Ideologiefrei – Wider den konstruierten Zwangsgemeinschaften

Echte Gemeinschaften lassen sich nicht „von oben“ verordnen, sondern müssen sich „von unten“ entwickeln. Das gilt auch für Europa.

Von Deborah Ryszka und Gunther Sosna.

Die Nationalstaaten verordneten ihrer Bevölkerung das Gefühl von Gemeinschaft in Gestalt von Staatskonstruktionen, deren Konkurrenzdenken in zwei Weltkriegen mündete. Seit dieser Zeit wird den Menschen ein vereintes Europa als Ideal einer friedlichen Gemeinschaft vermittelt. Es bleibt eine Utopie.

Bis heute wird weitgehend ausgeblendet, dass sich stabile Gemeinschaften nicht „von oben“ als Zwangsgemeinschaften verordnen lassen, sondern sich „von unten“ durch Kooperation entwickeln. Deswegen muss es Aufgabe des Staates sein, Bedingungen für das Gelingen von Gemeinschaften zu schaffen, und nicht diese zu entwerfen, weil ihm dazu schlicht die Fähigkeit fehlt.

Das runde Märchen

Sommer, 2006. Fußball-Weltmeisterschaft. Deutschland schwimmt in einem schwarz-rot-goldenen Meer von Fahnen. Es scheint wie der Ausbruch aus einer jahrzehntelangen Patriotismusstarre. Nationalstolz, Ekstase und Gemeinschaft so weit das Auge reicht. Statt eines wilden „Sommers der Liebe“ wie 1969 in Woodstock, erlebt die Nation ein rundes „Sommermärchen“ mit „Friede, Freude, Fußballkuchen“.

Viele empfanden die Zeit der WM als Hochstunde eines wiedergefundenen deutschen Patriotismus. Ist das wirklich so? Brachte 2006 ein neues-altes Gemeinschaftsgefühl? Umgab das „Sommermärchen“ ein einheitsstiftendes Momentum? Nein. Sechs Wochen Fußball reichen vielleicht, um ein oberflächliches Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, aber nicht, um echte Gemeinschaft hervorzurufen. Dazu gehört weit mehr als ein rundes Leder, Fahnen und Dosenbier.

Das utopische Ziel der Gesellschaft, Gemeinschaft zu sein

Die Einbettung in Gemeinschaft ist ein soziales Grundbedürfnis. Die Aussicht auf Erfüllung des Wunsches nach Gemeinschaft wirkt somit verführend. Im Politischen durch das Andocken an eine politische Gruppierung inklusive Ideologie. Doch weder die rechte Ecke, mit ihrer Betonung des Nationalismus, noch die linke Ecke, die Gemeinschaft im Internationalismus verspricht oder die Mitte, die heute mit der Vision eines vereinten Europas lockt, können den Wunsch erfüllen.

Folgt man der Gemeinschaftsdefinition des Sozialtheoretikers Zygmunt Bauman [1] streben die unterschiedlichen Lager das gleiche Ziel an:

„Gemeinschaft – das Wort ist uns zum Synonym für ein verlorenes Paradies geworden, in das wir eines Tages zurückzukehren hoffen, und so suchen wir fieberhaft nach dem Weg dort hin.“
Das „rechte Projekt“, das die Ausgrenzung anderer Menschen über kulturelle Unterschiede betont – wir und die anderen – und den Nationalstaat propagiert, kommt der Gemeinschaft, zumindest oberflächlich gesehen, am nächsten. Aber warum nur auf den ersten Blick? Nach einer weiteren Definition Baumans ist eine Gemeinschaft nur so lange Gemeinschaft,
  • (1) wie sie sich von anderen Gruppen ausgrenzt,
  • (2) klein ist (für alle Mitglieder überschaubar) und
  • (3) autark ist (Ermöglichung des menschlichen Handelns in Gesellschaft).

Per definitionem schließt der Begriff der Gemeinschaft einen Nationalstaat wie auch die Vision einer „Europäische Union“ (EU) aus, weil beide zwar ausgrenzen, aber weder überschaubar sind, noch Autarkie bieten. Die EU ist somit als Konstrukt objektiv nicht imstande, die Lücke von Gemeinschaft und Gemeinschaftsgefühl zu füllen – weder gestern, noch heute oder morgen.

