KenFM am Set: Demonstration am Hambacher Forst „Wald retten – Kohle stoppen!“

Am vergangenen Samstag, den 6. Oktober 2018, fand auf einem Feld neben dem Hambacher Forst eine Großdemonstration gegen dessen geplante Rodung statt. Die Veranstalter sprechen von über 50.000 Menschen, die sich an diesem Tag zusammengefunden haben, um gegen die Pläne des Energiekonzerns RWE zu demonstrieren.

KenFM war vor Ort, um Stimmen von Demonstranten und Anwohnern einzusammeln.

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29 Kommentare zu: “KenFM am Set: Demonstration am Hambacher Forst „Wald retten – Kohle stoppen!“

  1. Die Beltretter hoch im Norden der Republik benötigen auch unsere Hilfe: „Die Bundesregierung will den Fehmarnbelttunnel jetzt mit Sonderparagrafen durchpeitschen. […] „Gesetz zur Planungsbeschleunigung“ heißt die Regelung, die Gerichtswege verkürzen, und die Mitsprache der Bürger bei Großprojekten aushebeln soll. Gerade verhandelt der Bundestag darüber und soll das Gesetz bereits Ende November verabschieden. Als einziges Projekt explizit in einem Sonderparagrafen erwähnt: der Fehmarnbelttunnel. Wir BELTRETTER – Bewegung vieler Unternehmen, Fraktionen und Kommunen gegen den drohenden Belttunnel – kritisieren das aufs Schärfste: Ein beispielloser Kniefall der deutschen Politik vor der dänischen Tunnellobby, die das zweifelhafte Großprojekt seit Jahren durchdrücken will!“

  2. Stoppt Kohle, Stoppt AKWs
    Deutschland braucht ja keinen eigenen Strom, die Norwegischen Wassermühlen reichen ja für alle – auch im Winter um 17:00 Uhr wenn Windstille ist – NOT

    Der CO2 Unsinn bleibt ein PR Skandal des Jahrhunderts, ich verweise da nur auf die „Cowspiracy“ – dessen Beachtung weitaus schnelleren Nutzen für unser Klima wäre.
    Ihr seid doch alle verrückt geworden und schimpft über diese undemokratischen Vollpfosten Politiker, wenn reale Demokratie herrschen würde, wären man dem links grünen Sumpf ja vollends ausgeliefert.
    Deutschland schafft sich selber ab – Machts Gut und danke für den Fisch…

  3. Danke KenFM für diesen Beitrag.

    Ein paar Gedanken, nicht zum Forst (da kenn ich mich nicht aus), aber zu verschiedenen Lösungsansätzen für das vorherrschende Problem der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und den anderen Lebensmitteln, von uns allen.

    Ich bin im Begriff den Schritt zu gehen mich, mit meiner Familie im Einklang, aus der Stadt zu verabschieden.

    Das bedeutet gewisse Annehmlichkeiten zu verlieren, diese aber durch einen Bezug zur Natur und somit

    zum Leben (ich),
    zu Gott (Goethe),
    zu sich selbst (der Fallschirmspringer oder Freeclimber von nebenan),

    wieder wett zu machen.

    Ich und meine Familie haben seit längerem das Gefühl, dass es sich lohnt diesen Schritt zu gehen und legen mittlerweile weniger Wert auf kurze Wege, gute Anbindung oder stabile Energieversorgung, als auf Platz und Selbstbestimmtheit / Unabhängigkeit. Gerade hier im Osten ist freie Fläche noch eine Menge da, wenn man dorthin geht, wo niemand hin will: etwas weiter weg von den Großstädten, wo die Grundstückspreise sogar mit Holzhaus in einem Leben noch abbezahlbar sind.

    Dazu hier ein paar Nachforschungen der letzten Zeit:

    Die unabhängige Versorgung mit Elektrizität, Wärme, Wasser und giftfreien Nahrungsmitteln ist sicherlich für die Zukunft eine der größten Herausforderungen und die Abhängigkeit hiervon ist das Druckmittel, das Konzerne und Politik gegen den Bürger einsetzen können.

