Incrementum infinite

von Laurent Stein.

Am 12. November 2016, just vier Tage nach der Präsidentschaftswahl in den USA, veröffentlichte das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel seine Titelgeschichte zur Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Unter dem Titel „Das Ende der Welt (wie wir sie kennen)“ zierte ein als Meteorit dargestellter Kopf von Donald Trump, der mit rasender Geschwindigkeit und weit geöffnetem Mund auf die Erde zurast um sie zu verschlingen, das Titelcover. Das gezeichnete Weltuntergangsszenario war eine Folge von Trumps höchst kontroversem Wahlkampf, gekennzeichnet durch plumpe Stammtischparolen und spaltenden Populismus, der seine bevorstehende Amtszeit wie eine große Wundertüte erscheinen ließ. Dass es bei der Hysterie rund um die Präsidentschaft Donald Trumps jedoch nie vorrangig um die tatsächlichen Bedrohungen für unseren blauen Planeten ging, sondern vielmehr um die Person, die uns aufgrund ihrer Unberechenbarkeit einfach nicht in den Kram passt, spiegel-te sich in der nahezu vollständigen Ausklammerung einer zeitgleich stattfindenden und für die Zukunft der Erde weitaus bedeutsameren Veranstaltung als eine scheindemokratische Wahl jenseits des Atlantiks.

Bei diesem Event handelte es sich um die UN-Klimakonferenz in Marrakesch, zu der 196 Staaten zusammen gekommen waren, um einen Fahrplan zur praktischen Umsetzung der im Pariser Klimaabkommen anvisierten Begrenzung des globalen Temperaturanstieges auf 1,5 Grad Celsius zu entwerfen. Als Ergebnis kam jedoch nicht viel mehr als eine rudimentäre Skizze heraus, die auch bei der darauffolgenden Klimakonferenz in Bonn 2017 nur um einige freihandgezeichnete Linien und Striche ergänzt werden konnte.

Gut, zugegebenermaßen können bei der Wahl eines Mannes, der vor einigen Jahren den Klimawandel noch als eine chinesische Märchengeschichte abgetan hat, zum Staatsoberhaupt des weltweit zweitgrößten Emittenten klimaschädlicher Gase, die Verhandlungen schon mal ins Stocken geraten. Allerdings reflektiert sich gerade hierin die tiefer liegende Problematik der Klimadiskussion: Die globale Erderwärmung und all die mit ihr verbundenen Konsequenzen werden bei weitem noch nicht ernst genug genommen. Das beweist schon das hochumjubelte Pariser Klimaabkommen, welches lediglich auf freiwilliger Selbstverpflichtung beruht. Moralische Lippenbekenntnisse von Erdöl-Junkies. Kann man darauf mehr geben als auf ein „das ist meine Letzte“ eines vermeidlich scheidenden Rauchers?

Seit Jahren wird über die Frage diskutiert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und wenn ja, ob ihm tatsächlich anthropogene Ursachen zugrunde liegen. Dabei ist der wissenschaftliche Konsens überwältigend. Der Weltklimarat IPCC spricht in seinem fünften Sachstandsbericht von einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit (1), dass der Klimawandel hauptsächlich auf den Menschen zurück zu führen ist. Selbstverständlich sollte gerade bei einer solchen Einigkeit, die Kritik an der Hypothese des menschengemachten Klimawandels, beziehungsweise am Konzept des Klimaschutzes (Klimaschutz als Milliardengeschäft) ernst genommen werden und Einzug in den Mainstream erhalten (mehr dazu im letzten Abschnitt). Was bei all dem Trubel um die Rolle des Menschen bei der eindeutigen, vorhandenen Erwärmung des Klimasystems allerdings untergeht, ist eine simple Grundsatzfrage: Wie wollen wir in Zukunft mit dem einzigen uns zur Verfügung stehendem Lebensraum umgehen?

Der Klimawandel ist eine Metapher, bei der es um sehr viel mehr geht als um warme Temperaturen und steigende Meeresspiegel. Er ist eine Metapher für das Pflanzen- und Artensterben, bei der Schätzungen zufolge bis 2030 ein Fünftel und bis 2100 die Hälfte aller Pflanzen und Tiere ausgestorben sein werden (2). Er ist eine Metapher für das massive Insektensterben in der Bundesrepublik, mit einem durchschnittlichen Rückgang von 76 % des Bestandes seit 1989 (3). Er ist eine Metapher für den Great Pacific Garbage Patch, diesem maritimen Müllcontainer, der flächenmäßig schon gut und gerne zum 8. Kontinent erklärt werden könnte. Er ist auch eine Metapher für die mehr als 2000 Fußballfelder an fruchtbarem Ackerland, die Tag für Tag durch Versalzung verloren gehen (4). Er ist eine Metapher für die Abholzung von Millionen Hektar an Wald, gegen die selbst der größte Gerstensaft- und Regenwaldliebhaber mit Umstieg auf die „Bieronade“ Krombacher nicht ankommt. Und ja, natürlich ist er auch eine Metapher für die Millionen Menschen, die aufgrund des Klimawandels ihre Heimat verlassen werden müssen und als Klimaflüchtlinge an den Toren der Verursacherstaaten klopfend von hochrangigen CSU-Politikern in Empfang genommen und mit besänftigenden Worten in CO2 neutralen Flugzeugen auf die Heimreise geschickt würden, in sichere Herkunftsstaaten wie Mali oder dem was bis dahin von Bangladesch noch übrig geblieben ist.

