Jens Spahn wird mal wieder belohnt | Von Bernhard Loyen

Brav, alles richtig gemacht.

Ein Kommentar von Bernhard Loyen.

Es ist allseits bekannt, dass Jens Spahn ehrgeizig ist. Sehr ehrgeizig. Der Politiker ist ein Vorzeige-Karrierist. Er lächelt viel. Er kann aber auch mit perfektionierter ernster Miene und Sorgenfalten den Mahner und Macher mimen.

Warum ist er trotz vielerlei aktueller Fehleinschätzungen, Missdeutungen (1) und mehreren kleinen und größeren Skandalen in seiner bisherigen Politkarriere so unantastbar? Wer hebt die schützende Hand über ihn?

Zurückblickend war er seit 2002 bei weitem nicht nur der freundliche Bundestagsabgeordnete seines Wahlkreises Steinfurt 1– Borken 1. Aufbauprogramme für ehrgeizige Jungpolitiker brauchen ihre Zeit und entsprechende Hintergrund-Arrangements.

Zehn Jahre nach seinem Einzug in den Bundestag, wurde er im Jahre 2012 von Friends of Europe, einer europäischen Denkfabrik, unter die „40 under 40 – European Young Leaders“ gewählt (2). Die Seite Lobbypedia informiert, dass Friends of Europe ein europäischer Think Tank ist, der Vertreter von Unternehmen mit Vertretern der EU-Institutionen über Veranstaltungen, zu denen nur Mitglieder zugelassen sind, zusammenbringt.

Zitat: Diese institutionalisierten Kontakte zu wichtigen Entscheidungsträger auf EU-Ebene eröffnen der Wirtschaftslobby die Möglichkeit, die EU-Politik in ihrem Interesse informell zu beeinflussen. Dies betrifft vor allem Gesetze und Verordnungen zur Regulierung der Branchen, in denen Mitglieder von Friends of Europe sich betätigen (3).

Spahn wurde planmäßig Mitglied der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft und hat dementsprechend das offerierte Young Leader-Programm der Atlantik-Brücke durchlaufen. Er wurde zudem förderlich für seinen Werdegang 2017 zum Mitglied der Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums auserkoren. Diese Auserwählten gelten nun als hochbegabte Gestalter und Weltveränderer von morgen (4).

Hat er entsprechende Förderer im CDU Dunstkreis? Ja, bei ihm wäre das Wolfgang Schäuble. Im Juli 2020 gab Wolfgang Schäuble, aktuell Präsident des Deutschen Bundestages, davor von 1991 bis 2000 Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und von 1998 bis 2000 auch CDU-Parteivorsitzender, ein seltenes Doppel-Interview, d.h. das Gespräch wurde mit einem Beisitzer geführt. An seiner Seite im Empfangssaal auf der Präsidialebene des Bundestags – Jens Spahn. Das Interview führte die Wochenzeitung DIE ZEIT (5).

Das Gespräch (…) begann mit 15 Minuten Verzögerung. Schäuble und Spahn hatten sich zunächst noch einiges hinter verschlossenen Türen zu sagen, so zu Beginn des Interviews:

DIE ZEIT: Wolfgang Schäuble ist der bundespolitisch älteste Verantwortungsträger der CDU, Sie, Herr Spahn, sind einer der jüngsten. Wie oft haben Sie zuletzt den Rat des Älteren gesucht?

Jens Spahn: Wir tauschen uns regelmäßig aus. Ich schätze den Rat von Wolfgang Schäuble. Seine Erfahrung, seinen klaren Blick auf die Dinge. Außerdem war er ja auch mal mein Chef …

Wolfgang Schäuble: Wir waren zusammen im Finanzministerium. Aber wir haben uns schon vorher gekannt.

Im Interview geht es vor allem um die noch junge sogenannte Corona-Krise. In der Mitte des Gesprächs weist Schäuble darauf hin, dass er Jens Spahn früh als ein herausragendes Talent in der CDU erkannt habe:

ZEIT: Was genau schätzen Sie an ihm?

