Keine Sanktionen, kein Krieg!

Die Gelegenheit für einen Politikwechsel ist günstig wie lange nicht mehr. Zum Beispiel befürwortet die Mehrheit der Bevölkerung wie auch der deutschen Wirtschaft, dass die von den USA ohne Absprache mit der EU beschlossenen neuen Sanktionen gegen Russland nicht akzeptiert und überhaupt sämtliche Sanktionen gegen Russland eingestellt werden. Abzuwarten bleibt, wie sich die führenden deutschen Politiker dazu verhalten. Es könnte zu einem Wahlkampfthema der SPD und der LINKEN werden. Im Moment sieht es noch nicht danach aus, aber bis zur Bundestagswahl ist noch etwas Zeit.

Auszug aus „Die Eroberung Europas durch die USA“ – Erweiterte Neuausgabe, Westend Verlag, Frankfurt am Main, Juni 2017 – von Wolfgang Bittner:

Der Viersternegeneral Wesley Clark, zeitweise Oberbefehlshaber der NATO, hat 2007 in einem Interview rückblickend gesagt, dass seinerzeit schon die Bush-Administration den Krieg gegen sieben Länder geplant habe. Das waren außer Afghanistan der Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und letztlich noch der Iran.(1) Es gab also schon unmittelbar nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 einen Plan für Regimewechsel und Kriege in sieben Ländern des Nahen Ostens und Afrikas. Und bereits zu Beginn des Kalten Krieges Anfang der 1950er Jahre erklärte der britische Baron Hastings Ismay, erster Generalsekretär der NATO, die Mission des Bündnisses für Europa: „To keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“ (die Russen draußen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten).(2)

Das ist bis heute die Strategie der USA. Anstatt die NATO spätestens 1991 nach der Auflösung des Warschauer Pakts ebenfalls aufzulösen, und zwar zugunsten eines gesamteuropäischen Sicherheitsbündnisses einschließlich Russlands, wurde das transatlantische Militärbündnis unter Einflussnahme der USA immer mehr zu einem Aggressionsinstrument gegen Russland entwickelt. Die aktuellen Konflikte und Kriege sind nicht durch Zufall entstanden, sie sind von gewissenlosen Psychopathen – anders kann man sie wohl nicht nennen – in Politik, Wirtschaft und Militär geplant worden.(3) Barack Obama hat als 44. Präsident der Vereinigten Staaten somit nur das weitergeführt, was seit Langem auf der Agenda stand. Das hatte gravierende Folgen für Europa und für Deutschland. (…)

„Wir sind um die Früchte einer gewaltigen Anstrengung der Verständigung zwischen West und Ost betrogen worden“, schreibt Albrecht Müller. „Die Entspannungspolitik war ja nicht vom Himmel gefallen. Sie war das Ergebnis großen strategischen Denkens und harter Arbeit – gerade von Politikern aus Deutschland. An der Durchsetzung dieser Friedenspolitik waren viele Menschen aus Europa und aus Deutschland beteiligt. Auch aus den USA. Aber die Lobby aus Militär und Rüstung und Finanzwirtschaft hat uns die Friedensdividende geklaut.“(4)

(…)

Es gibt nach wie vor namhafte Politiker und Publizisten, die konsequent vernünftige friedenspolitische Ansichten vertreten und sich vom Mainstream und von Anfeindungen nicht beirren lassen. Dazu gehört bis zu einem gewissen, im Rahmen der deutschen Sozialdemokratie vertretbaren Grad auch Matthias Platzeck, ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsidenten und Bundesvorsitzenden der SPD. Seit 2014 ist er Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, das sich für einen breiten Dialog zwischen Deutschland und Russland engagiert. Allerdings hatte sein Appell vom November 2014, Russland und Kiew sollten die „Annexion der Krim völkerrechtlich legalisieren“, zu Auseinandersetzungen mit der Bundesregierung geführt.

Im Februar 2017 schrieb Platzeck im sozialdemokratischen Vorwärts:

„Russland ist in die europäische Sicherheitsordnung nicht eingebunden. Das führt zu Konflikten. Deshalb ist nun die Stunde für eine pragmatische Realpolitik gegenüber Moskau gekommen. Vorbild dafür könnte die Ostpolitik Willy Brandts sein. Verständigungspolitik mit Russland ist eine realpolitische Notwendigkeit. Das war bei der Ostpolitik Willy Brandts und Egon Bahrs in den sechziger und siebziger Jahren nicht anders. Ohne eine Entspannung des Verhältnisses zu Moskau wird es keine Stabilität und keine Sicherheit auf dem europäischen Kontinent geben. Das aber muss unser vorderstes Ziel sein.“(5)

Ebenfalls im Februar 2017 konstatierte Matthias Platzeck in einer Rede in Dresden, dass die Wirtschaft „angesichts des riesigen Potenzials für die Kooperation“ großes Interesse an der Partnerschaft mit Russland habe: „Russland ist ein bedeutender Absatzmarkt, für viele Branchen sogar der wichtigste Absatzmarkt in Europa.“(6) Noch erstaunlicher als das Interesse der Wirtschaft an einer Partnerschaft mit Russland sei das Interesse der Bürger, so Platzeck. Er berief sich auf eine Umfrage der Körber-Stiftung von 2016, wonach sich eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent der Deutschen für engere Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausgesprochen hat, und rund 70 Prozent der Befragten waren für die Aufhebung der Sanktionen.(7) Platzeck: „Die Deutschen positionierten sich damit klar gegen den politischen und medialen Mainstream mit seinem russlandkritischen Dauerton. … In Russland waren die Ergebnisse ähnlich eindeutig.“(8)

Wolfgang Bittner: „Die Eroberung Europas durch die USA. Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“, Westend Verlag, 256 Seiten. Die komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe erschien im Juni 2017.