    Für Energie und Wärme gibt es mehrere Lösungen und Investitionsmöglichkeiten.

    Wärme / Heizung:
    Hier scheint mir die günstigste (und heute machbare) Lösung der Erdkollektor (eine Bohrung kostet etwa 15-20000 Euro, ein Flächenkollektor fürs Grundstück ist wohl bei 10-15000 Euro) zu sein. Der Betrieb einer Wärmepumpe hat dann den Vorteil, dass die einzige Energie, die noch zusätzlich gebraucht wird, Strom ist und man so seine Heizung auf nur diese eine universelle Quelle aufbauen kann und sogar sämtliche Annehmlichkeiten einer modernen Wohnung hat. Voraussetzung ist eine Fußboden- oder Wandheizung.

    Eine andere und sehr günstige Variante sind Öfen. Hier gibt es wasserführende Öfen – die man an das Heizsystem und den Warmwasserspeicher anschließen kann. Diese haben den Vorteil, dass sie einerseits den Raum heizen in dem sie stehen und andererseits Warmwasser produzieren. Hier gibt es Hochenergieöfen wie etwa „Holz- oder Pellettvergaser“ für den Wohnraum, die sehr viel Energie aus dem Holz erzeugen und sich finanziell um die 2-3000 Euro bewegen. Pellets haben den Nachteil, dass diese sehr schlecht selbst hergestellt werden können. Es gibt diese Öfen auch günstiger (500-1000 Euro), dann aber eben nicht für den Wohnraum, sondern den Heizungsraum. Voraussetzung hier ist ein Schornstein, der auch nochmal mit etwa 300 Euro / Meter zu Buche schlägt.

    Energie:
    Für die tägliche Energieversorgung kommen eigentlich nur zwei Varianten nachhaltig und für den Privatgebrauch in Frage: Sonne und Wind.

    Für eine Solaranlage in der richtigen Größe für die autarke Versorgung eines Einfamilienhauses mit Strom und Wärme (10-15KW) muss man als Inselanlage mit Speicher etwa 10-15000 Euro auf den Tisch legen und Platz im Garten haben, da eine solche Anlage nicht auf das Hausdach passt. Hierzu die Rechnung: gebrauchte polykristalline Solarmodule (200 Watt = 100 Euro = 5-6000 Euro), Wechselrichter mit Lade und Inselfunktion (10-15kw = 3500-4500 Euro), ausreichender Stromspeicher (alte Laderbatterien 48V = 1500-3000 Euro). Bei den jetzigen Stromkosten rentiert sich das nach etwa 10-12 Jahren Nutzung, aber es wird sicherlich noch teurer pro Kwh.

    Eine solche Anlage passt nur noch in den Garten, da es sich um 40 bis 50 Module handelt und jedes Modul etwa 1,6x1m groß ist. Das geht in der Größe nur auf ein wirklich großes Dach und da in unseren Breiten ein Aufstelllwinkel von 50-60Grad sinnvoll ist, denke ich dass kein Dach diese Flächen schafft.

    Hier ist noch eine rechtliche Info. Bis dato ist es wohl so, dass Solaranlagen für den Privatgebrauch oberhalb 10000Watt unter das EEG fallen und selbst bei Eigenverbrauch wohl mit steuerlichen Abgaben belegt werden. Das soll aber in den nächsten Jahren auf europäischer ebene gekippt und auf 30000Watt erhöht werden. Solange sollte man denke ich aber warten mit einer zu großen Anlage. Eine solche Anlage muss zudem angemeldet und genehmigt werden.

    Windkraftanlagen mit Ständerwerk kosten etwa 1000-1500 Euro, wie die Leistung ist kann ich allerdings nicht sagen, da diese natürlich vom Standort abhängt. Sie lassen sich aber ins System wunderbar integrieren und liefern laut Hersteller dann 500-1500 Watt maximal.

