KenFM im Gespräch mit: Jochen Mitschka („Schattenkriege des Imperiums“)

Der Iran ist ein gebeuteltes Land. Seit nunmehr über 60 Jahren ist der Staat in Vorderasien auf dem Radar (neo-)kolonialer Kräfte, denen von illegalen Regime-Changes bis zu strangulierenden Sanktionsmaßnahmen kein Mittel zu schade ist, um das Land zu schwächen und politisch auf Kurs zu bringen.

Dass der Iran trotz alldem kein „Failed State“, sondern sich als besonders zäh und krisenresistent erwiesen hat, macht ihn in den Augen einiger Geostrategen besonders gefährlich und schürt deren imperiale Kriegsgelüste. Die geostrategische Lage und die großen Erdölvorkommen des Iran wecken dabei besondere Begehrlichkeiten.

Die gezielte Strategie der Spannung im nahen und mittleren Osten hat Jochen Mitschka in seinem neuen Buch „Schattenkriege des Imperiums: Der Krieg gegen den Iran“ eingehend analysiert. Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran ist dabei nur ein Beispiel für die beabsichtigte Destabilisierung der Region.

Im Gespräch mit KenFM zeigt er sich besorgt über die ständigen Zündeleien, die sich leicht zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand ausbreiten könnten, wenn nicht bald etwas Vernunft im Umgang mit dem regionalen Schwergewicht Iran einkehrt.

Dabei gäbe es für eine diplomatischere Herangehensweise allen Grund: So könnte der Iran, was eine tatsächliche „Demokratisierung“ der Region angeht, sogar eine Vorreiterrolle spielen.

Schwer zu glauben? Jochen Mitschka zeichnet ein Bild von dem Iran, wie man es in den Mainstream-Medien hierzulande nicht gezeigt bekommt.

Inhaltsübersicht:

0:06:05 Der Vertragsbruch der USA mit dem Iran

0:16:42 Revolutionen im Iran – Atombomben für den Irak

0:24:05 „Politik der konstruktiven Zerstörung“

0:29:56 Wie demokratisch ist die Republik Iran?

0:44:09 Das Kopftuch: Feminismus im Iran

0:56:59 Der Krieg ist beschlossene Sache

1:18:31 Hamas, Hisbollah und der Terror im Jemen

1:32:55 Deutschlands Position und deutsches Machtstreben

1:36:53 Wie lässt sich ein angekündigter Krieg verhindern?

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13 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Jochen Mitschka („Schattenkriege des Imperiums“)

  1. Respekt vor seiner Grundhaltung, doch was Thailand betrifft, kann ich sagen, der Mann blickt einfach nicht durch. Weder blau, noch rot und die westliche Presse schon gar nicht, äußern sich dazu in irgendwie schlüssiger Weise. Man muss es im Gesamtzusammenhang , unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten und über einen längeren Zeitraum betrachten, und sich dabei nur an Fakten halten, damit es Sinn ergibt. Weiterhin muss man die thailändische Verfassung kennen und verstehen, welche internen in Konflikte hier im Finanzwesen und Militär angelegt wurden.
    Der Oligarch Thaksin Shinawatra hat dieses Land letztlich um Milliarden beraubt, und hat dann die Flucht ergriffen. Er hatte dabei die Unterstützung der Trilateralen Kommission sowie als auch die vom Kollegen Soros und so weiter. Als gewählte Premierminister spielte er den Führer einer sozialen Bewegungen ,schickte aber gleichzeitig Truppen in den Irak und verkaufte Thailändische Kommunikationseinrichtungen bis hin zu militärischen Satelliten auf eigene Rechnung nach Singapur, um nur einige seiner korrupten Aktionen zu nennen. Ich habe den Aufstand der Rothemden hier in Bangkok hautnah mitbekommen. Das war nicht etwa eine friedliche Demo, sondern organisiertes Chaos. Begleitet von paramilitärischen mit Granatwerfern bewaffneten Chaoten, wurden normale Landbevölkerung in Reisebussen herangekarrt, die für fünf Euro am Tag ,in Bangkoks Innenstadt kampieren mussten. Die letztlich folgenden Massaker gehen nicht wirklich auf die Kappe der Thailändischen Abisit-Regierung und des Militärs. Die haben sich die Belagerung monatelang angesehen. Erst als die Reisernte bevorstand, und sich die Belagerer auf den Heimweg machen wollten, ging es seitens der Organisatoren zur Sache. Mit Militärs auf beiden Seiten ist das Gemetzel in die Rubrik Berserker einzuordnen.
    Es war eindeutig kein Vorgehen gegen das Volk wie derzeit 1992 unter Suchinda Kraprayoon.
    Das thailändische Volk würde sich schon gern, durch eine sozialdemokratische Regierung vertreten sehen. Nur leider gibt es die nicht wirklich. Auch die später mit großer Mehrheit gewählte Tochter Yingluck Shinawatra, war dann eine in Korruption verwickelte Marionette. Das thailändische Verfassungsgericht deckte auf, dass die umfangreichen Subventionen in Reis sinnlos waren und dem thailändischen Staat Milliarden gekostet haben, und schickte auch sie ins Exil. Seitdem herrscht wieder eine so genannte provisorische militärische Notstandsregierung. Hintergrund der Preispolitik in Sachen Reis und Bruch der Liefervereinbarung mit China, war übrigens die Tatsache, dass der Reis über chinesische Zwischenhändler letztlich für Nordkorea bestimmt war. Obama selbst war derzeit angereist und meinte wohl, die bessere verhungern zu lassen.
    Schwer zu sagen was man von dieser Militärregierung halten soll. Auf jeden Fall haben die aber gegen die Foltercamps protestiert und sich derer in entledigt. Auf Drängen des Pentagon mehr in Rüstung zu investieren, haben die Ein U-Boot bei den Russen bestellt.. und so weiter..
    Einige Äußerungen zum Iran zeigen eine ebenso populistische Tendenz. Ich habe aber keine Zeit das hier im einzelnen richtig zustellen Ich möchte anstelle dessen auf auf Pepe Escobar verweise.

