Im Zweifel für die Umwelt

Auch wenn die Ursachen des Klimawandels nicht restlos geklärt sind — es ist zu riskant, jetzt nicht aktiv zu werden.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Die Rettung unseres Ökosystems müsste allen am Herzen liegen — bei den Profiteuren von Raubbau und Verschmutzung ist dies jedoch nicht so sicher. Als wären sie nicht auch Kinder dieses Planeten, investieren Konzerne in Meinungsmache, die versucht, das Problem zu bagatellisieren. Das müssen wir wissen, wenn wir zwischen widersprüchlichen Theorien abwägen. Sicher, Zweifler sollten in die Diskussion mit einbezogen und nicht ausgegrenzt werden — aber was tun wir, so lange nicht zweifelsfrei sicher ist, dass die Klimakatastrophe menschengemacht ist? Klugerweise sollten wir handeln, als ob wir verantwortlich wären und alles von uns abhinge. Was wir tun können — weniger Auto fahren und Fliegen zum Beispiel — ist in jedem Fall richtig; im äußersten Fall ist es überlebenswichtig.

von Bernhard Trautvetter.

Der Weltklimarat, Umweltorganisationen und andere Warner vor apokalyptischen Auswirkungen der kapitalistischen Verwertung der Erde werden immer wieder als Panikmacher und insofern als „Alarmisten“ in ihrer Wissenschaftlichkeit infrage gestellt oder gar als in die Apokalypse verliebte Fundamentalisten herabgewürdigt und auch mitunter verhöhnt. Hiobsbotschaften einerseits ebenso wie Entwarnungen andererseits sind allerdings jeweils nur dann von der Hand zu weisen, wenn valide, also verlässliche und nicht anzweifelbar harte Fakten vorliegen, um die eine oder die andere Position unumstößlich abzusichern.

Solange wir nicht wissen können, dass der gegenwärtige große Raubbau an den Schätzen der Erde dem Leben nichts anhaben kann, solange fordert die Verantwortung gegenüber dem Leben in der Gegenwart — und in der unendlich langen Zukunft — von den jetzt lebenden Generationen eine allumfassend sorgende Vorsicht im Umgang mit dem Lebensraum Erde. Da wir die Zusammenhänge und die mittel- sowie langfristigen Auswirkungen gegenwärtigen (Nicht-)Handelns nicht exakt genug wissen, können wir zwar jeweils den Weltklimarat, Fridays For Future oder auch Donald Trump, die AfD und andere heftig kritisieren, das ist allerdings wissenschaftlich nicht sonderlich relevant.

Letztlich müssen wir uns in aller Konsequenz bewusst machen, dass es keine einhundertprozentig gültige wissenschaftliche Basis für die eigenen Aussagen und Positionen zur Frage des anthropogenen Klimawandels gibt.

Aus diesem Grund ist Demut die einzig verantwortbare Haltung im Sinne der Wissenschaftlichkeit und im Sinne des Interesses der Gattung Mensch an einem Überleben über die Gegenwart hinaus — keinesfalls jedoch der Angriff auf die Warner, auf die Kassandras mit den Hiobsbotschaften.

Demut muss allerdings entgegengesetzt auch für die Haltung dieser Warner gelten gegenüber jenen, die in der Klimafrage die jeweilige Gegenposition einnehmen. Einige von ihnen zweifeln und argumentieren aufgrund der in der Tat teilweise widersprüchlichen Informationslage — diese Argumente müssen in der Diskussion berücksichtigt und ernst genommen werden. Das sollte ohnehin generell die Haltung in der Friedens-, Umwelt-, der sozial-alternativen Bewegung sein, sonst endet jeder Dialog bereits im Keim, ehe er überhaupt in Gang kommen konnte.