Wolfgang Bittner ist Schriftsteller und Jurist, siehe auch www.wolfgangbittner.de sowie KenFM im Gespräch: https://kenfm.de/wolfgang-bittner/

Quellen:

(1) Wesley Clark, zit. n.: Amy Goodman, democracy now, YouTube, 6.3.2012, https://www.youtube.com/watch?v=kkE8Gp-nWEs, 30.12.2016.

(2) Hastins Ismy, zit. n.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hastings_Ismay,_1._Baron_Ismay, 23.1.2017.

(3) Dazu: Daniele Ganser, Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien, Orell Füssli, Zürich 2016.

(4) Albrecht Müller, Quo vadis Europa – gute Nachbarschaft mit Russland oder Konfrontation und Kriegsgefahr? NachDenkSeiten, 20.12.2016, http://www.nachdenkseiten.de/?p=36360, 22.12.2016. Sowie: Rede in Kaiserslautern am 10.6.2016 im Rahmen der Kampagne „Stopp Ramstein“, http://www.nachdenkseiten.de/?p=33892, 22.12.2016.

(5) Matthias Platzeck, Platzeck: Ohne Entspannung mit Russland keine Sicherheit in Europa, Vorwärts, 20.2.2017, https://www.vorwaerts.de/artikel/platzeck-ohne-entspannung-russland-keine-sicherheit-europa, 23.2.2017.

(6) Matthias Platzeck, Brauchen Europa und Russland einander wirklich? Rede vom 19.2.2017 in Dresden, Sächsische Zeitung, 19.2.2017, http://www.sz-online.de/nachrichten/brauchen-europa-und-russland-einander-wirklich-3617266.html, 23.2.2017.

(7) Siehe auch: Körber-Stiftung, Annäherung oder Abschottung?, März 2016, https://www.koerber-stiftung.de/fileadmin//user_upload/koerber-stiftung/mediathek/pdf/2016/Umfrage_Russland-in-Europa.pdf, 23.2.2017.

(8) Matthias Platzeck, Rede vom 19.2.2017 in Dresden, a.a.O.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

27 Kommentare zu: “Keine Sanktionen, kein Krieg!

  1. Tja Annette, genauso ist es.

    Gut-Menschen, andere Dummköpfe und Idioten fragen: Wie ändere ich das, damit alles besser wird?

    Intelligente, SELBER denkende Menschen fragen: Wie gehe ich mit dieser Realität sinnvoll um, damit ich dieses eine Leben das ich nun mal nur habe, nicht an den Schwachsinn anderer verschwende?

  2. Anbei ein Auszug aus einem aktuellen Artikel Herrn Meyssans:

    Die Vereinigten Staaten, wie jeder Staat, können ihren Unternehmen verbieten, Handel mit ausländischen Staaten zu treiben und ausländischen Unternehmen verbieten, mit ihnen zu handeln. Aber gemäß der Charta der Vereinten Nationen können sie ihren Verbündeten und Partnern nicht ihre eigene Wahl vorschreiben. Es ist jedoch das, was die USA seit ihren Sanktionen gegen Kuba getan haben. Damals unter der Führung von Fidel Castro – der kein Kommunist war – hat die kubanische Revolutionsregierung eine Landreform ins Leben gerufen, die Washington missbilligte [4]. Die NATO-Mitgliedstaaten, die sich nichts aus dieser kleinen Insel in der Karibik machten, folgten also der Bewegung. Nach und nach hat der Westen, von selbst als normal angesehen, Staaten auszuhungern, die ihrem mächtigen Lehensherrn widerstanden. Jetzt geschieht es zum ersten Mal, dass die Europäische Union von einem System betroffen wird, an dessen Aufbau sie mitgeholfen hat.

    Komplett hier:

    Das US-Establishment gegen den Rest der Welt
    von Thierry Meyssan
    http://www.voltairenet.org/article197289.html

    Am Ende liegt die Entscheidung über die Durchsetzung der Sanktionen nicht bei den politischen Vertretern der repräsentativen EU Demokratien, die ja wo sonst auch Elitendemokratien sind, sondern bei der EU Oligarchie.

    Wie verhalten sich Oligarchen wenn sie die eigene Medizin schmecken und wenn sie feststellen, daß sie sich nur durch bedingungslosen Gehorsam die Geneigtheit eines noch Mächtigeren erhalten können?

  3. Im Zuge der weiteren aktuell beschlossenen Sanktionen gegen RU, interessiert mich die EU-Rechtslage, durch wen solche Rechtsakte in der EU beschlossen werden können.
    Insbesondere, weil die vorherrschende Meinung besteht, wir in der EU sind ein Musterbeispiel für Demokratie und können andere Staaten maßregeln.

    Zeit-online schreibt folgendes:
    „… Wegen der sanktionswidrigen Lieferung … hat die EU Strafmaßnahmen … beschlossen. Das teilte der Rat als Vertretung der EU-Staaten in Brüssel mit.

    1. wer sind die Personen in der EU, die in der EU beschließen – und mit welchem Recht?
    2. Sind diese beschließenden Personen gewählt – und von wem?
    3. Kann man diese Leute abwählen?
    4. Ist das Demokratie?