    • Dem schließe ich mich an, das beste Gespräch seit langem. Man würde sich wünschen, es der ganzen Herde der Schweigelämmer zeigen zu können, damit sie endlich eine Ahnung von den Lügen bekommen, die tagtäglich auf sie einwirken. Aber das ist natürlich nur ein frommer Wunsch.

  2. So kommt eben ein Interview raus, wenn ein Insider einen anderen Insider interviewt.

    Da Herr Jebsen ja selber ein profunder Iran-Kenner ist, wäre es wohl gescheiter gewesen, er hätte eine eigene Doku zum Thema „Iran aktuell“ gemacht und von mir aus ein paar Stimmen von Experten wie die von Herrn Mitschka zu Wort kommen lassen.

    Nichts desto trotz war der Inhalt dieses Gesprächs sehr informativ. Danke

  3. ich stimme „Freischwimmer“zu, habe mir ebenfalls schon Ähnliches durch den Kopf gehen lassen wie „Bernhard Meyer“. Aber hätten wir dann überhaupt KenFM? Und, die Gesprächsteilnehmer sind ja auch nicht unmündig, sie wollen in aller Regel ein „Produkt“ verkaufen und müssten wissen, worauf sie sich einlassen.

    • Seit ca. vier Jahren bin ich Abonnent (monatliche Überweisung per Dauerauftrag) von KenFM. Weil ich seine Arbeit sonst prima finde und äußerst wertvoll. Herrn Jebsen schätze ich nicht so ein, dass er weinend mit der Arbeit aufhört, weil einer seiner Kunden ihn kritisiert. Keine Angst, er wird weitermachen. In machen Dingen erweist er sich als Perfektionist. Diesen Perfektionismus könnte er auch bei der Behandlung seiner sehr unterschiedlichen Gesprächspartner pflegen und ihnen empathischer gegenübertreten.
      Und grundsätzlich finde ich, dass Rückmeldungen aus dem Kundenkreis für jeden wichtig sind, der Kunden hat. Natürlich kann man es nicht allen recht machen, aber wohlwollend zur Kenntnis nehmen, was manche Leute stört, müsste schon gehen.

  4. sry ken fm, aber der typ hat 2 sachen gesagt die nicht der Wahrheit endsprächen und wer weiss was noch nicht stimmte.
    1. es war kein Völkerrechts Bruch sondern nur ein Rechtsbruch und was er auch nicht erwähnt hat wodran es liegt was Trump dazu gesagt hat warum er das gemacht hat, also im ganzen gegen propaganda.
    2. er sagte da wären Frauenhäuser gebaut worden, ich dazu habe ich keine genauen angaben aber dem nach was ich gehört habe wurden da keine Frauen Häuser gebaut und selbst wenn es wurden sind die schon längst zerstört durch bomben. fragt euch mal warum.

    also nach allem was der typ da erzählt sehe ich nur halb Wahrheiten also den gleichen Mist den die medien bringen.

    • und das der zustand jetzt nicht gut ist doch wohl jedem klar da eine radikale religiöse gruppe und ich rede nicht von einem Volk ich rede hier von einer kleinen Anzahl von Leuten die mit Gewalt das Volk unterdrückt, an der macht ist dort.

