KenFM im Gespräch mit: Karin Leukefeld über den Status Quo in Syrien

Syrien ist geopolitisch viel zu wichtig, als es den Syrern zu überlassen. Es ging nie um Assad, so wie es nie um Massenvernichtungswaffen im Irak ging. Die gesamte Region hat schlicht das Pech, dass sie schon immer die Begehrlichkeiten des gerade herrschenden Imperiums weckte.

Man muss Syrien als Teil eines Domino-Spiels erkennen, dessen andere Steine seit dem 11. September 2001 schon zu Fall gebracht wurden. Afghanistan, Irak, Libyen wurden bereits im Vorfeld in die Steinzeit zurück gebombt. Das dabei bewusst erzeugte Chaos hilft vor allem den Industrienationen, billig an den Rohstoff Nr. 1 heran zu kommen. Erdöl.

Wer Syrien kontrolliert, schlägt aber weitere Fliegen mit einer Klappe. In Syrien laufen diverse Pipelines auf, die Gas und Öl aus Russland und dem Iran Richtung Europa schleusen. Der Krieg gegen Syrien ist also vor allem ein Krieg gegen ein wieder erstarktes Russland und gegen die aufstrebende Regionalmacht Iran. Wer hat Interesse an dieser Behinderung?

Allen voran die USA, die mit der Zerschlagung Syriens auch den syrisch-russischen Militärhafen Tartus unter ihre Kontrolle bringen wollen. Tartus und das auf der Krim liegende Sevastopol bilden eine Einheit. Das Spiel der NATO ist offensichtlich, es fehlt den Strategen in Washington an der Fähigkeit zu Tarnen und zu Täuschen.

Der zweite große Strippenzieher in Syrien heißt Saudi-Arabien. Das Land ist der Terrorpate Nr. 1 der Region und stellte den größten Teil der Personen, die offiziell für den 11. September 2001 verantwortlich gewesen sein sollen. Allen voran Osama Bin Laden, dessen Familie bis heute enge Kontakte zur Bush-Familie pflegt. Saudi-Arabien ist offizieller Sponsor für mehr Demokratie in Damaskus! Ein Treppenwitz.

Aber auch Israel wäre mehr als glücklich, wenn Syrien endlich in seine Bestandteile zerlegt werden würde. Dann könnte die Besatzungsmacht Israel die seinerzeit erbeuteten Golanhöhen final behalten. Hier geht es vor allem um Wasser.

Kommen wir nach Deutschland.

Kaum bekannt ist, dass die wiedervereinigte BRD bei der Zerschlagung Syriens eine erhebliche Rolle spielt. Der sogenannte Perthes-Feldman-Plan ist ein schon vor Jahren beschlossener Deal, der zum Ziel hat, Syrien in bewährtem Kolonialstil aufzuteilen und die Bevölkerung als Konkursmasse zu verwerten.

Umgesetzt wird dieser Plan vom Think-Tank SWP, der „Stiftung Wissenschaft und Politik“. Der Kopf dieses US-Werkzeuges, das mit deutschen Steuergeldern finanziert wird, ist Volker Perthes. Perthes ist mehr als ein „Berater“. Er hatte seinerzeit die Idee, mit dem Computer-Virus Stuxnet das iranische Atomprogramm zu sabotieren. Damit beteiligte sich ein deutscher Berater der Bundesregierung an der verdeckten Kriegsführung der USA gegen ein Land, das zur BRD immer ein gutes Verhältnis hatte. Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen? Pustekuchen, wie wir seit 1999 wissen.

Perthes ist eine Art Parteisoldat der CIA und arbeitet seit 2005 an der Zerschlagung Syriens. Perthes Herrchen, Jeffrey D. Feldman, war bis 2012 Nahost-Verantwortlicher im US-Außenministerium und arbeitet heute als die Nr. 2 hinter Ban Ki-Moon in einer UNO, die man als vollständig von den USA unterwandert bezeichnen muss. Abhören ist da noch die lässigste Methode, um seine Ziele durchzusetzen. Oligarchen-Demokratie, sprich Wirtschaftsfaschismus.

Dass die Rechnung in Syrien bisher nicht aufging, ist dem Umstand geschuldet, dass die US-Erfindung ISIS sich verselbständigt hat, und die Russen Damaskus militärisch massiv unterstützen. Nur wer bereit wäre, Bodentruppen im großen Stil zu entsenden, kann das Blatt für sich wenden.

Während NATO und Russland auf Bombenteppiche setzen, um die jeweils andere Seite in Schach zu halten, planen die Geostrategen des Pentagon mittelfristig die Entvölkerung Syriens. Jeder Syrer, der das Land verlässt und die Grenzen Europas überschreitet, schwächt Assad. Das Land blutet aus.

Die parallel entstehenden Spannungen in Europa helfen den USA dabei, den Kontinent untereinander aufzubringen. Wer nicht mitspielt, bekommt so lange Besuch, bis er einknickt. Wer dagegen mitspielt, dem winkt eine fette Beute in Syrien. Das erklärt die „Wir-schaffen-das“-Politik von Angela Merkel. Die Frau arbeitet ihren Teil des Perthes-Feldman-Plans solide ab. Sie ist eine Marionette und wird dafür womöglich mit einem Job in der UNO belohnt. Wetten, dass?

KenFM sprach mit der ausgewiesenen Syrienkennerin Karin Leukefeld, die mit ihrem Buch „Flächenbrand“ ein Werk vorgelegt hat, das nicht zufällig von den Mainstream-Medien komplett ignoriert wird.

Leukefelds Aussagen sind wie eine Handgranate in einem Munitionslager. Das Ende des Informationsmonopols macht es möglich, dass diese ihre Informationen dennoch die Chance haben, die Massen zu erreichen.

+++

KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

 

62 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Karin Leukefeld über den Status Quo in Syrien

  1. Wir haben den Film eben auch gesehen. Ich bin sprachlos, habe geweint. Warum lässt man denn ums Himmels Willen diese Geschöpfe noch extra überleben? Sie leiden doch nur noch entsetzlich und haben doch gar keine Überlebenschance mehr! Ich würde das als Mutter gar nicht erlauben, dass etwas von mir so zur Welt gebrachtes auch noch so furchtbar weiterleiden muss! Was soll das? Werden die aus untersuchungswissenschaftlichen Gründen noch am Leben gehalten oder wofür? Wie kann man eigentlich bei solchen Bildern noch hoffen, dass die Menschheit insgesamt eine Kehrtwende vollbringt? Anscheinend ist das gesamte Erbgut unserer Art schon seit zigtausenden von Jahren geschädigt, so lange schon wie das Kriegeführen und das gesamte Blutvergiessen als selbstverständlich und zu unserer Lebensführung dazugehörig gilt! Gewalt und der Glaube daran ist die Krankheit am Menschen, die entweder jetzt endlich überwunden wird, oder zum Aussterben führt. Amen.

    • Ich würde das als Mutter gar nicht erlauben, dass etwas von mir so zur Welt gebrachtes auch noch so furchtbar weiterleiden muss!

      Der Mutter wird nicht zu erlauben erlaubt. Dem Vater auch nicht. Und dem Arzt auch nicht.

      Werden die aus untersuchungswissenschaftlichen Gründen noch am Leben gehalten oder wofür?

      Ich vermute, dass das über Menschenwürde zu Recht gemacht wird.

  2. Ein bewundernswerter Mensch, diese Karin Leukefeld. In ihrer sanften Bescheidenheit und Besonnenheit macht sie in ihrem ungeheurem Wissen über alles mit ihrem unverbrüchlichen Glauben an den Sieg des Guten und Friedliebenden im Menschen tatsächlich noch Hoffnung!
    Ganz erstaunlich!
    Witzig, spritzig und treffend Ken Jebsen mit seinen blitzartigen Einwürfen. Wenn irgendwo eine Lawine runterkommt, kann ich ja nicht trotzdem da lang gehen, bloss weil ich das Wort Lawine nicht ausspreche. Den Witz muss ich mir merken!
    Den Film wollen wir uns ansehen, aber erstmal Luft holen – bis morgen. Ich fürchte jetzt auch schon manchmal, dass ich irgendwann nicht nur das Wort Lawine nichtmehr aussprechen, sondern gar nichtmehr daran denken, nichtmehr hinsehen kann, wo sie runterkommt. Wie lange halten wir diese ganzen Gewalttaten und ihre Lügen und Perversionen denn überhaupt noch aus? Was mich nicht umbringt, macht mich stärker? Oder wie? Ich weiß manchmal nichtmehr….

  3. Ich habe den Film gesehen. Danke dafür!
    Die Bilder von den beschädigten und gerade noch lebenden Kindern führen auch bei mir zu emotionaler Belastung. Das hält mich aber nicht davon ab, wieder zu rechnen.
    In Basra leben zwei Millionen Menschen, und es wird dort etwa 60000 Geburten pro Jahr geben. Die 250 Kinder, die jedes Jahr neu erkranken, müssen in diesen Zusammenhang gesehen werden. Von 180 Kindern ist eins krank.
    Außerdem treten die Krankheiten nicht zufällig auf. Es gibt Menschen, die so beschädigt worden sind, dass ihre Nachkommen krank sind.
    Die Menschen dort haben das gleiche Problem wie die Japaner mit den Hibakusha. Ob sie auch die gleichen Konsequenzen wie die Japaner ziehen?

    • Der Film ist in der ARD Mediathek nur von 20.00-06.00 Uhr zu sehen. Der Film sei für Jugendliche unter 12 Jahren nicht geeignet …

      Was für eine Ironie sich hinter diesen Zeilen verbirgt. KEIN Krieg ist für irgend ein Lebenwesen, egal welchen Alters, geeignet.

      Wer ihn aber trotzdem zwischen 06.01-19.59 Uhr oder später, wenn er nicht mehr in der Mediathek geschaltet ist, sehen will kann das schon bei YouTube tun, voila:

      https://www.youtube.com/watch?v=3bfOa51pHP8

  4. Was ich da gerade lese, ist echt starker Tobak. Wenn auch nur die Hälfte davon stimmt, dürfte das wohl auch – aber nicht nur – für Frau Leukefeld anlaß zu weiteren Recherchen sein. Auch eine Verbindung Türkei – Syrien – Maidan – Krim wird aufgezeigt.

    Das erklärt auch den Antrag der süßen Natalia (Staatsanwältin Krim) „die Tätigkeit des Medschlis, der Vertretung der Krimtataren, zu verbieten und ihn in Russland als extremistische Organisation anzuerkennen.“
    http://de.sputniknews.com/gesellschaft/20160303/308232345/verbot-krimtataren-vertretung.html

    Der folgende lange Bericht, liest sich wie ein internationaler Politkrimi.

    Wie die Türkei die Dschihadisten unterstützt
    von Thierry Meyssan

    Russland hat die Frage nach der Zukunft der Türkei aufgeworfen, als es dem Sicherheitsrat einen Geheimdienstbericht über die Aktivitäten dieses Landes zur Unterstützung der Dschihadisten übergab. Das Dokument umfasst etwa zehn Enthüllungen, die die Umtriebe des MIT in Zweifel stellen. Das Problem dabei ist, dass jede der genannten Operationen auf andere Operationen verweist, bei denen dieselben Akteure zusammen mit den Vereinigten Staaten oder ihren Alliierten gegen Russland gearbeitet haben. Diese Informationen addieren sich zu jenen, die über die persönlichen Verbindungen von Präsident Erdoğan zu dem Banker von al-Qaida und über die Hehlerei seines Sohnes von dem durch Daesh gestohlenen Öl bereits verfügbar sind.

    Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 22. Februar 2016

    Russland hat den Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates einen Geheimdienstbericht über die Aktivitäten der Türkei zugunsten der Dschihadisten vorgelegt, die in Syrien im Einsatz sind [1]. Dieses Dokument liefert zehn Tatbestände, die jeder für sich gegen eine oder mehrere Resolutionen des Rates verstoßen.

    Damit stellt Russland den Rat vor seine Verantwortlichkeit und im weiteren Sinne auch einige andere zwischenstaatliche Organisationen. Rechtlich gesehen müsste der Rat die Beweise für diese Behauptungen verlangen und die Türkei zu Erklärungen vorladen. Im Fall, dass sich die Schuldhaftigkeit der Türkei herausstellt, müsste er über Sanktionen entscheiden, die nach Kapitel VII der Charta vorzunehmen sind, das heißt unter Anwendung auf Gewalt. Die Organisation des Nordatlantikpakts und die Organisation für Islamische Zusammenarbeit müssten ihrerseits diesen Staat aus ihren Reihen ausschließen, während die Europäische Union die Beitrittsverhandlungen beenden müsste.

