Kanzler Habeck für Militär-Mission

GRÜNE für Welt-Politik & deutsche Verantwortung.

Von Uli Gellermann.

Es grünt so grün: Seit Monaten bewegen sich die GRÜNEN in Wahlumfragen nur nach oben. Und nicht nur die deutschen Medien stellen die Kanzlerfrage. Auch die Umfrage-Maschinen plagen die Wähler mit der K-Frage. Kaum verblüffend kommt der „Deutschlandtrend“, der von Infratest Dimap im Auftrag von ARD-„Tagesthemen“ und WELT gefertigt wird, zu einer möglichen GRÜNE-CDU-Koalition: Bei einer Bundestagswahl könnten die beiden Parteien mit jeweils 26 Prozent der Stimmen rechnen. Das ergäbe zusammen eine satte Mehrheit, die sich im Bundestag nicht mal auf die Verlierer-SPD stützen müsste. Könnten die Bundeswähler ihren Kanzler direkt wählen, berichtet das RTL/n-tv „Trendbarometer“, würden 27 Prozent der Befragten für Robert Habeck, den GRÜNEN Kandidaten stimmen. Die Unions-Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer käme nur auf schlappe 17 Prozent. Längst basteln die Parteistrategen ihre Wahlkämpfe entsprechend der Umfragen. Dazu gehört auch der aussichtsreichste Kanzlerkandidat.

Natürlich wissen auch die GRÜNEN, dass Umfragen keine Wahlergebnisse sind. Und sie wissen auch, dass ein deutscher Kanzler seine Platzkarte für das Amt bei der NATO und den USA abstempeln lassen muss. Schon der grüne Herr Fischer konnte nur Außenminister der Bundesrepublik werden, nachdem er seine Treue gegenüber den westlichen Werten als deutscher Befürworter des Jugoslawienkrieges bewiesen hatte. Was damals der Jugoslawienkrieg war, das ist heute der denkbare Krieg der USA gegen den Iran. Da hat die „Passauer Neue Presse“ die Rolle des politischen Vorkosters übernommen und fragte den grünen Habeck: „Müsste Deutschland als eine führende Wirtschaftsnation nicht auch Verantwortung beim Schutz der Handelswege übernehmen und sich an einer Mission im Persischen Golf beteiligen?“ Tja, wenn es um den deutschen Handel geht, dann kann sich der grüne Kanzlerkandidat schon vorstellen: „Sind aber alle diplomatischen Mittel ausgeschöpft, können wir uns eine Beteiligung Deutschlands an einer europäischen Mission vorstellen.“(1) Wo Mission draufsteht, ist selbstverständlich Krieg drin.

Zwar steht kein Krieg mit Russland vor der deutschen Haustür, und der Nato-Generalsekretär Stoltenberg behauptet sogar: „Wir wollen keinen neuen Rüstungswettlauf“, droht aber gleichzeitig, dass Russland sein Verhalten ändern müsse, um den Wettlauf zu verhindern. So weist er die Schuld am neuen Rüstungs-Rennen dem NATO-Lieblingsfeind zu. Das Ende des INF-Abrüstungsvertrages, die einseitige Kündigung des Abkommens durch die USA, kommentiert der grüne Wunschkanzler so: „Europa kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass andere seine Interessen vertreten. Es muss weltpolitikfähig werden.“ Wie bei den GRÜNEN üblich, behauptet Habeck, dass die EU „Europa“ sei. Diesen imperialen Territorial-Anspruch auf Russland und und eine Reihe anderer Staaten der einstigen Sowjetunion hält Habeck für „Weltpolitik“. Nur so bekommt man den O.K.-Stempel für Kanzlerambitionen.

„Der einst von US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow unterzeichnete INF-Vertrag war ein Meilenstein der Abrüstungsbemühungen in der Schlussphase des Kalten Krieges“, referiert sogar die „Tagesschau“. Dass der neue Kalte Krieg längst begonnen hat, will weder die die ARD-Nachrichtensendung wissen, noch mag der Spitzen-GRÜNE das aussprechen. Aus welcher Sorte „Verantwortung“ kommt sein Schweigen? Dass der INF-Vertrag eine wichtige Sicherheitsgarantie für Europa war? Dass vor einer Generation Millionen Menschen dafür demonstriert hatten? Dass in diesen Aktionen die GRÜNEN geboren wurden? Alles kein Thema für den GRÜNEN.