Gemeinschaftsbildung „von oben“ ist nicht stabil

Staatsgebilde, in denen Millionen Menschen zusammen leben, sind durch die Definition der Gemeinschaft nicht abzudecken. In der Rechtskonstruktion „Staat“ besteht die große Herausforderung des herrschenden Regimes darin, dem Staatsvolk, also den der Konstruktion zugerechneten Subjekten, die in der Regel in „echte“ Gemeinschaften wie zum Beispiel Familie, Freundeskreise, Nachbarschaften oder eben Fußballmannschaften eingebunden sind, zu vermitteln, dass innerhalb der politischen Konstruktion Überschaubarkeit, Abgrenzung – gegenüber anderen Völkern – und Autarkie gegeben seien, somit eine Staatsgemeinschaft existieren würde.

Um diese Verformung der Realitäten zu vollenden, sind Kunstgriffe notwendig, die eine Gemeinschaft im Sinne einer staatlichen oder nationalen Gemeinschaft suggerieren, ohne aber den definitorischen Anspruch an Gemeinschaft real zu erfüllen. Hierzu gehören vor allem Verweise auf eine gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Kultur, einen gemeinsamen Glauben, gemeinsame Werte und gemeinsame Feinde.

Ein Beispiel für eine von „oben“ verordnete Nationalstaatsgründung, die eine Gemeinschaft abbilden sollte, liefert das Königreich Italien. Es entstand 1861 auf dem heutigen Gebiet der Republica Italiana als Folge der Vereinigung ursprünglich eigenstaatlicher Fürstentümer und Regionen. Diesem Prozess gingen mehrere revolutionäre Erhebungen und die Italienischen Unabhängigkeitskriege voran.

Der neue Nationalstaat, der sich nach seiner Ausrufung als konstitutionelle Monarchie begründete, stürzte sich schnurstracks ins blutige Weltgeschehen. Das Königreich nahm am Raubzug zur Kolonialisierung Afrikas teil, kämpfte mit dem Osmanischen Reich um die Herrschaft in Libyen und beteiligte sich an beiden Weltkriegen. Im Juni 1946 war der Spuk vorbei und die Italienische Republik wurde ausgerufen. Und auch wenn sich der Nationalstaat Italien in der Gegenwart anschickt, sich gegenüber Flüchtlingen und Migranten abzuschotten, so existiert bis heute in der Bevölkerung kein wirkliches Interesse für Italien als Italien. Vielmehr verstehen sich die Neapolitaner als Neapolitaner, Venezianer als Venezianer und Römer als Römer.

Der „gemeinsame Feind“ schafft nur eine Anlaß-Gemeinschaft

Was ist mit den gemeinsamen, moralischen Werten, die die Regierungen im „freien Westen“ propagieren? Die unantastbare Würde des Menschen beispielsweise oder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, sind in Artikel und Paragrafen gegossen. Diese lassen Raum für Interpretation. Die Worthülsen werden biegsam und je nach Interessenlage verbogen. Ein Beispiel liefert der Handel mit und der Verkauf von Kriegsgerät. Nicht moralische, sondern materielle Werte sind hier handlungsleitend.

Die moralischen Werte wurden in der politischen Debatte derartig strapaziert, dass der Verweis auf sie die sinnstiftende Wirkung verloren hat. Deswegen müssen andere Ziele her, um „den Laden“ im Inneren zusammenzuhalten.

Der Psychologe Muzafer Sherif konnte schon 1954 mit seinem bekannten Ferienlagerexperiment [2] nachweisen, das gemeinsame Ziele zwischen unterschiedlichen Gemeinschaften Frieden stiften.

Es ist keine Überraschung, dass trotz der Erfahrung zweier Weltkriege extern nach „gemeinsamen“ Feinden gesucht wird, die die „Retorten-Gemeinschaften“ bedrohen würden. Fast 20 Jahre nach 9/11 reicht der internationale Terrorismus und der gemeinsame „Krieg gegen den Terror“, dem Hunderttausende Unschuldiger zum Opfer gefallen sind, nicht mehr aus. Selbst wenn terroristische Gruppen außerhalb ihres Aktionsbereichs operieren, so verfolgen sie in erster Linie staatsinterne beziehungsweise auf ein bestimmtes Territorium begrenzte Ziele.

Als Trumpf wurde die Religionskarte gespielt. Es wird ein internationaler islamistischer Terrorismus unterstellt, wodurch der Islam per se diskreditiert wurde. Dieser Versuch erweist sich als untauglich im Angesicht der Kriege um Ressourcen und strategischen Einfluss, die mit Billigung oder unter direkter beziehungsweise indirekter Beteiligung westlicher Staaten unter anderem im Nahen Osten geführt werden. Eine offensiv-ablehnende Haltung gegenüber Russland und den USA bleibt auf dem europäischen Kontinent als Ausweg – China ist geografisch und gedanklich zu weit entfernt.

