KenFM im Gespräch mit: Ivan Ivanji („Titos Dolmetscher“)

„Man sieht seine Klienten intellektuell in Unterwäsche“

Ivan Ivanji ist Schriftsteller, geboren 1929. Er arbeitete rund 15 Jahre im Auftrag des jugoslawischen Staatschefs Tito. Ivanji war sein Übersetzer und wurde so zum Zeitzeugen.

Ivan Ivanji erlebte und überlebte sie alle – Willy Brandt, Erich Honecker, Helmut Schmidt, Franz-Josef Strauß, Hans-Dietrich Genscher, Bruno Kreisky und Co.

Das damalige Jugoslawien Titos spielte in Zeiten des Kalten Krieges eine Sonderrolle in Europa. Es gehörte keinem der beiden Machtblöcke an. Josip Broz Tito war geschickt genug, sich diesen Schwebezustand sowohl von Moskau, als auch Washington politisch vergüten zu lassen. Im Gegenzug hielt er den Vielvölkerstaat als eine Art Puffer zwischen beiden Atommächten zusammen.

Ivan Ivanji ist ein Überlebender des Holocaust. Er entkam der Hölle von Auschwitz, dennoch hat er sich seinen Humor stets bewahrt. Er ist erhaben.

Im Gespräch mit Ken Jebsen erlebten wir ein wandelndes Geschichtsbuch. In zahlreichen Anekdoten erfahren wir unbekannte Details über deutsche Spitzenpolitiker, die die Bundesrepublik maßgeblich geprägt haben.

Ivan Ivanji nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, aber eben auch nicht, was die aktuelle Politik angeht. Ivanji rechnet mit allen ab – Obama, Merkel, Trump, Netanjahu. Seine Aussagen über Europa, die USA, Russland und den Status Quo der gelenkten Demokratien sind bestechend und sollten als Warnung interpretiert werden. Geschichte kann sich wiederholen!

Das Gespräch wurde in historischer Kulisse in Belgrad aufgezeichnet. Der Tisch, die Stühle und die Bibliothek gehörten einst zum Arbeitszimmer von Staatschef Tito.

Inhaltsübersicht:

00:03:23 Titos Erbe und die Geschichte Jugoslawiens

00:16:10 Das Konzentrationslager überlebt- Auschwitz, Buchenwald und ein europäischer Rechtsruck

00:25:10 Titos Verhältnis zu Willy Brandt, Helmut Schmidt und Herbert Wehner

00:32:12 Die Arbeit des Dolmetschers, die Beziehung zu Geheimdiensten und die ersten Begegnungen mit Tito

00:42:12 Erlebnisse an der Seite Titos – Begegnungen mit Heinrich Böll und Günter Grass

00:47:10 Die Tragweite von falschen Übersetzungen: Hiroshima/ Nagasaki

00:48:51 Über das russisch-amerikanische Verhältnis und heutiges Demokratieverständnis

00:56:10 Israels Politik im Nahen Osten und der Stellvertreterkrieg in Syrien

01:02:30 Donald Trump und die US-Wahl

01:09:50 Wissen, Anekdoten und Erfahrungen als Dolmetscher

01:20:55 Das Besondere an Willy Brandt, europäische Werte und die Idee einer multipolaren Weltordnung

01:32:16 Der Tabubruch: Krieg gegen Jugoslawien und der Job des Politikers

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32 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Ivan Ivanji („Titos Dolmetscher“)

  1. In gewisser weise bin ich auch noch Jugoslawien-Nostalgiker,habe allerdings in jüngster Zeit meine Probleme mit ihnen.