    Indessen zeigt die aufmerksame Lektüre des russischen Geheimdienstberichtes, dass die vorgebrachten Tatbestände geeignet sind, noch ganz andere Themen zu eröffnen und andere Mächte zu beschuldigen. Damit ist es eher wahrscheinlich, dass dieser Bericht nicht öffentlich dikutiert wird, sondern dass man die Zukunft der Türkei hinter verschlossenen Türen verhandelt.
    Der Fall Mahdi al-Harati

    Der 1973 in Libyen geborene Mahdi al-Harati emigrierte nach Irland und gründete dort eine Familie.

    Im Mai 2010 ist er mit an Bord der Mavi Marmara, des Flaggschiffs der „Flottille der Freiheit“, die von der türkischen nichtstaatlichen IHH organisiert wurde, um humanitäre Hilfsgüter nach Gaza zu liefern. Die Schiffe werden auf dem offenen Meer von der israelischen Armee gekapert, was einen internationalen Skandal auslöst. Die Passagiere werden von der Tsahal entführt, in Israel eingesperrt, schließlich befreit [2]. Recep Tayyip Erdoğan, damals Ministerpräsident, begibt sich in ein Krankenhaus, um die verwundeten Aktivisten aufzumuntern. Sein Kabinett verteilt ein Foto, auf dem einer von ihnen Erdoğan wie seinen Vater umarmt. Es soll sich um einen türkisch-irischen El Mehdi El Hamid El Hamid handeln, in Wahrheit ist es der libysch-irische Mahdi al-Harati.

    JPEG – 21.9 kB

    Im Juli 2011 wird in sein Haus in Rathkeale (Irland) eingebrochen. Seine Lebensgefährtin Eftaima al-Najar benachrichtigt die Polizei und erklärt, dass die Diebe wertvolle ägyptische und libysche Edelsteine und 200.000 Euro in 500er Banknoten geraubt haben. Bei der telefonischen Kontaktaufnahme bestätigt Mahdi-al-Harati der Polizei, dass er Amtspersonen aus Katar, Frankreich und den Vereinigten Staaten getroffen und diese Summe von der CIA erhalten habe, um beim Sturz Muammar al-Gaddafis zu helfen [3]. Er kommt zu einem späteren Zeitpunkt, als der libysche Widerstand sich dieser Sache annimmt, auf seine ersten Erklärungen zurück [4].

    Im August 2011 kommandiert er die Tripoli-Brigade – in der auch sein Schwager Hosam al-Najjair Mitglied ist –, eine al-Qaida-Einheit unter Supervision von französischen Legionären, die von der Nato beschuldigt wird, das Hotel Rixos eingenommen zu haben [5]. Offiziell ist dies Hotel ein internationales Pressezentrum, aber die Allianz ist durch den türkischen Erbauer des Hauses darüber informiert worden, dass es über ein eingerichtetes, von außen erreichbares Untergeschoss verfügt, in das sich verschiedene Mitglieder der Familie Gaddafi und Beamte der Dschamahirija geflüchtet haben. Einige Tage lang schlägt er sich mit den Franzosen gegen die Soldaten von Khamis Gaddafi [6].

    Im September 2011 ernennt ihn die Nato zum Stellvertreter von Abdelhakim Belhaj, dem historischen al-Qaida-Führer, der „Militärgouverneur von Tripolis“ geworden ist [7]. Angeblich infolge einer Meinungsverschiedenheit mit Belhaj tritt er am 11. Oktober zurück [8].

    Dennoch kommandiert er im November 2011 an der Seite von Abdelhakim Belhaj eine Gruppe von 600 bis 1.500 al-Qaida-Dschihadisten in Libyen – früher zur Gruppe der in Libyen kämpfenden Islamischen Gruppe gehörig –, die als Flüchtlinge registriert sind und in der Verantwortung von Ian Martin, dem ehemaligen Generalsekretär der Fabian Society und von Amnesty International, der zum Sonderbeauftragten von Ban Ki-moon geworden ist, über das Meer in die Türkei transportiert werden.

    Nach der Ankunft in der Türkei werden die Dschihadisten per Bus in Begleitung des MIT (türkischer Geheimdienst) nach Syrien überführt. Sie richten sich in Jabal al-Zouia ein, wo sie im Auftrag Frankreichs die Freie Syrische Armee (FSA) ins Leben rufen. Fast zwei Monate lang empfangen Abdelhakim Belhaj und Mahdi al-Harati dort alle westlichen Journalisten, die auf dem Weg über die Türkei über das Ereignis zu berichten versuchen, in einem zum „Potemkinschen Dorf“ umgewandelten Ort [9]. Das Kabinett von Ministerpräsident Erdoğan setzt sie in Verbindung mit Schleppern, von denen sie per Auto nach Jabal al-Zouia gebracht werden. Dort sehen sie mit eigenen Augen Tausende von Menschen „gegen die Diktatur von Baschar al-Assad und für die Demokratie“ demonstrieren. Sehr angetan schlussfolgert die westliche Presse auf die Revolution, bis ein Journalist der spanischen Tageszeitung ABC, Daniel Iriarte, merkt, dass die Mehrheit der Demonstranten keine Syrer sind, und ihre libyschen Chefs Abdelhakim Belhaj und Mahdi al-Harati erkennt [10]. Es spielt keine Rolle mehr, das Spektakel der Brigade „Falken der Levante“ (Suqour al-Sham Brigade) hat seinen Eindruck gemacht. Der Mythos einer FSA, die aus „Deserteuren der Syrischen Arabischen Armee“ besteht, ist in die Welt gesetzt und die Journalisten, die ihn verbreitet haben, werden nie eingestehen, dass sie zum Narren gehalten worden sind.

    Im September 2012 kommt Mahdi al-Harati aus gesundheitlichen Gründen wieder nach Libyen – nicht ohne zuvor mit seinem Schwager eine neue dschihadistische Gruppe aufgebaut zu haben: Liwa al-Umma (Brigade der Umma) [11].

    Im März 2014 begleitet Mahdi al-Harati eine neue Gruppe von libyschen Dschihadisten, die über das Meer in die Türkei einreisen. Dem Bericht des russischen Geheimdienstes zufolge wird sie von der Nummer 2 des Regimes, Hakan Fidan, dem Chef des MIT (türkischer Geheimdienst) übernommen, der soeben in seinen Aufgabenbereich zurückgekehrt ist. Über den Grenzübergang von Barsai gelangen sie zu Daesh. Diese Entscheidung ist die Folge des in Washington von der Nationalen Sicherheitsberaterin Susan Rice organisierten Treffens mit den Geheimdienst-Chefs der Golfregion und der Türkei, um ihnen die Betreibung des Krieges gegen Syrien anzuvertrauen, angeblich ohne al-Qaida und Daesh verwenden zu müssen [12].

    Im August 2014 wird Mahdi al-Harati mit Hilfe Katars, des Sudan und der Türkei zum Bürgermeister von Tripolis „gewählt“. Er untersteht der von den Muslimbrüdern beherrschten Regierung von Tripolis und lehnt die von Tobruk, die von Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wird, ab.

    Der Werdegang von Mahdi al-Harati belegt die Verbindungen zwischen al-Qaida in Libyen, der Freien Syrischen Armee, Daesh und den Muslimbrüdern und macht die Theorie von der demokratischen Revolution in Syrien vollständig zunichte. Er zeigt auch die Unterstützung, die dieses Netzwerk von Seiten der USA, Frankreichs und der Türkei genossen hat.

    Der Transfer von Daesh-Kämpfern aus Syrien in den Jemen

    Der Geheimdienstbericht enthüllt, dass die türkischen Geheimdienste die Überführung von Daesh-Kämpfern von Syrien in Richtung Jemen organisiert haben. Je nach Fall sollen sie per Flugzeug oder per Schiff nach Aden gebracht worden sein.

    Diese Anschuldigung war schon am 27. Oktober 2015 durch den Sprecher der Syrischen Arabischen Armee, General Ali Mayhub, formuliert worden. Ihm zufolge hatte der türkische MIT mindestens 500 Dschihadisten geholfen, in den Jemen zu gelangen. Sie waren mit zwei Flugzeugen der Turkish Airlines, einem der Qatar Airways und einem der Emirate abgeflogen. In Aden angekommen wurden die Dschihadisten in drei Gruppen aufgeteilt, die erste machte sich auf den Weg zur Meeresenge von Bab el-Mandeb, die zweite nach Marib und die dritte wurde nach Saudi-Arabien geschickt.

    Diese Information, die in den arabischen prosyrischen Medien weitgehend verbreitet worden war, wurde von der westlichen Presse ignoriert. Auf jemenitischer Seite bestätigte General Sharaf Luqman, der Sprecher des Militärs, das dem ehemaligen Präsidenten Saleh treu geblieben war, die syrische Anschuldigung und fügte hinzu, dass die Dschihadisten von Blackwater-Academi-Söldnern in Empfang genommen wurden.

    Der Transport der Kämpfer von einer Einsatzbühne zur nächsten bestätigt die Koordination der Operationen in Syrien und im Jemen. Er belastet die Türkei, Katar, die Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Blackwater-Academi.

    Das „Tatarendorf“

    Der russische Geheimdienstbericht erinnert auch an den Fall des „Tatarendorfes“, eine tatarische ethnische Gruppe, die ursprünglich in Antalya ihre Basis hatte, dann durch den MIT weiter nach Norden, nach Eskişehir umgesiedelt wurde. Obwohl er angibt, dass sie aus al-Qaida-Kämpfern bestand und den islamistischen Kämpfern in Syrien half, erklärt er nicht, warum diese Gruppe in größerer Entfernung von Syrien platziert wurde, noch was genau ihre Aktivitäten waren.

    Die Tataren bilden die zweite russische Minderheit, sehr selten sind unter ihnen Anhänger der dschihadistischen Ideologie der Muslimbrüder oder der Hizb-ut-Tahrir.
    – Dennoch haben im März 2012 arabische Islamisten aus Tatarstan eine Ausstellung über Syrien als „Wiege der Kultur“ im Museum von Kasan angegriffen. Kurze Zeit später, am 5. August 2012, versammelten sich arabische und zugleich tatarische Dschihadisten inklusive Vertreter von al-Qaida heimlich in Kasan.
    – Im Dezember 2013 verlassen pantürkische tatarische Dschihadisten der Bewegung Azatlyk (Freiheit) den syrischen Schauplatz, um in die Ukraine zu gelangen und dort auf dem Maidan-Platz in Erwartung eines Staatsstreichs den Ordnerdienst zu sichern; hingegen demonstrieren andere Aktivisten derselben Organisation in Kasan.
    – Am 1. August 2015 wird in Ankara mit Unterstützung und Teilnahme der ukrainischen und der türkischen Regierung ein Weltkongress der Tataren organisiert. Den Vorsitz hat der berühmte CIA-Agent aus der Zeit des Kalten Krieges, Mustafa Djemilev; beschlossen wird die Gründung einer „internationalen moslemischen Brigade“, um die Krim zu „befreien“. Djemilev wird sofort durch Präsident Recep Tayyip Erdoğan offiziell empfangen [13]. Die Brigade verfügt über eine Einrichtung in Cherson (Ukraine). Sie organisiert verschiedene Sabotageakte auf der Krim, unter anderem einen Riesenstromausfall (Unterbrechung von der Ukraine aus), und macht sich dann, weil es ihr nicht gelingt, massenhaft nach Russland einzureisen, an die Verstärkung der ukrainischen Truppen im Donbass.

    Wenn der Sicherheitsrat sich daransetzte, die Frage des „Tatarendorfes“ näher zu untersuchen, würde er feststellen, dass die Vereinigten Staaten, die Türkei und die Ukraine die tatarischen Dschihadisten in Syrien, auf der Krim und in Tatarstan einschließlich der Mitglieder von al-Qaida und Daesh sponsern.