Angela Merkel sucht verzweifelt nach einer Überlebensstrategie für sich und ihre CDU. Solche wie Habeck bieten der überlebten Kanzlerin ein grünes Rettungsfloß. Die geschichtslose Haltung der GRÜNEN und deren eingeübte Russophobie, machen der herrschenden politischen Klasse in Deutschland Hoffnung. Auf eine neue Runde „Weltverantwortung“ mit eingebauter Missionierung jener Staaten, die dem westlichen Führungsanspruch im Wege stehen. Auf verbrannter Erde grünt dann weniger.

Quelle:

  1. https://www.pnp.de/nachrichten/politik/3407474_Habeck-Warnung-an-Soeder-vor-Maulheldentum.html

Bildquelle: 360b / Shutterstock

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Dieser Artikel erschien am 05.August 2019 auf dem Blog Rationalgalerie.

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22 Kommentare zu: “Kanzler Habeck für Militär-Mission

  1. Für die Grünen wären Neuwahlen attraktiv – doch sie bekennen sich nicht zur Möglichkeit Grün-Rot-Rot.

    Habe recherchiert, warum Robert Habeck überhaupt der Vorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen werden wollte.

    Er sagt: „Ich bin bereit. Das volle Risiko“
    Sein diesbezügliches Buch heißt: „Wer wagt beginnt“

    Es könne nicht darum gehen Frau Merkel nachzueifern. Er wolle die Grünen in ein neues Zeitalter führen – vom Spielfeldrand ins Mittelfeld.

    Es sei den Grünen doch immer auch darum gegangen, „nicht nur die Macht zu erlangen, sondern die Machtmechanismen zu hinterfragen“.

    Seine Qualifikation:
    Er nahm ein Studium mit der Fächerkombination Philosophie, Germanistik und Philologie auf und promovierte und wurde 2000 Doktor der Philosophie.

    Zu seinen Zielen:
    Er befürwortet die Grundsicherung ohne Arbeitszwang und Sanktionen.

    Dann lese ich etwa
    Habeck wirbt für Einlagensicherung und Abwicklungsfonds

    Wie Uli Gellermann es oben in der Überschrift sagt, wirbt er eben auch für Militärmissionen.

    Seine Ansichten zum Grundeinkommen sind richtig, aber das Grundeinkommen kann mit dem jetzigen Geld- und Bankensystem nicht funktionieren.

    Man merkt es auch sonst in jeder Hinsicht, dass er kein Wirtschaftswissenschaftler ist.

    Etwa Frank Schäffler (FDP) oder Jörg Meuthen (AfD) erkennen es richtiger, dass der Euro am Ende ist.

    Bei beiden Politikern bin ich mir jedoch nicht sicher, ob sie die Funktionsweise der Marktwirtschaft verstanden haben. Dabei wäre es doch gar nicht so schwierig, sich in die tatsächliche Funktionsweise unseres vermeintlichen Marktes hineinzudenken.

    Gerade weil der des öfteren zu lesende Satz „Markt. Welcher Markt?“ durchaus zutrifft, können mich die Themen der Grünen wie etwa „Fairer Handel“, „Wir kämpfen für Arbeit“ etc. alles andere als überzeugen.

    Zwar wollen die Grünen mehr Gerechtigkeit, aber der Handel funktioniert doch eben gerade nur mit Geld, das etwas Ähnliches wie ein Schuldschein ist, wodurch sich die Ungleichheit doch letztlich nur vergrößern kann.

    Habe daher wieder eine Email etwa auch an Bündnis 90/ Die Grünen geschickt und unsere fehlerhafte Marktwirtschaft mit quasi „Schuldscheinen“ erklärt.

    Bei der Themenarbeit sind einige Arbeitsgruppen etwa auch der Piraten schon deutlich besser, obwohl die Arbeitsergebnisse derselben nicht zwangsläufig die dortige Parteimeinung wiedergeben.

    Selbst wenn sie dies täten, könnte ein einziges Land wie Deutschland die Probleme nicht mehr lösen.

  2. Kanzler/in von Amerikas Gnaden
    Ohne die Rückendeckung des großen „Bruders“ in Amerika wird hier niemand in dieses Amt gelangen. Das ist nicht viel anders als in der DDR, da hatte Moskau das Sagen. Und hinter dem Mann im Weißen Haus stecken die Plutokraten, die die Wirtschaft- und Finanzwelt beherrschen. Dem Wahlvolk wird deine demokratische Mitbestimmung vorgetäuscht. Auch einem grünen Kanzler wird am Ende nichts anderes übrig bleiben, dies zu akzeptieren. Kommt er den Profiteuren dieses Systems allzu sehr in die Quere, wird er schnell verschwinden. Momentan sieht es so aus, dass sich das Kapital nun einen grünen Anstrich verpasst. Auch hofft man natürlich, an den neuen Technologien (E- Autos z.B.) wieder kräftig zu verdienen.