Bei diesen Abwägungen und Diskussionen muss einem jedoch bewusst sein, dass auf Seiten der den Warnern gegenüberstehenden Klimaskeptiker Milliarden Dollars und Euros von fossilen Energiekonzernen für Meinungsbeeinflussung investiert werden: Das Europäische Institut für Klima und Energie EIKE wendet gegen die Warnungen vor dem Klimakollaps ein, es könne nicht sein, dass der Mensch „mit ein wenig CO2 unserem Planeten den Rest“ gibt (1). Dieses Institut wird unter anderem von Mineralölkonzernen wie Exxon Mobile gefördert (2). Kritiker des Weltklimarates — sogenannte „Klimaskeptiker“ — warnen auf der EIKE-Website: „Nicht das Klima ist bedroht, sondern unsere Freiheit“, weil diejenigen, die vor der Klimakatastrophe warnen, auf dem Weg in eine Öko-Diktatur sind (3).

Ein bekannter europäischer Propagandist auf Seiten der Klimaskeptiker ist Henryk M. Broder, ein ehemals systemkritischer Autor, der Anfang 2019 in einer Rede für die AfD ganz im Sinne des schon erwähnten EIKE-Instituts Position bezog. Er führte aus:

„Ich glaube nicht einmal daran, dass es einen Klimawandel gibt, weil es noch keinen Tag in der Geschichte gegeben hat, an dem sich das Klima nicht gewandelt hätte. Klimawandel ist so neu wie die ewige Abfolge von Winter, Frühjahr, Sommer und Herbst. Neu ist nur, dass das Klima zum Fetisch der Aufgeklärten geworden ist, die weder an Jesus noch an Moses oder Mohammed glauben“ (4).

Auf solche Propaganda ist zu antworten: Solange wir nicht hundertprozentig sicher sind, ob menschengemachte Veränderungen und Zerstörungen der Umwelt menschheitsbedrohende Auswirkungen mit sich bringen, solange verbietet es sich, das Experiment mit der Lebensraumvergiftung und -zerstörung auch nur einen Tag länger weiterzuführen. Das betrifft besonders den Ressourcen-Raubbau, mit dem die kapitalistische Jagd nach kurzfristigen Profiten mit möglichst wenig Aufwand den kommenden Generationen die Lebensgrundlagen raubt. Der alte Leitspruch „Wir haben die Welt nur von unseren Kindern und Kindeskindern geborgt“ verliert leider nichts an Aktualität — im Gegenteil.

Unser großes Experiment mit der Erdatmosphäre, mit der Humusschicht sowie dem Wasser, mit der Emission von Verbrennungsabgasen muss soweit wie möglich begrenzt und zurückgeführt werden. Der Einfluss von CO2, so umstritten er ist, kann eine existenzielle Rolle im Zusammenspiel von menschlichen Aktivitäten und Klimawandel spielen, er ist deshalb zwingend zu reduzieren, etwa durch einen schnellstmöglichen Kohleausstieg und durch das Ende von Verbrennungsmotoren im Verkehr. Wasser- und Insektenschutz müssen beim Umweltschutz höchste Priorität haben, da die Nahrungskette sonst implodiert.

Erforderlich ist auch das Ende der Nuklearrüstung und der sogenannten friedlichen Nutzung der Atomenergie — das ist ein zentrales Element der Verantwortung der Zivilisation der Gegenwart für die hoffentlich in ein paar hunderttausend Jahren lebenden Nachfahren von uns. Auch die Hochrüstung mit ihren Konsequenzen für das Anfeuern von Kriegen darf auf keinen Fall weitergehen.

Grundsätzlich geht der Raubbau an den natürlichen Ressourcen in letzter Konsequenz auf die kapitalistischen Verwertungsinteressen in der Konkurrenz der Konzerne um Märkte und um Profit in der Friss-oder-Stirb-Ökonomie zurück.

Eine Gemeinwohlökonomie, die auf einer Vergesellschaftung zugunsten des Gemeinwohls und auf einer Balance aus Verbrauch und Nachwachsen von Ressourcen aufbaut, würde die notwendigen Lösungen bieten. Jedoch: Wir können nicht mehr warten; klimapolitisch müssen wir sofort handeln, bevor der ökologische Point of no Return erreicht ist. Wir müssen aber all die überlebensentscheidenden und umwälzenden Veränderungen auf eine Weise bewerkstelligen, dass der Menschheit ein Weg in eine zukunftsfähige Gesellschaft offen bleibt.