    So treffe ich gerade bei älteren Jugoslawen immer noch auf einen ausgeprägten Nationalismus, der besonder den Kosovo Albanern sehr ablehnend auftritt.
    So werden Kosovaren aufgefordert in serbo-kroatisch zu sprechen, und nicht in ihrer albanischen Kultursprache. Diese wurde unter Tito anscheinend unterdrückt.
    Dieses führt natürlich zu etnischen Spannungen. Leider werden diese Aspekte in dem Interviewe nicht erwähnt.
    Dieses Interviewe ist wenig erhellend sondern verschleiert die Probleme im ehemaligen Jugoslawien.
    Statt dessen wird immer wieder der völkerrechtswidrige Angriffskrieg angeführt, der den eigentlichen Sündenfall darstellen soll.
    Das finde ich auch nicht gerade Hilfreich, um mir ein wirkliches Bild über Jugoslawien machen zu können.
    Über Gräueltaten und Unmenschlichkeiten habe ich reichlich Berichte aus erster Hand erfahren, die ich einem zivilisierten Land Jugoslawien unter Tito nicht zugetraut hätte.
    In sofern durfte es sich unter Tito nicht um ein humanistisch geprägtes Juguslawien gehandelt zu haben, auch wenn man dieses im Rückblick mit verklärter Brille sehen will.

    • So werden Kosovaren aufgefordert in serbo-kroatisch zu sprechen, und nicht in ihrer albanischen Kultursprache.

      In Kosovo, von wenigen serbischen Gebieten im Norden abgesehen, hat Serbien GAR NICHTS zu sagen. Du erzählst hier einen SCHWACHSINN

      In sofern durfte es sich unter Tito nicht um ein humanistisch geprägtes Juguslawien gehandelt zu haben,

      So so! Diejenigen; die damals Tito bekämpft und besiegt hat, die durch „farbige Revolutionen“ von Ausland endlich die Macht ergriffen haben, haben dir das so erzählt. Dann muss es stimmen.

    • Tschuldigung, sie gehen ja gleich ganz forsch rann. Ich nehme an, sie kennen sich ganz genau aus.

      Ich sagte lediglich, das meine Erfahrungen mit älteren Jugoslawen einen eingefleischten Nationalismus zu erkennen geben. Das heißt ja noch lange nicht, das alle ehemaligen Jugoslawen Nationalisten sind.
      Ich habe mit Kroaten, Herzegowaren, Serben, und Kosovaren zu tun. Also näher kann ich kaum an den Befindlichkeiten der einzelnen Ethnien sein. Was sind ihre Erkenntnisse, das sie gleich so los pöbeln.
      Übrigens stelle ich hier sehr oft einen Stil fest, der mit Meinung wenig zu tun hat. Eher mit Verunglimpfung.
      Was nicht ins Weltbild passt, darf nicht gesagt werden.

    • So so! Diejenigen; die damals Tito bekämpft und besiegt hat, die durch „farbige Revolutionen“ von Ausland endlich die Macht ergriffen haben, haben dir das so erzählt. Dann muss es stimmen.

      Ich nehme an, sie wahren zu der Zeit noch im Kindergarten, sonst wüssten sie, dass Tito verstorben ist, künstlich noch mehrere Wochen am Leben erhalten wurde, um einen geregelten Übergang zu einem Nachfolger zu finden.
      Dass dann ein Föderalismus mit wechselnden Amtsträgern gefunden wurde, und sich dann der Staat zerlegte, in dem sich die einzelnen Volksgruppen die Filetstücke heraus schnitten. Das Unser damaliger Außenminister Genscher, anscheinend noch besoffen von der Freiheitsverkündung der DDR Bürger in der Prager Botschaft, gleich die Anerkennung der Kroatischen Republik verkündete, und damit aus politischer Instinktlosigkeit, das Chaos erst in Gang setzte, scheint ihnen alles nicht so richtig bekannt zu sein. Das darauf hin sich ein Humanitärer Kollaps ereignete,
      Ich denke an Sarajevo, oder Mosta, wird ihnen anscheinen auch nicht bekannt sein. Wenn sie da noch von zivilisiertem Verhalten sprechen, dann scheinen sie auch mit Rambo Filmen ihr ethisches Weltbild zu befeuern.