    Die Turkmenen der Brigade Sultan Abdülhamid

    Zwar hat die Türkei nicht den kleinen Finger erhoben, um den irakischen Turkmenen zu helfen, als sie von Daesh massakriert wurden, aber sie hat sich auf die syrischen Turkmenen gegen die Arabische Republik Syrien gestützt. Sie sind von den „Grauen Wölfen“ aufgestellt, einer paramilitärischen türkischen politischen Partei, die historisch mit den Geheimdiensten der Nato im Kampf gegen den Kommunismus verbunden war („Gladio“). Zum Beispiel sind sie diejenigen, die 1981 den Mordversuch an Papst Johannes Paul II. organisiert haben [14]. Die Grauen Wölfe sind in Europa präsent, insbesondere inmitten der belgischen Sozialdemokraten und der niederländischen Sozialisten. Sie haben eine europäische Anlaufstelle in Frankfurt eingerichtet. In Wahrheit sind sie für sich genommen keine Partei, sondern bilden den paramilitärischen Arm der Partei der Nationalistischen Bewegung MHP (Milliyetçi Hareket Partisi).

    Die turkmenischen Brigaden organisieren mit dem MIT die Plünderung der Fabriken von Aleppo. Türkische Fachleute kommen, um die Werkzeugmaschinen abzubauen, die in die Türkei befördert und dort wieder aufgebaut werden. Gleichzeitig besetzen sie das Grenzgebiet der Türkei, wo die MIT Trainingslager für die Dschihadisten einrichtet und kontrolliert.

    Im November 2015 ist es der Star der syrischen Turkmenen, der Türke Alparslan Çelik – Mitglied der Grauen Wölfe und einer der Kommandanten der Brigade Sultan Abdülhamid –, der den Befehl gibt, die beiden Piloten der Suchoi Su-24 abzuschießen, die gerade durch die türkische Jagd mit Hilfe des saudischen AWACS zerstört worden war. Einer der beiden wird in der Tat hingerichtet.

    Es trifft sich, dass die Grauen Wölfe 1995 zusammen mit der türkisch-US-amerikanischen Immobilienfirma Celebiler Insaat (die Hillary Clintons Wahlkampagnen finanziert) eine ausgedehnte Anwerbung von 10.000 Dschihadisten für den Kampf in Tschetschenien unternommen hatten. Ein Trainingsstützpunkt war in dem Studentenwohnheim Top Kopa in Istanbul eingerichtet worden. Einer der Söhne von General Dschochar Dudajew leitete den Transfer an der Seite des MIT von der Türkei über Aserbaidschan.

    Der russische Geheimdienstbericht deckt auf, dass der MIT die Brigade Sultan Abdülhamid – die die wichtigsten turkmenischen Milizen zusammenfasst – gegründet hat und dass er ihre Mitglieder auf der Basis Bayır-Bucak unter der Leitung von Ausbildern der Sondereinsatzkräfte des Generalstabs der türkischen Armee und von Agenten des MIT aufstellte. Er führt aus, dass die turkmenische Brigade mit al-Qaida zusammenarbeitet.

    Jede etwas tiefgründigere Nachforschung würde den Sicherheitsrat dazu bringen, alte Kriminalakten wieder zu öffen und die Verbindungen zwischen der Brigade Sultan Abdülhamid , den Grauen Wölfen, der Türkei, den Vereinigten Staaten und al-Qaida festzustellen.

    IHH und İmkander

    Der russische Geheimdienstbericht enthüllt die Rolle von drei humanitären türkischen NGOs (Nichtregierungsorganisationen) bei der Lieferung von Waffen an Dschihadisten: IHH, İmkander und Öncü Nesil. Die Schlusserklärung der Unterstützungsgruppe für Syrien (ISSG), die am 11. und 12. Februar in München zusammenkam, scheint diese Anschuldigung zu bestätigen, denn sie setzt fest, dass ab jetzt die Vereinigten Staaten und Russland darüber wachen, dass die Hilfskonvois nach Syrien nur humanitäre Hilfsgüter transportieren. Bis dahin hatten die Regierung in Damaskus und die Presse diesen NGOs immer wieder die Unterstützung der Dschihadisten vorgeworfen, aber man hörte nicht auf sie. Im September 2012 transportierte ein von der IHH gecharterter Frachtflug auf Rechnung der Muslimbrüder Waffen nach Syrien [15].

    Ich kenne nur die beiden ersten der genannten Organisationen.

    Die IHH ist eine Vereinigung, die von der türkischen Wohlfahrtspartei (Refah) von Necmettin Erbakan gegründet und angeregt wurde, aber nicht in satzungsmäßiger oder organischer Verbindung mit ihr steht. Sie wurde zunächst 1992 in Deutschland, in Freiburg im Breisgau, unter dem Namen Internationale Humanitäre Hilfe (IHH) eingetragen, dann 1995 in Istanbul in der Türkei unter dem Namen İnsani Yardım Vakfı. Mit ihrem neuen Kürzel İYV statt IHH ließ sie ihrem Namen İnsan Hak ve Hürriyetleri voranstellen, was auf Türkisch „Menschenrecht und Freiheiten“ heißt. Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe an bosnische und afghanische Moslems lieferte sie ihnen Waffen, was sich in die Strategie der Nato einfügte. In der Folgezeit unterstützte sie das Islamische Emirat von Itschkerien (Tschetschenien) [16]. 2006 organisierte sie in der Fatih-Moschee von Istanbul ohne den Körper des Toten, aber mit Zehntausenden von Aktivisten eine große Beerdigungsfeier für den Tschetschenen Schamil Bassajew, der von den russischen Streitkräften nach dem Massaker, das er an der Schule von Beslan in Auftrag gegeben hatte, gerade getötet worden war [17].

    Die IHH hat Weltruf erlangt, als sie mit der AKP (Nachfolgerin der Refah) die „Freiheitsflottille“ organisierte, die humanitäre Hilfslieferungen nach Gaza bringen und die Blockade der Israelis brechen sollte – damals noch mit der Zustimmung des Weißen Hauses, das den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erniedrigen wollte. Unter den Passagieren der Flottille befand sich der schon genannte Mahdi al-Harati. Der Bericht des Ausschusses der Vereinten Nationen unter Vorsitz von Olaf Palme bewies, dass im Gegensatz zu den Behauptungen die Flottille nie eine humanitäre Fracht beförderte. Das führt zu dem Schluss, dass die IHH wusste, dass sie nie in Gaza ankommen würde, und wirft die Frage nach den wahren Zielen dieser Expedition auf.

    Am 2. Januar 2014 fängt die türkische Polizei – die soeben die Söhne dreier Minister und den Direktor einen großen Bank für Geldwäsche überprüft hatte – einen Lastwagen der IHH mit Waffen ab, die für die syrischen Dschihadisten bestimmt sind [18]. In der Folge durchsucht sie die Niederlassung der IHH. Sie überprüft Halis B., der im Verdacht steht, der Führer von al-Qaida in der Türkei zu sein, und Ibrahim S., den stellvertretenden Kommandant der Organisation für den Nahen Osten [19]. Die Regierung schafft es, die Polizeibeamten kalt zu stellen, und lässt die Verdächtigen befreien.

    İmkander (türkisch für Brüderlichkeit, mit Bezug auf die Muslimbrüder) ist eine weitere „humanitäre“ Vereinigung, sie wurde 2009 in Istanbul geschaffen. Sie hat sich auf die Hilfe für Tschetschenen spezialisiert und auf die Verteidigung von Dschihadisten des Kaukasus. So organisiert sie eine Medienkampagne in der Türkei, als der Vertreter von Doku Umarow (der selbsternannte „Emir des Kaukasus“) Berg-Khazh Musaev (Emir Chamsat genannt) in Istanbul ermordet wird. Zu der Zeit sah sich der FSB (russischer Inlandsgeheimdienst) im Krieg gegen die Staaten, die militärisch die Dschihadisten unterstützten, und zögerte nicht, sie in diesen Ländern zu eliminieren (wie Zelimkhan Yandarbiyev in Qatar, und Umar Israilov in Österreich). İmkander organisierte große Beerdigungen in der Fatih-Moschee von Istanbu

    Am 12. und 13. Mai 2012 organisiert İmkander mit Unterstützung des Istanbuler Rathauses einen internationalen Kongress – in der Tradition der CIA-Kongresse des Kalten Krieges – um die Unabhängigkeitskämpfer des Kaukasus zu unterstützen. Zum Schluss der Demonstration wurde der Kongress der Völker des Kaukasus, der die alleinige Autorität des Kaukasus-Emirats von Doku Umarow anerkennt, als permanente Einrichtung geschaffen. Die Delegierten klagten das Russische Reich, die Sowjetunion und die Russische Föderation an, den Völkermord an Kaukasiern verübt zu haben und weiterhin zu praktizieren. In einem Video ruft der Emir Doku Umarow alle kaukasischen Völker auf, sich mit dem Dschihad zu verbinden. Russland reagiert heftig [20].

    2013 beantragte Russland im Ausschuss der Sanktionen 1267/1989 des Sicherheitsrats, İmkander auf die Liste der mit al-Qaida verknüpften Organisationen zu setzen. Großbritannien, Frankreich und Luxemburg waren dagegen [21]. Wenn İmkander für sich in Anspruch nimmt, al-Qaida im Kaukasus politisch zu unterstützen, dann wird Russland in der Tat keine Beweise aufbringen, die vom Westen als ausreichender Nachweis für die Beteiligung an militärischen Operationen angesehen werden.

    Diese beiden NGOs sind unmittelbar involviert – die IHH in den Waffenhandel und İmkander in den politischen Beistand. Sie haben die Unterstützung der AKP, der Partei, die Präsident Erdoğan schuf, um die Refah zu ersetzen, welche vom Verfassungsgericht verboten worden war.

    Wie ist mit dem russischen Geheimdienstbericht umzugehen?

    Es ist wenig wahrscheinlich, dass der Sicherheitsrat den russischen Geheimdienstbericht prüft. Die Frage der Aufgaben der Geheimdienste wird allgemein im Geheimen abgehandelt. Wie dem auch sei – die Vereinigten Staaten müssen genauer darlegen, was sie mit ihrem türkischen Verbündeten, dem Verstöße gegen die Resolutionen des Sicherheitsrates nachgewiesen wurden, zu tun gedenken.

    Diese Auskünfte kommen zu denen, die bereits über persönliche Beziehungen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zu Yasin al-Qadi, dem al-Qaida-Banker [22], und über die Rolle seines Sohnes Bilal im Handel mit dem durch Daesh gestohlenen Öl [23] vorliegen, hinzu.

    Kein Zweifel besteht daran, dass die türkische Prahlerei über eine mögliche militärische Invasion in Syrien nur ein Mittel zur Ablenkung ist. Wenn ein Krieg zwischen der Türkei und Russland ausbrechen würde, dann wäre dieser Geheimdienstbericht ausreichend, um Ankara die Unterstüzung des Nordatlantikpakts (Artikel 5 der Nato-Charta) zu entziehen.
    Thierry Meyssan

    Übersetzung
    Sabine

    http://www.voltairenet.org/article190366.html#nb20

    1] „Bericht des russischen Geheimdienstes über die aktuelle türkische Hilfe für Daesh“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 19. Februar 2016.

    [2] « Flottille de la liberté : le détail que Netanyahu ignorait », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 6 juin 2010.

    [3] “Tinker raiders, Soldier, Spy”, Sunday World, November 7, 2011.

    [4] “Dublin man denies receiving funds from US to assist overthrow of Gadafy”, Mary Fitzgerald, Irish Times, November 22, 2011.

    [5] “Irish Libyans join rebels trying to oust Gadafy”, Paulo Nunes Dos Santos, Irish Times, August 13, 2011.

    [6] Seinem Auftrag zufolge, der bei einer geheimen Sitzung der Allianz in Neapel beschlossen worden war, an der Alain Juppé teilnahm, sollte Mahdi Al-Harati die Konfusion im Rixos nutzen, um mich zu beseitigen.

    [7] „Wie die Al-Qaida Leute in Libyen zur Macht kamen“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 7. September 2011.

    [8] “Libyan-Irish commander resigns as deputy head of Tripoli military council”, Mary Fitzgerald, Irish Times, October 11, 2011.

    [9] Im 18. Jahrhundert ließ der russische Minister Grigori Potemkin prunkvolle Fassaden aus Pappmaché errichten, um die Armut der Dörfer beim Besuch der Kaiserin Katharina II. auf der Krim zu verbergen. Seitdem bezeichnet der Begriff „Potemkinsches Dorf“ die Schaffung eines fiktiven Ortes zu Propagandazwecken.

    [10] «Islamistas libios se desplazan a Siria para «ayudar» a la revolución», por Daniel Iriarte, ABC (España) , Red Voltaire , 19 de diciembre de 2011.

