In Liebe…

Zwischenwelten Gedicht – von Sofia Lux.

 

Wo soll ich anfangen?
Meine Finger wie Blei auf der Tastatur.
Zu viel. Zu viel. Zu viel.

Sechs Jahre.
Zwei Jahre glücklich mit Dir.
Zwei Jahre Auf.
Zwei Jahre Ab.

Nach vier Jahren ausgelaugt, allein.
Vorbei in Traurigkeit.

Nicht losgelassen.
Wieder begonnen.
Einander neu sehen.

Gehofft, Geglaubt, Gewünscht
es würde gehn.
Es ging nicht.

Es ging immer weniger.
Weniger.

Trotzdem weiter gemacht.
Fehler im Außen gesucht.
Um nicht nach Innen schauen zu müssen.

Im Innern lieb ich Dich.

Aber nicht so, wie es sein muss.
Für Dich. Für mich. Für uns.
Meine Liebe ist anders
als sie sein müsste,
sein wollte.

Du bist längst verwachsen in mir.
In meinem Herzen.
Nicht vorstellbar, dass das endet.

Ich weiß,
irgendwann sind nur noch Spuren sichtbar
von dem was zwischen uns war.
Weil alles vergeht.

Verschwindet im Wind.
Nicht mehr sichtbar für uns ist.

Es schmerzt.

Das Fassbare verweigert sich.
Es zerrinnt.
Wie alles in diesem Leben.

Doch ich weiß es ist noch da.
Ich weiß es wird auch in 1000 Jahren noch da sein.
Etwas bleibt. bleibt. bleibt.

Ist unkaputtbar.

Und etwas anderes müssen wir lassen.
Gehen lassen.

Nein. Es ist nicht vorbei.

Aber ich muss Abschied nehmen von Dir.
Weil es nicht wächst zwischen uns.

Du weißt das.
Auch, wenn Du nicht hinschauen kannst.
Ich schau hin- soweit ich kann…

Ich seh Dich.
Mein Herz zerspringt.
Möchte Dich umarmen.
Dich endlich loslassen.

Diese Zerrissenheit – ist da.
Ich lasse sie.
Lasse sie sein.

Zu lange festgehalten?
Nein.
Ich konnte nicht früher gehen.
Aber jetzt muss ich.

Es ist Zeit
den Wind zuzulassen,
der schon lange auf uns wartet,
den Schleier zu heben.

Der Wind wird uns helfen,
das zu ertragen
was unerträglich scheint.

Wir sind nicht allein.

Du bist verwachsen in mir.
Und, wenn ich an Dich denke,
muss ich weinen-
wenn die Mauer nicht hält.

Wenn ich an Dich denke,
seh ich deinen liebevollen Blick.
Wie du mich anschaust.

Ich weiß,
da ist viel mehr in Dir
als das, was du mir zeigst,
zeigen kannst.

Ich weiß,
Du bist viel mehr,
als die Facette, die ich sehen kann,
in diesem Tunnel der Beziehung.

Deine Seele ist weit.
Deine Seele ist Liebe.
Deine Seele ist voller Weisheit.

Vollendete Schönheit.

Ich weiß das.

Ich muss gehen.

Unsere Vergangenheit ist einzig.
Deine Hand, die meine trägt.

Danke.

Für all das
was ich nicht aufzählen kann,
was ich nicht in Worte kleiden mag,
weil es so unzureichend ist.
Weil es verfälscht.

Du weißt, was ich meine,
weil Du mich zu fühlen kennst.

Ich muss gehen.

Ich wünschte ich könnte diesen Schmerz von Dir halten,
ihn abwehren
für Dich.

Mit dem Schwert Dich verteidigen.
Damit Du ihn nicht spüren musst.
Damit du gehen kannst
in Weichheit und Sanftmut
von mir Abschied nehmen kannst.

Ich kann das nicht.
Ich habe keine Waffen dafür.

Meine tröstenden Arme würde Dich bluten
und mich für mich,
für dich,
für uns versagen lassen.

Ich muss gehen.

In Liebe.

Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Artikels.

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4 Kommentare zu: “In Liebe…

    • Es ist zum Heulen traurig das Gedicht, und wenn man in der Lage ist, so viel in Gefühl in die Beschreibung einer Beziehung zu stecken, ist diese bestimmt auch nicht zwingend vorbei.

    • Ja, das finde ich auch so und das nährt wieder meinen Verdacht, dass hier immer nur Gefühle mit dem Wort- Verstand zusammenkonstruiert werden, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

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