Institut für Irreführung | Von Susan Bonath

Politische Einflussnahme: Richter im Visier

Wer der staatlichen Pandemie-Erzählung nicht folgt, braucht ein schnelles Pferd. Das erlebt dieser Tage ein Familienrichter in Weimar. Weil er, ausführlich mit Gutachten begründet, eine Kindeswohlgefährdung darin sieht, Kinder in der Grundschule zum ganztägigen Maskentragen, Einhalten von Mindestabständen und nun auch andauernden Testen auf SARS-CoV-2-Partikel zu nötigen, geriet er selbst in das Visier seines eigenen Berufsstandes. Die Staatsanwaltschaft Erfurt prüft mehrere Strafanzeigen gegen ihn (1), unter anderem wegen des Verdachts der Rechtsbeugung.

Niemals dürften die auf der staatlichen Pandemie-Erzählung fußenden „Regeln“ hinterfragt werden, beschwor RKI-Präsident Lothar Wieler im Sommer 2020 die Öffentlichkeit. Wer es doch tut, riskiert schnell seinen Beruf und sein Ansehen. Geraten Richter ins Visier, weil sie politisch unliebsame Urteile fällen, hätte man das früher als politische Einflussnahme bezeichnet. Heute wirft die Neue Richtervereinigung dem Weimarer Richter vor, „wesentliche Erkenntnisse der Wissenschaft“ zu „leugnen“. Er sei als Familienrichter auch nicht befugt gewesen, eine Kindeswohlgefährdung festzustellen. Denn es handele sich „um Maßnahmen des Staates zu seinen Bürgern“, und dies unterliege der Verwaltungsgerichtsbarkeit.

Ohne Test kein Unterricht und Schulabschluss

Der Druck auf die Familien ist riesig. Schulen sind zu Testlaboren mutiert. In den meisten Bundesländern ist es nun real: Kinder, die sich nicht, unter Aufsicht von Lehrern, zweimal wöchentlich auf das Genom des SARS-CoV-2-Virus selbst testen, müssen zu Hause bleiben. Anspruch auf Online-Unterricht haben sie nicht, müssen sich den Lehrplan mittels zugesandter Aufgabenpakete selbst erarbeiten. Die Folge: Mütter oder Väter müssen sämtliche Fachlehrer ersetzen, was kaum jemand leisten kann. Sogar die anstehenden Abschlussprüfungen sind passé. Früher hätte man das wohl als Nötigung bezeichnet.

Wer den Eingriff hinnimmt, muss allerdings auch mit Repressalien rechnen. Es drohen immer neue Quarantänen. Dafür reicht ein einziger positiver Test im Klassenverband, und schon gelten andere Kinder als „Kontaktpersonen“. Schon heute sind der Autorin Kinder bekannt, die seit dem Ausrufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ bis zu fünfmal in Quarantäne saßen, obwohl sie klinisch gesund waren. Das sind dann zehn Wochen Freiheitsentziehung. In einem Haus mit Grundstück mag das noch erträglich sein, in einer 60-Quadratmeter-Plattenbauwohnung ist es das nicht.

Fragwürdige Datengrundlage, keine Lust auf Kommunikation

Ein Ende der politischen Pandemie-Repressionen ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Das über den Bürgern wie ein Damoklesschwert schwebende Infektionsschutzgesetz wird aktuell verschärft. Berlin entmachtet die Bundesländer, Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und den Schutz der eigenen Wohnung sind passé. Trotz massiver Kritik nicht weniger Wissenschaftler an den Daten basiert auch die neue Novelle auf der täglich vom Robert Koch-Institut (RKI) verkündeten „Sieben-Tage-Inzidenz“. Diese wiederum gibt die Summe der wöchentlich vom RKI gemeldeten „Covid-19-Fälle“, bezogen auf 100.000 Einwohner, wieder.

Der Vorgänger des zum Staatsvirologen mutierten Charité-Professors Christian Drosten, Detlev Krüger, und der Epidemiologe Klaus Stöhr halten die Zählweise des RKI für „irreführend“. Man teste sich die Zahlen durch Massenscreenings an Symptomlosen zusammen, die — und das sei in der Wissenschaft bekannt — keine Ansteckungsgefahr seien. Der ehemalige Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, Jens Gnisa, zeigte ich „fassungslos“. Die Regierungspläne entbehrten jeder Verhältnismäßigkeit, sagte er (2).

Allerdings:

Beim Versuch, die Widersprüche mit dem RKI zu klären, stößt man als Journalistin an dicke Mauern. Dann ist es vorbei mit aller sachlichen Wissenschaftskommunikation, die sich das RKI eigentlich auf seine Fahnen schreibt.

Mal sind „die Daten nicht vorhanden“, mal antwortet die Behörde mit einem Link zu seinem 70-seitigen Pamphlet, ein andermal gibt es als Antwort Textbausteine, die nicht immer viel mit der Frage zu tun haben. Und manchmal kommt man aus dem Staunen einfach nicht mehr heraus.

Positiven-Vorauswahl mit Schnelltests: RKI hat keine Daten

Seit Herbst 2020 sind in Deutschland immer mehr Schnelltests im Einsatz. Pflegeheimbewohner, -besucher und -personal müssen sie meist täglich über sich ergehen lassen. In Kliniken, für Reisende, in manchen Betrieben gehören sie inzwischen zum Standard. Und ein negatives Ergebnis gilt vielerorts sogar als Einkaufserlaubnis. Hinzu kommt die Testpflicht in Schulen. Beteiligte sich jedes Kind daran, kämen nur dadurch wöchentlich rund 22 Millionen Tests zusammen — eine gigantische Profitmaschine für die Hersteller.

