KenFM im Gespräch mit: Jean Ziegler („Ändere die Welt“)

Jean Ziegler ist eine lebende Legende. Der Professor für Soziologie kann als der bekannteste deutschsprachige Globalisierungskritiker bezeichnet werden. Trotz seiner 81 Jahre strotzt der Mann nur so vor Optimismus. Sein Ziel bleibt es, den entfesselten Raubtierkapitalismus endlich in die Mülltonne der Geschichte zu schicken.

Ziegler hat sich in all den Jahren, auch als UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung, nie mit der globalen Ungerechtigkeit des vorherrschenden Wirtschaftssystems abgefunden.

Er schrieb zahlreiche Bücher, in denen er Ross und Reiter benannte, und wurde dafür von Konzernen und Banken in den wirtschaftlichen Ruin geklagt. Doch Jean Ziegler gibt nie auf.

Alle 5 Sekunden verhungert ein Kind, obwohl der Planet heute locker 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Ziegler nennt diesen Umstand Mord, doch er glaubt an die Empathie des Menschen.

Ziegler hatte große Lehrer. Er war mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir befreundet, arbeitete vorübergehend als Chauffeur von Che Guevara, erlebte den Freiheitskampf des Thomas Sankara, und hat sich von der Aufrichtigkeit dieser Idole anstecken lassen.

Wir trafen den Schweizer Menschenrechtsaktivisten an seiner Universität in Genf und erlebten einen Mann, dessen aktuelles Buch „Verändere die Welt – Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen“ als Kampfschrift gedacht ist.
http://www.randomhouse.de/Buch/Aendere-die-Welt-Warum-wir-die-kannibalische-Weltordnung-stuerzen-muessen/Jean-Ziegler/e475452.rhd

Ziegler zieht im Buch Bilanz, stellt die Frage: „Was soll ein Intellektueller?“, um die Antwort nachzureichen. Ein Intellektueller soll bewaffnen! Mit Argumenten, denen Taten folgen. Taten gegen Untaten.

Ziegler ruft im Gespräch mit KenFM mehr denn je zum Widerstand, zum zivilen Ungehorsam gegen ein Wirtschaftssystem auf, das für seinen Profit ohne Skrupel über Leichen geht.

„Besetzt Ramstein!“ und „Kommt nach München zum Anti-G7-Gipfel“ sind Botschaften, die wir aus Genf mitgenommen haben, um sie der Community, der „Genration @“, ans Herz zu legen.

Werdet Aktivisten. Übernehmt Verantwortung für die Ungerechtigkeit auf diesem Globus. Solidarität statt Konkurrenz!

Ändert die Welt. Heute!

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3 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Jean Ziegler („Ändere die Welt“)

  1. Kaum jemand hat so sehr nach Worten gerungen um das Unbeschreibliche zu beschreiben, wie Jean Ziegler. Es lohnt sich jeden Satz in seinem Buch „Das Imperium der Schande“ genau an zu sehen. Es geht nicht um Moral. Diejenigen, die leiden, sind wir, solange es uns nicht gelingt, dieses System zu ändern. – Auch David Graeber zeigt in seinem Buch „Debt“ auf, dass Schulden ihrem Ursprung nach nie etwas anderes als konvertierte, verfestigte und internalisierte Gewalt zum Zwecke der Ünterdrückung von Völkern und einer Aneignung derer Reichtümer waren und nie etwas anderes sein werden. Das System der Verschuldung ist ein totalitäres Gewaltsystem. Es unterwirft nicht nur die Dritte Welt, sondern alles, dessen es habhaft werden kann. —- Und heute? Die alten neuen Nazifinanciers, die Profiteure der Weltkriege sind die treibende Kraft im Weltgeschehen. Deren Machtgrundlage ist dieses kriminelle, ominöse Schuldgeld, das Gewinne durch privat gedrucktes Falschgeld (Wertforderungsscheine) oder exponetiell zunehmende Zinseszinsforderungen generiert. Je offenkundiger dieser Zustand für die Öffentlichkeit wird, je mehr Leute aus ihrer Schuldhypnose aufwachen, um so mehr Waffen statt Waren werden vom System produziert und Kriege angezettelt um diesen kannibalistischen und mörderischen Betrug zu ‚verteidigen‘. Die Menschen, ehe sie zum Nachdenken kommen, werden allumfassend überwacht und vorsorglich in unsinnige Kriege oder andere Formen von Überlebenssorgen verstrickt. Dazu wird heute als Tarnung ein terroristischer Feind und/oder eine drohende Inflation kreiert, für einen endlosen Krieg mit der endlosen Drohkulisse einer wackeligen Wirtschaft. Aber es geht um das Geldsystem und um deren Erhaltung durch eine schockierte Menschheit. Die Vorgänge (Krieg und Inflation) sind nichts anderes, als eine kreierte Auffrischung der psychologischen Schuldinternalisierung durch erneut erlebte Traumata, angefangen mit 9/11. Solch ein Geldsystem kann nur (es geht gar nicht anders) Psychopathen an die Macht hieven und über Generationen und sogar Jahrhunderte hin weg deren Familien und Organisationen an der Macht halten. In solch einem Geldsystem wären seriöse Leute in den Machtzentren ein unhaltbarer Widerspruch. In einer sich weltweit organisierenden Psychopathenplutokratie leben wir und töten für ‚es‘ und führen sinnlose Kriege, anstatt etwas dagegen zu unternehmen. Unser Verdienst und Anteil am Schuldgeld, das Shoppingmoney, welches uns brav stimmen soll, betäubt den Widerstand durch Ersatzbefriedigungen. Wer sich das mal erdacht hat, war schon ein genialer Teufel. Aber irgendwann, nach Jahrhunderten der religiös/kapitalistisch suggerierten Erbschuld wäre es mal an der Zeit, dieses Joch endgültig ab zu schütteln und zu einem neuen Bewusstsein zu gelangen. Aber, wie es scheint, wandern wir wieder in ignoranter Art, wie eh und je, in den vierten Aufguss eines alles kontrollierenden faschistischen Neofeudalismus. Oder? https://www.youtube.com/watch?v=62Ai4ned3xo…

  2. Ich musste zwar nicht gehen, aber schmunzeln. Und zwar mehr als einmal :-).
    Jean Ziegler beeindruckt in vielerlei Hinsicht, am stärksten mit einer moralischen Klarsicht und Entschlossenheit die an Mohandas Karamchand Gandhi erinnert. Ein sehr wertvolles Gespräch, um das man nur froh sein kann. Vielen herzlichen Dank!!

  3. Jean Ziegler, ein höchst kompetenter und dynamischer Anwalt der Hungernden in der Welt.
    Dieser Mann und Mensch hat mich mit seinem Wissen und mit seiner Argumentation sehr beeindruckt. Dem globalen Raubtierkapitalismus muss Paroli geboten werden, jeder von uns kann, jeder nach seinen Möglichkeiten, etwas gegen die frevelhafte Ausbeutung der Welt und der Menschheit tun. Der permanenten Kumulation des Kapitals in wenigen Händen muss Einhalt geboten werden. Sprengt die Ketten in euren Köpfen!

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