    Wasserkraft habe ich verworfen, denn es ist denke ich zu kompliziert, da es bei der Stromgewinnung auf einen Höhenunterschied ankommt, der zumindest bei den Peltonturbinen für verwertbare Wattleistung recht hoch sein muss – oberhalb 10m. Darunter reicht es evtl. noch für 20-100 Watt und somit für Pumpen etc. Auch ein eigener Pumpspeicher mit großen Pools lohnt sich denke ich nicht, da es eben ein Gelände mit sehr großem Gefälle braucht. Da ist die Batterie weit kostengünstiger.

    Ein Notfallgenerator für Diesel (Vorsicht sehr laut!), ist mit hoher Leitung für recht wenig Geld (500 Euro) zu haben. Dieser hat den Vorteil, dass man ihn im größten Notfall mit Heizöl betreiben kann und dieses gut zu lagern und sehr günstig ist. Mit einem großen Tank und um die 1500 Euro für Sprit, kann man sich dann denke ich ein gutes Jahr mit Strom versorgen, wenn die Maschine durchhält. Sollte man denke ich als Backup einplanen.

    Zur Nahrungsversorgung:

    Wir bezahlen derzeit sehr viel Geld für ordentliches Essen, da wir Mitglied in einer Verbrauchergemeinschaft sind, die als Zwischenhändler auftritt und in einem Supermarkt, direkt von den Bauern aus der Umgebung unsere Lebensmittel kaufen können. Da haben wir sehr viel Glück mit unserem Wohnort. Eine Versorgung mit den herkömmlichen Gemüsesorten ist allerdings mit ein wenig Lebens- und Nahrungsumstellung und Platz (ca. 1000-2000qm) sicherlich möglich. Die Kosten, die wir damit übers Jahr sparen würden sind enorm. Es sind etwa 1200-2000 Euro pro Jahr fürs Essen, was den Arbeitsaufwand und die Zeit für die Pflege und das Know How denke ich rechtfertigt. Gerade wenn man einen Job hat, der das nebenher zulässt.

    Zum Schluss möchte ich anmerken, dass das ganze sehr viel besser und auch günstiger wird, wenn man eine Gemeinschaft bildet. Sowohl für die Stromgewinnung (gemeinschaftliche Flächen in der Umgebung nutzen), als auch fürs Essen (evtl. hat ja jemand eine Wiese zur Verfügung, auf der alle Nachbarn gemeinsam anbauen können?!). So kann man eine ganze Gemeinschaft, eines Ortes zur Unabhängigkeit bringen.

    In unserer Ehe heißt es: „das Leben ist zu zweit doppelt so schön und halb so teuer“. Und das würde ich jederzeit neu unterschreiben. Das lässt sich denke ich auch potenzieren…

    p.s. Soviel zu ein paar praktischen Tipps, die evtl dem ein oder anderen weiterhelfen. Es wäre auch toll, wenn sich hier und da jemand einschalten könnte, der mehr weiß als ich und mich korrigiert, dafür schonmal dankeschön 🙂

    LGj

    • Es hat Kriege um Erdöl gegeben .
      In Gesamtsicht aber hat die Menschheit den Wohlstand in den vergangenen gut 100 Jahre ganz entscheidend dem Erdöl zu verdanken . Ein zufriedenstellender Ersatz der fossilen Energieträger ist sowohl chemisch als auch aus energietechnischen Gründen nicht in Sicht .

    • @wasserader
      Es gibt auch für das zu Ende gehende Erdöl bereits Lösungen, so wie es für fast alle Probleme der Menschheit bereits Lösungen gibt. Man kann sie im Internet nachlesen, nachsehen oder nachhören.
      Aber hey, das Leben wäre doch total langweilig, wenn nicht alle Menschen sich täglich neuen Herausforderungen stellen müssten, oder?

  4. Warum baut RWE in den riesigen Kratern von Hambach und Garzweiler nicht riesige Pumpspeicherwerke? Diese gewaltigen Wasserspeicher müssten sich doch, trotz geringem Wirkungsgrad, in Kombination mit Sonnen- und Windenergie, rechnen. Es ließe sich in den Wintermonaten dann die Wassergefälleenergie in Strom umwandeln, wenn er gebraucht wird.
    Oder ist das technisch nicht machbar?

