Im Gespräch: Jochen Mitschka („Deutschlands Angriffskriege“)

Dieses Gespräch wirft diverse Fragen auf, die sich unmittelbar mit dem aktuellen Zustand dieses Landes beschäftigen.

  • Ist unser Land, die Bundesrepublik Deutschland, ein unabhängiges Land?
  • Wohin wird sich dieses Land bewegen, sollte sich die aktuelle Politik nach innen wie nach außen nicht verändern?
  • Deutschland bricht seit Jahren das Völkerrecht. Warum ist dies nicht justiziabel?
  • Gibt es überhaupt eine unabhängige Justiz in Deutschland?
  • Warum wurde 2017 der § 80 StGB „Vorbereitung eines Angriffskriegs“ annähernd unbeachtet gestrichen?

Die Motivation von Jochen Mitschka ein weiteres Buch zu schreiben, mit dem Fokus auf jüngste deutsche Kriegsbeteiligungen, resultierte auch aus den Erinnerungen an die vielen Gespräche mit seinem Vater, der schwer verletzt, körperlich wie psychisch, den 2. Weltkrieg überlebte. Zum Unverständnis seines Vaters später bei der Bundeswehr tätig, steht für Jochen Mitschka heute ohne Wenn und Aber fest, von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen.

Dieses Selbstverständnis zweier Deutscher Staaten in den Jahren 1945 bis 1990, wurde durch eine rot-grüne Regierung durch die aktive Unterstützung des völkerrechtswidrigen Jugoslawienkrieges demontiert. Für Mitschka war es im Nachhinein eine schmerzliche Enttäuschung, den Medien und ihrer Berichterstattung zum Jugoslawienkrieg, dem Sündenfall der deutschen Nachkriegsgeschichte, damals noch geglaubt zu haben.

Gab es zudem, etwaig unbekannt, doch schon vorherige Beteiligungen deutscher Regierungen an internationalen Kriegsschauplätzen?

Moderator und Gast diskutieren über den Titel des Buches: „Deutschlands Angriffskriege. Der verlorene Geist des Grundgesetzes“ nicht nur die Frage der Verantwortlichkeit, sondern versuchen zudem auch zu erläutern, wer am Ende eigentlich die finale Rechnung zahlt. Die ausführende Politik oder die mehrheitlich still duldende Bevölkerung?

Inhaltsübersicht:

00:01:32 Wieso Deutschland legal in Angriffskriege einsteigen kann

00:09:58 Die Medien – Das interessengeleitete und meinungsbeeinflussende Investment

00:16:36 Mitschkas Buch und die Geschichte seiner Familie

00:23:38 Der Sündenfall Balkankrieg

00:36:55 Der BND im Afghanistankrieg

00:46:31 Das Parteienkartell – Der Elitarismus

00:59:13 Der Afghanistankrieg

01:07:51 Die Situation im Irak

01:17:36 Der Krieg in Libyen

01:29:20 Der Krieg in Syrien

01:38:17 Deutschland – Eine imperiale Macht

01:43:11 Der Krieg im Jemen

01:50:39 Reformation der Medien

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43 Kommentare zu: “Im Gespräch: Jochen Mitschka („Deutschlands Angriffskriege“)

  1. Sehr guter informativer Beitrag, danke dafür !

    Nicht einverstanden bin ich mit der Gleichstellung von Links und Rechts und mit der generellen Ablehnung unseres Mehrparteiensystem.

    Die Möglichkeit das unser System sich per Volksentscheide, Parteispendenverbot, usw. verbessert ist m.E. deutlich höher als das sich in Deutschland eine demokratische Mehrheit ( die uns wichtig sein sollte )für eine Räterepublik findet.

    Selbst wenn wir die Parteien schneller gründen müssten, als sie unterwandert werden, wäre das noch immer der kürzere Weg.

    Die Linke macht Fehler stimmt, z.B. das Verurteilen der BDS Kampagne war natürlich total falsch,(usw.) aber sie ist im Moment noch sicher gegen Krieg und für einen sozialen Staat.

    Es gibt eh so wenig Informationen manchmal, wenn jetzt noch alle dasselbe berichten, schränkt sich das noch mehr ein, die Idee mit dem Absprechen der alternativen Berichterstattung finde ich nur in Ausnahmen gut.

    Wenn weniger Menschen wählen, ändern sich doch nicht die Machtverhältnisse, das interessiert die Mächtigen doch gar nicht, ich finde das unlogisch, sry.

    Linke Parteien wählen die gute Konzepte haben ist m.E. viel effizienter um unsere Politik zu verändern.

    Ansonsten super Beitrag, nochmal danke dafür !

  2. Danke an Herrn Jebsen und Herrn Mitschka für dieses Gespräch und auch für die Diskussion von Herrn Mitschka mit den anderen Kommentatoren.

    Für mich der wichtigste Satz aus dem Gespräch, Min 7:04
    "Wer einen Befehl ausführte, der gegen Menschenrechte verstieß, der war ganz klar später verantwortlich dafür"

    Vielleicht sollte man dieses Satz allgemeiner formuliert für alle die dem Staat unterstellt sind so schreiben:

    "Wer einen Auftrag ausführt, der nicht den Gesetzen und Gesellschaftsregeln entspricht, ist persönlich haftbar für seine Tat"

    Würde dann Kriege aufhören, würde es dann keine Staatsrepression mehr geben?

    • Lieber Peter Lau

      ja, ein sehr gutes Gespräch und eine wesentliche Aussage!

      Gerne will ich zu den weiteren Sätzen meine Variation ergänzen:

      Vielleicht will EIGENEnase diesen Satz universeller formuliert für alle, die den Staat (er-)tragen, so schreiben:

      "Wer eine (zugesschriebene/erwartete) Pflicht als für sich gültig betrachtet, die nicht der eigenen Ausrichtung am Guten und am Gewissen entspricht, ist menschlich in Selbstverantwortung für seine Tat."

      Würden dann Kriege aufhören, würde es dann keine Staatsrepression mehr geben?

      ja, ganz natürlich 😉
      … (nicht nur) eine Theorie zum (neuen/) aktuelle `Spiel`

      Was wäre, würde Würde Sein sein?

      … und viele Grüße in die Runde

  3. Antwort an Alcedo Kommentar unten und Bezug auf das Zitat von Herrn Mitschka:
    "…Wir ermächtigen die, die das tun. …"

    Bitte verfallen Sie beide nicht auch in diesen Trick, eine Art Kollektivschuld für ganz viele Millionen festzulegen. Erkennen Sie denn nicht, dass gerade diese aufoktroyierte Kollektivschuld – oder Kollektiv-Verantwortung (die beiden Begriffe sind in diesem Falle synonym) benutzt werden, um die heutigen Deutschen in Kriege hinein zu manipulieren? Diese beiden Begriffe können nämlich eine beeinträchtigende Wirkung auf das Selbstbewusstsein vieler heutiger Deutscher haben und diese Begriffe sind, gerade weil sie in höchsten Maße die Emotionen und nicht das klare Denken ansprechen, geeignet, die Deutschen in den nächsten großen Krieg zu treiben. Da könnte es dann nämlich in nicht allzu ferner Zukunft plötzlich heißen: „Ihr Deutschen wart 1939 so böse zu den Polen, nun beschützt sie vor den Russen!“ oder so ähnlich – bloß – die heutigen später geborenen Deutschen waren nicht böse zu den Polen…. das waren andere, früher lebende Deutsche, die heute nicht mehr leben.
    Nächstes Beispiel für das Aufoktroyieren von "Kollektiv-Verantwortung" (im Sinne von Schuld): Der Bundespräsident Steinmeier hat am 27.1.2020 in Yad Vashem in englischer Sprache Folgendes gesagt, siehe hier, (deutsche Übersetzung ab ca. Min.: 4:40) https://www.youtube.com/watch?v=dWVh0UYaPWM

    „75 Jahre nach der Befreiung von Ausschwitz stehe ich hier als deutscher Präsident vor Ihnen allen, beladen mit großer, historischer Schuld. Doch zugleich bin ich erfüllt von Dankbarkeit für die ausgestreckte Hand der Überlebenden, für das neue Vertrauen von Menschen in Israel und der ganzen Welt für das wieder erblühte, jüdische Leben in Deutschland. Ich bin beseelt vom Geist der Versöhnung, der Deutschland von Israel – der Deutschland von Europa und den Staaten der Welt einen neuen, einen friedlichen Weg gewiesen hat. Die ewige Flamme von Yad Vashem erlischt nicht und unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht…“

    Das ist der entscheidende Satz des Bundespräsidenten: „…unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht…“
    Was hat er damit ausgesprochen? Wenn man das affirmativ ausdrückt, dann sprach er etwas aus, was impliziert, dass alle heutigen, nachgeborenen Deutschen und alle künftigen Deutschen für alle Zukunft ewige Schuld und ewige Verantwortung tragen müssen für etwas, was sie gar nicht begangen haben – das ist impliziert in diesem „unsere deutsche Schuld vergeht nicht“. Doch – ich widerhole: Man kann nicht an etwas schuld sein, was lange vor der eigenen Geburt geschah.
    Diese Worte des Bundespräsidenten verhängen eine ewige Schuld auf alle heutigen Deutschen und auch auf die Nachkommen – denn auch Bundespräsident Steinmeier ist ja ein Nachkomme. Doch der Bundespräsident – und alle, die so denken, wie er, sind nicht befugt, eine solch unvergängliche, also ewige Schuld über ein ganzes Volk und dessen Nachkommen zu verhängen. In früheren Zeiten hätte man ein solches „Verhängnis“ als Verfluchung eines ganzen Volkes empfunden. Solche „Flüche“ über die Nachkommenschaft kennt man aus vorchristlichen Zeiten (z. B. Fluch der Götter über die Tantaliden), Fluch Noahs über seinen Sohn Ham, etc… Flüche kennt man, den Erzählungen und Legenden nach, auch aus der Schwarzen Magie! Doch der Bundespräsident ist kein Eingeweihter, ist kein Magier, ist kein Auserwählter, wie Noah und ist auch kein göttliches Wesen. Er ist nur der Bundespräsident der Deutschen und das auch nur auf Zeit. Weder er, noch die, auf Zeit gewählten Volksvertreter der Deutschen haben die Befugnis, so etwas, wie ein dauerndes, ewiges, fluchartiges Verhängnis über alle nachgeborenen Deutschen und deren Nachkommen auszusprechen.

