überzuordnen, indem der andere zu einem Nichtmenschen konstruiert und erdacht wird. Arendt erkannte in diesem Prozess die alles entscheidende Handlungsoption, um einen Faschismus überhaupt in Gang zu setzen. Die Antifa dient heute dem neoliberalen Prinzip und ist von der Ideologie der Antideutschen längst eingenommen. Der Neoliberalismus ist eine Form des Korporatismus, der, wenn er nicht gestoppt wird, automatisch in einen Faschismus globalen Ausmaßes führen wird. Hierin müsste die Antifa ihr Feindmuster erkennen. Das aber tut sie nicht. Eher ist sie an der Zersetzung der Gesellschaft als Ganzes interessiert und unternimmt alles, damit die Zersetzung ordnungsgemäß geschieht.

Jährlich finden für die Antifaschisten der Antifa separierte Kongresse in allen möglichen Städten statt, in denen sie als Einzelne lernen, wie man im Umgang mit dem Feind vorgeht. Sozialtrainer bieten dort manchmal Sozialtrainings an und bilden fort in Sachen der eigenen Abschottung vor dem Feind, körperlich und verbal. Immer im Blickpunkt zum Feind steht der Satz: Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen! Man übt dort das Vorgehen, nach dem Muster der Faust, des Schlagstockes und findet auch Anleitungen dazu, wie man abschreckende Knaller baut und zündet. Gegen den Faschisten gilt nicht das Totschlagargument, sondern der Totschlag selbst. So hat die Antifa in der Internetplattform de.Indymedie.org (5) sich zu den Anschlägen am 16. Mai in Stuttgart, dem Event der Demo Querdenken 711, bekannt und in unfassbar niederen Beweggründen selbst zugegeben, an den Personen den Tatbestand des versuchten Totschlages begangen zu haben. Unnütz zu erwähnen, dass wer selbst mit den Mitteln seines Feindes den Feind zur Strecke bringen zu wollen, genau das damit repräsentiert, was nach eigenen Angaben den Feind definiert, ergo, selbst so genannt werden kann. Oder etwas banaler, wer Gewalt mit Gewalt vernichten will, der vergrößert damit das Gewaltpotenzial und trägt automatisch dazu bei, dass das zu lösende Problem damit größer, jedoch keineswegs kleiner wird. Wer das nicht glauben oder verstehen will, der sollte noch einmal seine Physikarbeiten aus der Sekundarstufe zwei zur Rate ziehen. Da steht das nämlich drin: Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik. Doch ist es ganz sicher erheblich einfacher, darin eine Verschwörungstheorie und damit einen Faschisten zu branden, als der Logik der Physik zu folgen, die einem damit unmissverständlich die eigenen Fehler der Ideologie aufzeigt. Eins und eins ergibt nun einmal zwei, doch für einen Antifaschisten der Antifa ergibt das eins.

Bomber Harris bomb again

Die Antifa-Gruppen verlassen sich auf Mittel der Destruktivität und sind dabei weder zimperlich, noch denken sie selbst über andere Motive und Strategien nach, dem Faschismus zu begegnen. Und das hat seinen Grund darin, dass man sie genau dazu benutzt. Sie decken förmlich den echten Faschismus der deutschen Regierung, ja sie marschieren überall dort auf, wo man Demos gegen die Kanzlerin oder gegen ihre Politik wahrnehmen will. Alle solche Demos sind für die Antifa Ereignisse von Faschisten und Nazis. Selbst wenn man Demos für die Grundrechte und das Grundgesetz organisiert, ist man für die Antifaschisten Nazipack, dass man am liebsten verprügeln will und sogar dazu aufruft, solche wegzuprügeln. Ein kluger Antifaschist wird keine Gewalt anwenden, denn seine intellektuellen Mittel reichen ihm völlig aus. Jetzt verhält es sich aber mit den Antifaschisten der Antifa so, dass sie in schierer Panik und Angst dem Faschisten gegenüberstehen. Dieser Menschenschlag, der in seiner Paranoia um den Faschisten gefangen ist und bleibt, ist genau der Typus, der gebraucht und selektiert wird für diejenigen, die in ihren Machtpositionen verharren wollen und niemand anderes neben sich dulden. Dieser Antifa-Rattenfänger pflegt Kontakte zu den Antideutschen. Antideutsche sind Menschen die eine Party feiern, wenn der Jahrestag der Zerstörung Dresdens durch die Luftwaffe der Alliierten alljährlich zum Gedenken an das Grauen der Opfer dieser schrecklichen Tage mahnt. Antideutsche rufen dann Bomber Harris, bomb again und meinen damit, dass bisher zu wenige Deutsche damals verbrannten und wollen am liebsten, dass die Bomberstaffel des Luftmarschall Sir Arthur Harris of the royal Air Force noch einmal über Dresden seine Brandbomben abwirft.