Schäuble: Wenn man so lange in der Fraktion ist wie ich, dann schaut man sich sehr genau an, wer von den Jüngeren besonders gut ist. Er hat einen klaren Kopf, er kann gut kommunizieren und formulieren — und er ist bereit, sich anderen Meinungen zu stellen, darüber zu diskutieren.

Das klingt sehr höflich und freundlich, dann ergänzt Schäuble mit den entscheidenden Sätzen: Er schreckt auch vor Streit nicht zurück. Und er hat den Willen zur Macht. Wenn Sie in der Politik sagen, Sie wollen alles, nur keine Macht, dann sind Sie entweder nicht ehrlich oder taugen nicht für die Politik.

Diese Erkenntnis erklärt die stoische Ruhe mit der Jens Spahn die zurückliegenden Monate Millionen Menschen in diesem Land gnadenlos rein machtpolitisch motiviert das Leben zur Hölle macht. Nachweislich ausgehend seiner Vorgaben und Verordnungen individuell zerstört und so schnell auch nicht wieder aus seinen politischen Fängen frei lässt. Dass Abermillionen Bürger ihm es dabei so einfach machen, hat er sich wahrscheinlich in seinen kühnsten Machtträumen nicht vorstellen können.

Wer ist Annette Widmann-Mauz ?

Februar 2018.  Sie sei keine Galionsfigur, keine Anführerin, die die Berliner Politik aufwühlt und umkrempelt. Sie kämpfe nicht mit der verbalen Bazooka eines Horst Seehofer (CSU), und was läge ihr ferner als das emotional überbordende Geifern einer Andrea Nahles (SPD), so der Schwarzwälder Bote im Februar 2018 (6).

Die anscheinend bescheidene und ruhig agierende Politikerin wurde als kommende Gesundheitsministerin gehandelt. Ihre Ausgangsposition, seit 2009 parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, 2018 beim damaligen Gesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU. Von 2002 bis 2009 zudem gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU Fraktion im Bundestag (7). Ihr politischer Fehler, sie halte sich lieber erst einmal zurück. Ihre Kritiker sagten damals, sie warte zu lange und positioniere sich, wenn alles schon entschieden sei (6).

Zwei reine Machtmenschen betrachteten damals dieses in politischen Kreisen als vermeintliche Charakterschwäche bezeichnete Agieren mit Argusaugen.

2009 wurde ein neuer gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion gekürt – Jens Spahn. Zu diesem Zeitpunkt war er stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Erneut Informationen von Lobbypedia (8): Neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter war Spahn zwischen 2006 und 2010 an einer Lobbyagentur beteiligt. Der Öffentlichkeit wurde dies erst durch einen Medienbericht im Jahr 2012 bekannt. Demzufolge beriet diese Firma schwerpunktmäßig Kunden aus dem Gesundheitssektor, während Spahn gleichzeitig als Gesundheitspolitiker im Gesundheitsausschuss saß. 2010 verkaufte Spahn seine Anteile an der Agentur mit der Begründung „er habe den Eindruck eines möglichen Interessenkonfliktes vermeiden wollen.“.

Diese unglaubwürdige Minute der Ehrlichkeit, wird mit Sicherheit durch einen Wolfgang Schäuble eingefordert worden sein. Man plant ja mit Spahn, man braucht ihn noch.

Der Vorschlag ihn dann gut zehn Jahre später als Gesundheitsminister zu installieren erfolgte 2018 durch die Kanzlerin persönlich(9). War es ihr politischer Instinkt, eine Vorahnung dessen, wofür der kontinuierlich geformte Jungstar der CDU Jens Spahn gut zwei Jahre später noch benötigt wird oder schlicht politisches Macht-Monopoly? Reuters informierte im Februar 2018 (10), dass Spahn als damals prominentester parteiinternen Kritiker der Kanzlerin galt. Merkel hoffte, so der Reuters Artikel, mit der Ernennung Spahns, einen ihrer profiliertesten Kritiker einbinden zu können und zugleich den konservativen Flügel zu befrieden. Wolfgang Schäuble wird wohlwollend Merkels Entscheidung abgenickt haben.

