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Ken Jebsen: „Wenn ich mit Politik komme, ist die Party vorbei“

Von Alia Hübsch-Chaudhry und Tahir Chaudhry.

Das ist der zweite Teil des Interviews mit Ken Jebsen geführt von Alia Hübsch-Chaudhry und Tahir Chaudhry in DAS MILIEU.

Das Interview erschien zuerst bei DAS MILIEU – Das Magazin der Dichter und Denken. http://www.dasmili.eu/home/

Quelle: http://www.dasmili.eu/art/ken-jebsen-wenn-ich-mit-politik-komme-ist-die-party-vorbei/#.VsMGFWujFnA

6 Kommentare zu: “Ken Jebsen: „Wenn ich mit Politik komme, ist die Party vorbei“

  1. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber auch hier wird wieder der de facto in der aktuellen westlichen Politik kaum existente Neoliberalismus und unter den Ideologien NUR dieser genannt:
    Aus dem Interview: ‚Die Antisemitismus-Keule ist einfach ein beliebtes Mittel, um Kritiker der NATO, des Neoliberalismus und der US-Wirtschaftspolitik nieder zu machen.‘

    Warum fällt hier als Ideologiebegriff wieder NUR der Neoliberalismus? Was ist eigentlich an zeitgemäßem Liberalismus auszusetzen? Ich habe es hier schon ausgeführt: Der Sozialstaat mittel- und nordeuropäischer Prägung ist im Gegensatz zu dem, was in den USA und in Griechenland passiert (und in vielen anderen Ländern durch den Einfluss der Neocon-Thinktanks) mit Neoliberalismus vereinbar.
    Wie die Linken ja meist völlig treffend erkennen, ist die weltweite Wirtschaftspolitik sehr stark davon geprägt, dass STARKE NATIONEN die Märkte MANIPULIEREN und in diesem Zuge sogar MIT DIKTATUREN ZUSAMMENARBEITEN.
    Das ist das exakte Gegenteil von Neoliberalismus. Neoliberalismus will freie Märkte, die für alle zugänlich sind. Die Pakte mit Diktaturregimes dienen einflußreichen Firmen dazu, Konkurrenten auszuschalten. Sie sind ein besonders skrupelloses Mittel zur Bildung eines MONOPOLS, und die US-Regierungen der letzten Jahrzehnte haben leider oft einzelnen Firmen diesen Gefallen getan. Monopole sind aber genau das, was in neoliberaler Hinsicht möglichst verhindert werden soll. Konkret: Es ist nicht neoliberal, überhaupt mit den Saudi-Herrschern verbündet zu sein, und erst recht nicht, von denen (wie es die aktuelle US-Regierung tut) Geschenke im Wert von Millionen anzunehmen (persönliche, versteht sich, RT deutsch hat es berichtet). Es ist auch nicht neoliberal, in afrikanischen Ländern mit korrupten Marionettenregierungen verbündet zu sein, die große Teile ihres eigenen Volkes einfach unterdrücken. Das sind alles massive Staatseingriffe, die mit Marktwirtschaft kaum etwas zu tun haben.

    • Ich stimme dir bei dir bezgl. deiner Beschreibung des Neoliberalismus zu. Der Neoliberalismus strebt möglichst freie und von der Politik unbeheligte Märkte an.
      Was ist aber mit dem alltäglichen, als normal geltenden Lobbyismus? Was ist also, wenn die Märkte (oder konkreter, Unternehmen und Interessenverbände aus der Wirtschaft) einfluss auf politische Entscheidungen nehmen? Wieso werden Experten aus gewissen pharmazeutischen Unternehmen in Gremien, die über die Zulassung gewisser Produkte aus derselben Ecke entscheiden, geholt? Gibt es etwa keine unabhängigen, sachkundigen Professoren mehr?
      Und wie sieht es mit dem Einfluss auf Drittweltländer aus? Sind es nicht tonnenweise unsere überschüssigen Produkte, die dort zu Ramschpreisen verscheuert werden? Ja, ich meine die Produkte, mit denen die dort ansässigen Produzenten nicht mithalten können, ganz einfach weil ihnen nie die Möglichkeit des Aufbaus einer konkurenzfähigen (bzgl. unseren, westlichen Märkte) Marktwirtschaft gegeben wurde. Neoliberalismus fordert uneingeschränkte wirtschaftliche Handlungsfreiheit, handelt Ethik- und Gewissenlos (ist ja klar, da jeder Beteiligte Gewinn aus den Nachteilen anderer zieht), und kommt immer dann beim Staat an, wenn es etwas zu holen gibt. Mag seltsam klingen, aber Unternehmen und (Finanz-)Institute schrein immer dann am lautesten, wenn sie sich selbst in den Ruin getrieben haben. Und dann muss der Staat fleißig Steuergelder überweisen, weil ein absoluter Zusammenbruch der Märkte einen Zusammenbruch der Infrastruktur nach sich ziehen würde.

      So erpressen die Riesen der Märkte die Staaten ganz einfach. Rettet ihr uns nicht, werdet ihr darunter leiden. Und wollt ihr uns mäßgen/einschränken, gehen wir woanders hin.
      Wer an millionen/milliarden Gewinnen interessiert ist, ist äußerst selten auf das Wohl aller bedacht, schon garnicht auf das Wohlergehn der an diesem Spiel NICHT beteiligten Verlierer.

      Achso: Aus geostrategischer Sicht ist es im Übrigen mehr als erstrebenswert, wenn die USA Saudi Arabien als Partner vor Ort hat. Immerhin setzen sie sich an Stelle Amerikas im Jemen mit möglichen Bedrohungen des Öl-Flusses und jetzt auch demnächst (oder vielleicht jetzt schon?) von der Türkei aus mit dem Norden Syriens und dem Irak auseinander, und letztendlich auch mit Russland. Besser könnte es für die Wallstreet nicht laufen.

  2. tolles Interview. Jetzt verstehe ich besser was Los ist.
    sonst ist Ken ja der Fragesteller und gibt nur wenig von seinem Wissen preis. Ich hoffe bald kommt noch mehr zum Thema Syrien. Seit jetzt Russland da mitbombt cbin ich endgültig verwirrt.

  3. Aha, Schauspielschule – hab ich doch noch was Neues gelernt in diesem Interview…

    Aber super die Idee „Obergrenze für Kriege“ (schmunzel)

    Übrigens: Bilderberger und vor allem Davos IST nur Disneyland, das stimmt. Anders sieht es aber beim Steuergremium von Bilderberg aus, das Gleiche auch beim harten Kern von CFR usw. Diese inneren Kreise überdecken sich dann sehr auffälllig, und da geht es längestens nicht nur um die ganz grossen Billiarden, sondern auch um Initiationsriten in einen dämonischen Mysterienkult. Scheisse, doch eine Verschwörungstheorie, wo sind die Gatekeeper, wenn man sie braucht?

    Herzlichst, der Chaukee

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