    Definition EU-Rechtsakte

    http://www.juraforum.de/lexikon/rechtsakte-der-eu

    • Dazu die EU selbst:

      Restriktive Maßnahmen oder „Sanktionen“ sind ein wichtiges Instrument der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU. Sie werden von der EU als Teil eines ganzheitlichen und umfassenden politischen Ansatzes eingesetzt, zu dem auch der politische Dialog, flankierende Bemühungen und die Anwendung sonstiger verfügbarer Mittel gehören.
      Wichtigste Ziele bei der Annahme von Sanktionen
      • Wahrung der Werte, der grundlegenden Interessen und der Sicherheit der EU
      • Friedenserhaltung
      • Festigung und Förderung von Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, den Menschenrechten und den Grundsätzen des Völkerrechts
      • Verhütung von Konflikten und Stärkung der internationalen Sicherheit
      Sanktionen sollen eine Änderung in der Politik oder im Handeln derjenigen bewirken, gegen die sich die Maßnahmen richten, und so die Ziele der GASP befördern. Sie richten sich gegen:
      • Regierungen von Nicht-EU-Mitgliedstaaten aufgrund ihrer Politik
      • Organisationen (Unternehmen), die die Mittel für die Politik, gegen die sich die Maßnahmen richten, bereitstellen
      • Gruppen oder Vereinigungen wie etwa terroristische Gruppen
      • Einzelpersonen, die die Politik, gegen die sich die Maßnahmen richten, unterstützen, die an terroristischen Aktivitäten beteiligt sind usw.
      Sie werden mit Rücksicht darauf konzipiert, nachteilige Auswirkungen für diejenigen, die nicht für die Politik oder die Handlungen, die zur Verhängung von Sanktionen geführt haben, verantwortlich sind, möglichst gering zu halten, Insbesondere ist die EU bestrebt, die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung vor Ort oder auf rechtmäßige Aktivitäten in oder mit dem betroffenen Land auf ein Mindestmaß zu beschränken.
      Alle von der EU verhängten restriktiven Maßnahmen stehen vollständig im Einklang mit ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen, nicht zuletzt den Verpflichtungen im Bereich Menschenrechte und Grundfreiheiten.

      http://www.consilium.europa.eu/de/policies/sanctions/

      So sieht also Doppelsprech aus.

    • Fantastin…

      SIe scheinen eine der Wenigen zu sein, die sich im Net einen zutreffenden Namen zugelegt haben.

    • @ Michel Eyquem
      „…Wer einen wirklich klaren Gedanken hat, kann ihn auch darstellen. Ist der Geist einmal der Dinge Herr, folgen die Worte von selbst. …“
      Zitat – Michel Eyquem de Montaigne – französischer Humanist (1533 – 1592)

      Gratulation – und Entschuldigung.
      Ich wusste nicht, dass so helle Köpfe hier mit an Bord sind – und die das gesamte Netz überschauen.
      Plagiatoren aber gibts schon genug.

  4. Kriegshetze ist illegal! Sie erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

    Die Aussagen Wesley Clarks stellen ein starkes Indiz dafür dar, daß die Anschläge vom 11. Septemer 2001 von der US-Administration als Inszenierung eines »neuen Pearl Harbor« geplant wurden. Das ist in der Tat bis heute die Strategie der USA. Herr Bittner beschreibt in seinem Buch mediale Hetze:

    Schlagen wir die Zeitung auf, springen uns seit Monaten Putin-Karikaturen entgegen und Leitartikel geißeln die angeblich kriegslüsternen Russen. Häme, Unterstellungen und Lügen auch in Radio- und Fernsehsendungen. »Stoppt Putin jetzt!«, lautete ein Spiegel-Titel und im Deutschlandfunk wurde gefragt: »Ist Putin noch zu stoppen?«, oder wir erfuhren: »Russland schürt den Konflikt.« NDR-Weltbilder klärte uns über die »Psyche von Wladimir Putin« auf, der sich laut ZDF als »der neue Zar« fühlt und den Prinz Charles mit Hitler verglich. »Dem Mann fehlt Menschlichkeit«, hieß es im Tagesspiegel.

    Diese Vorgehensweise, der Bevölkerung mittels Cartoons Haß aufzuprägen, kommt (nicht nur) in den USA schon ziemlich lange zur Anwendung:

    Während der ersten Monate von Reagans Amtszeit hielt ich einen Kurs über Psychohistorie an der City University von New York. Um der Klasse zu zeigen, wie man kollektive Stimmungen von Nationen erkennt, bat ich sie, gegenwärtige politische Cartoons, Titelseiten von Magazinen, Präsidentschaftsreden und Zeitungskolumnen mitzubringen, damit wir sehen konnten, welche Bilder und emotionalen Wörter im politischen Gemeinwesen gerade in Umlauf waren. Als Reagan in seiner Amtseinführungsrede sagte, wir würden uns »schrecklich« (wegen der Inflation) fühlen, wir wären »gescheitert«, »verängstigt« und »zerfallen« (als Nation) und würden voll »aufgestauter Wut« (gegenüber der Regierung) sein, bat ich die Klasse zu überlegen, was die psychologischen Ursachen für eine derart apokalyptische Sprache zu diesem speziellen Zeitpunkt der amerikanischen Geschichte sein könnten.

    Lloyd deMause: Das emotionale Leben der Nationen
    irwish.de/pdf/DeMause-Das_emotionale_Leben_der_Nationen.pdf

    Als Chruschtschow nachgab und die Raketen entfernte, sodaß die Krise plötzlich ohne jeden Krieg endete, fühlten sich die Amerikaner gewaltig im Stich gelassen. Die Medien berichteten über »Die eigenartige Stimmung in Amerika heute – verblüfft und verun sichert, was man glauben soll«.8 Sie begannen Fragen zu stellen, die als Angst einflößend galten: »Wird das jetzt eine Welt ohne echten Krieg sein? Plötzlich erscheint die Welt so still … Warum die Stille? Was bedeutet sie?« Die Aussicht auf friedvolle Stille fühlte sich furchtbar beängstigend an.