Verkrusten, isolieren, zerbrechen

Um aus den bisherigen Nationalstaatskonstruktionen auszubrechen und einen „moralisch sauberen“ neuen Superstaat Europa zu zimmern, müssen Attribute betont werden, die jeder Mensch gerne in Anspruch nimmt: Wohlstand, Sicherheit und Friedfertigkeit. Daraus ergibt sich, dass an anderen Orten soziale Unsicherheit und vor allem Aggressivität warten. Wohlstand, so die Logik, gibt es nur im Paket mit Armut, Sicherheit nur bei vorhandener Unsicherheit und Friedfertigkeit ist lediglich dann gegeben, wenn Krieg und Gewalt als Spiegel dienen.

Dies passt wiederum ins Verständnis von homogenen Gemeinschaften. In ihnen entspringt weder das Bedürfnis nach externer Kritik noch nach Reflexion noch nach Experimenten. Somit verkrusten die Denk- und Sichtweisen zunehmend. Das hat Konsequenzen. Sobald zum Beispiel neue soziale Verhaltensmuster auftreten, die in der Gesellschaft als nützlich erkannt und angenommen werden, und diese somit verändern, wird die homogene Gemeinschaft nicht durch Anpassung reagieren, sondern mit Widerstand, da sie zum Wandel kaum mehr fähig ist. Sie wird sich weiter isolieren und letztlich zerbrechen (siehe Bauman, 2009).

Somit offenbart sich ein grundsätzliches Missverständnis, was ein Staat überhaupt mit Gemeinschaft zu tun hat – er hat nichts mit Gemeinschaft zu tun.

Das Staatsgebilde ist die Ausformung einer Klassengesellschaft, in der die Macht- und Herrschaftsverhältnisse klar verteilt sind: wenige Individuen, die in der Gegenwart die Masse des Besitzes über Finanzunternehmen, Konzerne, Vermögens- und Immobilienverwaltungen auf sich vereinigen, herrschen über viele andere. Auch die politische Beteiligung, die sich final in Wahlen kanalisiert, ändert nichts an der Trennung. Die im großen Stil vorangetriebene Privatisierung von Gemeineigentum ist ein untrüglicher Indikator.

Konkurrenzdenken schadet dem friedlichen Nebeneinander unterschiedlicher Gemeinschaften

Der moderne Staat, der das Konkurrenzdenken nicht nur zwischen den Völkern betont, sondern die Individuen in Wettbewerb stellt – und damit die Aggressivität zwischen den Menschen fördert –, lässt sich durchaus mit einer Wiese vergleichen, auf der zahllose bunte Milchkühe in vielen kleinen Gruppen zusammenstehen. Wie im Politischen, zum Beispiel bei den extremen linken oder rechten Gruppierungen, weichen deren Ansprüche und Ziele teilweise eklatant voneinander ab. Was die Gruppen im Inneren zusammenhält, sind eigene, die Gemeinschaften beseelende Ideologien. Nach Außen wird nach Abgrenzung gestrebt, folglich „die anderen“ Gruppierungen bekämpft.

Der Besitzer der wettbewerbsorientierten Wiese – in der Realität multinationale Konzerne, die in die Politik einsickern und die Gemeinschaften auflösen – steht derweilen am Zaun und beobachtet das Geschehen. Dabei ist er darauf bedacht, dass die einzelnen Gruppen in ihrem Wirkungsgrad überschaubar und somit jederzeit kontrollierbar bleiben. Kommt es durch ein übergeordnetes Ziel zu einer Annäherung der Gruppen, wodurch die Wettbewerbssituation aufgehoben wird, so wie es aktuell bei den Gelbwesten in Frankreich zu beobachten ist, werden die herrschenden Verhältnisse infrage gestellt.

Entsprechend kann sich das Verständnis vom Staat als Gemeinschaft nur auf einen bestimmten Ausschnitt aller gesellschaftlichen Gruppen beziehen, nämlich auf jenen, der die größten Übereinstimmungen in vor allem politischen und sozialen Fragen aufweist. Das setzt wiederum voraus, sich gegenüber den intranationalen Extremen abzugrenzen, um als Gemeinschaft zu existieren. Somit wird die Idee von Nation und/oder Staat als Gemeinschaft aller Subjekte ad absurdum geführt.

Der Staat strebt nach traditionaler Herrschaft

Als Konzentrat bleibt zuerst die Feststellung, dass moderne Staaten, nicht nur in Europa, politische Gewaltgebilde sind (vgl. Max Weber), deren Ursprünge auf Kriegerkasten und die manipulative Kraft von Priestern und Tempeln zurückgehen [3]. Sie bildeten sich mit den Zivilisationen heraus, verbündeten sich – je nach Notwendigkeit – mit anderen Machtgruppen oder bekämpften sie.