    • Oder ist das technisch nicht machbar?

      Gute Frage.

      Mit etwas Glück lesen RWE – Mitarbeiter mit.

      Mit sehr viel mehr Glück liest die Chefetage von RWE mit.

      Und mit ausgesprochen großem Glück antworten die Chefs auf dem Portal hier zu ihrer Frage.

    • Machtbar ist alles Mögliche welches der Mensch sich einfallen lässt. Jedoch ist immer die Sinnfrage im Vordergrund.
      Dann müssen wir in dieser modernen Zivilisation die kognitive sowie Gesellschaftliche Dissonanz berücksichtigen.
      Wir haben eine völlig abgehobene Machtversessene kleine Spitze die überhaupt keinen Bezug mehr zum Zeitgeist als auch zur Realität mehr haben. Daher ist aus deren Sicht nichts machtbar, weil „zu kostspielig, technisch nicht realisierbar“ und noch mehr von diesen „Gebrabbel“, dann noch die Drohung „denk an die Arbeitsplätze.“

      Es ist doch völlig klar und verständlich, dass diese Machtversessenen sich nicht mehr von der Deutungs- sowie Machthoheit verabschiedenen können und darum geht es eigentlich bei diesen ganzen sturen Unsinn mit der Rodung. Es geht gar nicht vordergrundig um Geld und Aktienwerte, sondern die Machthoheit über die öffentlichen Resourcen.

      In einer vernünftigen Welt der Mitmenschlichkeit würden wir uns eher „die Köpfe gegenseitig einschlagen“ was wir mit soviel geernteter überschüssige natürlicher regenerativen Energie anfangen sollen.

    • “ riesige Pumpspeicherwerke “
      Wenn ich das recht sehe liegt der Hambacher Forst in einer weiten Ebene und die „Krater“ sind Vertiefungen in dieser Ebene . —- Pumpspeicherkraftwerke sind auf grosse Höhendifferenzen angewiesen .

      Energiegewinnung wird gerne verdammt, es will aber kaum jemand auf den Comfort durch Energie verzichten .
      Die von den Kritikern vorgebrachten „Alternativen“ spiegeln genau diese Diskrepanz wieder , wenn auf technich nicht haltbare Energiegewinnung gesetzt wird .

    • wasserader
      Ich denke, die Höhendifferenz ist nicht entscheidend, weil der Durchmesser der Fallrohre geringere Höhenunterschiede ausgleichen kann. Auch die Anzahl der Rohre und Turbinen ist ja variabel. Entscheidend scheint mir die Aufnahmekapazität und die annähernd gleiche Größe von Ober- und Unterbecken zu sein.

    • @blauersalamander
      Für die Effizienz ist die Höhendifferenz der Wasserspiegel sehr wohl entscheidend .
      Im übrigen ist die Effizienz dieser Pumpspeicherkraftwerke allgemein schlecht , weil der Aufwand hoch ist und von notwendigen Energieüberschüssen bei konvetionellen Kraftwerken abhängig und in diesem Prozess wiederum unweigerlich mit Energieverlust verbunden .

    • wasserader
      Es geht ja gerade darum, auf dem gleichen Gelände befindliche Wind- und Sonnenenergie zu speichern und nicht um konventionelle Energie. Wenn dann ein Wirkungsgrad durch die zweimalige Umwandlung von 75 % herauskommt, ist das ja ok. Es musste ja kein Hauer dafür in die Grube steigen.

  5. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang auch, die dieser Tage ungewöhnlich hohe Demonstrationsteilnehmerzahl. Beim Hambacher Forst geht es doch um vergleichsweise recht wenig. selbst dann, wenn man es nur auf Deutschland bezieht. Keine der Systemstützen wird durch diese Aktion auch nur ansatzweise in Frage gestellt.

    Schlußfolgern kann man daraus; symbolische Aktionen ohne nennenswerte Wirkung auf das Gesamtwerk, werden durchaus unterstützt/gefördert und nicht sofort von Politik/Medien/Sicherheitsapparat drangsaliert/kriminalisiert.