Warum auf einmal im Jahre 2020 ein Karl Lauterbach auf dem Corona-Parkett auftauchte, erschliesst sich nun durch die Tatsache, das 2013 Jens Spahn gemeinsam mit dem SPD-Politiker Karl Lauterbach das Gesundheitskapitel im Koalitionsvertrag aushandelte.

Der SPIEGEL im Jahre 2019 (11): Impfpflicht gegen Masern, radikaler Umbau der Organspende, Reform der Krankenkassen: Spahn schiebt ein umstrittenes Vorhaben nach dem nächsten an. Im Vergleich mit anderen Unionsministern wirkt er wie der Streber des Kabinetts. Und Lauterbach?

Man achte auf die damalige biografische Bezeichnung des SPIEGELs : Der Gesundheitsökonom, Arzt und Professor gefällt sich in der Rolle des Taktgebers, der inhaltlich Einfluss nimmt, seine eigene Bedeutung aber auch öffentlich gerne herausstreicht. De facto ist er nur Fraktionsvize, gefühlt aber mit dem Minister auf Augenhöhe.

Es ist davon auszugehen, dass Merkel, Spahn und Schäuble sich 2020 im Hintergrund berieten. Spahn sollte als ruhig, seriös und souverän verkauft werden in der Krise. Wir brauchen noch einen Corona-Clown, dachten sie sich. Einen Harlekin der Stimmung macht, über den die meisten aber den Kopf schütteln und lachen. Nehmen wir den Lauterbach. Sie ahnten nicht, wie sehr der Auserwählte in seiner Rolle aufging und auflebte. Endlich wurden seine Fähigkeiten wahrgenommen, mehr Bedeutung im tristen Dasein. Weg von der einsamen Hinterbank des Bundestages, raus aus dem kleinen Büro. Hinaus vor die Kameras des großen Landes, rein in die Fernsehstudios und damit Millionen Fernsehstuben.

Jens Spahn schwächelte jüngst im gefährlichen Rauschzustand der Macht. Ein unfassbarer Maskendeal-Skandal ohne jegliche Folgen, dreist durchgezogen Hand in Hand mit Ehemann Daniel Funke (12). Der Erwerb einer Millionen-Villa in Krisenzeiten, inklusive juristischer Angriffe gegen berichtende Medien (13).

Im Januar diesen Jahres kurzzeitige Symptome von Größenwahn. Um den Jahreswechsel waberten Berichte durch die Hauptstadt, Spahn habe bei Parteifreunden seine Chancen auf eine Kanzlerkandidatur sondiert, so die Wirtschaftswoche (14).

Nach Lektüre des ZEIT-Interviews kann man von einer kurzen und knackigen Ansage seitens Herrn Schäuble ausgehen. Die gewohnte und erwartete Disziplin sei einzuhalten, dann winkt die zeitnahe Belobigung in höhere Ämter.

Im gemeinsamen Interview für die ZEIT klang das noch ganz Young-Leader geschult: Wir müssen notwendigerweise lernen, uns nicht mehr ausschließlich über Angela Merkel zu definieren, so Spahn im Juli letzten Jahres. Und Spahn weiter: „Ich will, dass wir den Anspruch formulieren, unser Land durch die Zwanzigerjahre zu führen.“ (5).

Man hätte gerne den Gesichtsausdruck vom politischen Ziehvater Schäuble in diesem Moment gesehen. „Gut mein Junge, geht doch. Es hat sich gelohnt in dich zu investieren“.

Die Deutsche-Apotheker-Zeitung ließ nun am Dienstag dieser Woche ihre Leser wissen: Nach der Bundestagswahl. Spahn als Unions-Fraktionschef „sehr wahrscheinlich“ (15). Entsprechende Gerüchte seien der DAZ aus Unionskreisen bestätigt worden. Wenn die Paul-Löbe-Kantine aus dem Regierungsviertel ein Gerüchte-Süppchen anfängt zum Köcheln zu bringen, scheint diese Information mehr als realistisch. Seit mehreren Wochen würden entsprechende Inhalte in anvisierten, also dienlichen Kreisen lanciert.