In der historischen Dimension der Staatenbildung lässt sich dies an unzähligen Kreuz- und Raubzügen, Glaubens-, Kolonial-, Eroberungs- und Vereinigungskriegen, Annektionen und Einverleibungen durch diplomatische Handlungen nachvollziehen.

Einigkeit bestand bei den rivalisierenden Gruppen immer darin, das gemeine Volk von der Macht fernzuhalten. Die Basis des Seins heutiger europäischer Nationalstaaten ist also die Verfestigung von althergebrachten Besitz- und Machtverhältnissen, deren Ursprung Gewalt ist. Diese wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht eingestellt, sondern die kriegerischen Handlungen wurden „outgesourct“ vorzugsweise nach Afrika und Indochina.

„Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“ (Max Weber, Soziologe)[4]

Die staatliche legale Herrschaft, ein Gemisch aus Bürokratie und richterlicher Gewalt (Rechtspflege), die vor allem auf Verträgen beruht, die von den Beherrschten, wie aber auch von den Herrschenden eingehalten werden sollen, beginnt zu bröckeln.

Es ist zu erkennen, dass sich im politischen wie auch im gesellschaftlichen Raum die Herrschaft vom Recht entfernt, während das beherrschte Staatsvolk und seine Repräsentanten dem Recht mehr und mehr ausgeliefert sind. (vgl. Fritz R. Glunk, Regieren ohne Regierung).

Als Folge erfährt die legale Herrschaft immer weniger Unterstützung aus der Bevölkerung, was in zwingender Konsequenz zum Entzug der Legitimation und damit zum Ende der Herrschaft führt. Diese, sofern sie ihren Herrschaftsanspruch durchsetzen will, wandelt sich in einer Übergangsphase zur Tyrannei. Deren einzige Legitimation ist die Gewalt. Diese wiederum wird in Form von Revolutionen und Aufständen bekämpft.
Daher suchen Staaten vielfach nach Wegen, um die legale Herrschaft in traditionale Herrschaft zu überführen. Es gilt, die eigene Existenz als notwendige, weil Gemeinschaft ermöglichende, Konstruktion zu rechtfertigen. Fällt dieses Momentum aus, würde die Herrschaft noch mehr infrage gestellt.

Herrschaft aus Tradition speist ihre Legitimation aus dem Glauben der Beherrschten an eine Ordnung, die schon immer gegeben war und der daher gehorcht, also Legitimation erteilt werden müsse. Eine solche Gesellschaftsform, ähnlich der feudalistischen des europäischen Mittelalters, spaltet sich auf. Die dann gegebene Konstellation kann keine Gemeinschaft im Sinne der eingangs genannten Definition abbilden. Das Gemeinschaftsgefühl entfällt völlig: Der Herrscher wird zum Herren, die Beherrschten zu Untertanen.

Anlaß-Gemeinschaften erfüllen nicht die Aufgaben echter Gemeinschaften

Doch das Gemeinschaftsgefühl gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Der humanistische Psychologe Abraham Maslow [5] spricht von einem Liebes- bzw. Zugehörigkeitsbedürfnis, deren Erfüllung – in Kombination mit anderen Bedürfnissen – das Subjekt erst zum Subjekt macht. Doch um Gemeinschaften beizutreten, bedarf es erstmals welcher. Dies ist im Moment das eigentliche Problem: Es mangelt an verfestigten Gemeinschaftsformen. Und der Wille zum Exzess ist das Resultat fehlender echter Gemeinschaften.

In einer durch Mobilität, Flexibilität und Globalisierung veränderten Lebenswirklichkeit zersprengen traditionelle Gemeinschaftsformen wie Familie oder Nachbarschaft; gleichzeitig sucht und schafft sich das Subjekt neue Ersatzgemeinschaften. Der Nachteil: das Subjekt geht überwiegend Anlaß-Gemeinschaften (vgl. Bauman, 2009) ein, um eine „kollektive Absicherung gegen individuell erlebte Verunsicherungen“ zu erhalten.

Die Großstadt ist so eine Form von Anlaß-Gemeinschaft: künstliche, oberflächliche Bindungen, wie zwischen Igeln, bei denen die Stacheln wirkliche Nähe verhindern. Doch das durch die „Stacheldistanz“ hervorgebrachte unbefriedigende Gemeinschaftsgefühl erzeugt im Subjekt eine Spannung, die es versucht aufzulösen. Dies geschieht auf zweierlei Art:

  • (1) Rückzug ins Private.
  • (2) Angriff in die Öffentlichkeit.