    [11] “Irish Syrian fighters pass on lessons of revolution”, Mary Fitzgerald, Irish Times, August 1, 2012.

    [12] “Spymasters gather to discuss Syria”, David Ignatius, Washington Post, February 19, 2014.

    [13] „Ukraine und Türkei schaffen eine islamische internationale Brigade gegen Russland“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 5. Oktober 201.

    [14] Es ging darum, den Heiligen Stuhl zur Abkehr von der Ostpolitik zu zwingen, die der Staatssekretär Kardinal Agostino Casaroli unter denselben Gesichtspunkten verfolgte wie Willy Brandt.

    [15] “Brotherhood ‘buying influence with arms’”, Sheera Frenkel, The Times, September 14, 2012.

    [16] «The role of Islamic charities in international terrorist recruitment and financing», Evan F. Kohlmann, Danish Institute for International Studies, 2006.

    [17] “Turkey pays homage to Basayev”, IHH, July 14, 2006.

    [18] „Die Türkische Polizei beschlagnahmt eine für Syrien bestimmte Waffenlieferung“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 5. Januar 2014.

    [19] „Türkische Justiz wirft der IHH Verbindungen zu Al-Kaida vor“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 16. Januar 2014.

    [20] «De „la Conférence Internationale sur le Caucase“ à Istanbul», in «Le briefing d’A.K. Loukachevitch, porte-parole du Ministère des Affaires étrangères de la Russie, le 18 mai 2012».

    [21] “Commentaire du Département de l’Information et de la Presse du Ministère des Affaires étrangères de la Russie sur une demande russe adressée au Comité des sanctions du Conseil de sécurité de l’ONU contre Al-Qaïda”, Ministère des Affaires étrangères de la Fédération de Russie, 12 septembre 2013.

    [22] „Erdoğan empfing heimlich einen Al-Qaida Bankier“; „Al-Kaida, die ewige Hilfstruppe der NATO“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Al-Watan (Syrien) , Voltaire Netzwerk, 6. Januar 2014.

    [23] „Die Rolle der Familie Erdoğan innerhalb von Daesh“; „Russland zeigt die Beweise des Öl-Schmuggels von Daesh über die Türkei“, von Valentin Vasilescu, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 28. Juli und 3. Dezember 2015.

  5. Haben die Rebellen klar formuliert was sie fordern ? Fehlte es ihnen an Essen, an einem Dach über den Kopf, waren die Steuern zu hoch?
    Oder ist ihre Forderung nur die eines islamischen Staates. Wollen sie alle Menschen die nicht in ihr Weltbild passen und ihrem Diktat gehorchen den Kopf abschneiden, an die Wand stellen und erschießen. Was wäre passiert wenn Russland nicht eingegriffen hätte. Wären dann 10 Millionen Syrer ermordet oder versklavt worden?
    Diese Forderungen des IS sind rassistisch und arrogant, sie sind wie die Nazis zum Quadrat. Das dafür nur die Bomben des Westen verantwortlich sein sollen ist für mich nicht schlüssig. Viele Rebellen und IS Kämpfer kommen von Gebieten wo keine Bomben abgeworfen wurden. Sie greifen Syrien an, das 2 Millionen Flüchtlinge im 2 Irak Krieg aufgenommen hat und sich nicht am Irak Krieg beteiligt hat. Noch schlimmer, die Rebellen kämpfen im Auftrag derer, die ihnen jahrelang die Bomben auf den Kopf geworfen haben.
    Syrien hat 2 Millionen sunnitische Flüchtlinge aufgenommen und das wurde Syrien zum Verhängnis.
    Das Auslöser Szenario gleicht 1:1 dem in Libyen und der Ukraine.
    Der Staat Syrien hatte 0% Schulden bei der Weltbank genauso wie Libyen unter Gaddafi.
    Es wird jetzt versucht werden den Staat Syrien aufzuteilen und ihnen die Ölfelder wegzunehmen. Für den Wiederaufbau werden Syrien Kredite gegeben werden für die die arbeitende Menschen in Syrien dann schön brav Steuern zahlen dürfen damit die Zinsen bezahlt werden können.
    Die Syrer werden genauso versklavt sein wie die europäischen Völker. Für diese Leistung möchte ich den Rebellen wirklich gratulieren, ihr habt es geschafft, ohne Gehirn aber mit viel Leidenschaft!

    • Ich denke, der IS ist schlichtweg eine besonders skrupellose Verbrecherorganisation. Vergleichbar mit der Mafia, aber noch weit mächtiger in ihren Gebieten als es die Mafia jemals war. Der Name ‚IS‘ ist insofern geschickt gewählt – er lenkt auf denkbar simple, aber eingängige Weise davon ab, dass es sich da gerade NICHT um einen Staat handelt.
      Auch hier ist die Rolle, die die aktuell westliche Politik einnimmt, mit ‚fragwürdig‘ noch sehr wohlwollend umschrieben. Als ich das zum ersten Mal las, habe ich es für einen Scherz gehalten, aber das ist wirklich eine wahre Geschichte: Die Bush-Administration hat 2007 flugzeugeweise Bargeld in den Irak geflogen, das inzwischen größtenteils ‚verschwunden‘ ist (vielleicht hat der IS sich damit inzwischen Autos und Waffen gekauft, und die ‚Elitekämpfer‘ des IS wollen sicher auch eine gute Bezahlung).

      http://www.theguardian.com/world/2007/feb/08/usa.iraq1

      Von diesen unglaublichen Aktionen der US-Regierung stand kaum etwas in der deutschen Mainstreampresse. Dafür wurde ja gegen Wulff wochenlang wegen eines ‚Bobbycars‘ gehetzt. Diese ganze Situation zeigt schon auch eine Misere in den Medien. Der ‚Guardian‘ ist allerdings manchmal wirklich investigativ. Er bringt bisweilen solche Dinge (z.B. hat der Guardian auch die skandalösen Verhältnisse auf den WM-Baustellen in Katar gebracht und damit wohl dauerhaft eine Verbesserung in Katar erzwungen).

    • Bei all den Gräueltaten und Morden aber eines ist gewiss, der IS jeder einzelne von ihnen ist auch ein Mensch, meistens ein junger Mann, oder inzwischen sogar ein Kind. Wir machen es uns da zu einfach, gerade mit dem IS müsste man auch reden so schwierig es scheinen mag aber es sollte versucht werden. Wie sollen diese Feindbilder aus der Welt geschafft werden. Ihnen muss klar gemacht werden, dass es kein Heiliger Krieg ist, wenn sie voll mit Drogen sich wie Rambos benehmen und unschuldige Menschen massakrieren. Ihnen sollte klargemacht werden dass sie ausgenützt werden. Ihre berechtigte Kritik an unserer Gesellschaft müssen sie anders kommunizieren.
      Die meisten von ihnen handeln aus Gier und es ist ein Ressourcenkrieg und auch wenn man gar kein Verständnis für den IS hat, es sollte trotzdem versucht werden.

  6. Michael Kanellos betreibt hier zionistische und antisyrische Propaganda. Er benutzt auch die von den Systemmedien vorgegebene Sprachregelung „Assad-Regime“, „Schergen“ und dergleichen. Für Israels Schergen findet er freundlichere Worte.

    Man kann mit Präsidenten Assad unzufrieden sein, aber etwas Besseres als ihn wird es für das säkulare Syrien vorläufig nicht geben! Das Land mit den vielen Religions- und Volksgruppen ist ein schwer im Gleichgewicht zu haltenes Staatsgebilde. Das geht nur mit einer gewissen Gewalt, die aufkeimenden Widerstand unterdrückt, wie z.B. 1982 gegen die Muslimbrüder. Wer dort „westliche Werte“ einführen will (die auch mehr als fragwürdig sind), fördert in Wirklichkeit den islamistischen Terrorismus und die weitere Zerstörung des Landes. Genau das tut ja die „westliche Wertegemeinschaft“ mit den USA als Haupttäter. Wie ein Staat aussieht, das zum Opfer der „Wertegemeinschaft“ wurde, kann man an Libyen sehen, dem einst blühendsten Land Afrikas. Das darf mit Syrien nicht geschehen! Syrien steht im harten Überlebenskampf, da kann man wehrfähige Männer nicht einfach ausreisen lassen.

    Völlig abwegig finde ich, von Syrien „Reformen in marktwirtschaftlicher Hinsicht“ zu verlangen. Es steht uns nicht zu, anderen Ländern ihre innere Ordnung vorzuschreiben. Ich war zwar nicht begeistert von den marktwirtschaftlichen „Reformen“, die Assad vor Beginn der Aggression gegen sein Land in Anbiederung an den Westen einführte. Ich hätte lieber den Ausbau des Sozialismus gesehen, wie ihn die KP Syriens anstrebt. Aber jetzt muß es darum gehen, alle Kräfte für den gemeinsamen Kampf zu mobilisieren, um das Land vom Terrorismus zu befreien. Dagegen ist alles andere zweitrangig.

    • Was ich schreibe, ist einfach meine Meinung. Für die Palästinenser besteht mit der israelischen Staatsbürgerschaft eine klare Option, die gerade für die Ärmeren unter ihnen nach meiner objektiven Einschätzung sogar eindeutig besser wäre als z.B. zu einem islamistischen ‚Hamas‘-Staat zu gehören. Radikale zionistische Extremisten wollen das aber eher nicht, da sich so ja auch die israelische Wählerschaft zu Ungunsten der radikalen Zionisten verändern würde. Sie können es aber nicht verhindern, da Israel inzwischen (seit langem schon) eine Demokratie ist mit Religionsfreiheit. Verhindert wird diese Entwicklung aber oft durch Druck seitens der ‚Palastinenserführer‘. Das ist hier der wesentliche Punkt, den ich meine. Sicher spreche ich hier gerade nicht im Sinn zionistischer Extremisten, aber im Sinne der vielen Juden und Araber, die die Chance nutzen wollen, mitten im Nahen Osten in einer Demokratie zu sein.

    • Ich halte es für eine Selbstverständlichkeit, dass westliche Mächte für Marktwirtschaft und Reisefreiheit stehen. Dass die syrische Regierung derart die Reisefreiheit verletzt und die Leute diskriminierend einsperrt, weiß ich erst seit gestern. Es ändert meine Einschätzung – das Assad-Regime ist für mich ein Diktaturregime. Für diese Einschätzung brauche ich keine Mainstreampresse, die das ja auch gar nicht explizit berichtet. Dennoch halte ich dieses Paktieren des Westens mit Islamisten für mehr als fragwürdig. Westliche Werte werden zu wenig vetreten, meine ich.

    • PS: Palästinenser müssen meines Wissens auch bei Annahme der Staatsbürgerschaft keine Wehrpflicht in Israel leisten. Sie sind somit sogar besser gestellt als Juden. Ich bin klar dafür, dass Israel die Einstaatenlösung konsequent anstrebt und im Zuge dessen die Wehrpflich aussetzt. Ich glaube kaum, dass das die Linie der radikalen Zionisten ist.

    • PPS: Da ich dafür bin, dass kein Syrer in seinem Staat eingesperrt werden soll und alle Syrer die Vorteile der Marktwirtschaft bekommen, sehe ich mich als pro- syrisch an.

    • Ich sage es noch einmal ganz deutlich: Wenn ich mich in die Rolle eines Syrers versetze, wäre es mir wohl lieber, wenn Syrien US-amerikanisches Territorium würde (so wie Reunion französisch ist – sehr zum Nutzen der Bewohner dort, die das Glück hatten, von einer pseudounabhängigen Korruptionsregierung verschont zu bleiben) als dass Assads Regime weitermacht. Leider bietet der Westen das aber derzeit nicht an, sondern hat als Alternative zur säkularen Diktatur offenbar nur Islamismus oder failed state im Angebot. DAS ist das Problem, meine ich. Junge Leute wegen Krieg an der Ausreise zu hindern, wie Assads Regime es tut, finde ich wirklich unterirdisch. Das syrische Regime ist eine rotfaschistische Kriegsdespotie.

    • @Wolfgang Gerber, der schrieb:

      Michael Kanellos betreibt hier zionistische und antisyrische Propaganda. Er benutzt auch die von den Systemmedien vorgegebene Sprachregelung „Assad-Regime“, „Schergen“ und dergleichen. Für Israels Schergen findet er freundlichere Worte.