Doch all die Abermillionen von Schnell- und Selbsttests erfasst die oberste Gesundheitsbehörde gar nicht, wie deren Sprecherin Susanne Glasmacher Mitte April mitteilte. Auf Anfrage der Autorin erklärte sie nur: „Dazu hat das RKI keine Daten.“ In einer vorangegangenen Antwort vom März hatte ihre Behörde bereits dargelegt, dass jeder mit einem positiven Schnelltestergebnis mit der PCR-Methode nachgetestet werden solle. Nur diese Ergebnisse publiziere das RKI in seinen Lageberichten immer mittwochs. Ins Verhältnis dazu setzt es die gesamten positiven Ergebnisse.

Laut Mittwochbericht vom 14. April werteten bundesdeutsche Gesundheitsämter in Kalenderwoche 14 knapp 1,2 Millionen PCR-Tests aus (3), zwölf Prozent davon waren positiv. Das Problem dabei: Wenn zig Millionen negative Schnelltests nicht erfasst, zugleich völlig unstrukturiert klinisch Gesunde untersucht werden, verzerrt das die Positivenrate gewaltig nach oben. Sie wird zu einer Zahl, die nichts mehr aussagt. Man könnte solche Vorgehensweise schlicht als das bezeichnen, was sie ist: unwissenschaftlicher Unfug.

Noch immer keine Teststandards

Der Einsatz von PCR-Tests als Diagnosemittel bringt ein lang bekanntes Problem mit sich, auf das seit Pandemie-Beginn als „Verschwörungstheoretiker“ verunglimpfte Mediziner hinweisen. Inzwischen ist sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO darauf gestoßen: Die Tests weisen winzige Genomschnipsel nach, die mutmaßlich einmal zu dem Virus namens SARS-CoV-2 gehörten. Ob jemand infektiös oder krank ist, zeigen sie nicht. Um wenigstens eine Annäherung an ein objektives Ergebnis zu gewährleisten, müssten Standards eingehalten werden. Man dürfe eine maximale Anzahl von Vervielfältigungszyklen (Ct-Werte) nicht überschreiten, und eine zusätzliche klinische Diagnostik sei nötig.

Im Januar wies die WHO deshalb darauf hin, Labore müssten dringend die Gebrauchsanweisung der PCR-Tests befolgen und gegebenenfalls die „Positivenschwelle anpassen“, also den sogenannten Ct-Wert senken, um nicht zu viele falsche „Covid-19-Fälle“ zu generieren (4). Doch Deutschland hörte nur auf die WHO, solange es der politischen Klasse ins Konzept passte. Nach der Mitteilung der WHO ist das Geschichte. Bis heute sind Labore in der Bundesrepublik nicht verpflichtet, etwa den Ct-Wert zu übermitteln. Die Folge:

Wohl Hunderttausende Menschen wurden und werden zu Unrecht in die Quarantäne gezwungen.

Auf Nachfrage gab das RKI gegenüber der Autorin mehrfach zu verstehen, dass der Behörde solche Werte nicht übermittelt würden. Der Umgang damit sei Sache der Labore und Gesundheitsämter. Außerdem erklärte das RKI der Autorin bereits vor einem Dreivierteljahr: Die PCR-Tests seien nicht zulassungs- sondern nur anzeigepflichtig. Qualitätskontrollen führten die Labore selbst durch. Das Institut verwies auf sogenannte Ringversuche des Laborverbands Instand, der dafür zuständig sei.

Geheimsache „PCR-Spezifität“

Doch die Ringversuche sind offenbar Geheimsache der Labore. Lediglich ein einziger Bericht zum ersten Ringversuch zu SARS-CoV-2-PCR-Tests vom April 2020 tauchte im Frühsommer 2020 auf, bei dem einige der Hunderten verschiedenen PCR-Tests geprüft wurden. Dieser hatte zwar eine sehr geringe Falsch-Negativen-Rate (Sensitivität) ergeben, dafür eine Falsch-Positiven-Rate von insgesamt 1,4 Prozent (5). Bei einer Million Test pro Woche würden binnen sieben Tagen immerhin 14.000 Betroffene falsch positiv getestet und samt Angehörigen und Kontaktpersonen zu Unrecht eingesperrt.

Im ersten Pandemiejahr führte der Laborverband Instand zwar offiziell weitere Ringversuche durch, und zwar im Juni/Juli und im November. Doch die Ergebnisse veröffentlichte der Verband bis heute nicht (6). Und freiwillig rückt niemand etwas heraus. Zahlreiche Anfragen der Autorin liefen ins Leere.

Das RKI, das ja die „epidemische Lage“ bewerten soll, erklärte bemerkenswerterweise, es habe keine Kenntnis von den Ergebnissen der Versuche. Die Autorin möge doch beim Verein Instand nachfragen. Doch von dort kam auf mehrere Anfragen gar keine Antwort. Auch die dort angegebenen Versuchsleiter reagierten nicht auf solche. Und das RKI blieb dabei: Man sei nicht zuständig und wisse von nichts.