Was beide Weisen vereint, ist der „Wille zum Exzess“. Der homo apathicus zieht sich verstärkend in das Private zurück, um sein Liebesbedürfnis zu verwirklichen. Warum? Die Gesellschaft erschwert seine Realisierungsformen als Paar, Familie oder Nachbarschaft, die mit der Steigerungslogik einer Leistungsgesellschaft zunehmend konfligieren, also in Konflikt geraten. Deswegen haftet dem Rückzug, als Ablehnung der Gesellschaft, etwas Exzessives an, weil es einen exzessiven Willen zum Mensch-Sein darstellt.

Der homo hyperactivus hingegen arrangiert sich mit der gesellschaftlichen Logik und seinem Unmensch-Sein. Er ist ein Kosmopolit, der in einer „gemeinschaftsfreien Zone“ (vgl. Bauman, 2009) lebt und Anlaß-Gemeinschaften eingeht. Sein „Wille zum Exzess“, als exzessive Affirmation gesellschaftlicher Verhältnisse verstanden, äußert sich in unruhigen, zerstreuten und grenzenlosen Verhaltensweisen – sei es als Workaholic, als Adrenalinjunkie oder als Sportfanatiker.

Ohnmacht stellt die Grundstimmung beider Charaktertypen dar, also des homo apathicus und des homo hyperactivus. Der „Wille zum Exzess“ ist eine Möglichkeit des Subjekts der Ohnmacht im Rahmen seines Möglichen zu entfliehen. Doch ist es damit getan? Findet das Subjekt auf eigene Faust das verlorene Paradies der Gemeinschaft?

Auf eigene Faust sicherlich nicht. Bedingungen einer materiellen Gleichheit und zur Selbstbestimmung kann das Subjekt nicht beeinflussen.

Es ist Zeit, Bedingungen für Gemeinschaft zu schaffen

Deswegen gibt es den Berufspolitiker und das Gesetz. Oder in den Worten Zygmunt Baumans:

„Die beiden Dinge, für die eine Gemeinschaft sorgen müsste, um die Pathologie unserer atomisierten Gesellschaft direkt entgegenzuwirken sind die Gleichheit der Ressourcen ohne die sich die Ohnmacht von Individuen de jure nicht von der Selbstbestimmung von Individuen de facto umwandeln lässt, und die kollektive Absicherung gegen individuelle Defizite und Schicksalsschläge.“

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, doch die Zukunft lässt sich positiv gestalten – auch unter widrigen Umständen. Vorausgesetzt es findet ein Wechsel von der Konkurrenz zur Kooperation statt.


Literaturhinweise

Zygmunt Bauman: Gemeinschaften. Frankfurt a. M.: Suhrkamp (2009).
Abraham Harold Maslow: Motivation und Persönlichkeit. Olten und Freiburg i. B.: Walter (1977).
Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft (1922).


Quellen und Anmerkungen

[1] Zygmunt Bauman (1925-2017) war ein polnisch-britischer Soziologe und einer der profiliertesten Sozialtheoretiker. Bauman setzte sich unter anderem mit der Macht in der Postmoderne auseinander. Diese bewege sich mit der Geschwindigkeit elektronischer Signale. Sie sei daher schwer greifbar, exterritorial und physisch unabhängig. Macht rinnt im Sinne von Bauman daher durch Raum und Zeit. Sie würde sich vor allem nicht an die nationalen Grenzen halten, die in der Moderne durch Grenzkontrollen und Kriege zwischen den Machtblöcken verteidigt wurden.

[2] Muzafer Sherif (1906-1988) war ein türkischer Sozialpsychologe. Er wurde bekannt durch seine Forschungen zum sozialen Einfluss und Konflikten innerhalb und zwischen Gruppen. Mit seinem Ferienlagerexperiment konnte Sherif nachweisen, dass es zum Abbauen von Stereotypen nicht ausreicht, Kontakt zwischen verschiedenen Gruppen herzustellen, sondern es insbesondere notwendig ist, gemeinsame Ziele anzustreben und diese durch aktive Zusammenarbeit zu verfolgen.

[3] Dr. Reinhard Paulsen: Staatenbildung, Zivilisation und das Recht des Stärkeren.