Der Spahn hat seine Arbeit getan, der Spahn kann gehen. Also auf die nächste höhere Karrierestufe. Türchen öffne dich. Gnadenlos, rücksichtslos, als charmanter Einpeitscher einer rein politisch initiierten Gesellschaftskrise eierte der Young Leader im Januar 2020 beginnend zum knallharten Corona-Leader der Nation im Sommer 2021.

Vorschau in den Bundestagswahlkampf 2025. Jens Spahn hat sich als Unions-Fraktionschef erneut bewährt. Klare Kante in den entscheidenden Fragen. Keinerlei Kompromisse gegenüber dem politischen Gegner, ausser sie dienen politischen Strategiezielen in Verbindung reinen Machterhalts. Etwaige Erkenntnisse über alte und neue Verfehlungen in Form von Nebengeschäften oder sonstigen medialen Eskapaden werden im Hintergrund unauffällig geregelt. Es gilt den amtierenden, blassen und zu weichen aktuellen Kanzler abzulösen. Spahn der CDU Kanzlerkandidat der Zukunft? Darüber entscheiden Hintergrundakteure und Strippenzieher, aber nicht ein Jens Spahn persönlich. Er ist nur ein ehrgeiziger Erfüllungsgehilfe, der gefürchtete ewige Streber mit Machtambitionen.

Atlantik-Brücken-Köpfe und World-Economic-Vordenker prosten sich per Zoom-Meeting zu. Es hat sich wahrlich gelohnt knapp 20 Jahre in Jens Spahn zu investieren. Dies hatte sich schon bei Angela Merkel gezeigt, die 1993 im damalig noch benannten Global Leaders for Tomorrow-Programm des World Economic Forums ihren politischen Erstschliff erhielt (16, Seite 123).

Wer wird auf Jens Spahn’s Posten folgen? Auch hier wird schon ein Name genannt – Annette Widmann-Mauz (15). Galt sie nicht als zu zurückhaltend, abwägend. Etwaig so gar emotional. Ist sie eine zuverlässige Erfüllungsgehilfin, auch hinsichtlich der Umsetzung kommender gesellschaftlicher Reizthemen, wie Kinderimpfungen, erneute Kita – und Schulschließungen im Herbst?

Frau Widmann-Mauz ist kinderlos, daher wird es sich mit Sentimentalitäten zum Thema Kindeswohl in vertretbaren Grenzen halten.

Am 20. Juli twitterte die Nachfolge-Kandidatin: Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto sicherer und unbeschwerter können wir alle leben. Und desto besser sind auch Kinder geschützt. Deshalb ist es wichtig, dass wir noch mehr Menschen vom Impfen überzeugen (17).

Passt schon. Für den Feinschliff, bei etwaigen Zweifeln, wird der freundliche Herr Spahn bestimmt zur Seite stehen. Notfalls springt Karl Lauterbach mal wieder vor eine Kamera.

Quellen:

  1. https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/508413/Der-Unantastbare-Jens-Spahn-kann-machen-und-sagen-was-immer-er-will
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Spahn
  3. https://lobbypedia.de/wiki/Friends_of_Europe
  4. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/weltwirtschaftsforum-davos-club-der-weltveraenderer-14651175.html
  5. http://www.wolfgang-schaeuble.de/er-hat-den-willen-zur-macht-ich-schaetze-schaeubles-rat/
  6. https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.burladingen-annette-widmann-mauz-erbin-wolfgang-schaeubles.f91b9420-7ffc-43e2-9a6f-47b801211f20.html
  7. https://www.vgsd.de/annette-widmann-mauz-unsere-neue-gesundheitsministerin/
  8. https://lobbypedia.de/wiki/Jens_spahn
  9. https://www.focus.de/finanzen/experten/matusiewicz/gesundheitsministerium-die-vorgaenger-von-jens-spahn-und-was-aus-ihnen-wurde_id_8526129.html
  10. https://www.reuters.com/article/deutschland-koalition-union-idDEKCN1G90BD
  11. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/jens-spahn-und-karl-lauterbach-der-professor-und-sein-minister-a-1266173.html
  12. https://www.fr.de/politik/jens-spahn-ehemann-daniel-funke-masken-gesundheitsministerium-burda-nuesslein-loebel-sauter-cdu-csu-90255762.html
  13. https://www.tagesspiegel.de/politik/4-125-millionen-euro-kaufpreis-fuer-spahns-villa-darf-jetzt-genannt-werden/27018188.html
  14. https://www.wiwo.de/politik/deutschland/gesundheitsminister-unter-druck-drei-gruende-warum-spahn-der-neue-altmaier-ist/26978766.html
  15. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/07/20/spahn-als-unions-fraktionschef-sehr-wahrscheinlich
  16. http://www3.weforum.org/docs/WEF_First40Years_Book_2010.pdf
  17. https://twitter.com/AWidmannMauz/status/1417422299389743131