Die Frage liegt auf der Hand: Wenn das RKI nichts über die Qualität der PCR-Tests weiß, wie soll es dann einschätzen können, ob die täglich von den Laboren gemeldeten „Neuinfektionen“ glaubhaft sind? Um als neuer „Covid-19-Fall“ zu gelten, reicht immerhin ein positiver PCR-Test aus — Symptome sind nicht nötig.

Die Asymptomatischen

Auf die seit 15 Monaten verbreitete Geschichte von Virus übertragenden Asymptomatischen stützt die Bundesregierung alle repressiven Maßnahmen. Deshalb müssen alle Gesunden Masken tragen. Darum müssen Gesunde und all ihre Kontaktpersonen in zweiwöchige Quarantäne. Aus diesem Grund verbieten Behörden Versammlungen, verhängen die Regierenden Ausgangssperren und testen pandemisch Kinder, Heimbewohner, Pflegekräfte, Reisende und Beschäftigte aller Art.

Die Studien dazu sind zwiespältig und oft mit Mängeln behaftet. Einige davon führten Behörden gegenüber der Autorin als „Beweis“ zur Infektiosität Asymptomatischer an. Sie belaufen sich allesamt auf Schätzungen. Dafür überprüft wurden ausschließlich Menschen, die kurz darauf schwer krank wurden, keineswegs sogenannte Symptomlose. Eine große Studie aus dem chinesischen Wuhan an zehn Millionen Einwohnern hingegen legte nahe, dass positiv Getestete keine Rolle bei der Übertragung von SARS-CoV-2 spielen.

Und deren Anzahl scheint sogar laut RKI sehr groß zu sein. Für mehr als die Hälfte der gefundenen Fälle, die wahrscheinlich hohe Dunkelziffer vom geschätzten Faktor fünf bis zehn nicht eingerechnet, ist immerhin kein „Krankheitsbeginn“ angegeben. Der Grund dürfte schlicht sein: Diese „Positiven“ entwickelten nie Symptome. Die das überwachenden Gesundheitsämter konnten darum keinen Krankheitsbeginn angeben.

Die Symptomatischen

Auf Nachfrage der Autorin verwies RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher zuletzt Mitte April auf die „Dienstagsberichte“ ihrer Behörde, in denen Symptome angegeben sind. Am 13. April etwa hatte die Behörde von seit Pandemiebeginn gefundenen gut drei Millionen Positivfällen gut 854.000 mit Husten (28,5 Prozent), 555.000 mit Fieber (18,5 Prozent), 620.000 mit Schnupfen (21 Prozent), 456.000 mit Halsweh (15 Prozent) und 393.000 mit „Geruchs- oder Geschmacksverlust“ (13 Prozent) registriert (7).

Problem: Man kann auch Husten, Schnupfen, Fieber und Halsweh gleichzeitig haben. Eine konkrete Zahl derart Symptomatischer liefern diese Antworten und Berichte nicht.

Es gibt ein weiteres Phänomen: SARS-CoV-2 ist dem Einvernehmen nach ein Atemwegserreger, der also über die Atemwege eindringt. Normalerweise stoppt ihn das Immunsystem, ehe er die Lunge erreicht. Bevor so ein Erreger im Körper Übles anrichten kann, müsste er diese Schwelle passieren. Wer also wirklich an der Krankheit Covid-19 verstirbt, sollte mindestens auch eine Lungenentzündung aufweisen.

Bis zum 13. April hatte das RKI aber lediglich knapp 29.000 „Covid-19-Patienten“ mit einer Lungenentzündung registriert — und zwar seit Pandemiebeginn, von bis dahin insgesamt gut drei Millionen positiv Getesteten. Das ist weniger als 1 Prozent der gefundenen Positiven.

„Covid-19-Tote“ ohne Covid-19

Hinzu kommt: Von einer hohen Dunkelziffer an Positiv-Fällen geht selbst das RKI aus. Ende 2020 schätzte es diese auf den Faktor vier bis sechs. Andere Studien legen eine höhere Dunkelziffer bis Faktor zehn oder gar 20 nahe. Aber angenommen, es gebe lediglich fünfmal so viele Positiven, wie gefunden, dann läge der Anteil der positiv Getesteten, die überhaupt eine Lungenentzündung entwickelten, bei 0,2 Prozent.

Die innerhalb eines guten Jahres mit 29.000 Betroffenen eher geringe Zahl an Positiven mit Lungenentzündung — zum Vergleich: Jährlich behandeln deutsche Kliniken etwa 250.000 bis 300.000 Menschen mit einer solchen. Das passt schlecht zu den bis dahin gemeldeten knapp 80.000 „Covid-19-Todesfällen“. Selbst angenommen, diese Betroffenen wären alle verstorben: Woran verstarben die anderen 64 Prozent gut 50.000 „Corona-Toten“, wenn sie doch nicht einmal das Grundmerkmal einer „Covid-19-Erkrankung“ erfüllten?

Das RKI bestätigte dazu schon voriges Jahr auf Anfrage seine Vorgehensweise, wonach es alle mit einem positiven Test Verstorbenen als Covid-19-Tote zählt. Die Begründung: Man wolle nicht Gefahr laufen, die Schwere der Pandemie zu unterschätzen. Kurzum, bis heute weiß man nicht, wie viele Menschen wirklich an Covid-19 verstarben. Und selbst bei Verstorbenen mit entsprechenden Symptomen ist unklar, ob andere Erreger oder Krankheiten eine Rolle spielten.