Das einzige was der Politik bisher eingefallen ist um diesem schleichenden Selbstmord des homo sapiens sapiens Einhalt zu gebieten ist das 2-Grad-Ziel. Damit ist die Beschränkung der globalen Erderwärmung auf 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Wert gemeint, bei der eine „gefährliche anthropogene Störung im Klimasystem [noch] verhindert werden kann (…) (5)“. Zwar inszenierten sich die Industrienationen auf dem Pariser Klimagipfel mit einem 1,5-Grad-Versprechen gegenüber den armen (weitaus bedrohteren) Ländern als außerordentlich entgegenkommend und bewegten diese so dem Abkommen zuzustimmen, jedoch erinnern solch unverbindliche Versprechungen unweigerlich an die Proklamation des ehemaligen US-Außenministers James Baker, die NATO werde ihren Einflussbereich „nicht um einen Zentimeter weiter nach Osten ausdehnen“ (6). Dass Deutschland bei der Aufnahme des 1,5- Grad-Limits in die Vereinbarungen eine maßgebliche Rolle gespielt haben soll, passt da nur allzu gut in das hierzulande immer noch weit verbreitete Selbstbild einer progressiven Vorreiternation des Klimaschutzes. Wie gut, dass sich die Hirten des Weltklimas in Berlin in ihren Debatten über den Kohleausstieg auch nicht dadurch beirren lassen, dass der UN-Klimarat in einem internen Bericht das ehrgeizigste Ziel des Pariser Klimaabkommens bereits so gut wie aufgegeben hat (7).

Ein Hauptgrund, warum der auf der Titanic dahinsinkende Mensch immer noch nicht in die Rettungsboote steigt, liegt in dem jahrhundertalten Widerspruch des unbegrenzten Wachstums in einer physisch begrenzten Welt. Trotz dessen, dass die Binsenweisheit über die Unvereinbarkeit dieser beiden Komponenten inzwischen weitläufig verbreitet ist, ist in der internationalen Politik der Glaube an den Wachstumsgott weiterhin ungebrochen.

Mittels Slogans wie „Ohne Wachstum ist Alles nichts“ oder „Wachstum geht auch Grün“, die wie ein Beruhigungsmittel auf die Bevölkerung (und die Politiker selbst) wirken, gelingt es diesen fortbestehenden Konflikt vorrübergehend in das Unbewusste zu verdrängen. Dabei verhält es sich jedoch wie mit chronischem Stress, der, wenn zu lange ignoriert, unweigerlich in einen körperlichen Zustand der Krankheit mündet. Wenn sich hieraus nicht irgendwann eine unheilbare Krankheit entwickeln soll, führt kein Weg vorbei an einer klaren Benennung mit anschließender Eliminierung der Stressursachen.

In Bezugnahme auf die eben beschriebene Gefahr eines planetaren Burn-Outs, soll in diesem abschließenden Abschnitt auf die Mär des grünen Wachstums eingegangen werden.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2017 um 2,2 Prozent gewachsen (8). Nimmt man diesen Wert nun als Ausgangspunkt für eine simple (vereinfachende) Rechnung, so ergibt sich für ein jährliches Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent eine Verdoppelung der Wirtschaftsleistung nach etwa 32 Jahren. Die in dieser Zeit gesteigerte Produktion von Waren und Dienstleistungen geht selbstverständlich mit einem wachsenden Energieverbrauch einher. Vielleicht wird sich der Energieverbrauch nicht verdoppeln, aber man kann mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit von einer erheblichen Steigerung ausgehen. So ist der Stromverbrauch pro Kopf in Deutschland von 5.797 kWh im Jahr 1980 auf 7264 kWh im Jahr 2010 angestiegen (9), bei einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent im selben Zeitraum (10).

Reduziert man die Idee von Klimaschutz (wie es in der aktuellen Politik leider der Fall ist) lediglich auf die Kohlenstoffintensität (Emissionen pro Einheit BIP), ist es sicherlich nicht ausgeschlossen durch die Erforschung neuer Energietechnologien den CO2-Ausstoß bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu reduzieren. Aber ist das wirklich „grün“? Steht die krampfhafte Fixierung auf Kohlenstoffemissionen nicht viel eher sinnbildlich für den Versuch eines Patienten, seine durch Stress hervorgerufenen Kopfschmerzen mittels Ibuprofentabletten herr zu werden?