Die nachkapitalistische Gesellschaft, die es langfristig gegen alle Widerstände zu erringen gilt, nenne ich tatsächlichen, demokratischen Sozialismus; die Option für einen solchen zukunftsverträglichen Weg offenzuhalten, das ist Verpflichtung der „Generation Gegenwart“. Konkrete Naturschutz-Politik verbunden mit einer Perspektive der Überwindung des aktuellen Konkurrenzsystems ist die Aufgabe der Stunde — oder, um es mit Harald Lesch zu sagen:

„Man muss versuchen, das Unbeherrschbare zu vermeiden und das Unvermeidbare zu beherrschen.“


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.eike-klima-energie.eu/2011/07/03/neues-aus-dem-phantasialand-des-pik-die-kipp-kunde-der-pik-punkte/
(2) https://www.heise.de/tp/features/EIKE-Konferenz-in-Berlin-Das-Treffen-der-Dinosaurier-3387828.html]
(3) https://www.eike-klima-energie.eu/2018/05/02/auf-zur-globalen-oekodiktatur-wie-der-klimaforscher-hans-joachim-schellnhuber-die-welt-umbauen-will/
(4) https://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article187962993/Henryk-M-Broders-Rede-vor-der-AfD-Bundestagsfraktion.html

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Dieser Beitrag erschien am 18.04.2019 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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15 Kommentare zu: “Im Zweifel für die Umwelt

  1. Sehr guter Artikel. Ich sehe es auch so, dass Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist. Es sollte das Vorsorgeprinzip gelten.
    Doch das Nachsorgeprinzip ist leider der Normalfall. Was die Vorsicht nicht regelt, erledigen später Reue und Schmerz; die Leute lernen nur von Erfahrung, dem harten Lehrmeister. Oder gar nicht. Wie dem auch sei…

    An Maßnahmen ist noch hinzuzufügen:

    – Fleisch-Produktion herunterfahren, denn es hat einen tiefen ökologischen Fingerabdruck (hoher Wasser- und Getreideverbrauch, Belastung des Grundwassers durch Überdüngung)
    – Energie-Verbrauch herunterfahren, denn durch den Kohleausstieg verliert man Energieproduktion; und ich denke keiner hier will als Ersatz auf Kernenergie umsteigen
    – lokale Nahrungsmittelproduktion fördern wo möglich, da es durch potentiell ausfallende Ernten (bei mehr als 2°C Anstieg d. Durchschnittstemperatur) in Tropen, Subtropen und sogar im mediterranen Raum zu Nahrungsmittelknappheiten kommen wird, die kompensiert werden müssen; siehe z.B: fruchtbares Agrarland in der Ukraine (Schwarzerde)
    – Autofreie Sonntage

    Freilich, alles unbeliebte Maßnahmen, da sie mit Selbsteinschränkung zu tun haben. Doch den Fanatismus sehe ich eher bei jenen Leuten, die ihren Lebensstandard verteidigen und dabei alle Risiken ignorieren und nicht wahrhaben wollen. Ähnliches Prinzip: Der Einsatz von Uranmunition… Warner gab und gibt es zu hauf, sowie Folgeschäden und Opfer (Zivilisten und Soldaten), sowie Klagen und Prozesse; aber die Militärs wollen nicht auf ihre Wunderwaffe verzichten; und in der Atomindustrie ist man froh, wenn man Abfallprodukte dem Militär verkaufen kann anstelle sie zu kostenaufwendig zu entsorgen. Und so wird geleugnet und Risiken kleingeredet. Und zum Schluss hat man dann keinen Planeten mehr, sondern einen strahlenden Abfallhaufen, in dem zu leben es nicht wert ist, es sei denn man schraubt seine Ansprüche seeeeehr seeeeeeehr weiiiiiiiit nach unten.