      Das riecht meines Empfindens nach stark nach einem professionellen Manipulateur, wie sie heute scharenweise von entsprechenden Agenturen und Atlantik-Vereinen eingesetzt weden, um die Ansichten von Diskutierenden in Online-Foren und sozialen Medien zu beeinflussen.

  7. So viel Großmut, so viel Großherzigkeit – ich kann es gar nicht fassen.

    Da sagt doch die Sprecherin G.G. im heute journal soeben, die EU-Kommission wolle mit einem Nothilfeplan besonders betroffenen Mitgliedsländern helfen. In den nächsten 3 Jahren sollen 700 millionen Euro (die Sprecherin betont die 700 mio als wäre es eine gigantische Summe) für humanitäre Hilfe für Griechenland und andere EU-Staaten bereit gestellt werden.
    Der zuständige EU Tünnes ähh Kommissar erklärte, es gehe darum Leid zu lindern und die Würde bedürftiger zu schützen.

    Die Nothilfe sei für Unterbringung, Nahrung und medizinische Hilfe gedacht.

    Ich habe da mal nachgerechnet…
    Dabei gehe ich der Einfachheit halber von 10 millionen Menschen aus, für die diese 700 mio Euro in den NÄCHSTEN 3 JAHREN aufgebracht werden sollen –

    und komme dabei auf einen Betrag von 6,4 CENT PRO TAG und Bedürftigen.

    Also satte 1,92 € pro MONAT. Und wer jetzt meint, 10 millionen Flüchtlinge seien viel zu hoch gegriffen, der versetze das Komma um eine Stelle nach rechts und gehe von nur 1 mio Bedürftigen aus. Dann sollte man aber auch noch die 30% bis 70% Korruptionsgeld von den 700 millionen abziehen, welches nie bei irgend einem Flüchtling landet.

  8. Ich lese gerade ganz erstaunliche Dinge (im negativen Sinn) über die Möchtegern-‚DDR‘ (wobei ich die ‚DDR‘ alles andere als gut fand) Syrien ‚unter‘ Assad. Das syrische Regime möchte nicht nur seine eigenen Leute einsperren (unter anderem eine wirklich diskriminierende Ausreisesperre für alle Männer zwischen 18 und 42), sondern laut den Infos der verlinkten Seite sogar Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis, z.B. brauchen ‚Experten‘ auf absolut grundrechtswidrige Weise ein ‚approval‘, um Syrien wieder verlassen zu dürfen. Das ist schon starker Tobak, was sich dieser syrische Staat erlaubt, und das wusste ich bisher gar nicht – warum wird sowas in den westlichen Medien nicht berichtet?! Das syrische Regime ist offenbar ein ähnlich großes Übel wie eine Islamdiktatur. Ich verstehe so langsam auch, warum inzwischen auch viele Linke sich mit Israelkritik schwertun, wenn man sich anschaut, was in den Staaten um Israel, das immerhin auf dem Papier eine Demokratie mit Religionsfreiheit ist (es gibt ja auch viele arabische Israelis) herum los ist.

    http://www.refworld.org/docid/532022d84.html

    • Ich finde es vollkommen gerechtfertigt, daß Syrien in Kriegszeiten genau überprüft, wer ein- und ausreist, vor allem wenn es sich um Männer im wehrfähigen Alter handelt.

      Ich als Linker (was immer das heutzutage sein mag) tu mich mit Kritik am zionistischen Regime überhaupt nicht schwer, wobei „Kritik“ ein viel zu schwacher Ausdruck ist. Da bin ich ganz einer Meinung mit Frau Hecht-Galinski. – Ausländer, die aus Israel ausreisen möchten, werden übrigens auch genau überprüft und müssen sich unter Umständen einem unangenehmen Verhör unterziehen. Das habe ich selber erlebt.

    • @Wolfgang Gerber
      ich bin entscheiden gegen die Wehrpflicht und finde es generell grundrechtswidrig, wenn Staaten ihre Bürger an der Ausreise hindern. Das bedeutet nämlich, dass die Bürger in einer Art Knast gehalten werden. Mit welchen recht maßen sich die Schergen solcher Diktaturen sowas an? A propos ‚wehrfähig‘: Mich wundert es kaum, dass angesichts solcher ‚Behandlung‘ durch die Staatstruppen die wirklich ‚wehrfähigen‘ Männer sich vielleicht überlegen, für den IS oder für eine der anderen Terrororganisationen oder ‚moderaten Rebellen‘ zu kämpfen.
      Dass Syrien das auch mit Ausländern offenbar so macht, dass diese nur bei ‚Genehmigung‘ von Behörden ausreisen dürfen, ist kaum zu glauben und ein Bruch internationalen Rechts (ich denke aber, die Info Link ist verlässlich, das ist immerhin die UNO). Stellen Sie sich das mal vor – wie fänden Sie es, wenn Sie von den Schergen des Assad-Regimes in Syrien an der Ausreise gehindert würden?!

      Zu Israel: Israel ist im Gegensatz zu den meisten Ländern im Nahen und Mittleren Osten auf dem Papier eine Demokratie, und überdies ein Sozialstaat und hat Religionsfreiheit. Daher ist das Diktaturpotential dort gebremst. Ich denke, das wirkliche Problem der Palästinenser ist, dass sie von ihren ‚Führern‘ (Hamas, PLO) genötigt werden, die israelische Staatsbürgerschaft, von der sie nur Vorteile hätten, abzulehnen, mit dem Druck, dass sie sonst als ‚Verräter‘ oder Ähnliches verunglimpft werden. Das ist aus rechtsstaatlicher Sicht nicht in Ordnung. Natürlich rechtfertigt das keine Brutalität der israelischen Armee, aber dennoch liegt ein großer Teil der Verantwortung bei ‚Hamas‘ und PLO. Ich habe nicht den Eindruck, dass die an einer Lösung überhaupt interessiert sind.

    • PS: Zum Thema Einstaatenlösung in Israel/Palästina: Es geht in gewisser Weise voran – die Zahl der Palästinenser, die israelische Staatsbürger werden, steigt. Siehe verlinkter Artikel.
      Dieser Artikel spricht offen von einem ‚Tabu‘ und den Problemen, die die Betroffenen haben – und zeigt somit auch, unter welchen Druck Palästinenser von ihren ‚Führern‘ und ihren ‚Regeln‘ offenbar gesetzt werden.

      http://www.reuters.com/article/us-israel-palestinians-jerusalem-insight-idUSKCN0Q81HP20150803

    • Michael Kanellos sagt: 2. März 2016 at 21:02
      „…dennoch liegt ein großer Teil der Verantwortung bei ‚Hamas‘ und PLO. Ich habe nicht den Eindruck, dass die an einer Lösung überhaupt interessiert sind.“

      Interessante Ansicht. Da ist mir irgendwie entgangen, daß die Palästinenser die Israelis darum gebeten haben ihr ihr Staatsterritorium zu annektieren.

  9. PS: Vielleicht gäbe es Möglichkeiten, der Assad-Regierung einige Reformen in marktwirtschaftlicher Hinsicht abzuhandeln. Syrer sollten vor allem auch frei ausreisen dürfen. Die Assad-Regierung sperrt ihre eigenen Bürger ganz im Stil sozialistischer Diktaturen ein, indem sie die Ausreise nur mittels ‚exit visa‘ erlaubt. Viele Syrer nutzen natürlich jede Chance, herauszukommen.
    Es wäre sehr sinnvoll, wenn der Westen darauf drängen würde, dass dieses Einsperren aufhört. Aber seltsamerweise wird diese massive Grundrechtsverletzung – das Einsperren der eigenen Bürger – oft kaum thematisiert, wenn es um sozialistische Diktaturen geht. Auch Kuba hat jahrzehntelang die eigenen Bürger eingesperrt – und tut es heute noch teilweise.

    • Ich hatte vergessen zu erwähnen, das in dem Artikel von israelischer Seite von Giftgas Angriffen berichtet wird. Erwartet uns die nächste Horrorkriegspropagandawelle um die totale Zerschlagung Syriens zu rechtfertigen?

    • Assad hat es in diesem Gespräch auf den Punkt gebracht: Deutschland soll seiner Meinung nach Syrien helfen, dann gibt es auch keine Flüchtlingskrise. Dem stimme ich zu. Allerdings nur in der wörtlichen Interpretation ‚dem Land helfen‘, nicht etwa den Machenschaften der möchtegern-‚DDR‘-mäßigen syrischen Regierung (ich fürchte, dass Assad da nicht ’sauber‘ trennt). In der Tat hat sich aber die westliche Politik da derart übel verrannt, dass ich es eindeutig für das kleinere Übel halte, die Assad-Regierung nicht weiter – und schon gar nicht mit Hilfe der Unterstützung von Terroristen – zu attackieren und dieses Kapitel westlicher Katastrophenpolitik abzuschließen. Ich fände es auch mal interessant, zu erfahren, welcher Think-Tank oder welche Beratungsfirma diese Idee mit der Unterstützung der ’sunnitischen Rebellen‘ (= wahrscheinlich islamistische Extremisten) hatte. Ich denke, es wäre wichtig, auch die ‚Drehbuchschreiber‘ im Hintergrund mal zu beleuchten.
      Russland hingegen hat meiner Meinung nach definitiv mehr zu leisten als Kriege zu führen. Es ist ja nicht nur die NATO, die militärisch auf Expansions- und Kollisionskurs ist, sondern derzeit spielt sich Russland groß als Kriegsmacht auf und erlaubt sich im Fall der Ukraine, Gebiete zu annektieren, die zu einem EU-Beitrittskandidaten gehören. In der Tat halte ich es für wichtig, Russland zu verstehen. Dazu gehört die simple Tatsache, dass Russland ein riesiges Land ist, in dem massenhaft Raum für ganze Millionenstädte für Flüchtlinge wäre, und zwar nicht nur in Sibirien, sondern auch in wettertechnisch gemäßigteren Regionen. Von Zuwanderung nach Russland würden alle Beteiligten nur profitieren. Russland müsste meiner Meinung nach ein Einwanderungsland werden. Dass sich die Putin-Regierung dem verweigert und Russland zu einer Art Sperrgebiet macht, halte ich für mehr als fragwürdig, dafür fehlt mir das Verständnis.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bev%C3%B6lkerungsdichte_Russlands.png

    • Michael Kanellos sagt: 2. März 2016 at 14:56
      „Russland hingegen hat meiner Meinung nach definitiv mehr zu leisten als Kriege zu führen. Es ist ja nicht nur die NATO, die militärisch auf Expansions- und Kollisionskurs ist, sondern derzeit spielt sich Russland groß als Kriegsmacht auf und erlaubt sich im Fall der Ukraine, Gebiete zu annektieren, die zu einem EU-Beitrittskandidaten gehören.“

      Rußland – Kriege führt? – Plural?
      Habe ich auch wieder nichts von mitbekommen. Ich sollte mehr Lügenpresse schauen und lesen.
      Nach meinem Wissensstand wurde Rußland von der syrischen Regierung um Hilfe gebeten. Demnach führt Rußland diesen Krieg nicht im Wortsinn und ist auch an keinem weiteren Krieg aktiv beteiligt.

      Auch das Rußland irgend ein Land annektiert hätte, ist mir neu. Ich habe nur freie Wahlen gesehen und ein Volk, der Souverän – der Einzige der dazu überhaupt berechtigt ist – hat Rußland gebeten den flecken Erde in seinen Mütterlichen Schoß zu nehmen.

    • Niemand hat die russische Regierung gezwungen, in Syrien einzugreifen. Insbesondere hat Russland wahrhaft riesige menschenleere Territorien, auch in klimatisch relativ gemäßigten Zonen, weigert sich aber, Flüchtlinge aufzunehmen. Russland müsste sich voll der Zuwanderung öffnen, tut aber das Gegenteil.

  10. Zitat : „107:13 : Ist den Leuten das klar? Das z.B. auch bei „die Freunde Syriens“, die Deutschen dort zusammen, glaub ich mit den arabischen Emiraten, ganz wichtig sind und schon im Vorfeld gesagt hat: Jeder, der mit uns zusammenarbeitet, der kriegt dann lukrative Gasfelder. Also, ich muss erkennen, dass es nicht nur Globalplayer gibt, wenn es um Saatgut geht, um Technik geht, sondern das auch die großen militärischen Companies, diese Rüstungs… das das auch Globalplayer sind. Da arbeitet man zusammen. Da gibt es teilweise Konkurrenz, aber teilweise auch eben Synergieeffekt. Da arbeitet die amerikanische Rüstungsindustrie mit der deutschen Rüstungsindustrie – die französische mit der englischen , der israelischen zusammen. Das ist garkein Problem. Das wir das eben auch sehen. Also Deutschland wird immer mehr eine Macht, die sich an Beutezügen beteiligt. Immer selbstbewusster.