Es ist unausweichlich, dass bei einem Festhalten an unbeschränktem Wirtschaftswachstum neben dem Energieverbrauch auch der Ressourcenverbrauch weiter in die Höhe schnellt. Alleine schon für den notwendigen Bau der Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, die nur selten thematisierte „schmutzige Seite der sauberen Energie“. Der renommierte Ökonom Niko Paech von der Universität Oldenburg bringt in einem Interview (11) mit der Süddeutschen Zeitung das Problem mit einer Frage auf den Punkt: „Was bringt ein ökologisch designtes Smartphone, wenn ich immer mehr davon kaufe?“

Nun wird sicher der Leser unweigerlich fragen, warum in diesem Artikel im Kontext der UN-Klimakonferenz einerseits von einer „bedeutsamen Veranstaltung“ die Rede ist, wenn doch andererseits die dort verhandelten Emissionsreduzierungen nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver von den wirklichen Problemen darstellen. Ein berechtigter Einwand, bei dem ein Vergleich mit der UNO Licht ins Dunkle bringen soll.

Das im Völkerrecht verankerte allgemeine Gewaltverbot ist durch den jahrzehntelangen Missbrauch des Vetorechts der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates im Grunde genommen zu einer Farce verkommen. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Weltfriedensorganisation UN obsolet ist? Oder bedeutet es vielmehr, dass es hier einer Reform bedürfe, die das Übel an der Wurzel packt? Wenn die Alternative zu den Vereinten Nationen eine Verrechtlichung des „Recht des Stärkeren“ und imperialer Angriffskriege ist, erscheint letzteres doch weitaus vernünftiger. Genauso verhält es sich mit globalen Klimagipfeln. Sie stellen eine der wenigen Plattformen dar, auf der existenzielle Fragen zum Fortbestehen der menschlichen Spezies in einem politischen Rahmen zur Sprache kommen. Die Grundidee ist positiv und begrüßenswert, wenn man bedenkt, dass die Alternative ein passives Predigen der Möglichkeit eines nichtanthopogenen Klimawandels beziehungsweise hoffnungsvolles Bangen auf ein Ausbleiben desselben ist. Und wer weiß, vielleicht bleiben wir ja tatsächlich vom Klimawandel verschont, nur eben nicht ohne dafür den Preis der vollständigen Zerstörung aller Lebensgrundlagen zu bezahlen. Daran würde sich die klimatisch durchaus anpassungsfähige Krone der Schöpfung dann allerdings endgültig die Zähne ausbeißen.

Quellen:

(2) Altner, G.(2007): Jahrbuch Ökologie 2007

(6) Ganser, D.(2016): Illegale Kriege

(11) http://www.sueddeutsche.de/wissen/oekonomie-und-oekologie-gruenes-wachstum-gibt-es-nicht-1.1865075

Bildhinweis: Zeichnung von Claire Stein-Imart, Parodie auf das SPIEGEL-Cover vom 12.11.2016

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

27 Kommentare zu: “Incrementum infinite

    • Lieber Waldbaer,
      zwar kann ich mir schwer vorstellen, dass wir falschrum denken…doch vielleicht kommen von Bernhard Trautvetter noch Argumente, die unsere Sichtweise erweitert 🙂 …?

    • Liebe Mitlesende
      Sinclair sagte einst, es sei schwierig, von jemandem ein kritisches Bewusstsein zu erwarten, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er keins hat. Den Zusammenhang zwischen der materiell gegebenen äußeren Realität und dem Handeln von Menschen fasste Bert Brecht einst in das Bild, dass man sich über den gewalttätigen Strom nur oberflächlich aufregt, wenn man nicht über die Rahmenbedingungen reflektiert, hier das ihn einengende Flussbett (Gedicjte über die Gewalt). The Who sangen in ‚Won’t get fooled again‘ über eine misslungene Revolution „the old boss is the new one“. Es reicht nicht, machtgierige Verschwörer zu ersetzen; wir müssrn auch die Umstände ändern, die ihnen Macjt gaben, andere zu erniedrigen und auszubeuten. Bezüglich der Nazizeit sagte Horkheimer ebenfalls im Gedanken an Ursachen und Wirkung: Wer vom Kapitalismus nicht reden will, der sollte vom Faschismus schweigen.

  1. “ Seit Jahren wird über die Frage diskutiert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und wenn ja, ob ihm tatsächlich anthropogene Ursachen zugrunde liegen. Dabei ist der wissenschaftliche Konsens überwältigend. “

    Leider, da gibt es keine Konsens:

    Fred Hoyle, Sir, FRS, ‚Ice: A chilling scientific forecast of a new Ice Age‘, 1981, 1982, Sevenoaks

    Christian Gerondeau, ‚Le CO2 est bon pour la planete, Climat, la grande manipulation‘, Paris 2017, zweite Drück.