    Was heißt das, dass so etwas dennoch ausgesprochen wird? Steinmeier ist ja nicht der Einzige, der das macht, sondern sogar Friedensaktivisten, wie Moshe Zuckermann, sprechen von „Verantwortung“ in diesem Sinne. Ich empfehle, einen Vortrag von Zuckermann und die anschließende Diskussion genau anzuhören und darüber nachzudenken, was Zuckermann, ein engagierter Friedensaktivist und mutiger Streiter für die Rechte der Palästinenser, da eigentlich macht? siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=JqKVMcfwYDA&list=PLpNi0Wmi7L82sZ1wL6-P9HVmzhiminRgJ&index=2&t=0s

    Ab ungefähr 16:18 spricht er über die Zeit nach Napoleon und ab den Zeiten des Hambacher Fests 1832, das, seiner Meinung nach, schon den ersten Impuls zum deutschen Nationalismus gebracht habe – bis zur Revolution von 1848, die er aber nicht als Revolution ansieht, sondern als „Weichenstellung“ zum „Deutschen Sonderweg“. Und von diesem Deutschen Sonderweg geht er dann über zu den angeblichen „Ideen von 1914“, die auch irgendwie spezifisch deutsch und verhängnisvoll seien…

    Die Aufnahme von Flüchtlingen durch Merkel sieht er als Nachwirkung dessen, was „Deutschland als Schuld noch mit sich trägt.“ Obwohl er ausdrücklich an eine Kollektivschuld der Deutschen vorgeblich nicht glaube, denkt er, dass das, was man heute die „Deutsche Verantwortung“ nennt, ernst zu nehmen sei. Also auch er gebraucht das Wort „Verantwortung“, verwendet es aber in einem etwas anderen Sinne als Gauck und Steinmeier.

    Wogegen sich mein innerer Protest regt, ist, dass Zuckermann auch schon das deutsche liberale Bürgertum von 1832 und 1848, also Deutsche, die lange VOR Hitler geboren waren, als imperialistisch und machthungrig charakterisiert. Beim Anschließenden Gespräch
    https://www.youtube.com/watch?v=MQ2H-L81sLs&list=PLpNi0Wmi7L82sZ1wL6-P9HVmzhiminRgJ&index=2
    wird er dann diensteifrig von Zuhörern bestätigt – obwohl diese Zuhörer die Leute damals doch gar nicht kannten, gar nicht kennen können.
    Alle waren so klein nach dieser Rede von Moshe Zuckermann. Man hat den Eindruck, sie täten jetzt alles, was er wollte.

    Und auch bei Herrn Mitschka und bei Alcedo habe ich den Eindruck, dass sie eine Art Kollektiv-Verantwortung auf alle, die noch wählen gehen oder die nicht lautstark protestieren, verhängen wollen. Das sind Methoden, die früher erfolgreich von Priestern verhängt wurden, um ein ganzes Volk zu kontrollieren (Erbsünde etc.) Sie dienen der Manipulation

    • Ahoi A. Eberl, ich verstehe den Hinweis, doch geht es mir nicht um einen "Schuldkult". Ich habe (auch erst) im letzten Jahr mein Geschichtsbild bezüglich der Zusammenhänge die zum II.WK führten in erheblichen Teilen revidiert und diese Erkenntnisse finde ich gut, da die Isolation als einziger Verursacher gebrochen wird. Ich wünsche mir, daß damit die Angst vor Verantwortung der Deutschen zurückgeht, aber die Art, in der diese wahrgenommen werden sollte ändert sich damit nicht :

      Nie wieder Krieg von deutschem Boden!
      Einsatz als Streitschlichter

      Nichts liegt mir ferner als Manipulation, ich möchte, das wir uns ermächtigen unser Geschick in die Hand zu nehmen. Wenn man deutlich erkennt, daß hier alles im Argen liegt, schöne Namen darauf kleben aber keine entsprechenden Inhalte dahinter stehen kann man doch nicht einfach weitermachen! Dachte ich. Wie man überall sieht, kann man das sehr wohl..

      kleine Bsp. – Frankreich ist auf der Straße, weil die Vermögenssteuer abgeschafft werden sollte : haben wir längst
      Frankreich ist auf der Straße, weil die Rente verschlechtert werden soll – deutsche Renten sind beinhe Schlußlicht in Europa
      die Deutschen wollen mehrheitlich keine Auslandseinsätze.. usw. usf.

      Nur vom Reden ändert sich nichts.

    • Danke für den Kommentar, der mir Gelegenheit gibt zu erklären:
      a) "Wer wählt, legitimiert das System". Damit soll keine "Erbschuld" erzeugt werden, sondern es ist die Replik auf die Behauptung "Wer nicht wählt, wählt Rechts" oder "Wer nicht wählt, darf sich nicht beschweren", oder "Wer nicht wählt, hat keinen Einfluss". Es ist eine Überspitzung.
      b) Ich bin gegen die Behauptung einer Kollektivschuld und einer Erbschuld. Aber ich bin dafür, die Fehler unserer Eltern und Großeltern anzuerkennen und daraus Lehren zu ziehen. Nur dadurch kann die Schuld in der Geschichte überwunden werden.

      Leider wird die "Lehre" der Geschichte durch das Establishment so interpretiert, dass es zu den eigenen Handlungsweisen passt. So rechtfertigt man Angriffskriege damit, dass man angeblich "ein 2. Auschwitz" verhindern müsse, oder einen "2. Hitler verhindern". Man unterstützt Terroristen, um einen "Schlächter" zu stürzen, oder ignoriert das Foltern und Morden von befreundeten Nationen, weil es für eine höhere gute Sache ist.

      Leider stirbt die Generation aus, welche zu denjenigen noch einen direkten Kontakt hatte, welche die Schuld durch Akzeptieren der Staatsräson auf sich geladen haben. Und so werden immer weniger begreifen, wie die Geschichte verbogen und missbraucht wird.

    • Jochen Mitschka
      "…unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht…“
      Sollen wir denn ewig das Büßerhemd tragen ? Beim Abspielen der Nationalhymne einen Zitteranfall kriegen?
      Aufrechnen ist verboten, ich weiß, deshalb vergleiche ich nur: Mir der Verantwortung Israels, gegenüber ihren Nachbarn im Gazastreifen und vor allem die unzähligen Kriege, mit ihren voraus gegangenen Kriegslügen des Imperiums, den USA.
      Dürfen wir nicht selbstbewusst mitreden über das politische Geschehen? Wen müssen wir fragen?
      Wenn Merkel mal hinten raus kommt, durchatmet, und Deutschland für souverän erklärt, weil sie den Kakao, durch den man sie zieht, nicht mehr trinken will, mach ich einen Rotkäppchen-Sekt auf.
      Leider ist IM-Erika erpressbar.
      Statt konsequent bei der Wahrheit zu bleiben, erzählen wir Halbwahrheiten, akzeptieren wir zu oft die Lügen und Lücken, (was noch schlimmer ist, denn die Lügen sind meist auch für BILD-Leser offensichtlich, die Lücken nicht), der Mainstream- Medien.
      Wie oft schweigen wir über den Staatsterror, um die Stimmung bei Feten (Hochzeit, Geburtstage etc.) am runden Tisch nicht zu versauen, obwohl es sich angeboten hätte und mehr als nötig gewesen wäre. Wir geben die Lücken und Lügen an die Jugend weiter.
      Habe es in den letzten 15 Jahren geschafft, mich von meiner Familie und meinen Verwandten, (abgesehen von meinen drei erwachsenen Töchtern), sondern auch noch von meinen Freunden und Bekannten geistig und räumlich zu entfernen, obwohl es keinen lauten Streit gab.
      Weil ich meine, wie kann man nur jetzt über Aktien, Häuser oder Klima reden, wenn wir stolpernd mit unserer Bundeswehr wieder in einen großen Krieg reingedrängt werden. Nein, wir protestieren nicht. "Nach uns die Sintflut", dürfen wir unseren Kindern und der Menschheitsfmilie nicht antun.

    • Wir sind ja unerreicht darin Hier! zu schreien, wenn es darum geht, pauschal, final, global alle Schuld vorauseilend und prophylaktisch auf uns zu nehhmen.

      Wenn es darum geht, sich Souveränität zu krallen, dann wir die Weltmeister im Wegducken!

  4. Sorry, auch wenn ich grundsätzlich zustimme.
    Und auch wenn ich weiß das es wieder Widerstand hagelt^^
    Wir, ist schlicht verkehrt, wenn es um Politik geht, und ich wehre mich dagegen.
    Wenn jemand mitschuldig ist an dem was unser Land macht sind es maximal die wo die Parteien wählen. Wenn ich und andere jedoch nicht wählen, muß ich trotzdem Steuern zahlen. Und diese Steuern werden dann mißbraucht. Egal ob ich das will oder nicht. Nur so wird ein Schuh draus. Deshalb bin ich aber nicht schuld an diesen Mißbrauch. Und auch nicht daran, wenn Waffenschieber aus Deutschland diese in Kriegs- oder Krisengebiete verhökern. Weder den Krieg, noch deutsche Beteiligung kann ich in irgendeiner Weise verhindern. Wenn also Leute die nicht wählen Schuldig sind dann bestenfalls durch ihre Unfähigkeit etwas zu verhindern was sie nicht verhindern können. Reden sie also bitte nicht permanent von meiner Schuld wenn sie von Deutschland reden. So wie ich auch die deutsche Schuld von beiden Weltkriegen nicht tragen werde. Nie^^

  5. Hallo Herr Mitschka,
    vielen Dank für Ihre aufrechte politische Haltung und Ihre Rechtschaffenheit!
    Die Welt wäre bestimmt viel besser, wenn es mehr Ken Jebsens oder Jochen Mitschkas gäbe!
    Ich bin Bj. 1961 und habe in den 1980-er Jahren in Berlin & Hamburg Psychologie studiert. Ansonsten kroatischer Bürger, lebhaft in Kroatien, geboren in Mostar, BiH.
    Meine Motivation, mich hier zu Wort zu melden, kommt aus Ihrer Thematisierung des IV Balkankrieges des 20ten Jahrhunderts in den 1990-er Jahren, den die NATO mit ihren Bombardements Serbiens zum Stillstand gebracht hatte. Dieser Umstand scheint Ihnen und Herrn Ken J. äusserst verwerflich und jeder Kritik wert.
    Wir können uns bestimmt einigen, dass jedweder Krieg widerlich ist und geächtet gehört. Ich bedaure alle zivilen Opfer des Krieges, egal wo dieser ausgetragen wird.
    Sicherlich ist es auch richtig, dass der NATO-Angriff auf Serbien 1999 nicht legal war. Die Amis machen, was sie wollen, stets mit dem Blick auf deren eigene Interessen, weltweit.