Der linke Schriftsteller Rolf Peter Sieferle nannte diesen Typus der Antifaschisten den dummen Linken. Mit dem dummen Linken meinte er auch den Aktivisten selbst, der sich der Antifa zugehörig erklärt und in seiner ihm eigenen und bestimmenden Naivität nicht bemerkt, dass er von der neoliberalen Agenda durchtränkt und missbraucht wird. Wahrlich, dumm genug muss man schon sein, um sich mit Schlagring, Schreckschusspistole und Schlagstock zu bewaffnen und freiwillig auf Jagd gegen den braunen Feind in großer Überzahl vorzugehen. Feige ist das allemal. In Stuttgart nahm man Tötungsabsichten in kauf (5) und bekannte sich sogar dazu. Damit dürfte jedem normal denkenden und normal lebenden Menschen klar sein, dass es sich dabei um einen terroristischen Akt und keinen antifaschistischen Akt handelt, der von der sozialen Gemeinschaft en Gros getragen ist. Denn die, die man fast totschlug, saßen ja nicht an den Hebeln irgendeiner in Deutschland sich etablierten faschistischen Machtzentrale und riefen das tausendjährige deutsche Reich noch einmal aus. Nein, diese wollten einfach zu einer Demo, die sich für das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland stark machen wollte und Solidarität dazu forderten. Mögen sie eine rechte Gesinnung haben, was keinen Grund rechtfertigt, sie allesamt totschlagen zu wollen. Denn zu rechts und rechtsextrem liegen Welten, so wie auch zwischen links und linksextrem Welten liegen. Diese fünf Männer hatten nicht vor, die 10.000 Demonstranten mit dem Gruß der Faschisten zu belästigen. Doch für die Antifa ist jeder ein Fascho, der auch nur irgendwie weiter rechts als links denkt und handelt. Und so läuft der Wahn in der Vorstellung dieser Leute dann ab und schon wird das Totschlagenwollen damit gerechtfertigt. In Wahrheit aber war es ein hinterhältiger brutaler Akt der Massengewalt, eine Orgie der Gewalt, eine terroristische Tat, eine freiwillige Massenhypnose der Destruktivität, ein Exzess der Gewalt in der Gruppe.

Steuergelder für die Antifa?