    Amerikaner aller Parteien waren unter verschiedenen Vorwänden wütend auf Kennedy. Viele riefen bald nach einer neuen Invasion Kubas und unterstützten Senator Barry Goldwaters Forderung, Kennedy müsse »alles tun, was zu tun ist, um diesen Krebs loszuwerden. Wenn das Krieg bedeutet, dann laß es Krieg bedeuten.« Man beschuldigte Kennedy, dem Kommunismus gegenüber zu weich zu sein, weil er zu seiner Zusage an die Sowjets stand, nicht einzumarschieren, und als er vorschlug, einen Vertrag zur Begrenzung nuklearer Tests zu unterzeichnen, sank seine Popularität in den Umfragen noch weiter.

    Die nationalen Kolumnisten machten ihrer Wut auf den Präsidenten Luft, und politische Cartoonisten bildeten Kennedy bei seiner Guillotinierung ab. Richard Nixon warnte: »Es wird … Blut vergossen werden, noch bevor (die Wahl) zu Ende geht«, und ein Cartoon in The Washington Post zeigte Nixon ein Grab schaufelnd. Viele Herausgeber waren noch schonungsloser. The Delaware State News brachte: »Ja, Virginia, es gibt einen Santa Claus. Zufällig heißt er jetzt gerade Kennedy – erschießen wir ihn, sprichwörtlich, noch vor Weihnachten.« Potentielle Attentäter im ganzen Land – Psychopathen, die es immer gibt und nur eine Entschuldigung dafür brauchen, zu töten – betrachteten diese medialen Todeswünsche als Signal, als Auftrag, die notwendige Tat auszuführen und nahmen diese Phantasien als Erlaubnis, Kennedy umzubringen. Die Gruppenphantasie entwickelte sich dahingehend, daß Kennedy umgebracht werden könne, wenn er den Krieg, den Amerika wollte, nicht herbeiführen konnte, und Präsident Lyndon Johnson würde dann den Krieg beginnen.

    Kennedys Berater warnten ihn vor den zunehmenden Morddrohungen. Seine Reise nach Dallas, bekannt als die »Haß-Hauptstadt des Dixie«, erachtete man als besonders gefährlich. Seine Berater flehten ihn an, die Reise abzusagen. Senator William Fulbright warnte ihn: »Dallas ist ein sehr gefährlicher Ort. … Ich würde da nicht hingehen. Gehen Sie da nicht hin.« Vizepräsident Johnson plante seine Rede, die er in Austin, nach dem Dallas-Besuch, halten wollte, mit den Worten zu eröffnen: »Mister Präsident, ich danke Gott, daß Sie lebend aus Dallas herausgekommen sind!« Die Richter von Dallas und die lokalen Spitzen warnten den Präsidenten davor, in die Stadt zu kommen, da die Gefahr eines Anschlags zu groß sei. Am Tag vor der Ermordung, als in Dallas Flugzettel mit Kennedys Bild unter der Schlagzeile »Wegen Verrats gesucht« verteilt wurden, strömten militante Mitglieder der rechtslastigen John-Birch-Gesellschaft und andere gewaltbereite Gruppen nach Dallas, und Hunderte von Reportern flogen von überall aus dem Land ein, alarmiert davon, daß dem Präsidenten irgendetwas passieren könnte.

    Kennedy selbst war sich der Gefahr, erschossen zu werden, bewußt. Zwei Monate vor der Ermordung drehte er einen Familienfilm, »nur so zum Spaß«, in dem er ermordet wird. Am Morgen des Tages seiner Ermordung, erinnerte sich ein Berater später, ging Kennedy zu seinem Hotelfenster, »sah hinunter zur Rednertribüne … und schüttelte den Kopf. ›Jetzt sieh dir mal diese Bühne an‹, sagte er. ›Mit all diesen Gebäuden rundherum kann der Geheimdienst niemanden daran hindern, dich zu kriegen, wenn er es darauf anlegt.‹« Als die First Lady Jacqueline Kennedy ihm sagte, sie hätte bei dieser Reise Angst vor einem Mordanschlag, stimmte Kennedy zu und sagte: »Heute gehen wir ins Land der Spinner. … Weißt du, gestern Abend wäre eine Spitzennacht dafür gewesen, einen Präsidenten zu ermorden. Ich meine das wirklich so … stell dir vor, ein Mann hätte eine Pistole in seiner Aktentasche gehabt.« Er richtete seinen Zeigefinger gegen die Wand und bog seinen Daumen. »Dann hätte er die Waffe und die Aktentasche fallengelassen und wäre in der Menge untergetaucht.« Man betrachtete die Reise nach Dallas als »bereit« für einen Mordanschlag; Mrs. Kennedy meinte zu einem Mitglied des Geheimdienstes: »Wir sind nichts als Zielscheiben in einer Schießbude.« Und Kennedy selbst erzählte seiner Frau am Morgen der Erschießung: »Jackie, wenn mich jemand von einem Fenster aus mit einem Gewehr erschießen will, kann niemand ihn aufhalten.«

    (ebenfalls deMause)

    Daß die mediale Kriegshetze funktioniert, sollte für den mit fundierten Informationen versehenen Bürger daher nichts Neues sein. Doch wer liest schon solche Bücher? Die Allerwenigsten! Deshalb funktioniert Kriegspropaganda auch weiterhin. Es ist fast egal, wen aus meinem Umfeld ich frage: Kaum einer weiß um die Existenz von WTC7 oder davon, daß die Flugzeugentführer angeblich nur mit Teppichmessern bewaffnet gewesen sein sollen …

    Was meiner Auffassung nach daher als erstes angestrebt werden sollte, ist die Enteignung der Eigentümer von Massenmedien – ganz besonders der Eigner von TV- und Radiosendern –, die sich der Kriegshetze verschrieben haben.