    Aber, Herr Mitschka, können Sie mir bitte sagen, warum die NATO Serbien angegriffen hat? Warum wollten sie Slobodan Milošević weg haben? In wessen Interesse war es, Serbien zu züchtigen?

    Keine Regierung der Welt lässt sich in die Karten schauen. Wir können nur Mutmassungen anstellen. Die Täter lügen alle mitsamt.

    Meine Informationen sind folgende:

    – Jugoslawien ist ein föderativ konstituierter Vielvölkerstaat gewesen, in dessen geänderter Verfassung von 1974 ausdrücklich das Selbstbestimmungsrecht der Einzelrepubliken Kroatien, Slowenien, BiH, Montenegro, Serbien und Mazedonien garantiert wurde.
    – Das Kosovo (Amselfeld) hatte einen Sonderstatus als eine autonome Region innerhalb Serbiens. Über 90 % der dortigen Bewohner waren ethnische Albaner mit eigener Kultur und Sprache.
    – Als 1989/1990 Michail Gorbatschow die Sowjetunion abwickelte, zerbrach der s.g. 'Warschauer Pakt', was die historische Gelegenheit zur dt. Wiedervereinigung bot. Alle europ. Länder ergriffen daraufhin die Gelegenheit, den kommunistischen Staatsterror abzuschütteln und halbwegs demokratische Verhältnisse zu etablieren. Alle, ausser einem Land: die jugoslawische Staatsführung wollte davon nicht wissen. Die serbische Hauptstadt Belgrad (Beograd) war damals auch die jugoslawische Hauptstadt. Die Serben machten trotzig weiter wie gehabt.
    – Die damaligen jugoslawischen Republiken Slowenien und Kroatien organisierten 1990 eine Volksbefragung, bei der sich die absolute Mehrheit der Bürger für eine Abspaltung vom sozialistischen Jugoslawien und für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Daraufhin wurde der staatsvertraglich garantierte Fall der Abspaltung dem Bundesparlament in Belgrad zur Ratifizierung vorgelegt.
    – Der damalige gesamtjugoslawische Präsident war der Kroate Stipe Mesić. Er nahm den Volkswillen der Kroaten und Slowenen ernst und leitete den rechtlichen Prozess der Abspaltung ein.
    – Dies gefiel aber vielen Leuten nicht, vor allem den Militärs und den Berufspolitikern, die ein gutes Leben im sozialistischen Jogoslawien sich geschaffen haben. Dazu muss man wissen, dass Tito und sein kommunistisches Staatsmodell vor allem bei der karg lebenden Landbevölkerung, bei den Arbeitern und in den südlichen, ärmlichen Gegenden des Balkan durchaus Freunde hatte. Tito und seine Gefolgsleute hatten nach dem WW II die eher katholischen und kleinbürgerlichen Slowenen und Kroaten ausgeplündert. Es herrschte ein Goldrausch unter den Partisanen. Historiker schätzen, dass mindestens 300.000 begüterte Familien, auch in Serbien, auch in Belgrad, nur wegen ihrem Besitz verjagt, vertrieben, entrechtet, enteignet oder gleich umgebracht wurden. Denn die religiös-bürgerliche Schicht war natürlich gegen Tito's Kommunismus in den Kampf gezogen, als Verbündete der deutschen und ital. Faschisten.
    – Nach dem WW II kam es zu einem stalinistischen Progrom gegen die Feinde der neuen Gesellschaftsordnung. Der Schlossergeselle Tito wurde bei dem sadistischen Massenmörder Iossib Djugaschwili, genannt Stalin, ausgebildet. In der nördlichen Adria wurde die jugoslawische Spielart des sibirischen Gulag eingerichtet: eine karge Insel, wo die politischen Gefangenen 'umerzogen' wurden, sprich: seelisch & körperlich so lange misshandelt, bis ihnen jegliche Lust an der Politik verging. Das kroatische KZ Jasenovac an der Drau, wo Zehntausende Titoisten, kommunistische Serben, Juden, Zigeuner, Behinderte und polit. Gegner von 1943-1945 hingerichtet wurden, diente nunmehr Titos Geheimdienst bis 1953 zur massenhaften Hinrichtung seiner eigenen Feinde. Leseempfehlung: Nicolay Tolstoy: "The Minister And The Massacre" (1986 vom brit. 'Rechtsstaat' verboten, aus allen Bibliotheken verbannt. Der Autor wurde zur höchsten jemals in GB erlassen Geldstrafe verdonnert) Oder: John Cosellis: "Slovenia 1945". Beide auf Englisch.
    – Es trat dann das ein, was sich die kommunistisch-titoistisch-serbischen Machthaber in ihren schlimmsten Alpträumen ausmalten: die Nachfahren der ehemals entrechteten und enteigneten Familien verlangten die Rückgabe und die Entschädigung ihres Besitzes, aber allen voran die katholische Kirche. Da fast die gesamte adriatische Küste zu Kroatien gehört, bedeutete dies eine brutale Vermögensumverteilung zu ungunsten der kommunistischen Machthaber. Es stand zu befürchten, dass auch viele von denen, die bis 1990 als Creme-de la-Creme der jugoslawischen Gesellschaft zählten, sich vor Gericht werden verantworten müssen.
    – So kam es 1990, dass die serbische Staatsführung kurzerhand den Präsidenten Stipe Mesić mit Arschtritten aus dem Amt jagte und das Militär mit den Geheimdiensten das Oberkommando übernahm. Man hoffte damals noch, dass ein respektgebietender Militäraufmarsch die Kroaten & Slowenen zur Vernunft bringen wird. Aber des Volkes Wille war gesprochen: Schluss mit der Bevormundung aus Belgrad, Schluss mit der Balkan-Korruption, Schluss mit der sozialistischen Mangelwirtschaft, Schluss mit dem Geheimdienst-Terror, her mit der Domokratie, wir wollen in den Westen!
    – Der serbische Geheimdienst betrieb dann systematisch die Aufhetzung und Bewaffnung der serbischen Landbevölkerung.
    Gegenden in denen mehrheitlich serbisch-orthodoxe Bewohner lebten, wurden zum zivilen Ungehorsam ermuntert. Verbindungsstrassen von der kroatischen Hauptstadt Zagreb zum Meer hin wurden mit Baumstämmen gesperrt und es wurden Strassensperren organisiert. Im Juni 1991 fuhr ich mit dem letzen Zug von Split nach Zagreb, der in den kommenden vier Jahren fahren sollte. In Knin stiegen mit Maschinenpistolen bewaffnete Gauner/Kriminelle/Aufständische Serben in den Zug und plünderten die Reisenden aus. Es herrschte absolute Anarchie. Als die ersten Todesopfer zu beklagen waren, ging die Gewaltspirale auf dem Balkan los.
    – Wer hatte angefangen? Die serbische Nomenklatura; sie wollte nicht abtreten und sich damit abfinden, das Jugoslawien auseinander bricht.
    -Ich kann hier nicht in allen Einzelheiten die Geschehnisse ausführen, aber als Slobodan Milošević klar wurde, dass Jugoslawien unrettbar zerfallen wird, wollte er sich für sein Serbien Landgewinne sichern, vor Allem einen Zugang zum Meer. Die Montenegriner bombardierten damals Dubrovnik, welches in Zukunft in einem Gross-Serbien seinen Platz finden sollte.
    – Die europ. Staatengemeinschaft bot Milišević und den serbischen MInderheiten in Kroatien alle denkbaren Sonderrechte ein. Man muss sich nur mal ansehen, welche weitgehenden und für Kroatien fast unannehmbaren Sonderrechte der serbischen MInderheit angeboten wurden. Aber sie lehnten ab. Sie wollten Teil eines Gross-Serbiens sein.
    – 1995 bekam die kroatische Führung unter Franjo Tudjman grünes Licht für eine militärische Integration der okkupierten Staatsgebiete. Kroatiens Unabhängigkeit wurde gegen einen übermächtigen Gegner erkämpft. Darauf ist man stolz.
    – Das war ein herber Schlag für Milošević! Auf einmal hatte er 400 000 Flüchtlinge bei sich rund um Belgrad. Er machte sich nunmehr an die Zerstückelung von Bosnien & Herzegowina. Kroatien und Slowenien waren unwiderbringlich raus aus seiner Einflussspähre.
    -Der Balkankrieg hätte hier enden können! Wenn sich die serbische Staatsführung nicht an Bosnien vergriffen hätte.
    Sarajevo wurde über 900 Tage lang belagert und von den umliegenden Bergen aus beschossen. Als der kroatische Präsident Tudjman sah, dass die Staatengemeinschaft nichts zur Rettung Bosniens unternahm, versuchte er mit Milošević gemeinsam Bosnien & Herzegowina nach Gutsherrenart aufzuteilen. Die Muslime sollten schauen, wo es ihnen am besten gefällt. Das war link und dreckig! Die bis dato mit den Kroaten verbündeten muslimisch-bosnischen Kämpfer wurden hinterfotzig verraten! Das ist die Ursünde dieses Balkankrieges. Nun kämpfte Jeder gegen Jeden. Dabei muss man sehen, dass die Serben die gesamte jogoslawische Militärmaschinerie hinter sich hatten und die anderen sich auf dem Schwarzmarkt ihre Kalaschnikows gegen Devisen kaufen mussten. Ein sehr ungleicher Kampf!
    – Als nun auch Bosnien & Herzegowina durch den Dayton-Vertrag von einer Zerstückelung und Einverlaibung ins serbische Staatsgebiet verschont geblieben war, wurde die Lage Slobodan Miloševićs immer prekärer. Jetzt fingen sogar die Kosovaren an, die Unabhängigkeit zu verlangen! Es fing ein bewaffneter Guerillakrieg in Süd-Serbien an. Den durfte Milošević auf keinen Fall verlieren. Aus dem Gross-Serbischen Projekt blieb 1998/1999 ein Klein-Serbien übrig.
    – Die Geburtenrate von Kosovo war damals eine der höchsten auf der gesamten Welt! Die Kosovo-Albaner betrieben eine Viel-Kind-Politik. In nur 50 Jahren hätten sie die Bevölkerungsmehrheit in ganz Serbien gestellt! Unter demokratischen Verhältnissen bedeutet dies die absolute Mehrheit, die politische Vorherrschaft! Soweit durfte es Milišević nicht kommen lassen!
    – Sein vermutlicher Plan war folgender: die Kosovo-Albaner durch Mobbing und Apartheid Richtung Westen verjagen, so wie es ähnlich mit den Syrern geschah. In die entvöklerten Gebiete sollten die aus Bosnien und Kroatien gesflüchteten Serben besiedeln, von denen es eine halbe Million gab. Das Amselfeld ist den Serben heilig, die Wiege ihrer Zivilisation. Die albanischen und bosnischen Muslime betrachten sie als Nachfahren der leidigen Türkenherrschaft, die die Serben über die Jahrhunderte fast eine Million Opfer kostete.
    – Das konnte aber die internationale Staatengemeinschaft nicht zulassen! Es bestand die Gefahr eines neuen Krieges mit allen Albanern, die womöglich auch ein eigenes Gross-Albanien sich erkämpfen wollen. Es leben sehr viele Albaner auch in Mazedonien. Die Mazedonier träumten kurz auch von einem Gross-Mazedonien.
    – Im Grunde hatten alle die Schnauze voll von der serbischen Aggression, dem fast ein Jahrzehnt währendem Krieg mitten in Europa, der serbischen Sturheit und deren militanten Nationalismus, von Hundertausenden Flüchtlingen (etwa 440 000 offiziell) allein Deutschland und Millionen innerhalb Ex-Jugoslawiens. Man wollte einfach diesen dreckigen Krieg beenden, der zur keiner Zeit ein Bürgerkrieg war.
    -Frankreich und GB waren auf seiten von Milišević, da man das wiedervereinigte Deutschland nicht zusätzlich stärken wollte durch die germanophilen Kroaten und Slowenen. An dem Tag als die Yanks den Belagerungsring rund um Sarajevo wegbomben wollten, flog doch glatt der F. Mitterand nach Sarajevo zu einem spontanen Besuch!
    – Nichts half. Die Übermacht der NATO machte die Serben einsichtig. Leider wurde dabei viel gelogen, verbotene radioaktive Munition verwendet, es kostete neue Opfer etc Das gesamte ekelhafte Programm eines jeden Krieges.

