Jetzt auf Deutsch: Interview mit Prof. Noam Chomsky – Es ist zwei vor zwölf

Interview mit Prof. Noam Chomsky — Es ist zwei vor zwölf

Ein Event von acTVism Munich.

Unter dem Titel “Zwei Minuten vor zwölf: Wie kommen wir von den heutigen geopolitischen Konflikten zu weltweiter Abrüstung?“ fand am 12. Mai 2018 in der Judson Memorial Church in New York eine Konferenz zur Warnung vor der gegenwärtigen Atomkriegsgefahr statt. Ziel war es, diese zu analysieren, den Atomwaffensperrvertrag der UN und andere Abrüstungsinitiativen zu propagieren und die US-amerikanische und weltweite Bewegung für Frieden und vollständige Atomabrüstung zu stärken. Der Hauptvortrag mit dem Titel “Die Zukunft der Menschheit” wurde von Noam Chomsky gehalten.

Noam Chomsky ist ein weltweit anerkannter politischer Dissident, Anarchist, Linguist, Autor und emeritierter Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er seit über einem halben Jahrhundert lehrt. Chomsky hat mehr als 100 Bücher geschrieben, das jüngste unter dem Titel „Because We Say So“.

Chomsky war während seiner gesamten Karriere eine enorm einflussreiche akademische Persönlichkeit und wurde zwischen 1980 und 1992 öfter vom Arts and Humanities Citation Index (A&HCI) zitiert als jeder andere lebende Wissenschaftler. Seine Arbeit hat eine Vielzahl von Bereichen beeinflusst, darunter künstliche Intelligenz, Kognitionswissenschaft, Computerwissenschaft, Logik, Mathematik, Musiktheorie und Analyse, Psychologie und Immunologie.

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2 Kommentare zu: “Jetzt auf Deutsch: Interview mit Prof. Noam Chomsky – Es ist zwei vor zwölf

  1. Danke für diese Veröffentlichung und ganz besonders auch für die Verschriftlichung, die hier eine große Erleichterung war.
    Das ist sicherlich eine große Rede Noam Chomsky’s, und mir kam dabei sofort die Erinnerung an Papst Benedikt, der 2011 im Deutschen Bundestag mit: „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande“, den hl. Augustinus zitierte. Von dieser Rede wusste ich bis vor einigen Monaten nichts, mit Kardinal Ratzinger,
    lange Chef der Kath. Glaubenskongregation, verband ich nur böseste Erinnerungen von seinem Umgang mit Arbeiterpriestern in Lateinamerika, bspw. Ernesto Cardenal und
    Leonardo Boff. Hier im Bundestag vertrat er also das Recht und die Rechtstaatlichkeit.
    https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/benedict/rede/250244
    Dies zu erwähnen ist mir wichtig, weil ich genau wie in allen Organisationen bei den
    Kirchen Lobbyarbeit, Unterwanderung und was nicht alles, am Werk sehe. Es gibt nicht DIE Kirche, sondern einzelne Akteure, die dort Einfluss nehmen.

    Überrascht in Chomsky’s Rede hat mich zweierlei:
    Kennedy’s offizieller Plan, formuliert im Nationalen Sicherheitsmemorandum 181 vom September 1962, hätte darin bestanden, „eine interne Revolte anzuzetteln (Anmerkg.in
    Kuba), die von einer US-Militärintervention gefolgt würde.“ Ein Monat also vor der
    Raketenkrise und der Schweinebucht-Dramatik.
    Der jugendlich wirkende, sympathische Präsident also auch in dieser Regime-Change-
    Manier unterwegs!