    Ich muss das zweite Buch noch lesen, aber interessant ist das der Autor sofort entlassen wurde.
    Noch etwas, Wisssenschaft war nie demokratisch.
    Es dauerte von 1904 bis 1917 bevor Einstein’s Theorieën akzeptiert wurden durch ein Experiment.
    Wie lange es daueren wird bevor das heutige CO2 Experiment beweist das die CO2 Theorie stimmt oder nicht stimmt, ich furchte noch mindestens bis 2030.
    Jemand machte eine Berechnung was es bis dann gekostet hat, leider weiss ich nicht mehr wie ungeheuer die Summe war.
    Noch nie wurde diskutiert ob dieses Geld besser angewendet werden kann.

    • Dieses Spurenelement CO2 hat keinerlei Einfluss auf das Wetter oder gar auf das Klima.
      Es ist aber ein ziemlich cooler Massstab um Umweltverdreckung zu messen. Also von daher gar nicht soo verkehrt..

  2. Prozentuales Wachstum führt in den Untergang

    Die Wissenslücke über Exponentialfunktionen ist ein großes Manko in unserem Bildungssystem, denn solche funktionalen Zusammenhänge beschreiben das Wachstum in seiner einfachsten Form: das Wachstum von Algen im Meer oder die Vermehrung einer Population von Heuschrecken, aber auch das exponentielle Wachstum von Krebszellen.

    Das Wesen einer Wachstumsfunktion ist nicht schwer zu verstehen: Der Zuwachs der Menge (Algen, Insekten-Population bei genügender Nahrung, Krebszellen im Körper) ist der vorhandenen Menge proportional. Proportional bedeutet, die Menge wird mit einem konstanten Faktor multipliziert.

    Der Zuwachs einer Funktion f(x) wird in der Mathematik durch die sogenannte „Ableitung“ f'(x) beschrieben (gesprochen: „f-Strich von x“). Dann kann man diesen Sachverhalt, dass der Zuwachs der vorhandenen Menge f(x) um einen Faktor a proportional ist, so schreiben:
    f'(x) = a f(x)
    Der Faktor a kann groß oder klein sein, er kann auch ein Bruch oder eine Prozentzahl sein, zum Beispiel:
    f'(x) = 2% f(x)
    Mathematisch ist das nicht korrekt, aber verständlich: Ein Zuwachs, der dem Ausgangswert proportional ist, in dem er zwei Prozent des vorhandenen Wertes darstellt.

    Und jetzt gehen wir direkt in die Ökonomie und in die Politik. Sagen wir, f(x) ist das Bruttosozialprodukt oder irgendeine Größe, die das Volumen unserer Wirtschaft beschreibt, in Euro gemessen. Es wird gefordert, dass das jährliche Wirtschaftswachstum zwei Prozent der vorhandenen Wirtschaftsleistung sein soll.

    Das fordert die Wirtschaft, es fordert der Finanzsektor, es fordern „die Märkte“ und es fordert unsere Regierung. Wir wollen ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent oder etwas mehr, aber niemals Null!

    Was bedeutet das?
    f'(x) = a f(x)
    Dabei ist a = 2%

    Das ist eine Differentialgleichung. Die muss nicht jeder lösen können. Doch Mathematiker können das seit 200 Jahren. Das Ergebnis ist eine Exponentialfunktion.

    Jede Exponentialfunktion hat folgende Eigenschaften: Sie steigt, erst langsam, dann immer schneller, weil der Anstieg (dem vorhandenen Wert proportional) immer größer wird. Die Funktion hat kein Maximum, sie wächst immer weiter, ändert nie ihre Richtung, wird immer steiler und steiler und geht schnell gegen unendlich. Das Bild so einer Exponentialfunktion hat wohl jeder schon gesehen.

    Nicht so die Akteure im Finanzsektor. Das Postulat vom prozentualen Wachstum geht nämlich von der Finanzwirtschaft aus. Seit Jahrhunderten denkt man in dieser Branche prozentual. Es beginnt damit, dass Zinsen immer in Prozenten pro Jahr gefordert werden und es scheint, dass den Bänkern und Finanzakteuren die Mathematik jenseits der Prozentrechnung unbekannt ist.

    Was lernen wir daraus? Die Forderung nach Wirtschaftswachstum von ein, zwei oder drei Prozent (oder jedem anderen positiven Wert) führt automatisch zu einem exponentiellen Wachstum der Wirtschaft ins Unendliche. Wie ein Krebsgeschwür.

    Das fällt erst dann auf, wenn uns in Einzelbereichen das Ergebnis nicht gefällt: zu viel Kohlendioxid in der Atmosphäre, zu viel Plastik im Ozean, zu viele Autos auf den Straßen, zu viel Gift auf den Feldern, zu viele Kilos auf den Beinen, zu viele Waffen in der Hand von Fanatikern und zu viel militärische Rüstung in den USA, die bekanntlich in allen Bereichen des Wachstums das Maximum für sich einfordern. Das ist der sogenannte Exzeptionalismus der USA.