Noch im März 2020 forderte die Grünenpolitikerin und ehemalige Bundesministerin Renate Künast die Absegnung finanzieller Mittel und Förderung der Antifa in ganz Deutschland. Sie will es nicht mehr, dass die Antifa-Gruppen von Jahr zu Jahr Arbeitsverträge abschließen müssen, sie will endlich eine verlässliche, aus Steuergeldern sich ergebende Finanzierung der Antifa-Gruppen (6). Arbeitsverträge, die Antifa!? Die Sympathien der Politiker, fast aller Altparteien, Ausnahme dabei ist die FDP, für die Antifa ist ein an Heuchelei nicht zu überbietender Schachzug gegen alle anderen Meinungen und gegen alle Kritik der herrschenden Politikkasten. Sie bietet den Altparteien und denen, die noch nicht mit der Bundeskanzlerin koalieren konnten, ein übergreifendes Band der Einigkeit und des Schutzes aller Pfründe, die die jeweilige Position ihnen anbietet. Faschismus ist nicht nur eine Bündelung aller unter einen Hut der Interessen. Faschismus ist auch die höchste Form der Korruption. Was in der Politik der Faschismus ist, das ist in der Gruppenkriminalität die Mafia. Der Faschismus bietet den größtmöglichen Schutz vor dem Willen eines Volkes, welches heute den Fortschritt seiner Gesellschaft hin in eine friedliche Existenz mit seinen Nachbarn will. Da aber die politischen Außeninteressen viel mehr Sicherheiten bieten, sobald man in entsprechender Machtposition sitzt, benötigt man für die Stabilität solchen Anspruches starke Peitschen für all diejenigen, die diesen Unterschied der Lebenswelten nicht ersehnen oder nicht wahrnehmen und gutheißen können. Und um genau dazu einen Keil zu bilden, bedienen sie sich der Antifa, der dummen Linken, die vor Kraft und Verblendung nicht wissen, wie sie ihr Leben ohne den Wahn und die Angst vor dem großen Faschismus, der sich gerade allenortens formiert, hinbekommen. Der Faschist muss weg, denn schließlich ist er ja die Gebärmutter für den Teufel. Und wenn sie es nicht tun, so wird er über sie kommen und sie vernichten. Die Antifa, ein Haufen von Phobikern, benutzt von der Machtelite der klügeren Linken, der Grünen, der SPD, der CDU und der CSU. Und da auch die Antifa voller dummgehaltener Esel einer vor ihrer Nase gehaltenen Möhre hinterherrennen, gehorchen sie in diesem Land all denen, die an Demokratieabbau interessiert sind.

Leer kamen sie, leer gehen sie

Denn, das ist bloß meine Meinung, die Demokratie ist kein nachhaltiges Konzept für den Neoliberalismus. Seine Nützlichkeit, Effizienz und Verwertbarkeit hinsichtlich des Kapitals ist im Spiel um die Weltkrone durch das chinesische Konzept des Kapitals nicht länger konkurrenzfähig. Nutzlos und ineffizient sind all diejenigen, und sie werden immer mehr, die nichts mehr leisten können, also all diejenigen, die uns allen, so das Mantra des Neoliberalismus, quasi auf der Tasche liegen. Die Ideologie der Ungleichwertigkeit hat sich in den oberen Etagen der Gesellschaft längst verfestigt. Ein Rückzug aus der Solidargemeinschaft ist längst zur Ideologie oberer Etagen geworden. Menschenfeindlichkeit versus Menschheitsfamilie ist längst ein Trend, eine Überlebensstrategie auch bei denen, die sich die Menschheitsfamilie via Klassenkampf ins Hirn haben fräsen lassen. Diese Demokratieentleerung ist längst zur Identifikation dieser Gesellschaft geworden. Ihr Markenzeichen ist die völlige Vernichtung des Debattenraums: Es gibt nur noch die eine und richtige Meinung oder die Verschwörungstheoretiker, die sich vereinen lassen als braune Infektionskette, als die, die man als Feindbild einer braunen Suppe verortet, wenn man sich zugehörig erklärt zu der einzigen richtigen und rechtmäßigen Meinung. Was gerade als jüngstes Beispiel dieser neoliberalen Debattenlosigkeit vom Influenzer Rezo als „Jetzt zerstöre ich die Presse“, als intellektueller Infantilismus oder als intellektuelle Pubertät eines jungen Mannes daherkommt, der nach eigenen Angaben eine sechsstellige Summe auf seinen Konten feilbietet. Neoliberale Salonlinke mit an Infantilität nicht zu überbietenden Videoveröffentlichungen am laufenden Band auf der Titanic. Hauptsache, die Jukebox spielt, wenn ich was reinschmeiße, ansonsten finde ich die Antifa cool, denn diese schützt ja meine sechsstellige Summe, meine knapp 500.000 Euro, die ich mittels der Verblödungskultur, der Generation Head down bisher am Start habe. Ob solche geistlosen Gestalten jemals verstehen, was Jesus sagte: Leer kamen sie, leer gehen sie. Das Narrativ, dass sie vertreten ist das der Ablehnung von Wahrheit. Daher reden sie von der Wirklichkeit und beuten sie mit der Realität aus. Wahrheit aber ist etwas gänzlich anderes. Es ist das, weshalb Realität überhaupt entsteht und wirken kann. Schaut man die Quellen von Rezos neuem Pressezerstörungsvideo an, so bin ich nicht überrascht darüber, so viele Twitterlinks dort zu finden. Realität und Wirklichkeit, ja. Wahrheit hingegen sieht etwas anders aus. Aber lassen das lieber.