Die Bundesregierung und ihr Institut haben längst eine Methode entwickelt, um die Widersprüche rhetorisch zu verarzten: Man spricht von an, mit oder gar „im Zusammenhang mit“ Corona Verstorbenen.

Dieser Logik zufolge könnte man Tote auch klassifizieren in an oder mit Herzversagen, an oder mit Herpes verstorben. Nach seriöser Wissenschaft klingt das nicht.

„Covid-19-Fälle“ ohne Covid-19

Bei der Erfassung der positiv Getesteten geht das RKI genauso fragwürdig vor. Seit rund 14 Monaten erscheinen auf dem Dashboard täglich neu gemeldete „Covid-19-Fälle“ sowie ihre Gesamtzahl. Weil aber Covid-19 eine Lungenerkrankung ist, welche die meisten Positiven gar nicht bekommen, fragte die Autorin mehrfach nach, wie denn so häufig die Diagnose zustande komme. Das RKI lieferte erstaunliche Antworten:

Jeder positive Test sei meldepflichtig, erklärte Sprecherin Glasmacher bereits im Juli 2020. Und: „Wenn die Person keine Symptome hat, hat sie keine Krankheit.“ Jedoch: „Der Virusnachweis und die Erkrankung werden dennoch oft synonym verwendet.“ Die Autorin wollte es genauer wissen: Wo ist der Unterschied zwischen SARS-CoV-2-positiv und Covid-19 genau? Glasmacher: „Covid-19 ist die Krankheit, SARS-CoV-2-positiv ist der Virusnachweis.“ Sie wiederholte: Symptomlose Menschen seien nicht krank.

Das Rätsel, warum denn Menschen ohne Symptome, die ja offensichtlich die Mehrheit der positiv Getesteten bilden, als Covid-19-Fälle bezeichnet würden, obwohl sie die Krankheit, wie vom RKI bestätigt, gar nicht haben, konnte die Autorin ebenfalls klären. Wörtlich teilte Glasmacher damals mit: „Das entspricht dem international üblichen Vorgehen und den Vorgaben der Meldepflicht in Deutschland.“ Mit anderen Worten: Weil das alle so machen und wir das festgelegt haben. Basta.

Einsperren auf Verdacht

Nun besagt das Infektionsschutzgesetz dem Wortlaut nach, dass der Staat freiheitsentziehende Maßnahmen, also Quarantäne, nur gegen Personen verhängen dürfe, die mindestens „ansteckungsverdächtig“ sind. Das heißt, die verordnende Behörde wäre in der Pflicht, den Nachweis zu erbringen, dass Betroffene tatsächlich vermehrungsfähige Erreger in sich tragen, um ihnen überhaupt zwei Wochen die Freiheit entziehen zu dürfen. Andernfalls wäre die Quarantäne demnach rechtswidrig.

Doch genau das interessiert die deutsche Politik seit mehr als einem Jahr nicht. Das RKI weiß das auch. Im Sommer 2020 schrieb es der Autorin auf Anfrage wörtlich: „Nachgewiesen wird mit einer PCR das Erbgut des Erregers, das bedeutet nicht automatisch, dass es vermehrungsfähiges Virus ist.“

Kurzum: Seit dem Ausrufen der Pandemie vor mehr als einem Jahr übergeht die Bundesregierung diese gesetzliche Vorgabe. Denn der PCR-Test reicht seither aus, um nicht nur positiv Getesteten, sondern auch ihren Kontaktpersonen die Freiheit über Wochen zu entziehen — ganz ohne weiteren Nachweis.

Inhaltsleere Testpositiven-Inzidenzen

All die zufällig gefundenen symptomfreien „Positiv-Fälle“ fließen in die „Sieben-Tage-Inzidenz“ des RKI ein. Und eine Fehlerquote bei den PCR-Tests kennt bekanntlich das Institut nicht. Daran knüpft die Bundesregierung einzig die immer neuen und schärfen Grundrechtseinschnitte. Anfang März 2021 erklärte dazu RKI-Sprecherin Ronja Wenchel gegenüber der Autorin: „Der Wert wird aus den an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen mit einem Meldedatum innerhalb der letzten sieben Tage berechnet.“

Kurzum: Die „Sieben-Tage-Inzidenz“ beruht auf „Covid-19“-Fällen“, die sich aus der Anzahl gemeldeter positiv getesteter Personen zusammensetzen, von denen mehr als 99 Prozent nicht die Lungenkrankheit Covid-19 haben und 50 bis 60 Prozent keine Symptome aufweisen, wobei das RKI nicht einmal sagen kann, wer von den Getesteten vermehrungsfähige Viren verbreitet, also andere anstecken könnte.

Geballte Inkompetenz oder böswillige Absicht?

Die Corona-Dystopie wird medial aufbereitet mit Horrormeldungen über „Covid-19-Tote“, von denen laut den Daten die Mehrheit nicht einmal erklärte Covid-19-Symptome hatte. Sämtliche Fälle und Todesfälle wurden und werden mit Tests ermittelt, zu denen die überwachende Gesundheitsbehörde RKI gar keine Daten hat, die nicht transparent überprüft werden, mehr noch: Die gar nicht nachweisen können, ob es sich um eine akute Infektion handelt.