[4] Max Weber (1864-1920) war ein deutscher Nationalökonom und Soziologe. Weber beeinflusste mit seinen Theorien vor allem die Wirtschafts-, Herrschafts- und Religionssoziologie. Bekannt sind zum Beispiel seine Unterscheidung von Gesinnungs- und Verantwortungsethik sowie das Prinzip der „Werturteilsfreiheit“. In der Wissenschaftstheorie wird unter der Anforderung nach Wertfreiheit verstanden, dass die Wahrheit eines Satzes unabhängig von seinem Gehalt beurteilt werden soll. Aussagen sollen nicht nur deshalb für richtig gehalten werden, weil sie dem eigenen Wertsystem aus Meinungen, Vorstellungen, Ideen und Idealen entsprechen, aber auch nicht als falsch gelten, weil sie dem eigenen Wertsystem eben nicht entsprechen. Weber vertrat die Position, dass Wissenschaftliche Theorien das Ziel verfolge, Fakten in der Welt zu beschreiben. Dafür seien Werturteile unerheblich. Um die Frage „Was ist in der Welt der Fall?“ zu beantworten, wäre eine Beantwortung der Frage „Was sollte in der Welt der Fall sein?“ irrelevant. Weber gilt als einer der Klassiker der Soziologie und der Kultur- und Sozialwissenschaften.

[5] Abraham Harold Maslow (1908-1970) war ein US-amerikanischer Psychologe. Er wurde bekannt durch die nach ihm benannte Bedürfnispyramide. Maslow differenziert zwischen Defizitmotiven, die einem Zustand des Mangels entspringen und Wachstumsmotiven, die auf eine Selbstvervollkommnung des Subjekts zielen. Diese Vollkommenheit kann erst erreicht werden, sofern die Defizitmotive bestehend aus (1) physiologischen Bedürfnissen, (2) Sicherheitsbedürfnissen, (3) Liebesbedürfnis und (4) Wertschätzungsbedürfnis erfüllt werden.

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Dieser Artikel erschien am 22.1.2019 auf www.neue-debatte.com

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3 Kommentare zu: “Ideologiefrei – Wider den konstruierten Zwangsgemeinschaften

  1. Es ist wie immer:

    Alles, was wirklich gelingen kann, muß letztendlich einer Ehrlichkeit, Freiwilligkeit und einer Liebe zur Sache entspringen.

    Man erkennt dies auch schön ab Berufsbild eines ehrlichen Handwerkes, der das liebt was er tut, es gerne macht, deshalb gut macht, Anderen nützt und Menschen nicht übervorteilt.

    • @ Apropos : Ideologiefrei

      Bei den gegenwärtigen POLIZEI-Kontrollen auf Deutschlands Straßen merke ich von der Ideologiefreiheit aber rein gar nichts …

      Polizist : „Guten Tag, allgemeine Verkehrskontrolle.“

      Klima-Leugner : „Bin ich zu schnell gefahren, Herr Wachtmeister?“

      Polizist : „Nein! Wir haben Sie wegen der Aufkleber an Ihrem Fahrzeug angehalten.“

      Klima-Leugner : „Aha! Ja dann!“

      Polizist : „Steigen Sie mal bitte aus!“

      Klima-Leugner : „Und jetzt?“

      Polizist : „Schauen Sie mal auf Ihre Fahrertür und lesen Sie laut vor!“

      Klima-Leugner : „Stoppt den CO2-Hunger der Pflanzen!“

      Polizist verschränkt seine Arme

      Klima-Leugner : „Meinen Sie den Aufkleber, Herr Wachtmeister?“

      Polizist : „Jaha, den meine ich.“

      Klima-Leugner : „Möchten Sie davon auch ein paar Exemplare haben?“, und griff in die Ablage der Fahrertür.

      Polizist : „Nein, den will ich nicht!“

      Klima-Leugner : „Ok, wie Sie meinen, dann zeige ich Ihnen einen anderen. Kommen Sie mal bitte mit, Herr Wachtmeister“, und schritt zur Motorhaube.

      Polizist völlig sprachlos

      Klima-Leugner : „Wie wäre es mit dem hier? ‚Eisbären leben nicht vom Eislutschen‘, und zeigte auf ein Airbrush-Motiv mit einem niedlichen Eisbären, der einsam auf einer kleinen Eisscholle steht.

      Polizist starrt völlig fassungslos auf die Motorhaube

      Klima-Leugner : „Wollen Sie auch das Airbrush-Motiv auf der Motorhaube haben, Herr Wachtmeister?“, und ging zum POLIZEI-Wagen ´rüber.