    • Ebenso:

      Zitat: „Wenn Robert Habeck diese simplen Regeln verdrängt hat, hat er offenbar die immanente Logik der Neoliberalismus schon tief verinnerlicht.“

      nachdenkseiten.de/?p=53981

  3. Fragen wie: Welchem entfernteren Ziel nützt das? Wer lässt sich (möglicherweise) instrumentalisieren? sollten immer gestellt und diskutiert werden.
    Heute 8.15 h jährte sich der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima zum 74. mal.
    Das war eine Machtdemonstration und keine kriegsentscheidende Notwendigkeit.

  4. Ich widerhole die Kernaussage meines unteren Posts nochmal, denn ich halte es für sehr wichtig, das das begriffen wird: Ich formuliere es vorsichtiger als Frage: Dient sich Robert Habeck den englisch-sprechenden Transatlantikern an, als eventueller Kanzler dafür zu sorgen, dass Europa ihre Kriege führt? Es haben nämlich schon mindestens zweimal deutsche Kanzler – vor Ihrer Kanzlerschaft – den Angelsachsen oder Angloamerikanern angeboten, die Interessen der beiden Letzteren durchzuführen: Angela Merkel mit ihrem Washington-Post-Artikel vom 20. Feb. 2003: „Schröder doesn’t speak for all Germans“ ttps://www.washingtonpost.com/archive/opinions/2003/02/20/schroeder-doesnt-speak-for-all-germans/1e88b69d-ac42-48e2-a4ab-21f62c413505/ , in dem sie signalisierte, sie hätte beim Irak-Krieg mitgemacht – und – Adolf Hitler! Ja – auch wenn es sensationell klingt: Es gibt Indizien, die das belegen könnten: Der russische Historiker Nikolay Starikov zitiert nämlich in seinem Buch: „Wer hat Hitler gezwungen, Stalin anzugreifen“ ab S. 52 Hitlers Überlegungen, die Letzterer in seinem Pamphlet „Mein Kampf“ niedergelegt hatte:
    Zitat aus Hitler-Pamphlet „Mein Kampf“:
    „Wer von dem obigen Gesichtspunkt aus eine Prüfung der heutigen Bündnismöglichkeiten für Deutschland vornimmt, muss zu der Überzeugung gelangen, dass als letzte durchführbare Bindung nur eine Anlehnung an England übrigbleibt.“ (Mein Kampf, S. 697). Auf den folgenden Seiten bringt Starikov noch weitere Zitate aus Hitlers Pamphlet, die in dieselbe Richtung gehen, z. B. : „In Europa wird es für Deutschland in absehbarer Zukunft nur zwei Verbündete geben können: England und Italien. (auch Seite 705).“
    Und dann, auf S. 55 in Starikovs Buch beschreibt Starikov seine Erkenntnis:
    Zitat Starikov: „Der Schlüssel zum Erfolg für das schwache und zerschlagene Deutschland ist das Bündnis mit den Siegermächten, weil sie an seiner weiteren Schwächung nicht interessiert sind! An dieser Stelle habe ich es begriffen: Nicht für die deutschen Bürger … … nicht für die wohlgenährten SA-Leute und nicht für die … … SS hat Adolf Hitler sein Buch geschrieben. Die Seiten seines Buches „Mein Kampf“ gaben ihm die hervorragende Möglichkeit sich an den Herrscher der damaligen Welt – an die Briten – zu wenden, um ihnen mit einfachen und klaren Worten seine Gedanken und seine Vorschläge zu unterbreiten…“ Und auf S. 61 schreibt Starikov: „Ohne Zweifel lauteten die Fragen des britischen Geheimdienstes: Warum sollten wir einen derartigen Patrioten nicht unterstützen? Warum sollten wir ihm kein Geld geben? Warum sollen wir einen derartigen Freund von Großbritannien nicht helfen, an die Macht zu gelangen?“ Ende Zitat Starikov.