Hinzu kommt die Geschichte von asymptomatischen Virusüberträgern, die zwar bis heute nicht wissenschaftlich eindeutig belegt ist, die aber alle Maßnahmen rechtfertigen soll, die — bis heute nicht erfasste massive Kollateralschäden produziert, die weit über schwere psychische und existenzielle Folgen für Menschen in Deutschland hinausgehen.

Dass offensichtlich genervte Pressesprecherinnen der obersten Gesundheitsbehörde Journalisten nach mehr als einem Jahr Pandemie-Notstand damit abwatschen, dass man für dies und das nicht zuständig sei, von vielen Parametern eben nichts wisse — ganz nach dem Motto: Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu fragen —, das ist angesichts der Kollateralschäden schlichtweg ein Skandal.

Ein Skandal ist es auch, Richter juristisch zu verfolgen, weil sie der Politik widersprechen, Kinder, Alte und Pflegekräfte zu ständigen Tests zu nötigen, von denen einige Kommunalbehörden selbst auf ihrer Homepage schreiben, dass sie wenig aussagekräftig seien, und überhaupt Maßnahmen zu verhängen, die nach mehr als einem Jahr auf Daten beruhen, deren Interpretation man getrost als unwissenschaftlichen Unfug bezeichnen kann.

Nach so einer langen Zeit ist das nicht mehr zu entschuldigen. Falls es sich nicht um geballte Inkompetenz handelt, müsste man dem RKI und der Regierung inzwischen ernsthaft böswillige Absichten gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung unterstellen.

Anders ist ihr Vorgehen kaum zu erklären.

Quellen:

  1. https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/weimar/weimar-urteil-masken-schule-justiz-corona-100.html
  2. https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/vergesst-die-inzidenz-nur-echte-covid-faelle-zaehlen-1443137504.html
  3. https://www.RKI.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Apr_2021/2021-04-14-de.pdf?__blob=publicationFile
  4. https://www.WHO.int/news/item/20-01-2021-*WHO*-information-notice-for-ivd-users-2020-05
  5. https://www.instand-ev.de/System/rv-files/340%20DE%20SARS-CoV-2%20Genom%20April%202020%2020200502j.pdf
  6. https://www.instand-ev.de/System/rv-files/340%20DE%20SARS-CoV-2%20Genom%20April%202020%2020200502j.pdf
  7. https://www.instand-ev.de/System/rv-files/340%20DE%20SARS-CoV-2%20Genom%20April%202020%2020200502j.pdf

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Dieser Beitrag erschien am 23. April 2021 im Rubikon – Magazin für die kritische Masse

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Bildquelle:   ralphmeiling/ shutterstock

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11 Kommentare zu: “Institut für Irreführung | Von Susan Bonath

  1. Horst Kaiser sagt:

    Susan Bonath, die seit Langem sich als sozialkritische Journalistin profiliert hatte, wenngleich ich früher ihren Analyse gegenüber selten ohne Vorbehalt zustimmen konnte, hat in Zeiten des Corona-Regimes das Format einer veritablen, engagierten Aufklärerin gewonnen, die immer wieder durch gründliche Recherchen Tatbestände aufdeckt und ein scharfes Licht auf die dunkelsten Seiten der organisierten Wahndemie wirft. Dies ist um so erfreulicher und anerkennenswerter als die Mehrzahl ihrer Zunftgenossen völlig versagt hat und zu bloßen eingebetteten Sprachrohren des politmedialen Corona-Kartells mutiert ist. – Der Autorin sei an dieser Stelle für ihr unermüdliches Aufklärungsengagement gedankt!

  2. Sabine sagt:

    Fazit aus KenFM und meiner eigenen Ausbildung…. Erfahrungen und Recherche:

    Es gibt keine Viren….

    PCR-Test ist eine Multiplikation von abgestorbenen Zellen außerhalb des Zellkerns !
    Zur DNS-Identifikation !

    Ergo: PCR-Test ist KEIN Corona-Test !

    Was also ist Corona ?

  3. effess sagt:

    Das muss nicht zwangsläufig "Bösartigkeit" sein…

    … aber hierfür müsste man natürlich etwas über den Tellerrand blicken, und den Status des etablierten Systems sowie dessen Entwicklung der gegebenen Einflussfaktoren halbwegs abschätzen können…

    Im Grunde würde es wohl beinahe ausreichen, ein paar Runden MONOPOLY zu spielen um zu erkennen worauf das alles hier hinausläuft wenn ein immer geringerer Anteil der Bevölkerung tatsächlich von Runde zu Runde immer mehr profitiert und der Rest immer weniger hat.
    … zum Ausgleich der schwindenden Nachfrage durch weniger Einkommen bleibt die kreditfinanzierte Nachfrage – und wenn selbst bei Null- und Negativzins die Wirtschaft immer weiter schrumpft, dann muss eben der Staat sich immer weiter und mehr verschulden und selbst Nachfrage betreiben. (Vermutlich ist auch dies einer der Hauptgründe, wieso man 2015 die Grenzen hat offen lassen – die Zuzügler kosten pro Nase 700.000 bis 1.000.000 – das ist in etwa der "Aufbau Ost" an neuer Nachfrage)…
    Aber es hat eben dennoch alles nix gebracht: 2018 war der Hochpunkt – seither geht es abwärts, seit 2019 ist die Industrie in der Rezession.
    … die Massenmedien machen natürlich Schönwetterpolitik – aber die Insider wissen natürlich Bescheid über die Zahlen.
    … und weder China schläft – noch haben die prognostizierten Auswirkungen der Digitalisierung (nach remote home-office wird bald remote Outsourcing folgen – oder durch Prozessumstellung der Arbeitsschritt der menschl. PC-Arbeitskraft gänzlich wegfallen – da braucht es noch nichtmal groß machine-learning – aber die Anzahl derer die wissen, wie man die Prozesse so umstellt dass mat die Daten fürs Tensorflow aus dem Arbeitsprozess automatisch erstellen kann, werden eben auch immer mehr 🙂 )…