      Polizist kämpft schon mit den Tränen

      Klima-Leugner : „Ist doch kein Grund zu weinen, Herr Wachtmeister. Wir werden schon noch ein freies Plätzchen auf der Motorhaube Ihres POLIZEI-Wagens finden, ich kenne da eine fähige Lackiererei.“

      Polizist bekommt nun Schweißperlen auf der Stirn

      Klima-Leugner : „Als ich die Motive und Aufkleber zum ersten Mal gesehen hatte, habe ich auch, wie Sie geschwitzt, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Schluß jetzt mit dem Blödsinn! Sagen Sie mal oder sind Sie vielleicht ein Klima-Leugner?“

      Klima-Leugner : „Was ist denn ein Klima-Leugner, Herr Wachtmeister?“

      Polizist : „Ein Klima-Leugner ist jemand, der leugnet, daß es eine menschenverursachte Erderwärmung gibt.“

      Klima-Leugner : „Wenn es eine menschenverursachte Erderwärmung gäbe, warum fahren Sie dann mit Winterreifen und Schneeketten herum, Herr Wachtmeister?“

      Polizist : „Das weiß ich auch nicht. Wir machen das hier alle so, als Folge der menschenbedingten Erderwärmung.“

      Klima-Leugner : „Das ist keine Folge der vermeintlichen menschenbedingten Erderwärmung, sondern das nannte man früher einmal Winter, Herr Wachtmeister!“

      Polizist : „Meinen Sie wirklich?“

      Klima-Leugner : „Ganz bestimmt, Herr Wachtmeister!“

      Polizist : „Aber der Meerespiegel steigt schon bedrohlich an!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, die Plattentektonik senkt sich nur an einigen Stellen, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Das Eis in der Antarktis bricht schon!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, die Eismassen wachsen über den Festlandsockel hinaus und brechen wegen fehlender Statik ins Meer, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Die Meere versauern aber schon!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, der pH-Wert ist doch nur von 8,2 auf 8,1 gefallen. Sauer gilt erst ab einem Wert von unter 7,0“

      Polizist : „Es gibt eine Wüstenausdehnung!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, es gibt eine Savannenausdehnung, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Und je höher die CO2-Konzentration in der Luft, desto höher die globale Durchschnittstemperatur!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, das ist nur eine Scheinkorrelation und kein Kausalzusammenhang, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Es gibt doch noch den gefährlichen Treibhaus-Effekt!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, es gibt keinen Treibhaus-Effekt in der Atmosphäre, denn dort können sich warme und kalte Luftmassen frei bewegen und vermischen durch Konvektion und atmosphärische Zirkulation ganz im Gegensatz zu einem Gewächshaus, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Und wer hat dann den ganzen Blödsinn vom Treibhaus-Effekt in die Welt gesetzt?“

      Klima-Leugner : „Als Erfinder des Treibhaus-Effektes unter anderen gelten Fourier und Arrhenius im 19. Jahrhundert. Danach sollte eine in 6 Kilometer Höhe gefrorene CO2-Schicht eine ‚Abdachung‘ bilden, die einen Wärmetausch angeblich verhindere. Doch in 6 Kilometer Höhe beträgt die Lufttemperatur etwa –10°C. Für gefrorenes, also festes CO2 wäre hier eine starke Erhöhung des Luftdruckes nötig. Doch mit steigender Höhe nimmt der Luftdruck aber ab und das alles funktioniert folglich so nicht, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „In den Schulbüchern wird aber oft behauptet, daß die langwellige Wärmerückstrahlung der Sonne vom Boden auf ihrem Rückweg ins Weltall die Treibhausgase nicht durchdringen könnten und es deswegen immer wärmer würde.“

      Klima-Leugner : „Aber nein, Luft im Gewächshaus kann man einsperren, aber keine Strahlung, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Die globale Durchschnittstemperatur steigt aber bedrohlich an!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, der IPCC hat die Orte mit den kalten Werten einfach aus der Berechnung ersatzlos gestrichen, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Dann ist es auch kein Wunder, daß es rechnerisch wärmer wird, wenn die, die kalten Stationen nicht berücksichtigen wollen!“

      Klima-Leugner : „Es ist sogar noch viel schlimmer, als das, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Jetzt wollen Sie mich aber auf dem Arm nehmen!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, die stehen vor einem Rätsel, weil die tatsächlichen Temperaturen seit über 15 Jahren nicht mehr ansteigen. Das Klimamodell in deren Computern ist möglicherweise falsch und taugt nichts für die Vorhersage. Vermutlich haben sie die Sonne in ihre Berechnungen nicht mit einbezogen.“

      Polizist : „Die Experten beim IPCC werden schon wissen was sie tun!“

      Klima-Leugner : „Aber nein, beim IPCC gibt es keine Experten. Der IPCC ist nur ein politisches Gremium, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Wollen Sie behaupten, daß alle Experten korrupt sind?“

      Klima-Leugner : „Aber nein, nur wer korrupt ist, kann beim IPCC auch Experte werden, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Müssen Sie mir immer widersprechen?“