Ich bin kein Antifaschist der Antifa!

Der Lucifer-Effekt, das Milgrim-Experiment, der Solomon-Ash- Konformitäts-Experiment, das Blue Eyed-Rassismus-Experiment und die Schweigespirale der Meinungsbildung nach Noelle-Neumanns ganzer Gesellschaften sind die Hausaufgaben aller Antifaschisten, weltweit, um zu verstehen, mit welchen perfiden Tricks der Konsens der öffentlichen offiziellen Meinung nach Walter Lippmann herbeijongliert wird. Faschismus, so heißt es, ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Die Legitimation, die aus so einem Satz sich selbst gebiert, ist eine Steigerung des Satzes, Angriff ist die beste Verteidigung. Doch bleibt solchen falschen Legitimationsstrategien für deren Rechtfertigungsgründen, den anderen sofort und elementar als Feind und Zerstörungsgrund aller möglichen eigenen Lebensstrategien zu konstruieren, der wahre Grund ihrer Gewaltsucht verborgen, denen sich diese Opfer des Systems stets heimlich und versteckt selbst hingeben. Die Traumaerfahrung, selbst als unwerte Existenz gebrandmarkt zu sein. Und für diese selbst als unwerte Existenz erlebtes Trauma werden nun wiederum Opfer zur Wiedergutmachung des eigenen Leidens benötigt. Der Frame, ein Rechter ist ein Faschist, reicht völlig aus, um den inneren aufgestauten Terror auf eben solche Menschen zu projizieren. Wer Gewalt benötigt, um sein Elend zu rechtfertigen oder auf selbiges aufmerksam zu machen, der benötigt die Gewalt als Wiederholungshandlung, als eine Bewältigungsstrategie der inneren Wut, als Umlenkung auf etwas, das wenigstens kurzfristig Genugtuung verschafft. Doch die Opfer, die diese eigenen Gewalttaten benötigt haben sind nur Stellvertreter für den inneren Terror, den sie selbst nicht als solchen separat wahrnehmen können. Sie glauben, ihre Wut käme von denen, die sie Faschos oder Verschwörer nennen. Doch lenken sie ihren inneren Terror nur auf solche und erleben das in ihrem Inneren als von außen in sie eindringende Unmenschen, mit Absichten, die ihnen zuwider sind. Sie erleben dies im Gesamtgeschehen als einen Angriff gegen sie selbst, ja als einen versuchten Totschlag der Unmenschen, also müssen sie sich jetzt verteidigen und gehen nun in einen aufgezwungenen Angriff über, der alle Mittel kennt und keine Tabus. Arno Grün, ein Psychiater, mit denen sich Salonlinke gerne ablichten ließen, zu denen sie sich gerne in Shows gemeinsam ablichten, haben seine Psychologie nie wirklich verstanden. Fast geschlossen verhalten sie sich seiner Psychologie gegenüber konträr und erfolgreich widersprüchlich. Zum Abschluss möchte ich noch ein Buchtipp loswerden: Dialektik der Aufklärung, ein gutes Buch, für angehende Antifaschisten nur zu empfehlen.

Die größten Triumphe der Propaganda wurden nicht durch Handeln, sondern Unterlassen erreicht. Groß ist die Wahrheit, größer aber, vom praktischen Gesichtspunkt, ist das Verschweigen der Wahrheit. Aldous Huxley, brave new World, 1949.

Quellen:

(1) https://www.merkur.de/politik/saskia-esken-antifa-donald-trump-usa-twitter-spd-spoe-cdu-seehofer-gruene-antifaschisten-zr-13783388.html

(2) https://kenfm.de/tagesdosis-11-3-2020-ich-sag-euch-der-faschismus-kommt-wieder/

(3) https://www.youtube.com/watch?v=M_l–uc7dio&feature=youtu.be

(4) https://www.youtube.com/watch?v=d7AnpetmA0c

(5) https://de.indymedia.org/node/84673

(6) https://www.youtube.com/watch?v=7TSWcRtHC10

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildquelle: sun ok / shutterstock

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