    Dann: Die US-Verfassung verpflichtet mit Artikel 6 dazu, im Fall internationaler
    Streitigkeiten zu friedlichen Mitteln zu greifen und schon auf die Androhung,
    und erst recht die Anwendung von Gewalt in internationalen Angelegenheiten
    zu verzichten. Anders als in unserem Grundgesetz scheint dort nichts von Strafen
    bei Zuwiderhandlungen zu stehen. Dass es diesen Artikel 6 überhaupt gibt, war
    mir bisher nicht bekannt. Wahrscheinlich ist die Sicht auf die Verfassung zugemüllt
    mit Dekreten, Acts, Gesetzen wie solchen, von denen dieser Gesetzesentwurf vom
    11. Oktober 2018 ein Beispiel gibt: https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/
    Dieser Gesetzentwurf ziele darauf, die russischen Gaslieferungen in die EU zu reduzieren.
    Das Gesetz sähe Maßnahmen vor, um private US-Investitionen in strategisch wichtige Energieprojekte in Mittel- und Osteuropa zu tätigen. Außerdem sei Geld vorgesehen für
    Projektbewertung und technische Seminare für die Projektunterstützung in frühen Phasen.
    Und im vergangenen Jahr verabschiedeten die USA das Gesetz „Contering America’s Adversaries Through Sanctions Act“ (CAATSA), das es Washington erlaubt,
    Sanktionen gegen Unternehmen zu verhängen, die am Bau einer neuen Gaspipeline (Nord Stream II, Anm.d.Red.) beteiligt sind.
    Unser Grundgesetz wurde in ähnlicher Weise mit der Schuldenbremse verhunzt, die dort auch nichts zu suchen hat.

    Bezüglich Nord-Korea erinnert Chomsky daran,
    wie das Land durch gnadenlose US-Bombardements dem Erdboden gleichgemacht
    wurde und am Ende, weil alle Ziele schon erledigt waren, die US-Luftwaffe die
    Staudämme zerstörte, „ein Verbrechen, für das Kriegsverbrecher der Nazis in Nürnberg gehängt wurden.“
    Weiter erinnert er an 2005, als Nordkorea einwilligte, „sämtliche Atomwaffen und bestehenden Waffenprogramme“ aufzugeben und internationale Inspektionen zuzulassen.
    Und jetzt, also am 27. April 2018 unterzeichneten die Staatschefs von Nord- und Südkorea ein historisches Dokument, die „Panmunjom-Erklärung für Frieden, Prosperität und die Vereinigung der koreanischen Halbinsel.“
    Kurz gesagt, meint Chomsky, ein höflicher Brief, der besagt: „Lieber Herr Trump,
    rufen Sie sich zum Sieger aus, wenn Sie sich vor der Welt brüsten wollen, aber ansonsten
    verschwinden Sie bitte und lassen Sie uns Schritte zum Frieden, zur Abrüstung und zur
    Wiedervereinigung machen, ohne uns dabei zu stören.“
    Dazu Mark Landler in der New York Times: die Deklaration stelle eine Komplikation für
    die Strategie Washingtons dar. „Es wird schwierig für Mr. Trump werden, mit Militäraktionen
    gegen ein Land zu drohen, das die Friedensfahne schwenkt.“

  2. Es war immer schon so, dass Kriegen zerfallende Weltreiche vorausgingen. Das British Commenwealth kann beredtes Zeugnis davon ablegen. Jetzt drängen neue, global players auf den Markt. Den Amerikanern schwimmen die Felle davon. Wirtschaftlich können sie sich nur noch durch permanente Aufrüstung retten. Das schafft kurzfristig Arbeitsplätze. War bei Adolf auch schon so. Das Ende ist bekannt. Kleiner Unterschied – das Ende werden wir alle nicht mehr erleben. Ob dies der Mann mit der toten Katze auf dem Kopf verstanden hat. Die Amerikaner haben auf eigenem Territorium noch keine großen Kriegsschäden erleben und erleiden müssen. Vielleicht ist dies der Grund warum sie so verantwortungslos mit ihrem Kriegsgeheul umgehen. Unser großer Nachteil ist, dass wir Leute wie Merkel und die Ursel von der Leine in verantwortlichen Positionen sitzen haben. Ausgewiesene Militaristen.“ Der Krieg findet ja immr irgendwo anders statt“. Schaurig.

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