      Klima-Leugner : „Ich widerspreche nicht, ich korrigiere, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Woher haben Sie nur all die Informationen?“

      Klima-Leugner : „Ich war vor ein paar Monaten auf einer Vorlesung des Klimatologen Prof. Dr. Werner Kirstein, Herr Wachtmeister.“

      Polizist : „Also, dann gibt es höchstens eine politische Erderwärmung?“

      Klima-Leugner : „Der Professor nennt es eine politogene Erderwärmung.“

      Polizist kratzt sich am Schädel

      Polizist : „Der Mensch baut doch Treibhäuser, weil es den Treibhaus-Effekt in der freien Natur nicht gibt. Und der Landwirt hat das Treibhaus so genannt, weil seine Pflanzen-Zöglinge bei erhöhter Temperatur und optional zugeführtem CO2 schneller wachsen oder?“

      Klima-Leugner : „So ist es! Und die CO2-Klima-Erwärmungs-Sekten-Zöglinge hatten gedacht, daß ihre CO2-Zertifikate an der Börse schneller gedeihen bei optional herbei gelogener Erderwärmung infolge CO2-Emission, Herr Wachtmeister.“

      Polizist bekommt plötzlich Ohren, so groß, wie Rhababar-Blätter

      Polizist : „Joar! Früher oder später mußte es ja irgendwie ´rauskommen.“

      Klima-Leugner : „Wissen Sie was Herr Wachtmeister, ich lade Sie jetzt zu einem heissen Kakao ein, ich glaube wir müssen uns mal über die Verschwörungspraktiken der CO2-Klima-Sekte unterhalten.“

      Polizist wird plötzlich ganz verlegen und senkt den Kopf

      Klima-Leugner : „Was haben Sie denn plötzlich, Herr Wachtmeister?“

      Polizist : „Wissen Sie? Ich habe den Auftrag Menschen, wie Sie, festzunehmen und ins Umerziehungslager für Klima-Leugner zu bringen. Aber das kann ich jetzt nicht mehr!“

      Klima-Leugner : „Ich weiß, Herr Wachtmeister.“

      Der Klima-Leugner nahm den traurig gewordenen Polizisten am Arm und führte ihn zum POLIZEI-Wagen zurück

      Klima-Leugner : „Einen schönen POLIZEI-Wagen haben Sie da.“

      Polizist : „Joa, meinen Sie?“

      Klima-Leugner : „Joa, dat´ meine ich. Und wir werden bestimmt noch ein freies Plätzchen für all die Airbrush-Motive und Aufkleber auf Ihrem POLIZEI-Wagen finden, notfalls lackieren, wie die Karre einfach um.“

      Polizist strahlt wieder

      Polizist : „Das ist ein Wort, mein Job hängt mir nämlich schon seit langem zum Halse ´raus.“

  2. Ich möchte hierauf aufmerksam machen: Timothy David Snyder, ( Yale, British Marshall Scholar an der University of Oxford Auszeichnung, 2003:George Louis Beer Prize der American Historical Association (Antony Sutton meint auf S.1 von „Americas Secret Establish.“ dass diese Association darüber wacht, dass Historiker eine bestimmte Sicht auf die Geschichte liefern) Diese Connections und Auszeichnung lassen vermuten, dass er ein Insider der alten, angloamerikanischen Elite ist!

    Dieser Timothy Snyder hat jetzt ein Interview in der NZZ gegeben: „Der Historiker Timothy Snyder: „Es gibt keine Rückkehr zum Nationalstaat.“ v. 30.1.2019: https://www.nzz.ch/feuilleton/der-historiker-timothy-snyder-es-gibt-keine-rueckkehr-zum-nationalstaat-ld.1455135?mktcid=nled&mktcval=107&kid=_2019-1-30

    Darinnen wird behauptet, dass Europa so eine Art „Ersatz für das Imperium“ sei. Snyder beschuldigt auch die die russische Außenpolitik der Feindseligkeit! Die EU habe „einen Feind“ behauptet er.

    Ich glaube, das seine Intentionen die Folgenden sind: Er will, dass die EU sich fester zusammenschließt, aus Angst vor einem „äußeren Feind.“ Das ist ein altes Prinzip, mit dem man schon früher gearbeitet hat: Angst vor einem äußeren Feind schüren, damit sich die Völker zusammen scharen.

    Und dann? Was hat die Gruppe, die Snyder vertritt, danach mit dieser „einheitlichen“ EU vor? Soll die EU dann als „mächtige Schachfigur“ für [angloamerikanische] pardon „globalistische“ Interessen eingesetzt werden (auch mittels Kriegen)? Während die Anlgoamerikaner von außen zusehen?

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