    Nun ja, seitdem ist Ruhe auf dem Balkan, wenngleich die Serben immer noch hoffen, dass BiH zerfällt und der östliche Teil zu Serbien gehen wird.

    Bitte sagen Sie mir Herr Mitschka, was ist so moralisch verwerflich an dem NATO Einsatz gegen den eindeutigen Aggressor Serbien, dessen uneinsichtige Militär- und Staatsführung fast 10 Jahre lang seine Nachbarn bektriegt hatte? Aus meiner Sicht ist dies einer von ganz wenigen Kriegen, die ethisch nachvollziehbar sind. Jedes Opfer ist ein Opfer zuviel, aber es hatte den IV Balkankrieg des 20ten Jahrhunderts definitiv beendet.

    • Danke Nino Pavkovic,
      für solch lehrreichen Beiträge lese ich hier.

      Ich denke es offenbart sich hier ein gewisses Urproblem der Kommunikation, gerade zwischen verschiedenen Kulturen (und hier meine ich bereits den "kulturellen Unterschied" zwischen z.B. direkten Nachbarn eine Kleinstadt): die Unmöglichkeit sich in den anderen völlig hinein zu versetzen. Wer dieses Problem löst, heilt die Welt.

      Einfach beantwortet: Herr Mitschkas "Sündenfall" ist, dass die Deutschen (und damit auch er) damals, trotz ihrer Geschichte, von ihrer eigenen Regierung in den Krieg gelogen und gehetzt wurden. Das ist die rein deutsche Perspektive.

      Sie stellen die moralische Frage "War der Grund für den Krieg vorhanden oder nicht, bzw. war der Eingriff gerechtfertigt?" das scheint mir eine Frage zu sein, die die Bewohner des Balkans allein betrifft.

      Herr Mitschka wird diese Frage ohne Ihre Expertise und Ihren kulturellen Zugang zur Region und den Menschen kaum beantworten können und ehrlich gesagt steht es ihm auch nicht zu – zumindest nicht als Journalist.

      Es ist in etwa so, als würde der Ehemann, dessen Perspektive man gerade gehört hat fragen, ob es richtig war die Frau vor die Tür zu setzen. Da kann man sich als Freund der Familie zu einer Antwort hinreißen lassen. Als Journalist darf man da eigentlich garnicht antworten.

      P.s. Das Wunderbare an diesen kleinen kulturellen Missverständnissen ist aber die gedankliche Vielfalt, die aus diesen "Kulturverbindungen" entsteht. Das Wort "lebhaft" für "wohnhaft" werde ich sicherlich ab jetzt auch verwenden, weil es meine Sprache bereichert 🙂

    • Danke für den Beitrag. Aber ich kann ihn so nicht akzeptieren, da er eine vollkommen einseitige und teilweise verzerrte Geschichte erzählt. Unabhängig davon bestätigt sie sogar die Tatsache, dass "der Westen" sprich die NATO einen Angriffskrieg geführt hat. Und abgesehen davon ist "keine Ruhe auf dem Balkan". Sondern wie manche Kommentare sagen "das Zentrum der europäischen Mafia" unter dem Schutz der größten "US-Niederlassung in Osteuropa" im Kosovo geschaffen worden. So die andere Lesart der Geschichte.

      Das Wichtigste aber ist: Es war ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg der NATO, durch den furchtbare Menschenrechtsverbrechen erst ausgelöst wurden. Damit hatte die deutsche Politik nicht nur gegen das Grundgesetzliche Angriffskriegsverbot, sondern auch den Strafrechtsparagraf 80 verstoßen, ohne dass die Justiz das verfolgt hätte. Was bedeutet, dass es keine Gewaltenteilung in Deutschland gibt. Und seit den Nürnberger Prozessen sollte eigentlich gelten, dass derjenige, der einen Angriffskrieg beginnt, auch für die Verbrechen der Gegenseite verantwortlich ist. Dass dies nie verfolgt wurde, bestätigt die These, dass auch auf internationaler Ebene, keine Rechtsstaatlichkeit mehr existiert, sondern nur das Recht des Stärkeren.

  6. Ich als 50`er gehöre der gleichen Generation von Jochen Mitschka an und habe eine sehr ähnliche Sozialisation durchlaufen. Erst sehr spät habe ich, auch wegen meiner beruflichen Einbindung realisiert, in welche Richtung die Politik weltweit sich bewegt. Den Nachrichten der Mainstream-Medien habe ich lange Zeit vertraut. Aber damit ist schon seit längerem Schluss. Jede Aussage von Jochen Mitschka kann ich unterschreiben. Dank an Ken Jebsen für dieses absolut wichtige Gespräch. Hoffentlich sehen es viele Menschen, die es bisher als ihre Plicht angesehen haben, als "Staatsbürger" und sogenannter "Souverän" wählen gehen zu müssen. Ich hoffe, dass sie endlich erwachen und erkennen in welchem verlogenen System sie leben. Nicht wählen gehen ist die beste Konsequenz.

  7. Ein angenehm geführtes Gespräch trotz des herben Stoffes.
    "…Wir ermächtigen die, die das tun. …"
    Sehe ich auch so, nicht nur jeder der zur Wahl geht, auch der, der hier nur regiert wird.
    Nur indem wir auch etwas tun, uns zu ermächtigen, kann man diese Mitschuld wieder entlasten.
    Dabei sollte man (erstmal) nicht nach dem Ergebnis fragen(, dadurch wird es leichter).

    Auch ich bin aufgewachsen mit Nie wieder Krieg von deutschem Boden!

  8. Sehr geehrter Herr Mitschka.
    Da wir beide nach dem Krieg aufgewachsen und sozialisiert wurden, also fast den selben Jahrgang besetzen kann ich alles nachvollziehen was Sie im Gespräch mit Ken gesagt haben.
    Ich konnte in Ihrem Blick die Betroffenheit erkennen welche mich auch oft überfällt wenn ich über die Zustände in unserem Land nachdenke.
    Mein Vater, Jahrgang 1914 hat den ganzen 2. Weltkrieg als Soldat gedient, von Frankreich bis Russland. Er hat viel von seinen Erlebnissen erzählt. Ich konnte das damals als junger Mensch gar nicht fassen das so etwas möglich war.
    Ich möchte mich bedanken für dieses Gespräch mit KenFM und wünsche Ihnen alles gute.