    Das sind doch sehr interessante, zum Nachdenken anregende Gedanken, die Starikov da pflegt. Hier könnte das Motiv liegen, weshalb Montague Morgan, die Union Banking Corporation in New York und die Harriman-Bande, die Rockefeller-Verbindungen, die Chase-Bank, die britischen Appeaser um Philip Kerr und andere anglo-amerikanische Interessen den Nazismus heimlich oder durch Appeasement politisch und finanziell unterstützten und ihm somit halfen, auch militärisch wieder hochzurüsten, wie die Historiker Antony Sutton in „Wall Street und der Aufstieg Hitlers“ und in „America’s Secret Establishment – An Introduction to the Order of Skull & Bones“, Guido Giaccomo Preparata in „Wer Hitler mächtig machte“ und Gian Trepp in „Bankgeschäfte mit dem Feind“ und Andrea Bosco in „The Round Table and the Fall of the Second British Empire “ darstellen. Boscos Buch macht deutlich, dass die britische außenpolitische Elite, die von Alfred Milner und dem Round Table und später von Phillip Kerr und Lionel Curtis geleitet wurde, Fallen für Deutschland ausgelegt hatten, in die die Deutschen 1914 und 1939 zweimal deppert und bereitwillig hineingetappt sind, und dass diese Fallen Teil des bewussten Prozesses waren, mit dem dieselbe britische außenpolitische Elite entschieden hatte, dass die deutsche Konkurrenz an das britische Empire umfassend besiegt werden sollte. Spannende Fragen!

    • @ A. Eberl
      „Dient sich Robert Habeck den englisch-sprechenden Transatlantikern an“

      Auch den deutsch-sprechenden Transatlantikern.

      Geschichtliche Details sind immer wieder interessant und Deutschlands Bündnis mit USA erklärt sich ja aus der Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg, aber die heutige Situation erklärt sich auch aus sich selbst heraus; USA will Führungsmacht bleiben → Petrodollar → Iran und wenn es so einfach wäre, hätten unsere nordamerikanischen Verbündeten schon lange Iran bombardiert.

    • Bestimmt haben die Westmächte darauf gesetzt, dass Deutschland sich mit den Sowjets auf einen Krieg einlässt und deshalb die Nazis unterstützt.
      (Der Alptraum der Amis seit Jahrzehnten: Deutschland und Russland verbünden sich zu beiderseitigem Vorteil.)
      Nach ihrem Kalkül konnten beide nur geschwächt aus diesem Kampf hervorgehen. Das hat dann im Falle der Sowjets zunächst nicht geklappt, denen der gesamte östliche Teil Mittel- und Südosteuropas zufiel. Am Ende hatte der Westen aber den längeren Atem, da man es schaffte, die SU totzurüsten. Das sozialistische Imperium war am Ende nahezu bankrott. Die DDR wurde dann dem Westen für ein Handgeld überlassen.
      Der Hauptfeind Russland ist geblieben. Wobei nun zunehmend China ins Visier der Amerikaner gerät.

  5. Trefflicher Kommentar!
    Wird der Eliten-Faschismus in Grün-Schwarzer Montur einmarschieren ?
    Beim deutschen Schlaf-Michel hängt der Futternapf offensichtlich immer noch zu tief.
    Die fetten Jahre sind vorbei, die Landung wird hart.
    Wohl bekomms !
    Mein Vorschlag zur Behebung dieses siechenden Patienten:
    Mehr Schweiz !
    Weniger Berlin !
    Brüssel und Strasburg absetzen !

    • Grün-Schwarz oder Rot- Schwarz oder andere Farbnuancen, es ist völlig egal. Wir haben keinen Faschismus aber eine Herrschaft der Plutokraten, die sich immer mehr zur Kleptokratie entwickelt. Das Parteienspektakel soll nur von den wahren Machtverhältnissen ablenken. Da kommt eine AfD auch zur rechten Zeit, mit denen wird das Farbspektrum noch bunter und man kann die Leute wunderbar gegeneinander aufstacheln, so dass sie die wahren Übeltäter übersehen. Und wenn die Wähler der Grünen glauben, mit denen in der Regierung wird sich grundsätzlich etwas ändern, dann können sie genausogut an den Weihnachtsmann glauben. Aber es mag sicher viele unheimlich beruhigen, wenn sie ein schlechtes Gewissen gegenüber der Umwelt haben, wenn sie „grün“ wählen. Sind wir nicht super fortschrittlich?

  6. Die Sicherheit der Schifffahrt ist Leuten völlig sekundär. Es geht den Habecks und Knarrenbauers allein darum, sich als „regierungsfähig“ darzustellen. Wenn es ihrer Karriere zu nützen scheint, sind sie bereit, einen Atomkrieg zu riskieren.