    Ramstein und Hamburg z.B., totgeschwiegen, diffamiert, provoziert, kriminalisiert und unterwandert.

    Ein Trostpflaster, eine Beruhigungspille, ein kleines Druckventil. Weiter im Text.

  6. Auffällig ist, dass die Interviewten zwar richtigerweise zu der Einschätzung kommen, dass die von RWE avisierte Kohle lediglich den Profiten des Konzerns und niemandem sonst dienen würde, schon gar nicht der Umwelt und dem Klima. Allerdings bleiben sie bei einer politischen Analyse vollkommen stecken im vermeintlich „alternativlosen“ Ist-Zustand. Zu gerne von oben angebrachten „Argument“ Arbeitsplätze haben sie dann auch nur so viel zu sagen, wie: Dann müsse „man“ (wer?) eben alternative Jobs schaffen. Hier geht es es aber um die Grundpfeiler der kapitalistischen Produktionsweise, die auch RWE zu Maximalprofiten zwingen: Ausbeutung von Lohnarbeit durch Kapitaleigentümer zum Zweck des Generierens von Profiten. Und woran hängt das Ganze? Am Privateigentum an Produktionsmitteln und dessen Sicherung – bei Bedarf auch mit roher Gewalt – durch den Gesamtkapitalisten namens Staat.
    Die bürgerliche Ideologie vernebelt hier einfach das Gehirn. Rein ökonomisch betrachtet, hat der Mensch alle Mittel, um die gesamte Population nicht nur zu ernähren, sondern gleichermaßen an allen Vorzügen des technologischen Fortschritts teilhaben zu lassen. Alleine die Überproduktion an Lebensmitteln, die jährlich in den Müllpressen landet, könnte nach verschiedenen Studien mindestens dreimal (!) alle Armen und Hungernden satt machen. Aber nein, die haben keine Kaufkraft, und bevor ein Verschenken die Preise ruinieren würde, lässt die herrschende Klasse natürlich lieber täglich Tausende Menschen skrupellos verhungern. Und für diese – wachsende! – Überproduktion ruiniert man Natur, Lebensräume und tötet Menschen überall. Das ist ökonomisch wie ökologisch gesehen irre. Aber die Grundursache ist nun einmal das Wirtschaftssystem namens Kapitalismus.
    Und das liegt alles so offen. Man kann es sehen, erleben. Die Geschehnisse am Hambacher Forst haben die Zusammenhänge, darunter auch die Rolle des Staats, doch wieder einmal überdeutlich gezeigt. Warum bleiben dann so viele einfach stecken im Jetzt-Zustand und denken nicht weiter?

    • Die Geschehnisse am Hambacher Forst haben die Zusammenhänge, darunter auch die Rolle des Staats, doch wieder einmal überdeutlich gezeigt. Warum bleiben dann so viele einfach stecken im Jetzt-Zustand und denken nicht weiter?

      Ich schätze es so ein, dass eine Organisation einer Demonstration schon für viele Menschen eine Überwindung gewesen ist.

      Ein Weiterdenken, darüber hinausdenken, sollte auch immer in größeren Dimensionen mit mehreren Menschen stattfinden. Weil mehrere Menschen mehr bewegen können.

      Wie sehen denn Ihre Lösungsgedanken konkret aus, Frau Bonath?

    • @E-B-G
      Natürlich lernen Menschen am besten in der gemeinsamen Aktion. Darum finde ich auch klasse, was sie bisher dann doch bewirkt haben. Mich wundert eben nur, wie fest viele in den gängigen Ideologien so feststecken, dass sie ab einem bestimmten Punkt – etwas ironisch ausgedrückt – den Wald vor Bäumen nicht erkennen, obwohl es offen da liegt.

      Ansonsten: Es kann keine vorgefertigte Lösungsstrategie geben. Denn diese hängt ja am Verständnis der Menschen von der Realität, Bewusstseinssprüngen und der konkreten Situation ab. Es braucht halt eine gewisse Menge an Menschen, die zu konkreten Erkenntnissen kommen. Und diese hängen eben an der Analyse des Ist-Zustandes. Und der Ist-Zustand ist, dass die kapitalistische Produktionsweise unseren Planeten auf brutale Weise zerstört.