  9. Hallo Herr Mitschka, Hallo Herr Jebsen,
    vielen Dank für dieses Interview. Ich bin erschüttert, dass die Bundesrepublik Deutschlang offenbar an noch mehr Einsätzen beteiligt war und ist, als mir bisher bekannt war. Ihr Buch werde ich auch noch kaufen.
    Und doch würde ich persönlich nicht so weit gehen, zu sagen, alle Deutschen, die noch wählen, seien „verantwortlich.“ Verantwortlich sind meiner Ansicht nach diejenigen, die die Taten tun und planen. Aber alle anderen? Ich sträube mich gegen pauschale Schuld und Verantwortungszuweisungen, die in die Millionen gehen. Wieviel Zeit habe ich die letzten fünf Jahre damit zugebracht, Bücher von Effenberger, Wimmer, Ganser, Ploppa und anderen zu lesen, alternative Medien zu lesen und anzuhören und ganze Vorträge von Dr. Daniele Ganser zu transkribieren oder englische youtube Videos von Ray McGovern und anderen zu übersetzen – sogar ganze Geschichtsbücher aus dem Englischen. Sie können sich vorstellen, wie lange ich da gesessen habe. Da kann ich nun mit gutem Gewissen sagen: Ja ich habe mich etwas schlau gemacht und durchschaue nun mehr als vorher und doch waren mir einige Dinge, die Sie hier sagten, immer noch neu. Was ich damit sagen will: Andere haben nicht diese Zeit, sich jahrelang schlau zu machen, weil sie im Berufsleben rackern müssen und manche drei Jobs haben. Will man sie nun verantwortlich machen für das, was in transatlantischen Thinktanks und in Geheimdiensten oder an runden Tischen "behind the Curtain" beschlossen und schleichend umgesetzt wird? Auch wenn man noch so viel Zeit verbringt, um sich schlau zu machen: Man kann nie alles wissen. Ich kann es einfach nicht gutheißen, wenn man von Millionen einfach so sagt: Sie sind verantwortlich, weil sie nicht durchschauen und immer noch wählen gehen.
    Nehmen Sie den Dreißigjährigen Krieg: Damals hatten die einfachen Leute fast genauso wenig Mitspracherecht über die Politik, wie wir heute. Sie wurden oft mit Gewalt rekrutiert und mussten mitmachen oder sie litten oder wurden massakriert. Und sicherlich haben auch viele Gräueltaten begangen, wie sie in jedem Krieg geschehen. Niemand würde aber auf die Idee kommen, alle Mitteleuropäer am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges pauschal als „verantwortlich“ oder „schuldig“ am Krieg zu bezeichnen. Nein, auch der Dreißigjährige Krieg war ein von relativ Wenigen angezettelter Krieg. Und ebenso war es beim Ersten Weltkrieg und auch beim Zweiten. Dennoch hat man für beide Kriege ausschließlich die Deutschen für "schuldig" oder "verantwortlich" erklärt – bis heute, obwohl Hitler ganz schöne Finanzspritzen und Propagnada-Hilfe (z. B. Time Magazin oder siehe auch Finanzhilfe im richtigen Moment vom Deutsch-Amerkanischen Agenten Ernst Hanfstaengl für den "Völkischen Beobachter") auch aus dem Ausland bekommen hat. Den Anteil, den gewisse Leute in England und in anderen alliierten Ländern am Zustandekommen des Ersten Weltkriegs hatten, lässt man meistens unter den Tisch fallen. Ich leugne allerdings keinesfalls, dass sehr viele EINZELNE Deutsche extrem viel persönliche Schuld auf sich geladen haben – vor allem im Zweiten Weltkrieg und dass viele weggeschaut haben oder es nicht wissen wollten, wie Sie ganz richtig sagten.

    Ich habe auf dem Fassadenkratzer zwei Texte geschrieben :
    Der 1. https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/01/09/die-zerstoerung-deutschlands-wie-es-den-fuehrenden-briten-gelang-die-deutschen-fuer-sie-kaempfen-zu-lassen/#more-5918 und
    Der 2. https://fassadenkratzer.wordpress.com/2020/01/15/selbstvernichtung-der-deutschen-wie-sich-deutschland-gegen-russland-und-china-in-stellung-bringen-laesst/#more-5942
    – den ersten davon werden Sie vielleicht nicht mögen, – ich habe dafür schon etwas Kritik einstecken müssen, der zweite könnte Ihnen vielleicht eher zusagen: Er ist eine Recherche über die Indoktrination und die Medienkampagnen die seit 1991 laufen, um die Menschen in Deutschland zu manipulieren und dafür zu gewinnen, dass sie „mehr Verantwortung in der Welt“ (sprich mehr Krieg führen).“ Kurz: man arbeitet schon seit Jahrzehnten daran, die Deutschen wieder für den Krieg bereit zu machen. Umfragen allerdings zeigen, dass die Deutschen keinen Krieg wollen: Siehe folgende 5 Umfragen:
    1. Forsa-Umfrage 2003: 69 Prozent der Befragten waren für ein Nein bei einer Entscheidung über einen Militärschlag. https://www.stern.de/politik/ausland/umfragen-mehrheiten-gegen-den-krieg-3337530.html
    2. Focus: 8. Oktober 2014: Nur 30 Prozent befürworten eine direkte Beteiligung der Bundeswehr gegen den IS. https://www.focus.de/politik/deutschland/kampf-gegen-dschihadisten-in-syrien-und-irak-doppelt-so-viele-maenner-wie-frauen-fuer-bundeswehreinsatz-gegen-is_id_4188867.html
    3. Umfrage 10. Juni 2015: 38 Prozent der Deutschen würden einem Nato-Land laut einer US-Studie bei einem russischen Angriff militärisch helfen. Weit mehr als die Hälfte der Befragten wäre dagegen.
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-06/nato-ukraine-russland-umfrage-pew-stimmung-deutschland
    4. 2015 ergab eine Gallup Umfrage, dass nur 18 Prozent der Deutschen bereit wären, für ihr Land zu kämpfen. https://www.reddit.com/r/europe/comments/39dqfw/would_you_be_willing_to_fight_for_your_country/
    5. 11. September 2018, Titel: „Fast drei Viertel der Deutschen gegen Bundeswehr-Einsatz in Syrien“. https://www.welt.de/politik/ausland/article181491964/WELT-Trend-Fast-drei-Viertel-der-Deutschen-gegen-Bundeswehr-Einsatz-in-Syrien.html
    Trotzdem fürchte ich, dass wieder ein Krieg kommt und Deutschland wieder dabei??

  10. Hier prallen wohl zwei Charaktere aufeinander. Der sehr belesene Kopfmensch Ken Jebsen und der eher gemüthaft wirkende Herr Mitschka. Herr Jebsen hat es nicht verstanden auf die Eigenart seines Interviewpartners einzugehen. Für die Entwicklung eines fruchtbaren Gespräches kamen Kens Interventionen zu plötzlich und unterbrechend. Der Interviewpartner hatte nur geringe Chance seine Gedanken zu entwickeln und zu formulieren.
    Immerhin, auch wenn ich das Interview aus besagtem Grund nicht bis zuletzt angehört habe war es doch Informativ und bereichernd.

  11. Sehr geehrter Herr Mitschka,
    auch wenn ich Ihr Interview mit Herrn Jebsen an vielen Stellen sehr erhellend fand, so gibt es doch ein paar Dinge, die mich ein wenig stutzig gemacht haben. Beispielweise sagen Sie um Minute 12:30 herum, die deutsche Medienlandschaft sei in den letzten Jahren von 3, 4, 5 Familien aufgekauft worden, und diese Aussage kann ich nicht ganz glauben. Haben Sie dafür tatsächlich stichhaltige Belege? Wer sollen diese Familien sein? Sind das diejenigen, denen "ohnehin fast die gesamten Medien des Westens gehören" oder beziehen Sie sich explizit auf bestimmte private Medienhäuser, unter denen Sie Verbindungen zu großen Geldgebern nachweisen können?
    Andererseits stellt sich mir die Frage, wie dies denn in den öffentlich-rechtlichen Medien funktionieren soll. Glauben Sie, dass es unter Intendanten, Rundfunk- und Fernsehräten und Programmchefs auch flächendeckend Verbindungen zu Think Tanks oder großen Meinungsmachern gibt? Ebenso scheint mir diese Annahme nicht sinnvoll, da es ja durchaus auch Spartenprogramme gibt (etwa die Anstalt, das Neo Magazin Royale), die an vielen Stellen nun wirklich kritisch sind und auch ziemlich ungehindert sagen können, was gegen den Strom schwimmt (Die Anstalt vom 29.04.2014, Böhmermanns Reden aus dem Sozialdemokratischen Untergrund), oder, wie Prof. Ulrich Teusch sagt, einige (Investigativ-)Journalisten ohne Ansagen "von oben" lange, gründlich und unvoreingenommen recherchieren und publizieren können.
    Als Ursache für dieses schmale Meinungsspektrum sehe ich eher die Analysen von Dirk Fleck oder auch Udo Ulfkotte als zutreffend an, laut denen ja gerade die, die schreiben, was "erwünscht" ist, mit in den obersten Reihen sitzen dürfen und mit Reisen und Auszeichnungen honoriert werden, sofern dies so bleibt.

    Darüber hinaus fiel mir im Gespräch auf, dass Herr Jebsen ja gerne seine Metaphern, Vergleiche und Übertreibungen verwendet, um Missverhältnisse durchaus provokativ leichter verständlich zu machen. Hierbei passiert es ihm aber schnell, dass manche Vergleiche doch dem Sachverhalt hinterherhinken, an den Haaren herbeigezogen wirken oder "Verschwörungen" hineininterpretieren, die sich nicht so recht belegen lassen. Das ist nun mal seine Art. Auch in dem Wissen, dass Sie, wie Sie selbst sagen, nicht für Interviews vor der Kamera geboren sind und Texte eher Ihr Metier sind, hätte ich es doch an der einen oder anderen Stelle gut gefunden, wenn Sie Herrn Jebsen ein wenig "auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt" hätten. Wenn er bestimmte Dinge in seinen Worten erklärt und im selben Satz direkt aufs nächste Thema schwenkt, so mag es natürlich schwierig sein, direkt reinzugrätschen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass auch Sie manchmal dachten, "ich weiß nicht, ob man das so sagen kann" oder "das ist zu sehr aus der Luft gegriffen".