  7. Europa müsse „weltpolitikfähig“ werden, sagt der Grünenchef Robert Habeck. Meiner Ansicht nach biedert er sich mit diesem Spruch den Kriegsfalken im anglo-amerikanischen Bereich an. Das Oberkommando über die meisten Armeen der europäischen Länder hat nämlich immer noch die NATO und damit der US-SACEUR. Bloß: Die US-Bürger sagen: Keine US-Särge mehr aus internationalen Einsätzen – diese Botschaft wurde drüben offenbar verstanden: Die US-Bürger haben keine Lust mehr, erstens die Leben amerikanischer Soldaten für das Imperium zu opfern – und zweitens haben sie auch keine Lust mehr, die Schuld für diese Kriege auf sich zu laden. Wie gehen die Transatlantiker mit diesem Problem um? Ganz einfach: Für beides sollen künftig die „Vasallen“ zuständig sein. Und manche sind so blöd und senden Signale zum Mitmachen in dieser Richtung: Mir ist, als ob Robert Habeck folgendes Signal zu den US-amerikanischen und britischen War-Hawks sendete:

    Hört mich an, noble, transatlantische Imperial-Chefs: Ihr seid immer noch meine wahren Herren, auch wenn ich aus politischen Gründen so tun muss, als ob ich von Euch unabhängig sein wolle. Doch wenn Ihr mich zum deutschen Kanzler macht, sorge ich, Robert Habeck, dafür, dass Europa mit seinen Soldaten Eure Wirtschaftskonkurrenten und Herausforderer für Euch bekämpft – natürlich nach und nach und durch eine Politik der kleinen Schritte, so dass die Leute es nicht sofort kapieren. Ich sorge dafür, dass Ihr Europa allmählich im globalen Schachspiel als „Dame“ einsetzen könnt – zunächst gegen Iran, aber, wenn die Leute sich dann noch mehr an Militäreinsätze gewöhnt haben, auch für größere Sachen, z. B. langfristig auch gegen Russland und China.

    Das könnte meiner Ansicht nach das wahre Motiv sein für sein phrasenhaftes Geschwätz von der „Weltpolitikfähigkeit“, die Europa erringen müsse. Denn so blöd, zu glauben, Europa könne „weltpolitikfähig“ werden, ohne Zustimmung und Kontrolle der Anglo-Amerikaner, so blöd ist nicht einmal ein Habeck.

    Beim Hype um Greta Thunberg und der ganzen Klima-Hysterie der letzten Monate konnte man beobachten, wie orchestriert die transatlantische Presse und die Thinktanks zusammenarbeiten, um die Grünen hochzuhiefen: Die Klimaangst und die angeblich humane Haltung der Grünen in der Flüchtlingspolitik sollten dazu führen – und hat auch dazu geführt – dass die Grünen im Aufwind sind. Und erst jetzt, wo sie im Aufwind sind, lassen Habeck, Baerbock und Nouripour deutlicher die Katze aus dem Sack und sagen, dass sie AUCH für EU-Militärmissionen sind – aber natürlich „verantwortungsvoll“ und zur „Deeskalation beitragend“ – das sind die Phrasen, die über die wahren, machtpolitischen Motive hinwegtäuschen sollen.

    Ich denke, die Transatlantiker wollen, dass künftig die EU-Bürger für transatlantische Interessen ihr Blut geben sollen und die horrende Schuld auf sich laden sollen, die diese illegalen Imperial-Kriege mit sich bringen. Die EU soll künftig die verlogene Rolle des „Weltpolizisten“ spielen, während sie in Wirklichkeit für amerikanisch-britische und globalkonzern-mäßige Wirtschaftsinteressen ihre Soldaten und ihre Moral opfern sollen. Womöglich wurde dafür die EU von Dean Acheson und Winston Churchill sogar konzipiert. Womöglich war sie von Anfang an als Vasall gedacht.

    So haben es die alten Römer auch gemacht: Sie haben die Germanen, die sie im Römischen Reich aufgenommen hatten, dazu verpflichtet, gegen die Germanen jenseits des Imperiums zu kämpfen; und die Germanen damals waren teilweise so blöd, das auch getan zu haben. Wie es scheint, sind manche Nachfahren und Deutsche heute immer noch so blöd, für andere die Kastanien aus dem Feuer zu holen, z. B. Ischinger, Röttgen, Habeck, Baerbock und Nouripour.