    2019 war also schon immer mehr Menschen klar, das es jeden Moment scheppern müsste – und die Systeme wurden auf "Alles muss raus" getriggert: die "Flash-Crashes" an den Börsen waren ein deutliches Zeichen dass es
    a) demnächst scheppern wird
    und
    b) dass sich das System dann bereits in der Liquiditätsfalle befinden wird.

    … da hatte sich dann die FED mühevollst wieder einen kleinen Puffer aufgebaut – und in einer Sitzung angekündigt zur Konjunkturbelebung einen Rekordabschlag durchzuführen – und am Montag darauf sind die Kurse eingebrochen, da jedem klar war: das war's jetzt.

    Und was dann kam, das sehen wir ja gerade:
    1.) "Corona" Plandemie
    2.) Helikoptergeld in den USA und Kurzarbeitergeld, und die Notenbanken drucken das Geld wie noch nie **¹
    3.) über das Infektionsschutzgesetz die Möglichkeit, die Völker unter Kontrolle zu halten und bei Bedarf einfach mal einzusperren und Demonstration zu untersagen – inklusive der Massnahmen gegen die freie Presse und die Meinungsäußerung..

    Die Kernfrage bleibt aber bestehen: wie geht's nun weiter?
    Wie wird in Zukunft mit dem Problem der Nachfragefinanzierung umgegangen – und wie geht man mit den Systemverlierern um, welche feststellen müssen dass es der vorangegangenen Generation viel besser ging als jetzt ihnen, obwohl doch kein Krieg war und von allem ständig immer mehr zur Verfügung stehen müsste (und wie man bei der Flüchtlingskrise und der Bankenkrise sieht: ja auch ganz schnell zur Verfügung steht – nur eben nicht für sie…) und dieser Teil der Bevölkerung zunehmend eine kritische Masse erreichen wird?

    Wer wird das alles hier weiter finanzieren, wenn jene die das momentan tun, im globalen Wettbewerb stehen und mit den Löhnen in anderen Ländern werden konkurrieren müssen?

    … es wird radikale Änderungen benötigen, "build back better" wie sie im engl. herumposauenen – und davor natürlich der kontrollierte Einsturz, der "Great Reset"…

    Die Frage, ob "Bösartig" oder nicht, die wird sich demnach am Ergebnis messen lassen müssen.
    … und wird sich ggfls weniger im Robert Koch als vielmehr im Paul Ehrlich Institut offenbaren – denn wenn es tatsächlich zur Autoimmunreaktion, zum Kamp gegen den eigenen Körper bis zum Tode führen wird, dann …
    … na ja: dann haben die Friday for Future / Extinction Rebellion Leute das bekommen was sie ja so dringend wollen…
    (ob sich dadurch das Wetter ändert? hmm, ich habe da so meine Zweifel…)

    **¹ "Nie zuvor haben Zentralbanken so viel Geld neu in den Markt geschmissen wie in der Corona-Krise. Die bisherigen 6,5 Billionen Euro sind rund doppelt so viel wie in der Finanzkrise und jedem anderen Jahr der niedrigen Zinsen und der Anleihenkaufprogramme danach. 97 Prozent dieser Riesensumme geht dabei auf das Konto der Zentralbanken in den so genannten „entwickelten Märkten“. Dazu werden neben den USA und der Eurozone für gewöhnlich auch Kanada, Israel, Norwegen, die Schweiz, Großbritannien, Australien, China (über Hongkongs Börse), Japan, Neuseeland und Singapur gezählt."
    https://www.focus.de/finanzen/boerse/rund-doppelt-so-viel-wie-in-der-finanzkrise-notenbanken-druckten-geld-wie-nie-analyse-zeigt-wo-die-billionen-hinflossen_id_12494480.html

  4. P. Nibel sagt:

    Auch heute kann ich wieder nur sagen: Das Ganze macht langsam den Eindruck von Wassertreten anstatt Schwimmen – die Aufklärung strampelt sich ab, ohne wirklich vorwärts zu kommen!
    Es bringt nichts mehr, immer wieder die gleichen guten Argumente zu wiederholen, die allen Interessierten längst bekannt sind.
    Was ich mir zur Zeit vom kritischen Journalismus wünsche, ist z.B. eine Auseinandersetzung mit den Zielen der "Protestbewegungen", denn ich habe es satt, dass ich als nobody darauf hinweisen muss, dass z.B. "Basisdemokratie" nur ein positives Framing für die Algoritmendiktatur des Great Reset ist und dass die Ausländerkontingente, die z.B. von Anselm Lenz gefordert werden, ebenfalls im Programm von Klaus Schwab stehen. Hier gibt es noch Einiges aufzuklären!

    Außerdem bin ich hier der Einzige, der den Mut aufbringt, die Leute mal zu fragen, inwieweit sie selber Teil des Problems sind. Wer z.B. ein Smartphone hat und permanent online ist, der hat dem Überwachungsstaat längst zugestimmt, denn alles, was technisch machbar ist, wird auch gemacht, wie schon Dürrenmatt es in seinen "Physikern" erklärt hat. Ich habe kein Handy, denn als andere Boy George waren, war ich bereits Boy Kott!