    In meinem letzten Punkt möchte ich kurz auf Ihre Befürchtung eingehen, die junge Generation hätte gar kein Bewusstsein mehr für die Forderung, es dürfe nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen. Zunächst möchte ich versichern, dass wir im Geschichtsunterricht defintiv dafür sensibilisiert werden, wie grausam Kriege sind, welch unvorstellbares Leid, welche Verrohung damit einhergingen und -gehen. Auch im Politik- und Sozialwissenschaftsunterricht setzen wir uns mit deutschen Kriegseinsätzen, Waffenexporten, der UN-Charta, unseren Gesetzesbrüchen und dem Grundgesetz auseinander, da ist es egal, wie die Lehrperson eingestellt ist. Ebenso ist das politische Interesse nicht zu vernachlässigen: Werfen Sie bloß einen Blick darauf, wie viele junge Menschen sich immer wieder Interviewformate und Bundespressekonferenzen von Tilo Jung (Jung & Naiv) ansehen. Meines Erachtens erstarkt zusammen mit den alternativen Medien so langsam wieder eine Friedensbewegung, und zwar eher unter den jungen Menschen. Offen gesagt bin ich mittlerweile immer wieder entsetzt, wenn meine Eltern- und Großelterngeneration, die Babyboomer und diejenigen, die als junge Menschen gegen die Aufrüstung im Kalten Krieg demonstriert haben, heute zu blind sind, die Absichten der Transatlantiker zu erkennen und sich sogar gegen Frieden und Abrüstung stellen, weil sie oft zu verschlossen sind, sich mit anderen Medien als denen des "Mainstreams" unvoreingenommen auseinanderzusetzen und sich über die Entwicklungen klar zu werden.
    Laut meiner eigenen Erfahrung fehlt es meiner Generation neben der noch zu leistenden Aufklärungsarbeit vor allem an Menschen, die als Vorbilder agieren. Viel größer als die aufflammende Motivation, etwas zu ändern, ist oft die Aussicht auf Desperation und Unwirksamkeit, auf das Nicht-gehört-Werden, auf das Wegschauen der Veranwortlichen und der Eltern. Kollektiv verstärkt auftretende psychische Probleme und die Möglichkeit, jederzeit in eine Sphäre (im Internet) zurückzukehren, zerstört das Vertrauen in die eigene Wirksamkeit. Aber glauben Sie mir, dass es doch eine Vielzahl von Jugendliche gibt, die sich der Dinge bewusst sind, die von Schule und Eltern im Grunde mit den nötigen Werkzeugen zu Erkenntnis und dem Schubs in die richtige Richtung gesegnet sind. Wir müssen noch einiges lernen, aber wir sind mit dem Ideal aufgewachsen, dass es allen Menschen auf der Welt gut gehen soll, dass alle letzten Endes doch nur versuchen, ihre menschlichsten Bedürfnisse zu erfüllen.

    Herzlichen Dank für diesen Beitrag auf KenFM

    • Vielen Dank für den konstruktiven und freundlichen Kommentar. Bitte verstehen Sie, dass ich auf die Besitzverhältnisse der deutschen Medien hier nicht im Einzelnen eingehen kann. Weil natürlich auch die durch Parteien kontrollierten Medien u.a. in den Öffentlich Rechtlichen eine Rolle spielen. Das würde zu weit führen. Vielleicht schauen Sie sich mal die Sendung von "Die Anstalt" https://www.youtube.com/watch?v=OjkqGTCD4UA an. Die Anstalt hatte das Thema mehrmals bearbeitet und mehr findet sich auf Youtube.

    • Auf Youtube… vlt. auch nicht? – Die Algorithmen sind inzwischen verändert, so dass die ganzen "Verschwörungstheorien" negativ bewertet werden und nicht mehr rechts in den Vorschlägen auftauchen.
      Subtil, unauffällig, aber effektiv.

      Zu der Frage nach den Besitzverhältnissen der Medien:
      – https://swprs.org/die-propaganda-matrix/
      – Uwe Krüger: Meinungsmacht
      – oder was zu lachen, Volker Pispers "Wem gehören die Medien?" https://www.youtube.com/watch?v=BTatAjd4I5A

    • "Glauben Sie, dass es unter Intendanten, Rundfunk- und Fernsehräten und Programmchefs auch flächendeckend Verbindungen zu Think Tanks oder großen Meinungsmachern gibt?
      [..]
      Als Ursache für dieses schmale Meinungsspektrum sehe ich eher die Analysen von Dirk Fleck oder auch Udo Ulfkotte als zutreffend an, laut denen ja gerade die, die schreiben, was "erwünscht" ist, mit in den obersten Reihen sitzen dürfen und mit Reisen und Auszeichnungen honoriert werden, sofern dies so bleibt. "

      Das ist soweit korrekt. Für die 'Flächendeckung', wie du es nennst, ist berufliche Anerkennung ausreichend. Das müssen auch nicht Auszeichnungen und Reisen sein, inzwischen ist eine Festanstellung schon Anreiz genug.
      Außerdem dürften Auszeichnungen (oft aus Stiftungsmitteln) viel weiter verbreitet sein, als Reisen, weil sie viel Aufmerksamkeit auch von außerhalb generieren. Das verselbstständigt sich dann, wenn es erstmal in die Presse kommt, und es macht sich natürlich super in jeder Vita. Für derlei hat die CIA schon in den 70ern Mittel bereitgestellt.

      Die direkten Kontakte in die Thinktanks gibt es natürlich auch. Die sind aber meineswissens nicht sooo verbreitet (sie sind erstaunlich verbreitet in Partei- und Rundfunkspitzen), sondern das fällt dann mehr unter Spindoktoren. Die Mitglieder transatlantischer Vereinigungen sitzen gerne in Führungspositionen und geben dann die Richtung des Hauses vor. Manchmal vielleicht auch nur einer Sendung, wenn das zum Beispiel das Heute Journal ist.

  12. Sehr geehrter Herr Mitschka,
    Menschen wie ihnen sollte Reichweite geboten werden. Danke für ihren Beitrag zur Meinungsbildung.

    Eine kurze Frage zu ihrem neuen Buch bzgl Klima. Ist mein Hinweis bezüglich IPCC mit eingeflossen?

  13. Ken Jepsen: "Die meisten Menschen wollen diese Regierung nicht. Sie wollen nicht diese Politik, also müssten wir den meisten Menschen zeigen, dass sie nicht alleine sind, indem wir ihnen zeigen, Ihr seid gar nicht so allein, das ist keine Einzelmeinung … ! Das muss doch der Weg sein."

    Das eben bestreite ich so, Ken Jepsen!
    Berechtigte und notwendige Kritik an etwa der Kriegspolitik der letzten Jahrzehnte, an denen sich die Bundesrepublik völkerrechtswidrig beteiligt – weit jenseits dessen, was sie im GG sich einst vorgegeben und mit der UN-Charta einmal unterschrieben hat, reicht in meinen Augen bei weitem nicht, solange kein Diskurs über Alternativen zustande gebracht wird.
    Ein solcher Diskurs müsste sogar vorrangig vor der ja nun sattsam thematisierten, immer am weitgehend Gleichen abgearbeiteten Kritik im Zentrum der Alternativ-Medien stehen !
    Leider fehlt diese Diskurs auch im aktuellen Austausch zwischen Ihnen, Ken Jepsen und Herrn Mitschka nahezu völlig !

    Das erst wäre ein Stück rückgewonnene Resonanzfähigkeit, deren wir dringendst bedürfen !
    vgl: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/11/03/geschrumpfte-resonanzfaehigkeit-2/

    und: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/11/17/wie-lange-noch/

    und – gerade im Entstehen: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2020/02/04/weltpolitik-faehigkeit-die-rundum-friedens-u-n-t-a-u-g-l-i-c-h-e-anmassung/

    und: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/11/25/autopoiesis-statt-kratie/
    sowie: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2020/02/01/die-frage-nach-den-aussichten/

    • Das Format des Beitrags war nicht geeignet, auch umfassende Vorschläge zu machen. Ein Ansatz für Forderungen findet man hier: https://www.rubikon.news/artikel/die-falsche-wahl

    • Hallo Jochen Mitschka – ´Forderungen´ und ´rote Karten´ in Form von Wahlenthaltung samt der Angstkarte Extremismus: was bitte sollen sie bewegen?

      E n t w e d e r fangen immer mehr von uns an, untereinander in immer größeren Kreisen und alternativ-medien-gestützt ganz k o n k r e t zu d e b a t t i e r e n darüber, in welchen institutionellen Formen wir uns verfassungsmäßig neu aufstellen w o l l e n – als Bürger/innen, die sich nicht länger mit Schein-Souveränität zufrieden geben werden . . . !! – und finden dafür in den Alternativ-Medien gezielt permanent zu immer weiterer Diskussion gestellte k o n k r e t e V o r s c h lä g e und diese befeuernde Debattenbeiträge (!!) – – – – !!!
      O d e r wir belassen es beim unverbindlichen Kritik-Lamento !

      Es ist hohe Zeit für weltweit je kulturspezifisch zu initiierende Verfassungsbewegungen, die neu nachzudenken beginnen über das, was planetenverträgliche Formen von Selbstorganisation und Nachbarschaftlichkeit sein könnten und sollten – ganz konkret regional wie weltweit selbstbestimmt als neue Kommunikations- und Anregungs-Kultur jenseits des bisherigen Abkommens-Fetischismus !

      Dieser Anregungszielsetzung dienten auch meine Links – in der Vorstellung, sie böten dem einen oder anderen vielleicht einiges von den Denk- und Organisations-Ansätzen, die die hier angemahnte Debatte akzentuieren helfen könnten.
      Wär schön, wenn Sie in meine ´Weltfremdheiten´?? mal reinschauten. . .

  14. Minute 31:52, man kann alle Informationen aus dme Internet bekommen? Ich lache mich krum mund schief – warum sind ist dann die Jugend so "uninformiert" und lässt sich vor jedne Karren spannen?
    Weil man, um eine Antwort im Internet finden zu können, bereits eine Grundkompetenz haben muss, weil man sonst Blödsinn für Informationen hält, siehe dazu unbedingt: Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer – Vortrag in Feldberg 2018 (https://www.youtube.com/watch?v=NR-KPZEL3Aw)

  15. Es ist doch ganz einfach: Natürlich ist nur die Vorbereitung verboten, denn nur dann ist es ein deutscher Krieg. Nur der ist unerwünscht, alle anderen Kriege und die Teilnahme daran sind natürlich erlaubt. Darum ging es doch im 30jährigen Krieg des 20. Jh., dass die Deutschen unten sind.

    Was soll Ungültig-Wählen denn bringen? Als ob die Parteien sich dadurch beeindrucken ließen? Da sind die Nichtwähler doch selber-schuld, so wie die Hartzer und die Obdachlosen auch selber-schuld sind.

    • Wenn die Wahlbeteiligungen zu tief sind – das beträfe, wenn das korrekt berichtet wird, und nur dann, auch ungültige Stimmen – dann muss sich aus gesellschaftsdynamischen, aus psychologischen, aus machtpolitischen (Stichwort Machtvakuum) und einigen anderen Gründen praktisch automatisch eine Bewegung bilden, die der APO aus den 60ern vergleichbar ist (aber genauso auch vergleichbar der revolutionären Bewegung in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts).