      Also: Lernen in der Aktion heißt die Devise. 😉

    • Susan Bonath
      Diskutable Lösungsstrategien muss es geben. Ob sie Mehrheitsfähig sind oder , modifiziert, werden können, hängt von vielen Komponenten ab, zuerst von der allgemeinen, bewussten Erkenntnis, dass die Zeit drängt. Eine Aktion um der Aktion willen, macht keinen Sinn.
      Ich schrieb oben schon, bezüglich der Braunkohlekrater, ob es nicht möglich ist, eine Staumauer quer durch zuziehen, einen Höhenunterschied von 50m herzustellen, ein Pumpspeicherkraftwerk zu errichten und im Zusammenspiel mit Sonnen- und Windenergie, den gewonnenen Strom bedarfsgerecht ins Netz zu speisen.
      Das ist vermutlich das beste, was sich aus dieser kaputten Landschaft produktiv machen ließe.
      Frage mich und sie und alle anderen auch, ob das technisch möglich ist.

    • @blauersalamander:

      Es ist nicht möglich, konkrete Pläne für eine Revolution vorzufertigen, weil ihr Verlauf abhängig ist von den jeweiligen Umständen – auch wenn das einige Sofafans gern hätten. Und selbst wenn das möglich wäre, wäre es reichlich dumm, sie hier im Forum von KenFM zu veröffentlichen. Dann wären sie nämlich für die Katz, wie Sie sicher ahnen 😉

      Aber um überhaupt zu einer Revolution der Verhältnisse zu kommen, muss Bewusstsein dafür da sein, was das Problem ist und wie der Feind funktioniert. Das Problem kann ziemlich klar benannt werden: Kapitalismus.

      Heißt: Private Eigentümer von Produktionsmitteln lassen eigentumslose Lohnabhängige für sich arbeiten, um Profit zu erwirtschaften. Durch den technologischen Fortschritt wird Arbeitskraft überflüssiger und weniger ausbeutbar, zugleich entstehen aus kapitalistischer Sicht mehr überflüssige Menschen und – durch abnehmende Kaufkraft und gleichzeitige Verbilligung massenproduzierter Ware – überflüssiges Kapital. Die stete Konkurrenz treibt das Kapital zu immer höherer Massenproduktion (Folge: Überproduktion, die jetzt schon zuhauf vernichtet wird). Wo mehr, mehr, mehr produziert werden muss, muss sich das Kapital ausdehnen. Die Rohstoffe lagern halt nicht vor der Tür. Es plündert und plündert immer schneller immer mehr – bis zum letzten. Denn merke: Der einzige irrationale Selbstzweck jeder Produktion im Kapitalismus ist nicht etwa der Bedarf, sondern Profit. Profit – womit wir beim Thema wären.

      Ziel jeder sinnvollen Verbesserung kann nur die Umstellung der Produktion von profitgetrieben auf bedarfsorientiert sein.

      Dummerweise stehen dem die Eigentümer der Produktionsmittel und ihre Instrumente, die bewaffneten Staaten entgegen. Selbige verhindern also die Umstellung der Produktion von Profit auf Bedarf. Und blöd ist auch: Ein einzelner Kapitalist kann und wird nicht einfach aussteigen. Denn täte er das, wäre er sofort platt. Und müsste auch irgendwann seine Arbeitskraft verkaufen.

      Die Schlüsse aus dieser Erkenntnis liegen wohl auf der Hand. Das Fieseste ist nämlich: Zieht eine größere Masse – und zwar global, weil die Produktion längst global läuft – nicht diese Schlüsse, weil sie sich in panischer Angst vergeht, ihre paar Habseligkeiten auch noch zu verlieren, wird es für die ganz, ganz große Mehrheit der gesamten Menschheit ganz, ganz böse kommen. Und zwar so böse, dass sich die meisten während ihres Dahinsiechens wünschen werden, die Zeit zurückdrehen zu können. Weil sie dann doch lieber eine solche Revolution gehabt hätten, die sie jetzt noch fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

      Nein, einen fertigen Plan kann niemand dafür frei Haus liefern. Denn der Plan kann nur mit der Erkenntnis reifen. Und muss den Umständen auch kurzfristig angepasst werden. Anders geht es nun mal nicht.