    Dass auch unser bescheideneres Wirtschaftswachstum von zwei Prozent nicht nur in den genannten Beispielen, sondern in jedem Fall in einem funktionalen Zusammenhang mit dem Ausarten ins Übermaß steht, das wird systematisch ignoriert. Exponentielles Wirtschaftswachstum führt zur Ausbeutung aller Ressourcen an Material und Energie auf diesem Planeten und zur Ausbeutung aller menschlichen Kräfte.

    Auszug aus dem Artikel
    Mathe-Nachhilfe für Merkel
    auf Rubikon.

    Rob Kenius kritlit.de

  3. Eine Metapher, in der Tat und mehr ist es auch nicht. Bis 2100 sind die Hälfte aller Arten ausgestorben, so so, hält das überhaupt noch so lange? So ganz mit oder ganz ohne Klimawandel?

    Der IPCC schätzt eine 95 prozentige Wahrscheinlichkeit (schätzt-Wahrscheinlichkeit). Ist dies nicht eine der korrupten Organisationen, der korrumpierten UNO.
    Aus welcher man gerade versucht alle hinauszudrängen, die nicht im Chor singen.

    Egal. Also der IPCC ist sich ziemlich einig, ebenso die westlichen Funktionseliten, die putzige Abkommen dazu gegenzeichnen, natürlich unter Anleitung ihrer Mäzene. Sie sind sich auch ziemlich einig, daß der russische Staatspräsident der garstigste Staatenlenker seit Attila dem Hunnen ist und daß der Kapitalismus die tollsteste Sache seit Erfindung des Rades ist.

    Wird’s deutlicher?

    Sich an Symptomen abarbeiten, real, irreal, einmal außen vor, egal ob dies fixe Idee oder von interessierter Seite so gewünscht ist, führt zu recht wenig, da es an der alltäglich erfahrenen Lebensrealität der meisten Menschen vorbei geht.

    Vor einiger Zeit schrieb ich einmal etwas in dieser Art und verwandte dabei Greenpeace als Bsp.:

    Greenpeace geht super gerne gegen den Klimawandel auf die Straße, der Mobilisierungserfolg dabei, ist recht überschaubar.
    Man rennt gegen Symptome an und die kapitalistische Produktionsweise (z.B. das Eigentum an den Produktionsmitteln), die insgesamt Ursache für viele, wenn nicht alle, Verwerfungen ist, bleibt völlig außen vor.
    Und wie viele bitte schön, die im Hamsterrad rennen müssen, interessieren sich für so etwas wie einen Klimawandel?
    Wäre allein das Klima gerettet, müßte er oder sie, doch immer noch weiter rennen.

    Und wenn wir schon dabei sind, ähnliches gilt für weite Teile der Friedensbewegung, wo man überhaupt nicht versteht, daß nicht alle gleich hyperventilieren, wenn wieder vom Krieg geredet wird.
    Wer im Hamsterrad rennt (so was, schon wieder oder vielleicht immer noch) und nicht gerade einen Krieg vor der Haustür hat, zeigt doch wohl eher Interesse an der Verbesserung der Bedingungen mit denen er tagtäglich konfrontiert ist. Zumindest sagt man es mir so.

    In Summe, egal ob sie das Klima retten wollen, ob sie Frieden wollen oder all die anderen schönen Dinge, müssen sie dafür eine Basis schaffen, sich an die Basis wenden, an die Wurzel des Systems gehen, die Menschen dort abholen wo sie sind und nicht wo sie sie gerne hätten.
    Ansonsten genügt man sich in überschaubaren Wohlfühlprotesten.

    Dazu noch zwei weitere Stimmen:

    Unsere Situation unterscheidet sich nicht. Die Katastrophe besteht darin, dass die linke Bewegung in Russland, in Deutschland und in den USA sich in einem entarteten Zustand befindet. Aber in der Natur gibt es nichts Ewiges. Es wird nicht immer so sein. Die Frage ist nur, welchen Preis das deutsche Volk und die deutschen Sozialdemokraten für die Einsicht bezahlen werden, damit sie verstehen, dass nicht der Schutz der ethnischen, der sexuellen oder anderer Minderheiten die Hauptaufgabe der Kommunisten ist. Die Kommunisten sind die, welche für die Interessen der Arbeiterklasse kämpfen.
    Die Klasseninteressen, der Klassenkampf ist nicht verbunden mit der Hautfarbe und der sexuellen Orientierung. Sie sind verbunden mit der Rolle in der Produktion und solange die Linken auf der Welt die Produktion, die schmutzigen Werkstätten und die Arbeitenden unberücksichtigt lassen, kann es keine linke Bewegung geben.
    Die linke Bewegung befindet sich nach dem Tod der Sowjetunion in einer schweren Krise. Der Tod der Sowjetunion diskreditierte die linke Bewegung. Eine große Zahl von Menschen wurde demotiviert. Aber das heißt nicht, dass das schon der Schlusspunkt ist. Denn die progressiven Kräfte werden hervortreten, wenn die Menschheit nicht sterben und verschwinden will, was auch eine Möglichkeit ist, die man nicht ausschließen kann.“