  5. Der Iran ist ein Beispiel wie fremde Macht das Land beeinflusst. Eine Macht, die das Land von Innen zerstört und die eigenen Selbstfindung unmöglich macht.
    Das Thema Menschenrecht ist ein großes Thema. Wer kann schon gegen Menschenrechte sein? Es ist jedoch nur ein Begriff, der über NGO’s verwaltet wird und die Gefahr in sich birgt der Ent-Rechtung des Individiums und letztendlich der Gemeinschaft. Die Deutung von Menschenrechte wird abgegeben und einer abstrakten künstlichen Definition übertragen, die dann wie ein Korsett über die Menschen gestülpt wird. Mit Freiheit hat das nichts zu tun.
    Das Gleiche gilt auch für Themen wie Klimaschutz, Genderpolitik und dem Transhumanismus. Das wirkliche Leben findet in der individuellen Wahrnehmung statt und nicht in künstlichen Denkschemen. Ich betrachte es für äußerst wichtig, dass der Mensch seine Vorstellungsbilder nicht abgibt an übergeordnete Verwaltungseinheiten.
    Das gesamte System basiert auf Auslegung und Vermutung (Vermutung hat mit der Realität nichts zu tun) ohne Einbindung der Menschen in Gestaltungsfragen von kleinteiligen Strukturen. Große Strukturen, dessen Organisation und Finanzierung kaum durchschaubar sind, nehmen sich das Recht heraus zu beurteilen was und wie der Mensch denken soll. Sie kommen in Form als Unterstützer von Minderheiten. Die Fiktion wird wichtiger als die Wahrheit, weil die Wahrheit die Fiktion nicht widerlegen kann, denn die Fiktion ist definitionsmäßig eine Fiktion und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Eine Fiktion ist ein in sich abgeschlossenes vorgestelltes Weltbild, dass nichts anderes zulässt und die Wahrheit selbst zu einer Fiktion macht und gleich setzt. Der Mensch wird von seiner ursprünglichen Anbindung geistiger Wahrnehmung herausgelöst zu einem konstruierten künstlichen Bild und damit in Abhängigkeit gebracht.

  6. Ich kenne Jochen Mitschka von vielen Artikeln und habe ihn, seine fundierten Kenntnisse und seine Sicht schätzen gelernt. Daher freute ich mich auf das Gespräch. Schade: Es war wieder mal ein völlig unbeherrschter Herr Jebsen, der andauernd unterbrach, reinquatschte, vom ursprünglichen Gesprächsfaden ablenkte, ellenlange Fragen stellte, die er dann sogleich selber beantwortete. Es scheint mir dann, als säße da ein eifersüchtiger Musterschüler, der immerzu sagen muss, was er alles auch schon weiß. Ein paarmal konnte Herr Mitschka den Faden wieder aufnehmen („aber kommen wir wieder auf Ihre ursprüngliche Frage zurück…“), aber er wirkte sichtlich genervt. Meine Frau und ich jedenfalls hielten es nach 40 Minuten nicht mehr länger aus und schalteten ab.

    Genauer: Wir stiegen um. Ich hatte mir gestern auch noch ein Gespräch von Nuoviso heruntergeladen, ein Gespräch von Herrn Stein mit Peter Haisenko über Atomwaffen. Was für ein Unterschied in der Gesprächsführung! Auch Herr Stein machte gelegentlich einen Einwurf, aber leise, zurückhaltend und sehr kurz, den Faden nicht abreißend. (Aber auch hier beschwerte sich Herr Haisenko einmal: „Ja davon wollte ich jetzt gerade sprechen!“). Aber insgesamt war es ruhig, konzentriert und (trotz des Themas) angenehm zuzuhören.

    Ich wundere mich, dass niemand im KenFM-Team es schafft, ihm beizubringen, wie man mit leiseren bzw. bedächtiger sprechenden Menschen umgeht.

    • @Bernhard Meyer
      „Ich wundere mich, dass niemand im KenFM-Team es schafft, ihm beizubringen, wie man mit leiseren bzw. bedächtiger sprechenden Menschen umgeht.“

      Mir geht das oft ähnlich so, trotzdem habe ich großen Respekt von Ken Jebsen. Ohne inneres Feuer und Gestaltungskraft von Ken Jebsen gäbe es diese Plattform nicht. Ich könnte das nicht. Das sogenannte hinein Grätschen (übrigens auch von ihm selbst so benannt) zeigt seine innere Beteiligung am Gespräch. Ich sehe da keine bewusste Beeinflussung des Gesprächsverlaufs … und wer will wen etwas beibringen … das ist doch quatsch. 😉

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