    • Aber doch, eine „Lösungsstrategie“ für den Anfang ist immanent: Eine internationale Organisierung der Menschen mit dem Ziel, die Produktion von profitgetrieben auf bedarfsorientiert umzustellen.
      Denn ohne eine solche Organisation wird gar nichts passieren.

    • Susan Bonath
      Eine Revolution ist für mich ein Traum, denkbar, aber nicht mehr machbar. Das Kapital ist zu gut organisiert, als dass die 99% noch einen Fuß in die Tür kriegen würden. Die können im Kleinen, in ihren think tanks mauscheln, wir bräuchten zur Massenorganisation den Lautsprecher, der, wie sie richtig sagen, uns verrät.
      Uns bleibt nur die absolute Offenheit. Wir müssen versuchen, die Wahrheit über die alternativen Medien in die Massenmedien zu transportieren. Das heißt, wir brauchen den Kontakt zu den intelligenten Zweiflern im Mainstream, die ihre Lügen immer schwerer ertragen können. Wir müssen sie solange mit ihren Lügen konfrontieren, bis es ihnen wehtut.
      Keine Tabus, Terrorkriege, Staatsterror und die ritualen Kindermorde, müssen auf den Tisch.
      Es wird Opfer geben, „Unfälle“ und „Selbstmorde“, aber nur so lassen sich die Lämmer aktivieren. Aus Chemnitz und dem Hambacher Forst wissen wir, Wut und Zorn gehen auf die Straße, wenn die Provokation durch Manipulation groß genug wird. Nein, nicht flüstern, was immer Entsolidarisierung ist, sondern die Dinge beim Namen nennen, darum geht’s.
      Ich mag ihren Kampfgeist und (von diesem Thema abgesehen), auch ihre Analysen. Ich bin nicht ihr Gegner. Aber Revolutionen gehen in Europa nicht mehr. Das kann das Imperium mit ihren 27000 Pentagon- Mitarbeitern locker deckeln. Uns bleibt nur die perspektivische Wahrheit, die Absolute hat Kant uns schon genommen.

    • Susan Bonath zu ihrem Kommentar von 00:16
      Die Produktion von profitgetrieben auf bedarfsorientiert umzustellen, ist für mich der Sprung vom Egoismus zum Altruismus. Für mich nur denkbar, wenn dieser Bewusstseinserweiterung ein katastrophales globales Unglück (Verbrechen), voran ginge, eine Atombombe zB., welche alle heutigen Werte in Frage stellen würde.
      Vergessen sie nicht: Der Kapitalismus hat uns 99% zu verängstigten Objekten gemacht, hat uns unsere Würde genommen, die nur auf dem Papier nicht antastbar war. Wir sind getriebene, gelenkte korrupte Objekte, haben uns an die Kapitalisten verkauft, (Sie nicht, aber die meisten von uns), nicht Ziel-, nicht mal Richtungsorientiert, träumen von der Revolution, finden den Weg nicht, stolpert so vor uns hin.
      Können alles halbwegs erklären, aber nichts ändern. Es kann nur besser werden, (lügt der aufgeklärte Optimist).

    • @ blauersalamander:

      Die können im Kleinen, in ihren think tanks mauscheln, wir bräuchten zur Massenorganisation den Lautsprecher, der, wie sie richtig sagen, uns verrät.
      Uns bleibt nur die absolute Offenheit. Wir müssen versuchen, die Wahrheit über die alternativen Medien in die Massenmedien zu transportieren. Das heißt, wir brauchen den Kontakt zu den intelligenten Zweiflern im Mainstream, die ihre Lügen immer schwerer ertragen können. Wir müssen sie solange mit ihren Lügen konfrontieren, bis es ihnen wehtut.