  2. Ein in Würde gealterter, sehr kluger Mensch. Jetzt weiß ich auch, dass ein guter Simultanübersetzer vor allem auch ein guter Psychologe sein muss. Deshalb gibt es da wohl auch zunehmend Frauen!:)
    Allerdings glaube ich nicht, dass wir nur in unseren Kindern und Enkeln weiterleben, sondern ich glaube, fühle und denke, dass wir so und so mit all unseren Lebensäusserungen in der Ewigkeit existent sind. Alles ist immer in irgend einer Form vorhanden und wirkt am Ganzen mit. Schön, dass wir so auch mal nach Jugoslawien reinschauen können.
    Danke!

    • „Deshalb gibt es da wohl auch zunehmend Frauen!:)“
      Nein! Das isso, weil Frauen quatschen können, ohne dabei denken zu müssen. 😉

      „Schön, dass wir so auch mal nach Jugoslawien reinschauen können“
      Bei den vielen Gesprächen mit Wimmers, der nie versäumt an das „völkerrechtswidrige Bombardement der Bundesrepublik Jugoslawien“ zu erinnern, wurde mir bewusst, wie wenig ich davon weiß. Obwohl ich damals Zeitung gelesen und Radio- und Fernsehnachrichten hörte. Ob diese Verdrehungen der Wirklichkeit nach den Wünschen des US-Außenministeriums vielleicht schon früher einsetzten als beim Ukraine-Konflikt, bei dem mir ein paar Schuppen von den Augen fielen? Also hab ich mir Bücher besorgt, Artikel heruntergeladen und gelesen.

      Peter Handke war in meiner Erinnerung der einzige, der damals die Serben verteidigte. Ich hielt ihn wie alle anderen für einen Spinner. Heute weiß ich, dass er Recht hatte. Es gibt interessante Parallelen zu heute. Elektrisiert hatte mich vor der Befreiung (dem „Fall“) von Aleppo der in der Propaganda aufgetauchte Vergleich mit Srebrenica. Dass der Westen da nicht schon wieder zuschauen dürfe. Das vielzitierte „Massaker von Srebrenica“ hat es wahrscheinlich nie so gegeben. Und wurde nun in großem Umfang wieder bei Aleppo benutzt als Kriegslüge. Ich empfehle hierzu den Artikel „Aleppo: Another false flag „Srebrenica,“ perhaps barely, averted. von Stephan Karganovic: http://thesaker.is/aleppo-another-false-flag-srebrenica-perhaps-barely-averted/ Der Artikel zeigt den weit gespannten Bogen von internationalem Teamwork und offenbar zeitlich genau geplantem und abgestuftem Vorgehen.

      Man hat noch nicht aufgegeben, wie dieser Artikel in Telepolis zeigt: „Folter und Massen-Hinrichtungen: Vorwürfe gegen den Amnesty-Bericht“: https://www.heise.de/tp/features/Folter-und-Massen-Hinrichtungen-Vorwuerfe-gegen-den-Amnesty-Bericht-3620405.html

    • Allerdings: Wer noch in der Kaiserzeit geboren wurde, hat wohl in der Regel den selbstverständlichen patriarchalischen Egoismus als Ideal verinnerlicht und noch nicht das neue/uralte „All is One“. Dies spricht für mich aus seinem Rat, man könne alle Berufe ergreifen, man müsse eben nur zusehen, darin zu den Besten zu gehören. Vielleicht aber hat er es ja auch so gemeint, wie ich es immer denke und fühle. Nämlich, dass mir nichts mehr auf den Geist geht und überflüssiger ist, als wenn Menschen aus reinem Ehrgeiz Tätigkeiten ausüben, für die sie von Natur aus nicht geschaffen sind.

    • Diesem Irrtum mit Peter Handke bin ich auch aufgesessen und damals der Kriegspropaganda von wegen KZ’s auch! Da kann man mal sehen, was heute die alternativen Medien leisten!