    • @Yves S
      „– Autofreie Sonntage“

      Mir wäre eine Verkehrspolitik lieber, durch die ich an JEDEM Tag ohne unnötige* Gefahr an Leib und Leben mit dem Fahrrad von A nach B fahren könnte.
      *verkehrsplanerische Unfallursachen, besonders Radwege
      Eine Verkehrspolitik, in der Gesundheit und Leben der Menschen über der Art des Fahrzeugs steht, ist illusorisch, die Großaktionäre der Autokonzerne bestimmen mit ihrer finanziellen Macht die Politik, eine Oligarchie der Großaktionäre der Autokonzerne.
      Warum hat Holland ein Radwegenetz, mit dem man trotz der prinzipiellen Nachteile von Radwegen leben könnte?
      Weil Holland keine Autokonzerne und demzufolge keine Autokonzern-Aktionär-Oligarchie hat.

      (Statistisch werden die meisten Autos pro Tag 10-20 km bewegt; 10 km wäre für jeden Gesunden ein Klacks, ab 20 km gibts seit mindestens einem Jahrzehnt(!) elektrounterstütze Fahrräder – einfach, bequem, kostengünstig und die pöööhsen Chinesen exportieren die gerne preiswert – ein kleiner Hoffnungsschimmer.)

      „Freilich, alles unbeliebte Maßnahmen, da sie mit Selbsteinschränkung zu tun haben.“

      ?
      Was Sie aufzählten, eröffnet Raum für Selbstentfaltung in Lebensqualität.

      „Der Einsatz von Uranmunition… Warner gab und gibt es zu hauf, “

      ?
      Ungefähr so sinnvoll, wie Hitler vor den Folgen von Gaskammern zu warnen.
      Für nordamerikanische Kolonialisten – ausgewanderte Europäer, huch könnten die ähnlich wie wir oder zumindest unsere Vorfahren sein – eine Win-Win-Situation zur Durchführung echt modernen und vor allem nachhaltigen Völkermordes – 4 MILLIARDEN Jahre Halbwertzeit, ideal dafür.

  2. Ich denke, die entscheidensdste Schadensminimierung geht nicht so sehr von verordneten Einzel-Unterlassungen aus, schon gar nicht vom Gezänk um Schädlichkeits-Quanten.

    Entscheidend ist, dass wir für allenthalben findige Aufwandsminimierungen sorgen – denn durchweg kommen mit Blick auf Problemlage X,Y,Z in der Regel jeweils noch aufwändigere Organisationsmodelle für Produktion und Lebensumstände aufs Tapet ! Diese Denke gilt es am allerdrängendsten abzustreifen… !

    a) stattdessen sollten wir endlich zu Erörterungen finden, die geeignete System-Korrekturen ambitioniert auf ihre Tragfähigkeiten abklopfen und geeignete Aktionsgemeinschaften aufbauen, also ernsthaft kommunizieren, statt einfach nur unverbindliche Gedankenpost ausstreuen …,

    b) … einen immer unablässigeren engagierten Alternativen-Vortrag allen Entscheidern gegenber betreiben, deren sich gelegenheitsbezogen habhaft werden lässt … – z.B. gegenüber der UNCTAD mit ihrer neuen globalisierungskritischen, aber noch viel zu traditionell ansetzenden Studie (vgl hier: https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/04/23/dringend-zuspitzungs-beduerftige-unctad-studie/ )

    c) … nicht-diktatorische Alternativ-Produktionsweisen und Bedarfsdeckungen anzielen – stattdessen wohlüberlegt vielfältig neu beteiligte Bürgerwerks-Kreise anstoßen und mit Leben erfüllen!
    (leider, @Buddahshi, empfinde ich Deinen Maßnahmen-Katalog als, so zusammengestellt, tendentiell diktatorisch, weil er nur Notwendigkeiten auflistet, die sich damit verbindenden Möglichkeiten aber nicht skizziert…)

  3. Ich will auch Geld und Unterstützung. Das was Eike sagt, war schon meine Ansicht, seit die CO2 Diskussion ihren Anfang nahm.