      Das liegt vor allem daran, das die Bürger die nicht wählen gehen sich dann miteinander solidarisieren, und man ihnen nicht mehr erklären kann, sie seien eine kleine Minderheit ewig gestriger, oder unzufriedener, die es sowieso immer gibt, auf die es aber nicht ankommt, weil die meißten Menschen ja offenbar mit dem was ist zufrieden sind – weshalb sie ja wählen gingen (die Klammer liegt daran, dass diese Bewegung sich irgendwie organisieren muss, und mit Geld kann man da immer aushelfen).

      Gegenfrage: Was bringt denn, eine 'pazifistische' 'bürgerrechts' Partei zu wählen, die gegen Stuttgart21 ist, wenn die dann Kriegseinsätze beschließt, und S21 trotz geplatzter Kostendeckung durchpeitscht.

      S21 ist für mich immer wieder ein Menetekel. Es soll eine Schlichtung geben, in der 'Beführworter' und Gegner ihre Argumente einbringen sollen, um eine Lösung zu finden.
      Umweltargumente zählen nicht.
      Sicherheitsbestimmungen zählen nicht (Brandschutz, Bahnsteinneigung…)
      Bauliche / Lokale Bedingungen des Untergrunds zählen nicht
      Sachliche Argumente in Bezug auf die Kapazitäten zählen nicht
      Eine breite gesellschaftliche nichtakzeptanz die in der Lage ist alle Mittel der Mitbestimmung auszuschöpfen, die dieser 'demokratische' Staat überhaupt vorsieht – zählt auch nicht

      Und dann zählt noch nicht einmal die sonst ach so heilige Kuh – der Finanzierungsrahmen…
      Das war kein offener Prozess (die Grundvorraussetzung für Demokratie) sondern ein abgekartetes Spiel. Und dann die Polizeigewalt dazu… die natürlich auch von der pazifistischen Bürgerrechtspartei nicht aufgearbeitet wird…

      Was bringt es denn da noch zu wählen. Den kriminellen Scheiß, den sie verantwortliches Regierungshandeln nennen, können sie machen, daran kann ich offenbar nichts ändern. Aber doch bitte ohne meine Stimme!

    • Ahoi, ich gehöre zu denen, die dennoch wählen gehen (bis auf die Steinmeier Details waren mir die Dinge bekannt).
      Ich sehe einfach nicht, das ich irgendwo sonst einen Einfluß habe, daher kann ich nicht auf mein Kreuz bei der Wahl verzichten. Warum sollten die Parteien, die so offensichtlich auf die Bürgerwünsche s*n, wegen geringer Wahlbeteiligung das Procedere ändern? Es hat schon häufig Wahlen gegeben unter 50 Prozent und rechtlich gibt es keine Beteiligungshürde.

      Sollte sich je eine wahrnehmbare APO Bewegung organisieren, bin ich dabei, doch das ist kein Selbstläufer.

    • Lieber Lesesalamander, es hat keiner von Ihnen verlangt, "die Grünen" zu wählen, auf so einem durchschnittlichen Wahlzettel stehen vielleicht 30 Parteien! Wer nicht wählen will, ist nur zu faul, sich zu informieren.

    • Nun ja A.B.,
      die Informationen, die ich von und über diese vielen Parteien erhalte machen es für mich nicht leichter diese zu wählen, es hat sich nunmal herausgestellt, dass keine Partei die Fackel ihres Wahlprogramms bis nach Olympia tragen kann und es hat mich bis dato keine einzige überzeugt, dies auch nur ernsthaft versuchen zu wollen. Da ist nach 100 Jahren Verarsche ja ein bisschen Skepsis und Frust verständlich, oder?

      Das "Nichtwählen" oder besser ungültig Wählen, denn damit hält man zumindest noch das GG in Ehren, ist doch nur der vorletzte Schritt. Sozusagen die rote Karte an die Auswahl.

      Frankreich ist da ein sehr anschauliches Beispiel: zuerst wählen gut ein Drittel ungültig, um dem Juppi und dem Stift zu zeigen, dass sie beide unwählbar sind und danach brennt die Straße bis der Foul-Präsident dann endlich Duschen geht…

      Wir Deutschen haben das damals anders / dümmer gelöst, als es hieß Schröder vs. Stoiber. Da sind wir wie die Blöden zur Urne gejagt, damit wir wenigstens nen Kanzler bekamen, der genug Grips für nen Totoschein hatte. Dass das der falsche Weg war, wussten wir dann hinterher, als die Maschmeyersparbüchse bzw. der Laffontaine-Mörder direkt nach der Wahl ohne Scham verkündete: "Die wollten ja alle mich! Weiter so!".

      Nach diesem offensichtlichen Realitätsverlust auf Bundesebene war für mich persönlich Ende mit wählen, bis wir wieder eine Auswahl mit IQ (Integritäts Quotient) oberhalb von Körpertemperatur bekommen. Doppel-Parteispitzen, dürfen ihren IQ gern addieren…

  16. 23:49, ich bin jetzt bei 1:07:xx. Ich glaube es reicht für heute mit schlechten Nachrichten – auch wenn ich im Prinzip das meiste schon weiß, von Details abgesehen.

    Paar Kommentare und Fragen an Jochen Mitschka
    1. Ich bin Baujahr 84 und auch noch mit 'nie wieder Krieg von deutschem Boden' aufgewachsen. Das ist die eine Indoktrination aus der Schule, die ich heute noch akzeptiere. Kein Krieg. Fertig

    Jahrgang 52 ist also vermutlich / hoffentlich nicht die letzte Generation, der das so ging.

    2. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber sie stehen bei mir seit einiger Zeit schon auf der Liste der Autoren, die ich besonders ernst nehme – bzw. die besonders interessante Themen beleuchten. Da stehen sonst so Namen wir Werner Rügemeer und Dirk Pohlmann. Ich hoffe sie fühlen sich wohl in dieser Gesellschaft. 😉

    3. Wenn man 'Jochen Mitschka' sucht, kommt nicht viel. Weiß irgendwer woran das liegt? Ich habe mal gehört, ab 3 Büchern gibt's nen Wiki-Artikel. Man findet ja nicht mal die Bücher, außer dem letzten, aber die wären ja da. Trotzdem nur heise, Telepolis… Es gibt noch nicht einmal einen Artikel bei Psiram – was schon erstaunt, aber vermutlich wäre der die Vorraussetzung für nen Wiki-Artikel? – abgesehen von der Aufzählung der Autorenschaft des Rubikon.

    4. Sie veröffentlichen bei Kopp, und nibe. Letzteres habe ich noch nicht gehört. Beides scheint aber mit aktuellen Veröffentlichungen aufzuwarten. Warum 2 Verlage, hat das mehr als nur privaten Hintergrund? Warum hat das meinetwegen mit Westend nicht geklappt? Gibt es da Vorgänge, die uns interessieren könnten (die also nicht privater natur sind)?

    • Zu 1. Danke für den Hinweis. Das macht mir Hoffnung, dass es doch noch länger dauern wird, bis wir wieder "auf Linie" gebracht sind.
      Zu 2. Danke, ist mir eine Ehre
      Zu 3. Ich befinde mich noch in Phase 1: "Zuerst ignorieren sie dich". Gutes Beispiel ist mein Buch http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26320 Es gibt keine ernsthafte Replik, auf die ich reagieren könnte, oder aus der ich meine Meinung ändern könnte. Mehr will ich nicht dazu sagen.
      Zu 4. Die Tatsache, dass ich zwei Bücher beim Kopp Verlag veröffentlichte, weil kein anderer Verlag interessiert war, wird ganz offen (mindestens von einem Medium) als Grund genannt, warum nichts von mir veröffentlicht wird. Der Kleinverlag NIBE hat von Anfang an ohne Rücksicht auf "politische Korrektheit" meine Bücher veröffentlicht. Allerdings auch dort inzwischen wie andere evt. problematische Bücher in den Alitheia-Verlag umgelagert. Im Moment wird ein Verlag gesucht, der mein Buch über die Hintergründe von Greta Thunberg veröffentlichen will. Aber da tut sich genau das bekannte Problem auf.
      Ich habe so die Vorstellung, dass sich alles ab Juli verändern könnte.

    • Danke das sind interessante Einblicke. Das sie noch in "Phase 1" sind finde ich trotzdem spannend.

      Wir sind in Dresden ein paar dutzend Leute, die regelmäßig Montags zur Mahnwache für den Frieden zusammenfinden (die Mahnwache ist immer, die Besetzung ist wechselhaft). Einer davon ist Peter Frey.
      Der hat noch kein Buch geschrieben, und ist 'nur' aktiver Autor beim Rubikon, war erst einmal bei KenFM und betreibt sonst nur seinen Blog Peds Ansichten. Was in Psiram so beschrieben wird: 'In anderen Artikeln wird von Peter Frey aus Dresden (Betreiber des Blogs peds-ansichten) die aufgeschlossene Lektüre von „Mein Kampf“ von Adolf Hitler empfohlen.'

      Der hat einen Psirameintrag: https://www.psiram.com/de/index.php/Peter_Frey (den hat er gefeiert: "jetzt endlich relevant") und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Worüber wir noch lachen können, weil uns ja auch gar nichts anderes übrig bleibt. Noch.

      (Aber der Verfassungsschutz ist heute genauso wenig ein stumpfes Schwert, wie zu Zeiten, als die KPD verboten wurde. Obwohl er oft absolut lächerlich agiert, beruft sich das Bundesregime mit der selben Selbstverständlichkeit auf dessen Aussagen, wie auf jene der US-Regierung – mit der selben Lächerlichkeit, aber es funktioniert)

    • Echt jetzt? Ped wird vom Verfassungsschutz beobachtet? Gibt es dafür Indizien oder gar Beweise? Ist Psiram vielleicht die behördliche Beobachtungsliste des Verfassungsschutzes? Im Grunde müssten wir den Spieß doch umdrehen. Wenn Ped tatsächlich vom Verfassungsschutz beobachtet wird, kann doch mit unserem Verfassungsschutz etwas nicht stimmen! Vielleicht sollten wir Peds Beobachtung durch den Verfassungsschutz kühn thematisieren, um den Aufwachprozess der Bürger dieses Landes zu befördern?

      Um so wichtiger, weiter zu Ped zu stehen, seine Artikel zu lesen, sie zu kommentieren und für seinen Blog im Bekanntenkreis zu werben!