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:   photocosmos1 /shutterstock

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11 Kommentare zu: “Jens Spahn wird mal wieder belohnt | Von Bernhard Loyen

  1. dekusodean sagt:

    der Krankheitsphilister Spahn
    schreitet konsequent voran
    mit einem neuen Plan
    setzt ihn sofort in Kraft
    vorübergehend-dauerhaft
    so er im Herbst Inzidenz 800 schafft

  2. Cetzer sagt:

    "Warum ist er […] so unantastbar?"
    Fast so unantastbar wie Andreas Scheuer. Der Superkleber, mit dem die Bonzen sich auf ihren Sesseln festkleben, war wohl die letzte Innovation deutschen Forschergeistes, bevor Master und Bachelor den letzten Tango Hip-Hoppten.

    Die Atlantik-Brücke ist der Zubringer zur Hölle (~Highway to hell).

  3. Volker Djamani sagt:

    Für mich seinerzeit keine Überraschung, dass Jens Spahn als Bundesgesundheitsminister "eingepflanzt" wurde. Er, der ausschließlich der privaten Krankenversicherung zugewandt ist, wurde Herr über knapp 90% der Bevölkerung, die in der GKV sind (Gesetzliche Krankenversicherung).

    Warum gibt es eigentlich keinen Aufschrei bei den Leitmedien, dass so jemand den Gesundheitsfonds der GKV plündert, um die Folgen von Covid 19 zu finanzieren. Jetzt mag jemand einwenden, dass mit Steuermitteln die Leistungen wieder in den Gesundheitsfonds vermeintlich vollständig zurück gezahlt wird. Aber, wo ist der Aufschrei, dass dann die Beitragszahler der GKV zum einen die Folgen von Covid 19 mit ihren Beiträgen finanzieren und auf der anderen Seite auch noch aus ihren Steuern; den Beitragszahler der GKV sind gleichzeitig auch Steuerzahler.

    Wie kann es sein, dass ein Jens Spahn sich rigoros aus dem Gesundheitsfonds bedient, wenn doch die Epidemische Lage von nationaler Tragweite eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellt?

    Mein Fazit: Mit der Plünderung der gesetzlichen Krankenversicherung in Gestalt des Gesundheitsfonds, werden ohnehin lt Koalitionsvertrag Finanzierungen getätigt, die ebenfalls eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellen und damit ausschließlich aus Steuergeld finanziert werden müssten.

    Meine Aussicht: Natürlich wird erst nach der Wahl die Finanzierung des Gesundheitsfonds ein Thema sein. Und ich glaube,es werden ähnliche Finanzierungsmodelle (wie "Riester" u.,ä bei der GRV=Gesetzliche Rentenversicherung) kommen, zu Gunsten der privaten Krankenversicherung!

    Schon unter Rot/Grün wurde der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ausgehöhlt, so dass die Bürgerinnen und Bürger immer mehr Zusatzleistungen aus eigener Tasche zu zahlen hatten, was nach der Wahl mit Sicherheit kommt.
    Und woran liegt dieses Dilemma? Weil die Einnahmeseite der GKV (gilt auch für GRV) nicht angetastet wird. Seit 2002 faseln Gewerkschaften, die SPD und die Grünen von einer Bürgerversicherung. Seinerzeit hätte Rot/Grün entsprechende Finanzierungsmodelle auf den Weg bringen können. Das ist aber nicht gewollt.