    Dass jemand Unterstützt wird, heißt ja nicht notwendig, dass er Unrecht hat. Dann hätten ja alle Unrecht, die laut daher tuten, denn ohne Unterstützung ist keiner davon, außer mir.

    Und im Zweifel für die Umwelt, dafür kommt der Autor mir recht spät mit der Rüstung und den Kriegsspielen.
    Ja sicher, es ist löblich, wenn jemand auf den Urlaubsflug verzichtet, der Umwelt zu liebe, von daher ist es auch löblich wenn die Flugzeuge der Bundeswehr mangels Flugfähigkeit am Boden bleiben, aber leider wird dann unser Freund die NATO aushelfen.

    Und nein, keiner redet von der Umwelt, alle reden nur von CO2 und neuerdings ein bisschen von Plastikmüll. Das ist doch, abgesehen von der zweifelhaften Schädlichkeit von CO2, nur ein ganz geringer Teil dessen, was wir der Umwelt antun. Mir scheint, es soll nur die zu erwartende CO2-Steuer rechtfertigen, die alternativlos vor der Haustür des kleinen Mannes steht. Den Profit wird sich davon keiner schmälern lassen und diejenigen, die sich das mit links leisten können, wird es auch nicht beeindrucken. Sie werden sich gut fühlen, weil sie etwas tun.
    Wie sie sich jetzt gut fühlen, weil ja alle Umweltsünde mit der Produktion ins Ausland abgedrängt wurde, wo man sich Umweltschutz noch nicht leisten kann.

    • @ Frowe Hulda

      Sie schreiben: „Und nein, keiner redet von der Umwelt, alle reden nur von CO2 und neuerdings ein bisschen von Plastikmüll. Das ist doch, abgesehen von der zweifelhaften Schädlichkeit von CO2, nur ein ganz geringer Teil dessen, was wir der Umwelt antun. Mir scheint, es soll nur die zu erwartende CO2-Steuer rechtfertigen, die alternativlos vor der Haustür des kleinen Mannes steht.“

      Ja, sehe ich genauso! Umweltschutz – dagegen kann niemand etwas haben, der noch alle Sinne beisammen hat. Aber sowas wie Klimaschutz gibt es nicht, kann es nicht geben, schon gar nicht durch Einsparung von CO2. Das ist so ziemlich das Dümmste und Nutzloseste und vermutlich am Ende sogar Schädlichste, das ich mir vorstellen kann.

      Wie an anderer Stelle bereits angemerkt, leben wir in einem langsam sich seinem Ende zuneigenden Eiszeitalter (charakterisiert dadurch, dass zumindest ein Pol der Erde vergletschert ist – kann man sogar bei Wikipedia nachlesen „Eiszeitalter“).

      Auch nur anzunehmen, die Erwärmung, die für jeden, der auch nur eine halbe funktionierende Gehirnzelle besitzt, als logische Konsequenz eines Eintritts in eine Warmzeit zwingend folgen muss, als menschengemacht zu betrachten, ist … nein, dazu fehlen mir einfach die Worte. Das liegt so offensichtlich auf der Hand, dass sich jeglicher weiterer Kommentar erübrigt.

      Auch nur anzunehmen, man könne, mit welcher Maßnahme auch immer (z. B. der Einsparung von CO2), das Klima daran hindern, sich zu ändern, im vorliegenden Fall, sich zu erwärmen, ist in etwa so aussichtslos wie die Vorstellung, dass wir mit ähnlichen Aktionen verhindern könnten, dass nach Winter Frühling kommt.

      Und ganz nebenbei: Alle Anstrengung der vergangenen Jahre, die Milliarden, die für den sog. „Klimaschutz“ ausgegeben wurden, sind innerhalb weniger Tage vollständig sinnlos, zwecklos und annulliert, wenn, wie vor wenigen Jahren geschehen, auf Island ein Vulkan ausbricht.