    Ich hab noch nicht das gesamte Interview gesehen, aber bei dem gerade genannten Zitat möchte ich einhaken. „Deutschland eine Macht, die sich an Beutezügen beteiligt“ – klingt gut, aber heisst letztlich:

    Die Rüstungsindustrie verdient am Krieg – die Einnahmen bekommen nicht die Arbeitslosen, nicht die HartzIv – Empfänger und auch nicht der Mittelstand. Sondern die Aktionäre von Rüstungsfirmen, die Banken, welche die Gelder von Industrien verwalten.

    Die Rüstungsindustrie ausbauen, schrieb ich schon bei Bilbo’s Begegnung mit Dada:

    Das automatisch das Thema „Geldlose Gesellschaft“ auch politischen Charakter hat, wo Bankenrettung höher hängt, als sozialer Standard, wo der Hartz IV-Beitragssatz weniger Interesse in der Politik bekommt, als die Aufrüstung der Bundeswehr:

    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7975540/milliardenprogramm-fuer-bundeswehr.html

    Dieser Gedankengang könnte weltweit ( auch in den USA, oder Griechenland etc.) dazu führen, dass die Menschen ohne Arbeit, sich versammeln vor den Regierungsgebäuden und friedlich um die Umverteilung von Geldern demonstrieren.

    Eine Kriegslüsternheit in Milliardenhöhe ( siehe den Link von N24 z.B.) könnte schneller weltweit eingedämmt werden, wenn sich national ( in den jeweiligen Ländern) Vereine, Organisationen oder Gewerkschaften finden lassen, welche für die Vernetzung von Arbeitslosen in den jeweiligen Ländern sorgen, so dass dort eine gehörige Anzahl an Menschen friedlich vor den Regierungsgebäude persönlich Präsenz zeigt – als Ausdruck davon, wie Armut multipliziert wird, wenn Rüstungsindustrien geopolitische Thinktank Spielchen á la „Global Strategy“ verfolgen…

    Reicher werden die Armen nicht, sondern nur ärmer – Arme können aber nicht gekündigt werden.

    Selbst mit den Flüchtlingen in Deutschland ( das sind auch schon ein paar Millionen) könnte vor den Reichstag marschiert werden, um friedlich zu demonstrieren, dass die Politik in Syrien ein Ende haben soll, die Rüstungsgelder für Aufrüstung in Deutschland für die Verbesserung sozialer Standards notwendiger sind und die Flüchtlinge in Ihr Land zurückreisen, wenn die Rüstungsindustrie zu Aufbauarbeiten gezwungen wird.

    Menschen, die auf die Strasse gehen können, ohne Angst vor Jobverlust zu haben – die sich friedlich sammeln können, unter dem Dach von Friedensorganisationen und Arbeitgeberverbändern , selbst die Arbeitsagentur und Jobcentermitarbeiter könnten mitdemonstrieren…( da sie ja die Arbeitslosen wieder in Arbeit stecken möchten…)

    Menschen, die auf die Strasse gehen könnten, gibt es genügend – auch solche, die gesellschaftlich so weit unten sind, dass sie keine Angst vor weiteren Repressalien durch den Staat haben ( da gibt es auch weltweit in den jeweiligen Ländern genügend Menschen, die dem Beispiel von Deutschland – wenn es denn hier zu einer großen Demonstration kommt – folgen könnten)

    … solche Menschen könnten auf die Strasse gehen – es ist nur die Frage, dass sie ein Motiv bräuchten.

    Eine Friedensdemo – verknüpft mit dem Thema bessere Sozialstandards, wenn die Rüstungsinvestitionen zurückgefahren werden – das ist attraktiv für die Friedliebenden und diejenigen, welche Arbeitslos sind.

    So kann ein Konsens gefunden werden für mehrere Gruppen in der Gesellschaft. Milliarden für den Rüstungsetat – Menschen spalten, erzählen, dass Kriege nötig sind, kaum Infos an die Öffentlichkeit…

    oder: Frieden wollen, die Gruppe der Arbeitslosen, Campact, Attac etc. mobilisieren, die sich mit Arbeitslosen vernetzen und den Friedensaktivisten…

    und dann zu 100.000 oder mehr nach Berlin – denkbar ist es… die Frage ist: sehen das genügend Menschen ähnlich? Dann lasst es uns friedlich umsetzen.

    • Edit: selbst, wenn jetzt „Freunde“ von „Global-Strategy“-Spielchen mitlesen und denken sollten: wir müssen dies verhindern…

      wir brauchen „Den Anschlag“ jetzt kurzfristig – stärkere Überwachung und Restriktion in Deutschland – mehr Angst beim Volk, damit es zersplittert wird…

      Leute, lasst Euch davon nicht irritieren.

      Ich könnte mir auch 2 oder 3 Jahre Zeit nehmen, ein Buch über zig Ereignisse der letzten Jahre schreiben und meine Gedankengänge zum Thema Frieden, Demonstrationen, Arbeitslose in Vernetzung und dieses Muster global gedacht – weil es global Arbeitslose und den Wunsch nach Frieden bei den Menschen gibt – in einem Gesamtwerk veröffentlichen…

      aber: der Krieg betrifft uns global alle ( Deutschland als Kriegsgebiet weniger, aber deutsche Soldaten im Ausland aktuell immer mehr) – daher betrifft uns auch der Frieden immer mehr.

      Der Vorteil vom Internet und globalen Ideen ist, deren Veröffentlichung.

      Damit möglichst viele Menschen diese Gedanken verstehen und Handlungsimpulse daraus ableiten können, schreib ich öffentlich. Kein Thinktank – keine privaten Gedanken, die irgendwann erst an die Öffentlichkeit kommen…

      „Stell Dir vor, es ist Krieg…“ ( auf der Welt), aber 100.000 protestieren friedlich in Berlin vor dem Regierungsgebäude für bessere Sozialstandards und Niederlegung der Waffen; Kooperation statt Feindbildgenese : Arbeitslose, Flüchtlinge, Friedliebende gemeinsam auf der Strasse.

      Selbst wenn der Anschlag kommt – wenn einmal mehrere Menschen begriffen haben, dass ein Terroranschlag immer nur Panik schüren soll, wie verkürzte 3-Minuten Beiträge im Fernsehen über den „Feind“ Russland oder „Syrien“ etc… immer nur unvollkommende Zusammenhänge darstellen können…

      und es vorher immer Übungen von Polizei, Militär gab, die rein zufällig am Tag des Anschlags ohne Erfolg blieben – und immer wieder Ausweise am Tatort auffindbar sind, aber natürlich ist das Alles ein „Zufall“ und „große Spinnerei“, oder…?

      Der Staat muss danach immer den Sicherheitsapparat ausbauen – anders geht es nicht… er legitimiert und erneuert sich damit selbst. So ähnlich wie IS erschaffen und anschließend die gewaltsame Vorgehensweise gerechtfertigt wird, so funktioniert ein Terroranschlag ( z.B. auch in Frankreich… anschließend Ausnahmezustand verhängt) ähnlich:

      Ehemaliger CIA-Auftragnehmer über ISIS: „Komplett erfundener Feind der USA“
      Epoch Times, Freitag, 29. August 2014 11:06

      Der frühere CIA-Auftragnehmer Steven Kelley sagte in einem Interview mit Press TV, dass die Terrorgruppe Islamischer Staat, ISIS, ein zur Gänze von den Vereinigten Staaten erschaffenes Feindbild sei.

      „Das sind völlig kreierte Feinde“, sagte Kelley zu Press TV, am Donnerstag.

      „Die Finanzierung kommt völlig aus den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten. Die Behauptung, dass dieser Feind in Syrien oder dem Irak angegriffen werden muss, ist eine Farce. Es ist offensichtlich, dass wir diese Feinde erschaffen haben und kontrollieren. Und jetzt ist es bequem für uns, diese Gruppe als legitimen Gegner anzugreifen“, so Kelley.

      http://www.epochtimes.de/politik/welt/ehemaliger-cia-auftragnehmer-ueber-isis-komplett-erfundener-feind-der-usa-a1178073.html

      Wenn das einmal verstanden wurde, dann wird die Menschheit sich davon nicht mehr beeindrucken lassen. Sondern es wird immer wieder Menschen geben, die sich zusammenschließen können, friedlich, um auf ihr Recht aufmerksam zu machen.

      Art. 1

      (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

      (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

      (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

      und auch

      Art. 20

      (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

      (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

      (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

      (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

      Es braucht keine Filme mehr wie „Equlibrium“, die Gedankenverbote als Botschaft vermitteln.

      Wenn die Idee auch von der Arbeitslosen verstanden wurde und diese sich in kleineren Gruppen, zu einer großen Gruppe zusammenschließen könnten, dann könnte selbst z.B. Sarah Wagenknecht eine Fürsprecherin bei Friedensdemos werden, denn sie spricht ja immer wieder von Verschlechterung der sozialen Standards, von Bankenrettungen und von Falschausgaben.

      Das Volk in Deutschland, im Speziellen die Gruppen: Flüchtlinge, Arbeistlose + Friedensaktivisten können sich gemeinsam vernetzen. 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen? Nein. Menschen sind keine Fliegen, sondern:

      3 Aspekte miteinander verwoben. Ich glaube, es kann funktionieren. Und ich denke, meine Gedanken sind nachvollziehbar.

      Ich hoffe, Campact, Attac, Verdi, die Friedensbewegung lesen mit, sowie Arbeitgeberverbände und solche, die für bessere Sozialstandards eintreten möchten, ebenfalls.

      Denn Motive für alle 3 Gruppen ( Flüchtlinge, Arbeitslose, Friedensaktivisten / Friedliebende) lassen sich so formulieren:

      Ursula von der Leyen (CDU) stellt der Fachpolitik ihr Aufrüstungsprogramm der Bundeswehr vor. Die Verteidigungsministerin will über 15 Jahre 130 Milliarden Euro in eine Modernisierung investieren. “
      http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7975540/milliardenprogramm-fuer-bundeswehr.html

      – Rüstungsetat von 110 Milliarden soll eingefroren und das Geld für bessere Sozialstandards im HartzIV-Bereich und Arbeitslosenbereich wie Bildungsbereich stehen ( z.B. Inga Hannemann / Gerald Hüther könnten dort Fürsprecher sein / werden)

      – Krieg in Syrien soll beendet werden und die Rüstungsindustrie aufbauarbeiten leisten ( z.B. Eugen Drewermann als Fürsprecher für Kriegsende, „Austritt aus der Nato, Konversion mit allen Mitteln des Friedens“ – zu diesem Thema könnten Flüchtlinge mitmarschieren), damit eine Rückkehr ins Flüchtlingsland möglich wird.

      – Arbeitslose könnten durch ihre bloße, vernetzte Anweisenheit vor Ort einen wichtigen Beitrag leisten: nämlich z.B. den Politikern wie Frau Wagenknecht und deren Kritikern vor Augen führen ( vor dem Reichstag) wie Armut sich multipliziert, wenn Gelder in Kriege, statt in Bildung und sozialere Absicherungen ( ALO I, HartzIV) gesteckt werden.

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass nur 10 Menschen motiviert werden könnten, bei solchen Möglichkeiten an Vernetzungsdichte der Menschen.

      Auf die Strasse, für Frieden, für Gespräche mit den Menschen, für Ansammlung von Arbeitslosen : um der Politik zu zeigen, was ihr Handeln gesellschaftlich an Konsequenzen erzielt… und wenn die Flüchtlinge mitmarschieren auch – wieviele Flüchtlinge erzeugt werden, durch unnötige Kriege, wegen gieriger Geostrategiespielchen…anstelle gerechterer Preisverhandlungen zwischen dem Handel in den Ländern was z.B. Öl angeht ( Daniele Ganser könnte auch zu dem Thema Öl vor Ort sprechen)…

      das alles ist möglich – WIR ( damit meine ich alle, die sich angesprochen fühlen könnten) können es gemeinsam angehen, wenn wir es wollen. Das Grundgesetz spricht auch für und nicht gegen das Volk.