    Ebenfalls dringend notwendig wäre es, endlich mal mit den Denkverboten über den Faschismus aufzuräumen, dem Gesellschaftssystem, das NICHT auf einer Spaltung der Gesellschaft beruht, sondern auf einer gemeinsamen Wertebasis und auf klaren Aussagen!
    Alle sagen, dass sie die Spaltung der Gesellschaft überwinden wollen, aber keiner sagt wie – und solange bleibt das eben nur ein frommer Wunsch!

    Und dann fehlt mir noch eine philosophische Diskussion darüber, was wir eigentlich unter "Menschenwürde" verstehen. Ganz zu Anfang des Protestes wurde das Wort noch ständig erwähnt, aber dann stellte sich heraus, dass viele diese Frage überhaupt nicht beantworten können und merken, dass die Menschenwürde in ihrer Entscheidungsfindung eigentlich noch nie eine Rolle gespielt hat, und die Anderen haben völlig unterschiedliche Ideen davon.
    Wer die Menschenwürde unter den Teppich kehrt, der wird sie damit nicht retten!

    Aber das geht natürlich nicht, solange Ken Jebsen DIE BAZIS unterstützt…

    • effess sagt:

      Frage an Mausfeld: "um, eine Veränderung herbeizuführen – oder ist das überhaupt möglich?"
      Hier die Antwort: "wir müssen verdammt kreativ sein, um ohne denen eine Möglichkeit zur Antizipation geben zu können sie in eine Falle laufen zu lassen, welche sie sich selber schaffen werden müssen"
      https://youtu.be/znYQEdi2g78?t=3317

      … ich bin mir nur nicht sicher, ob die diese Falle bereits längst erkannt haben, und wie der Führer in seinem Führerbunker nun auf Kamikaze gepolt sind (in der Hoffnung, da selbst dann schon irgendwie raus kommen zu können, auch wenn die Welt in Schutt & Asche liegt)…

      ————- in diesem Sinne: Start Spinnerei: —————————————————–
      mal ein "schönes" Szenario:
      Was wird denn nun passieren, wenn die Impfung tatsächlich eine Autoimmunerkrankung hervorbringt und ein entsprechend hoher Anteil diese nicht überleben wird?
      1.) dann wird für alle Geimpften jeder Nicht-Geimpfte zur Lebensgefahr – er könnte, dem aktuellen Narrativ folgend, ja ein "A-Typischer" sein …
      2.) die "Alten Weißen Männer & ihre Marionetten" die sich alle haben schon impfen lassen, werden dann ganz schnell Zwangsimpfungen einfordern…
      3.) und ob das dann friedlich bleibt, wage ich doch sehr zu bedenken. Bei den Kinderlein ist dann eben "Schluss mit Lustig" … und zudem: werden sich die Zwangsgeimpften dann wohl kaum alle still hinsetzen und warten bis ihr Körper mit dem nächsten Winter die entsprechenden "Sars-Cov-2"- Exosome produziert und entsprechend durchdreht.
      … ein ordentliche Prozentsatz dürfte wohl zuvor schon "durchdrehen" …

      um auf 500 Mio runter zu kommen wird es aber wohl nicht ganz reichen…

      Wo kann man hier eigentlich die Abstimmungen einrichten?
      Ja oder Nein: "werden sich die Deutschen wenn es soweit ist gegenseitig zerfleischen – oder gemeinschaftlich die Ressourcen des Landes zu nutzen wissen?"

      ———————- zum Abschluss der Spinnerei noch ein Filmchen: https://vimeo.com/42869465 ——————-
      </Spinnerei>

    • Horst Kaiser sagt:

      Die Diskussion über Menschenwürde, aber auch über Faschismus sollte nicht als eine abgehoben "philosophische" geführt werden, sondern – in Anknüpfpung an Foucault – aus der aktuellen Kampfzone, also aus einer vertiefenden, die komplexen Vermittlungen des aktuellen Konfliktgeschehens reflektierenden Analyse.

      Eine erste Bemerkung wäre: Faschismus zielt auf eine herrschaftlich vereinheitlichende Massenbewegung, die den Einzelnen zum entmündigten Mitläufer degradiert. Diese Entmündigung, ist offenbar mit dem, was Würde meint nicht vereinbar. Die Art wie diese Entmündigung erfolgt hat ambibalenten Charakter. Sie folgt dem Slogan: Führer befiel, wir folgen. Es ist als Entmündigung und Selbstentmündigung in einem. Wer faschistische Massenbewegungen analysiert, hat also den sozialpsychologischen Aspekt (siehe Adornos Untersuchungen zum Autoritären Charakter) und die Psychotechniken und psychoterroristischen Methoden der "Massenbändiger" zu untersuchen.

      Beide Aspekte tauchen bereits in dem berühmten "Aufklärungsaufsatz von Kant auf: Zum einen ist von der "selbstverschuldeten" Unmündigkeit die Rede, zum andern davon, dass es Perosnen gibt. die sich allzu gern zu Vormündern aufschwinden und dazu auch der Angsterzeugung sich bedienen. Die Begriffe Aufkärung, Mündigkeit, Freiheit, Autonomie stecken bei Kant ein Begriffsfeld ab, in dem der Begriff der "Würde" angesiedelt ist. Ein weiterer Traditionskontext ist das christliche Selbstverständnis des Menschen als eines Geschöpfes Gottes, das dem Vorbild Christus nachstreben soll.