    • „Was meiner Auffassung nach daher als erstes angestrebt werden sollte, ist die Enteignung der Eigentümer von Massenmedien….“

      Echt geile Idee! Und sie haben sicher auch schon einen Vorschlag wie das in der real existierenden Welt möglich sein wird?

      Sie verstehen schon, dass ihr Vorschlag daher dieselbe Qualität wie dieser hier: „Der liebe Gott wird morgen vom Himmel herabsteigen und die bösen, habgierigen ihre Macht missbrauchenden Menschen, in die Schranken weisen!“

    • Inzwischen habe ich gelernt, Ihren Sarkasmus als das zu erkennen, was er ist und woraus er sich speist.

      Selbstverständlich kann ich keine sinnvollen Vorschläge dazu machen, wie denn nun dies und das als notwendig zu Änderndes umgesetzt werden kann. Wenn Vorschläge zur Veränderung bzw. Verbesserung der Gesellschaft gemacht werden, implizieren diese stets eine Aufforderung an alle anderen, die diese Vorschläge ebenfalls gutheißen. Kein Mensch kann solche Veränderungen alleine durchsetzen. Wenn sich für einen solchen Vorschlag weder ausreichend Verständnis noch eine ausreichende Mehrheit findet, kann er nicht umgesetzt werden. Andernfalls kann man sich zusammenfinden und darüber diskutieren, wie eine Umsetzung anzugehen sei, wie man dafür notwendige Mittel beschafft usw.

      Sie raten hier stets, man solle sich am besten nur um sich selbst kümmern. Aber genau das tun die allermeisten Menschen bereits: Sie kümmern sich in oft kleinlicher und kleingeistiger Weise um Ihre eigenen Angelegenheiten. Was Sie nicht sagen: Wie Sie glauben, daß man sich um sich selbst zu kümmern habe. Und was Sie implizit damit sagen: Kümmere dich nicht um andere, nicht um die Zustände, denke vor allem erst an dein eigenes Wohl. Genau das machen die meisten längst, weil man ihnen die Empathiefähigkeit so stark verkürzt und beschnitten hat, daß sie, wenn überhaupt, gerade noch für die eigene Familie und das nähere Umfeld ausreicht.

      Solche Gedanken und Ideen wurden bereits lange vor der sog. Aufklärung der Neuzeit niedergeschrieben. Damals gab es noch kaum Menschen, die lesen konnten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren europäische (incl. amerikaniche) Gesellschaften von kirchlichen Vorstellungen geprägt und unterdrückt. Heute gibt es zwar weitaus mehr Menschen, die lesen können, aber sie tun’s nicht, zumindest keine „trockenen“ Sachbücher, und die Vorstellungen werden noch immer von außen diktiert – kurz: Sie sind von anderen, die religiösen ersetzenden Vorstellungen geprägt. Man kann aber Menschen, denen man quasi die Empathie schon im Kleinkindalter zu amputieren begonnen hat, nicht vorwerfen, daß sie emotional reduziert sind. Unser Gefühlsapparat stellt eine Art Geschmacksorgan dar. Der Geschmack einer Speise dient nicht in erster Linie, wie die meisten wohl glauben dürften, der Erzeugung von Lustgefühlen beim Essen. Vielmehr handelt es sich um eine Prüfvorrichtung, gebildet aus Zunge, Riechvermögen und Tastsinn. Genau so verhält es sich auch mit unserem Gefühlsapparat: Durfte dieser sich weitgehend natürlich entwickeln und entfalten, dient er uns zum „Abschmecken“ aller Impulse, die unser Bewußtsein erreichen, ob sie nun von innen oder von außen kommen. Selbst die Sprache bzw das Denken mittels Wortsymbolen ist, wenn man es näher bedenkt, eine Art Empfindung, wenngleich auch eine sehr spezielle. Kein Gedanke kommt ganz ohne Gefühlsbeteiligung zustande. Denken ist quasi standardisiertes Empfinden, das sich aus dem Gefühlsapparat heraus entwickelt hat.

      Zur Zeit lese ich von Ivan Illich das kleine Büchlein Entschulung der Gesellschaft – Entwurf eines demokratischen Bildungssystems (1970). Das Vorwort von Hartmut von Hentig sollte einstweilen genügen, um den Inhalt des Buches grob zu umreißen:

      In die Euphorie der Bildungsreform, die auch ihre einstigen Gegner ergriffen hat, wird dieses Buch einschlagen wie eine Bombe. Es wird eine Allianz zwi­schen Reformern und Bewahrern stiften, die beide sich nicht erträumt haben. Sie werden an ihm entdecken, was sie gemeinsam erhalten wollen, wenn auch mit verschiedenen Mitteln: die Schule – die Schule als das öffentlich kontrollier­te Instrument der gesellschaftlichen Selbststeuerung. Denn die Schule ist es, die den Fortbestand der Ordnungen und Einrichtungen und Vorstellungen garan­tiert, aus denen wir alle leben; sie macht das Leben halbwegs berechenbar; sie nimmt den einzelnen ab, was sie sich längst nicht mehr zutrauen: die Verant­wortung für das, was sie sind.

      irwish.de/pdf/Illich-Entschulung_Gesellschaft.pdf

      Auch hier werden zahlreiche gute Vorschläge gemacht, allen voran die Forderung, Schulen, wie wir sie heute haben, ersatzlos zu streichen, weil sie mehr ein Hort der Verdummung statt des Lernens sind und die Schüler emotional noch weiter reduzieren, auf daß sie später gut in die vorbereiteten Schablonen der vorgegebenen standardisierten Persönlichkeiten passen. Man kommt, wenn man einigermaßen frei ist von Gehorsams- und Unterwerfungsneigung, zwangsläufig zu der Erkenntnis, daß die Schulen, die einst eingeführt wurden, um gehorsame und angepaßte Untertanen zu produzieren, diese Funktion heute noch immer erfüllen. Natürlich ist es nicht möglich, mit solchen Schriften den Stachel des Zweifels in allen Menschen zu säen, aber vielleicht doch in einigen jeder, die sich entschieden haben, ein solches Buch zu lesen.