    • Möchte noch ergänzen: Es war ein Kommentator hier, der mich auf das wichtige Buch und seinen Autor hingewiesen hat: Alexander Dorin, In unseren Himmeln kreuzt der fremde Gott. Verheimlichte Fakten der Kriege in Ex-Jugoslawien (Kroatien, Bosien und Kosovo)

      Und ein Interview in dem Dorin erklärt, warum er sich sicher ist, dass es kein „Massaker von Srebrenica“ gab:
      https://youtu.be/W_OYNm7l3o8

    • In allen unseren Lebensbereichen braucht es immer höchst mögliche Achtsamkeit und Phantasie, um der Wahrheit, d.h. dem tatsächlichen Geschehen auf die Spur zu kommen. Diese Anstrengung war wohl vor 7-10 000 Jahren noch gar nicht so notwendig, weil die Menschheit da aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht in und von der Lüge lebte. Die Indianer Nordamerikas z.B. haben ja nicht aus Dummheit die Verträge mit dem „Weißen Mann“ unterschrieben, sondern weil sie so ein Ausmaß an Verlogenheit, wie es von jenem schon lange praktiziert wurde, noch gar nicht kannten.

    • Das Interview mit Dorin: Es ist immer wieder unglaublich und schier unerträglich, das Ausmaß der Lügengespinste aufgedeckt zu sehen. Von da her erklärt sich auch zum Teil, warum immer noch viel zu viele Menschen lieber nicht unter den Lügenteppich schauen wollen, unter den die grausige Wahrheit ununterbrochen gekehrt wird. Es besteht die Gefahr, dass die Menschheit mental ihre eigene Wirklichkeit nicht mehr verarbeiten kann. Ich habe im 20. jahrhundert, als ich noch nicht im Internet war, noch geglaubt, dass die Clintons ein ganz normales, demokratisch orientiertes Polit-Pärchen seien! Ich möchte hierbei auch noch auf das investigative Aufklärunswerk „Transformation of America“ hinweisen. Hier sind Dinge zu erfahren aus dem Privatleben bekannter Politiker und auch dem der Clintons, die auch ich am liebsten gar nicht glauben möchte. Stichworte: Kindmissbrauch und Satanismus. Da fragt man sich z.B. wie Eltern etwas ihren Kindern erklären sollen, was ihnen selber schon vor Entsetzen fast die Hirndecke wegsprengt!

  3. Eine Bemerkung zu der nostalgischen Naivität des netten alten Herren (sei ihm verziehen!)

    Tito wäre schon in jeder Hinsicht in Ordnung, aber er wäre doch ein echter Politiker, also scheußlich – frei interpretiert.
    An sich lassen wir es (bedingt) gelten. Die Krux dabei ist:

    Der liebe nette Herr hält aber die westlichen Politiker, wenn auch stillschweigend, vor allem die Spezialdemokraten, doch nicht politisch scheußlich. Tja, so viel Naivität darf sein!?

    Und vielleicht meint er auch Scharping? Ist unten als „ein wendiger Wurm“ bezeichnet. Es ist so nett ausgedrückt, dass es einfach falsch ist!

    Als er kandidierte, habe ich ihn gewählt. Ich war fast zehn Jahre in der SPD. Ich schäme mich in Grund und Boden dafür. Die SPD ist für mich die abscheulichste und dekadenteste Partei in DE. Gott sei dankt, ich habe keine Macht, mit den Spezialdemokraten das zu tun, was in meinen wilden Träumen vorkommt. Und zur Hufeisen-Geschichte. Hat sie Scharping selbst ausgedacht? Glaube ich nicht. Sie wurde ihm einfach in Auftrag gegeben, sie zu erzählen, um Serbien zu bombardieren, und in DE es als eine gute Tat darzustellen, die „humanitäre Katastrophe“ zu verhidnern. So eine gewissenslose Bestie ist viel mehr als „ein wendiger Wurm“. „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ ist eine Aussage Theodor W. Adornos

  4. @Ken Jebsen / @KenFM
    Ich habe folgende Frage:
    Vor dem Hintergrund, dass ich es ohnehin bei eurem Nachrichtenportal etwas merkwürdig finde, dass vor Interviews ein Vorgespräch stattfindet, was grade wo sonst immer Transparenz verlangt und erzeugt wird ein Zeichen von Intransparenz ist (m.M.n.): Wieso spricht an einer Stelle Invanij davon, dass „China als Thema nicht erwünscht sei“ ?
    Und in diesem Zusammenhang, wie oben schon angedeutet, würde es mich interessieren, zu welchem Zweck diese Vorgespräche stattfinden.