      Soviel dazu.

      Umweltschutz, sorgsamer Umgang mit der uns umgebenden Natur – da fällt mir spontan das rücksichtslose Fällen hunderter alter Bäume zur Installation von 5G ein – da bin ich sofort dabei.

      Das wäre doch mal ein echtes Statement der gerade so überzeugt protestierenden Jugendlichen (oder sind gerade Ferien?!). Sie alle könnten richtig was bewegen, würden sie alle gemeinsam die wirklich leicht umzusetzenden Dinge in ihrem Leben konsequent ändern: Verzicht auf alle Produkte, in denen Palmöl steckt, keine tierischen Produkte mehr, keine Flugreisen, nicht gleich das neueste Handymodell, etc. etc. – Was glaubt Ihr, was das für ein Statement wäre, wenn es von Dauer wäre!?!

      Die o. g. Punkte sind in meinem Leben seit mehr als 20 Jahren realisiert und ich kann nicht mal sagen, dass es ein großes Opfer war. Es lebt sich bestens auf diese Weise.

      Die Freitagsproteste erscheinen mir eher als eine Spaßveranstaltung, Party eben, entbehren aber jeglicher persönlicher Konsequenz (Ausnahmen bestätigen, wie immer, dir Regel).

  4. Alle Kriege und Militärübungen sofort weltweit ächten und die Rüstungsindustrie zur Verantwortung ziehen.

    Bitte sofort die Erdöl und Erdgas Quellen in Russland, Saudi Arabien, Venezuela, Iran usw stilllegen. Fliegen komplett einstellen. Bahnlinien, U-Bahnlinien, Straßenbahnlinien ausbauen. Bei Schiffen nur noch Segelschiffe erlauben. Neue Linien mit Elektrobusse (Oberleitung wenn geht) dort wo kein Schienenverkehr möglich ist. Auf keinen Fall Elektroautos als Individualverkehr und auch keine autonom fahrenden Elektroautos, dies ist aus umwelttechnischen Gründen und energietechnischen Gründen eine Katastrophe! Für Individualverkehr gibt es dann Fahrrad und Pferd.

    Atomkraftwerke sofort schließen! Da ist es klar was für eine Katastrophe und Verbrechen das ist, da gibt es auch nichts zu diskutieren.
    Geldsystem und Kapitalismus sofort beenden. Da ist auch klar was für eine Katastrophe und Verbrechen das ist, da gibt es nichts zu diskutieren.
    Kosmetikartikel, schädlich hergestellte Kleidung(also alles was es in Europa zu kaufen gibt außer Lodenjacke und Lederhose), schädlichen Elektronikschrott wie Smartphones und Tablets sofort verbieten. Mobilfunk sofort verbieten.

    Alle Düngemittel, Unkrautvernichtungsmittel und Spritzmittel sofort verbieten.
    Auch für Reinigungs, Putzmittel und Waschpulver müssen ganz strenge Richtlinien eingeführt werden und der Großteil sollte verboten werden.

    Tierfabriken sofort stilllegen. Süßwarenindustrie stilllegen. Gentechnisch verändertes Saatgut verbieten (weltweit).
    Fischfang sofort verbieten (Weltweit).
    Plastikverpackungen sofort verbieten.

    Und am Wichtigsten, Forschung für die Begrünung von Wüstengebieten und Reinigung der Meere.

    So das sind einige Punkte die dringend umgesetzt werden müssen und jetzt nennen Sie mir eine grüne pro Klimawandel Bewegung die da auch nur einen Punkt davon umsetzen möchte? Ich kenne keine.
    Aber das sind tatsächlich Punkte wo angesetzt werden muss. Ich persönlich habe Zweifel an der CO2 Theorie. CO2 ist kein giftiges Gas sondern ein lebensnotwendiges Gas. Ohne CO2 kein Sauerstoff. Aber an der Umweltverschmutzung und den Raubbau an der Welt auf Grund des Materialismus, Egoismus und Kapitalismus, aber vor allem auf Grund einer herrschenden Kapitalverbrecherbande von Dieben, Lügnern und Massenmördern, daran habe ich keinen Zweifel.