    Ich fürchte, der verheerende Dritte Weltkrieg ist in gewissen transatlantischen Kreisen für den Zeitraum zwischen 2020 und 2040 veranschlagt – sie suchen nur noch nach Blöden, die ihn führen …. und denen sie hinterher die Verantwortungn dafür anlasten können.

    • Es ist Theaterdonner. Angsterzeugung bei denen, die dafür anfällig sind. Es ist nicht anzunehmen, wie bereits erwähnt, daß derzeit oder zukünftig ein großer Konflikt ausbricht, der leicht dazu ausarten könnte, daß die atomar bewaffneten Großmächte aufeinanderprallen. Denn, auch wie bereits erwähnt, das wäre ebenfalls das Ende des Geldadels.
      Während diesem Säbelgerassel, durch das eine Menge kreativer Köpfe gebunden werden, kann man dann so ziemlich jede andere Schweinerei durchziehen. Neben der Tatsache daß Rüstung immer ein Riesengeschäft in sich selbst ist.

      Auch ist die europäische Oligarchie nicht unbedingt blöd in dem Sinne, in dem sie das meinen, sondern die sind einfach ebenso habgierig, wie ihre Pendants in den Kolonien.
      Zum Plündern tut man sich eben mit Jenem zusammen, der den größten Stock hat und noch sind das die USA. Falls sich das wirklich ändern sollte und wenn sich das ändern sollte.
      Macht korrumpiert und absolute Macht, korrumpiert absolut. Deshalb ohne demokratische Einhegung, wird sich auch bei einer Verschiebung des/der Machtzentren nichts ändern:

      Kurzum: Der Weg der bürgerlichen Klasse zur politischen Macht war von Niederlagen und Rückschlägen, Fehlentwicklungen, Kapitulationen und Kompromissen gezeichnet. Und er dürfte für die Bourgeoisie weniger problematisch gewesen sein, als es der Weg der Arbeiterklasse zur sozialistischen Revolution ist. Denn eigentlich ging es nur um die Ablösung einer alten Ausbeuterordnung durch eine neue.

      Aus: Ausgabe vom 15.07.2019, Seite 15 / Politisches Buch
      »Zickzack der Geschichte«
      Ein anderer Name
      Kapitulationen und Kompromisse: Spätschriften Jürgen Kuczynskis über den schwierigen Aufstieg neuer Gesellschaftsordnungen
      Von Gerhard Feldbauer

    • Antwort an Box: Nein, ich würde es nicht als Theaterdonner abtun. Sicher, wenn sie ihre Ziele auch mit Theaterdonner erreichen könnten, dann würden sie sich damit begnügen – aber es wird eben nicht reichen. Wolfgang Effenberger hat in „Europas Verhängnis 14/18 – Die Herren des Geldes greifen zur Weltmacht“ auf S. 83 auf das, vom „U.S. Army Training and Doctrine Command“-Strategie-Papier (TRADOC 525-3-1) hingewiesen, das den Titel trägt: „Win in a Complex World 2020-2040.“ Darin wird die Beseitigung der Bedrohung durch Russland und China als Hauptziel genannt! Auch hier in der Neuen Rheinischen Zeitung ttp://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20915 geht Effenberger näher darauf ein. (h-weggelassen). Und man sollte diese Strategie-Papiere sehr ernst nehmen – denn das Vorgänger-Papier von 1994, „525-5“ beschrieb schon die vier Eskalationsstufen des Destabilisierungs-Drehbuchs und die sind in der Ukraine bereits umgesetzt worden.

    • Ja, aber Pläne überdauern auch nie den ersten Feindkontakt. Es gibt Züge und es gibt Gegenzüge. Die Neuordnung des nahen und mittleren Ostens, laut Plan, hat auch nicht ganz funktioniert.
      Einerlei, es bleibt ein Mix aus rüsten und drohen, Subversion, Embargo, militärisch, wirtschaftlich, was auch immer, im Kampf um Anteile am herrschaftlichen Profit.
      Und hier wie dort sind die Leidtragenden, die per Geburtsrecht, Verdammten dieser Erde. Manche mehr verdammt als Andere.

      Ee bleibt das Argument der Atomwaffen. Wozu der ganze Spass, wenn man sich am Ende selbstmordet?

