Ist Minsk der Schlussstein im NATO-Limes gen Osten?

Von Willy Wimmer.

Nach dem Besuch des wenig gewinnenden amerikanischen Außenministers Pompeo letzte Woche in Wien, verfiel der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg bei seinem Interview mit ZIB 2 geradezu in den Plauderton. Natürlich habe die Politik der Europäischen Union in den letzten Jahren dem Ziel gedient, Weißrussland von Russland zu entfremden und aus der engen Zusammenarbeit mit Moskau herauszubrechen. Es mag ein Zufall gewesen sein, diese klare Zielvorgabe in Wien zu vernehmen. Von Wien aus sind es gerade mal sechzig Kilometer nach Bratislawa, der slowakischen Hauptstadt. Dort hatten hochrangige Vertreter des amerikanischen Außenministeriums Ende April 2000 der versammelten Führungsspitze aus Mittel-und Osteuropa die amerikanische Zielvorgabe für diesen Raum verkündet. Danach sollte ein „roter  Strich“ quer über den Kontinent zwischen Riga und Odessa gezogen werden. Westlich davon herrsche amerikanisches Sagen bis hin zu den Veränderungen in der römisch geprägten Rechtsordnung. Östlich davon befinde sich Russland oder das, was sich aus Russland entwickeln würde.

Ist das die Zielvorgabe, die die Europäische Union von einer gedeihlichen Entwicklung in Europa als dem gemeinsamen Kontinent hat? Die Fragen sind heute mehr als berechtigt, denn verantwortliche Sprecher aus dem Deutschen Bundestag lassen sich offen darüber aus, mit welchem politischen Werkzeugkasten sie sich daran machen werden, die letzte Lücke in dem NATO-Limes gegen Russland zu machen. Offen wird vom „Maidan-Modell“ nach dem Putsch-Modell aus der Ukraine gesprochen oder das Beispiel „runder Tische“ zum Machtübergang in Minsk favorisiert.

Jede Zurückhaltung wird abgelegt, weil nach den klaren und unmissverständlichen Aussagen des österreichischen Außenministers in Minsk jetzt die Ernte jahrelangen Tuns eingefahren werden muss.

Es wird kein Zufall gewesen sein, dass derzeit der amerikanische Außenminister Pompeo durch Europa tourt, um „Gefolgschaftstreue im NATO-Zusammenhang“ herbeizuführen. Über Minsk soll Moskau getroffen und an die amerikanische Leine gelegt werden. Das amerikanische Vorgehen gegen „Nord-Stream 2″ ist ein Musterbeispiel für die „Politik der begrenzten Souveränität“ westeuropäischer Staaten nach dem Bratislawa-Modell aus dem Jahr 2000.

Präsident Trump erweckt seit seiner Wahl vor fast vier Jahren den Eindruck, eine dem Frieden und der Zusammenarbeit dienende Abstimmung mit Moskau herbeiführen zu wollen. Derweil schafft Außenminister Pompeo jene Fakten im Nahen Osten und in Europa, die darauf abzielen, Russland aus Europa hinauszudrängen und als weltpolitischen Akteur bedeutungslos werden zu lassen. Wenige Tage vor dem Gedenken an den deutschen Angriff auf Polen am 1. September 1939 als Vollendung des Rache-Diktates von Versailles 1919 sind das üble Perspektiven für Europa.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Ringo Chiu / shutterstock

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4 Kommentare zu: “Ist Minsk der Schlussstein im NATO-Limes gen Osten?

  1. Danke Willy Wimmer für die Darstellung dieser Zusammenhänge.

    Gerhard Schröder "natürlich haben wir das Völkerrecht gebrochen" und jetzt der österreichische Außenminister:
    "Natürlich habe die Politik der Europäischen Union in den letzten Jahren dem Ziel gedient, Weissrußland von
    Russland zu entfremden und aus dem engen Zusammenhang mit Moskau herauszubrechen" und "weil jetzt
    die Ernte jahrelangen Tuns eingefahren werden muss."
    Die Wohlstandsverheißung der EU kann angesichts des Ukraine-Schicksals nur noch als Lockvogel-Angebot gesehen werden, während die andere Seite des Assoziierungsvertrags ordentlich profitiert, indem sie ihren Markt ausweiten,
    billige Arbeitskräfte mobilisieren und nach einer Frist von 5 Jahren gar den Ackerboden einkaufen kann.
    Mehr als ein dummes Gesicht von Seiten des EU-Personals darf die Bevölkerung nach einem Regime change nicht erwarten.
    Im Schatten dieses geostrategischen Vorgehens im Gleichschritt USA/EU konnte das Eigeninteresse der EU lange Zeit unerkannt bleiben, war doch dieses Vordringen der EU und der Militärinteressen auf raffinierte Weise im Assoziierungs-Vertragswerk mit einander verknüpft.
    Deshalb: Demonstrieren ist ein Freiheitsrecht, klar, dort ebenso wie bei uns.
    Und die anderen Einflüsse sollen draußen bleiben.

  2. Die österreichische Regierung hat sich jetzt geoutet, als Handlanger der USA und vor allem auch alle österreichischen Medien. Ich möchte die Doku "Does the USA sponsor Revolutions?" empfehlen, sollte eigentlich längstens bekannt sein aber diese Hintergründe sollten weiter verbreitet werden um die Lügen der Medien besser zu verstehen.

  3. Ich verstehe Sie nicht, Herr Willy Wimmer! Der Oder-Dnjestr-Meerarm, dieses gewaltige Europäische Ostmeer zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, trennt doch Europa von Asien! Das sich sich immer gewichtiger wähnende Polen wird so schwer werden, dass es versinken wird. Es wird Weißrussland mit sich reißen! Und die Platten, die Europäische und die Asiatische, driften auseinander. Hingegen werden durch die Glasfaserverbindungen zwischen Europa und Amerika, hier besonders zu erwähnen: zwischen Ramstein und den USA, die Kontinente Amerika und Europa immer mehr zusammengezogen. Aus "gut unterrichtetet Quelle" ist bekannt, dass an beiden Enden gewaltige Seilwinden stehen! Hier ist abzusehen, dass die ReGIERung schon bald trockenen Fußes von Berlin nach Washington wechseln kann.
    Ach, Entschultigung, das sind Beschreibungen aus der postfaktischen, immer surrealer werdenden Welt.
    Sie stehen ja für Fakten – klären Sie bitte weiter auf. Danke!

  4. Ich verstehe Sie nicht, Herr Willy Wimmer! Der Oder-Dnjestr-Meerarm, dieses gewaltige Europäische Ostmeer zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, trennt doch doch Europa von Asien! Das sich sich immer gewichtiger wähnende Polen wird so schwer werden, dass es versinken wird. Es wird Weißrussland mit sich reißen! Und die Platten, die Europäische und die Asiatische, driften auseinander. Hingegen werden durch die Glasfaserverbindungen zwischen Europa und Amerika, hier besonders zu erwähnen: zwischen Ramstein und den USA, die Kontinente Amerika und Europa immer mehr zusammengezogen. Aus "gut unterrichtetet Quelle" ist bekannt, dass an beiden Enden gewaltige Seilwinden stehen! Hier ist abzusehen, dass die ReGIERung schon bald trockenen Fußes von Berlin nach Washington wechseln kann.
    Ach, Entschultigung, das sind Beschreibungen aus der postfaktischen, immer surrealer werdenden Welt.
    Sie stehen ja für Fakten – klären Sie bitte weiter auf. Danke!

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