    • Ich habe zusammen mit EstherBejaraono und Sally Perel den Appell es geht um alles veröffentlicht (auch bei kenfm), der die Verbindung der Friedens- und der Umweltbewegung zum Ziel hat. Die Zweifel an der Wirkung von CO2 vermag auch ich nicht (eineindeutig) ausräumen. Mein Ansatz ist hier, was aus der Unsicherheit über die Wirkung u.a. von CO2 folgt. Und da unterscheide ich mich vor allem von Klimaskeptikern. Für mich ist das keine akademische Frage der reinen Wissenschaft sondern eine praktische Frage, die ein existenzielles Potential in sich tragen kann, auf das eine intelligente Gattung aus eigenem Überlebenswillen anders als mit ‚weiter so‘ reagieren sollte, wie mir scheint.

    • Da bin ich ja ganz bei Ihnen. Es ist ja auch mit der Mobilfunktechnologie so. Nur wenn CO2 ernsthaft das Problem ist müssten alle Erdöl und Erdgas Quellen sofort geschlossen werden. Wo dann der gewaltige Energiebedarf herkommen soll ist nicht geklärt. Wie alle wissen wird aber CO2 bei der Photosynthese in Sauerstoff umgewandelt und in die Pflanzen selbst. Also CO2 ist auch lebensnotwendig. Das die Erdöl und Erdgas Quellen geschlossen werden wird, so ist mein Eindruck, nie passieren. Das andere CO2 ist in einem Kreislauf eingebunden, sollte also zu keinen Veränderungen führen. Aber anstatt Grünflächen und Regenwald abholzen und zu betonieren sollte wieder aufgeforstet werden. Warum wird so wenig in die Begrünung vor allem auch in küstennahe Wüstengebiete geforscht. Statt dessen wird weiter Regenwald abgeholzt.

      Also wir müssen an unserem Wirtschaftsystem anfangen, das würde automatisch zu einem Rückgang des Energiebedarfes führen. Wenn wir von einem exponentiellen Wachstum weg kommen zu einer Kreislauf und Bedarfswirtschaft und über unseren Bedarf auch diskutieren was tatsächlich gut und notwendig ist würde das den steigenden Energiebedarf begrenzen und hoffentlich dann auch reduzieren.
      Und das vermisse ich von der IPCC. Die Klimadiskussion erscheint mir als Scheindiskussion. Niemand will dort tatsächlich die Wirtschaftsordnung ändern. Damit meine ich nicht Sie, Sie haben das klar angesprochen.
      Auch Greta hat ja teilweise die Kriege (US geführte Kriege) und die ungerechte Verteilung angesprochen. Aber es scheint dann doch so zu sein das eine weitere Steuer das Problem lösen soll?
      Also ich weiß jetzt nicht ob der Ausstoß von dem CO2 in sehr hoher Höhe und in der dünne Atmosphäre durch Flugzeuge schädlicher ist als wen nein Diesel LKW CO2 abgibt. Das sollte untersucht werden denn dann müsste tatsächlich der Flugverkehr eingestellt werden. Insofern wäre ich schon auch für eine (massive) Besteuerung des Flugverkehrs, möglicherweise abhängig von der Anzahl der Flugmeilen. Den CO2 Handel mit Zertifikaten finde ich nicht sehr konstruktiv und Regenwald wird dadurch auch nicht weniger abgeholzt.
      Viele Probleme sind aber klar und den Klimawandelreligionskrieg sollte man dahin bringen das dort wo es am meisten Sinn macht tatsächlich auch eine Veränderung stattfindet. Also IPCC und alle Menschen sollten vorrangig über unser Wirtschaftssystem, Wachstum, Umweltverschmutzung sprechen. Ihr Artikel ist hierzu schon ein sehr guter Beitrag, ich wollte den gar nicht kritisieren.