      Auch sehr von Interesse, ist der permanente Ausbau des Kontrollapparats gegenüber der möglichen Dissidenz der eigenen Bevölkerung. Wofür auch ein hochgerüstetes Militär und eine hochgerüstete Polizei recht gut geeignet ist, falls mal dissidiert wird.
      Und permanent werden neue Gesetze geschaffen die das verrechtlichen sollen, also die Kontrolle und Unterdrückung. Das neben dem was sonst so an Kriminalität verrechtlicht wird.
      Und es wird weiter auf Teufel komm raus privatisiert, so daß bald jedem noch die letzte Luft zum Atmen genommen wird. Sie gehen mit Frust wegen Eintönigkeit und Überlastung zur Arbeit. Mitsprache gibt es ohnehin nicht.

      Verstehen sie, mit welchen Problemen die meisten Menschen alltäglich konfrontiert sind, von denen nun einige genannt wurden? Es erstaunt mich nicht im Geringsten daß eine Friedensbewegung, mit einem sehr überschaubaren Spektrum, nicht zündet.

      Es bleibt der ursprüngliche Konflikt, ganz so wie es auch Herr Mausfeld formulierte, „der Mensch will frei sein.“ Dies kann er nur mit entsprechender Teilhabe in einer Gemeinschaft. Da aber der Kapitalismus immer entfesselter Teilhabe exklusiv bei Wenigen konzentriert, die Demokratie explizit ausschließt, kann man noch so feste die Augen verschließen, das Ende ist absehbar. Die menschliche Psyche, manche mehr, manche weniger, kann so Manches, aber nicht Alles ertragen. Auch der Globus, kann so Manches, aber nicht Alles ertragen.

      Während die Technologie vor allem im „Sicherheitsbereich“ weiter voranschreitet, degeneriert die Soziologie zusehends, auf allen Ebenen.

  8. Ein Jammer das mit der Sowjetunion … diesen mit dem Schwert, den Anderen mit dem Kuss. Dazu ein Zitat, daß sich so in englischer Sprache auf der Seite „Russia Insider“ findet:

    Sinowjew sagte oft, dass man nach Gorbatschows Verhalten nicht ausschließen könne, dass er für den Westen arbeite, aber dass es letztendlich nicht wirklich wichtig sei, weil das, was er getan habe, genau den Interessen des Westens diene.
    (…)
    Sinowjew wurde oft als Dissident bezeichnet, aber er hat sich nie als solchen gesehen. Er war ein Kritiker des Sowjetsystems, aber er war nicht sein Feind.

    In seinen späteren Jahren wiederholte er oft, dass er, wenn er gewusst hätte, was für ein schreckliches Schicksal die UdSSR erwartet, kein einziges kritisches Buch oder einen Artikel darüber geschrieben hätte.

    Alexander Alexandrowitsch Sinowjew (Russischer Philosoph, Autor, Soziologe und Journalist)

  9. Leider haben die geschichtslosen und heute gesichtslosen Grünen mit Zustimmung und Propaganda für -und seit dem Jugoslawien Krieg bittere Geschichte geschrieben. Seit der Liquidierung von Petra Kelly und Gerd Bastian im NSU Selbstmord Stil ist von grünen Blättern nur zu erwarten was man vom Verlauf der Geschichte schon kennt: Erst werden sie grün-gelb, dann gelb und letztendlich kommt auch die braune Farbe (die schon immer vorhanden war) zum Vorschein.

    Zitat:

    “ Petra Kelly und Gert Bastian wenden sich gegen die NATO-Nachrüstung. Petra Kelly hält – wie die anderen ‚Grünen‘ Bundestagsabgeordneten – am 22. November 1983 eine Rede im Deutschen Bundestag, in der sie u.a. sagt: „Sie sind immer auf dem Sprung, die Vereinigten Staaten als selbst ernannter Weltpolizist. So war es 1898, 1899, 1918, 1954 in Guatemala, und 1958 im Libanon, 1965 in der Dominikanischen Republik. Doch die Geschichte ist nicht neu. Doch Atomwaffen, so versichern Bundeswehrgeneräle, sind für uns keine Kriegführungswaffen. Die Amerikaner sehen das anders. In der Dienstvorschrift des US Heeres FM 100/5… ist der frühzeitige und zahlreiche Einsatz von nuklearen Gefechtsfeldwaffen vorgesehen… Wir, die Friedensbewegung, sind nicht bereit, Massenmörder zu werden, um das Konzept der atomaren Abschreckung glaubwürdig zu machen.“

    Quelle: arbeiterfotografie.com/politische-morde/index-1992-10-01-petra-kelly-gert-bastian.html

    Nach so einer Ansage konnten die Spezialisten (wie beim Kennedy Mord) sicher ihrem Handwerk nachgehen. Was Martin Luther King für die USA als Hoffungsträger war, das war die ebenso charismatische Perta Kelly als Gründerin der einst frühlingsgrünen Partei in Deutschland.