    Aus:

    Dienstag, 13. März 2018, 11:34 Uhr
    ~23 Minuten Lesezeit
    Was tun gegen die Kriegsgefahr?
    Der russische Journalist Konstantin Sjomin erklärt im Rubikon-Interview, wie der gewollte große Krieg zu verhindern ist.
    von Ulrich Heyden
    https://www.rubikon.news/artikel/was-tun-gegen-die-kriegsgefahr

    Und hier:

    Infolgedessen wurde der gemeinsame Widerstand zersplittert. An Teilproblemen orientierte Protestbewegungen – zum Schutz der Umwelt, gegen die Globalisierung, für den Frieden, für die Rechte von Frauen, Schwulen, Lesben, Bi-und Transsexuellen – werden gezielt und großzügig gefördert, um eine Massenbewegung gegen den globalen Kapitalismus zu verhindern.

    Aus:

    Krieg und Frieden
    Zur Rolle der „Progressiven“ in der Antikriegsbewegung
    Die „linken Intellektuellen“ des Imperiums fordern Regime-Change
    Von Michel Chossudovsky / LUFPOST
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24597

    • Wenn es um das Klima geht, geht es nicht um Klassenkampf.

      Die Ursache für die Ausbeutung von Planet, Ressourcen und Menschen ist das Postulat des Wirtschaftswachstums. Das wird auch von (fast) allen Linken und Marxisten akzeptiert. (Z.B. von Thomas Picketty, nicht von mir!) Dieses Postulat geht vom Finanzsektor aus. Teilweise basiert es auf Dummheit, weil Banker und Finanziers nur in Prozenten denken können, nicht in Exponentialfunktionen. Dazwischen besteht aber ein unumgänglicher mathematischer Zusammenhang.

      In dem Artikel auf Rubikon wird das genau erklärt.

    • Ich bin Mitte siebzig, und erinnere mich noch gut das überwiegend Ärmliche von etwa 1950.
      In meine Grundschule von, sagen wir 180, Schüler war mein Vater der einzige mit ein PKW, der er für seine Arbeit brauchte.
      Es gab in unserer Dorf eine Strasse die nicht gepflastert war, bei Dunkel, und hatte es geregnet, fast unpassierbar, auch durch fast keine Strassenbeleuchtung.
      Diejenige die keine Arbeit hatten, und kein Einkommen, Alt, Krank, mussten Betteln beim Gemeinde, ohne ein Recht zu haben.
      Wer lange krank war, konnte nur hoffen das Familie versorgte.
      Fast Niemand konnte Privat Versorgung bezahlen.
      Hatte ein Lehrer Geburtstag, in vielen Fällen das Geschenk ein Ei.
      Wirtschaftswachtum änderte das Alles.

    • Lieber Rob Kenius
      ich verstehe mich als Mensch, der sich im Spektrum der auf Emanzipation des Menschen aus Erniedrigung und Ausbeutung drängenden Linken engagiert sieht. Ich akzeptiere das unbegrenzte Wachstum im begrenzten System Erde mitnichten, denn ich will Leben schützen. Siehe hier: https://friedensgespraeche.wordpress.com/2016/02/22/gegen-die-doppelte-blindheit-fuer-den-analytischen-blick/
      und: http://www.linksnet.de/artikel/47428
      Es gibt Linke und Grüne, die sogenanntem Grünen Wachstum Erfolgsaussichten zusprechen, aber das lässt sich nach meiner Einsicht nicht auf (fast) alle übertragen

  4. Mal ganz „unwissenschaftlich“ ausgedrückt: Es sind die Kriege und die blutige Ernährungsweise, die das Leben auf der Erde degeneriert haben, bzw. es vernichten. Gewalt ist die alles vernichtende Krankheit am Menschen.

    • Die Gier , die Kriege, die Gewalt sind nicht die ursprüngliche Ur-Sache. Ich warne vor der Blindheit gegenüber dem Gesellschaftssystem Kapitalismus als die dem zugrundeliegende Ursache und vor der doppelten Blindheit, die in der Blindheit gegenüber dieser Blindheit liegt.

    • Lieber Bernhard,
      ich glaube zu ahnen, was Du sagen möchtest, aber ich fürchte, es doch nicht verstanden zu haben. Mich interessiert Deine Ansicht sehr, denn sie ist meistens lehrreich. Könntest Du das nochmal für einfach gestrickte waldbaeren etwas erläutern? „Kapitalismus macht blind“? Hä?