    Bei aller Kritik aber auch folgendes: Ein großes Lob für die letzte Runde „Positionen“, das war meines Erachtens die bisher beste Ausgabe. Ist auch eine weitere Ausgabe von „KenFM Live“ geplant ?

    MfG Mark

    • Vor jedem Gespräch findet ein Vorgespräch statt! Das ist elementar um mit dem Gast warm zu werden. Man kennt sich ja überhaupt nicht. Das dauert in der Regel 20 Min. Der Gast trinkt seinen zweiten Cafe da er oft vom Flieger kommt. Dieser Smalltalk hilft extrem um später einen guten Start ins Gespräch zu bekommen. Der Gast hat dann weniger Lampenfieber.

    • Wie kommen Sie auf den absurden Gedanken, dass ein Vorgespräch angeblich ein Zeichen von Intransparenz darstellt?

      Oder anders: Wenn Sie ein neues Mädel in`s Bett kriegen, – kennen Sie dann vorher wenigstens ihren Namen?

    • Erstens ist die Aussage, dass es ein Vorgespräch gibt ein Zeugnis VON Transparenz. Zweitens wäre es eine Unterstellung, wenn man das Vorgespräch unter den Aspekt der „Absprache von Antworten“ setzten würde. Ich glaube nicht, dass die Interviewpartner generell ein Problem mit Lampenfieber haben, welches reduziert werden soll, da sie fast alle in dieser Hinsicht schon genug Erfahrung haben. MMn ist ein Vorgespräch ein Werkzeug einer professionellen Vorbereitung und Teil der Journalistischen Arbeit. Diese nennt man Recherche.

  5. Kannte diesen Menschen nicht. Das ist das Schöne bei Ken Jebsen, dass man etwas über Menschen erfährt, die nicht im Gespräch sind.
    Herrlich diese Lebenserfahrung. Höre gerne älteren Menschen zu. So ein quicklebendiger alter Herr. Alle Achtung.

    Interessant das Gespräch mit ihm und Scharping in einer größeren Runde am Telefon. Gut zuhören. Ich finde das sehr interessant. Wie offensichtlich der Scharping sich verdrückt hat. Den findet man noch im Netz mit einer Beraterfirma. Hatte ihn auch schon über seine Sekretärin angeschrieben. Vielleicht macht das der der ein odere andere auch. Ich finde diese Menschen muss man mit ihrem damaligen Verhalten konfrontieren.
    Habe ihm das Video mit dem Vortrag von Daniele Ganser zukommen lassen zu dem Thema
    „Dr. Daniele Ganser: Wie uns illegale Kriege schmackhaft gemacht werden – Sündenfall Kosovo 1999“

    • In gewisser weise bin ich auch noch Jugoslawien-Nostalgiker,habe allerdings in jüngster Zeit meine Probleme mit ihnen.

      So treffe ich gerade bei älteren Jugoslawen immer noch auf einen ausgeprägten Nationalismus, der besonder den Kosovo Albanern sehr ablehnend auftritt.
      So werden Kosovaren aufgefordert in serbo-kroatisch zu sprechen, und nicht in ihrer albanischen Kultursprache. Diese wurde unter Tito anscheinend unterdrückt.
      Dieses führt natürlich zu etnischen Spannungen. Leider werden diese Aspekte in dem Interviewe nicht erwähnt.
      Dieses Interviewe ist wenig erhellend sondern verschleiert die Probleme im ehemaligen Jugoslawien.
      Statt dessen wird immer wieder der völkerrechtswidrige Angriffskrieg angeführt, der den eigentlichen Sündenfall darstellen soll.
      Das finde ich auch nicht gerade Hilfreich, um mir ein wirkliches Bild über Jugoslawien machen zu können.
      Über Gräueltaten und Unmenschlichkeiten habe ich reichlich Berichte aus erster Hand erfahren, die ich einem zivilisierten Land Jugoslawien unter Tito nicht zugetraut hätte.
      In sofern durfte es sich unter Tito nicht um ein humanistisch geprägtes Juguslawien gehandelt zu haben, auch wenn man dieses im Rückblick mit verklärter Brille sehen will.