    • 2. Edit:

      und selbst, wenn es dann bei den friedlichen Demos auch solche Menschen gibt, die versuchen zu spalten, im Sinne “ taking the risk out of democracy“ – durch Bewusstheit von vielen Menschen, lassen sich auch solche Querschlägerpersonen oder Graswurzelbewegungen im Zaum einer Demo halten.

      Denn auch da könnte gezielt ( durch Graswurzelbewegungen) versucht werden ( von Gegnern einer Friedensdemo), Aggression innerhalb von Demos zu stiften, damit Demos zum erliegen kommen, Staatsgewalt eingesetzt werden „muss“ – und der Staat wieder mehr Sicherheit = weniger Rechte für die Bürger fordern kann – weil Demos ja mit Gewalt abliefen…etc..

      Für mehr Hintergrund dazu empfehle ich den Vortrag von Rainer Mausfeld ( der z.B. auch bei einer Friedensdemo sprechen könnte, wenn er wollte) ; ein paar Auszüge dazu:

      Rainer Mausfeld: „Warum schweigen die Lämmer?“ – Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements

      z.B. 53:07:
      „nächster Fall: Wir haben gesagt, Aufstandsbekämpfung ist ein zutiefst ideologischer Begriff, was auch dadurch deutlich wird, wenn wir eine entsprechende Situation in Fällen haben, die sich gegen feindliche Regierungen richten, dann nennen wir das democracy promotion. Und unterstützen es durch eine ganze Reihe von NGO’s, unterstützen finanziell diese Art von Empörungsreaktion, um in der Bevölkerung, die zum Teil berechtigt sind: durch Korruption, durch Wahlfälschung usw. , denen dann aber der Spin in die richtige Richtung gegeben wird.“

      z.B. Agenturen:
      Hill & Knowlton ( namentlich später erwähnt)
      oder Burson & Marstaller ( auf der Folie im Vortrag zu sehen)

      z.B. 44:26 “ taking the risk out of democracy“
      Meinungsmanagement:
      – Selektion, Distraktion und Aufmerksamkeitsmanagement
      – Fakten als Meinung deklariert
      – De-Kontextualisierung und Fragmentierung von Fakten
      – Re-Kontextualisierung von Fakten

      = „normale“ Funktion der Massenmedien

      Empörungsmanagement ( = Empörungsreaktion gegen eigene oder befreundete Regierungen – „Aufstandsbekämpfung“ )
      z.b. 103:05 bei Rainer Mausfeld „Warum schweigen die Lämmer“:
      ( Folie)
      „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“

      „Wir sind verantwortlich für die Art der politischen Gemeinschaft in der wir leben, und für deren Tun in der Welt..“

      https://www.youtube.com/watch?v=Rx5SZrOsb6M

    • Das wäre schön, wenn man durch Demos den Volkswillen: Frieden, soziale Gerechtigkeit, Opferschutz und das Grundgesetz durchsetzen könnte. Es gibt aber eben auch immer Versuche, Volsbewegungen zu instrumentalisieren, um deren Bestrebungen zu vereiteln.
      Als Liebhaber der Demokratie halte ich unsere Demokratie nicht für ausreichend konstruiert um dauerhaft zu bestehen. Unsere Gewaltenteilung funktioniert nicht, andernfalls wäre das Regieren gegen den Volkswillen nicht in diesem Maße möglich. Wenn unsere Verfassung nicht nachgebessert wird, fehlen uns die Grundlagen um dauerhaft zu bestehen. Um die Verfassung in gutem Sinne (für Menschenrechte und Demokratie) zu stabilisieren, benötigen wir mindestens einen guten Bundespräsidenten oder eine Partei, die sich darum kümmert.
      Die Sozialdemokraten haben in der Vergangenheit schon gute Dienste geleistet, aber ohne Mitspracherecht vom Volk war der Rückbau eben auch recht schnell erledigt.
      In der Friedensbewegung sind Leute aufgestanden, die gegen Kinderarbeit demonstrierten. Das Ergenis war, daß die Teppiche mit „ohne Kinderarbeit“ ausgezeichnet wurde. Es war aber auch damals schon klar, daß 100 neue Löcher sich auftun, wenn man eines stopft.
      Meine Begierde war damals, daß man die Grenzen dichtmacht und nur Waren ins Land läßt, die transfair nachweisen können. Das hat auch den Vorteil, daß man andere Länder nicht bevormunden muß, was sowieso nicht funktioniert und außerdem nicht gewollt ist.
      Heute ist für uns normal, daß unsere Jeans blutgetränkt sind. Soziale Gerechtigkeit ist aber wichtig für Frieden.
      Als ehem. Mitglied der Friedensbewegung (mit den Grünen habe ich nichts am Hut) habe ich die Hoffnung auf Gelingen nie aufgegeben. Zum einen, weil ich die Menschen liebe und dem Volk einiges zutraue. Zum anderen, weil die Alternative grauenvoll ist.
      Herzlich gerne wünsche ich jedem, der Gutes im Sinn hat: VIEL ERFOLG!

    • @

      milchmädchen sagt:
      20. März 2016 at 19:46

      Das wäre schön, wenn man durch Demos den Volkswillen: Frieden, soziale Gerechtigkeit, Opferschutz und das Grundgesetz durchsetzen könnte. Es gibt aber eben auch immer Versuche, Volsbewegungen zu instrumentalisieren, um deren Bestrebungen zu vereiteln.
      Als Liebhaber der Demokratie halte ich unsere Demokratie nicht für ausreichend konstruiert um dauerhaft zu bestehen. Unsere Gewaltenteilung funktioniert nicht, andernfalls wäre das Regieren gegen den Volkswillen nicht in diesem Maße möglich. Wenn unsere Verfassung nicht nachgebessert wird, fehlen uns die Grundlagen um dauerhaft zu bestehen. Um die Verfassung in gutem Sinne (für Menschenrechte und Demokratie) zu stabilisieren, benötigen wir mindestens einen guten Bundespräsidenten oder eine Partei, die sich darum kümmert.
      Die Sozialdemokraten haben in der Vergangenheit schon gute Dienste geleistet, aber ohne Mitspracherecht vom Volk war der Rückbau eben auch recht schnell erledigt.
      In der Friedensbewegung sind Leute aufgestanden, die gegen Kinderarbeit demonstrierten. Das Ergenis war, daß die Teppiche mit „ohne Kinderarbeit“ ausgezeichnet wurde. Es war aber auch damals schon klar, daß 100 neue Löcher sich auftun, wenn man eines stopft.
      Meine Begierde war damals, daß man die Grenzen dichtmacht und nur Waren ins Land läßt, die transfair nachweisen können. Das hat auch den Vorteil, daß man andere Länder nicht bevormunden muß, was sowieso nicht funktioniert und außerdem nicht gewollt ist.
      Heute ist für uns normal, daß unsere Jeans blutgetränkt sind. Soziale Gerechtigkeit ist aber wichtig für Frieden.
      Als ehem. Mitglied der Friedensbewegung (mit den Grünen habe ich nichts am Hut) habe ich die Hoffnung auf Gelingen nie aufgegeben. Zum einen, weil ich die Menschen liebe und dem Volk einiges zutraue. Zum anderen, weil die Alternative grauenvoll ist.
      Herzlich gerne wünsche ich jedem, der Gutes im Sinn hat: VIEL ERFOLG!

      Ich stimme schon zu, dass manche Löcher stopfen, andere Löcher öffnen wird.

      Besser, dass immerhin ein bestimmtes Loch gestopft wird, damit am Ende keiner mehr ohne durchlöcherte „Hose“ rumläuft, die keine mehr sein wird, wenn immer mehr Löcher in dieser symbolisch gemeinten Hose auftauchen.

      Ein gesellschaftliches Umdenken würde sicher langfristig mehr als ein einzelnes Loch stopfen.

      Was das Beispiel mit der Kinderarbeit angeht, mit der erfolgten Demonstration, da würde ich gerne mehrteilig antworten:

      1)- Demonstration
      2)- Wechselwirkung nach Demonstration
      3)- Umdenken
      4)- Kontrolle, ob Umdenken erfolgreich ist

      zu dieser Vierteilung:

      wir kommen bisher wohl aktiv ( mit bestimmten Versammlungsmöglichkeiten) zu Punkt 1.
      Evtl. gibt es dann den Aufdruck „keine Kinderarbeit“ auf den Teppichen.

      Bei Punkt 3 oder 4 kommt schon keiner mehr, der regelmäßige Updates der Veränderung und möglichen Produktionsstrassen liefert und die Demonstraten auf dem Laufenden hält, so dass diese ( bei schlechter Umsetzung Ihres Veränderungsziels) erneut kurzfristig auf die Strasse kommen können.

      Dies bräuchten wir in Deutschland.

      1. Ein Ziel für die Strasse.
      2. Eine Reaktion bei den Firmen, die kritisiert wurden.
      3. Jemand, der die Veränderungen nach einiger Zeit beurteilen kann ( Umdenken: erfolgt / nicht erfolgt)
      4. Feedback, ob bei erneutem „Loch“ in der Veränderung wieder ein Gang auf die Strasse nötig ist.

      Das wäre der Anreiz und die Motivation, mit der ich gerne Demonstrationen unterstützen will. Da die Menschen allzu gerne glauben möchten, dass Ihre Demonstration etwas bewirkt hat – sind die Stufen 3 und 4 umso wichtiger…

      Ich bleibe Optimistisch.

  11. Gratuliere zu diesem weiteren hervorragendem Interview. Das man hier von Mitmenschen wie Karin Leukefeld und ihre Arbeit erfährt, ist einfach toll. Das lässt doch ein Stück weit wieder hoffen. Dafür spende ich doch gerne.

  12. Die parallel entstehenden Spannungen in Europa helfen den USA dabei, den Kontinent untereinander aufzubringen. Wer nicht mitspielt, bekommt so lange Besuch, bis er einknickt.

    Es kommen gerade nicht mehr viele Flüchtlinge an, weil die gerade in Griechenland und anderen Ländern an Zäunen aufgehalten werden. Ist dies die Bestätigung dafür, dass Frau Merkel eingeknickt ist, nachdem seit letztem September viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen konnten?

  13. Ein sehr guter Kommentar unter einem Blogbeitrag (http://blog.tagesschau.de/2016/03/01/darf-man-mit-assad-reden/) des Chefs der Tagesschau, Kai Gniffke, der folgendermaßen anfängt:

    Er hat Giftgas eingesetzt, er hat Städte bombardiert, er lässt Menschen aushungern, in seinen Gefängnissen wird gefoltert – und mit so jemandem führen wir ein Interview.

    Bei diesen Aussagen geht mir schon wieder die Hutschnur hoch und ich bin verdammt froh, dass ich seit fast drei Jahren die Haushaltsabgabe (ehemals GEZ-Beitrag) aus Gründen der Menschenrechte bzw. der Ablehung von durch Zwangsbeiträgen finanzierten Propaganda boykottiere, auch wenn ich sie nicht immer hätte zahlen müssen. Heute bekam ich sogar Post von einem Inkasso-Büro zwecks Einkassieren wollens eines Betrags in Höhe von mehreren hundert Euro. Na die werden sich wundern wen sie da angeschrieben haben. 😉

    Hier also der sehr gute Kommentar:

    32: alex66: 1. März 2016 um 14:41 Uhr
    Die Frage ist doch:Warum spricht ARD mit Assad grade jetzt?
    Aus demselben Grund warum jetzt plötzlich der Westen auf einen quasi Waffenstillstand einlenkt ist, weil die syrische Armee mit Hilfe der iranischen Militärberater, der Kämpfer der Hezbollah, und am meisten, wegen der Militärhilfe aus der Luft durch Russland, auf breiter Front am Siegen sind und die Terroristen zurückdrängen.
    Die Anti-Assad-Koalition verliert in Syrien. Ihr ursprüngliches Ziel, Präsident Assad zu stürzen und in Damaskus einen Regimewechsel herbeizuführen, ist ihnen trotz massiver Intervention nicht gelungen und wird wohl auch nicht gelingen. Jetzt will man “verhandeln”.
    Und natürlich muss die ARD auch mitziehen.