    • @ Bernhard Trautvetter: „Die Gier, die Kriege, die Gewalt sind nicht die ursprüngliche Ur-Sache. Ich warne vor der Blindheit gegenüber dem Gesellschaftssystem Kapitalismus als die dem zugrundeliegende Ursache und vor der doppelten Blindheit, die in der Blindheit gegenüber dieser Blindheit liegt.“

      Lieber Bernhard Trautvetter, das stimmt so nicht, wenn Sie schon von der Ur-Sache sprechen…Der Kapitalismus mit seinen Folgen ist nur ein Symptom von vielen anderen. Die Ur-Sache ist im Menschen und in seiner Psyche begründet. Wenn wir den Kapitalismus abschaffen, ist noch gar nichts gewonnen. Die Menschen würden es in Null Komma Nix schaffen, wieder ein ausbeuterisches System aufzubauen, wenn wir nicht endlich damit anfangen, aus der Gewalt, die wir uns täglich gegenseitig antun, auszusteigen. Das fängt mit der vermeintlich benötigten „Erziehung“ unserer Kinder an. Wir „produzieren“ völlig blind, immer neue Täter-Opfer-Beziehungen. Darin liegt die wirkliche Blindheit und auch die massive Abwehr, etwas verändern zu wollen.
      Hier das Interview, was Florian Ernst Kirner mit Franz Ruppert führte: https://www.rubikon.news/artikel/traumatisierte-gesellschaft

      Die größte Angst der Menschen ist, sich einzugestehen, dass sie traumatisiert wurden: von den Eltern und von der strukturellen Gewalt, wie z.B. die Zwangsbeschulung, die Kinder auch heute noch zu Konkurrenten macht.

      Falls Sie das nicht so sehen, dann würde ich gerne wissen, worin sie den Kapitalismus begründet sehen, der ist ja nicht vom Himmel gefallen 😉

    • Liebe/r MitleserIn
      ich antworte einigen, die mich hier ansprechen. Zur Erziehung rate ich u.a. zum Vorwort von Erich Fromm zum Buch „Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung“: „…Unser Wirtschaftssystem braucht Menschen, die seinen Geboten gehorchen,
      Menschen, die widerspruchslos mitmachen, Menschen, die immer mehr konsu-
      mieren
      wollen.
      Es muss sich Menschen schaffen, deren Geschmack genormt ist,
      die sich leicht beeinflussen lassen, deren Bedürfnisse im voraus berechnet wer-
      den können. Unser System braucht Menschen, die
      glauben,
      sie seien frei und
      unabhängig, aber alles tun, was man von ihnen erwartet, Menschen, die sich der
      Gesellschaftsmaschinerie reibungslos einfügen, die ohne Gewaltanwendung ge-
      lenkt, ohne Führer geführt und ohne Ziel dirigiert werden können – es sei denn
      dem einen, es „gut“ zu machen. (Vgl. meine Studien über den Einfluss des In-
      dustriesystems auf die Charakterstruktur des einzelnen in E. Fromm, 1955a, GA
      IV.) Die Autorität ist nicht verschwunden, sie hat auch nicht an Stärke verloren;
      die offene Autorität hat sich lediglich in die anonyme Autorität der Überredung
      und der Suggestion verwandelt. Der Mensch unserer Zeit muss also, wenn er
      sich anpassen will, die Illusion nähren, alles geschehe mit seiner Einwilligung,
      obwohl diese in Wirklichkeit durch geschickte Manipulation erzwungen wird. Man
      erhält seine Einwilligung sozusagen hinter seinem Rücken oder hinter seinem
      Bewusstsein. …“ Ich weise darauf hin, dass der Kapitalismus 250 Jahre alt ist. Er kann also kaum das System sein, das die menschliche Psyche als Ursache hervorruft.

    • Sorry Bernhard Trautvetter, doch Ihre Antwort ist mir ein Rätsel…?
      “ Ich weise darauf hin, dass der Kapitalismus 250 Jahre alt ist. Er kann also kaum das System sein, das die menschliche Psyche als Ursache hervorruft.“

      Auch wenn der Kapitalismus 250 Jahre alt, so ist die menschliche Psyche so alt, wie es den Menschen gibt 😉
      Also nicht der Kapitalismus bringt die menschliche Psyche hervor, sondern die menschliche Psyche den Kapitalismus 🙂

    • Liebe/r Mamomi,
      die Menschheit hat außer dem Kapitalismus auch andere Gesellschaftsordnungen hervorgebracht, etwa die Urgesellschaft vor der Sesshaftwerdung, die Sklavengesellschaft Griechenlands und Roms, den Feudalismus der Kaiser, Könige, …. die von Lenin getragene sozialistische Revolution,… Genaueres und Ausfürliches dazu bringt mein Rubikon-Text zu Marx‘ 200. Geburtstag: https://www.rubikon.news/artikel/die-gespensterdebatte