  5. Doch, stupid: es ist die Gemeinwohloekonomie.
    Mehr ist eigentlich nicht zu sagen als ultima ratio. Koennen wir sogar. So entstand auch unser Hirn.
    Was wir jetzt tun, liegt total daneben. Daher ruehrt auch unser aller Unbehagen.

    • Übrigens gibts nächstes Jahr, Höhe April, in Deutschland eine Mega-Überschwemmung, nach der leben hier nur noch Fische. Es sei denn, du beteiligst dich an meiner Sammlung für das ultimative Hausboot. Dass ich die Mittel ordnungsgemäß verwende, dafür gebe ich mein persönliches Ehrenwort. Nicht vergessen, Gemeinwohl!

    • @ Ursprung
      „Gemeinwohloekonomie … So entstand auch unser Hirn“

      Dieses Hirn ist so flexibel, das kann bei entsprechender Konditionierung auch den krankesten ScheiX (vgl. Positionen „Wie gestört ist unsere Gesellschaft“).
      Der langsam nicht mehr sooo lustige Witz dabei:
      Wenn ein einzelner Mensch sich so verhalten würde, dann wäre die Diagnose Selbstmordgefährdung.
      Nun verhält sich eine Gesellschaft aus soundsoviel Menschen genau so.
      Meine Sicht:
      Die Mehrheit hält sich für seelisch halbwegs gesund, jedenfalls nicht ernsthaft krank, und schlau und toll – und die selbe Mehrheit verhält sich ähnlich wie ein Selbstmörder, mit der kleinen Nuance, vielleicht nicht sich selber, sondern die eigenen Kinder umzubringen.
      Täglich grüßt „Wie gestört ist unsere Gesellschaft“ …

      Und ob CO²→← O² oder künstliche Radioaktivität … die Zeit zu handeln war schon vor Jahrzehnten, jetzt ist noch Schadensbegrenzung drin.

  6. Nein!

    Wegen einer vagen Vermutung unsere Lebensprozesse (Industrie) einzuschränken ist Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    Übrigens, „vage“ ist noch ein Euphemismus. Wen die der Anteil von 358ppm (0,0358%) CO₂ noch nicht überzeugt: die falsche Vermutung wurde mit politischer Nebenabsicht in die Welt gesetzt.

    • Die Fakten zur Veränderung des Weltklimas sind nicht vage. Die Tatsache, dass nicht gänzlich alle Wissenschaftler/innen den Zusammenhang zu menschlichen Aktivitäten sehen, passt auch nicht zum Wort ‚vage‘ im Hinblick auf den Einfluss des Menschen.
      Es gibt mehr als nur vage Alarmzeichen.
      Politik zur Reduzierung möglicher Zukunftsgefährdungen als Selbstmord bezeichnen, das ist freundlich ausgedrückt leichtfertig.
      Wenn im Auto die Warnlampe blinkt, ändert mensch seine Pläne für den Moment und sucht erst einmal einen Mechatroniker, bzw. eine Werkstatt.
      Wenn dann alles in Ordnung ist, hat es sich gelohnt, auf die Warnlampe konsequent reagiert zu haben. Aus Liebe zum Leben. Natürlich ist das Auto ein ökologisch fragwürdiges Beispiel. Aber dieses Bild kennen wir alle. Wir können stattdessen auch irgendwelche andere Alarmsituationen nehmen.

    • @ Wolf Dieter Busch
      „unsere Lebensprozesse (Industrie)“

      Aus der Industrie hat sich vor 2.600.000 Jahren der Mensch entwickelt, das sind „unsere Lebensprozesse“.
      Ist doch klar!
      Erst vor ungefähr 100 Jahren – 0,000038462 der Zeit – kamen die ersten Spinner, die in industriellem Maßstab rauchende Schornsteine blöd fanden, also „unsere Lebensprozesse“ blöd fanden.
      Was für verirrte Gestalten und es werden mehr!

      Aber ein Glück haben wir ja noch wachsame Bürger, die sich für „unsere Lebensprozesse“ einsetzen.

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