      Wichtig ist somit die ganz einfache Schlussfolgerung: Würde ist an die einzelne Person gebunden. Daher steht sie im GG im engsten Kontext mit der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Für den aktuellen Kontext können wir – um nicht nur zu philosophieren – daraus die Konsequenz ziehen (und dabei sogar Schäuble als Bundesgenossen zitieren), dass Würde im Kontext der Freiheit der Persönlichkeit nicht hintergangen werden kann, indem man einen Gesundheitsbegriff ins Feld führt, der sich nicht auf den Einzelnen, sondern auf ein "statistisches" Kollektiv (im Faschismus: "Volksgesundheit") bezieht.

      Die körperliche Unversehrtheit, auf die man sich zur Begründung der Corona-Maßnahmen beruft, ist unvereinbar mit einem Begriff von Würde, der essentiell mit dem Begriff der Selbstbestimmung zusammenhängt. Das wäre für aktuelle Auseinandersetzungen wichtig (z.B.: wenn man die Freiheit für Nichtgeimpfte einschränken will, so geht es nicht um die Gesundheit dieses einzelnen, sondern man fordert von ihm – in quasi erpresserischer Form – ein Gesundheitsrisiko zum Wohle der Volksgesundheit einzugehen, m.a.W.: er soll seine Selbstbestimmung (integraler Bestandteil der Würde), die Sorge um s e i n e Gesundheit opfern für das Wohl des Kollektivs, und was gut für dieses Wohl sei, wird wiederum per Otroy von den Entscheidern an der Macht festgelegt.

      Der Begriff der Würde und der freien Entfaltung der Perönlichkeit (die körperliche Unversehrtheit ist im GG eingerahmt von den Freiheitsbegriffen) könnten nützliche Waffen der Aufklärung im (evt auch auf juristischer Ebene geführten) Kampf gegen den sich anbahnenden Faschismus sein.

      Soweit ein erster kleiner Anlauf zu der von Ihnen vorgeschlagenen aufklärenden Selbstverständigung.
      – mfG

    • P. Nibel sagt:

      @Horst Kaiser
      Ach ja, Horst Kaiser? Und wo kommen dann heute die ganzen Mitläufer her, obwohl wir gar keinen Faschismus haben, sondern Liberalismus? Bevor Sie eine These raushauen, sollten sie erst einmal die Gegenprobe machen – dann reden Sie weniger Unsinn!
      Eine gemeinsame Wertebasis zu haben, macht nicht unfrei, sondern frei.
      Alle Naturvölker, die im Einklang mit der Natur lebten, hatten eine gemeinsame Wertebasis – der Verzicht auf gemeinsame Werte ist eine Zivilisationskrankheit des 20. Jahrhunderts und bereitet der Macht der Maschinen den Weg!

  5. ebertus sagt:

    Gut analysiert, Danke

    Spätestens damit dürfte auch Susan Bonath in die "Leugner"-Szene aufgenommen sein. Wenngleich mich meine Erinnerung an die/ihre Zeit bei KenFM und eben vor Corona hoffentlich nicht trügt.

    Denn da zog Susan Bonath zusammen mit Dirk Pohlmann und Mathias Bröckers hier gegen die anderen "Leugner" zu Felde, Bröckers auch mal ganz persönlich gegen Rainer Rupp.

    Alles Klimaleugner, alle in die rechte Ecke!

    Welcome back …

    • RULAI sagt:

      Daran erinnere ich mich noch gut. Vor allem an die Beschimpfungen seitens der Autorin. Daher: Nein, nicht willkommen!

      Ich fürchte, hier werden schon die Schreib"soldaten" für den Diskussions"kampf" um die kommenden Klimalockdowns aufgefahren.

      Daher ganz frech offtopic: The Dimming. https://www.youtube.com/watch?v=rf78rEAJvhY&t=1s
      Eine Dokumentation über die wahren Ursachen des sogenannten Klimawandels. Es wurden u.a. professionell Luftproben in großer Höhe genommen und professionell wissenschaftlich untersucht. Antwort: Sie sprühen! Und wie!
      Es ist NICHT das CO2.

  6. Burghard Lehmann sagt:

    Danke Susan Bonath für diesen hervorragenden Bericht!

    Was mich auch freut, dass Sie als eingestandene "Linke" (durchaus positiv gemeint!) dem Corona-Spuk derartig kritisch gegenüber stehen. Hut ab! Denn von der sonstigen Linken aller Kollöhrs, einschließlich Marxisten, Trotzkisten usw., weltweit, kann man das ja leider nicht sagen. Die meisten von ihnen sind erstaunlich unwillig auch nur ein paar einfache Fragen über den Corona-Hype zu stellen und nehmen die Pandemie als gegeben hin. Damit gehen sie im Gleichschritt mit den autoritären Regierungen gemeinsam in Richtung Great Reset und Neue Weltordnung.

    Warum ist das so? Wo ist die Linke geblieben? Darüber rätsele ich seit Anfang 2020.

    Zum Schluß, liebe Frau Bohnat, schreiben Sie immer noch für die Junge Welt? Sorry, wenn die Frage unangebracht ist..

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