    • Lieber Bernhard Trautvetter, ich habe Ihren Artikel gelesen, doch mein Gefühl ist, wir kommunizieren gerade aneinander vorbei. Macht nichts, kann ja passieren…
      Die Menschen haben im Laufe ihrer Existenz unglaublich viel hervorgebracht, je nach dem, wie sie geprägt wurden und ich welcher Zeit sie aufgewachsen sind.
      Was ich mit meiner Sichtweise vermitteln wollte, dass Säuglinge nicht als Kapitalisten geboren werden, sondern in den letzten 250 Jahren aufgrund von „Erziehung“ entsprechend psychisch „programmiert“ wurden und werden.
      Kinder galten lange Zeit als unreife, unfertige und vor allen untergeordnete Wesen, deren Willen und Wünsche belanglos waren. In der ersten Phase der Geschichte hatten Kinder keinen eigenen Wert. Es war üblich unerwünschte Kinder zu töten. Diese Phase dauerte etwa von der Antike bis zum 4. Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert erkannte man erstmals, dass die Kindheit eine eigene Lebensperiode ist…
      Bei den Jäger- und Sammlerhorden war es normal Kinder zu töten. Sie hatten einen Überfluss an Kindern und überflüssigen Essern https://www.zeit.de/1991/12/im-zweifel-verbrannt-oder-ertraenkt/komplettansicht
      Bei Lloyd deMause heißt es: Die Geschichte der Kindheit ist ein Albtraum, aus dem wir gerade erst erwachen…
      Heute wissen wir, wie prägend die ersten Lebensjahre für das ganze weitere Leben sind…Wenn Eltern auch heute noch glauben, nur durch „Erziehung“ entwickelt sich das Kind zu einem gesellschaftlich nutzbringenden Wesen…dann ist hier die Keimzelle, dessen, wie sich ein „System“ entwickelt! Das gesellschaftlich System und seine Werte besteht aus Menschen, die ihre ersten entscheidenden Prägungen in ihrem Elternhaus bekommen haben…und das war zu allen Zeiten so. Schließlich werden aus kleinen Menschen, große Menschen…
      Aus meiner Sicht geht es darum, dass Eltern trotz ihrer eigenen Erziehungsgeschichte, aufhören, Ihre Kinder in ein „System“ einzuspeisen – sorry für die krasse Ausdruckweise -, was ausbeuterisch und kriegerisch ist und statt dessen darauf vertrauen, dass sich ihre Kinder entsprechend ihrem eigenen Wesen entwickeln, in dem sie begleitet werden, anstatt sie zu erziehen, in dem Eltern in die Verantwortung gehen, für sich selbst und für ihre Kinder und sie nicht früh in eine Fremdbetreuung geben…und dazu gehört mehr Mut, als allenthalben angenommen wird 😉
      Wenn wir wissen, was wir für uns wollen oder nicht wollen und wenn wir wissen, wer wir sind und wer wir nicht sind, dann sind das schon einmal gute Voraussetzungen…das können wir unseren Kindern vorleben und ihnen dennoch die Freiheit geben, sich nach ihren eigenen Werten und Vorstellungen zu entwickeln…
      Ich gehe davon aus, dass wir mit unseren Gedanken gar nicht soweit auseinander liegen…Nur ich glaube nicht an einen „Klassenkampf“, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass daraus ein friedlicheres menschliches Zusammenleben entstehen kann… Meine jetzige Überzeugung ist – die ist allerdings nicht in Stein gemeißelt, wenn ich andere für mich glaubwürdige und logische Argumente höre – dass es nicht der „Kampf“, gegen was auch immer, sein kann, sondern das Miteinander und die Kooperation untereinander; dass es um unsere Würde geht, für die wir einstehen sollten und wenn ich will, dass es z.B. keine Massentierhaltung mehr geben soll, dann kann ich auch keine Produkte konsumieren, die daraus entstehen. Weil ich damit meine eigene Würde verletze…Gerald Hüther hat den „Würdekompass“ gegründet https://www.wuerdekompass.de/ und hier die Petition https://www.change.org/p/aufruf-es-geht-um-unsere-würde 😊
      Marx habe ich nie gelesen und kann daher auch nicht wirklich mitreden, wenn es um seine gesellschaftlichen Theorien geht…Mit der Psyche des Menschen dagegen kenne ich mich ziemlich gut aus…nicht nur in der Theorie, sondern ganz konkret in der Praxis.
      Doch ich bin eine begeisterte Leserin der Bücher von Erich Fromm und Arno Gruen…😊

    • Lieber Bernhard Trautvetter,
      vielen Dank für die Empfehlung…das werde ich tun 🙂
      Herzlich
      Mamomi (Mama und Omi)

Hinterlasse eine Antwort