KenFM im Gespräch mit: Jürgen Roth („Der stille Putsch“)

Am 28. September 2017 starb Jürgen Roth im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit. Anlässlich seines Todes möchten wir auf das Interview hinweisen, das KenFM im Sommer 2014 mit ihm geführt hat.

Jürgen Roth gehörte zu den namhaftesten investigativen Journalisten im deutschsprachigen Raum. Er ging dorthin, wo es wehtat, all seine Bücher wurden zu Bestsellern. In seinem Buch „Der stille Putsch“ legte sich der Autor erneut mit den Mächtigen der Welt an. Kernthema in „Der stille Putsch“ ist die vollständige Unterwanderung der Demokratie durch die global operierenden Wirtschaftseliten. Kein Bereich ist vor ihnen sicher.

Auch dieses Buch konnte in diesem Umfang nur entstehen, da sich der Autor zuvor über Monate mit zahlreichen Whistleblowern aus den unterschiedlichsten Chefetagen traf und ihre Aussagen anschließend anonymisiert zu Papier brachte. Während Roths frühere Bücher eine breite Besprechung auch in den öffentlich-rechtlichen Medien erfuhren, ist es um dieses Buch zunächst erstaunlich ruhig geblieben. Das verwundert um so weniger, da Roth in „Der stille Putsch“ zeigt, dass die Korruption und das Kungeln nicht nur traditionell in Wirtschafts- und Bankenkreisen zum festen Bestandteil der Gegenwart gehört, sondern mittlerweile auch große Teile der deutschen Presselandschaft okkupiert hat. Die aufklärende Presse befindet sich im Dauer-Koma, spätestens seit dem 11. September 2001.

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6 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Jürgen Roth („Der stille Putsch“)

  1. Zum Lobbying der Industrie in der Politik: das muss zwangsläufig so sein, wenn sich die „Politik“ in Sachfragen einmischt, wo sie keine Sachkenntnisse hat. Die Politik sollte sich auf die Ebene des Rechts zwischen zwei Menschen („zweier Parteien“) beschränken. In Wirtschaftlichen Fragen fehlt Ihr die Sachkenntnis und ist somit immer beeinflussbar.

    Zur Privatisierung der Bildung: „Privatisierung“ im Sinne von „unabhängig“ werden ist eindeutig zu befürworten. Heute ist wird die Bildung durch Politik und Industrie beeinflusst. Die Bildung sollte sich aber ausschliesslich an den Talenten und Fähigkeiten und Entwicklung des einzelnen Menschen orientieren und dabei frei (unabhängig) entscheiden können. Selbstverständlich ist die „Privatisierung“ im Sinne der finanziellen „Unabhängigkeit“ sehr kritisch zu sehen. Aber ohne diesen hier gemachten Unterschied zu bedenken, kommt man in dieser Frage nicht weiter.

  2. Das alles ist ja schon zig mal durchgekaut worden.

    Stimmt ja und doch frag ich mich, wieso machen Menschen, die ihren Beruf doch gelernt haben, und Herr Roth wird sich ja sicher als solcher sehen, erst nach 20 Jahren voranschreitender Globalisierung erst jetzt den Mund auf.

    Ich war um die Jahr Tausend Wende noch im Berufsleben.

    Schon damals war der Trend, Abschaffung der Tarifarbeit, einsetzen von Firmen mit Werkverträgen. Europaweite Ausschreibungen und so weiter.

    So wurde ich sehr schnell vom Fachmann für elektrische Anlagen zum Aufpasser und Lohnstundendrücker für polnische und ungarische Firmen, umfunktioniert., welche Werksverträge mit meiner Firma abschlossen hatten.
    Ein Umstand, der dazu führte, das

    1. Keine Sozialabgaben in unsere Systeme flossen und
    2. der Harz 4 Anteil stieg, da immer mehr deutsche Arbeiter ausgestellt wurden.

    Begründung war der Konkurrenzdruck.