  6. Angenehmer Mensch und war schön ihm zuzuhören, aber hätte von Ken etwas kritischere Fragen erwartet. Man hat nicht sehr viel über Tito und die Zeit damals erfahren. Ich kenne Tito als 28 Jähriger praktisch nicht. Weiss nur, dass er wohl im spanischen Bürgerkrieg war, was aber ja anscheinend nicht sicher belegt ist. Hier etwas mehr hintergrundinformationen wären interessant gewesen…

  7. Zitat „Der jugoslawische Selbstverwaltung-Sozialismus war eine direkte Demokratie, der die Schweizerische nicht einmal das Wasser reichen konnte. Das meine ich im Ernst.
    Nein, lieber Ken. Sie funktioniert NICHT.“
    Sie hat doch für ziemlich lange , wenn auch nicht wie geschmiert, aber doch funktioniert in Jugoslawien, ist durch intrigante Machenschaften (nicht nur) von außen zerstört worden.
    Ich denke, sie kann aus mehreren Gründen doch funktionieren: wenn sie in kleineren Einheiten stattfindet und auf einem anderen Geld/Wirtschaftssystem basiert.
    Weiter dürfte sie von den it-technischen Fortschritten profitieren können und dann kann man auch von den Fehlern der früheren Zeiten lernen.
    Ich gebe da die Hoffnung jedenfalls nicht auf.

  8. Eine nette Geschichte
    Ich ging nach DE erst nach dem Studium
    Mein Vater war ein kleiner erfolgreicher Unternehmer, und in all den Jahren
    hat er jeden Abend, bei den Nachrichten, wo fast immer Tito erwähnt wurde
    wie von Sinnen geschimpft und gefluchtet
    Irgendwann kam die „Dumkratie“, er war in der Rente
    In jedem Raum unsres Hauses war Tito aufgehängt oder irgendwo aufgestellt
    😉

  9. Bravo Ken!
    Tja, eine gemütliche Nostalgie – aber der gute nette Herr hat keine Inhalte und mit der Zeit kann er nicht mitgehen.
    Du solltest einen richtigen Jungen treffen, der den Überblick hat, was heute in den ex-yu Kolonien so vor sich geht: Ivan Pernar
    Aber noch etwas.
    Ich bin immer stutzig, wie dich die direkte Demokratie immer „begeistert“.
    Der jugoslawische Selbstverwaltung-Sozialismus war eine direkte Demokratie, der die Schweizerische nicht einmal das Wasser reichen konnte. Das meine ich im Ernst.
    Nein, lieber Ken. Sie funktioniert NICHT.
    Die direkte Demokratie kling gut, so wie etwa die Poppersche sozialdemokratische Wahldemokratie, die vieles kann, nur die Machtelite nicht auswechseln.
    Ich kenne die direkte Demokratie theoretisch „durch und quer“, viel habe ich nicht im Internet über sie geschrieben, vielleicht da was
    Demokratie >>>

    PS
    Ivan Ivanji übertreibt gar nicht, dass es nirgendwo die Medien so systemgesteuert sind wie in Deutschland (in Nordkorea, eventuell in China, aber ist gar nicht so sicher …)

    • Ja,ein Junger wäre wichtig,einer im Alter von 30 Jahren mit 90 Jahren Berufserfahrung ,-ähm sorry-Lebenserfahrung.

      Bei den Naturvölkern bzw. den Primitiven Gesellschaften werden Kinder und alte Menschen besonders hoch geschätzt.
      In dieser westlichen Welt werden Kinder und alte Menschen nur ignoriert und abfällig behandelt. Und genau das sagt eigentlich alles aus über diese,unsere Gesellschaft.
      Sowas hat keine Zukunft,-weil ja alle Menschen irgendwann Kinder waren und alte Menschen werden.
      Aber Lebenserfahrung zählt nicht mehr und Kinderweisheit auch nicht.

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