    Was hat das Ganze nun mit Jens Spahn zutun?

    Er kann der privaten Krankenversicherung in Ruhe zuarbeiten, indem er nicht ansatzweise etwas dafür getan hat, die GKV auf eine solide Finanzierungsbasis zu stellen; eben, weil er es gar nicht will.

    Jens Spahn, ist die Inkarnation eines knallharten (Pharma)- Lobbyisten, dem die GKV-Beitragszahler ausgeliefert wurden.

    Und die Leitmedien schweigen.

  4. Alcedo sagt:

    Gute Info, aber man muß/müßte das mal grafisch umsetzen. Ich höre den Schäuble immer noch den Griechen predigen, doch ihre Hausaufgaben zu machen. Tja, keiner kann so gut Geldkoffer verschwinden lassen…

    • Box sagt:

      In diagnostisch besonders erhellender Weise wird der radikal antidemokratische, autoritäre Charakter des Neoliberalismus, der sich im Moment noch notdürftig hinter seiner Rhetorik der politischen Mitte zu verstecken sucht, durch Äußerungen führender Politiker enthüllt. Indem Politiker immer kalkulierte Vorschläge zum Aufbau und zur Ausweitung autoritärer Strukturen machen, suchen sie die Bevölkerung an eine Normalität des Ausnahmezustandes zu gewöhnen.

      Ein Meister dieser kalkulierten Vorstöße, die Substanz demokratischer Strukturen auszuhöhlen, ist Wolfgang Schäuble, einer der einflussreichsten Politiker der Bundesrepublik. Schäuble hat immer wieder zum Ausdruck gebracht, dass es in Fragen der inneren Sicherheit »keine Tabus und Denkverbote« geben dürfe. Wie eine solche Haltung konkret auszusehen hat, bezeugte er durch seine Befürwortung von Instrumenten aus dem breiten Arsenal des autoritären Repressionsstaates: Massenüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Internierungslager für sogenannte »Gefährder«, Nutzung von unter Folter erzwungenen Geständnissen, Lizenz zum staatlichen Töten von potenziellen Verbrechern, Abschuss von entführten Passagierflugzeugen und Einsatz der Bundeswehr im hte Kriegsrecht zur Normalität werden lassen und am liebsten den Verteidigungsfall nicht mehr durch das Parlament, sondern durch die Exekutive ausrufen lassen.

      Als rastloser und unnachgiebiger Befürworter eines autoritären und repressiven Staates erklärte er 1995 offen: »Die Verfassung ist immer weniger das Gehege, in dem sich demokratisch legitimierte Politik frei entfalten kann, sondern immer stärker die Kette, die den Bewegungsspielraum der Politik der Politik lahmlegt.«

      In dern 1980er-Jahren setzte sich Schäuble für eine Generalamnestie der Steuerbetrüger und Schmiergeldempfänger im Flick-Skandal ein. 1991 forderte er, die »Asylantenflut (zu) stoppen« und relativierte mit dem Vergleich zum »ungelösten Asylproblem« die rassistischen Ausschreitungen von Hoyerswerda im Herbst 1991. Er verschwieg eine 1994 von Waffenhändler Schreiber erhaltene 100.000 Euro-Spende. Er befürwortete Doping im Leistungssport. Im Prozess der Annexion der DDR war Schäuble prägend bei der Ausarbeitung der rechtlichen Grundlagen, die zur wirtschaftlichen Ausplünderung und dem damit verbundenen sozialen Zusammenbruch der DDR führten.