      Jahrtausendelang wirkende Traditionen unter der Vorherrschaft des jeweils Stärkeren lassen sich nicht schnell man in zwei drei Generationen ändern, vermutlich auch nicht in zwanzig oder dreißig.

      Gut-Menschen, andere Dummköpfe und Idioten fragen: Wie ändere ich das, damit alles besser wird? Intelligente, SELBER denkende Menschen fragen: Wie gehe ich mit dieser Realität sinnvoll um, damit ich dieses eine Leben das ich nun mal nur habe, nicht an den Schwachsinn anderer verschwende?

      https://kenfm.de/keine-sanktionen-kein-krieg/#comment-120859

      Ja, wie gehen denn Sie mit dieser Realität um? Sie flüchten vor ihr in ein ihren Worten nach schönes Land, lachen hämisch über die Zurückgebliebenen und empfehlen, es Ihnen gleichzutun – im Grunde dasselbe, von niederen Instinkten geprägte Niveau, das Sie den „dämlichen“ Zurückgebliebenen vorwerfen. Fragt man nach, ob denn in ihrem „schönen“ Land die Menschen aufgeklärter, weniger unterdrückt und weniger gehorsam und unterwürfig sind, verweigern Sie die Antwort.

      Allein schon diese beiden von Ihnen stammenden Sätzen lassen die bereits benannte Überheblichkeit, gepaart mit einem ordentlichen Schuß Naivität und Wortaberglauben, deutlich erkennen. Diese drei Eigenschaften stehen einem echten Verständnis für Ihre Mitmenschen diametral entgegen: Überheblichkeit nährt sich von narzißtischen Vorurteilen, Naivität beinhaltet eine Neigung zu vorschnellen Urteilen, weil die Dinge angeblich sooo einfach sind, und der Wortaberglaube erklärt das Sein von Irgendetwas allein aus der Tatsache, daß es ja ein Wort dafür gibt und daß dort, wo Rauch aufsteigt, folgerichtig ein Feuer sein muß.

      Was dieser Satz nicht erklärt, ist Ihre Definition von Schwachsinn. Sie wollen damit vermutlich zum Ausdruck bringen, daß Sie den Äußerungen Ihrer Mitmenschen nur wenig Sinn entnehmen können und daß Ihre Mitmenschen daher geistig minderbemittelt sein müssen. Wenn es nur so einfach wäre, daß Menschen entweder selber denken oder von anderen in ihrem Denken kontrolliert werden, dann würde tatsächlich allein die Abschaffung der Massenmedien eine Besserung bewirken können. Daß es in Wirklichkeit aber viel komplizierter ist, habe ich in einigen meiner Beiträge versucht darzustellen. Das läßt Sie allerdings kalt, Ihnen genügt bereits Ihre Vorstellung, über all das erhaben zu sein, um Ihre Überheblichkeit und Ihre Verachtung für andere damit zu rechtfertigen. Dabei sind Sie ebenfalls „nur“ ein Mensch, dessen angebliche Verachtung, die Sie für andere zu empfinden wähnen, sich genau so wie bei anderen Menschen auch aus einer tief vergrabenen Selbstverachtung speist. Daß sie diese abwehren und auf andere projizieren müssen, ist verständlich und nachvollziehbar.

    • Peter Pan,
      Ich sage kümmer dich um dich, WENN du eingesehen hast, dass du das da draussen nicht änder kannst:

      „Selbstverständlich kann ich keine sinnvollen Vorschläge dazu machen, wie denn nun dies und das als notwendig zu Änderndes umgesetzt werden kann.“

      Wenn Menschen mit Selbst-Reflexion und Selbst Erkenntnis sich nach dieser Einsicht dann um „ihr“ Leben kümmern, dann ist das etwas ganz anderes als wenn der grosse blöde Haufen vor sich hinkonsumiert, weil ihm Werbung wieder mal etwas eingeredet hat, oder eine Wahl zwischen Merkel und Schulz für Demokratei hält, so ist das etwas anderes, als wenn jemand zB in DE seine Koffer packt und weit, weit weg, zB in Neuseeland oder von mir aus auch auf einer thailändischen Insel, ein friedliches angenehmes Leben führt.

      Lassen sie dem blöden Haufen und den Gut-Menschen die meinen sie retten zu müssen diesen hässlichen Teil der Welt…

  5. „Die Gelegenheit für einen Politikwechsel ist günstig wie lange nicht mehr.“

    Ich kanns kaum erwarten von solchen Leuten die solch schlaue Artikel schreiben nach der Wahl erklärt zu bekommen, warum es denn auch diesmal nichts wurde, weil der verblödete Urnenpöbel (danke Benjamin) mal wieder nicht in der Lage war Politiker zu wählen, die SEINE Interssen vertreten würden.

    Gehts denn überhaupt noch blöder als die 90% der zwei Drittel der Wahlberechtigten die an der Wahl teilnehmen und dann eine der 5 Einheistparteien wählen?

    Wo sind denn die stest so gross daher redenden Autoren von kenfm, wenn man mal eine in der Tat relevante Frage stellt?

