KenFM am Telefon mit Jean Ziegler über: Welthunger & Nahrungsspekulation

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger. Von den jährlich 70 Millionen Verstorbenen erliegen 18 Millionen dem Hunger. Hauptursache dafür sind nicht mehr Naturkatastrophen, sondern rund zehn gigantische Agrarkonzerne, die mit ihrem Marktmonopol den gesamten Markt kontrollieren als auch Nahrungsmittelspekulation und Biosprit. Der Globalisierungskritiker, Soziologe, Autor zahlreicher Fachbücher und ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, sagt, dass jeder Hungertote ermordet wurde. Sein Buch „Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“ erschien kürzlich.
Ken Jebsen sprach mit Jean Ziegler anlässlich seines neuen Buches, des Welternährungstags am 16. Oktober und auch über Thomas Sankara, dessen Ermordung sich im 15. Oktober zum 25. Mal jährt.

4 Kommentare zu: “KenFM am Telefon mit Jean Ziegler über: Welthunger & Nahrungsspekulation

  1. Werter Ken und Freunde,
    tausend Dank für euren Einsatz für einen Bewußtseinswandel auf diesem wunderschönen Planeten. Auch mir begegnet immer wieder die Bequemlichkeit, die unfassbare Passivität der anerzogenen Hilflosigkeit von Menschen. Früher hatte ich die Neigung, die Menschen zu hassen, die dazu beitragen, dieses göttliche Paradies in eine satanische Hölle zu verwandeln. Mir waren die psychologischen Zusammenhänge noch nicht klar genug, die dazu führen, daß Menschen trotz besseren Wissens nicht dem Leben, sprich Gott folgen, sondern dem Ich-Gedanken, sprich Satan. Wenn man einen tiefen Blick in sich SELBST geworfen hat, erkennt man ohne jeden Zweifel, seine eigene Göttlichkeit und auch das Privileg, dem zu dienen. Es ist schön, umgeben von Schlafmützen, Gefährten wahrzunehmen, die immer wacher werden. Ich hoffe, ihr beherrscht die Kunst, euch genügend zu regenerieren. Bewußtsein kann schließlich auch schmerzhaft sein.

  2. Das war ein bewegendes Interview. Ich mag die tiefe Freundlichkeit von J. Ziegler, die er ausstrahlt.

    Natürlich müssen wir diese Macht brechen. Ich sehe da ökonomisch und politisch einen ganz einfachen Weg: Wir müssen wieder zurück zu kleineren Einheiten. Demokratie funktioniert besser im Dorf, in der Familie, in der Sippe, wo man sich kennt, Betrüger und Wohlwollende besser einschätzen kann und wo man sich vertraut und den Vertrauten gerne hilft. Mit Wirtschaft ist das genauso. Wenn in der Region produziert und konsumiert wird, besteht die Nähe, die verhindert, abgebrüht und kalkuliert, Menschen auszubeuten und über den Tisch zu ziehen.

    Genauso muss Afrika den Weg gehen, selbst zu produzieren, frei und souverän zu sein.

    Mein persönlicher Anteil ist, andere Menschen zu informieren und selber nicht mehr bei großen Kapitalsammelbecken einzukaufen. Dadurch bin ich übrigens gesunder geworden. Ökologische Kleidung und Nahrung wird nämlich nicht von diesen großen Anbietern vertrieben, im Gegenteil.

  3. Ich bin ja eigentlich ein Anhänger der Thesen Johan Galtungs der, wenn man sich mal das eine oder andere Interview mit ihm auf Youtube anschaut, immer geradezu vor Optimismus sprüht. Wenn ich mir aber die Ausdrucksweise von Jean Ziegler anhöre, so kommen mir doch einige Zweifel ob sich die Welt wirklich noch zu meinen Lebzeiten zum Besseren wenden wird.

    • @Joe

      Was hat die Ausdrucksweise von Jean Ziegler mit dem Fakt Hunger zu tun?
      Warum Anhänger irgendwelcher Thesen von irgendwelchen Autoritäten sein?
      Thesen sind keine Fakten. Tot und Hunger sind Fakten.
      Du bist Teil der Ausbeutungsmachine … sieh den Fakt und handle danach.

      Jeder muss zuerst selber n klaren Kopf bekommen bevor hier irgendetwas geht.

Hinterlasse eine Antwort