      Schäuble hat besonders offen zum Ausdruck gebracht, dass Entscheidungen der Eliten gegen demokratische Wahlen abgeschottet werden müssen und Wahlen nichts an solchen Entscheidungen ändern dürften. Durch seine Austeritätsideologie zwang Schäuble Griechenland eine brutale und zerstörerische Sparpolitik auf, die das Land sozioökonomisch verwüstete und sogar vom neoliberalen IWF als zu extrem verurteilt wurde. Schäuble drückte immer wieder seine Verachtung für Arme und Sozialhilfeempfänger aus und verteidigte den Zwang zur Arbeit als Garant »persönlicher Lebenserfüllung«, da eine »Überförderung« die Menschen unglücklicher mache.

      Schäuble sprach 2019 in seinem »Adenauer-Vortrag« von der »Katastrophe von 1945« und bediente sich damit einer Interpretation aus dem weit rechten politischen Spektrum, der zufolge die Katastrophe in der Niederlage gelegen hätte und nicht in der Herrschaft des Nationalsozialismus, die bereits 1933 eingestzt hatte. An diesem politischen Kurzprofil radikal antidemokratischer Haltungen eines führenden Vertreters der Mitte wird noch einmal deutlich, welche Art von Zielsetzung sich tatsächlich hinter der Ideologie der politischen Mitte verbirgt, eine autoritäre Elitenherrschaft unter der Maske einer parlamentarischen Demokratie als Revolutionsprophylaxe.
      (Rainer Mausfeld, Die Extreme Mitte – Wer die westliche Welt beherrscht. Eine Warnung, S. 144-146)

    • Alcedo sagt:

      das auch. Danke für die argumentative "Bewaffnung" : )
      Die Kommunikationsstrategie wird sich ändern müssen – da sitzen Täter, sie belügen uns/euch vorsätzlich.
      (Vielleicht sitzen sie zwischen den Stühlen, aber da gäbe es dann immer noch den Weg der Wahrheit und Aufklärung als Alternative)

  5. Fred sagt:

    Super recherchiert und auf den Punkt gebracht. Spahn, ein lange auf Ergebenheit getestetes, willfähriges Werkzeug der internationalen Finanzoligarchie und ihrer Geheimdienste. Wann begehren die Menschen endlich auf dagegen, sich solche Figuren vor die Nase setzen zu lassen? Sehe kaum ein Anzeichen des Aufbegehrens, eher stumpfe Gehorsamkeit.

  6. Schlafschaf sagt:

    Eigentlich ist es lächerlich, da wird vom Ehemann des Gesundheitsministers gesprochen. Ich habe mich ja schon an vieles gewöhnt, aber irgendwie scheint mir da schon der ganze Irrsinn unserer Tage deutlich zu werden.
    Brauch ich wirklich den Kick eines Hinterzimmergesprächs zwischen einem Rollstuhlfahrer und einem Homophilen.
    Welche Kombinationen währen auch interessant? Pädophiler Grüner mit Nekrophilem RKI Mitglied in einem Swingerclub?
    Die Atlantik-Brücken-Köpfe und World-Economic-Vordenker prosten sich per Zoom-Meeting zu.
    Da fahre ich doch voll drauf ab.

  7. wolfcgn sagt:

    Den US-Spahn sollten wir uns sparn! Macht- und geldgierig, er sollte zurück zu seiner Spahnkasse gehen.

    • Ilsetweety sagt:

      Aber nur wenn da Kunden seines Gleichen sind 😄, sonst kann man diesen Menschen niemanden zumuten. Es sollte eine Einrichtung für solche hoffnungslos Fälle errichtet werden, da können sie sich dann gegenseitig die Hucke voll Lügen.

    • Alcedo sagt:

      Mir könnte gefallen, wenn diese unproduktiven Maulhelden sich mal irgendwo nützlich machen würden.. bspw. wird es für eine Weile erhöhten Bedarf geben, wenn die TierKZs in normale Landwirtschaftsbetriebe und Gnadenhöfe umgewandelt werden. Nach der Tierversorgung gibt es dann das Gnadenbrot.
      (Ich weiß, unerreichbar fern, der Supermarkt voller Maskenmümmler – am Anfang dachte ich noch, denen fehlte nur die Info… mittlerweile sag ich kaum noch was)

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