    • Die Autoren die KemFm publiziert können aber auch nichts dafür dass der „Urnenpöbel“ immer wieder eine der 5 Einheitsparteien wählt. Die Menschen interessieren sich einfach nicht für Politik. Es gibt wichtigeres für sie, die Politik läuft „nebenher“, sie bilden sich nicht aktiv in politischen Themen sonder schnappen das auf, was ihnen tagtäglich durch unsere Massenmordmedien um die Ohren gehauen wird.
      Manche davon halten sich selbst für politisch interessiert, sie lesen regelmäßig die Bild und um tiefer in die Materie einzusteigen auch mal den Spiegel oder den Stern. Auf diesem Fundament entstehen dann die Stammtischgespräche.
      Frag doch mal einen dieser „Normalos“ was aktuell in Syrien abgeht!
      Frag sie zur Geldschöpfung!
      Frag sie zur Rente!
      In diesen Fragen sind die Menschen leer, so leer bekommt man keinen Eimer….

    • Ach, Schliemann… sie Komiker… Sie haben schon mitbekommen wovon der Artikel handelt? Und den Schlüsselsatz: „Die Gelegenheit für einen Politikwechsel ist günstig wie lange nicht mehr“, hab ich sogar extra kopiert!
      Mein Kommentar betrifft DEN ARTIKEL der tatsächlich dort oben steht!

      Wenn jemand etwas Sinnvolles sagt, dann sag ich das auch ohne Umschweife. Derzeit ist das Gespräch mit Prof Bontrop im Angebot. DAS dauert 100 Minuten und es ist jede einzelne Minute Wert. Das liegt an der Sache! Und nicht daran, dass er beim Nachdenken zu genau denselben Schlüssen kommt wie ich.

      Dieser dümmliche Gut-Menschen Positivismus ist hingegen Volksverblödung, oder: Positives Denken, ist das Gegegnteil von Denken

  6. Es wird manche hier überraschen, aber ich bin ebenfalls in der Regel gegen Sanktionen und insbesondere bin ich gegen Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland oder der Türkei. Auch wenn man Probleme mit den aktuellen(!) dortigen Regierungen hat – wobei die Themen sicher nicht so einfach sind, wie die Boulevardpropaganda auf beiden Seiten weismachen will: Es muss gerade aus DEMOKRATISCHER Sicht verhindert werden, dass Unschuldige darunter leiden.
    Warum sollte man Russen oder Türken überhaupt bestrafen (sanktionieren heißt bestrafen!), wenn sie z.B. gar nicht die aktuellen Regierungen gewählt haben? Und nach Wahlentscheidung zu selektieren geht auch kaum in einer Demokratie mit Meinungsfreiheit. Also bleibt im Grunde nur eine Einstellung der Sanktionen und die Wahrnehmung anderer Optionen, die die Machthaber treffen, aber nicht die einzelnen Bürger. Ganz daneben ist allerdings derzeit die US-Regierung mit ihren Reiseverboten. Das kopiert nicht nur Kommunisten und Faschisten, es trifft eben auch genau die Falschen!

    Der einzige Fall, bei dem ich Sanktionen gerechtfertigt finde, betrifft Waffenlieferungen an Diktaturen. Da geschieht aber genau nichts – Saudi-Arabien bekommt Waffen nach Wunsch, während Russland sanktioniert wird und gegen die Türkei gehetzt wird. Das ist in der Tat wie so vieles derzeit einfach totaler Unsinn, eine fehlgeschlagene Strategie, die betonköpfig immer weitergemacht wird. Offenbar hat Donald Trump mehr von einem Kommunsiten als man erst annehmen würde.

  7. Alles, was hier geschrieben steht, ist natürlich völlig unstrittig. Und trotzdem wählt ja die Mehrheit der Deutschen beständig Angela Merkel. Deswegen teile ich diese Hoffnung nicht, dass damit ein Politikwechsel möglich wäre. Und wie glaubwürdig wäre es, wenn Schulz – rein theoretisch – kurz vor der Wahl auf einmal voll auf diese Karte (harsche Kritik an den USA, Annäherung an Russland) setzen würde?

    Die Mehrheit – ich wette übrigens, dass in weiteren Kommentaren der Begriff „Urnenpöbel“ fallen wird – ist wohl der Meinung, dass Merkel für den Frieden eintritt (siehe Minsk II), als ruhender Pol zwischen den wildgewordenen Machos Trump und Putin…

    • Es geht da nicht um Machos, sondern um handfeste Interessenpolitik. Putins Partei will gar keinen wirklichen Fortschritt in Russland, weil sie da ihre (größtenteils in den regierungs-subventionierten ländlichen Gebieten und kleineren Städten lebende) Wählerschaft einbüssen würde. Viele wählen ja die Putin-Partei – etwas salopp formuliert – aus Angst, dass sie im sibirischen Winter plötzlich von Lieferungen aus dem Westen (Russlands) abgeschnitten werden.
      Trump fährt ja bekanntlich die „Establishment“-Agenda im Turbomodus, wird aber hin und wieder direkt aus den USA gestoppt.
      In der Tat ist Merkels Politik angesichts dieser Lage ziemlich gut, meine ich. Ohne etwaige Kritikpunkte auszusparen, die betreffen aber meines Erachtens eher die Innenpolitik (Durchwinken des ersten unmöglichen Entwurfs des „Netzwerkdurchsetzungsgesetzes“, korrigieren mussten das andere) und vor allem die Arbeitsmarktpolitik („Tarifeinheitsgesetz“).

    • Thatsit meinte:

      Putins Partei will gar keinen wirklichen Fortschritt in Russland, weil sie da ihre (größtenteils in den regierungs-subventionierten ländlichen Gebieten und kleineren Städten lebende) Wählerschaft einbüssen würde. Viele wählen ja die Putin-Partei – etwas salopp formuliert – aus Angst, dass sie im sibirischen Winter plötzlich von Lieferungen aus dem Westen (Russlands) abgeschnitten werden.