    Genau das habe ich mir vor einiger Zeit auch gedacht: Immer dann wenn es für die NATO-Truppen, die Kriegsbefürworter, schlecht läuft, wollen die plötzlich einen auf Frieden machen. In der Ukraine war es glaube ich genauso: Als die „Rebellen“, die Republik Donezk, dabei war, zum großen Gegenschlag auszuholen, gab es ganz plötzlich und mit großer medialer Unterstützung auch unserer Qualitätsmedien eine große Friedensinitiative (Gespräche von Minsk). Allerdings ist es inzwischen wieder so, dass die Friedensgespräche nicht wirklich was gebracht haben.
    Seltsam finde ich ein bischen, dass, zumindestens wurde es so bei uns in den Qualitätsmedien verbreitet, Russland, genauer Putin, diese Friedensgespräche begrüßt. Okay Frieden ist auf jeden Fall besser als schießen, aber wenn man kurz davor war sämtliche Rebellen aus dem Land zu schmeissen, sollte man dann, nach fast fünf Jahren Krieg gegen Invasoren, nicht noch ein paar Wochen weitermachen, um endgültig Ruhe zu haben?
    Hat Putin ein Problem mit Krieg führen gegen „Rebellen“ wenn man an Tschetschenien denkt?
    Warum hat Putin erst so spät mit der Beteiligung auf Seiten Syriens begonnen?

    • Schaut Euch bitte dieses Video über Gaddafi an:

      https://www.youtube.com/watch?v=snvXUsJQCbw

      Doku Muammar al Gaddafi oder Das libysche Paradox
      WakeUpWahabiten

      Und dann versucht Euch daran zu erinnern wie unsere Medien über Gaddafi berichtet haben.
      Soweit ich mich erinnern kann war es die reinste Kriegs Hetze.

      Dann weiß man was man von der allgemeinen Berichterstattung über Assad zu halten hat: es ist die reinste Hetze um eigennützige Interessen durchzusetzen.

      Auch der ORF betreibt seit dem ersten Irak Krieg massive Kriegs Hetze.

      Der IS und die Al Nusra sind von den Friedensgesprächen ausgenommen. Das Assad die vielen kleinen Rebellengruben bittet die Waffen niederzulegen zeigt das er diesen Krieg nicht will.

  14. Ich habe mal im Web gesucht und Folgendes gefunden.
    1990 hatte Syrien eine Bevölkerung von 14 Millionen und eine Fruchtbarkeitsrate von über 5 (Kinder pro Frau), die inzwischen auf 3 gefallen ist. Die Fruchtbarkeitsrate alleine erklärt, warum da jetzt 23 Millionen Leute sind. Wo sind die Millionen Flüchtlinge aus Irak und Palästina?

  15. Das heute am 01.03.2016 (≈ 11:00 uhr mez) bei youtube hochgeladene video von kenfm »kenfm im gespräch mit karin leukefeld über den starus quo in syrien« ist nicht mehr auf youtube sichtbar.

    Die youtube-eigene mitteilung, die bei der funktion »teilen« aufschien, als das video noch online war, lautete: »Dieses video ist nicht gelistet. Daher solltest du dir genau überlegen ob du es teilen möchtest«

  16. Zu Min 1:41:30
    Gibt es nicht die „Endzeit-Apostel“, die dieses „Jüngste Gericht“ Armageddon / Weltuntergang anstreben? Vielleicht hört man deshalb so wenig aus Israel zur Syrien-Einäscherung?
    Kann Frau Hecht-Galinski dazu was sagen?
    Siehe dazu auch Positionen 4:
    Humanismus – wie ihn Rüdiger Lenz anstrebt kann auch nur funktionieren, wenn keiner der Beteiligten mehr lügt und ein falsches Spiel spielt. Ist das überhaupt möglich, wenn „Endzeit-Gläubige“ Weltuntergangs-Szenarien auf Grund von Bibelzitaten herbei führen wollen, nur um ihren Messias wieder zu sehen?

    Sorry, das ist so abgedreht, aber ich ticke bis jetzt noch richtig. Bitte um Info.

    Spitzen – Interview mit Karin Leukefeld. Ich sah sie in Ffm und bin mir sicher, dass „wir das schaffen werden“ mit unseren Politikern und ihren Berichterstattern.

    • Ich habe mich einige male mit den Zeugen Jehovas unterhalten. Die sind auch felsenfest davon überzeugt das wir gerade in der Endzeit leben. Das sind sie allerdings seit 1913. Dazu ist auch noch anzumerken das sie weltweit von einen Ort in der USA (ich glaube New York) aus gesteuert werden. Von dort aus wird alles ganz genau vorgegeben.
      Die Zeugen sehen die Endzeit als etwas Positives wo sie durch Gott dem Erlöser gerettet werden.
      Der IS beruft sich ja auch auf den endzeitlichen Krieg sowie ich das verstanden habe.
      Ich finde es nur interessant das 1913 auch das Gründungsdatum der FED ist.

    • Die Offenbarung (das letzte Buch der Bibel) ist schwer zu verstehen. Jüngstes Gericht und Endzeit steht da alles drin; jedoch hat Jesus ausdrücklich gesagt, dass keiner die Stunde weiß (außer der Vater). Nach meinem Verständnis könnte das genausogut erst in 1000 Jahren passieren. Dass das keiner von uns weiß bedeutet, dass das keiner von uns weiß – so einfach ist das.

      Jesus redet von Vorboten, wie z.B. überall Kriege und so. Aber eben auch davon, dass zuvor noch Vieles geschehen wird. Weltuntergangs-Szenarien zu puschen ist mir neu. In meiner Bibel gibt es dazu jedenfalls keine Aufforderung; das wäre dann auch wirklich abgedreht. Ist aber nicht – Gott sei Dank.

      Mein Tipp: Besserwisser nicht überbewerten. Selber lesen. Aus dem, was gerade ist, das Beste machen und für den Schutz von Leben und Frieden eintreten. Das geht am besten, wenn man sich nicht kirre machen lässt.

  17. Wie Herr Perthes die Welt sieht…

    „Syrische Internetmedien präsentierten sogar einen, wie es hieß, vom saudischen Prinzen Bandar mit dem amerikanischen Nahostgesandten Feltman ausgearbeiteten Plan zur »Zerstörung Syriens«.

    Quelle: Volker Perthes, Der Aufstand – Die arabische Revolution und ihre Folgen, 1. Auflage, München 2011.

  18. Super gutes Interview mit einer beachtlichen und beeindruckenden Journalistin! Hochinteressantes Gespräch.
    Danke an alle Beteiligten!

    Übrigens, bei 1:23-1:25 tauchen ziemlich aufdringliche Störgeräusche auf! Vielleicht kann man das ja ändern.

    LG 🙂

    • Ja, das wollte ich auch grad mitteilen. Auch an einer für mich höchst interessanten Stelle wo es, so wie ich das mitbekommen habe, um den Menschen Assad geht und wie er eigentlich Präsident wurde. Hoffe es kommt nochmal ungestört. Ansonsten bisher ein sehr interessantes Interview mit vielen Details die mir bis dato unbekannt waren.

    • Bei mir treten diese Störgeräusche nicht auf. Ich verwende aber keinen Flash Player. Nur Iceweasel (Firefox) mit HTML5.
      Was mir aber aufgefallen ist: seit ich mich bei KenFM angemeldet habe und meine ersten Kommentar abgegeben habe (danach war dann für mich auch die KenFM Seite für mehrere Stunden nicht erreichbar und hat nicht funktioniert) dauert der Verbindungsaufbau zu KenFM und auch zu anderen Seiten sehr lange, ob da ein Überwachungsknoten dazwischen geschaltet wurde?

  19. Ich stimme völlig zu bezüglich der Konzeptlosigkeit der westlichen Politik und insbesondere der der USA. Insbesondere natürlich bezüglich der Rolle Saudi-Arabiens. In Deutschland gibt es immerhin vereinzelt kritische Berichterstattung in den Mainstreammedien über die Saudis und ihre Diktatur. In den USA aber wird meines Wissens das wirkliche Problem dieses Bündnisses massiv übertüncht: In der Tat ist es so, dass viele Golfstaaten sehr ähnlich wie Saudi-Arabien sind, was die Dominanz eines konservativen Islams betrifft. Nur gibt es zwei wirklich wesentliche Unterschiede: In Saudi-Arabien ist diese Form des Islams anders als in allen anderen Golfstaaten mit der Ausnahme Iran per DIKTATUR vorgeschrieben. Und der zweite Punkt, der mich persönlich wirklich stört (aber von vielen Leuten seltsamerweise als ‚harmlos‘ angesehen wird): Obwohl Saudi-Arabien ein Verbündeter des Westens ist, erlaubt Saudi-Arabien überhaupt keine Touristen (nicht einmal US-amerikanische). Das finde ich auch grundsätzlich problematisch. Es zeigt nämlich explizit, dass die Belange der Bürger der westlichen Staaten da schlicht nicht zählen (Saudi-arabische Staatsbürger können in Deutschland Urlaub machen, warum dann nicht auch umgekehrt?!).
    Bezüglich Irak und Massenvernichtungswaffen: Ich denke, dass die USA da sehr wohl nach Massenvernichtungswaffen suchten, aber nicht nach solchen in den offiziellen Beständen der irakischen Armee. Möglicherweise haben sie sogar welche gefunden, aber den Medien etwas Anderes erzählt. Das Thema ‚Waffen in den Händen von Terroristen‘ und ähnliche Dinge sind mit Sicherheit ‚top secret‘. Dennoch ist natürlich das Resultat des Krieges im Irak (sowohl die vielen Opfer als auch der jetzige Status) mehr als fragwürdig, und noch schlimmer sieht es in Syrien aus. Man kann dazu im Internet aber einiges finden, z.B. in den Enthüllungen von Dimitri Khalezov.

    • Obwohl Saudi-Arabien ein Verbündeter des Westens ist, erlaubt Saudi-Arabien überhaupt keine Touristen (nicht einmal US-amerikanische).

      Man kann Moslem werden und nach Mekka fahren. Dann bekommt man aber auch nur ein Visum für Mekka.

      Es zeigt nämlich explizit, dass die Belange der Bürger der westlichen Staaten da schlicht nicht zählen (Saudi-arabische Staatsbürger können in Deutschland Urlaub machen, warum dann nicht auch umgekehrt?!).

      Was halten die gewöhnlichen Saudiaraber davon? Möglicherweise ticken die anders als Deutsche. Warum sollte jemand da hin dürfen, obwohl ihn keiner eingeladen hat? Geld ist nicht alles.

    • @Streng Geheim
      ‚Man kann Moslem werden‘ -> entspricht der nicht vorhandenen Religionsfreiheit.
      Es gibt zahlreiche ähnlich erzkonservative islamische Länder wie Saudi-Arabien – und da muss man auch nicht Moslem werden, um als Tourist einzureisen.

      Ich halte offene Grenzen für einen Wert an sich, und zwar für einen ganz grundlegenden. Und vor allem zwischen verbündeten Nationen halte ich es für eine Selbstverständlichkeit, dass BEIDSEITIG Touristenvisa ausgestellt werden – eine Einseitigkeit diesbezüglich ist faktisch ein Affront. Es ist schon per se interessant, sich fremde Länder anzuschauen, finde ich – und gerade ‚besonders fremde‘ Länder können ja auch interessant sein.
      Die wenigen Reiseagenturen in Saudi-Arabien halten meines Wissens nichts davon, dass sie derzeit nur die Geschäftsreisenden als potentielle Kunden haben. Leute, die per se etwas gegen Touristen haben sind rechtsradikal – ich denke nicht, dass man sowas bei Saudi-Arabern respektieren müsste (wenn es überhaupt so wäre).
      Es besteht etwas Hoffnung auf ein GCC-Visum für alle Golfstaaten. Ich weiß nicht, wie lange der Westen sich diese Affronts von den Saudis noch gefallen lassen will. Aber die Diplomatie ist langsam – und stets darauf bedacht, dass die Gegenseite ‚ihr Gesicht wahren‘ kann.

    • Es stimmt tatsächlich dass Individualtouristen nicht in Saudi-Arabien einreisen können:

      Allgemeine Reiseinformationen
      Saudi-Arabien ist kein touristisches Reiseland. Visa für Individualtouristen werden nicht erteilt. Transitreisen auf dem Landweg (beispielsweise in die VAE) sind nicht möglich. Es gibt nur einen sehr eingeschränkten Auslandstourismus – vorwiegend aus arabischen Nachbarländern. Einige wenige Gruppenreisen mit Reiseleitung aus westlichen Ländern sind jedoch möglich.
      https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/SaudiArabienSicherheit.html

      Man sollte keine Texte oder Symbole nicht-muslimischer Religionen einführen, schon gar nicht zur Schau stellen.

Hinterlasse eine Antwort