    • cyberzaurus

      Ich bin jetzt gar nicht 100% sicher wie das war. Es gibt halt Akten, und die mussten entweder nach dem Informationsfreiheitsgesetz rausgerückt werden, oder Ped hatte Einsicht in die akten Verlangt, die über ihn selbst geführt werden, dann vergleichbar mit den Stasi-Akten.

      Jedenfalls hat er sich die einfach schicken lassen, und gelesen.

      Und ehm. Der Verfassungsschutz ist eine Verfassungsfeindliche Terrorvereinigung hoch 3. Siehe dazu zum Beispiel:
      https://media.ccc.de/v/36c3-100-broken-beyond-repair-no-patch-for-verfassungsschutz-kritische-analyse-der-verfassungsschutzberichte

      Da erfährt man so sachen, wie das man als Linksextremistisch eingestuft wird, wenn man den Kapitalismus als solchen kritisiert. Und damit als Beobachtungswürdig durch den Verfassungsschutz. Das ist aber noch gar nicht so schlimm.

      Schlimmer sind die Verwicklungen des Verfassungsschutzes in den sogenannten NSU-Komplex. Dazu so Geschichten wie Verbot von Blood and Honour aber ignorieren der Organisation, die sich als dessen bewaffneter Arm versteht – Combat18. Da gabs jetzt einige erhellende Berichte dazu im Rahmen des Mordfalls an Walter Lübcke.
      Für mich ist damit erwiesen, dass der Verfassungsschutz über Organisationen wie Combat18 die NATO-Stay-Behind-Netzwerke organisiert. Das Waffenlager des sogenannten 'NSU' war also ein vom Verfassungsschutz abgesegnetes NATO-Waffenlager. Deswegen war es auch so wichtig, dass das alles 'radikalisierte Einzeltäter' waren und sind.

    • Hallo Herr Mitschka, Sie schreiben: "Ich habe so die Vorstellung, dass sich alles ab Juli verändern könnte."
      Ich stehe leider auf der Leitung! Könnten Sie vielleicht eine kleine Andeutung machen, mir auf die Sprünge helfen …?
      Ich kann rückmelden, dass ich über die NRhZ von Ihrem Buch "Die vergessenen Lehren…" erfahren habe und es fast ganz gelesen habe – es wurde mir am Ende dann einfach zu viel.
      Eine Bemerkung zu Kopp: Ich wohne in der Nähe; in der Lokalzeitung kommen immer wieder Leserbriefe, die fordern, dass man endlich etwas gegen den Verlag tun müsse. Es sind nur wenige Personen, die das immer wieder schreiben und andere, die für Offenheit und Toleranz plädieren. Der Kampf gegen Kopp fällt unter die Rubrik "Kampf gegen Rechts" und braucht daher kaum umständliche Begründungen und Kontaktschuld liegt nahe.

    • @ Lesesalamander

      Vielen Dank für den Hinweis auf den Vortrag beim 36C3. Ich habe mich auf dem dort verlinkten Archiv aller Verfassungsschutzberichte umgeschaut. Konkret habe ich im jüngsten bisher veröffentlichen Verfassungsschutzbericht des Bundes aus dem Jahr 2018 nach dem Begriff Kapitalismus gesucht. Auf Seite 106 definiert der Verfassungsschutz Linksextremismus:

      »Linksextremisten verfolgen das Ziel, die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung und damit die freiheitliche Demokratie zu beseitigen und durch ein kommunistisches beziehungsweise anarchistisches und »herrschaftsfreies« System zu ersetzen. Die marktwirtschaftliche Eigentumsordnung und der demokratische Rechtsstaat werden dabei als untrennbare Einheit (´Kapitalismus´) verstanden, die der Manifestierung von Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnissen dient, in denen sich wenige Privilegierte auf Kosten einer ´Arbeiterklasse´ bereichern. Diese Ordnung sei mit der Vorstellung einer Gesellschaft, die auf den Prinzipien von Freiheit und Gleichheit aller Menschen beruhe, unvereinbar. Bei der Begründung ihrer ideologischen Überlegungen berufen sich Linksextremisten – in unterschiedlichem Ausmaß und abweichender Interpretation insbesondere auf die theoretischen Leitfiguren Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Lenin. Auch sogenannte revolutionäre Gewalt zur Durchsetzung von linksextremistischen Vorstellungen gilt grundsätzlich als legitim.«

      Ich empfinde diese Definition als ein ziemliches Geschwurbel, das diejenigen, die die Interpretationsmacht besitzen, geradezu zur Willkür einlädt und das den Opfern dieser Willkür keine Möglichkeiten lässt, sich mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen eine entsprechende Zuweisung zu wehren. Ich würde sogar so weit gehen, dass diese »Arbeitsdefinition«, die dem Verfassungsschutz als Grundlage für seine Arbeit dient, selbst nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist, fordert das Grundgesetz doch, dass alle Gesetze den Grundsätzen der Bestimmtheit und Normenklarheit entsprechen müssen.

      Nach meinem Selbstbild befinde ich mich maximal weit weg von jedem Extremismus und jeglichen Gewaltphantasien. Trotzdem habe ich große Zweifel, ob unsere marktwirtschaftliche Eigentumsordnung der Weisheit letzter Schluss ist – selbst, wenn sie das einmal so gewesen sein sollte, muss das ja nicht auf alle Zeiten gelten. Ähnliche Zweifel hege ich in Bezug auf »herrschaftsgebundene« Systeme. Ich könnte mir vorstellen, dass Peds-Ansichten ähnlich sind.

      Nach meinem Verständnis hätte der Verfassungsschutz viel zu tun, wenn er alle Bürger dieses Landes beobachten wollte, die ähnliche Ansichten haben. Dass der Verfassungsschutz sich auf eine Teilmenge dieser Personen beschränkt, macht nochmal deutlich, dass hier staatliche Willkür am Werk ist, ein weiterer Verstoß gegen die Grundsätze unseres Grundgesetzes.

    • Text aus LR-online
      "Im Februar soll die Mobilmachung der Truppen in den USA erfolgen, dann folgt die Verschiffung nach Europa. Ein ersten Schiff mit britischen Unterstützungseinheiten hat Antwerpen am 3. Februar erreicht. Das Gros der Truppenverlegungen in Europa soll im April und Mai erfolgen. Im Anschluss findet eine Reihe kleinerer Schießübungen und Manöver in Polen statt, ehe die Rückverlegung der Truppen Richtung US-Heimat beginnt. Insgesamt soll sich das Ganze bis in den Juli hinziehen."
      "Quer durch Europa. Die Schiffe mit der schweren Kriegstechnik werden in mehreren Häfen in Estland, Lettland, den Niederlanden und Belgien ankommen. In Deutschland sollen Bremerhaven und Bremen beteiligt sein. Von dort geht es per Schiene und Straße quer durch Europa Richtung Polen. Rund 4000 Kilometer werden dabei laut Angaben der US-Armee zurückgelegt."
      Herr Mitschka, sagen Sie doch den Jungen offen, was Sie mit Juli meinen. Hitler hatte beschlossen Russland anzugreifen und dies 31.07.1940 dem Oberkommando der Wehrmacht mitgeteilt. Ihr erkennt alle einen gewissen Zahlenokkultismus in der ganzen Planung. Ich erkenne nur das große Risiko, dass eine Provokation oder eine Kriegserklärung im Nahen Osten (USA, Türkei, Israel und NATO auf der einen Seite und Syrien, Iran und Russland auf der anderen Seite) automatisch das Ganze in Gang setzt und die NATO ist in Polen vor Ort. So wird aus Übung Ernst.
      Die Zeit der kryptischen Andeutungen ist vorbei.

  17. Vielen Dank für dieses Gespräch!
    Ein sehr interessantes und zusammenfassendes Update deutscher Aussen- und Geopolitik aus der „Frieden ohne Krieg-Perspektive“.

    Der erneute Hinweis, dass am Ende der „Kleine Mann/Frau, Otto Normalo o. Steuerzahler/in“ (wie immer mensch es nun nennen möchte) die Zeche zahlt, brachte mich auf den Gedanken, dass das Kreuz auf dem (gültigen) Wahlzettel eigentlich doch mehr/eher eine Kaufentscheidung ist. Wie im Netz der Button:“Jetzt kaufen“! oder . . Steuernummer reicht aus, ist bekannt und Finanzamt bucht ab.

    Was kaufe ich: perfekte Demokratie- und Gutmenschinszenierung, inzenierte Wohlfühlrealität, die verhindert, dass wir wirklich merken was drinn ist, in der blendenden Verpackung. Es ist wie ein Ablasshandel, bezahlt wird mit immer mehr Lebensqualität, weil uns scheinbar komplett der Glaube an uns selbst und solidarischer Gemeinschaft verloren gegangen ist?.

    Ausmeiner Sicht (und da schließe ich mich selbst mit ein) glaube ich, dass die Bedeutung unabhängiger Medien als wichtiges Kontrollorgan in einer verfassungsrechtlich organisierten Nation(Region) noch gar nicht wirklich begriffen ist.

    Nicht nur weil Medien als „menschen- und gesellschaftsfeindliche“ Propaganda missbraucht werden können. Es ist Realität von Aussenwelt, die da für uns jeden Einzelnen geschaffen wird (ob wir wollen oder nicht(!), wir können nicht überall da und dabei gewesen sein), die ganz entschieden dazu beiträgt, ob wir wohlwollend oder ablehnend einer Sache gegenüberstehen.

    Die Idee öffentl. rechtl. Medien ist zwar schön, die Umsetzung heute jedoch eine Katasthrophe und muss neu gedacht werden.
    Realitätsinszenierung durch Framing, umdefinieren von Begrifflichkeiten, Unterhaltungsfaktor von (Pseudo-)Nachrichten, mediales Abfüttern mit Nebensächlichkeiten, Ablenkung von Oppositionsenergien durch Spaltung in S/W-Lager, Ignorieren und Weglassen wichtiger Meldungen und Informationen, und, und, und . . . Erst jetzt wächst doch allmählich wirklich ein Bewußtsein dafür

    Ich glaube, dass es Generationen braucht, bis die Geschichts- und Schulbücher und alle sonst. Indoktrinationsinzenierungen wieder umgeschrieben sind. Fand die Anmerkung von Herrn Mitschka schon passend, als er sagte, dass wir schon immer belogen worden sind.

    Tausend Dank Herr Mitschka für ihre Arbeit!

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