      Und das haben Sie woher genau erfahren?

      Wen sollen diese Behauptungen ohne Belege und Quellenangaben eigentlich überzeugen?

    • @Thatsit: sie schreiben oft dermassen skurile Texte…: Putins Partei will eigentlich gar keinen wirklichen Fortschritt…
      hats geschrieben und mit keinerlei Fakten und Argumenten unterfüttert. Nein, Thatsit legt noch nach und maßt sich an die Beweggründe der Russen Putin zu wählen zu kennen. Das sieht dann so aus: – aus Angst, dass sie im sibirischen Winter plötzlich von Lieferungen aus dem Westen (Russlands) abgeschnitten werden.
      Tut mir leid, aber das ist Quatsch!
      Die Vorgänge in Russland sind um einiges vielschichtiger und wenn man sich die Zahlen ansieht, dann hat sich Russland ganz schön gemausert seit Putin gewählt wurde (der Rückhalt im Volk beruht definitiv nicht auf Angst).
      Ihre Argumentationslinie disqualifiziert sie übrigens schon in ihrem ersten Satz, bzw. im zweiten: „Putins Partei will gar keinen wirklichen Fortschritt in Russland“. Jetzt müssten Sie erst mal darlegen was Sie als wirklichen Fortschritt ansehen… und ich befürchte da wäre ich und viele in diesem Formum mit Ihnen nicht einer Meinung.

    • Das habe ich beiläufig von jemandem erfahren, einem Deutschen, der jahrelang in Russland gelebt hat.
      Er war/ist überigens KEIN Putin-Gegner, sondern hat sehr viel Verständnis (mehr als ich) für diese Politik.
      Daraufhin habe ich mich genauer dazu informiert, und habe herausgefunden, dass dieses Narrativ sich genau mit den Fakten deckt.
      Es erklärt insbesondere auch, warum Putins Partei jede wirkliche Annäherung Russlands an die EU blockiert.

    • Um ganz genau zu sein – das bin ich gerne – er sagte es nicht in der Form, die ich gewählt habe. Er erzählte ungefragt(!) den zweiten Teil, also wie Putins Partei große Teile der ländlichen Bevölkerung und der Bewohner der – oft abgelegenen – kleineren Städte mittels deren Abhängigkeit von der russischen Zentralregierung dazu bringt, sie zu wählen.
      Das bedeutet aber eben, dass ein wirklicher (auch rein materieller) Fortschritt gar nicht gewollt ist von den Strategen dieser Partei. Russland könnte locker ALLE Flüchtlinge der ganzen Welt aufnehmen und wäre immer noch dünn besiedelt. Das extrem bevölkerungsarme Russland (gemessen an seiner gigantischen Größe) würde von Zuwanderung aller Art auch rein wirtschaftlich/materiell massiv profitieren, das es derzeit unterbesiedelt ist. Wenn eine solche Entwicklung einsetzen würde, würde Putins Machtbasis bzw. die MAchtbasis seiner Partei ‚Einiges Russland‘ aber bröckeln.

    • Noch immer kann ich keine Quellen oder überhaupt irgendwelche Argumente erkennen in Ihrer Wiederholung der Behauptung, Putin wolle nicht wirklich Fortschritt, was immer sie sich darunter vorstellen, ThatsIt.

      Daher noch einmal Ihre Aussage und die sich daraus ergebende Frage. Sie meinten:

      Putins Partei will gar keinen wirklichen Fortschritt in Russland, weil sie da ihre (größtenteils in den regierungs-subventionierten ländlichen Gebieten und kleineren Städten lebende) Wählerschaft einbüssen würde. Viele wählen ja die Putin-Partei – etwas salopp formuliert – aus Angst, dass sie im sibirischen Winter plötzlich von Lieferungen aus dem Westen (Russlands) abgeschnitten werden.

      Daraufhin habe ich Sie gefragt:

      Und das haben Sie woher genau erfahren? Wen sollen diese Behauptungen ohne Belege und Quellenangaben eigentlich überzeugen?

      Ebenso hat Schliemanns gefragt:

      Thatsit: sie schreiben oft dermassen skurile Texte…: Putins Partei will eigentlich gar keinen wirklichen Fortschritt… hats geschrieben und mit keinerlei Fakten und Argumenten unterfüttert. Nein, Thatsit legt noch nach und maßt sich an die Beweggründe der Russen Putin zu wählen zu kennen. Das sieht dann so aus: – aus Angst, dass sie im sibirischen Winter plötzlich von Lieferungen aus dem Westen (Russlands) abgeschnitten werden. Tut mir leid, aber das ist Quatsch! Die Vorgänge in Russland sind um einiges vielschichtiger und wenn man sich die Zahlen ansieht, dann hat sich Russland ganz schön gemausert seit Putin gewählt wurde (der Rückhalt im Volk beruht definitiv nicht auf Angst).

      Wie gesagt, nur zur Erinnerung …
      Ihre Argumentationslinie disqualifiziert sie übrigens schon in ihrem ersten Satz, bzw. im zweiten: „Putins Partei will gar keinen wirklichen Fortschritt in Russland“. Jetzt müssten Sie erst mal darlegen was Sie als wirklichen Fortschritt ansehen… und ich befürchte da wäre ich und viele in diesem Formum mit Ihnen nicht einer Meinung.

      , die bei Ihnen wohl untergegangen sein muß, obwohl bereits zwei Mitkommentatoren nachgefragt haben:

    • Die wählende Mehrheit trifft man morgens beim Bäcker, am Bus…alle mit der Bild in der Hand, abends folgt die Tagesschau, Anne Will, Illner und wie die Verräter alle noch heißen!

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