    Die massenhafter Schwarzarbeit ,Der Zeitarbeitaufschwung, Der Ausbau des Niedriglohnsektors, dass fand alles Anfang 2000 statt.

    Nach 17 Jahren erzählen mir nun investigative Journalisten, vom geplanten Ausverkauf Europas.

    Erzählen, dann noch, privat lassen sie diese Dinge nicht an sich rann.

    Na ja, wenn so ein Buch vor 20 Jahren geschrieben worden wäre, würde ich ja sagen, Mut und Weitsicht.

    So ist es ein weiteres Buch des Faktenaufzählens.
    Mit der Erkenntnis lebe ich aber schon relativ lange.

    Da würde meines Erachtens ein Buch über machbare Veränderungen wesentlich wichtiger sein.

    Aber dazu müsste man sich ja eventuell aus dem Fenster lehnen.
    Und das mag auch der investigativste Journalist nicht.
    Da ist das Hemd wohl näher als die Hose.

    Was noch auffällt, da wird von verdummten Studenten gesprochen, welche kaum in der Lage sind
    fehlerfreies Deutsch zu schreiben ( Mitte des Gesprächs)
    Am Ende heißt es dann aber, das bestens ausgebildete Studenten in Jobcentern Schlange stehen.

    Was denn nun, gut ausgebildet oder schlecht ausgebildet.

  3. Der 1945 geborene, investigative Journalist Jürgen Roth, legt in seinem Buch „der Stille Putsch,“ in bequem zu lesenden Kapiteln und leicht verständlich, die Umstände dar, die zu einem Europa führten, wie wir es heute haben.

    Er beschreibt die Akteure und Aktionen verschiedener Interessengruppen. Als da wären zum Beispiel, die „Troika“(bestehend aus EU-Kommission, IWF und EZB),den „Entrepreneurs Roundtable“ und den „European Round Table of Industrialists.“ Um nur Einige zu nennen.

    Herr Roth dringt ein, in die Vergangenheit und die Gegenwart, einiger sogenannter „Krisenländer.“ Er legt die Untiefen von Politik und Wirtschaft offen, ob in Griechenland, Italien oder Portugal. Er zeigt wie diese Brandherde stetig von außen befeuert wurden und auch noch immer werden.

    Am Ende des Vorworts wird darauf hingewiesen, dass diese Länder natürlich nicht im luftleeren Raum existieren: „Die meisten deutschen Bürger scheinen doch tatsächlich zu glauben, dass das, was da außerhalb der schwarz-rot-goldenen Grenzen geschieht, mit ihnen nichts zu tun habe. Ein fataler Irrtum.“

    Wer schon immer wissen wollte, warum stetig Millionen für Soziales fehlen, wo es Milliarden für Banken gibt, der ist mit diesem Buch gut beraten.

  4. Für „staatstragende Nachrufe“ habe ich keine Begabung, aber seine Art in Gesprächen immer geschätzt. Hoffe, dass sein von mir bestelltes Buch „Die neuen Paten: Trump, Putin, Erdogan, Orbán & Co.“ am 27. Nov. 2017 erscheint. … R.I.P.

  5. Hmmm Pfeifen-Aroma und Geschmäckle, haha, irgendwie passend 😉

    Ich mag das Gespräch und die gezeichnete Landkarte, dennoch – ich bitte dies zu entschuldigen – führen all diese Wahrheiten und Schlüsse wie allzu oft nicht zum Ende. D4en Prozess kennen hier die Meisten 🙂 Aber Vielen Dank!