      Ja die Idee finde ich gut.

      @ Susan Bonath :

      Es ist nicht möglich, konkrete Pläne für eine Revolution vorzufertigen, weil ihr Verlauf abhängig ist von den jeweiligen Umständen – auch wenn das einige Sofafans gern hätten. Und selbst wenn das möglich wäre, wäre es reichlich dumm, sie hier im Forum von KenFM zu veröffentlichen. Dann wären sie nämlich für die Katz, wie Sie sicher ahnen 😉

      Ich bin für die Idee von Blauersalamander. Alles verdeckt kommunizieren – wo soll denn da die Möglichkeit entstehen, größere Erkenntnisprozesse in Gang zu setzen?

      Aber doch, eine „Lösungsstrategie“ für den Anfang ist immanent: Eine internationale Organisierung der Menschen mit dem Ziel, die Produktion von profitgetrieben auf bedarfsorientiert umzustellen.
      Denn ohne eine solche Organisation wird gar nichts passieren.

      Und um das Thema der Organisation herum, könnten sämtliche Beiträge in Foren sich inhaltlich bewegen.

      Das wäre ein Gedanke der förderlich ist, schätze ich.

    • Es gab ja vor gut 80 Jahren schon mal eine Art gesellschaftlichen Idealzustand: Die kurze Periode des Anarchismus (=ohne Hierachie NICHT ohne Ordnung) im spanischen Bürgerkrieg. Ich glaube es war nur im Jahr 1936, weil im nächsten Jahr die Franco-Seite schon wieder zuviel Land erobert hatte.
      Jeder arbeitete so gut er es in seinem Beruf eben konnte. Aber alle arbeiteten gemeinsam, nicht auf Befehl irgend eines Fabrikbesitzers. Dafür konnten alle gut leben: Wenn man ein paar Schuhe brauchte, bekam man sie. Am Wochenende konnte man ins Kino oder ins Restaurant gehen und es kostete jeweils nichts (wenn ich das richtig weiß). Alle Menschen bekamen eine Schulbildung, selbst in den hintersten Dörfern wurden Kinder und Erwachsene unterrichtet. Vorher gab es in Spanien sehr viele Analphabeten, weil die Großgrundbesitzer nur Menschen brauchten, die ihnen die Früchte von den Bäumen oder von den Feldern holten.

      Optimalerweise würden in Deutschland so viele Menschen wie möglich Selbstversorger sein, dann gäbe es z.B. das Problem der massenhaften Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland nicht mehr. Ein Weg dahin sind die Solawis:
      http://www.solidarische-landwirtschaft.org/de/solawis-finden/hoefeliste

      Menschen in einer Großstadt haben da aber ein Problem. Eine Beispiel für eine Lösung wäre der Prinzessinen-Garten in Berlin.

      Essen und Trinken ist das eine, eine gesunde Seele das andere, damit es keine Verbrecher, Mörder, Söldner, Tyrannen etc. mehr geben muss. Keine Gewalt mehr gegen Kinder bzw. sich Kümmern um geschundene Kinder. Meiner Meinung nach hat Gerald Hüther den Weg dahin in seinem Vortrag in Graz ganz gut erklärt:

      „StarkeEltern StarkeKinder Video Vortrag“ (1h33min)
      Am 18.11.2013 hochgeladen
      https://www.youtube.com/watch?v=ROehyMHtKDY

    • Der kanadische Stamm der Cree – Indianer:

      „Erst wenn der letzte Baum gerodet,
      der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist,
      werden die Menschen feststellen, dass man Geld
      nicht essen kann.“

    • Ein Hektar Wald speichert pro Jahr über alle Altersklassen hinweg ca. 13 Tonnen CO2.
      Das wären bei 400 Hektar im Hambacher Forst 5200 freigesetztes CO2!
      Noch bevor ein Eimer Braunkohle gefördert wurde.
      Würde ich an die CO2- Theorie glauben, würde ich jetzt zornig werden.

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