  10. Tja eine Frage ist doch auch, wer die Grünen wählt?
    Umweltengagierte Menschen vielleicht, vielleicht aber auch nicht, Kohlekraftwerke, Dieselgate oder gar Krieg sind nicht so gut für die Umwelt.
    Friedensbewegte Menschen wählen die schonmal gleich gar nicht …
    Also vielleicht ehemalige SPD- und ehemalige CDU-Wähler?
    Die wären damit praktisch im gleichen geistigen Koma verblieben.

    • Aus aktuellem Anlaß, da Herr Ploppa am Samstag explizit auf den Wald verwies. Auch passend zum „grünen“ Wachstum:

      Und auch die aufgeheizte Debatte um die Rodung des Hambacher Forstes warf ein schlechtes Licht auf die Grünen, die 2014, als sie der Regierung NRWs angehörten, in einer Abmachung mit den sozialdemokratischen Koalitionspartnern grünes Licht für die Rodung gaben. 2016 beschlossen die Grünen in Person dreier Landesminister die Rodung dann endgültig – schon damals gegen den Bürgerwillen. Hier wurde von den Grünen eine politische Entscheidung mitgetroffen, die die Interessen der Braunkohle-Konzerne bediente und dafür ein Jahrhunderte altes Habitat opferte.

      Aus:
      Mittwoch, 23. Januar 2019, 13:00 Uhr
      ~9 Minuten Lesezeit
      Die Öko-Heuchler
      Die Querfront-Vorwürfe der Grünen gegen andere offenbaren eine peinliche Doppelmoral.
      von Nicolas Riedl
      (Rubikon)

      Sie sehen es geht um Kohle und das im doppelten Wortsinn.

      Und hier:
      Der Feind meines Feindes … die merkwürdige Symbiose zwischen Grünen und AfD
      Ein Artikel von: Jens Berger

      Die Grünen haben es erfolgreich geschafft, sich selbst in der Öffentlichkeit als eine Art Antithese zur AfD darzustellen. Grüne und AfD – das ist mittlerweile fast ein symbiotisches Verhältnis. Die Einen profitieren von der Angst vor Fremden, die Anderen von der Angst vor Fremdenfeindlichkeit. Die Einen haben Angst vor Deutschtümelei, die Anderen vor Multikulti. Die Einen befürchten, dass „der kleine Mann“ die Zeche für den Klimaschutz bezahlen muss, den Anderen kann es bei diesem Thema nicht schnell genug gehen. Zwei Welten prallen aufeinander und die politische Debatte wir immer aufgeladener. Wer die Grünen aus progressiver Perspektive heraus kritisiert, läuft heute sogar Gefahr, als „Erfüllungsgehilfe“ der AfD zu gelten. Klar, wer gegen die „Guten“ ist, muss Teil des „Bösen“ sein. Das ist natürlich unterkomplex, aber in einer Zeit des Lagerdenkens und der Querfronthysterie durchaus wirkungsvoll.
      (…)
      Sowohl Grüne als auch AfD sind im Kern marktliberal und stehen – wenn auch mit unterschiedlichen Facetten – für die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte. Wären sozialpolitische oder wirtschaftspolitische Themen die „Trendthemen“ der Talkshows, würde die Symbiose zwischen den Grünen und der AfD längst nicht so gut funktionieren. Wenn es beispielsweise um Verteilungsgerechtigkeit ginge, käme es wohl noch nicht einmal zu einem Streit zwischen den beiden Parteien, da man im Großen und Ganzen ohnehin den Status quo eigentlich ganz gut findet.
      (…)
      Es ist ja ohnehin nicht so, dass AfD und Grüne um eine ähnliche Klientel buhlen würden. Die Symbiose dieser Parteien funktioniert anders. Wichtig wäre es, die Symbiose zu zerschlagen. Doch dafür müsste man bei den „Trendthemen“ auch einmal Zwischentöne zulassen und sich um Differenziertheit bemühen und vor allem die Themen wieder aufs Tableau holen, die gerne ignoriert werden und zentral sind. Denn ohne die Soziale Frage in den Mittelpunkt zu stellen, brauchen wir über Migration und Klimaschutz gar nicht zu debattieren.
      (NachDenkSeiten)

      Also das nur, wenn man meint, daß man auf das parlamentarische Scheingefecht Einfluß nehmen könnte und das über den Parlamentarismus?

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