    Worauf ich mich stütze und wogegen ich mich auflehnen muss ist die dargestellte Macht-Philosophie als Aktion…mir erscheint es im Geflecht mit der Trilateralen Konferrenz usw maximal als reaktiv. Die Handelnden sind schlauer und haben einen anderen Vorsprung als vermutet.
    Warum?
    Die ermittelte Basis ist – aus meiner plumpen Idiotie heraus – viel eher das Schaffen einer Autokratie zur Bewältigung einer nicht aufhaltbar erscheinenden Abhängigkeit und die zukünftige Exklusion der Bürger die bald nur mehr eine depressive Masse sein werden, die die Knute fürchten. All diese Ohnmacht der aufgezählten Länder ist auch in Deutschland keineswegs unbekannt. Wir haben vielleicht noch mehr/auch mehr zu verlieren, doch stehen WIR ALLE in der gleichen Warteschlange.
    Die handelnde Politik ist nicht gewillt oder gezwungen so zu handeln, doch wird der Handel vollzogen…Warum? Keine Ahnung? Ja! Warum? ELITARISMUS 😉 Exklusivität. Wer kann, der räumt nochmal ab. So einfach. Sorry.
    Wieso?
    Weil Unpolitik sehr beschämend ist. Wir schreien hier nur die Schatten der Symptome an.
    Ochlokratie. Schon einmal gehört? Laokratie? Eine der Sackgassen der Demokratie, wenn sich die Klasse der Politiker fernab der gelebten Realität mit populistischen Argumenten selbst bestätigen kann 😉
    Herr Roth spricht eine Wahrheit nach der anderen aus und kann die gesamte Heraldik der geschaffenen Eliten benennen und mit sich selbst denunzieren – vollkommen richtig! Bitte keine Widerrede ohne Nachdenken.
    ABER…sind es nicht selbst-legitimierende Prozesse, die sich auch nachträglich noch die Gesetzgebung zur Brust nehmen?

    Kein Schrei ohne Echo, also mag ich selbst noch eine Lösung einwerfen:
    Wenn man diese wie-auch-immer-zu-betitelnden …Positions-Menschen mit Sack und Pack sowie deren verwunschenen Geld vor die Landes bzw. Staatstür setzt und all deren inländischen Ansprüche löscht – nett winkt und auf Nimmer-Wiedersehen…was hätte jeder von uns dabei verloren, außer der Illusion, dass es nunmal so sein muss?

    Was wenn wir dieses Land gleichmäßig und blind gleichermaßen auf die gesamte Bürgerschaft verteilen…Quadratmeter für Quadratmeter und dann mal schauen, was wer für sein Stückchen dieses Kuchens verlangt? Kein Verkaufs oder Abtritts-Recht, also selbst der Tod/Mord/Erpressung usw überlassen dieses Stückchen einer einzuplanender Person?

    So inspiriert und heißblütig ich nun nach der An-Gleichung des menschlichen Wertes streben mag ist es doch so – bitte korrigiert mich!!! – Der Mensch kommt und geht. Leben und Sterben. Das Land aber, worauf sich der Staat bildet bleibt ein Stück der Erde. Wer diese benutzt sollte doch für eine Zeitlosigkeit dieser garantieren können, oder? Stichwort Asse: Das Grundwasser interessiert keine Grenze. Stichwort Biblis: Der Fluß kennt keine Richtung. Den Wind interessiert es nicht, wer den mitgetragenen Dreck veratmet.
    Was bringt uns das Wissen um den Frevel, wenn wir nur drauf zeigen dürfen?
    Fressen, Schlafen und F…en, das Maß bestimmt die eigene Moral.

    Verzeihen Sie mir bitte diesen Überschwang und die Ungriffigkeit des Ansatzes sowie die Zeilenfülle…ich denke halt anders.

  6. Ich lese und höre mich bei KenFM so durch. Das Gespräch mit Jürgen Roth hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen.
    Sein Buch habe ich bisher nicht gelesen. Jürgen Roths Pfeifenrauch stieg mir in die Nase. Hat KenMF bei seinen Aufzeichnungen jetzt auch eine Aromaspur? 🙂
    Unternehmer aller Coleur und sonstige Globalisten sind auf Rendite und Gewinne aus; das wird auch durch einen Ethik-Kurs für diesen Personenkreis nicht geändert werden. Im Übrigen geschieht in Europa wohl das, was sich die Strippenzhieher über dem Großen Teich zu ihrem Vorteil geopolitisch und geostrategisch ausgeheckt haben. Eine instabile EU ist denen wohl lieber.

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